Indiana Tribüne, Volume 19, Number 53, Indianapolis, Marion County, 10 November 1895 — Page 6
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LlebeSglück. Dort unten im Thale Am murmelnden Quell Dreht sich ein Mühlrad im Kreise, Der fleißige Müller. Der munt're Gesell. Singet gar lustige Weise: Klappre Mühle immerzu Ohne Rast und ohne Ruh'; Mahle Mühle, mahle fein, Ueber's Jahr soll Hochzeit sein. Dort oben das Mägdlein Am lauschigen Platz Singet unzählige Male: Beschütze mir Gott Meinen herzigen Schatz Und unten die Mühle im Thale. Klappre Mühle immerzu Ohne Nast. ohne Ruh'; Mahle Mühle, mahle fein, Ueber's Jahr soll Hochzeit sein. Hoch oben der Sang Und tief unten Lied Band sich zu engen Akkorden; Was Liebenden innig Die Seele durchzieht, Sagen sie nicht mit Worten. Klappre Mühle immerzu Ohne Rast und ohne Ruh'. Fleiß'ge Arbeit füllt den Schrein Ueber's Jahr soll Hochzeit sein.
Eine Herzogin in öcn ZZciyen öcr Soctaldcmokratie. Eine ständige Vesucherin des jüngst in Breslau abgehaltenen socialdemolratischenParteitages war eine schlanke, dunkelblonde Dame im Alter von etwa 40 Jahren. Sie trug stets eine knallrothe serdenz Blouse, schwarzes Kleid und ein dunkles kleines Jägerhütchen. Diese Dame ist eine eifrige Parteigenossin und Gattin des sehr wohlhabenden Arztes Dr. Willim in Breslau, der sich einer ausgebreiteten Praxis erfreut. Seine Gattin entstammt der herzoglichen Linie des Württemberg'!schen Königshauses und wird im Gothischen Almanach als Herzogin Pauline Mathilde Jda von Württemberg, geboren den 11. April 1851. aufgeführt. Ungefähr im Jahre 1880 erkrankte ein Mitglied des württembergifchen Königshauses, das in dem kleinen oberschlesischen Städtchen Karlsruh eine Sommerresioenz besitzt, daselbst in gefährlich?! Weife. Professor Viermer. der inzwischen verstorbene berühmt? Arzt, wurde aus Breslau zu dem Patienten berufen, da er diesen jedoch nicht so oft. all es die Familie wünschte, besuchen konnte, übertrug er die Behandlung seinem Assistenten Dr. Willim, der sich demgemäß mehrere Wochen in der außerordentlich schön gelegenen oöcrschlesifchen Miniaturresidenz aufhielt. Bei dieser Gelegenheit lernte der Arzt, der ein ungewöhnlich schöner und liebenswürdiger Mann war und noch heut: ist. die Prinzessin Pauline kennen, die sich sterblich in ihn verliebte. Der junge Arzt erwiderte diese Neigung der Prinzessin, die von jeher Excentricitäten nicht abhold war, und nach einigem Sträuben willigte ihre Familie in den Ehebund ein. Wie ernst es der jungen Toctorsfrau mit ihrer Liebe und ihren neuen VerHältnissen jedoch war, davon legte eine Episode Zeugniß ab, die sich bei der Trauung abspielte und die damals viel 'besprochen wurde. In der Traurede konnte es sich der Geistlich: nämlich nicht versagen, auf den Standesunterschied" der Brautleute mit dem Vemerken hinzuweifen, daß die Prinzessin zu ihrem Gatten heraösteige. Unerschrocken erwiderte die Braut zum größten Staunen aller Anwesenden, daß sie die Verhältnisse keineswegs so auffasse, sondern zu ihrem Gatten hinaufsehe. Und der Ehestand, dem die Areslauer von Anfang an das lebhafteste Interesse entgegengebracht haben, ist stets sehr glücklich geblieben, zumal da Frau Dr. Willim ihren Gatten, der sich in Breslau einer sehr großen Praxis und ebensolcher Beliebtheit bei Arm und Reich erfreut, dadurch in wirksamster Weise unterstützt, daß sie ihn zu seinen armen Patienten begleitet und dort von ihrem Reichthum in Hülle und Füll! Gaben spendet. Der Einblick in Noth und Elend, den die kluze Frau bei diesen Besuchen zu thun Gelegenheit hatte und noch hat. veranlaßte sie zu dem Versuche, gesetzgeberische Maßregeln zur Linderung der socialen Mißstände anbahnen zu helfen, und sie war seit einigen Jahren ein eifriger Gast in den fortschrittlichen Volksvereinen, deren Weihnachtsbescheerunzen sie stets besonders, generös ausstattete. Bezüglich ihrer Anschauungen und Forderungen stellte sie sich jedoch bald auf einen derartig radicalen Stand,vun!t. daß es Niemandem, der die in!er:ssante Frau kennt, verwunderlich ersieh n kann, sie jetzt in den Reihen der Socialdemokraten zu finden. Germanischer Name. Silbersteins haben Familienzuwachs bekommen; nach einigen Tagen kommt die zärtliche Tante zu Besuch' und nachdem sie das Söhnchen genügend bewundert, fragt sie: Wie weroe! Ihr dieses reizende Kind nennen?" Frau Silberstein: Wir haben ihm einen urgcrmanischen Namen bestimmt: Konrad; denke nur an Konrad den Salier, an Konrad den Staufen. . Silberstein tritt in diesem Augenblick ein und wendet sich freudcstrahlend zumBesuch: Was sagen Sie zu meinem süßen Kohnerl?" R e n o m m a g e. Gast: Ist die Zunge auch ganz frisch?" Wirth: Natürlich; mit der können Sie sich beinahe noch unttthaltcn!"
mr Die Ansstcllung in Atlanta. Die furchtbaren Wunden, welche der blutige Bürgerkrieg dem sonnigen Süden geschlagen, sind in den drei Jahrzehnten, welche seit dem Tage von Appomattox verflossen, verharscht; an den Stätten, welche die entfesselte Kriegsfurie mit Feuer und Schwert heimgesucht, zeitigt Ackerbau wie Industrie herrliche Früchte, und von dem Fluche der Sklaverei befreit, sind die Südstaaten auf dem besten Wege, von ihren reichen, früher wenig entwickelten natürlichen Hilfsmitteln endlich den ausgiebigsten Gebrauch zu machen. Die Ausstellungen von Louisville und New Orleans haben bereits den Beweis geliefert, daß für den Süden eine neue Aera angebrochen ist. wenngleich nicht in Abrede gestellt werden kann, daß dem allgemeinen Fortschritt sich eine gewisse Klasse starrköpfiger Bourbonen entgegenstellt, welche nichts gelernt haben; allein dieser werden immer weniger und die nach dem Kriege aeöorenen Geschlechter sind im Großen und Ganzen frei von den alten vergessenen Vorurtheilen. i-ii'rt 1;V??i3355?;Frauengebäude. Die Atlanta'er Ausstellung, deren voller Erfolg als gesichert betrachtet werben kann, bedeutet für den Süden einen weiteren, wichtigen Markstein auf dem Wege des Fortschritts. Mit vereinten Kräften haben die Bewohner des schönen Dizie-Landes an dem Zustandekommen der Ausstellung gearbeitet und sie haben alle Ursache, auf die erzielten Resultate stolz zu sein. Die Ausstellung erhebt auch nicht im Entferntesten den Anspruch, eine WeltAusstellung" genannt zu werden, sie soll dem Besucher nur ein vollkommenes Bild der Errungenschaften des Südens auf dem Gebiete des Ackerund Bergbaues, der Industrie, des Transportwesens, der Kunst und Wissenschaft u. s. w. geben und diese Aufgäbe ist in vollstem Umfange als gelöst zu betrachten. Die Arrangements der Ausstellung sind mit anerkennenswerthem Geschick getroffen und die ErZeugnisse der verschiedenen Zweige des Erwerbslebens haben in geräumigen Gebäuden ihre 2lufstcllung gefunden; daß es an Collectionen, welche die reichen Hilfsquellen der von der Natur in so hohem Grade begünstigten Südstaaten repräsentiren, nicht fehlt, braucht wohl kaum besonders hervorgehoben zu werden. Auch das farbige Element ist als voll berechtigt anerkannt worden und hat' eine eigene Abtheilung, in welcher der Besucher sich von den gewaltigen Fortschritten überzeugen kann, die der Neger seit seiner Emancipation von dem Sklavenjoche gemacht hat. Es ist leider ein Ding der Unmöglichkeit, in dem eng begrenzten Rahmen eines Artikels allen Abtheilungen der interessanten -und lehrreichen Ausstellung in gebührender Weise gerecht zu werden, dazu ist dieselbe viel zu umfangreich; wir müssen uns auf die wichtigeren Departements beschränken und auch diese können wir nur sozusagen von der Vogelperspective aus betrachten. . . j. rjsszi 73kf&-Regierungs-Gebäude. Als das Ausstellungsproject eine greifbare Gestalt annahm, beschlossen die Frauen von Georgia, nicht hinter den sogenannten Herren der Schöpfung zurückzustehen und zu zeigen, daß sie an der allgemeinen Culturarbeit einen sehr thätigen Antheil nehmen. Und dieses Vorhaben haben sie in einer Weise, welche Bewunderung verdient, zur Ausführung gebracht. In dem Frauengebäude findet der Vesucher zahlreiche Collectionen von Werken, die aus der Hand von Frauen hervorgegangen sind und welche den vollgiltigen Beweis liefern, daß auch im Süden das weibliche Geschlecht wacker voranschreitet. Die wesentliche Förderung, welche die Ausstellung seitens der Bundcs-Rcgierung erfahren hat, findet der .Besucher nicht blos in dem eigentlichen Regierungs-Gebäude, sondern in einer großen Anzahl von Collectionen einzelner. Industriezweige veranschaulicht, welche von Fachmännern einzelner Regierungs-Departe-ments zusammengestellt sind. Unter solcher sachverständigen Leitung sind einzelne Abtheilungen so umfangreich gemacht, als es die zur Verfügung siehend'ei: Geldmittel erlaubten, ja selbst die Behauptung, daß dieselben in jeder Beziehung mustergiltiz sind, geht durchaus nicht zu weit. Dies ist besonders hinsichtlich der Forst- und Vergbau-DepartemcntZ der Fall, welche von Dr. Fernow. Chef der ForstAbtheilung des Ackerbau-Ministeri-ums. und Dr. Day. Chef der MineralAbtheilung des Bundes-Vermessungs-amtes, arrangirt sind; beide Herren haben wirklich Bedeutendes geleistet, trotzdem ihnen nur geringe Mittel zur Verfügung standen. In den von Dr.
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Fernow zur Ausstellung ( gebrachten Collectionen von Nutzhölzern finden
' sich nicht weniger als 288 Gattungen, , von welchen jetzt kaum mehr als 100 ! hrifltsrfi fylrvrViitn ftnVi s??n f.V4tWyv WIVltlVUIIIJ ilVbl VW t " S-i r. 7777, riTti I i ' ' 1 uJU 1 1 a a i fl i ft . Halle der Fabrikanten Georg! a's. mächtige Pyramide gibt dem Besucher ein anschauliches Bild von den verhältnißmäßigen Quantitäten jeder Holzart, welche zur Zeit gefällt, bezw. geschnitten werden. Genaue Angaben über des Südens Reichthum an Nutzhölzern belehren uns über das Vorkommen der einzelnen Holzarten in den verschiedenen Staaten. An den verschiedensten Fabrikaten der Holzindustrie fehlt es selbstverständlich nicht. Dr. Fernow. der in der WaldschutzBewegung eine führende Stelle einnimmt, hat eine besondere Gruppe arrangirt.welche dem Besucher diesbezüglich einen vorzüglichen Anschauungsunterricht ertheilt. Mit dem Holzreichthum der Süd-' staaten halten sich ihre schier unerschöpslichen Mineralschätze wohl die Wage und deshalb war es durchaus am Platze, daß dieser Abtheilung der Ausstellung große Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Eine besondere Attraction in dieser Abtheilung bildet eine Sammlung prächtiger Edelsteine und Edelmetalle; höchst sehenswerth ist auch ein kleiner Tempel aus Tennesseeer Marmor. Die verschiedenen Arten von Bausteinen sind in einem mächtigen Viereck geordnet, auch finden sich dort stattliche Blöcke von schwarzen Diamanten, welche sich fast in allen Südstaaten finden. ..., nt Mi 'rä""??'? - .k-- ('!tTiiid.'vi M c i"'CL-'rrV 1 Kw?l!Sil rüi.2ZU M'Ty.r r. ik 4 r m. .1 r n v M m m w . - :.. i rn t... . .-: ... p-&?ttrrrv&jJ2jZiz2) Abtheilung für Electric i ! ä t. In einem besonderen Gebäude haben die Fabrikanten des Staates Georgia eine Sonder-Ausstellung arrangiri, die des, Sehenswerthen sehr viel enthält. Das moderne Mädchen für Alles, die Electricität, hat in einem besonderen Gebäude ausreichenden Raum gefunden, um die Fortschritte der Technik auf diesem Gebiete zur Anschauung zu bringen; dies ist auch hinsichtlich des Transportwesens der Fall. König Baumwolle" hat sich auf der Atlanta'er Ausstellung mit einem bescheidenen Platze begnügen müssen und diese Thatsache ist recht bezeichnend für die Entwickelung des neuen Südens. Daß man im Süden der Baumwolle nicht mehr die große Wichtigkeit beimiZt wie früher, illustrirt ein allegorisches Bild in packender Drastik; dasselbe stellt die Kartoffel dar. welche den KönigBaumwolle" imFaustkampf zu Boden schlägt. Arkansas hat dieses Bild gesandt, doch kann der Vergleich auch für andere Südstaaten gelten, wo die Cultur von Brotfrüchten und Obst an Ausdehnung gewinnt. Die Kenntniß von dem Werthe des vielseitigeren Landbaues bricht sich immer mehr Bahn und hierauf mag wohl die Thatfache zurückzuführen sein, daß die Baumwolle in dem LandwirthschaftsGebäude weniger Raum einnimmt als Gemüse. Körnerfrüchte, Obst u. s. w. Dies ist begreiflich, wenn man die Mengen der verschiedenen AckerbauErzeugnisse mit einander vergleicht. Nach Ausweis der Erntestatistik für das verflossene Jahr p'roducirte Virginien 6.993.249 Bushels Weizen. 32.193.853 Bushels Welschkorn. 3.400.501 Bushels Hafer. 2.353.752 VuAbtheilung für Transportwesen. shels Kartoffeln, 35.593.934 Pfund Tabak und nur 12.733 Ballen Baumwolle. Nord-Carolincc erzeugte 434.920 Ballen Baumwolle, aber 3,473.733 Bushels Weizen, 3.754.034 Bushels Hafer. 1.113.210 Bushels Kartoffeln. 32.939.484 Bushels Welschkorn und 42.142.620 Pfund Tabak. Aehnlich war das Verhältniß in SüdCarolina. Mississippi producirte 1, 167,881 Ballen Baumwolle, 33,931.213 Bushels Welschkorn, 1.849.094 Bushels Hafer, 40.670 Busbels Weizen. 421.344 Bushels Kartoffeln und 133,980 Tonnen Heu. WMMMM K u n st h a l l e. Die Kunst hat ebenfalls eine wür. I dige Stätte gefunden. Zu bedauern
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ist, daß die Verwaltung sich dazu verj standen hat. die Ausstellung an Sonn tagen zu schließen; dadurch tst dem großen Theile der Bevölkerung, welcher an Wochentagen dem Broterwerb nachgehen muß, der Besuch erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Zur Erinnerung an den Kaiser Friedrich. Die festlichen Veranstaltungen, welche in Elsaß-Lothringen aus Anlaß der 25jährigen Wiederkehr der 1870er Kriegstage stattfanden, haben mit der Einweihung des Kaiser Fried-rich-Denkmals aus dem Schlachtfelde von Wörth ihren Höhepunkt erreicht. Das Denkmal erhebt sich genau auf der Stelle ungefähr in der Mitte zwischen Wörth und Dieffenbach , von wo aus am 6. August 1870 Unser Fritz" die Schlacht geleitet hat. Der Schöpfer dieses Denkmals ist der junge Bildhauer Max Baumbach in Berlin, ein Schüler von Reinhold Begas. Der Felsblock, aus dem es sich erhebt, ist so angelegt, daß er als die natürliche Krönung eines Hügels erscheint, auf dem der Oberbefehlshaber der 3. Armee sein Roß anhält, indem er mit der Rechten hinüber nach Fröschweiler, dem Schlüssel der französischen Stellung, deutet. Der Kronprinz ist in feldkriegsmäßiger Ausrüstung dargestellt. Die Reiterfigu? hat eine Höhe von 5 Meter, der felsige Unterbau eine solche von 7 Meter.- so daß das Ganze 12z Meter hoch wird. Roß und Reiter sind aus Bronze gegossen, der FelsDenkmal bei Wörth. aufbau besteht aus elsässischem Sandstein. Auf der Vorderseite des mächtigen Piedestals befindet sich eine gemauerte Platform, auf der zwei markige germanische Kriegergestalten, sich die Hand reichend, stehen. Sie stellen Nord- und Süddeutschland dar, die sich vor dem Wappenschilde von ElsaßLothringen zu Schutz und 'Trutz verbinden. Ueber diesem Wappenschilde breitet der deutsche Aar schützend seine Schwingen. Zu Füßen des Nordgermanen lehnt der Sachsenschild, das älteste kriegerische Symbol der norddeutschen Stämme; zu Füßen des Südgermanen kauert der bayerische Löwe. Das ganze Denkmal erhebt sich auf einer gemauerten Terrasse von 42 Meter Länge und 30 Meter Tiefe. Zwei breite Aufgänge führen zu dem Denkmal empor, das sich hier auf dem Gelände erhebt, wo damals die ersten glänzenden Waffenthaten in dem großen Kampfe um Deutschlands Einheit geschahen. Der beleidigte Doctor. M '. vh C7 Ach, Herr Doctor. helfen Sie mir, ich bin etwas geistesschwach Sie sind verrückt, daß Sie mich für einen Irrenarzt halten. Monolog. Pantoffelheld (im Thiergarten vor dem Elephanten): Den beneid: ich wirklich um seine dicke Haut!" Auch ein Schriftsteller. A.: Was macht derMüller eigentlich V 33.: Der lebt von seiner schriftstellerischen Thätigkeit." A.: Was der dumme Kerl?" B.: Ja. der schreibt immer nach Hause um Geld!" Der Strohwittwe r. Hitts: Was ist denn los mit Dir, alter Freund? Du machst ja em Gesicht, als wenn das Ende der Welt gekommen ist!" Mitts: ..Das nicht, aber meine Frau ist nach Hause gekommen!" . Beim Heiraths - Vermittler. Denken Sie auch, daß wir zu einander passen werden?" Vorzüglich; Sie haben ein sehr lautes Organ und die Dame ist furchtbar schwerhörig!" Dringlicher Antrag. Dame: Ihr Heirathsantrag überrascht und beglückt mich zugleich, doch gönnen Sie mir noch achtundvierzig Stunden Bedenkzeit. Freier: Das ist sehr lange, bis dahin könnte ich mir -selbst die Sache anders überlegen.
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Ein alter Zlordostsce-Canal. Bereits in der Mitte des 15. JahrHunderts hatte Hamburg mit Lübeck über die Herstellung eines Eanals zwischen Alster und Trave, der eine directe Wasserstraße zwischen diesen beiden Städten bilden sollte, verhandelt. Schon hatte Hamburg seinerseits mit dem Bau begonnen, als aus verschiede nen Gründen der Gedanke wieder ausgegeben wurde. Erst im Jahre152? kam man auf dasProject zurück; Hambürg verzichtete auf eine Summe Geldes. die es von Lübeck zu fordern hatte, dafür übernahmen beide Städte die Schleuse ZnPoppenbüttel. Fortführung des Eanals auf gemeinsame Kosten. Auch der damalige König von Dänemark beförderte das Werk, eines Theils durch kostenlose Ueberlassung der erforderlichen Landstrecken, andern Theils durch Lieferung von Holz zum Schleusenbau und Stellung von Arbeitern. So machte man sich 'rüstig an die Ausführung. Der Plan der vereinigten Städte ging dahin, von der oberen Alster bei Stegen aus eine Wasserverbindung durch's Nienwoldter Moor nach Sülseld anzulegen, von hier aus sollte dann die bei Oldcsloe in die Trave mündende Beste benutzt werden, während die Trave die Fortsetzung zur Ostsee bilden sollte. Alster, Eanal und Beste erhielten durch Schleusen den erforderlichen Wasserstand, die wasserreiche Trave bedürfte solcher nicht. Nach manchen Widerwärtigkeiten mit den benachbarten Edlen wurde der Eanal im Jahre 1530 fertig gestellt. Aber was ist heute davon noch vorHanden! Bei dem ehemals hamburgischen Dorfe Poppenbüttel ist noch die erste Schleuse dieses vergessenen Eanals zu sehen und nicht weit davon befindet sich die Mellenburger Schleuse. An dem alten Schleusenhause vorbei führt der Weg zu der Stätte, wo die Schleuse nh au?. alte Naubburg Mellenburg gestanden, dann zur alten Mühle und durch's malerische Rodenbecker Quellenthal in's hamburgische Walddorf Wohldorf. Von Wohldorf über dieSchleusenbrücke nach Duvenstedt; und ein übler Sandweg führt zur nächsten Schleuse nach Wulksfelde und weiter zu einigen anderen Schleusenbauten. In Stegen erblickt der Wanderer zuerst den Eanal. der sich von dort nach Nienwoldt erstreckt und sich an diesem Dorfe vorüber nach Sülfeld zieht, wo er in einer Breite von ca. 14 Fuß endet. Dort zeigte der Eanal jedenfalls eine beckenartige Erweiterung mit LiegePlätzen für die Schiffe; als Ueberbleibsei dieses Hafens dürfen wir vielleicht die, jetzt nach Osten zu geöffnete Schlucht annehmen, durch die heute das überflüssige Wasser des Eanals der im Thale fließenden Beste zuströmt. Nicht weit davon befand sich noch vor wenigen Jahren ein uraltes Gebäude, ohne Landbesitz, auch anders gebaut als Mühle an der Alster. sonstige Bauernhäuser, so daß wohl anzunehmen ist. daß es der Stapelplatz der hier mit oen hansischen Schiffen anlangenden und umzuladenden Waaren war. Lange nachdem dieser alte Eanal nicht mehr benutzt wurde, hat man wiederholt Versuche gemacht, ihn wieder anzulegen oder besser auszubauen, so noch allen, Ernstes in den zwanziger Jahren dieses Jahrhundcrts. m Beweiskräftig. May: Alzic bekommt jetzt einen Schnurrbart." Pamela: Ich habe es noch nicht bemerkt." May: Aber ich habe es gefühlt!" Starker Tabak. A.: Dieser elende Schuster wollte mich betrügen. Er sagtet meine Stiefel wären aus bestem RoMer gefertigt, es ist aber gewöhnliches Rindleder." B.: Woran sehen Sie das?" A.: Ich schmierte die Stiefel einfach mit Haarwuchssalbe ein und es wuchsen Kuhhaare darauf." .
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Das Bremer Essigyaus. Die Straßen der alten Hansastadt an der Weser sind noch heute mit einer Anzahl schöner alter Giebelfassaden ge schmückt, die der deutschen Renaissance Periode 15401610 entstammen bis auf zwei, das Krameramthaus, jetzt GZlwerbehaus genannt, und das auf unserer Abbildung dargestellte sögeannte Esstghaus, die beide ein roenig später, 1618 bis 1621 gebaut, bereits den beginnenden Barockstil angeigen. Seit 1610 fingen nämlich die deutschen Baumeister an, die architektonijche Gliederung ihrer Bauten dem allgemeinen malerischen Effekt unterzuordnen und die ornamentalen Motive dem verschnörkelten italienischen Barock anzupassen, ein Bestreben, das sich deutlich in der Faade unseres GiebelHauses ausspricht. Die Namen seins Baumeisters und Bauherrn sind leider verloren gegangen, vielleicht wurde es von einem Schüler Lüder von Bentheims errichtet, des erst kürzlich wieder entdeckten Schöpfers der 1613 vollendeten Nathhaus. faade, die wenigstens in ihren Arkaden auch schon den Barockstil zeigt. Lüder von Bentheim starb 1613, und der mit dem verhängnisvollen Jahre 1618 einsetzende Krieg machte leider in Bremen der weiteren Entwickelung des deutschen Barocks ein Ende. Jüngst wurde gemeldet, daß das South-Kmlsington Museum in London die Faade dieses Einhauses für 60,000 Mark erworben hätte, doch hat sich .diese Nachricht nicht bestätigt. Das alte Patrizierhaus bleibt Bremen erhalten und die Rolandstiftung hat durch einen Zuschuß von 20.000 Mk. für die Nestaurirung des Gebäudes a sorgt. Das Essighaus ist ein verputzte? Backsteinbau mit Hausteinornamenten und besteht aus vier Geschossen und einem Mezzanin, der Giebel entHält zwei Dachböden) übereinander. Die horizontale Gliederung ist durch Gesimse und Bedachungen, die vertikale durch kannelirte Pilaster und Hermensäulen angedeutet. Das rundbogenförmige, mit einer Rosette gezierte Portal chat zu beiden Selten eine vorsprinaende Auslucht" bis zur Höhe des Mezzanins. Unter dem GesimS der Ausluchten ist, in Stein gehauen, zu lesen: Haß. Reit Abgunst ist gar umsunst Was Got bescheret bleibt unverweret. Anno 1618. Die Victoria Negia. Eine jener Riesenpflanzcn. welche den Beschauer wie ein Ueöerbleibsel der triebkrästigen Urwelt anmuthen. ist die prachtvolle Victoria Regia. Ihre kreisförmigen, oben grünen, unten rothen Blätter haben einen aufgeschlagenen Rand von ca. 7 FußDurchmesser. Unsere Abbildung stellt die Blätter einer Bictoria Regia im Guindy-Park in MAdras dar:. Das eine derselben trägt einen jungen Australneger, der im Vollbewußtsein seines Nettogewichtes von 50 Pfund gravitätisch uf seinem improvisirten Boote sitzt. Die Blume der Victoria Regia hat 12 bis 16 Zoll Durchmesser und wechselt den Tag über ihre Farbe vom reinsten Weiß bis zum sattesten. Roth. . Galant. Sind die Korallenriffe in der Thai so äußerst gefährlich, Herr Eapitän?" .Freilich, mein Fräulein, man scheitert leicht an den Korallenriffen, aber noch viel leichter geht man an Korallenlippen zu Grunde!" Einneckischer Direktor. Schauspieler (durch den Vorhang sehend): Herrgott, wieder lauter alte Weiber im Theater!" Direktor: Ra, da sein S' doch froh darüber!' Schauspieler: Warum denn? Direktor: .Die klatschen doch am ei ta!" '. -
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Eine neue Tonaubrücke. In der Preisconcurrenz für eine Straßenbrücke, welche die beiden Schwesterstädte Pest und Ofen verbinden soll, hat deutsche Kunst und Technik einen schönen Sieg davongetragen, aus den hervorragendsten Fachmänaus den? 'hervorragendsten Fachmänneren Europas zusammengesetzte Jury den ersten Preis von 30.000 Kronen dem von der Maschinenfabrik Eßlingen gemeinschaftlich mit den Stuttgarter Architekten Eisenlohr und Weigle eingereichten zugetheilt. Was die von dem Oberingenieur Kübler der genann-ten-Fabrik herrührende technische Construktion betrifft, so ist sein Project eine angesteifte Kabelbrücke von etwa 320 Meter Stützw-ite und 16 Meter nutzbarer Brückenbreite; die beiden Kabel bestehen aus je 14.023 Stück, miteinander parallel laufender 4 Millimeter starker Gußstahldrähte. An ihnen sind mittels Hängestangcn die sog:nannten Versteifungsbalken aufge. hängt, welche durch die Querträger und den horizontalen Kreuzverband zu eieü vollständigen Brückenconstruktion vereinigt sind. Zeigt dieser Theil der k ! ,1 , Li k ÄOW VfiH l ...,T-VV.';. Der preisgekrönte EntWurf. Brücke die Vorzüge einer spielenden Eleganz, so kommt der monumentale künstlerische Charakter d:s Projects hauptsächlich in der architektonischen Anlage der beiden Vrückenporhle zum Ausdruck und in der Art. wie sich diese in ihrem lapidaren Aufbau de? öifenconstruktion anschmiegt. Von den Figuren und Städtewappen geschmückten Mnkerbelaswngskörpern (zugleich Mauthäusern), die als Postamente für Reiterstatuen gedacht sind, steigt, die Zugspannung der Drahtseile bedeckend und begleitend, ein kühner Steinbogm an das mit hochaufragenden Pylonen gebildete Brückqnportal hinan. Die Schiffsschnäbel der Pylonen tragen Figurengruppen, die Laternen sind mit Balkönen versehen und durch geflügelte Genien gekrönt. Der Schlußstein des Portalbogens trägt einerseits das Wappen von Vuda (Ofen), andererseits das von Pest; über beiden erhebt sich die ungarische Königskrone. Ein Schiff als Wirlysyaus. Die Ausführung des Projects, die deutsche Reichs-Hauptstadt durch einen Canal mit dem Meere zu verbinden, steht zwar noch in weiter Ferne, trotzdem aber wird auf der im nächsten Jahre im Treptower Park bei Berlin stattfindenden GeWerbeausstellung ein veritables Seeschiff zu sehen sein. Es W dies die ehemalige Nostocker Brigg Marie," die von einem Unternehmer, der die Vorliebe der Berliner für das Seewesen kennt, erworben wurde und jetzt schon als schwimmendes WirthsHaus auf dem Langen See bei Grunau Verwendung findet. Um das Schiff nach Berlin zu befördern., wurde es zunächst von Masten und Takelage be freit, sodann horizontal durchgeschni!a8k JSfei jcj.Vjü.' ' . -v -",,r tr itijCisrT' .Si ?rrr. Die. Brigg Maxx" ten und in diesen beiden Theilen durchl Oder und Spree nach seinem Bestimm mungsorte geschafft, wo die WiederZusammensetzung so geschickt erfolgte daß von der früheren Trennung keink Spur zu bemerken ist. Natürlich fand? auch eine sorgfältige Reparatur statt, und mit dieser war zugleich eine Um gestaltung der Räume für den neue Zweck verbunden. Beispielsweise wurde das Zwischendeck in einen Tanzsaal verwandelt und unter- Deck wie oben eine Reihe Gastzimme? angelegt. Eine große Küche befindet sich auf Deck. Der Transport und die He? richtung des Schiffes erforderten einm Kostenaufwand von 23.00 Mark. Einspruchs Wenn ich wirklich einmal heiraths so gäbe es höchstens eine Vernunft ehe." Na, reuommiren Sie nur nicht so!" Berechtigte Forderung. Frau (zu dem Gesangverein, der ihrem? Mann in der Nacht ein Ständchen dringt): Ach bitte, meine Herren, jetzt singen Sie doch noch ein Wiegenlied, damit meine Kleine, aufgewacht ist. wieder einschW!" - .
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