Indiana Tribüne, Volume 19, Number 60, Indianapolis, Marion County, 17 November 1895 — Page 3
Im WMlW5W5 von Heorges Hynet. (2. Fortsetzung.) 2as Schlimmst !" preßte der Doltor zwischen den Zähnen hervor, Unfc laut sagte er: Wir müssen ihn zu mir hinauftragen, 'damit ich ihn verbilden kann, wie es sich gshört. Holt rnir rasch eine Matratze herunter, mit einer Leiter können wir eine Tragbahre herstellen." .Nein, nein," röchelte (Zirani. Sie sehen doch selbst, daß es zu Ende geht... Ums Himmels willen, quälen Sie mich nicht mehr!" Dannalso nur eine Matratze, da mit wir ihn -bequemer legen können befahl Houchard den Freundn. Ploerne lehnte abgewandt an einem der Pfeiler .des Schuppens und wartete. ?lls Listl zu ihm zurückkehrte, fragte er kurz unk rauh: Nun?" Er kann Höchstens noch eine Shnide Kb.'n. Gclpn wir ins Haus; hier kannst Du nicht bleiben." Ploerne b'üdkfii) nach seiner Mütze, von tor ein zerricner Fetzen Tuch hcrunter hing. Als er sich entfernen 'wellte, trat Doktor Hruchsrd auf ihn zu und h'.?lt ihn zurück. Er möchte Sie noch sprechen, eh: er stirbt. Kommen Sie, diese letzie Bitte dürfen Sie ihm nicht abschlaÖ?n." Ohne ein Wort der Erwiderung schritt -der Kapitän tonn allein auf 'den Verwundeten zu. Dieser lag aus Decken ausgestreckt, mit dein Tödesschweiß auf der Stirn urid mit eingesunkenem Muinde, in den letzten Zügen. Was wünschen Sie noch von mir, mein Herr?" fragte Pl'oerne sehr ernst. Jbil Sie mir die Halft reichen!" stöhnt: der Sterbende. Es sei, aber zuerst sollen S erfahren, was ich Ihnen vor 'den Andern nicht auseinandersetzen konnte. Von jenen jungen Mädchen, auf tic beide der Verdacht, den Sie in mir wachgerufen haben, fallen muß, ist .die eine meirt Braut, und ich liebe sie mit der ganzen Kraft meiner Seele. Ermessen Sie daraus 'das Unheil, 'das Sie angerichtet haben. Ich beschwöre Sie... ich flöh? Sie cn lassen Sie mich nicht in der gräßlichen Ungewißheit, die mich fcrst aufzehrt! Erlösen Sie mich von tneiner Qual und sprechen Sie! Welche Haien Sie gemeint: 1UzsL... oder Lydia Wollen Sre, .daß, ich Ihnen diejenige nenne, die ich liebe?" Girani schüttelte 'den Kopf; über sein fahles Gesicht breiteten sich schon die bläulichen Schatten ves Todes. Nein," erwiderte er le':se. Wollen Sie mich denn zur VerZMflung bringen?" begann er aufs neue. D, haben S'e Erbarmen mit nrir! Welche ist rein? Welche ist die Unwürdige? Lassen Sie mich nicht beide verdächtigen! Zwingen Sie mich nicht, sie fragen, sie kränken zu müssen! Welche ist es? Lydia oder Th:xfcfc?" Wie er so über jenen, der von seiner Hand starb, geneigt stand, schien der Kapitän der Besiegte, der Verscheidende. Seine Blicke ruhten mit einem verzehrenden Fuer auf den entstellten Zügen 'des Italieners und forschten darin gierig nach einem kleinsten Zeichen, nach einem Beweise, nach einem Strahle der Wahrheit; aber über Giranis Lippen huschte nur ein schmerzliches Lächeln, und als Ploerne nochmals in ihn drang, murmelte er: Ich darf es nicht." Seine Augen traten aus den HöhZen, die Lider öffneten sich weit, aI5 sähe er plötzlich ein unerwartetes Schauspiel vor sich. Er stieß einen tiefen Seufzer aus arald regte sich nicht uiehr. Er war gestorben und sein Ger)??mni hatte er mit hiniiÄergenom M5N. Der Kapitän fuhr zurück, selbst so (laß wie der Todte. Es ist. zu Ende!" wandte er sich an die Freunde. Dann reichte er Listel seine zerrissen Mütze hin. Nimm meine M'ütz? xtrid gib mir
die Deine," sagte er mit schrecklicher Ruhe. Ich muk noch heute zum A.Jcriral, denn morgen will ich abreisen." llrtd während er den drei andern Kameraden der Reihe nach die Hand zum Abschiede schüttelte, fuhr er fort: Ich bin euch ein recht schlimmer Gast gewesen und hcrbe euch den Tag gründlich veridorben! Verzeiht!" Um den Ausweg gewinnen zu kön nen, mußte er an Girani vorbei. Noch einmal sah er nach ihm hin, als hoffe er vln dem Todten zu erfahren, was der Lebende ihm verweigert hatte. Aus gestreckt, die Hände über die Brust gefaltet, als bete er, lag der Marquis da, weni-ge? 'blaß, als'whienio feiner kurzen Agonie. Er schien über den ewigen Trcrum, iden er träumte, zu Yd cheln. Ploerne neigte sich langsam über ihn. machte das Zeichen des Kreuzes und ging. Als er ins Haus zurückgelangt war, zag er seinen Mantel an, schnallte den Säbel um. und während er sich aus die Strahe begzlb, murmelte er noch vor sich hin: Was er mir nicht gesagt hat, müssen mir nun, wohl die Mädchen selber sagen!" Zweite! Kapitel. Die Familie de Saint-Maurice stammt von der Insel Martinique, lln ttx Ludwig XVI. bethei'lizte sich der Ehevalier de Saint-Maurice als CchiffSlieutenant an einem Kriegszuz nach den Antillen, wurde von feinem Admiral in Fort de France ans Land gefetzt und zum Kommanöeur der Zitadelle der Stadt ernannt. - Als der Jüngste in der Familie besaß er nur wenig Vermögen, um so freigebiyer hatte ihn Mutter Rawr ausgestattet. Mit seinen äußeren Vorzügen eroberte er sich das Fräulein Hermine
de Tenestas und durch eine Heirath mit ihr wurde er einer der reichsten Grund besitze? auf der Insel. Nachdem er sei uen Abschied genommen hatte, ließ er sich auf seinen" herrlichen Plantagen nieder, wo er der Stammvater eines adligen Geschlechtes wurde. Ziemlich stark von philosophischen Ideen durchsetzt, denn die jüngeren Söhne waren stets als minder Bevorzugte in der Familie etwas revolutio när angehaucht, regte sich Herr de Saint-Maurice nicht besonders über den Umsturz auf, der Frankreich fast aus den Fugen und den König ums Leben brachte. Er übersandte seinem Vater und seinem ältesten Bruder, die als Emigranten in Deutschland hart unter dem Druck der Verhältnisse zu leiden hatten, große Summen Geldes. Er wetterte nicht gegen die Thronbesteigung Napoleons und nannte ihn niemals verächtlich Bonapärte. Als die Engländer im Jahre 1809 die Kolonie angriffen und nahmen, kämpfte er tapfer und wurde für seme patriotische Aufopferung mit den Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet. Während der Besetzung leistete er seinen Landsleuten durch sein diplomatisches Verständniß bedeutende Dienste, die nicht wenig dazu beitrugen, den Inselbewohnern das feindliche Joch zu erleichtern. Die Regierunz der Restauration fand ihn im Besitze einer ungeheuren Popufctrriät und war klug genug, ihn zum Gouvcrneue der zurückeroberten Insel zu ernennen. Dieser begüterte, von Erfolg gekrönte Mann starb hochbetagt und hochgeehrt im Jahre 1840, von Enkeln umgeben und allgemein von den Weißen wie von den Schwarzen betrauert. Mit Herrn de Saint-Maurice schien auch das Glück den häuslichen Herd der Familie verlassen zu thaten. Die schlecht geleiteten Plantagen ' verloren an Werth. Einer der Söhne ging nach Europa, nachdem er seinen Antheil an den Besitzungen zu Gel) gemacht hatte, unid schon nach kaum dreißig Jahren war dieses einst so glänzend dastehende Geschlecht zur Mittelmäßigkeit herabgesunken. Auf der Insel Martinique arfb es nur noch eine Frau de Sa intMaurice, eine Wittwe mit ihrer fünfzehnjährigen Tochter, die in Fort de France ein Haus bewohnte und ziemlich bescheiden von einer Rente von etwa zwanzigtausend Franken lebte. Die Ereignisse des Krieges von 1870 waren fast spurlos an den beiden Frauen vorübergegangen, da die Insel von der deutschen Marine nicht be!drr)t nuvde. Ma'danu de Bcdni Maurice führte dasselbe ruhig: Leben unter der Revuölik weiter, das sie unter dem Kaiserreich geführt hatte, als ein Brief aus Europa ull ihren Plänen mit einem Schlag eine ganz andre Stich
'iiing gab. Ihre cbwester, die Wittwe emeö reichen Bankiers in Paris, laa auf dem Todtenbett un!d richtete sterbend die Bitte an sie, sich ihrer einzigen Tochter anzunehmen, 1ie alZ Waise und ohne Anverwandte väterlicherseits zurückblieb. Die gute Frau de SamtsT,"tirfr V? tn ;tVfir Vn?rf2 rmttfi und keinen zwingen-den Grund batte. WUllll, VII V V I V.I V - V y
n i, rl V --.,. ,,t:;,4.t,T l ""-v u der sie m Fort de zrance zuruckgehal- t und Klarheit die Leiden des Letnhatte, zögerte keinen Augenblick und jcnj öllf Dich zu .nehmen, und zwar als
schiffte sich schon nach vierzehn Tagen mit Zhrer Tochter und einer mulaitischen Dienerin, Namens Leila, nach Europa ein. Als sie in Paris anlangte, fand sie die Schwester, die sie wiederzusehen gehosst hatte, nicht mehr unter den Lebenden, und nur ihre in Trauer gekleidete Nichte empfing sie. Das junge Mädchen hatte sich schluchzend in die Arme ihrer Tante geworfrn, die ihr eine Fremde war, zu der sie sich aber vom ersten Moment an hingezogen fühlte, und Lydia, in der sie 'bereit war, eine Schwester zu sehen, hatte sie zärtlich geküßt. Dann hatten sich Madame de Saint-Maurice und ihre Tochter behaglich in der mit großem Luxus ausgestatteten Villa eingerichtet, die Madame Letourneur in nächster Nähe der Champs Elysees, tn der Avenue Hoche, hatte erbauen lassen. Schon am folgenden Tag hatte Lientenant Ploerne, ein tüchtiger, Zm Ma rineministerium angestellter Offizier, den Damen seinen Besuch abgestattet. Graf Naimond von Ploerne. der Sproö eines alten Adelsgeschlechtes aus der Bretagne, war der Jugendge spiele Letourneurs. Der Bankier, Thereses Vater, hatte sich des Neffen sei. ner Frau aufs eifrigste angenommen, als er, von seiner Familie getrennt, die in ihrem Schloß in der Bretagne weilte, nach Paris aufs Gymnasium gekommen war, um sich für die Kriegsschule vorzubereiten. Herr Letourneur halle ihm sein Haus geösfnet, in dem er wie ei eigener Sohn ein und aus ging, ha.'te seinen Einfluß geltend gemacht, um Naimond überall zu fördern und ihm seine am Anfang so schwere JrViuie zu erleichtern. Er verschaffte ihm einige Seefahrten von Vorthe?l unter dem Kommando von Offizieren, deren Fähigkeiten , ihnen d:e Aussicht auf die höchsten Ehrenstellen versprachen. So hatte Naimond Be schütze? gefunden, die sich dauernd für ihn interessirten und ihm, so oft es möglich war, die Gelegenhe'! boten, sich hervorzuthun. Dank dieser Bevorzugun-g hatte der junge Graf sich mehr als einmal auf harte Proben gestellt gesehen, denn diese wetterfesten Seemänner schonten andere nicht mehr als sich selbst und erin nerteu sich ihrer Getreuen ebenso gut, wo es Gefahren zu überwinden, als wo es Begünstigungen zu ertheilen galt. So war es gekommen, dak Ploerne. der einfache Fähnrich, dem Admiral Jaureguööerry als Adjutant zugetheilt wurde und ihn von Orleans bis Le Mans begleitet hatte. Immer im Feuer, immer m Schnee, vom Pulverdampf geschwärzt, nn strömenden Negen erstarrend, schlug er sich Tag und Nacht wahrend jenes heldenmütigen
Rückzugs, wo die Chanzysche Armee
todesmuthrg und unbesiegbar, den tut gerischm Geist Frankreichs verkörperte. , Lieutenant Ploernes Zukunft war. cusdem unheilvollen Feldzug gesichert' hervorgegangen, denn man hatte ihn' im Feuer zu sehen Gelegenheit gehabt. Ebenso kalt wie entschlossen besaß der blonde junge Mann mit den blauen Augen die ausdauernde und besonnene Tapferkeit der bretagnischen Nasse. Er war im Kampfe nicht minder gelassen, als im Feldlager, verlor nie den Kops und führte Befehle mit einer solchen Genauigkeit aus, daß der Admiral in den kritischsten Situationen un0 wahrlich, es hat 'deren nicht wenige gegeben zu sagen pflegte: So, Ploerne ist dort? Dann bin. ich ruhig!" Naimond war nach jeder seiner Fahrtert anhänglich und liebevoll zu seiner Tante Letourneur zurückgekehrt und hatte stets eine väterliche Aufnahme bei dem reichen Finanzier gefunden. Als Ploerne das Erbe seiner Eltern antrat, war ihm der Bankier bei der Anlegung seines Vermögens behilflich, und mit dreißig Jahren besaß der junge Mann, dessen Bedürfnisse sich auf das Bescheidenste beschränkten, eine Rente von zweimalhunderttausend Franken. Seine Kousine Therese, an der er mit brüderlicher Zuneigung hing, war ein reizendes Kind von sechzehn Jahren, die von ihrer Mutter streng religiös erzogen wurde und deren sanstes und liebes Wesen zu HochHerzigkeit und Edelmuth neigte. Sie war einer jener Charaktere, die, unerlbit blich gegen sich selbst, um so nachsia tiger gegen andre sind. An dem Tage, da ihre Mutter starb, wurde sie. von einem Mystizismus ersaßt, der Naimond ernstlich beunruhigte. Er allein stand Therese zur Seite und 'beweinteMadame Letourneur ebenso aufrichtig, wie wenn sie seine eigene Mutter gewesen wäre. Aber Thereses starre Ruhe, die sich der Auffassung zuneigte, das Loos ihrer Mutter, die nun zur Rechten des Heilands saß, beneidenswerther zu finden, als ihr eignes, und ihre religiöse Ueberschwenglichkeit ängfügten ihn. Nicht daß er ungläubig gewesen wäre. Die Einsamkeit zwischen Himmel und Wasser, der Anblick der Unendlichkeit, das Gesiiihl der menschlichen Ohnmacht befestigen im Seemann den Glauben. Er ist in jsdem Moment dem Tode zu nahe, um nicht auf Gott zu 'bauen. Naimond hatte seine festen Grundsätze, aber eZ würde ihm dennoch großen Schmerz verursach! haben, wenn Therese, um sich Zer Nelicrion ganz in die Arm zu werfen, 'der Wett entsagt hätte. Eines Tageö führte er eine Ausspräche mit ihr herbei, nachdem sie vom Kirchhof zurückgekehrt war, wohin sie seit dem Tode ihrer Mutter täglich fuhr. Er veranlaßte sie, sich mit ihm in den hinter der Villa gelegenen Garten zu begeben und sich dort mit ihm auf eine Bank zu setzen. 2)u beunruhigst mich, Therese," be gann er. Du suchst Trost für Deinen Schmerz in einem Gedonkengang, der mir ungesund zu sein scheint UN'0 den Deine Mutter, davon bin ich überzeugt. Nicht gutgehelßen hatte. Du bist zu iuinuw,r, n m.:f mcr (crr,. das, was sie sind: eine harte Prüfung, die uns auserlegt wird und der w!r uns nicht entziehen dürfen." O, Naimond," stammelte das junge Mädchen unter Thränen, begreifen Sie denn meine Muthlosigkeit nicht und den Wunsch, den ich habe, einen morlischm Halt zu sinden, der mir meir,: Seelenruhe wieidergibt?" Das junge Mädchen redete Ploerne mit Sie" an, währmd er sich nie hatte dazu br'lN'gen können, ihr gegenüber, die er von klein cruf kannte, das vertrauliche Du" crbzulegen. Erstens bist Du gar nicht allein," sagte Naimond, so lange ich bei Dir bin; das heißt meine Zuneigung zu Dir schlecht verstehen, wenn Du sie sür gar nichts zählst. Und dann weiß! Du doch auch, daß Deine gute Mutter kurz vor ihrem Tode an Deine Tante de Saint-Ma.urice geschrieben und dah diese sich entschlossen hat, nach Frankreich überzuisiedeln. In ihr wirst Du eine wohlwollende und milde BeschüHerrn finden, und ihre Tochter, die ungesähr in Deinem Aalter ist, wird Dir eine Gefährtin sein. Kannst Du der Zukunft an ihrer Seite nicht ein wenig rosiger entgegensehen?" Gerade diese beiden Unbekannten machen mir ja Angst," erwiderte Therese leise. Ihre Ankunft regt mich mehr auf, als sie mich tröstet. Wer sind sie, was sind sie und was werden sie wollen?" Nichts werden sie wollen, was Du nicht selber willst. Du bist vollständig unabhängig und Herrin Deiner selbst mit dem bedeutenden Verflögen, das Dir Deine Eltern hin!:rlassen haben." Den ganzen Reichthum wollte ich gern opfern, um den Armen und Lei denden Linderung zu gewähren und um ihnen ihr Loos zu erleichtern. Ich fühle mich so weltverloren, so trostlos und hoffnungslos, dak !ch nur zu Füßen Gottes wieder werde glücklich sein können." - Nind, wir sind überall zu Füßen Gottes." erwiiderte Ploerne; man braucht nicht 'barmherzige Schwester zu werden, um Gott nahe zu sein. Augenblicklich bist Du ganz urthkilsunfähig. Du gehst in einem Uebermaß von Empfindsamkeit ins Extrem, was Dein Kummer entschuldigt, wenn auch nicht erklärt. Ich 'bin Dein einziger Anderwandter und habe deshalb die Pskicht, aufrichtig mit Dir zu sein. Deine Plä. ne sind ganz und gar rricht rathsam. Ein Mädchen in Deiner Lage faßt keinen Entschluß, wie Du ihn Dir ausdenkst, ohne reiflich darüber nachgedacht zu haben. Also keine Exaltation, kein Himmelw'ärtsstreben.... Kehre zur Erde zurück und sei vernünftig. Du weißt, daß ich ein ebenso guter Katho-
CiT bin. wie einer, und gewib nicht ss mit Dir spreche, um Deinem christli chen Glauben entgegenarbeiten zu wollen. 'sondern um Dich in ruhigere Bahnen 1 zu lenken. Jedensalls mußt Du Deine Tante abwarten, ehe Du eine Entscheidung triffst. Es wäre sehr tadelnswerth von Dir, wenn Du anders ; handeln wolltest." Therese hatte diese brüderliche Er-, Mahnung m'f gesenktem Köpfchen hingenommen, thränen, die sie nicht mehr zurückhalten kormte, flössen ihr dieWangen herab,' und ihre Hände beweg-' ten sich zitternd, als sie erwiderte: Ich werde thun, was Sie von mir veriangen. Naimond; ich fühle, daß Sie rechts tfben un daß meine Mutter, wenn' sie' noch lebte, mir verbieten würde, den Schleier zu nehmen. Glauben Sie aber ja nicht, daß die Ankunft meiner Tante de Saint-Maurice unid ihrer, Tochter Lydia günstig auf meinen Seelenzustanid einwirken wird.... alles deutet mir darauf hin. daß mir nichts Gutes aus deren Gegenwart erblühen wird." Alles?" Ja, alles meine Ahnungen und meine Träume sagen es mir." Deine Träume?" Therefe erröthete und blickte verlegen zur Seite. Es ist dumm von mir, daß ich mit Ihnen darüber gesprochen habe," sagte sie nach einer kleinen Pause, Sie NX? den sich über mich lustig machen." Warum nimmst Du dies an? Ist es je meine Gewohnheit gewesen, über etwaö. was Du mir anvertraust, zu lachen? Erzähle mir doch, vor waS Deine Träume Dich warnen," fragte er nicht ohne einen Anflug von Neugierde. Schon mehrmals, seitdem ich weiß, daß meine Tante die Insel Martinique verlassen wird, um dauernd in Frankreich zu leben, wurde ich von einer Traumcksion gequält, und zwar immer von derselben. Ich sah ein Schiff, das in den Hafen einfuhr, ein schwarzes, unheimliches Schiff, aus dem drei Frauen ans Land stiegen: Madame 'de Saint-Maurice, Lydia und die Mulattin, die sie begleiten wird. Ich wollte zu ihrer Begrübung h'mzueilen. konnte mich jedoch nicht von der Stelle bewegen und war unfähig, ein G'7ied zu rühren. Da kamen sie mir entgegen, und mit jedem Sckritt. den sie sich näherten, wurde es finsterer und finsterer um mich, während mir jede Energie fehlte. ZU handein, als ob das Erscheinen der drei Frauen alles in mir g-lählt und UN tergraben hätte. Sie traten in mein Haus ein und ließen sich behaglich nieder. Die Jüngste unter ihnen, die Lyd:a sein mußte und die schwarzes Haar und schwarze Augen hatte, rief mir mit fpöttifch verzogenem Munde entgegen: Von nun an ist dies unser Heim. Wir werden Dir alles nehmen, was Dein ist; Du sollst weder Reichthum noch Liebe 'besitzen. Ich lege Beschlag auf den Antheil an Glück, den Dir das Leben gewährt." Und d:e Mulattin zeigte mit einem schrecklichen Lachen ihre langen, mord gierigen Zähne. Meine Tante gab mit einem Nicken des Kopses ihre Zust'rmmung zu meinem Elend und wiederholte: Dein soll ihr Antheil an Glück im Leben sein!" Kaum hatte sie ausgesprochen, als sie alle Drei meinen Blicken entschwauden und ich nur noch von dichten Nebeln umgeben war. Weit ab in der Dunkelheit leuchtete es hell auf, und als ich, von dem Scheine angezogen, durch das Stöhnen und Klagen unsichtbarer Wesen hindurch, jenem Lichte nachstrebte, konnte ich allmählich einen Altar unterscheiden, über dem sich ein strahlenides Kreuz erhob. Dann vernahm ich in der plötzlich eingetretenen Stille iden Chor himmlischer Stimmen, und lieblicher Gesang, dessen Worte mir galten, entzückte mein Ohr: Zu Füßen des Herrn allein wirst Du Nuhe und Frieden sinden, fern von den Stürmen, den Leiden und Unzerechtigkeiten der Welt. Da wartet De! ner ivöder Enttäuschung, noch vergeb liches Sehnen. Allem Niedrigen entrückt, wirst Du in ewiger Seligkeit athmen. lliib das Leid, das man Dir zu-, fügte, wiüd snn, als wäre es nie ge Wesen.- Ich ging wie in einem Freudentaumel. unid all mein Fürchten, all mein Grämen schwand vor dieser göttlichen Begeisterung dahin. Das junge Mädchen blickte ernst zu Naimond auf, und als sie ihn fast nachdenklich ihrer Traumvision lauschen sah, fuhr sie fort: Glauben Sie
mir, mein lieber Freund, ich habe mir redlich Mühe gegeben., diefe Bilder zu verscheuchen und mich ihrem Einsluk zu entziehen. Aber fast jede Nacht kehren sie mit grausamer Ausdringlichkeit wieder. Immer ist eS derselbe beängstigen de Anfang und immer dasselbe versoh nende Ende. So kam es. dah meine Gedanken in jene Bahnen geriethen und daß ich Frieden und Glück nur noch in einem Verzicht auf alles Irdische und in einer Aufopferung meines ganzen Seins erhoffe.Woher kommt denn aber nur," fragte Naimond erstaunt, diese Vor eingenommenheit Deinerseits für jene Frauen, die Du gar nicht einmal kennst und die in ihrer Handlungsweise gegen Dich nur van den Wen, Abisichten gelditct . werden können?" Ich weih es nicht; deshalb ist es aber doch so. und ich sage es Ihnen, ohne es erklären oder ergründen zu wollen." Gibt irgend etwas in den Briefen Deiner Tante öder in einer Thatfache. die man Dir von ihr erzählt hat, eine Veranlassung, die man als AusgangZPunkt für Deine Einbildungen ansehm könnte? Denn es sind einfach Eink-il-düngen, liebes Kind, weiter nichis.". Das mag wohl sein und ich wükte. nichts, was meine Vefürchtunaen be-' , " i. crn . o-. i , grmifcn lonnic. oicinc anie yar Mir nur ein einzige Mal geschrieben, und
da war ihr Brief vzll Güte und'?
Freund! chkelt sur mich. Ich habe me' I ngettd etwas über sie oder rhre Tochter gehört, was mir Abneigung einflößen konnte, und 'dennoch habe :ch Angjt vor ihnen, und ich sage Ihnen, iene Warnung kommt von oben.... Sie tadeln mich, weil ich sie nicht zurückdränge, wer aber will mir nachweisen, daß sie nicht auf Wahrheit beruht urQ daß ich nicht klüger handeln würde, wenn ich' ihr Folge leistete?Kind, später kannst Du ja thun. was Du willst, aber für den Augenblick siehst Du unter meiner Obhut. Deine Mutter hat Dich mir anvertraut, und ich wünsche nicht, daß sich irgend etwas in Deiner äußeren Lage verändert, be vor Derne Tante hier ist. Du wem! Wort zu halten. Willst Du mir versprechen, daß Du Dich vorher nicht binden wirst?.Ich verspreche es." .Das ist recht. Und nun laß uns zum Essen gehen; wir werden eben gerufen." Sie kehrten zusammen ins Qaus zurück, und das Thema wuvde nicht mehr zwischen ihnen berührt. Schon in der darauffolgenden Woche kam Madame de Saint-Maurice mit ihrer Tochter und Her Mulattin m Paris an. Kein bedrohliches Warnirngszeichen begleitete ihr Ankunft: Der Lanöauer, der sie brachte, war nicht schwarz und die Pferde hatten nichts geheimnißvoll schauerliches, an sich. Lydia umarmte ihre Cousine mit überwallender Zärt lichkeit und die Gräfin schloß die jun ge Waise weinend in ihre Arme. Nur Leila zeigte in ihrem bronzefarbenen elcht die weißen, spitzen Zahne, aber ihr Lächeln war so gutmüthig, daß es unmöglich Angst einflößen konnte. Vom ersten Moment an fühlte Therese, daß sie ihre Verwandten lieben würde. rfd ihre Ahnungen erschienen ihr jetzt einsaitig und überspannt. Dres gestanid sie Naimond noch am selben Abend ein, als er Mcedame de Saint-Maurice seine Aufwartung machte. Tie beiden junaen Mädchen saken zusammen im Salon, während Madame de Saint-Maurice in einem Lehnstuhl lag. Kein Augenblick war seit ihrer Abreise aus der Hermarh vergangen, wo sich die Gräfin nicht über irgend etwas zu beklagen gehabt hätte. Den Lieutenant empsmg sie mit einer liebenswürdigen Vertraulichkeit, als habe sie ihn sein Lebenlang gekannt: Seien Sie ncir willkommen, lieber Neffe, und enrschuldizen Sie. wenn ich Ngen Dieioe, aoer seit Wochen bin ich vollstänjdia aus vem Gleichaewicht qebracht. Ihre entsetzlichen Schiff haben Mich so durchgerüttelt, daß Mir heute noch zu Muthe ist, als sei ich auf einer Schaukel, unid so oft ich aufrecht stehe, dröht sicb alles mit mir im Kreise herum.... Sie sehen Ihrem Vater, den ich aus den Augen verlor, als er in Ihrem Alter stand, sehr ähnlich Darf ich Sie meine? Tochter, Ihrer Kousine Lydia, vorstellen?" Narmond drehte sich nach der cite um, wo ffraulein Te samt-Maurice saß, und starrte fast unbeweglich auf das Mcödchen hin. so betroffen war er von ihrer Schönheit. Er vergaß alles außer ihr und betrachtete sie mit-ver-zehrenden Bl'icken. Sie war groß, mit der ganzen gazellenartigen Schlankheit ihrer sechzehn Jahre, aber 'breitschultrig und schon voll entwickelt; eine frühreife Frucht, die von einer tropi chen Sonne gezeitigt war. In ihrem weißen Gesichte, das an eine Kameue erinnerte, sunkelten ein Paar tiefschnxirze, von langen Wimpern umschattete Augen. Zwiscyen den purpurrotqen Lippen - deS kleinen Mundes hervor leuchteten zwei Reihen perlengleicher Zähne und ihr runides, mit einem Grübchen versehenes Jta verlieh ihrer-Physiognomie einen entzückenden Ausdruck von kindischem Trotz. Hanidchen und Füßchen waren die einer Kreolin, die gewohnt ist, sich bedienen und tragen zu lassen, ohne selbst einen Finger daibei zu rühren oder einen Fuß auf den Boden zu setzen. Dennoch strömte ihre ganze Persönlichkeit Leben aus, und elnmrl von der Le'sdenfchaft sortgerissen, mochte sich diese träge Natur zu vollem, energischern Handeln aufschwingen. Zu ihr bildete Therese einen Gegen satz, wie man sich ihn größer nicht vor. satten kann. Mit einfach geordnetem, blondem Haar, sansten blauen Augen und einer kaum entwickelten Figur, machte sie noch ganz btn Eindruck eines Kindes. Zartheit, fast Schwäche zeigte sie, wo die anidre in ihrer üppigen Kraft erschien. Als LrMa auf die verlegene Begrüßung ihres Vetters lächelnd und mit einem Wohlklang in ihrer tiesen Stimme antwortete, der den jungen Mann bis in sein Innerstes erregte, erhöhte sie seine Verwirrung noch. Dieses weiche, einschmeichelnde Organ, .das sein Ohr wie der harmomsche Klang eines Cellos berührte, entzückte ihn, aber es war nicht dh Stimme eines jungen Mädchens, es waren "die Tone des reifen, leidenschaftlichen Weibes. Ploerne ärgerte sich Wer sich selbst, daß er sich so schnell uwd vollständig gefangen nehmen ließ; er bäumte sich mit aller Macht dagezn uf, p?e!dizte sich Vernunft und sagte sich, daß zu einer solchen Erregung keine Veranlassung vorliege. Therese sprach lebhaft in ihn hinein, aber er vernahm nur das Geräufch von Worten, ohne deren Sinn zu verstehen. Trotz aller guten Vorsätze blieb er unter dem Bann der hinreißen'), schönen Kreolin, die ihn mit ihren rothen Lippen und ihren berückenden Au gen anlächelte. Endlich faßte er sich etwas. als sie eine Frage an ihn zu riä ten begann: Sirad Sie aus Ihren Ret sen nie in die Nähe de? Insel Mar. tinique gekommen? Dann hätten Sie uns doch wohl aufgesucht, oder hatten Sie vergessen, daß Verwandte voä Ihnen dort lebten?" ' , Er erwiderte, daß er vor dem Kriege Fahrten nach de? afrikanischen Küste und nach den Gewässern von Senegal
mitgcmachk habe, daß ihn der Zufall feines Berufes jedoch nie in das Ve-
reich der Antillen gefuhrt habe. Er hatte aber bestimmt auch dorthin eine Rei-', se gemacht, wenn er das Vergnügen rhrer Bekanntschaft schon srüher gehabt hätte; der Zauber, den sie auf ihn ausübe, würde ihm keine noch so abschreckende Aufgabe als zu schwer haben erscheinen lassen, wenn es die Möglichtat abgölten hätte, rn ihre Nahe zu qelangen. Seine Blicke sagten bei diesen Worten so viel, daß ihn Therese erstaunt anjchaute. Lydia ,zedoch blieb vollständig ruhig und ließ sich in keiner Weise durch diese untrüglichen Anzelwen jeiner Bewimderuna aus der Fassung ' bringen; vielmehr fuhr sie fort, ihn mit ihrem vollen Mund und ihren magnetischen Augen herausfordernd anzulächeln. Lieber Neffe," sagte Madame de Saint-Maurice, Sie wissen wohl, daß wir im Hotel absteigen und uns dann eine Wohnung in der Stadt suchen trollten; unsre kleine Therese ließ es aber nicht zu; sie will, daß wir bei ihr bleiben." Damit, lieb: Tanke, hat sie auch vollkommen recht," erwiderte Naimond. und ich kann sie qar nicht genug in dieser Absicht unterstützen." Ich bin so erschöpft von der aräßlichen Reise, daß ich die Schwachheit hatte, ihre Einladung vorderhano anzunehmen; ich möchte aber niemand .ur Last fallen, und erst nach einigen Ta gen, wenn ich die Sache reiflich überlegt habe, werde ich eine deslNltlöe Entscheioung treffen. Diefe Entscheödung, die man traf, war dann auch die, daß man in dem Heime der Nichte verblieb. Die Gräfin gab bei diesem Entschlüsse mehr den Bitten der andern Gehör, denn die Aussicht, einem großen Haushalt vorstehen zu müssen, war durchaus nicht nach dem Geschmack der trägen Südländerin. Ploerne behauptete jedoch, baß für Therese eine Gefahr in der Vereinsamung läge, Lydia erklärte. daß man unmöglich eine schönere WohNllng als die Villa Letourneur finden könne, ilnd Thereie bat so herzlich. daß Madame de Saint-Maurice, trotzdem sie noch immer über die unausstehliche Zlalte m Paris jammerte, sich für dauernd in der Villa einrichtete und deren Leitung übernahm. Oder vielmehr sie gab ihr Amt an ihren weiblichen Minister, an die Mu laitin Lerla ab, die vom ersten Tag an zeigte, welche Autorität sie 'sich in dem Hause ihrer Herrin zu verschossen im stände war. Leila hatte mit einer durch den Tod der Frau Letourneur und durch Thereses Apathie ganz aus Rand und Band gerathenen Dienerschaft zu thun, welche die im Hauswesen eingerissene Anarchie ltt vollen Zügen genoß. Die guten Leutchen hatten sich in wenigen Wochen daran gewöhnt, nur das zu thun, waS ihnen beliebte, und da sie sich über dieses Belieben nicht Miner unterelnanider einigen konnten, so war bald von irgendivelcher Pünktlichkeit oder ÄteaelMäßigkeit in ihren Dienstleistungen keine Rede mehr. Die Schwarze, die am Abend ihrer Ankunft im Dienstbotenzimmer nicht wenig gehänselt worden war und die nur ein Lächeln als einzige Antwort auf all die Spöttereien gehabt halte, brachte auch die Widerspenstigsten in wenigen Tagen zum Schwelgen. Sie bewies den Weißen,' datz auch die Schwarzen Talent zur Tyrannei haben, wenn sich ihnen nur die Gelegenheit dazu bietet. Was nicht gehorchen lernte oder sich nicht unter ,hrem Joche zu beugen verstand, wurde ohne weitere Uni stände, ohne Lärm, im Hanidumdrehen vor die Thüre gesetzt. Von da ab spielte bx Mll'Iattin in uneingeschränkter Mach taus Übung Vorsehung über das Geschick der Jungfern, Rutscher und Dien im Hause. Niemand im Hause wagte vor ihr zu mucksen', und sie, die man erst im Spott die Mohrin gescholten hatte, wurde nun mit gewünschter Ehrerbietung Madame Leila- genannt. Diese schwarze Despotin gab die Zügel ihreö NegimenteZ nur vor einer einzigen Person aus lden Händen, vor Lydia, deren Amme sie gewesen, war. Alles was Lydia that oder sagte, war gut. Jede Kritik hörte bei dieser klugen und- Nstigen Frau auf, wenn es die Laumn und .selbst die unvernünftigsten derjenigen aalt, die sie demüthig ihre Gebieterin nannte, und Leilas Unterwürfigkeit Lydia gegenüber grenzte au FanatiZnittS. Sie war in des Wortes ureigenster Bedeutung die Sklavin des jungea Mädchens. Lydia hätte Mord oder Diebstahl von ihr verlangen können, sie hatte beides ihr zu Gefallen vollführt und zwar ohne zu zaudrn. Stunden'lang konnte sie in Lydms Schönheit versunken stehen, stundenlang das Zunqe Mädchen, in der Hängematte schaukeln und ihr die Lieder ihrer Heimath 'singen, N'lr um bei ihr sein lind sie sehen zu dürfen. Gegen Therese hegte sie von der ersien Minute an einen gehmen Groll, denn Leila loar über dis materielle Stelluua Fräulein Letorneurs empört, die, im Besitz der Villa und ides ganzen grosien Vermögens, dzS UebergMicht im Hause hatte. Leila, dachte 'beständig iiber fa'csc UngerechtigMt nach: Sollte nicht Lydia, welche die Schönere ist, auch die Reichere ml Die andere ist gerade gut genug, mi meine Gebieterin yt bedienen. Man braucht pc ja nur bennnander 5$ sehen, um den, Unterschied sofort herauszufühlen. 'Mein Liebling ist eines Fürsten werth, sttr ihre Kousine pabt höchstens ein Manir des Erwerbs Arbeiten war der In begriff alleZ Niedrigen und Genieinen sür 'die Schnxuze, die nie etwas andres von ibrer Herrschaft gehört hatte, als dasi HtUli mit Sklaverei gleichbedeutend sei. Geld ha'ben und nichts thun, dai machte den hochstehenden Menschen. (Fortsetzung folat.)
Zur die Küchc. Eine vorzügliche Suppebereitet man folgendermaßen: AlleS, was von Gemüsen zu haben ist, wird gut verlesen und rein gewaschen; alle Gemüse zu gleichen Theilen werden so fein wie möglich gehackt: z. B. Weißkohl, Rothkohl, Wirsingkohl, Sellerie. Schwarzwurzeln. Karotten. Kohlrabis Blumenkohl, Zwiebeln, PetersilienWurzel etc. und einige Kartoffeln. Diese fein geschnittenen oder gehackten Gemüse gibt man nach und nach in kochendes Wasser, tbut Bouillon 'oder Butter hinzu und läßt Alles drei bis vier Stunden kochen. Wenn man die Gemüse weich und die Suppe von ge wünschte? Consiftenz findet, fügt man noch ein Stückchm Butter und daS nöthige Salz hinzu und läßt die Suppe noch einmal aufkochen. Abfälle von Braten kann man zu dieser Suppe sehr gut verwenden. Weißes Kalbsfricass6e. Das Kalbfleisch wird in Salz und Wasser gar gekocht, ein Kochlöffel Mehl in Butter angedünstet und mit der Fleischbrühe angerührt. Nachdem man es gesalzen, Muskatnuß, einige Blättchen Thymian und eine Hand voll fem gehackte Petersilie dazu gegeben, läßt man das Fleisch noch 5 Minuten durchkochen. Beim Anrichten kann man ein, Eidotter oder zwei bis drei Eßlöffel Nahm durchrühren. Wer Zwiebel liebt, kann solche, klein geschnitten, entweder mit dem Fleische kochen oder mit der Butter dünsten. Mayonnaise. Vier 'Eidotter gibt man in eine Kasserolle, dann fügt man unter stetem Umrühren recht langsam vier Eßlöffel feines Olivenöl und vier Eßlöffel weißen Essig hinzu. Nun stellt man das Gefäß in ein anderes mit Wasser gefülltes und läßt letzteres über dem Feuer in's Kochen kommen, indessen man die Masse beständig rührt. Sobald sie sich verdickt, nimmt man sie ab und rührt sie, bis sie kalt ist. Nun kommen wiederum vier Eßlöffel Oel hinzu, dann ein Jheelöffel Salz, zwei Theelöffel Zucker, ein Eßlöffel französischer Sens. endlich ein halbes Pint dick geschlagene Sahne. Ein etwas einfacheres Recept ist das folgende: Man verrührt zwei bis drei Eidotier und fügt einen Theelöffel Senf, einen Theelöffel Puderzucker, einen halben Theelöffel Salz, eine Prise Eayennepfeffer hinzu. Nachdem Alles gut vermischt ist, fügt man anfangs tropfenweise, später schneller, unter sietem Rühren ein halbes Pint Olivenöl dazu; zuletzt zwei Eßlöffel, Essig und zwei EblöZfel Eitronensaft. Das Ganze muß creamartige Eonsistenz haben. Auch hier kann nach Belieben Rahm hinzu gegeben werden. Sämmtliche Zuthaten müssen sehr kalt sein, und die Mayonnaise muß bis zum Gebrauche ebenfalls auf Eis gestellt werden. R u s s i s ch e E i e r. Die Eier werden hart gekocht, quer durchgeschnitten und an der Spitze flach geschnitten, so daß sie aufrecht stehen. Eine Schüssel wird mit der nachstehenden Senfsauce halb gefüllt, die Eier aufrecht hineingestellt und mit Sardellen verziert. Eine gute Schüssel, vor der Suppe und auch zum Thee zu reichen. Sehr feine. Senfsauce. Em Viertel Pint Senf, ein Viertel Pint flüssige Butter, ein Viertel Pint Estragonessig. ein Viertel Pint Moselwein ein Viertel Pint sehr kraftige Fleischbrühe, eine Unze brauner Zucker, acht Eigelbe, eine Prise Pfeffer, eine Prise fein gehackte Zwiebeln, ein Theelöffel Kapern,, Salz nach Geschmack. Alle angegebenen Zuthaten kommen in einen nach dem Boden enger werdendere Topf waS bei jeder abgequirlten: Sauce- zu beachten ist;: der Topf wird m kochendes Wasser gestellt und die Sauce bis unmittelbar vor dem Kochen fleißig gequirlt. Diese Sauce ist warm vortrefflich zinn Suppenfleisch. noch wohlschmeckendem aber kalt und zu jedem kaltur Bratm zu empfehlen, besonders' zu Schweinebraten und Schin ken. Sie läßt sich nr gut verschlossenen Gläsern- am- kühlen Orte im Sommer wie im- Winter lange Zeit aufbewahren, ohne an Güte, z.u verlieren. Omelette? mrt eingemach ten Früchte.! Man rührt einen Eßlöffel Mehl mit einer Tasse Milch oder Rahnr glätt an, gibt von- fünf Eiern- die Dotter- und ein wenig- Salz, hinein und verrührt es gut, schlägt: dann die Eiweiß- zu Schnee und rührt? eZ ebenfalls hinein, schließlich gibt man- in- den Teig fein gestoßenen Zucker, welcher- vorher an Citrone ab gerieben wurde. Unterdessen- macht man in einer Pfanne Butter heiß, gibtden Teia hmeinv backt ihu- zuqedeckt
goldgelbe besirercht die Omelette ' mit Johannisbeeren. Himbeeren und so, weiter,, schlagt sie zur Hälfte zusammen, stellt sie noch etwa fünf Minuten in die' heiße Rohre, richÄ- sie ur. rntf bestreut sie mit Zucker. Hummersalat. Man nimmt drei' Pfrmd gekochte Hämmern;, befreit das Fleisch von den Schalen und zer schneidet es in nette gleich große Stückchen, legt dies: in eine ttefe Schüssel, gibt eine Prise Salz, eint halbe Prise Pfeffer-, einen Eßlöffel voll gutem Essig und ferner einige Zwerge von weißem Tischsellerie, die ebenfalls klein geschnitten werden, da ran. Nachdem Alles gut vermischt ist. wird de? Salat auf die Schüssel gelegt. mit einer halb Tasse voll feiner Mayonnaise übergössen, mit zwei hart ge kochten Eiern, die je in vier Theile ge schnitten werdeu, sechs hellen . zartere Salatblättern, zwölf entkernten Oli den, einem Eßlöffel voll Kapem unZ ein wenig von dem sogenannten Lob ster - Coral" fein gehackt nach schmuck garnirt. mm WersZchdenMagertver darben hat, lobt die Mäßigkeit .
