Indiana Tribüne, Volume 19, Number 53, Indianapolis, Marion County, 10 November 1895 — Page 7
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Zwo lustige Leut'. Von Wilhelm Herbert. Wcmn 's Cacha a Sürcd is, (Kommt '5 Dirnö'l m J' H'öll: iGi-e lacht in der Fruah, wann iförnni fo' Goiitf aus foer Stell'. Sie lacht, wenn am Abend Der Mond schnt in's Thal. Un-d, nxmi? f Eppas tiaami, Js's zum Lacha all'mal. 5 freut s' halt ihr Leö'n Und es freut ,s' die ganz' Welt; Es freut s' der grea Mühlbach. Was der All's vazählt. Zs freun s' ihre Berg' Urrd der Hochwald da'zua; .Doch ihr' allergrößt' Freud' Bleibt ihr Schatz, bleibt ihr Bua!Jhr Bua is a Jaga Von frischem Geblüat; Der hat aa akrat So a' lachetes G'müath! Er lacht, weim er 'mlufsteigt J:s G'wänd voller Schneid; Er lacht, wenn er d' Gams trifft, Ul?d lacht, wenn, er s' feit. Unk wenn sich die Zwoa Zum Altar amal führ'n, Lacht g'wiß der Herr Pfarre? Aa' beim' Kopulir'n! Zwoa so lustige Leut' Schaugn halt Alle gern zua; Denn- grantige Vrummbär'n Sibt's' so mehr als g'nua! Ein schwerer Kampf. Von Georg Pcrsich. John Ncelscn war das, was man einen alten Seebären nennt knorrig, eisern und wctterhart. Gesicht und Hände zeigten eine rauhe, rissige Haut von der dunklen Farbe, die die lang jährige Einwirkung der Seeluft und ' der glühenden Tropensonne verursacht. Den Bart trug er nach Seemannsart nur unter dem Kinn, das glattrasirt war, wie auch die Wangen. Unter dem breitrandigen Südwester lugten scharfe, fast immer eng zusammenge kninene Auqen anscheinend etwas mißvergnügt in die Welt die Welt der Landratten. Auch John Neelsen war, wie viele seiner Berussgenossen, nicht sonderlich gut auf daZ Land, auf feine Menschen und seine Einrichtungen zu sprechen, trotzdem er nun schon seit Jahrm nicht mehr zu? See fuhr und sogar so seßhast aus dem trockenen Element gewor den war, daß er sich von seinen Er sparniffen ein kleines Häuschen außer halb der Stadt, nahe der Strommün dung zugelegt hatte. Von hier aus konnte er mit seinem guten Fernrohr die Schiffe weit, meilenweit verfolgen, wie sie fernher kamen und weithin gingen über den blauen, wogenden, endlosen Ocean. Er hätte sich so gern wieder einmal auf den Planken heimisch gemacht aber die Gicht! Tas Gehen auf dem Lande machte sie ihm schon blutsauer. mm er nnr nnf rinem fifimtMndm 23 Fahrzeug! Schweren Herzens fand er sich mit seinem Schicksal ab. Man lernt ent sagen, wenn man alt wird. Tas Herz saß unserem alten Eapitän sonst übrigens auf dem rechten Fleck. Es hatte unverrückbar immer da gemessen. Nur einmal war es nahe daran gewesen, in eine unrechte Lage zu kom rnen. Das ist aber viele Jahre her. Noch jung, hatte Jol,.t Neelsen es durch Fleiß. Anstelligkeit und seinen offenen Kopf zum Steuermann auf einem Vollschiff gebracht.' - Tasselbe fuhr zwischen Hamburg und Jquique, drüben an der Westküste Süd-Ame-rikas. Mit seinem Eapitäu stand er auf bestem Fuße. Sie waren unbeschadet der Disciplin an Bord nahezu befreun det und hatten manche Stunde der Noth und Gefahr auf hohem Meer, manche Stunde fröhlichen Seemanns ltbens an Land in treuer Gemeinschaft verbracht. So lange, bis Nezlsen ein eigenes Schiffscommando erhielt, wollten sie auch zusammenbleiben. Der Eapitän hatte den Vorschlag gemacht und der Steuermann hatte ihm freudig zugestimmt. Aber der Mensch denkt und Gott Amor lenkt! Tem Eapitän fiel es ein, sich während eines kurzen Aufenthaltes im Heimathshasen zu verlieben, und die Heirath folgte der Verlobung in wenigen Wochen. John Neelsen hegte Anfangs schwere Bedenken über diesen eiligen Schritt seines Vorgesetzten. Nach seiner Mei nung taugte das Hcirathen ganz und gar nicht für einen Seemann und er hielt mit diesem seinem Rathe nicht hinterm Berg, so lange noch zu rathen war. Ter Eapitän aber hatte dazu gelacht und erwidert, daß verliebten Leuten überhaupt nicht zu rathen sei. Tas hatte der Steuermann schließlich auch eingesehen; und als er mit der schmucken Eapitänssrau am Hoch zeitstage ein Tänzchen gewagt und ge funden hatte, daß es sich gar leicht und lustig damit im Kreise herumdrehen lasse, da war er mit der Wahl seines Vorgesetzten und Freundes völlig ein verstanden. Mehr noch die Augen des jungen Weibchens thaten eö ihm an. So tief Vjcx das Meer nicht wie diese blanken. blitzenden Tinger, die jeden so lieb ::nd freundlich anschauten. Und bald mußte er immer daran denken, im Wachen und im Träumen. Tann kam die Zeit heran.' wo man wieder in See stechen mußte. . Ter Rheder. ein jovialer Herr, er
laubte unserem Eapiiän, sein Weibchen mitzunebmen, um die Flitterwochen nicht grausamer Weise durch eine län gere Trennung zu unterbrechen. Wie freuten sich die jungen Leute, als ihnen diese unerwartete Botschaft wurde. Kaum weniger aber freute sich John Neelsen. Bei herrlichem Wetter ging die Fahrt durch die Nordsee, den Eanal und dann quer durch den Golf von Biscaya hin ein in das große Atlantische Weltmeer. Tie Besatzung des Schiffes war nicht groß und es gab genug zu thun, aber auch die Feierstunden fehlten nicht und sie wurden in mannigfacher Art ausge füllt. Ter Steuermann spielte die ZiehHarmonika und ein Matrose wußte auf der Flöte einige bekannte Melodien vor zutragen. Ter Eapitän aber besaß einen wohlklingenden Bariton und die Frau Eapitänin eine liebliche Sopran stimme. Was Wunder, daß Instrumentalund Vocalconcerte oft veranstaltet wur den. Meistens waren es die schwerwüthigen Volkslieder der Heimath, die man anstimmte. Sehnsüchtig und wehmuthsvoll klang es dann wohl in die stille Nacht hinein unter dem sternbesäeten südlichen Himmel und die am Bug zerstiebenden Wogen rauschten da zu die Begleitung. So kam man bei guter Fahrt nach einigen Monaten in Jquique an, löschte die Ladung, lud neue ein und nahm dann den Eurs wieder heimwärts. Der Steuermann hatte der Frau des Eapitäns, die ihm mit immer gleicher Freundlichkeit begegnete, bis dahin in seiner schlichten Manier gehuldigt. Aber er fühlte es täglich mehr, daß es ibm fast unmöglich wurde, die Gluth der Leidenschaft, die in ihm entfacht war, so weit zu dämpfen, daß sie nicht zur verzehrenden Flamme emporloderte. Einmal mochten ihn seine Blicke der rathen haben, denn die junge Frau sah ihn befremdet an und ihr Wesen wurde ihm gegenüber zurückhaltender. Als er sich aber zusammennahm, mochte sie denken, daß sie sich getäuscht hatte und trat ihm wieder unbefangen wie früher entgegen. Ter Eapitän merkte von dem Allen nichts. Er lebte ganz seinem Berufe und dem jungen Glück an seiner Seite. . Man war auf der Rückreise in die sturmreiche, von allen Schisfern ge sürchtete Gegend des Eap Horn gckom men. als ein heftiger Orkan losbrach. ! Eine schreckliche Nacht schwand. lang .sam dahin, es folgte ein trüber Tag mit scharfem, böigem Ostwind, der die hohen, gischtzekrönten Wellen in kur zen, wuchtigen Stößen dem Schiff ent Igegenwarf. Dasselbe würde der Wuth locr Elemente widerstanden haben, wäre 'es nicht plötzlich steuerlos geworden. Zu 'allem Unglück lockerte sich auch die LaDung und war trotz der angestrengtesten Bemühungen nicht wieder sestzustauen. Wa5 nun kommen mußte, trat in wenigen Stunden ein. Das Fahrzeug prallte auf einen Felsen, wurde leck und sank rasch. Tas erste Rettungsboot, das einen Theil der Mannschaft unter der Füh rung des Steuermanns aufnehmen sollte, zertrümmerte an der Schiffs wand; es blieb also nur das zweite für das RettungSwerk übrig. Ter Eapitän verließ als letzter sein Schiff, von dem man sich rasch ent fernte, üm die Küste zu gewinnen, die man in verschwommenen Umrissen vor sich liegen sah. Bis auf etwa eine halbe Seemeile hatte man sie erreicht, als eine Riesen welle das schwache Boot hoch emporhob und dann in einen tiefen Mceresab arund schleuderte. -
Eine letzte Anstrengung der Ruderer und des Mannes am Steuer, das Gleichgewicht zu halten dann trieb das Boot kieloben. Als John Neelsen sich als geschickter Schwimmer an die Oberfläche gearbeitet hatte, sah er um sich. In unmittelbarer Nähe gewahrte er em Kleid, dann em bleiches Antlitz, denen Augen wie die einer Todten fest gelchlosten waren. Ehe der Körper wieder versank, hatte der Steuermann ihn ergriffen und hielt ihn, nur mit dem einen Arme vor wärtsstrebend, über Waffer. Eine Anspannung aller Kräfte ließ ihn das Boot erreichen nun hatte er erst mal einen Halt. Ein Gefühl der Sicherheit überkam ihn, zugleich aber durchrieselte ihn ein Anderes, das ihn über die Gefahr, in der er schwebte, hinwegtäuschte. Er mußte sich und sie, er mußte sie tur ncy retten. Fest preßte er die Ohnmächtige an sich. Dann aber erwachte wieder daZ Bewußtsem seiner kritischen Lage in ihm, dem er dadurch Rechnung trug, daß er die junge Frau mit dem Shawl, den sie um den Kopf geschlungen hatte, an das Steuer band. Jetzt konnte er sich freier bewegen und er that es rüstig. Da vernahm er einen leisen Schrei, Jemand, der auf ihn zuschwamm, rief seinen Namen es war der Eapitän. Auch der wollte leben bleiben? Er war sein Freund nicht mehr, er war sein Feid. Und für einen solchen Feind giebt es kein Erbarmen, nicht einmal Schonung. Ter Eapitän war jetzt so nahe heran gekommen, daß ihn Neelsen bald mit dem ausgestreckten Arm ersassen konnte. Ein wilder Kampf tobte in des Steuer manns Brust. Sollte er den Ermatte ten zurückstoßen? Niemand sah es. Niemand konnte später wider ihn zeu gen. sieAls nun aber der Eapitän mit einem gehenden Blick Neelsen die Hand ent genörcckte, da rang sich doch aus dem & unkel in deffen Seele allmählich und och siegreich der lichte Genius des Eu ten Alle Drei wurden gerettet. Die Dankbarkeit, welche das junge Paar dem Steuermann zollte, kannte keine Grenzen. Es wurde ihm als übergroße
aass Bescheidenheit gedeutet, daß er dieselbe Nicht nur abwehrte, sondern daß er auch. sobald sich ihm die Gelegenheit bot, den persönlichen Verkehr mit den Glückli chen abbrach und späterhin jedes Zu sammentrenen sorgsam vermied. John Neelsen ist alt geworden und jene sind es auch, wenn sie noch unter den Lebenden weilen. Cb sie sich aber noch so lebhaft seiner erinnern, wie er sich ihrer, ob sie noch wie er jener Sturmnacht gedenken? Des alten, gichtkranlen Eapitän Blick wird weich, wärmer wird's ihm um 's Herz, wenn er sich diese Frage zu beantworten sucht. Der Prozeß dcS MarquiS dc Nayve. In Bourges, der ehemaligen Residenz der Herzoge von Berry, die noch man ches gothische Hemgthum bewahrt, wird in allernächster Zeit ein Prozeß vor den Geschworenen verhandelt werden, der überall, wo man Zeitungen liest, Sensation machen wird der recht große Sensationsproceß, - wie seit langem keiner mehr vor einen Gerichtshof kam. So ziemlich Alles, was an romantischen Verwickelungen und mysteriösen Um ständen in einem richtigen Sensations Proceß vorkommen muß, ist in dem Proceß gegen den Marquis de Nayve vereinigt. Die nachfolgenden Mittheilungen sind authentisch, wenigstens ent sprechen sie den Aufzeichnnnaen, die ein französischer Journalist sich in Bourges aus dem tausend Seiten starken Akten Material machen durste. In Sidevilles im Tepartement Eher lebte vor so und so viel Jahren der Notar Massee de Baudrouille, ein rei cher Mann, aber, wie es scheint, ein Sonderling und ein Geizhals. Er stammte aus einer Adelsfamilie, in der die Juristerei erblich war, und die in der Gegend respeklirt, wenn auch, we nigstens in ihren letzten Graden, offen bar nicht besonders geliebt wurde. Ter Notar hatte eine Tochter, die im Jahre 1853 geboren worden war. Diese Tochter ließ er nicht, wie das bei seinen Standesgenoffen und bei wohlhabenden beuten sonst gute Sitte ist, durch Gouvernanten oder im Kloster sorgfältig erziehen, er kümmerte sich vielmehr überhaupt kaum um ihre Erziehung und ließ sie die Dorfschule besuchen, wo Mädchen und Knaben einträchtig, und oft zu einträchtig, miteinander aus der Schulbank sitzen. Als Blanche de Baudrouille fünfzehn Jahre alt war, konnte sie ihrem Vater mittheilen, daß er demnächst Großpapa sein werde. Der alte Notar dachte zuerst daran, seine Tochter mit dem Schulkameraden zu verheirathen, dem er das frühe Glück dieser Großvaterschaft verdankte. Es scheint indessen, daß eine solche Ehe in den Augen des Notars und der ganzen adligen Familie doch eine zu arge Mes alliance bedeutet hätte. Man gab die Idee dieser Verbindung zwischen den beiden Schulgenossen auf und suchte für Fräulein Blanche einen schleunigen Gatten mit Hilft eines Heirathsverm'itt lers in der nächsten größeren Provinz stadt. Ter Heiratsvermittler fand bald einen jungen Mann, der bereit war, ein Auge zuzudrücken, wenn man ihm die Kassenscheine einer schönen Mitgift als Pflaster darauf legte. Er war, wie es der Notar der. wie man gese hen. etwas auf feine Familie hielt gewünscht hatte, von gutem Adel. Der Marquis deNayve warder Sohn eines Marineoffiziers jung, schlank, hitz löpfig. geldbedürftig. Er zögerte nicht lange und unterschrieb den Eontrakt, en der Heirathsvermittler ihm vor legte. Er wurde ier Gatte der nun lechzehnjährigen Blanche, die um diese Zeit ein kräftiges, untersetztes roth, blondes Mädchen war, nicht übermäßig hübsch, mit dem bellen Teint der Eng läld.r'nnen. aber auck mit zahlreichen ommerflce.i. Indessen scheint es Dem Marqulö damals auf einen Flecken mehr oder weniger nicht angekommen iu sein. Tie junge Gattin brachte dem Marquis einen ganz kleinen Sohn in die Ehe mit, den man Hippzlyte Menalde gctaust hatte. Tie dreiköpfige Familie lebte, dank dem Notar und dem beim Heiratsvermittler geschlossenen Eontrakt, in ausgezeichneten finanziellen Verhältniffen. Der Marquis kaufte im köstlichen Loirethal das alte Schloß de Presles, das dort auf einem Hügel in herrlicher Landschaft sich erhebt. Er wurde zum Maire des Dorfes ernannt. Er begann, das Schloß, das ein wenig verfallen war, auszubauen und einzurichten. Er lud die Schloßnachbarn, die Besitzer der altadeligen Landsitze im Loirethale zu sich ein. Da erlebte er die' erste Enttäuschung: die Eingcladenen kamen nicht. Der Hitzkops von Marquis schäumte'vor Wuth. Das Ehepaar hatte zwar noch einige Kinder, aber es lebte gleichwohl in ewigem Streit, und 7s scheint, daß die Gemächer von de Preöles manches ritterliche Turnier zwischen dem Schloß Herrn und der Schloßsrau gesehen haben. Einia war man nur. wenn j die . Rede auf den kleinen Hippolyte j kam. Der galt Beiden als ein Störenj fried und war. als Nachkomme eines gewiß sehr unadcligcn Dorsbuben unwürdig, im Ritterschloß zu wohnen. : Man sandte ihn erst nach Orleans in ein Pensionat und dann nach Savoycn in eine geistliche Erziehungsanstalt. Der arme Hipvolyte sollte Priester wer den, um sür Mutters Sünden zu büßen und zu beten. j Aber es scheint, als wenn in Hippo lyte etwas von der trotzigen, kräftigen Natur des Torsbuben gesteckt habe, der sein Vater gewesen sein mag. Ta man ihn im Pensionat und im Seminar mit seiner Herkunft zu hänseln pjte und ihn fragte, warum er an seine Eltern nur meine lieben Wohlthäter" schreiben dürste, (denn er durste nicht anders schreiben), so entfloh er zwei Mal. Beide Male setzte man ihm nach, beide Male holte man ihn ein. i Im November 1834 machte derMar
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quiS eine Vergnügungsreise nachJta lien und nahm dazu, was nach dem eben Erzählten sonderbar scheinen kann, den jungen Hippolyte mit. Man ging über Turin. Genua und Florenz nach Neapel. Sorrent sollte de? Endpunkt der Reise sein. Dort nahm der Marquis noch für einige Tage Logis. Tann sollte die Reise heimwärts gehen. In hohen Fclsenpromenaden am nea politanischen Golf ist sehr schön zu pro meniren. Und der Marquis promenirte alle Tage dort mit dem jungen Hippolyte. Eines Tages aber kam derMarquis allein in 's Hotel zurück. Gleich darauf packte er seine Koffer, bestellte die Rechnung und fuhr ab. Eine Zeit verging, da wurde ein Leichnam bei Sorrent ans Ufer getrie ben, und die Leute aus dem Hotel er kannten den jungen Hippolyte, an den sie sich noch recht wchl erinnerten. Tas Gericht in Neapel wurde benachrichtigt. Es that einige Schritte, um die dunkle Angelegenheit aufzuhellen. Aber da ihm dfls nicht leicht schien, und da die Verbindung zwischen Neapel und dem Schloß de Presles ziemlich komplizirt war, stellte das Gericht seine Bemühun gen baldigst ein und legte die Sache zu vielen anderen neapolitanischen Akten. Ter Marquis war inzwischen wieder im Loirethal eingetroffen. Er erzählte dort seiner Frau, er habe auf dem Fel senweg bei Sorrent den armen Hippo lite einen Augenblick allein lassen müs sen, und während er sich hinter einen Baum oder einen Felsenvorsprung diskret zurückgezogen, habe Hippolyte einen Fehltritt gethan und sei ins Meer geimrzt. Tie Marquise schien das Alles zu glauben, sie fand vielleicht den Fehltritt durch erbliche Belastung" er klärt. Indessen wurde das Leben im Schloß doch ziemlich unerträglich. Ter Mar quis wurde täglich jähzorniger. Wenn er immer wieder vom Tode des armen Hippolyte sprach und das wurde bei ihm zur Gewohnheit horchte die Marquise jetzt neugierig auf und der anlaßte auch ihre beiden Söhne, von denen der ältere jetzt 16 Jahre zählt, Acht zu geben. Als im Sommer 1894 der Marquis de Nayve sich zur Erholung von diesem Familienunglück in der Schweiz be fand, denuncirte die Gattin den Gatten wegen Mordes beim Gericht in Bourges. Bei seiner Heimkehr wurde der Marquis verhaftet, und seitdem sitzt er hinter Schloß und Riegel. DaZ Gericht hatte zuerst als wahr scheinlichen Grund für einen Mord Habgier angenommen: Hippolyte besaß von der Seite seiner Großmutter ein Vermögen von 60,000 Francs, das nach seinem Tode dem Marquis zusiel. Diese Idee hat man indessen fallen las sen de Nayve lebt, dank dem Con tract des Heirathsvermittlers, in Ver hä.missen, wo 60,000 Francs keine Rolle mehr spielen. Erwähnt muß noch werden, daß der jüngere der beiden Söhne, der es Anfangs mit der Mutter hielt, sich jetzt mit dem Papa
ausgesöhnt . hat. Ter Marquis de Nayve ist heute 55 Jahre alt. Untergegangene Ortschaften. Aus alten Chroniken und ähnlichen Quellen hat W. O. Focke in Bremen in den Beiträgen zur nordwestdeut schen Volks- und Landeskunde" ein Verzeichniß von 144 Ortschaften (worunter 6 bewohnte Inseln) zusammengestellt, die seit bem 11. Jahrhundert durch Sturmsluthen und Flugsand untergegangen sind. Auf die einzelnen Jahrhunderte vertheilen sich diese Zerstörungen in folgender Weise: 11. Jahrhundert: 1C6 (1 Ort); 13.Jahrhundert: 1218 (3 Orte in der Jahde). 1216 oder 1300 (5 Ortschaften), um 1300 (8 Ortschaften), Ende des 13. Jahrhunderts (20 Ortschaften im Dollart); 14. Jahrhundert: zu Anfang 46 Ortschaften (darunter 14 im Dollart und 2 durch Flugsand), 1354 (7 Ortschaften), 1373 (1 Ort); 15.Jahrhundert: 1412 (1 Ort durch Flugisamld). außerdem in .diesem Jahrhun idert ohne bestimmte Jahreszahl noch 7 Orte, darunter 6 im Dollart: 16. Jahrhundert: 1561 (8 Orte in der Jahde). 1510. 1530, 1546, 1588 oder 1581 (4 Ortschaftm); 17. Jabrhundert: Jahr unbekannt (2 Orte), 1634 (19 Orte auf Nord trand). 1615. 1637, 1699 (3 Orte) 1680 (1 Ort durch Flugsand); 18. Jahrhundert: Jahr unbekannt (3 Orte). 1720 (1 Ort); 19. Jahrhundert: 1825 (2 Orte). 1840. 1862 (2 Orte). An der deutschen Nordseeküste wird also 'der Mensch mswellen! alter als sein Ge burtsort. Eine'Eye zwischen Zahlen und Buch staben. 1-sam verirrt im tiefen Tann Die Gräfin saß ver-2-felt schier. Da trat ganz 3-st ein Jägersmann Hervor aus dichtem Waldre-4. Als er die junge Grä-5-and, Die sich gar trostlo-6-altirt Benahm, bot er ihr seine Hand, Die 7-etzt mit Zähren. Und hat sie 8-sam weggeführt: Sie ließ ihn gern gewähren. Beim Abschied gab die Schöne, Um die Bekanntschaft zu er-9. Nach dieser ersten S-10-e Dem Jägersmann ein Stelldichein. Es trafen sich im stillen Hain Der Jäger und die 11-e Des andern Tags um 12-e. E i n neuer Stern. Papa Eofa (Abends mit seiner Tochkr auf ,'dn Balkon jt&enfr und zum SternenHimmel emporblickend): Nun, Nebekkchsn. welcher hrn. il Dir denn der liebste?" Rebekka (sehnsuchtsvoll seufzenö): Ach, Vaterleben, bcr Jsi-jdor!"
Der Einbrecher. Von Sophie von Khnenberg.
Der lange Andreas lag auf der Wiese des Heuberges und sah kerzengerade hinauf nach dem blauen weiten Himmel, der sich ihm gegenüber stets so stiefmütterlich erwiesen hatte. Von frühester Kindheit an kannte Andreas nichts anderes als Armuth. Elend, Schmutz und Hunger. Er wuchs auf, wie alle diese Kmder der Armen Hofsnungslos aufwachsen in Noth und Entbehrung. Die Mutter betrieb emen kleinen Hausirhandel, der Vater arbeitete am Bau und war dem Trunke ergeben. Bei Tage waren die Kinder sich selbst überlassen und trieben sich imSommer.wenn nicht die Schule sie festhielt, wie ein Rudel herrenloser Hunde m den nahen Wäldern umher, ausgerüstet mit ein paar Stücken Schwarzbrot und einer alten Zinnkanne, die sie im Vorbeigehen an irgend einem Brunnen mit Wasser füllten. Des Nachts schliefen sie in dunstigem, halbfeuchtem Raum, in einem jener alten, übervollen Häuser. die wie geschaffen sind, Krankheiten zu mehren und dem 'Tod alljährlich eine ansehnliche Beute zuzuführen. Wenn der Vater spät heimkehrte, ergoß sich eine Fluth von Schnnpfreden über die aus dem Schlummer aufgeschreckten Kinder, die Eltern zankten, die Mutter weinte dann und mit klopfendem Herzen lagen die Kinder auf den zerwühlten Kissen.... Im Winter, wenn der scharfe Wiener Wind durch die Straßen fegte, kauerten sie fröstelnd, mit erstarrtem Schmutz an Gesicht und Händen, in die zerrissenen Kleider hineingeduckt, an der Thürschwelle oder spielten im Hofräume mit den staubbedeckten Schneemassen. Sie prügelten sich auch aus Langeweile und unbewußter Sehnsuch! nach einem besseren Leben, das sie ahnten! ' Das waren so ziemlich alle Erinnerungcn, die der lange Andas an seine Kinderzeit hatte. Der Anblick von Sünde und Armuth hatte ihn frühreif gemacht, aber die Schule hatte dennoch so weit auf ihn gewirkt, daß er ein fleißiger, braver Arbeiter wurde. Er nahm ein junges Mädchen, das ihm gefiel, zum Weibe. Sie hatten drei Kiu der und es wiederholte sich ungefähr dasselbe Elend, nur daß Andreas sich nicht dem Trunke ergab und daß zwei Kinder im zarten Alter starben. Nun war nur eines mehr da, ein feister na ner Bub von vier Jahren, und diesen Einzigen brauchte man nicht hungern zu lassen, für den war auch bald ein Höschen geschnitten, kurz der Verdienst des langen Andreas war groß genug sur zwei ganze und einen halben Men schen. Zuweilen gönnten sie sich sogar einen Spaziergang ins Grüne und zwei Krügel m emem der traulich atlt genen Landgasthäuser, an denen sie vorüberkamen. Am liebsten kehrten sie bei der Bieglerhütte ein, die so lauschig an den Heuberg sich anschmiegt, und wenn er so für einen Sommertag sich frei gemacht hatte und mit Weib und Kind hinauszog in's Grüne, wenn sie im schwellenden Grase sich aufathmend hinlagerten zu stundenlanger Rast und die warme, weiche Luft über sie hinstrich, aus den leuchtenden Buchenwäb dern Vogelgesang zu ihnen niedertönte, dann meinte Andreas glücklich zu sein und die Erinnerung an alles Elend verwischte sich. Der kleine Hansi jauchzte über die vielen bunten Blumen und kollerte über den Wiesenabhang lachend in feiner Mutter Arme, die ihn auffingen. Andreas vergaß allmälich auch den harten, monotonen Klang der Schlosserwerkstatt, der ihm Tag und Nacht in den Ohren gellte, und gab sich dankbar der tiefen Ruhe hin, toie nur von Hansis Lachen, plaudernden Stimmen der Vorübergehenden und füßem Schwalbengezwitscher unterbrochen wurde. In solchen Augenblicken schwieg im Herzen des langen Andreas das Murren der Unzufriedenheit, das in den Seelen der Armen unaufhörlich grollt. Er dachte nicht nach über Haben und NichtHaben, er überließ sich willig dem ausgleichenden, sanften Zauber der . freien Natur und dem Gefühl der Vaterfreude. Die Frau hatte ein paar Butterbrote und ein Stück Wurst besorgt, Andreas holte einen Krug Bier und es wurde getafelt in' aller Eintracht, mit zenem echten Vollgenuß, oen verwöhnte Menschen nicht kennen. Wie der Hansi heut' lustig is," sagte die Mutter, und in ihr frühverblühtes Gesicht kam ein Hauch von Glanz und Frische. Heut' hat er schon so viel g'sung'n der wird no amol a Volkssänger!" Das wär' eh' a besser's G'schäft meinte der Vater lachend, de verdiel nen an Haufen hcutzutag da kunnt er uns no' Verhalten gelt. Tschapperl?!" Und schmeichelnd stieß er seinen eckigen Schädel an Hansis runden Blondkopf Aber es kam anders. Wenig Wo chen nach jenem Sonntag erkrankte Hansi und starb. Der Scharlach hatte sieben Kinder in demselben Hause erfaßt. Hansi war unter den fünfen, welche starben. AlZ man den kleinen Todten in seinen blauen Holzsarg legte, knickte der lange Andreas zusammen und mußte sich an der Thür festhalten, um nicht umzusinken. Sein Weib schluchzte heftig, die . blaue Schürze, die sie trug, war naß von den Thränen; sie warf sie von sich in einen Winkel und die Thränen rollten weiter über ihre zitternden Finger auf - den schwarzen Rock nieder. Der. lange Andreas konnte nicht weinen. Es war etwas in seinem eckigen Schädel, das
ihm diese Erleichterung versagie. Et-
was Starres, Krampfähnliches, das ihn schmerzte und das er nicht los lotu den konnte. Der Hansi fein Hansi todt er war schon so gescheidt und so lieb! Er sagte sich's immer vor und konnte es nicht für wahr halten! Wie im Traum ging er hinter dem kleinen Sarge her. seine Frau weinte noch immer und ging neben ihm. Bei der Kirche ward Halt gemacht und der Geistliche sprach seinen Segen über das unschuldige Kind, der kleine Chorknabe schwenkte .das Rauchfaß über den blauen Sarg dann -ging es wieder weiter, bis hinaus zu dem Friedhof, der an den Weingärten! emporstieg. Er hatte ihn oft gesehen, wenn er den kleinen Hansi im Kinderwagen vor sich herrollte, den Wäldern zu und heute ftand er mitten d'rin und sah zu, wie sie einen blauen Kindersarg hinunterließen. Seine Frau schluchzte noch immer und ein paar mitleidige Nachbarsweiber waren mitgegangen und schwätzten halblaut. Es war ein ganz schöner Fleck, Blumen ringsum und ein paar leuchtende Schmetterlinge taumelten über die aeöffnete Grube, die könnte er iekt leicht fangen, der Hansi", dachte der Vater, aber er is a wol, oer arme, olonoe Hanl todt todt!" Von dieser Stunde an ging eine Wandlung vor in dem lanaen Andreas. Er ward hart und lieblos. Sein Weib beschuldigte er. sie habe den Hansi nicht genug behütet, habe ihn zu sorglos mit den anderen Kmdern spielen lassen. Er grollte ihr, er grollte der ganzen Menschheit. Er haßte die Reichen, deren Kinder sorgfältig gepflegt werden können; er schrie und trank, höhnte die Besitzenden, las heimlich anarchistische Flugblätter und mißhandelte seine Frau. Sie ertrug dies Leben nicht länger und verließ ihn. Er war es zufrieden. Nichts beschäftigte ihn mehr als der eine Gedanke: Rache! In solchem Unmuth verbrachte er seine Tage, arbeitete mit Unlust.um sich Abends mit einem Rausche zu betäuben. Und heute, heute hatte er sich nach Langem einmal hierher geschleppt in's Grüne, um zu feiern. Er hatte seine Stellung verloren und die besseren Arbeiter wollten nichts von ihm wissen und gewährten ihm keine Unterstützung. Er hungerte. Ein diebischer Bettgenosse hatte ihm eine Krone geschenkt gestohlenes Geld, und hatte ihm zugebrummt: Mehr kriegst net, hol Dir selber was, drauß'n am Land gibts gnua zum einsieck'n in die Villas. . Da lag er nun, der nächtliche Andreas, und überlegte, wen er mit seinem nächtlichen Besuch erfreuen sollte. Denn er mußte sich Geld oder Geldeswerth verschaffen, heute Nacht, das stand fest. Die Krone hatte er vertrunken, sein Magen knurrte und morgen war wieder ein Tag und dann noch einer und er verdiente nichts. Die niedergehende Sonne warf einen hellen, rothen Schein auf dieWiese und die angrenzenden Büsche. Durch all' die Vertrunkenheit hindurch erinnerte er sich plötzlich an einen letzten Sommertag mit Weib und Kind und ein erbittertes Aufstöhnen kam aus den halb geöffneten Lippen. Wenn der Hansi nicht gestorben wär' aber so soll's kommen, wie es kommt, er will nimmer gut sein, er will sein Elend austoben in Haß und Sünde einerlei. wohin es ihn führt! Als die Nacht über den Heuberg sank und aus den verdunkelten Gärten keine lachende Stimme mehr erscholl, die Lichter rings erloschen und die letzten Waldvögel schwiegen, bahnte sich der lange Andreas durch Hollundergezweig den Weg zu einer der kleinen Villen, die wie luftige Vogelnester im Grünen stecken. Er hatte zufällig durch das Gespräch Vorübergehender erfahren, daß die Bewohner dieserVilla verreist seien; da konnte er in aller Ruhe em bischen ausrauben, ohne be fürchten zu müssen, gestört zu werden. Da er sich noch bei Tageslicht umgefehen hatte, so fand er sich auch im Dunkeln zurecht und öffnete mit einem Nachschlüssel das Schloß einer kleinen Hinterthür. Lautlos drückte er sie von innen zu und als er sich überzeugt hatte, daß durch die festgeschlossenen Fensterläden kein verrätherischerStrahl hinausdringen konnte, zündete er ein Licht an, das er bei sich trug, und be gann Musterung zu halten. Das Käm merlein, in welchem er stand, war allem Anscheine nach das eines DienstMädchens. Nichts Verlockendes bot sich dem suchenden Auge dar. Er betrat das nächste Zimmer einen Sa lon mit Erker Alles war sorgsam vrbüllt. ein starker Naphthalindust schlug ihm betäubend entgegen. Dann kam das Speisezimmer. Auf dem reich geschnitzten Büffet stand eine noch halbgefüllte Flasche Wein. Er entkorkte sie und trank sie in einem Zuge leer. Dann zog er die Laden auf; es war nichts darin als ein paar reinlich gefaltete Servietten und einige Obstmesserchen. Doch die Truhe, die neben dem Büffet stand. verrieth einen besseren Inhalt. Schon wollte er sie zu öffnen versuchen. als er sich anders bedachte und sich ent schloß, zuvor in die angrenzenden Raume einen Blick zu werfen. Er betrat das Schlafzimmer. Die breiten weichen Betten luden zur Ruhe förmlich ein. Unter den 'darübergebreiteten Leinentüchern, schauten hellblaue Atlasbezüge hervor, zu Häupten. an der getäfelten Wand hing eine Ma donna, in Oel gemalt, mit stillem oer klärtem Gesicht das Jesukind an sich drückend. Der lange Andreas wandte sich ab und schritt zur nächsten Tbü? Als er sie öffnete, schlug ihm etwaZ Hartes an die Kniee. Es war em? Schaukel, die im Thürrahmen hing.
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Er schob sie bei Seite und trat über die Schwelle. Ein Leuchte? mit einer frischangesteckten Kerze stand auf einem Tischchen. Er zündete sie an mit seinem verlöschenden Kerzlein und schaute um sich. Es war die Kinderstube. An der' einen Wand ftand ein Gitterbett mit goldenen Stäben, nebenan einTisch mit kleinen Stühlen, ringsum an der Wand und auf dem Boden hing und lag buntes Spielzeug, sowie die k!einen Hände es noch im letzten Augenblicke vor der Abreise verlassen haben mochten. Der lange Andreas sah regungslos auf dies Alles hin. Es war., als habe er vollständig vergessen, weshalb er hie? sei. Eine lähmende Müdigkeit überkam ihn, so daß er sich auf eines der kleinen Stühlchen setzte, aber er ftand gleich wieder auf, als habe er Angst, es zu zerbrechen. 'Vo? ihm an der Wand hing ein vielfarbige? Hanswurst mit Schellen, daneben Säbel, Helm und Trommel, auf dem Boden stand ein gesatteltes Schaukelpferd und spitzte die Ohren. O wenn er daZ seinem Hansi hätte zeigen können! Hansi! weshalb kam ihm nur de? Gedanke an sein Kind, jetzt, wo c? sündigen wollte!? Und plötzlich kam ein Aufsch?ei von seinen Lippen; er hatte ihn nicht unterd?ücken können, denn e? fah seinen Hansi vo? sich, seinen blonden. ?osigen Hansi mit den spitzbübischen brauncn Augen! Nur hatte er ein schönes w:ißes Kleidchen an mit breitem, blauen Kragen. War er's denn? Nein, nein, es war nur ein Bild in breitem Goldrahmen, das ihn so gepackt hat. Er kann sich nicht losreißen von diesem Kindcrgesicht mit den ruhig lächelnden Lippen, es ist ihm. als ob sie zu ihm sprächen, ganz deutlich: Aber. Vatti, was machst Du denn da, Valti, muß! mich nicht wegnehmen yon da, mir geht's so gut jetzt - so gut Na, Hansi, na," murmelte d?r Mann, i nimm Di net weg. gelt, de schönen Spielereien, de g'faU'n D'r halt!?...." . Und dann ist ihm. als sähe das Kind auf seine Hände nieder, in frei chen er krampshast Schlüssel und Stemmeisen dreht. Seine Hände zittern. er läßt Beides fallen. Als er sich danach bückt und den Kopf dann wieder hochhebt, ist ihm, als glitte ein schwarzer Schatten über das rosige Kinderantlitz. Gut sein, Vatti, gut sein!" klingt es ihm in den Ohren, wie damals, als Hansi noch lebte und den Vater einmal zürnen sah. Ein wilder Schauer packt ihn. Er faßt nach dem Lichte und will fort. Da stößt er an eine bunte Springschnur, die am Boden liegt. Er bückt sich danach und ohne sich Rechenschaft zu geben, wozu, steckt er sie zu sich. Dann stürmt er hinaus, athemlos, ohne daran zu denken, daß ein Geräusch ihn verrathen könne. Mechanisch schießt er die letzte Thür hinter sich und entspringt in den Wald.... Die Grillen zirpen, der kühlereHauch der Nachtluft fliegt über ihn hin, Thau legt sich auf sein struppiges Haar und glättet es, er liegt noch immer, das Gesicht in's feuchte Gras gedrückt, in aufgewühltem Jammer, in Neue und Hunger. . . . Stunden vergingen. Als der Morgen heraufdämmerte, nahm der lange Andreas die Springschnur aus der Tasche und erhängte sich. 2P sakrische Wandlung. Mei' Dirndal is a Lercherl g'wen; Beim ersten Sonnenstrahl Hab' ich ihr munter's Stimmer! g'hört Bei'm Hüttal drunt' im Thal. Mei' Dirndal is a' Elster 'wor'n. Hat mir mei' Herzal g'stohl'n. Und wie sie's g'habt hat, hat's dazua A' Ringal aa' no' woll'n. Mei'Dirndal is mei' Weiberl 'wor'n Das hat der Kuckuck 'bracht! Und jetzt, jetzt is's a' Nachtigall Und schlagt bei Tag und Nacht. Und i', i' bin der Gimpel, der In's Schlag'! eirng'hupft; Pfeif', wia ma' sie den Takt angibt, Sonst werd' i' sakrisch g'rupft. In der Buchhandlung. Fräulein: Ich möchte gern die achte und die neunte Lieferung der Goctheschen Werke." Gehilfe: Thut mir leid Fräulein, diese Ausgabe ist erst bis zur siebenten Lieferung erschienen!" Fräulein: Gott, dichtet der Mann aber langsam!" Zart ausgedrückt. Student (zu seinem Freund, den er betrunken in einem Parke liegend finde!): Ja, was ist denn mit Dir?" Ich wurde an den Busen der Natur gewarfen!" Ein Schwerenöther. Können Sie vorbei, Herr Rittmei ster?" Ja. sobald Sie mich nicht ansehen, gnädiges Fräulein!" ! D a s S ch l i m m e r e. Gatte: Was schon wieder ein Küßchen ! na wo ist denn die Rechnung, die ich bezahlen soll?" Gattin: Ach nem morgen kommt Mama." i Der richtige Geschmack.! Arzt (zum Patienten): Nicht süß.5 nicht bitter und auch nicht sauer sollj die Medizin schmecken, ja sagen Siel mir dann nur, was für einenGefchmack) soll sie haben, damit Sie dieselbe einnehmen können?" Patient: Na halt so wie Vier. Herr Doktor." Begründeter Zweifel. Bauer: Karlchen, wohin gehst?" Der kleine Karl: urn Dreschen." . Bauer: Dummer Bub', sprech' deutlicher, gehst in die Scheune oder zur Schul'?"
