Indiana Tribüne, Volume 19, Number 60, Indianapolis, Marion County, 17 November 1895 — Page 2
Winterahnung.
Von Franz Dingelstedt. Seh' ihn auf den Wolken ziehen. Stürmisch schnell und schwarz ge ballt. Hör' ihn seufzen in den Elchen, Staffelnd durch die Blätter schleichen. Brausen durch den bangen Wald. Letzt: Blume schmückt die Erde. Letzte Sonne wärmt sie mild, 5ln der dürren Rebenlaube Zittert die oergess'ne Traube, Und die Wellen strömen wild. Nasch das letzte Lied gesungen. Eh' das Leben ganz entwich; Eh' in grauen Dämmerungen Winter Alles kalt verschlungen, Blumen. Lieder, Herbst und mich. JHc verhängnisvolle Depesche. Novelle von Wrn. Schierbrand. Eines Tages, als ich meinen Pflichten als Geschäftsführer der Pentecost Hold Mining Co. in San Joaquin, al., eifrig nachkam, wurde mir eine Depesche eingehändigt. Ohne daran zu denken, die Aufschrift anzusehen, erbrach ich den Umschlag, und las klüchtiz den Inhalt. Derselbe war indeß so räthselhaft, deß ich ihn nochmals und abermals las. Die Botschaff war indeß eine ganz kurze nur. Sie lautete: Schicke sofort Geld. Gläubiger Krängen. Kann mit schäbiger Monatssumme nicht auskommen. Loreley Der Name war's, der mich in Stauen versetzte. Loreley? Wo hatte ich nur diesen Namen schon gehört? Es raren angenehme Erinnerungen, die sich daran knüpften soviel wußte rH roch. Aber wo war's gewesen? Ich stützte den Kopf hi die Hand, um ruhig nachzudenken, kam jedoch zu keinem efultat. Plötzlich indeß kam mir's wie ein Blitz, und zugleich drehte ich das aufgerissene Couvert herum und las mechanisch die Adresse. Einfach: Hermann Schmitt. Sonderbar, was konnte Loreley" mit diesem griesgrämigen alten Geizhals zu thun haben? Do-ch gleichviel, hier war erst eine Pflicht zu erfüllen. So klebte ich dann mit einem Papierstreifen den Riß im Couvert wieder zu, machte auf der Außenseite den lakonischen Vermerk, daß ich aus Versehen die Depesche erofsnet hatte, und schickte dann einen Loten mit dem Telegramm zum alten Schmitt, demselben meine Entschuld!gung mitgebend. Der übrige Tag verging sehr schnell, denn es war die wöchentliche Hauptpost u erledigen und die Löhnung für das zanze Camp" auszuzahlen. So hatte ich dann den kleinen Zwischenfall rasch vergessen, und dachte auch nicht mehr daran, als ich am Feierabend an der rohzezimmerten Blockhütte des anheimlichen alten Chemikers vorüberschritt. Doch da hörte ich ihn schon in seinem Zimmer auf und niederschreiten und die Flöte dazu blasen so weich, so wehmüthig, so voll pathetischen Schmerzes, daß ich meinen Fuß unwillkürlich hemmte und lauschte. So schön, so beweglich hatte ich den alten Schmitt noch nie sein Jnstru ment blasen hören es klang wie das Schwanenlied einer armen, gepeinig ten Seele, die Ruhe, volle Ruhe sucht und findet. Wo hatte dieser verknöcherte alte Egoist nur so spielen ae ernt, und wo nahm er das innige Gesuhl her, das in seinem Spiel sich austönte? Sonderbar! Und kopsschüttelnd ging ich weiter nach meiner Wohnung zu, wo eine gediegene Mahlzeit und ein knisterndes Kaminfeuer mciner harrte, um den inneren Menschen wieder in's rechte Gleichgewicht zu bringen. Da fiel mir die Depesche vom Vormittag ein. Was hatte es darüber für eine Bewandtniß? Ich war neugierig, und doch, welches Recht hatte ich, mich in die Privatangel?genheiten des alten Schmitt zu mischen? So gab ich die Absicht, die mich momentan durchzuckt hatte, wieder auf, und setzte meinen Weg fort. Den ganzen Abend dachte ich darüber nach, und Nachts wälzte ich mich schlaflos auf meinem Pfühl. Es war aber auch ein zu merkwürdiger Fall. Denn nunmehr war mir die wahre Bedeutung jener Depesche klar zeworden. Vor zwei Jahren, als ich meine ErNennung zum Geschäftsführer der Pentecost Gold Mining Co. erhielt, es war in San Francisco, da erwies mir der Präsident der Gesellschaft, ein jodialer Herr mit einer Neigung zum Dickbavch und zu vortrefflichenDiners, die Ehre, mich in seinem Hause nicht llein. sondern auch bei einigen seiner Freunde einzuführen. Unter den letzteren war die Loreley" gewesen. Diese war kein sagenhaftes Wesen mit goldenem Haar und grünen Nixenaugen, sondern im Gegentheil, eine Strohw'.itwe von üppigen Formen, lachender Miene und den schönsten, ebenmäßigen Jähren, die man sich vorstellen kann. Sie schien die gute Laune selbst zu sein, so sorglos und heiter lebte sie in den T?q hinein, und in ihrem Hause auf Webster Hill. wo die Soupers stets tadellos und der Heidsieck Monopole gerade genug frappirt war. wo sie mit ihrer süßen Stimme die sentimentalsien Lieder von Schubert, Kücken und Silcher sang, war's meinem Vrasidenlui offenbar am wohlsten. Eigentlich hieß sie gar nicht Loreley. sondern Mrs. Hermann Schmitt. aber mit dem gefüblvollen Vortrage des deutschen "lksliedes. das die 'Sirenenkünste der Nheinnixe feierte, hatte sie mir's und Anderen angethan, und so war ihr Name wenigstens für die intimeren
Freunde ihreZ gastlichen Hause
Loreley worden und geblieben. Mit wehmüthiger Freude erinnerte ich mich der prächtigen Abende, die ich bei Loreley in Gesellschaft meines Pra sidenten und dessen Gattin verlebt hatte. und in der Erinnerung glaubte ich ihren weichen, vollen Sopran wieder zu vernehmen, mit dem sie mein zugendliches Herz bethört hatte. Wie reizend, wie liebenswerth war sie mir uberyaupt erschienen! Und ich hatte sie, wie es wohl viele Andere in dem leichtlebigen San Francisco, wo man nicht nach der Veraanaenheit der Men schen forscht, ergangen war, für eine reiche, lebenslustige junge Frau geyalten. deren Mann wohl irgendwo im Gebirge auf dem Grunde einer ergiebigen Goldmine nach den glänzenden Goldadern forscht, die ihr das Herrliebe Leben statteten. Und nun diese Entdeckung! Dies also, der alte Schmitt, unser wegen seines filzigen Geizes berüchtigter Ässayer, war der mir stets m rathselyaster Ferne vorschwebende Gatte der aus dem Vollen schöpsenden, in Saus und Braus lebenden reizenden Frau, Welch' ein Abgrund des menschlichen Herzens that sich mir da auf! Deß halb also war Hermann Schmitt, der beste analytische Chemikn, den die Gesellschast je besessen, in dieser Elnode zum Einsiedler geworden, deßhalb also sparte und geizte er; deßhalb versagte er sich jede Freude und jeden Genuß mit Ausnahme seiner stets qualmenden Pfeife und seiner alten, mit Bindfaden zusammengehaltenen Flöte damit sein Weib, das schöne, glänzende, ihr Schmetterlingsdasein in d großen Stadt führen konnte. Seltsam! Wie mußte dieser scheinbar jedem menschlichen Gefühl unzugängliche, vertrocknete Mann dieses im Schmucke strahlender Reize prangende Weib lieben! Als ich nach dem Camp San Joaquin gekommen war, bald nach meiner Ernennung, da hatte ich auch den alten Hermann Schmitt vorgefunden, und man hatte mir die merkwürdigsten Geschichten über sein einsames, freudloses Dasein erzählt, wie er die Arbeit seiner zwei Assistenten einst übernommen und sich mit einem halbwüchsigen Jungen begnügt hatte in seinem Laboratorium, um sein Salär, das an und für sich schon bedeutend genug war denn es belief sich auf $8000 zu erhöhen; wie er sich seine Mahlzeiten auf dem Ofen seines Laboratoriums selbst zubereitet, nie spiele am Monte- oder Poker- oedr Farotisch, nie in die Coi cert- oder Tanzhallen gehe, nie einen Cent unnothig ausgebe; wie er sogar bei allen Gelegenheiten, wo selbst der ärmste Miner einige Goldstücke zu geden nicht unterließ, bei Sammlungen für verunglückte Arbeiter, bei Unterstutzung armer Wittwen oder Waisen, nie die geringste Münze beigesteuert habe. Und alles dies, die allgemeine Abneigung, die sich in Folge dessen an seine Fersen heftete, alles dies nur wegen dieses Weibes mit den lachenden, leuchtenden Klnderauqen, das nie die Roth des Lebens gekostet. Jetzt besann ich mich auch: Jeden Monat, wenn die Saläre bezahlt wurden, schickte der alte Schmktt das ganze Geld bis auf zehn Dollars an die Adresse derMrs. HermannSchmitt. Mit den zehn Dollars langte er den ganzen Monat. Doch, ich vergaß einmal jedes Jahr sandte er einen großen Check an zwei verschiedene Lebens-versicherungs-Gesellschaften. wo er augenscheinlich mit hohen Summen dersichert sein mußte. Wenn er 'mal starb, so würde das schöne Weib in San Francisco die Mittel erhalten, um ihr glänzendes Leben fortzusetzen. Armer Hermann Schmitt! Armer blinder Ehemann! Wer hätte je vermuthet, daß sich dieser schwächliche, fast zur Mumie eingetrocknete Mann mit dem kahlenSchädel und den glänzlosen Augen in jenes lachende Wesen in dem hübschen Hause auf Webster Hill hätte verlieben können! Und wie mußte er sein Weib lieben! Darüber war ich eingeschlafen, und als ich des Morgens aus wüsten Traumen erwachte, da stand ein Bote vor meinem La?er, der mir meldete, daß Hermann Schmitt die ihm am Abend zuvor überbrachten ErzProben nicht geschmolzen habe und die Taaesaröeit in der Stampfmllhle deßhalb nicht vorwärts schreiten könne. Ich kleidete mich. Uebles ahnend, hastig an und folgte dem Boten nach der Blockhütte des alten Chemikers. Auf wiederhol-j tes Klopfen keine Antwort. Auch kein Laut war im Innere zu vernehmen. Die Läden an den F?nstern waren von innen verriegelt. Rasch entschlossen ließ ich mir einen Hammer bringen, und das Schloß der Eingangsthür war mit einigen kräftigen Schlägen zertrümmert. Die Thür flog auf. Ein penetrenter, aromatischer Duft schlug uns entgegen, wie von blühenden Pfirsichen. .Zurück, zurück! Wenn Euch das Leben lieb ist," schrie ich, denn ich hatte den eigenthümlichen Geruch erkannt, der von Cyankalk, dem stärksten aller bekannten Gifte, erzeugt wird. Der Duft ist t'ödtlich, wie ich wußte, und jetzt wußte ich auch, welcher Anblick unserer harrte, da drinnen in dem dunklen, engen Raume. Die Fensterlaben waren schnell eingeschlagen, und die rauhe, scharfe Morgenluft strömte so von allen Seiten in die Hütte. Nach einigzn Minuten ungeduldigen War tens betrat ich zuerst d:n Raum. Ja. da lag er der gute Alte, mit verzerrten Zügen. Todt. Ein zerbrochenes Fläschchen verdünnte Schwefelsäure hielt die starre Hand noch krampfhaft umschlossen. Damit hätte ee. indem er die Flüssigkeit auf jenes weiße, crystallinische Pulser. vaZ dort noch auf dem Tisch- verstreut war. gegossen, das schrecklich: Gift e:zcuzt.
Wie e5 ihm, dem gewiegten Chemiker, ja nicht schwer fiel. Ich erinnerte mich.
wie ich ihn einst einen iung:n Allsten ten hatte warnen hören neaen vor witzige Experimente mit eben diesem weißen Pulver. Ringsumher laa Alles zur tägli chen Arbeit bereit die Retorten, die Schalen, die kleinen und großen Schmelztiegel, gerade wie gewöhnlich. Der Alte hatte seine Vorbereitungen sorgfältig gemacht, damit der Verdacht des Selbstmordes nicht über der That lasten und seine Wittwe wegen der Auszahlung der großen Prämien mit den Versicherungsgesellschaften nicht m langwierige Prozesse verwickeln sollte. Nach der Depesche, der verhängnißvollen, sah ich mich um. Sie war verschwunden. Der Verstorbene mußte sie vernichtet haben. Die Coroners-Jury gab denn auch einen einfachen Spruch dahin lautend ab, daß Hermann Schmitt bei AusÜbung seines Berufs verunglückt sei. Die Zeltungen rn San Francisco widmeten ihm einen kurzen Nachruf, worin viel von den Fähigkeiten des Verstorbenen, aber keine Silbe von seinen Tugenden gesagt war. Die Compagnie richtete ihrem bewährten alten Diener ein einfaches, aber anständftjes Vegräbniß aus. Und dann war's vorbei. Einige Wochen später erhielt ich einen Privatbrief von meinem jovialen alten Präsidenten, worin auch folgende Nachricht enthalten war: Madame Loreley. Sie entsinnen sich ihrer wohl noch, ist jetzt eine interessante Wittwe und sieht deshalb xt zend in ihrem Trauerkleide aus. Ich glaube, Sie könnten Ihre Chancen verbessern, wenn Sie der Dame jetzt etwas den Hof machten, denn sie soll von ihrem verstorbenen Manne eine ganz nette Summe an Versicherungsgeldern geerbt haben." So war s denn richtig die schone Frau auf Webster Hill war die lachende Erbin des Mannes, den ihre Verschwendungssucht in den Tod getrieben hatte. Ich bin nicht sein Nachfolger geworden. zrein Vnkcl Karl. Von Wilhelm Frcrking. Mein Onkel Karl war Larcdwirth und Pächter eines umfangreichen Gutes in der Provinz Sachsen. Schon als Kinder erfuhren wir aus den gelegentlichen Gesprächen unserer Eltern, daß Onkel Karl crn Temperenzler war, und ehe wir wußten, daß dies weiter nichts bedeutet, als einen Mann, der sich strengster Mäßigkeit oder Enthaltsammt m Bezug aus geistige Getränke befleißigt, umgaben wir ihn in unserer Phantasie mit dem Nimbus des Auße-gewöhnlichen und Sonderbaren. Oft waren wir Kinder eingeladen wor den, die Sommersenen anstatt m unserer staubigen Stadt auf dem grünumwobenen Gute des Onkels zuzubringen. Aber daS war immer nicht zur Ausführung gekommen, anfangs wegen dieser und jener anderen Zwischenfälle, später meinerseits aus bewußter Abneigung gegen strengen Geist der Temperenz, der in jenem Hause herrschte. Aber kein Mensch kann bekanntlich seinem Schicksal entgehen, und so schlug auch mir die Stunde. Als ich vor einigen Jahren von der heimischen Universität nach Berlin übergesiedelt war, gab es zwischen dem Elternhause und mir bald ; alleryanv lieme )lsserenzen. cnn , tp onr ? ' Vater, der selbst Nicht studirt hatte, wollte absolut nicht einsehen, daß tos Leben in einer Millionenstadt an das Portemoniiaie andere Anforderungen ' stellt, als daheim in der Provinz. Je- 1 der ehemalige Student weiß, daß man unter solchen Umständen gern darauf verzichtet, die großen Ferien im Elernbause zu verbringen, und so kam mir denn eine erneute Einladung des Onkels Karl damals recht gelegen. . Es war ein Wunderschoner Augustaa, als mich da Gespann des Onkels von der seinem Gute nächstgelegenen Eisenbahnstation abholte. j Der Empfang in dem behaglich un-! ter hohen schattigen Bäumen daliegenden Gutshause war herzlich genug. Onkel Karl und sein Sohn Gustav, ein junger Mann etwa in meinem Alter, den ich bis dahin nur vom Hörensagen kannte, entschuldigten sich, daß sie wegen der eiligen Erntearbeiten nicht selbst mich hätten abholen können und, die freundliche Tante ließ sogleich ein ausgieliges Vesperbrot in der kühlen Eßstube herrichten. Ich griff tüchtig zu, und auch das große Glas Milch die Tante hatte gefragt, ob ich Milch oder Himbeerlimonade vorziehe fand mein Durst sehr angenehm, ja, als ich es geleert .hatte, bat ich sogar noch um ein zweites. Das schien d ganze Verwandten - Corona, die mehr als Zuschauer, denn als thätige Teilnehmer mit mir am Tische gesessen hatte, nicht wenig zu erfreuen. Am vierten Tage meines Aufenthaltes trat Regenwetter ein. . Die Erntewagen mußten in den Remisen bleiben, die Leute wurden mit Häckselschneiden, Holzzerkleinern und anderen Arbeiten in Haus und Hof beschäftigt, und wir saßen auf der Veranda, deren ziemlich weit vorragende Bedachung uns vor dem Naßwerden schützte. Ziemlich einsilbig sahen wir in den Regen hinaus, der jeden von uns in seinen Absichten oder Erwartungen störte. , Etwas wie Unzufriedenheit mußte : sich deswegen auch wohl aus meinem ' Gesichte spiegeln, denn der Onkel fragte schon währmd der Morgenstunden wiederholt, ob mir etwaS fehle, und 13: nach ' dem frühstück die Tante sich in Küche und VorrathZräumen zu schaffen machte
ored Vetter Gustav von einem Knechte in den Pferdestall abgerufm wurde, lud mich 'der Onkel nach einer kleinen stummen Pcruse ein, mit ihm in sein Zimmer zu treten. Du gefällst mir heute gar nicht," begann er dort, indem er mich durchdringend ansah. ( Ich wüßte nicht," wollte ich ganz unbefangen eine Entgegnung beginnen, die jedoch der Onkel kurz abschnitt mit den Worten: .Aber, ich weiß, wo es Dir fehlt hätte mir's auch gleich denken können! Du kannst unsere Lebensweise nicht vertragen, nein, widersprich mir nicht. Ich nehme es Dir ja auch gar nicht übel. Und darum will ich Dich jetzt m's Vertrauen ziehen." Er machte sich nun an einen größeren Schrank, öffnete mehrere Fächer und entnahm ihnen eine sehr vertrauenerweckende Flasche und zwei Gläser. Das hier ist alter Portwein," sagte er, indem er die Gläser füllte. Der PostVerwalter besorgt mir davon gelegmtlich mal eine Kiste, und wenn ich täglich nach dem Frühstück so ein Gläschen trinke oder auch zwei, so übt das auf mein? Stimmung einen außerordeutlich wohlthätigen Einfluß. Na, prost!" Damit stieß er an mein Gla und that einen herzhaften Zug. ch kam regelrecht nach und dann schauten wir uns beide über die Gläser hinweg einen Moment an mit jenem wohlgefälligen Kopfnicken, das dem Stoff" das beste Zeugniß ausstellt. Er war wirklich nicht zu verachten, dieser alte Portwein aus des Onkels Geheimschrank, und das war wohl die Ursache, weswe-
gen mein Glas sich merkwürdig schnell leerte. Der Onkel blieb nicht hinter mir zurück, füllte dann die Gläser wieder und meinte behaglich: Na, das schmeckt Dir doch, scheint's, noch besser als Milch!" Gewiß," entgegnete ich. aber ich kann mir noch gar nicht erklären " Wie ein solcher Tropfen sich unter das Dach eints Temperenzlers verirrt hat?" unterbrach derOnkel meine Rede. Das will ich Dir gleich sagen. Du mußt wissen, daß ich die Enthaltsamkeit als Erbtheil aus meinem ElternHause mit bekam und da ich das Leben mir von dieser Seite kannte, so fühlte ich mich wohl dabei. Der Verkehr meiner Familie bewegte sich natürlich nur im Kreise Gleichgesinnier, dort lernte ich auch meine Frau kennen und bei Kaffee und Limonade wurden Verlobung und Hochzeit gefeiert. Durch einen Zufall aber kam ich dahinter, daß ein Glas Portwein doch eine -schöne Sache ist, und seitdem. na. Du bist heute der erste, der von dem Geheimniß dieses Schrankes erfährt und Du wirst als Mann und Corpsbursch ja wohl reinen Mund halten. Uebrigens kannst Du mich von jetzt an jeden Morgen nach dem Frühstück hier aufsuchen und 'mal amrippen; ich will doch nicht, daß die ungewohnte Enthaltsamkeit Deiner Gesundheit schadet." Damit schenkte der wackere Mann zum dritten Male ein, während ich ihm unverbrüchliches Schweigen zusicherte. Na, dann ist ja die Sache in Nichtigkeit," entgegnete er, trank aus und kramte dann aus einem Büchschen gebrannte Kaffeebohnen hervor, von denen er mir einige reichte. Die nimm in den Mund und knabbere sie auf, damit man den Wein nicht an Dir merkt," sagte er und knabberte mir mit gutem Beispiele voran. Ich war in gehobener Stimmung. Der Wein hatte mich mit angenehmer Wärme durchströmt und die Aussicht, jeden Morgen ein so nettes Nachspiel des Frühstücks zu erleben, erfüllte mich mit Behagen. So kam das Mittagessen heran, das nach guter ländlicher Sitte bald nach 12 Uhr eingenommen wurde. Es gab u. A. ausgezeichneten rothen Kohl, mein Leibgericht, dem ich alle Ehre angedeihen ließ. Als ich dann bald nach Tisch so zufällig einmal vor der offenen Thür der Vorrathskammer vorbeischlenderte, winkte mir die Tante und ich trat ein. Hör' mal, Wilhelm," begann sie, es klingt ja sonderbar, aber ich glaube. Du hast heute von dem Kohl doch etwas zu viel gegessen." Ich wurde roth bis über beide Ohren. Die Tante aber, die meine Verlegenheit bemerkte, fuhr rascher fort: Ach, so ist das ja nicht 'gemeint ich fürchte, nur. Dein Magen wird Dir Unbequemlichkeiten bereiten, wenn Du ihm nicht ein wenig entgegen kommst." , Mein Gesicht muß wohl so ziemlich ; das Gegentheil von Schlauheit ausgedrückt haben, denn ich konnte durchaus nicht einsehen, was die Tante denn eigentlich meinte. Diese aber drückte die Thür in's Schloß, wandte sich dann einem kleineren Nebenraume zu und kehrte von dort alsbald mit einer dunkein vierkantigen Flasche zurück. Mein Hausmittel," erklärte sie, davon nehme ich hin und wieder ein Gläschen. Es braucht im Hause natürlich Niemand 'davon zu erfahren. Du weifet ja Bescheid. Aber wenn Dir mal mcht so ganz recht im Magen sem , sollte, so komm nur zu mir, mein Junge. Nach Tisch findest Du mich immer hier, und dies Hausmittel ist . wirklich gut." I Da hatte nun die Tante in der That recht. Es war echter Venedictiner! Das Gläschen, das wir in verwandtschaftlicher Eintracht abwechselnd leerten, hatte freilich nur kleine Dimensionen; aber dafür wurde es entsprechend oft gefüllt, und die Tante freute sich offenbar, in mir einen Mitschuldigen und verständigen Kenner derartiger Giüsse zu finden. Ich erfuhr ganz genau die Bezugsquelle, auch wurde ich in die unauffällige Art eingeweiht, wie die alte treue Votenfrau die Conirebände einschmuggelte, und als ich riach einem halben Stündchen deZ Geru
ches wegen mit einer Gewurznelke im Munde den geistvollen" Vorrathsräum verließ, um die etwas schwer werdenden Augenlider durch ein kleines Mittagsschläfchen wieder wacher zu machen, da lächelte ich still vergnügt vor mich hin. Aus dem Mittagsschläfchen wurde ein regelrechter Schlaf. Ich erwachte erst, als Vetter Gustav in meinem Zimmer erschien, um sich wegen, meines Nichterscheinens beim Vesperbrote nach mir umzusehen. Man kann freilich bei diesem miserablen Wetter gar nichts Gescheidteres thun als schlafen, sieh nur, wie -es in einem fort so sachte w:iterrcgnet," mehrte er. Ich bestätigte das gähnend, worauf der Vetter mit geheimnißvoller Miene fortfuhr: Aber ich wüßte für uns beide vielleicht einen kleinen Trost," und dabei machte er mit Kopf und Fingerspitzen die bezeichnende B:wegung des Trinkens. Hatte ich recht verstanden? Also auch n! Den Zeigefinger quer auf die Lippen drückend, nahm er mich beim Arm und führte mich in seine Stube. Sieh Dir mal meine Vüchersammlung genauer an," begann er dort, sich augenscheinlich an der Verständnißlosiakeit weidend, mit der ich dieser Aufforderung nachkam. Das muß man anders machen," fuhr er dann lachend fort. Erst das vollständige Durchdringen der Wissenschaft führt zum wahren Genusse!" Und damit räumte er drei Bände Naturgeschichte bei Seite, öffnete eine da-
hinter verborgene Klappe und schwenkte gleich daraus triumphirend eine Fla sche mit goldigem Inhalt vor meinen Augen. Was ist das?" Mir schien es Cognac zu sein, und eine nähere Prüfung ergab nicht nur, daß es der Etiquette nach Hmnessy mit fünf Sternen" war, sondern meine in Berliner Caf6s theuer genug erworbene Kennerschaft bestätigte auch beim Kosten die erfreulicheUebere'mstimmung zwischen äußerem Schein und innerem Werth. Bei den Soldaten gewöhnt man sich dergleichen an," glaubte der Vetter entschuldigend vorbringen zu müssen Nur dürfen um des Himmels Willen die Eltern nichts davon erfahren, denn bei ihren strenqen Ansichten " Ich weiß schon," versetzte ich lächelnd. hütete mich aber wohl, meinen Gedanken weiteren Ausdruck zu geben. Seitdem aber betrachtete ich alle Temperenzler mit einer gewissen Neugierde. Ich möchte ihnen gern an de? Nase ablesen, ob sie sich mit Portwein, Venedictiner oder Cognac die Enthaltsamkeit geistiger Getränke zu erleichtem suchen. Gin Verächter der Statistik. Ein Engländer von Rang schrieb an einen ihm bekannten mohammedanischen Beamten und bat um verschiedene statistische Angaben über die Bevölkerungszahl der Stadt, in welcher er sich aufhielt. Die Antwort lautete folgendermaßen: Mein erlauchter freund, o Freude meines Lebens! Das, worum Du mich fragst, ist schwer zu beantworten und außerdem ist e5 nutzlos, wenn ich es thäte. Obgleich ich selbst Zeit meines Lebens in dieser Stadt wohne, habe ich weder die Häuser gezählt, noch mich nach der Zahl der Bewohner erkundigt, womit der Eine seine Malthiere belastet und der Andere sein Schiff befrachtet, geht mich nichts an. Die frühere Geschichte der Stadt weiß Allah allein, nur der Himmel weiß, wie viel Schmutz und Verwirrunq hier geherrsch! haben mag, ehe das Schwert des Islam die Ungläubigen vertrieb. Es hätte keinen Zweck, darnach zu forschen. O, meine Seele, o, mein Lamm, erkundige Dich doch nicht nach Dingen.' welche Dich absolut nichts angehen. Du kommst zu uns und wir heißen Dich willkommen. Friede sei mit Dir!" - i Abgeblitzt. Fräulein Ella, ich liebe Sie! .. Ich liege zu Ihren Füßen ich bin Ahr Sklave!" Nun denn, ich will Sie als meinen Sklaven betrachten ich schenke Ihnen die Freiheit!" Aus dem K a s e r n h o f. Donnerwetter, Müller, Sie stehen wieder da wie ein kritischer Tag erster Ordnung! Und der Einjährige dort hat eine Haltung wie ein gestürzter Pegasusreiter! Dichten wohl für heute Abend einen Trinkfpruch?! Der konigliche Exerzierplatz ist aber, kein Dichterwald! Berstanden?" Zu gewissenhaft. Bei der Berufszählung führte sich ein höchst g.'wissenhafter, aber auch zerstreuter Professor in seinem Zählbogen unter der Rubrik: Vorübergehend abwesende Personen" auf. Ein kleiner Egoist. Mutter: Karl, gib doch Deinem Schwesterchen auch ein Stück Wurst! Getheilte Freude ist doppelte Freude!" Karl:Das . schon! Aber getheilte Wurst ist nur halbe Wurst!" Bei einer Straße n absperrn n g. Schutzmann: Hier darf Niemand durch!" Journalist: Ich habe aber eine Erlaubniß vom Polizeipräsidenten." Schutzmann: Schriftlich?" Journalist: Nein, eine mündliche." Schutzmann: Zeigen Sie sie vor!" Doch etwas. Herr: Kann man denn den Negern diese abscheuliche Menschenfresserei nicht abgewöhnen? Missionär: Das kann man noch nicht erreichen, aber idaß sie sich nach jeder solchen Mahlzeit die Zähne bürsten, das haben wir doch schon erreicht.
Schuldlos vcrurtheilt. Erzählung auZ dem Leben.
Wieder einmal erscholl wüstes Lärmen und Toben aus einer der zahlreichen Matrosenschenken, stromabwärts der, großen London-B rücke. In der ausschließlich von italienischen und spanischen Seeleuten besuchten Schenke war Streit auszebrochen. Ein Knäuel verschlungener, kämpfender Bestien, das Gaslicht erlischt dielleicht vom Wirthe abgedreht,' um ein Ende zu machen. Ein lauter Schrei, und die D!enge wälzt sich durch die aufgerissene Thü? in's Freie. Auf dem Fußboden liegt röchelnd ein junger Bursche, ein Messer in der Brust. Nun war die Polizei rasch zur Hand. - Auch der Thäter war bald zur Stelle geschasst. DaS Messer, mit dem das Verbrechen verübt wurde, gehörte 'dem Vollmatrosen Pietro Lesart von .der sicilianischen Barke .Sanra Margherita". Noch am selben Abend war er dingfest gemacht. Vom Polizeirichter vor das Schwurgericht gewiesen, stand Pietro verwirrt und betäubt da. Er verstand kaum ein Wort Englisch; der Dolmetscher an seiner seiie mochte wohl zur Noth ein akademisch richtiges Italienisch vevstehen, doch konnte er den sieilianischen Dialect, den der An geklagte sprach, nicht beherrschen. Bei allem Bestreben nach unparteiischer Gerechtigkeit, das sie beseelt, sind englische Nichter und Geschworene nicht geneigt, ihre Zeit bei aussichtslosem Wortgeplänkel zu vertrödeln. Der ob. jective Thatbestand laa klar zu Taae. Die Zeugenaussagen lauteten bestimmt. Der Erstochene, sowie der Angeklagte waren an dem lrilischen Abend in der Schenke gewesen und hatten an dem Raufhandel theilgenommen. Wohl hatte niemand gesehen, wer den tödtlichen Stoß geführt, denn es herrschte bereits die tiefste Dunkelheit, allein die Mordwaffe gehörte unzweiselhaft oem 'tro xqaxi, und als er gleich darnach verhaftet wurde, trug er keil. Messer, während italienische Matrosen sonst nie ohne ein solches zu finden sind. Die Geschworenen steckten nun die Köpfe zusammen und gaben, ohne den Verhandlungssaal zu verlassen, chr ein -stimmiges Urtheil ab: schuldig! Der Richter, W. Langton, verurtheilte dem Gesetz gemäß den Ange klagten dazu, am Halse aufgehängt zu werden, bis daß er sterbe. Pietro hatte den ganzen Vorgang nicht begriffen. Hilflos sah er sich um. Daß er zum Galgen verurtheilt sein sollte, konnte er nicht fassen. In dem hastenden Treiben des Lon doner Lebens kann es auch für ernste Geschäftsleute Viertelstunden geben, in denen sie vielleicht nur zwischen zwei geschäftlichen Unterredungen ihre Zeit nicht recht zu verwenden wissen. Der Großkaufmann I. B., ein Italiener von Geburt, hatte an dem betreffenden Verhandlungstage einen solchen freien Moment und war, ohne andere Absicht als diesen zu verbringen, in den Gerichtssaal getreten. Dieser Zufall entschied über die Ehre und das Leben Pietro Lesari's. Ein unbestimmtes Etwas in der Physiognomie des Angeklagten hatte den Kaufherrn sympathisch berührt. Es war sein Landsmann. Er trat auf ihn zu, sprach ihn an und frug nach den Vorgängen die Pietro aus die Anklageliank geführt. In Accenten, deren Wahrheit ihn erschütterte, betheuerte Pietro seine Unschuld. Nicht er sei der Mörder, sondern ein Matrose eines andern italienischen Kaussahrers, Carlo Dalgeri, dem er am selben Tage sein Messer verkauft habe. Herr I. B., auf das Tiefste ergrif fen und überzeugt, daß ein Unschuldi ger verurtheilt worden sei, versäumte keine Zeit. Eine Eingabe an den Lordkanzler sicherte den Aufschub der Be'stätigung des Todesurtheiles. I. B. selbst machte sich an d:e Aufgabe, den wahren Schuldigen aufzusuchen. Dalgeri war an Bord des Rada-1 mante" nach Liverpool abgesegelt. Er folgte ihm dahin und es gelang ihm, nach Ueberwindung großer Schwierig-' leiten, den Matrosen aufzufinden. Und e gelang ihm mehr. Dalgeri konnte seiner aus warmem Herzen kommenden Beredsamkeit nicht widerstehen. Er legte vor dem Polizeirichter in Liverpool ein volles Geständniß ab. Die Zeugen des Handels durch den das Messer Pietros in seinen Besitz überging, die Kameraden waren zur Stelle. ; An der Hand dieser Beweise zögerte' der Lordkanzler nt lange. Eine Wiederausnahme des Verfahrens kennt die englische Gesetzgebung nicht. Ein rechtskräftig Verurtheilter bleibt der Schuldige, er kann gesetzlich nicht rehabilitirt werden. Man begnadigt ihn. So geschah es mit Pietro Lesari, der seine Befreiung nur dem zufälligen Umstände zu danken hat, daß ein italienisch sprechender, müßiger Zuschauer einige beschäftigungslose Minuten durch das Anhören einer Gerichtsverhandlung ausfüllen wollte und daß dieser Zuhörer ein Mann von Herz und Energie gewesen, der es un ternahm, nichts unversucht zu lassen, um ein bedrohtes Menschenleben zu retten. U'm schrieben. Herr: Wann hat denn Vater, der Herr Sanitätsrath.SprechstuNde, gnädiges Fräulein? Fräulein: Papa von 45 Uhr Nachmittags, Mama aber jederzeit. j Höchster Küchen stolz. Dienstmädchen: Gna' Herr, dös sag' i' Eahner gleich, d' Frau hat mi' be leidige. - Entweder sie geht aus dem Haus' oder i'l" j
Geflügelte Worte aus der Vogel wett.
Von Julius Stettenheiin. Merkwürdig-, flötet die Nachtigall, ich bin nie heiser, und doch nennt mau mich Sängerin!" . Ich kann krähen," fagt stolz der Hahn zur Krähe, aber du kannst nicht kikerikien." Diebisch währt am längsten", belehrt ein Rabe seine Jungen. Immer nobel!" ruft der Kuckuck, wenn er feine Eier in ein fremdes Nest legt. Durch mich", prahlt die Eule, ist Minerva daS Sinnbild der Weisheit." Was wäre die Presse ohne uns!" rufen selbstbewußt die Enten. Wie würden die Menschen lachen," sagt ärgerlich das Huhn, wenn ich jedem Bauer Sonntags einen Heinrich den Vierten in den Topf wünfch- ( Noch hat das Kapital nicht eine einzige Gans vom Untergange geret-' tet," schnattern vorwurfsvoll dieGänse, wenn sie aus den Markt getrieben wer den. Ein Rad schlagen wie ich kann jeder," meint btz Pfau, aber nicht so singen." Uns verdankt der Sänger Jbylus seine Unsterblichkeit", behaupten die Kraniche. Ein freies Leben führen wir", flö-. ten die Dompfaffen im Bauer. Es wäre doch recht bequem, wenn uns die Menschen die Jungen brächten", sagt der brütende Storch. Kein Vogel ist so sanft wie ich" versichert die Taube, wenn sie ein In sekt verschlingt. Man muß auch was für die Fern-, schecker thun", sagt die . Schnepfe. m dem sie Dreck produzirt. Jeder Zoll ein Lear!" ruft bedeuiend der Zaunkönig. In ihrem höchsten Liebesglück sprachen Romeo und Julie von mir!" trillert selbstbewußt die Lerche. Wenn ich satt bin, thu' ich keiner Fliege 'was!" schwört der nimmersatte Sperling. Als Schiller schrieb: Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an, Wenn man den sichern Schaß im Her zen trägt", da hat er an mich gedacht," versichert der Kiebitz. So kleine Füße wie ich hat kein Adler", lispelt kokett der Kolibri. Es ist nicht wahr, daß ich mir die Brust aufschlitze, um mit dem Blute meine Kleinen zu nähren." versichert, der Pelikan. Aber es wird ja allgemein gefagt.also muß doch etwas Wal)', res daran sein." Wie kommt mir solcher Glanz in meine Hütte?" citirt die Elster, wem? sie einen silbernen Löffel in ihr Nest frlrrrrryr fitl i k VMV4 J Ich bin die Wahrheit, denn ich habe lange Beine", sagt stolz der Fla'mingo. So klug, wie man aussieht, kann man überhaupt nicht sem," meint der Gimpel. Jedem das Seine!" poltert der Truthahn, wenn er einem andern etwas wegschnappt. Die Katze ist ganz verliebt in meinen Gesang," schmeichelt sich der Kanarienvogel. Was mich ärgert, ist, daß man bei aller Zurückhaltung dem Aas nicht ausweichen kann," heuchelt der Kondor. Und wenn die Menschen noch so gut schmeckten," schwört das Rebhuhn, ich würde dennoch keinen tödten und ausessen." Die Sage vom Hl. Sarkls. Bei den Armeniern gilt der heilige Sarkis als der Schutzpatron der Jungfrauen. Eine Woche vor feinem . Geburtstage beginnen die schönen Armenierinnen zu fasten. Sie essen taglich nur einmal und auch da nur Früchte. Am letzten Tage essen sie nichts weiter, als vor dem Schlafengehen ein Stückchen gesalzenes Brod. In ' der Nacht erblicken sie dann ihren Zukünftigen im Traume. Wie der heilige Sarkis 'zu dem Amte des Liebespatrons kam. erzählt eine Sage. Danach erschien ihm einmal Gott im Traume und sprach: Du bist immer ein frommer Mann gewesen, darum will ich Dich schon auf Erden belohnen. Ich will Dir eine Macht verleihen, die noch kein Mensch besessen hat; wenn Du eine reine, schuldlose Jungfrau siehst, die gern heirathen möchte, fo flehe in ihrem Namen zu mir, und ich werde ihr einen Gatten lX'scheeren." Als der heilige Sarkis erwachte, wollte er seine neue Macht gleich prooiren. Er ging in .die Stadt und suchte eine reine Jungfrau, die gern heirathen wollte; er hatte sie bald gefunden; da bat er in ihrem Namen zu Gott um einen Gatten, und noch am selbigen Tage kam ein stattlicher Mann durch 01 ... tit flrnltl V? seil ijll yiuutil uuy iyiu.uuy.ts. vt schöne Jungfrau. Von da an zog der (cZnrfii Sitr4 Vu tini ituiyt wuiii vuiuf tttigw w.., und überall in Stadt und Land, wo eine reine Jungfrau einen Gatten wünschte, erhielt sie denselben durch sein Gebet. Einmal kam der Heilige aber in eine Wüste und traf dort eine Büßerin, die viele Freier betrogen hatte und durch die harte Buße noch gern einen Gatten erringen wollte. Ihre aufrichtige Reue erbarmte den heiligen Sarkis und er s!:hte auqjurjrt zu Gott um einen Gemahl." et wurde zwar erhört, denr Nann kam noch am selber?' ,. die Wüste und heirathete Ä rin; der Heilige aber mußte seinen Ungehorsam schwer bun Fiinfiift rtSr? Vnrtnpr nT3 tfrnr . . i""ij'3 r) "7 -w ... ? . - sprünglich beschieden war, auf der Erde ' verbleiben. -
