Indiana Tribüne, Volume 19, Number 53, Indianapolis, Marion County, 10 November 1895 — Page 9

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i Jnvians Tribüne. iutä& Santa Madonna' Von Robert Kraft. In der Westclty 8?nl' itf ein Cafe gelegen, dessen palaiZaige. Einlichtung nur zur Bewirthung von Fürstlichkeiten oder doch wenigstens von den Reichsten des In. und Auslandes bestimmt zu sein scheint.- Der mit dem Zwecke dieses Cafehauseö unbekannte Besucher wird sich aber höchlichst verwundern, dort eine Eesellfchast von Gästen in geschäftlichen Gesprächen zu finden, wie er sie bunter zusammenge-roü-rfelt wohl selten getroffen hat. Geckenhaft aufgeputzte Gentlemen im terhalten sich im vertraulichsten Tone mit Leuten in fadenscheinigen Kafta nen; wohlgenährte Herren, deren An züge den ersten Modemagazincn Lon donS entstammen, den in England un vermeidlichen Zylinder auf dem Kopfe, schämen sich durchaus nicht, Individuen mit den ausgesprochensten Abenteurer Physiognomien, welche besser in ein verrufenes Spielcafe passen würden, wohlwollend auf die Achsel zu klopfen oder aar Arm in L.'rm mit ihnen durch den Saal zu promenircn. Aber gerade unter den. unscheinbar ftcn Gestalten sind einige, welche alle tiefe Kaffee schlürfenden, schwatzenden und Geschäfte abschließenden Menschen beherrschen, bei deren Erscheinen ein Flüstern im Saale entsteht, und deren Urtheil unwiderruflich gilt es sind die Tiamantenfürsten, die sich hier, dem Weltmarkte der Edelsteine, von Zeit zu Zeit einsinken. Tie interessanteste Figur ist jedenfalls jener kleine, battlose Geselle mit den. krummen Beinen, der. mit seinem ewigen, höhnischen Grinsen in dem b aunlei einen Gesicht, die Hand: in den Hosentaschen, einem stutzerhaft geklei deten Manne zuhört. Es ist Mister Voung, von Geburt ein Vankee, der sein Glück als Branntweinkrämer in Südafrika gemacht hat. Er könnte er zählen, wie er einmal einem Schwarzen ein großes Glas Rum einschenkte und als Bezahlung dasselbe Glas mit rohen Diamanten gefüllt bekam, oder wie sein Compagnon, von den Speeren der Kaffern durchbohrt, neben ihm zu Bo den sank und er Besitzer seines vollen Lederbeutels wurde. Obwohl Mister oung seit Jahren seine gefährlichen Expeditionen aufgegeben hat und nur noch von einem Tiamantenmarkt zum andern reist, um sür die geschliffenen Steine Liebhaber zu finden, thut er doch noch gerade so, als habe er nicht mit civilisirten Menschen, sondern mit Kaffern und Hottentotten zu feilschen; nicht einmal sein Aeußeres zu ändern hält er der Mühe werth. Der .carrirte Buckskinanzug sieht aus, als hätte ihn Mister Poung schon in den Steppen Afrikas getragen, und einen Kragen, Shlips oder Schnupftuch braucht er hier in diesem Prachtsaal ebensowenig als auf seinem Ochsenkarren Geld, Geld und noch einmal Geld ist bei ihm die Losung, alles Andere ist Neben fache. Eines Tages waren die Gäste des Cafes besonders zahlreich vertreten und alt in fieberhafter Aufregung. Ein holländischer Tiamantenhändler war eingetrosten und bot eine große Anzahl der schönsten Steine zum Verkauf aus. Ab und zu ließ der schon ältliche, de häbige Holländer seine Hand im Busen verschwinden und zeigte auf Wunsch einen oder den andern Stein, welcher stets die Begierde bei den Kennern her.vorrief; selbst Mister Voung verlor beim Anblick eincS solchen Diamanten einmal seinen höhnischen Gesichtsausdruck und musterte ihn durch die Lupe lange mit unverhohlener Bewunderung. Am ersten Tage hatte der vorsichtige van Decken noch kein einziges Geschäft abgeschlossen, er begnügte sich, die Steine bereitwilligst bewundern zu las sen und wartete ruhig aus höhere An geböte um dann das Doppelte zu verlangen und ein Viertel des Preises sich wieder abhandeln zu lassen. Fast gleichzeitig mit van Decken war ein Mann auf der Börse eingetroffen, der dort zuin ersten Male gesehen wurde, von kleiner schwächlicher Gestalt, gebückt gehend und immer etwas hüstelnd, wie überhaupt das gelbe, runzlige Gesicht ein inneres Leiden verrieth. Die ganze untere Partie des Gesichts war von einem leicht ergrauten, langen VoUbart verhüllt, und der Fez saß bis auf die Augenbrauen in der Stirn.Ibrahim Effendi, wie er sich nannte, ließ sich von verschiedenen Händlern Steine vorlegen, und da sich nach und zach das Gerücht verbreitete, daß er im Austrage einiger orientalischen Großen die kostbarstenDiamanten erstehen sollte, und er auf Fragen, durch geheimniß volles Schweigen öder dunkle Redens arten daZ Gerücht bestätigte, so warder Türke. immer von Händlern umdrängt. Aber nicht? schien dessen Erwartungen z befriedigen, bis e? endlich dem van Teeken in gebrochenem Englisch er. klärte, die ihm gehörenden Steine lie. ßen nichts zu wünschen übrig. Wenn er. van Decken, eine genügende Anzahl von Diamanten mit sich führe, ließe sich wohl ein gutes Geschüft, abschließen, wobei beide Theile befriedigt sein wür den. Van Decken war hoch erfreut und ging darauf ein, dem Türken am an der uMorgen in dessen elegante ,Woh. nung in derselben Straße gelegen, in der sich das Cafe besand, zu folgen. TaS Haus war ein privates Hotel und wurde ganz besonders von den aus allen Ländern zugereisten Diamanten Händlern benutzt; auch von Decken hatte dort sein Quartier aufgeschlagen. Jede Zimmerthür war oben mit einem Glas ienper versehen, so daß sich ein änsst.

II er Mann nicht 'e! ht vor einem Ee wallakt zu fürchten brauchte, denn auf dem Korridor eilten beständig Fremde oder Hausdiener auf und ab und am wenigsten fürchtete der muskulöse van Teeken den schwächlichen Türken. Ibrahim ließ sich den Schatz des Hol länderö auf dem Tisch ausbreiten, und das Feilschen begann Da hörte ein Kellner im Geschäfts, zimmer Ibrahims Hülferufe erschallen. Er sah durch das Fenster und erblickte den Holländer, wie er händeringend und gleich einem Wahnsinnigen auf und ab rannte. Der herbeigerufene Wirth hielt es vorsichtiger Weise, im Falle, daß man es mit einem Geistesgestörten zu thun habe, für nöthig, nach einem Eonstabler zu schicken. Die verschlossene Thür wurde mittetst eines Nachschlüssels e zffnet, und nun erfuhr man, daß van reken, als er sich nach dem herunter geflllenen Diamanten gebückt hatte, oon dem Türken plötzlich einen fürcht baren Schlag auf den Kovf erhalten habe, wie der Holländer meinte, wahr scheinlich mit einem Gummischlauch, -und als er aus seiner Betäubung er wachte, war der Türke nicht nur mit den auf dem Tische ausgebreiteten Diamanten verschwunden, sondern der BeV raubte vermißte auch die übrigen werth vollen Steine, welche er in einem Beu tel auf der Brust getragen hatte, sowie eine große Summe Banknoten. Den Verlust gab er auf über 50,000 Pfund Sterling an. Tie sofort herbeigeholte Kriminal Polizei stellte ein Verhör mit allen an, welche sich um diese Zeit aus den Kor ridoren oder im Portal des Hotels be funden hatten, aber Niemand wollte einen Türken das Haus haben verlassen sehen. Alle Bahnhöfe, alle Schisse wurden unter die genaueste Kontrolle gestellt, die Polizei septe alle ihre Appa, rate in Bewegung, um den leicht zu er kennenden alten, hustenden Türken zu fassen, aber die nächsten drei Tage brachten keinen Erfolg. Ibrahim Es fendi war verschwunden, und man konnte nur annehmen, daß er sich in irgend einem Schlupfwinkel Londons versteckt halte und eine Gelegenheit zum Entfliehen abwarte. Jedenfalls hatte man es hier mit einem ganz geriebenen Verbrecher zu thun, welcher diesen Dieb stahl schon längst vorbereitet hatte, denn in den von ihm bewohnt gewesenen Zimmern war auch nicht der geringste hinterlassene Gegenstand zu finden. und beim Aufbrechen seines großen Koffers zeigte es sich, daß dieser nur Heu und Steine enthielt. Im Speisesaal eines der ersten Hotels Liverpools saßen kurze Zeit darauf spät am Abend ein Herr und eine Dame an einem Tisch für sich und nahmen unter fröhlichem Geplauder die Nachtmahlzeit ein. Die leise, kosende Weise, wie sie sich unterhielten, brachte jeden Beobach ter auf den Gedanken, daß er hier ein auf der Hochzeitsreise befindliches Ehe paar vor sich habe. Der Herr, eine stattliche Erscheinung, Mitte der Drei ßiger, mii keckem, hellblondem Schnurr bart, war in ritterlicher Galanterie um seine Dame bemüht, und diese war wirk lich seiner Huldigungen werth. Die schlanke, zierliche, aber dennoch üppige Figur zeigte in ihren Bewegungen eine Sicherheit und Grazie, zugleich aber auch eine Lebhaftigkeit, welche das Auge entzückte. Schön konnte man sie gerade nicht nennen, dazu waren die Züge etwas zu knabenhaft, aber die schwar ;en, funkelnden Augen, der sammet braune Teint, das üppige, schwarze Haar, hinten in einem Knoten zusammengewunden, stempelten sie so recht zu :inem Kind des Südens, das mit sei ner wilden Leidenschaftlichkeit den kal ten Nordländer bezaubert Das eng inliegende Kleid mit langer Schleppe ;eigte eine etwas auffallende, aber ge 'chmackvolle Farbenzusammenstellung lnd Form, ebenso wie der breitkräm nge Strohhut mit weißen Straußenedern keck auf der Seite saß. Sie waren erst vor einem Tage im Y?tel angekommen und schienen ein schiff zu erwarten, denn sie hatten an ;?legentlich die Fahrpläne der Dampfer tudirt. Mister Harrlington, Plan cagenbesitzer in Brasilien, und Gemah lin, hatte er in's Fremdenbuch geschrie den; er bewohnte mit der Dame zusam men zwei Zimmer im ersten Stock. Die Dame hatte den übrigen wn:i gen Gästen den Rücken gekehrt, nnrf aber jedesmal beim Oeffnen der Thüre Dem Eintretenden aus Neugierde einen schnellen Blick zu, ohne sich dabei in ihrer leisen und, wie es schien, recht munteren Unterhaltung stören zu lassen. Ein neuer Gast betrat den Salon, setzte sich nicht weit entfernt von dem Pärchen an einen Tisch und vertiefte sich nach Bestellung einer Limonade in oie neuesten Sportbericht.' Auf einmal zückte er zusammen; ein von Lacken begleiteter, halblauter Ausruf war der Tame entschlüpft und ließ ihn das Zei tungsblatt weglegen, einen Blick auf die Sprecherin werfen, dann aber gleich wieder unbekümmert weitcrl?sen. Nach einigen Minute trank 'er sein Glas Limonade aus, bezahlte .den Kellner und verließ das Lokal, ohne den Beiden nnen weiteren Blick zu gönnen. Auf der Straße erkundigte er sich bei )em ersten Konstabler nach der nächsten Polizeiwache und schlug eiligst den be chriebenen Weg ein. Eben bog er um vie letzte Ecke, die ihn von der Wache trennte, als er mit einem kleinen, ein fach gekleideten Herrn zusammenrannte, aber ehe er noch ein Wort der Entschuld! zung hätte sagen können,' hatte ihn der Andere trotz der Dunkelheit erkannt und rief: Halloh, Mister Hammond, das .nenne ich ein Zusammentreffen! Kommen Sie eztra deswegen von zen seits des Oceans hierher, um mich über den Haufen zu rennen?" Und er streckte ihm lachend die Hand entgegen; es war ein Detektive, welcher sich eben dienstlich in Liverpool aushielt, und zwar eben derselbe, aus dessen Munde der Erzähler die Einzelheiten dieser Geschichte erfubr.

HlVWSTffS!

Em Glück, baß Sie der Zufall ge rad jetzt mir in den Weg führt," sagte erfreut der mit Hammond Angeredete und schüttelte dem Detektive die Hand. Soeben wollte ich auf der Polizei eine Änzeige machen, welche vielleicht von großer Wichtigkeit ist. Jetzt, da ich Sie getroffen habe, können Sie mit Ihrer Erfahrung mir die Sache abneh men Haben Sie für eine viertel Stunde Zeit mich anzrhören?" Gewiß, wenn es Etwas zu fangen fttbt, habe ich Tag und Nacht Zeit erwiderte der Detektive. Hammond nahm, seinen Arm und begann ohne Weiteres zu erzählen, während sie langsam eine menschenleere Straße auf und abgingen. Sie wissen, dah ich bis vor einem Jahre die Bereinigten Staaten als Pferdehändler bereiste. Mein Beruf brachte mich nicht nur mit Sportsleuten zusammen, sondern auch häufig mit Eircusbesitzern und Artisten. So )atte ich auch einmal mit dem Direktor einer wandernden Kunstreitergesellchast, welche damals gerade in New Jork gastirte, eine Lieferung von Pfer den abzumachen, und da so einGeschäft nicht gleich abgeschlossen ist, sondern mit Besichtigung und Reiten der Thiere ein Tag nach dem anderen hingeht.' machte ich auch genauere Bekanntschaft mit dem Personal, wohnte ihren Vorstellungen bei und nahm nach diesen auch an ihren Soupers Theil. Es kam sehr viel darauf an, daß die Kunstreiter und Reiterinnen, welche später meine Pferde benutzen sollten. Über diese beim Probereiten ein gün stiges Urtheil abgaben, und so ließ ich es denn bei den Abendmahlzeiten an Wein und Sekt nicht fehlen, wofür ich auf Gegendank rechnen durfte. Die beste Kraft der Gesellschaft war ohne Zweifel der Voltrgeur, ein gewis ser James Gregory, oder, wie er sich mit seinem Künstlernamen nannte, Antonio. Er sollte aus einer guten, amerikanischen Familie stammen, von einer italienischen Mutter, und eine sorgsame Erziehung genossen haben, aber wegen schlechter Streiche in Geldangelegenheiten von seinem Vater ver stoßen worden sein. Man erzählte sich von ihm, daß er erst, ach der Versioßung aus dem Hause, in einer klei nen Srngspielhalle als Charakterdarstelle? und auch öfters in Damenrollen aufgetreten sei, wozu sich sein hübsches, mädchenhaftes Gesicht, die hohe, vibri--rende Stimme und seine biegsame Ge statt, in der statt Knochen Sprungfedern zu stecken schienen, sehr gut geeig net hätten. Jetzt war er in dieser Gesellschaft als Voltigeur engagirt und leistete auf ungesatteltem Pferde ganz Erstaunliches. JameS Gregory wurde aber weder bei diesem Namen noch Antonio geru fen, sondern hieß allgemein bei seinen Kollegen Santa Madonna", weil er diesen Ausruf als ein Zeichen der Freude, des Erstaunens oder auch als eine Verwünschung fortwährend im Munde führte. Vielleicht war ihm die Bezeichnung Heilige Madonna- oder kurz Madonna" darum ironisch gegeben worden, weil er ein sehr wüstes, unmoralisches Leben führte und seine frühere Thätigkeit als Damendarsteller bekannt war. Ich konnte den frivolen Burschen nicht ausstehen und mußte mich doch gerade mit ihm, der wegen seiner Geschicklichkeit im Reiten auf die übrigen Mitglieder eine gewisse Autorität ausübte, sehr viel abgeben. 5twa ein halbes Jahr später reiste ich nach einer Plantage in der Nähe von Ct. Louis, deren Bescher. Mister mir einige Pferde abgekauft und mir noch aufgetragen hatte, wenn ich in Besitz eines besonders werthvollen Thieres kommen sollte, ihm dies mitzubringen. Mister X. war erst seit kurzer Zeit verheirathet und wollte seine Gemahlin, eine kühne Reiterin, mit dieser Geschenk überraschen. So hatte 'ich außer den bereits gekauften drei Pferden noch ein viertes, eine prachwolle, arabische Stute, bei mir. Mister X., seinen Namen muß ich verschweigen, empfing mich auf dem etwa zwei Stunden von seiner Villa entfernten Bahnhofe und war mit dem Kaufe des Araber sofort einverstanden. Wir langten auf der Plantage an, und wahrend meine beiden Reitknechte in dem von einer Fenz einge schlossenen Vorhofe die Zügel der vier Pferde hielten, von denen nur der Äraber ungesattelt war, lud mich der Herr ein. im Hause eine Erfrischung einzunehmen. i Kaum waren wir in das Empfangs zimmer getreten, als auf einmal die Hilferufe eines Weibes durch das Haus gellten. Mein Wirth verliert plötzlich alle Farbe und stürzt aus dem Gemach. Ich folge ihm mechanisch und erreiche eben den Korridor, als eine weibliche Gestalt an mir vorbeischießt und zur Hausthür hinaus. Wie ich im nächsten Augenblick ebenfalls vor die Thüre trete, ist mir doch, als sollte ich zur Bildsäule werden. Da steht mein Reitknecht und streckt noch die Hand aus, in welcher er den Zügel des Arabers gehalten hat, und dieser selbst fliegt eben, mit einem Weibe dem sattellosen Rücken, über die zwei Meter hoe Fenz hinweg. Wie. ich noch halberstarrt dastehe, stürmt Mister X. durch den Korridor, schleudert' mich aus dem Thürrahmen, sitzt im nächsten Moment . auf dem Rücken eineS anderen meiner Pferde und schreit wie außer sich: Jhm nach, ihm nach," während er derselben Stelle der Fenz zusprengt, wo ter Araber hinübergesetzt war. Jetzt weide 'ich' auch lebendig; -ich springe auf das beste der letzten beiden Thiere, nehme aber vorsichtiger Weise meinen Weg durch das etwas abseits gelegene Hof thor, und wie ich hinauskomme, galopprrt das Pferd meines Wirthes frei auf der Wiese herum, während er selbst

medcn der Fenz im Grase , liegt.' mtr aber heftig winkt, dem Flüchtling zu folgen, welcher schon einen bedeutenden Vorsprung hatte. Das war ein wilder Ritt, und , zu gleich ein hoffnungslos der Äraber war mir bald aus den Augen. Nach fünf Stunden kam ich zurück, den hinkenden Araber am Zügel führend; ich hatte ihn nach etwa einer Stunde in einem Wäldchen schaumbedeckt und zitternd stehend gefunden, mit einer tiefen Wunde am Vorderbein, wahrscheinlich durch einen Sturz zugezogen. Von dem Flüchtling fehlte mir jede Spur, ich befand mich in einer menschenleeren, mir unbekannten Gegend, und so hielt ich es sür das Beste, nach der Plantage zurückzukehren. Mister X., den Arm in der Binde, hörte schweigend meinen Bericht an, gab mir eine Anweisung auf die Summe, welche ich für' 'den Araber verlangt hatte, besichtigte dessenWunde, zog alles ohne ein Wort zu sagen einen Revolver aus der Tasche und 'jagte der Stute eine Kugel in's Ge Hirn. Nachdem sich seine Wuth etwas gelegt hatte, theilte er mir, mein Schweigen erbittend den Anlaß zu diese? sonderlichen Scene mit. Vor einigen Wochen hatte Mister X. in den Zeitungen um eine Kammerzofe für .seine Gemahlin annoncirt. Es hatte sich auch bald ein junges Mädchen gemeldet, dessen Papiere aufMary Simmers lauteten, und war von Mistreß X. angenommen worden. Sie war mit der neuen Zofe sehr zufrieden, nur einmal hatte sie ihrem Gemahl so nebenbei geäußert, daß das Mädchen öfters ein sonderbares, unruhiges Benehmen an sich habe. Heute war Mister X. zur rechten Zeit zurückgekehrt, um seine Frau aus den Handen dieser Person zu retten. Er mußte von ihr hören, daß die an gebliche Kammerzofe ein verkleideter Mann war und einen Raubanfall versucht hatte. Mister . brach in meinerGegenwart die Koffer des angeblichen Mädchenauf. und meine Ahnung hatte mich nicht betrogen, als wir die Papiere von James Gregory vorfanden. Nn miif ich aber noch erwähnen, daß ich auch erfahren hatte, wie dieser Gregory voi etwa dreMonaten plötzlich jene Künste lergesellschaft verlassen hatte und seit dem nicht mehr gesehen worden war. ilö durch besondere Umstände der Verdacht auf ihn gefallen war, bei einem Raubanfall in einer kleinen Stadt, wc der Circus gerade gastirte, seine Hand

mit im Spiele gehabt zu haben. Ich fand diese Vermuthung hiermit besta tigt, denn die Koffer enthielten eine Menge jener geraubten Gegenstande, wie sie damals in allen Zeitungen genau beschrieben worden waren. Auch Mister X. hatte wahrscheinlich diese! ben Gedanken wie ich. doch meinem Versprechen gemäß, dem Flüchtling nicht weiter nachzuspüren.' behielt ich diese Entdeckung für mich. James Gregory, oder die Madonna.' blieb seitdem für mich verschollen. 3. Vorhin nun.", schloß der PferdeHändler seine Erzählung, gehe ich nicht weit von hier in ein' Hotel, als ich die Ehre habender Santa Ma-donna-zum dritten Male zu begegnen und zwar diesmal, wie es sckien. als jung verheirathete Frau in Begleitung kyre Mannes. Ich hatte sie oder viel mehr ihn nicht wiedererkannt, denn das sonst blasse Gesicht hatte er braun ge färbt 'und sein Damenkostüm verstellte ihn sehr. Da hörte ich ihn mit einem Male Santa Madonna" rufen, mit einem so eigenthümlichen Tonfall und von einem so eigenartigen Lachen begleitet, daß ich ihn an diesen beiden Worten unter Tausenden herausfinden wollte." Der Detektive hatte aufmerksam und naHdenkend zugehört; als Ham mond nicht weiter sprach, sagte er endlich: Und nun gedenken Sie, diesen Gregory verhaften , zu : lassen. Aber auö welchem Grund, wenn Sie die von ihm in Amerika verübten Thaten verschweigen wollen?" Diese Frage wundert mich von Jhnen," entgegnete erstaunt' der.' Pferde Händler. ES ist doch allein schon ein Vergehens gegen die Gesetze, daß er sich als Frau ausgibt 'Und dann ist doch sicher zu vermuthen, .daß Gregory sich entweder' unter der Frauenmaske verbirgt,. weil er ein Verbrechen begangen hat, oder weil er eins zu begehen beabsichtigt. Jedenfalls, hat - er sich übe? Haupt der Verbrecherkarriere"gewidmet, und der - Herr, der - sich als Ehemann ausgibt, ist. ein Kompagnon.' .'-Daß "er sich damals, bei Mistreß X. als' Kam merzofe eingeschlichen, hatte. doch", nur den Zweck, einen neuen - Raub zu , begeben, und nur durch seine' vorzeitige Eile wurde an sich' selbst' zum' Verrather." , , .Ganz , meine' Meinung, das ; heißt, wenn Sie sich' nicht in-.tcr Dame getauscht' haben," sagte ' lächelnd der De tektlve.'- . - .. , Hundert -Pfund '.zum Pfande,' ist er es nicht.'. .Der Auöruf,.die Stimme, das 'Lachen." die Weweguagen,-, kein Zweifel es istJames Gregorysund wenn Sie die Verhaftung dlefesSchü?. ken nicht vornehmen wollen, suche ich jemand Anderen .. . 'Nur . gemach, Mister 'Hammond, gleich sind wir auf der Polizeistätion," unterbrach der - Detektive' den J Aufgeregten. Dann mache lch"Sie nur'noch'lufmerksam, daß dieser' Gregorysich. jedenfalls nicht ohne Weiteres verhaften lassen wird. Ich habe ihn in der Ma nege reiten sehen und weiß, daher,' daß er ein wllkübner Buricke ist .'und trod (Fortsetzung aus der Rückseite.)

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