Indiana Tribüne, Volume 19, Number 53, Indianapolis, Marion County, 10 November 1895 — Page 3
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SdjiifDSiicpcsijaps Von Hcorges Hynct. (1. Fortschung.) fGrrara hatte zuerst auf ihr? lebhafte Herausforderung hin geschwiegen und seine verschlossene Miene bewahrt, ohne jedoch ein Lächeln u-n-terdrücken zu können, "das kie Nengier seiner Freunde nur noch mehr steigerte. Ach was, Sie mit Jh?er GeheimTnßfrämeiei! Ich bin überzeugt, daß Sie, Marquis, unter uns allen der Vegünstigtste sind! So em Wbscher Kerl, wie Sie, und unabhängig und reich dazu! Sie müssen ja großen Ersolz U den, Frauen haben. Jetzt, in diescm Momente, sehen Sie wie einer aus, der sich übe? etwas ganz besonders freut." Imme? noch beobachtete Girant ein beharrlich?) Stillschweigen, aber das Aufblitzen seiner Angen, das Beben seiner Lippen und das crsrrahlen'de Geficht verriethen mehr, als es ein Zugeständmß gethan haben toibbe. Die andern, die darauf erpicht waren, sein Geheimniß zu erfahren, drangen in ihn, sich doch nicht so unerbiiil'ich zu zeigen. Konnte er denn sein Erleöniß nicht erzählen, ohne den Namen der versühr-riischen He?d!n zu nennen? Deirn bezaubernd war sie doch jeöenfalls, daran war ja nicht mehr zu zweien! bezaubernd!" entfuhr es dem Marquis. Zin alliiemerner Ausruf der ??reude begrüßte diese unvorsichtige Bemerkung des Italieners, und langsam und imbewußt gerieth Äer junge Mann imrner mth: in seine indiskreten Mittheilungert hinein. Er begann sein romanisches Abenteuer zu erzählen, während ifyzn alle aufmerksam, gespannt unk ein wemz neidvsch zuhörten. In Monaco, .ils er das Schloß des Fürsten besuchte, war es gewesen, daß er zum erstenmal derjenigen begegnete, die er anbetete, in Begleitung eines andern jungen Mädchens und einer alten Dame. Nichts sonnte ehrbarer sein, als das Auftreten d:r beiden juigen Mädchen unter der Aussicht ihrer Anv:rwandten. Er hatte sich bescheiden im Hintergrund: gehalten, aber sie dabei aus der Ferne beobachtet, und war hingerissen gewesen von ihrer Grazie und der naiven Verwunderung, mit der sie alles anstarrten. Ueber eine Stunde lang war er ihnen so gefolgt, ihre Bemerkunzen, ihre Fragen, ihre Betrachtungen erlausÄend, und entzückt von ihren Reizen, wußte er nicht, welch: ihm besser gefiel, die Blonde oder die Braune. Sie schienen seine Anwesenheit gar nicht bemerkt zu haben, und wenn er nicht der alten Dame beim Hinabsteigen einer steilen, dunkeln Treppe seine Hand als Stütze geboten hätte, würden wohl die beiden hübschen Touristinnen schwerlich vie Augen zu ihm erhoben haben. Als sie jedoch unten im Hose angelangt waren, hatten sie sich umgedreht und ihm mit einem leichten Läöeln ihren Dank ausgedrückt. Vor dem Portal Äes Schlosses waren sie in einen Landauer gestiezen und auf der Lan.dstraße nach Condamine verschwunden. Er war nach Monte Carlo gegangen, noch voll von der Erinnerung an die so verschiedene und doch so vollkommene Schönheit der beiden. Er hatte am trente et quaninte gespielt, eine große Summe verloren, aber der Verlust hatte ihn gleichziltiz gelassen, denn seine Gedanken beschäftigten sich noch immer mit den reizenden Mädchen, die ihn so schnell und so vollständig erobert hatten, und die er aller Wahrscheinkichkeit nach nie wiedersehen würde. Der Zufall hatt sie ihm jedoch wieder in den Weg geführt und ihm diesmal klar diejenigr bezeichnet, die zu lieben ihm bestimmt sein sollte. Er hatte sich vorgenommen, um einen seine? Tage auszufüllen, die amerikanische Fregatte zu besuchen, die jedes Jahr im Hafen von Villa franea ihre Anker auswirft, und diesen Entschluß bald zur Ausführung gebracht. Zwei Stunden lang gab er sich der genauen Vesichiigung des Schiffes hin, wobei ihm die Offiziere aufs bereitwilligste entStenge kommen waren. Dann stieg er wieder ans Land. Während cr auf sei nen Zug wartete, gina er in der Nähe der Bucht auf und nieder, in den schattig?n und duftettden Wegen, zwischen Villenzärten hindurch, und schaute hinaus auf das blaue Meer, dessen Wogen sich an dem rothen Felsgestein brachen, und auf deren silbernem Schaum, gleich Najadenhaar, sich die grünen Algen wiegten. Gedankenlos, voll von jener Lust am Leben, die in uns entsteht, wenn wir die herrliche Luft einer leichten Meeresbrise unter einen: wolkenlosen Himmel athmen, war er dahingewandert, rls er sich cn einer Biegung des Weg:s plötzlich zwei Frauen gegenüber befand, die Blumen pflückten. Die eine war eine Mulattin, in einem rothen opftuche. mit kupferfarbener Haut, -die einen Strauß von Mimosen und Ja-minblüthen in den Händen hielt. Die andre war eines der jungen Mädchen, denen er im Schlosse zu Monaco begegnet war. Sie hatte ihn wiedererkannt und feinen Gruß mit einem leichten Lächeln erwidert. Dann war sie mit ihrer Begleiterin vorübergegangen, und er konnte gegen den Wunsch, ihre Wohnung ausfinidiz zu machen, nicht ankämpfen. Er war ihr ganz von weitem gefolgt, um sie nicht zu erfchrecken. und hatte sich bemüht, durch die Gebüsche und das Gesträuch hindurch ihr weißes Kleid, das sich von dem Grün der Umgebung abhob, nicht aus den Augen zu verlieren. So war er vor ein: weiß und rosa bemalte Villa gekommen, in der das junge Mädchen ttrschwand. Er hatte, überzeugt davon,
baß hier ihr He'.m sei, lange vor der Thüre, gestanden, dann war er nach Monte Carlo zurückgekehrt, mit verwundetem Herzen und ohne daß er ei nen andern Gedanken, als den an die schöne Unbekannte, fassen konnte. Diese Mittheilungen waren erst nur flüchtig an dem Ohre des in Träume-
rei versunkenen Ploerne vorbeigegangen. Dann plötzlich wurden ihm in unerklärlichem Zusammenhang die Personen in Giranis Erzählung zu 'den Gestalten seines Traumes: drei Frauen, eine davon alt, zwei jung, und instinkt'rv fühlte er. daß jene dieselben waren, die er im Geist: gesehen hatte. Warum aber sollte es so sein? Gab es nicht noch andre, die Girani begegnet sein kon,nten? Wie dem auch war, eine peinvolle Angst schnürte ihm die Brust zusammen, und ohne daß irgend etwas seine Unruhe und seine Eifersucht berechtigt hätte, litt er grausam während der Erzählung des Italieners. Dieser schilderte weiter, wie er aus der Lauer stand, sich in der Nähe der Villa umhertrieb, um einen Blick von ihr zu erHaschen, wie er dann plötzlich kühn geworden war, bei einer Gelegenheit sie anredete und von ihr mit gebührendem Zorne abzefertigt wurde. Dann hatte er ihr geschrieben, um sich zu entschuldigen, und hatte wieder und wieder Briefe gesandt, trotzdem sie unbeantwortet blieben. Endlich war ihm die Mulattin zu Hilfe gekommen und hatt? seine Sache in die Hand genommen. Die ganze unsaubere Entwicklung des galanten Abenteuers mit jenem unglücklichen Kinde gab er nun den gierig lauschenden Männern preis, inmitten von Zizarrendunst, zwischen zweideutize Bemerkungen und verletzende Fragen hinein. Und noch immer hörte Plörne stumm zu. Jetzt aber war nicht mchr 'daran zu zweifeln, dah es dieselben Frauen waren, nach deren Wiedersehen ihn verlangte, daß es dasselbe Haus war, nach dem es ihn mit aller Macht zog. In einem einzigen kurzen Momente orach all sein Gluck, sem Hoffen zusammen, entweiht, vernichtet, und der schöne, klare See. in dem sich seine Zukunft so verheißungsvoll wiedergespiegelt hatte, verwandelte sich nun in eine lumpslge Lache, von der er sich mit Grauen abwandte. Immer noch erzählte der Italiener mit seiner melodischen Stimme. Jetzt schilderte er die heimlichen Zusammenfünfte, den duftenden Garten in den weichen, warmen Nächten.. beim Mondenschein, der seinen Zauber über das Kosen der Liebenden ergoß. Verzweiflunz erfaßte Ploerne mit der sich ihm auforängenden' Gewißheit der Wahrheit, die Girani in ihren Einzelheiten enthüllte. Bei diesem Schiffbruch. den fein ganzes moralische Selbst erlitt, klammerte er sich noch an ein: einzige Hoffnung. Zwei junge Mädchen wobnten in dem jetzt entehrten Hause. Welche hatte sich zu Grunde gerichtet? Die Schwester oder die Braut? Entsetzliche Wahl, die ihm das Herz zerriß, und der er dennoch nicht aus dem Wege gehen konnte. Und er kam dahin, zu wünschen, daß diejenige, die sich vergessen hatte, nur jene sei, die er als Freundin, als Juzendgespielin sie'bie, und daß die, welche er anbetete, sich ihm rein und treu erhalten babe. In seiner Seele erhob sich der fürchterliche Zwiespalt: Welche war es?" Aber er bebte vor der Frage zurück, so sehr er auch unter dem Zweifel litt. In dem plötzlich in ihm aufsteigenden wiloen, grauenerregenden Hasse, der sein ganzes Wesen gegen den Helden des galanten Abenteuers erfüllte, gab es jedoch kein Zögern. Erdfahl, mit zusammengepreßten Lippen und glühenden Augen stand er da, als wollte er sich auf den Italiener stürzen. Sein Herz schlug zum Zerspringen, währenid sein Gehirn mit unnatürlicher Nuhe und Klarheit arbeitete. Er. überlegte sich, was er thun solle; seine zitternden Hände erhoben sich drohend, ohn: daß er sich dessen bewußt war, als trügen sie Verlangen nach ihrem Opfer. Er sagte ; sich: Ich kann ihn nicht mitten drin ! , r - ! unierorecyen, um ryn zu oorseigen; vorher muß wenigstens zwischen jenem Elenden und mireine kurze Auseinand;rsetzung stattfinden, damit meine Freunde nicht glauben, die Tobsucht sei auf einmal bei mir ausgebrochen. Und doch muß ich ihn beleidigen, ihm meine Verachtung und meine Empörung ins Geicht schleudern; denn ich kann mir den Genuß nicht versagen, ihm das hcimznzah"?n, was er mich seit einer Viertelstunde erdulden läßt." Ein Durcheinander von Stimmen zeigte ihm. daß Girani mit seiner ErZahlung zu Ende war. Um den froh lächelnden jungen Mann herum tauschten die übrigen Gäste ihre Meinungen über die Sache aus. Verflixter Kerl, dieser Girani, solch ein Glück zu haben!" Diese Schwarzhaarigen mit den blaß angehauchten Gesichtern verdrehen allen Weibern die Kpfe!" Das ist einmal ein wirklicher Roman, und zwar ein sehr interessanter!" Jetzt versteht man doch auch die häufig: Abwe'sen'heit des lieben Marquis.... Er ist öfter in 'der Umgezend von Villafranca, als mit seinen Freunden vom Geschwader oder als in Nizza oder Monte Carlo...." Tadeln Sie mich darum, meine Herren?" fragte der Italiener mit einem Auslug von Eitelkeit. Wahrlich nicht.... Aber was wird der Ausgang der Geschichte sein? Jede Geschichte hat ihre Lösung.... Wenn Sie das junge Mädchen lieben und sie von gute? Familie und reich ist. was sie uns ja alles versichert haben, so können Sie dieselbe ja heirathen." Der Italiener wurde einen Augenblick lang nachdenklich, und eine Wolke l?g!e sich über seine Stirn, um aber balo wieder der gewohnten Heiterkeit zu weichen. Jfl, heirathen, das möchte ich schon;
was wurde jedoch die DZarqukse Girani, die in Florenz lebt, dazu sagen!" Verheirathet! Was zum Teufel, Sie sind verheirathet; das haben Sie uns ja noch nie erzählt. Das erschwert allerdings die Situation." Ich lebe ziemlich schlecht mit meiner Frau und spreche nicht gern darüber... Ueberdies ist die Marquise eine eifrige Katholikin und würde sich einem Zerreißen des ehelichen Bandes aufs hestigste widersetzen." Aber Sie lieben das jung: Mädchen?" Ich liebe sie.Eine Sekunde lang herrschte Schweigen; da sprach eine Stimme, deren Nauheit den Anwesenden durch alle
Nerven fuhr, die Worte aus: Da müssen Sie wohl, um sich so benehmen zu können, ein ganz elender Steil sein! Und wieder herrschte Schweigen; ein tödtliches dumpfes Schweigen. Die Herren waren von ihren Stühlen aufgesprungen und starrten auf den todienbleich gewordenen Italiener, von dem kaum drei Schritte entfernt Ploerne mit einem schrecklichen Lächeln aus den Lippen stand. Ich habe Sie wohl falsch verstanden," stammelte Giram, oder sollten Sie sich mit mir einen Scherz erlaubt haben; wir sind zwar unter Freunden, aber der Ausdruck war doch etwas stark...." Der Kapitän runzelte die Brauen und trat dem Marquis dicht unter die Augen. Ich bin durchaus Nicht zum Scherzen aufgelegt," sagte er. und wiederhole, daß em Mann, der ein Infamie begehen kann, wie die. der Sie sich rühmen. der niedrigste aller Schurken ist!" Mein Herr! Sie beleldla.en mich! rief Girani aus. Sie haben lange qeoraucht, um dies zu merken," , erwiderte Ploerne mit furchtbarer Ironie. Der Italiener machte eine Bewegung. als wolle er die andern zu Zeugen dieser ungerechtfertigten Hand lungsweise anrufen, denn die plötzliche Einmischung, der unerwartete Angriff des Offiziers waren ihm völlig unverständlich, und er konnte den Grund nicht einsehen, warum die lustige Gesellschaft so mit einem Mal als Drama enden sollte. Lieutenant Llstel hatte sich zwischen die beiden geworfen und versuchte Ploerne Vernunft beizubringen. Nein!" rief der Kapitän heftig aus, laßt mich in Nuhe mit Eurer Vernnnft. Ich kenne die Damen, von denen der Elende erzählte, und bezeuge hicmit, daß er gelogen hat und sich in schändlichster Weise unwahrer Dinge rühmt. Er hat eine Lektion nöthig, und meine Aufgabe soll es sein, sie ihm zu ertheNen." Bei den Worten: Ich kenne die Damen!" zuckte Girani kaum merklich zusammen. Er begann zu 'begreifen. Er wollte sprechen, aber zwei der Anwesenden zogen ihn fort, um ihn von Ploerne zu trennen und um einen gefährlichen Zusammenstoß zwischen den beiden zu verhüten. Der Kapitän war :m Salon von seinen Freunden umgeben zurückgeblieben, die sich 'bemühten, ihn zu 'beruhigen. Der Ausdruck seines Gesichtes blieb jedoch undurchdringlich und hart, wahrend er allen ihren Vernunftgründen Schweigen entgegensetzte. Sie versuchten die Sache so zu belcuchten. als walte em beklagenswertheS Mißerständniß vor und als täusche er sich, oder, meinten sie, der Marquis habe höchst wahrscheinlich übertrieben. Ploerne saß stumm und unbeweglich in fernem Stuhle und horte nichts von all dem, was seine Freunde vorzubringen wußten. Er blickte siarr vor sich hin, und einer der letzten Sätze, die der Marquis ausgesprochen hatte, kehrte in Ploernes Gedanken mit nicht zu verscheuchender Beharrlichkeit wieder: Was würde die Marquise Girani. die in Florenz lebt, dazu sagen?" So war also der Verführer verheirathet, und Ploerne blieb nicht einmal 'der Ausweg, der ihm mit welchen Schmerzen freilich ein paar Minuten lang als de? einzige erschienen war. diesen Mann zu? Sühne 'seiner That durch eine Heirath mit seiner Mitschuldigen zu zwingen. Er sollte nicht einmal die Genugthuung haben, ihr. die sich so furchtbar kompromittirt hatte, die Ehre wievergeben zu können. Diese -furchtbare Enttäuschung war die schließliche Veranlassung zu seinen beleidigenden Worten gewesen, und diefe Enttäuschung war es auch, die ihn mit so grausamer Wuth erfüllte. Seine Freunde konnten ihm trotz aller Bitten keine Antwort entlocken. Immer blasser war sein Gesicht geworden, seine Nasenflügel bebten und seine Züge verzehrten sich krampfhaft unter dem drohenden Lacheln der aufeinandergepreßten Lippen. Aber, Ploerne. es muß doch ein Mittel geben, die Sache beizulegen," sagte Lieutenant Listel. Du kennst doch Girani gar nicht und kannst doch keinen Groll gegen ihn hegen.... Es muß ein Irrthum vorliegen.... ihr werdet euch auseinandersetzen.... Ah, da sind ja unsre Kameraden wieder." Die Thüre war aufgegangen und Doktor Houchard kam mit noch einem der Gäste zurück. Sie sahen beide sehr erregt aus. lächelten aber, was von guter Vorbedeutung schien. Nun!" rief Listel aus, wie weit seid ihr mit ihm?" Er läßt sich auf ein: Auseinandersctzung ein. Alle Wetter! Leicht war eZ nicht, ihn dahin zu bringen." Ihr sprecht doch als seine Zeugen?" Selbstverständlich." Dann müjjcn wir vier allein bleiben. Wohin kann Ploerne so lange geh:n? Wozu sollen wir allein bleiben,, da wir doch schon nach wenigen Minuten den Kapitän wieder zurückrufen müßten. um ihm den vorgeschlagenen Ausgleich zu unterbreiten, dessen Annahm: semerfeitö die Sache gütlich beilegen wird.... EZ sind nur Worte gefallen...
öZach einem etwas heitern Frühstück unter Freuii'den hat man sich ein wenig erhitzt; das ist nichts, was nicht wieder gut zu machen wäre." Bei den Worten: nichts, was nicht wieder gut zu machen wäre," blitzte es in den Augen Ploernes schmerzlich aus, crber er sprach kein Wort. Die Lippen fest aufeinandergepreßt, saß er da und wartcte des weitem ab, was man ihm zu sagen haben würde. Ich werde gleich mittheilen, was wir erreicht haben," suhr der Doktor sort. Girani, der sich wie ein Verrückter über die Folgen seiner Klatfcherei gebardete. halben wir zur Vernunft gebracht. Es handelt sich nur um eine dumme Klatfcherei; ich bitte, daß Sie dies wohl beachten, Ploerne; nur um eine Klatscherei.... um nichts weiter.... Der Marquis hat uns auf seine Art ei-
nen Noinan erzählt.... Die darin auftretenden Perfonen sind wahr, aber die Fa'öel ist erfunden.... Er hat uns diese Erklärung ausdrücklich gegeben und ist bereit, sie Ihnen zu wiederholen. Er ist dem jungen Mädchen, um die es sich handelt, in der That begegnet; er bat sich in sie verliebt, a'ber nie hat er ein Wort mit ihr gewechselt oder gar eine Zusammenkunft mit ihr gehabt.... Er rühmte sich dessen zwar; es ist jedoch nicht der Fall gewesen. Er hat seinen Traum in die Wirklichkeit übersetzt.... Er war ein bischen an getrunken, was genau genommen doch kein so großes Verbrechen ist. Und Sie, Ploerne. sind in der That recht hart mit ihm umgesprungen." Ploerne fuhr auf. So? Finden Sie das?" unterbrach er seinen Kameraden mit vor Erregung heiserer Stimme. Werden Sie nur nicht gleich böse, Ploerne.... Wir erkennen das ganze Unrecht auf jener Seite an und betrachten Ihren etwas scharfen Ausfall als gerechte Strafe für die Aufschneidcreien; aber nachdem wir alle diese Zu- , geständnisse gemacht 'haben, werden Sie sich doch wohl darauf einlassen dürfen, die beleidigenden Ausdrücke, deren Sie sich bedient haben, zurückzunehmen?" Der Kapitän dlieb stumm und starr. Er gab weder durch ein Wort noch durch eine Bewegung sein 'Einverständriß zu verstehen und schien so wenig geneigt, auf eine Aussöhnung einzugehen. daß sich die vier Zeugen verwirrr Ü5d beunruhigt ansahen. Aber, Ploerne," sagte Listel. Du kannst uns doch nicht abschlagen, die Sache unter sür Dich so günstigen Bedinzungcn 'beizulegen.... Sonst müssen wir glauben. Du suchest um jeden Preis Händel mit Girani.... Nicht wahr, Du bist einverstanden.... es ist abgemacht?" Ploerne hatte sich erhoben und war unentschlossen ein paar Schritte auf und ab gegangen: dann blieb er plötzlich stehen. Wir waren elf Personen hier," sagte er; es ist möglich, daß der eine oder der airdre nicht verschwiegen ist und daß die Angelegenheit in die Oeffentlichkcit gelangt. Um die Ehre derjenigen. zu deren Vertheidigung ich mich aufgeworfen habe, vor jedem Verdachte sicher zu stellen, wünsche ich eine schriftlich: Erklärung zu haben." Gut. Wir glauben sie Dir versprechen zu können. Girani wird uns so weit als möglich entgegenkommen, denn es scheint ihm an dem guten Ruf des Mädchens, über das erso unüberlegt gesprochen hat, ebensoviel zu liegen als Dir." Ploerne wurde noch um einen Schatten 'bleicher bei der Versicherung deZ Interesses, das sein Gegner trotz allem an der zu nehmen sckien, die er kompromittirt hatte. Die Zeugen GiraniS entfernten sich, während der Kapltän mit seinen Freunden allein blieb. Du si", sagte Lieutenant Listel, eS wird sich alles vollständig zu Del-, ner Zusriedenheit ausgleichen lassen." Vollständig," murmelte Ploerne mit bitterer Ironie. Sie schwiegen still und warteten. Im Nebenzimmer hörte man Stimmen, und nach Verlauf von nur wenigen Minuten öffnete sich die Thüre aberuials, und die Zeugen erschienen wieder. Houchard sah sehr ernst aus und hielt ein Blatt Papier in der Hand. Er reichte es Listel hin; dieser las es mit seinen! Zlameraden und gab es dann an Ploerne weiter, der einen fast gleichgiltigen Blick darauf warf. Jetzt. Ploerne. wo wir alles gethan hben. was Sie verlangten, erwirten wir, daß Sie Ihrerseits die geforderte Bedingung erfüllen... Sie willigen ein, nicht wahr?" Der Kapitän erhob den Kopf, und in'dem er die vier Zeugen mit jenem starren Aufdruck, der sie schon zuvor in solche Unruhe versetzt hatte, maß, sagte er, sich zu einer künstlichen Nuhe zwiiigend: Vor allem möchte ich mit Herrn Girani selbst ein Wort sprechen." Aber, liober Freund, das ist ganz gegen alles Herkommen!" rief Lieutenant Llstel aus. Wir haben die Sache ohnehin schon in so inkorrekter Weis: geführt...." EZ war zum Guten," meinte der Doktor einlenke!?'), und darf uns nicht leid thun." Was Ploerne aber jetzt verlangt..." Können Sie thun oder lassen." erwiderte der 5kapitän mit seiner schrecklichen Gelassenheit. So werden wir also den Marquis fragen, ob es ihm recht ist." Die Thüre zum Nebenzimmer war offen geblieben. Girani, der zweifellos zugehört hatte, erschien auf der Schwelle und trat in würdevoller Haltung auf Ploerne zu. Dieser führte ihn in die Nische eines Fensters und da. während ihm plötzlich wieder das Blut zu Zlopse stieg und er den Italiener mit seinen Blicken fast durchbchrte. fragte er üiit zitternder, halb erstickter St'lM' me: Welche von den beiden.... Lydia oder Therese?" Das Geschick seines ganzen LebenZ sollte sidj in einer Sekunde entscheiden,
und !n der entsetzlichsten Erregung harrte er der Antwort. Welche ist es?" wiederholte er in dnnlpfcnl Tone. O, antworten Sie mir! Es handelt sich bei mir um mehr, als nur um das Leben!" Der. Marquis schüttelte bekümmert das Haupt. Ich kann Ihnen daraus keine Antwort geben," erwiderte er fest und bestimmt. Warum?" Dies hieße auf Ihre Aufforderung hin eine neue Indiskretion begehen, die noch hundertmal schlimmer wäre, als die erste, denn jetzt weiß ich, vor !vem ich spreche." Unglücklicher! Begreifen Sie denn nicht, was Sie mir damit anthun! HUten' Sie sich!" Ohne ein weiteres Wort der Erwiderung hatte sich Girani wieder zu den andern gesellt. Der Kapitän folgte ihm mit funkelnden Augen. Nun?" fragte Houchard, der hoffte, daß die beiden Gegner sich geeinigt hätten. Nun! rief Ploerne rns; ich habe die Erklärung des Herrn Marquis entgegengenommen, ich had: mit ihm eine vorbereitende Auseinandersetzung gehabt, und nachdem ich gelefen, was er niederschrieb, gehört habe, was cr sagte, behaupte ich. daß er sich nicht damit genügen läßt, den Buben zu spielen, dasj er jetzt auch noch den Feigling herauskehrt!" Mein Herr!" rief Girant crns, mdem er sich auf Ploerne stürzte. Aber der Zlapiiän war schneller als er, und seine erhobene Hand berührte das Gesicht des Italieners. Die vier Zeugen warfen sich zwischen die beiden. Ploerne, Sie sind toll geworden Sie wissen nicht, was Sie thun! Giran'k. entfernen Sie sich!" riefen alle durcheinander. Die Stimme Ploernes übertönte dm: Lärm und sehr deutlich und sehr klar erwiderte er: Ich weiß nur zu wohl,. waS ich thue. Keine Ausflüchte, meine Herren,, wenn ich bitten darf! Wir sind unter Männern hier. Also keine' Schonung. Es kann sich nur noch um ein Duell handeln da- der Herr Mai,
quis ebenso 'sehr wünschen muß, wie ich selbst.... Waffen sind ja zweifelsohne im Ha uze.... Wahlen Sie, welche Sie wollen.... ctber sofort., ich reise morgen ab und habe keine Zeit zu verlieren." Er sprach cbenfo ruhig, wie vor dem Frühstück, als er, die Freunde begrllßeid. in den Sawn getreten war. Listel zog ihn in eine Ecke. Welche Waffe willst Du? Mit welcher verstehst Du am 'besten umzugehen?" fragte er ihn ernst. Girani hat das Recht der Wahl.... Was ihm deliebt, soll mir recht sein. Fürchte nichts, ich werde ihn todten, so wahr ein Gott im Himmel lebt!" Nimm Dich in acht, er ist ein Pistolenschütze allerersten Ranges!" Dann morde ich ihn wenigstens nicht.... um so besser!" Ploerne blickte seinem Freund mit einem solchen Selbstvertrauen, mit einer solchen inneren Ueberzeugung ins Gesicht, daß er ihn aufs äußerste erschreckte. Bei einem so tapfern und ernsien Manne, wie es der Kapitän war, konnte man keine Ausschneiderei voraussetzen. So mußte in de? Bersicherung. die er gab. eine Are von satalisUscher Willenskraft liegen mit der er das Schicksal zu bezwingen vermeinte. Der Lieutenant, der schon me'hr lls eine blutige Schlacht mitgemacht hatte, perlor seine Kaltblütigkeit und stand zitternd und zum Handeln unfähig vor seinem unerbittlichen und so entschlossenen Kameraden. Der Herr des Hauses kehrte nach einigen Minuten der Unterredung, die er mit den Sekundanten Giranis gehabt, ins Zimmer zurück. Es ist alles geordnet," sagte er. Pistolen auf fünfundzwanzig Schritt Distanz und dreimaliger Kugelwechsel." Schon,"' nwiderte der Kapitän. Das Weiter ist furchtbar," fuhr der Doktor fort, und wenn es Ihnen recht ist, stelle ich eine große Scheune zur Beifügung sie befindet sich hinter dem Haufe und diente dem früheren Besitzer als Preßraum für seine Ollven. Das Gebäude ist gewiß an dreißta Meter lang, und Sie sind dann we.-. nigstens unter Dach." Wie Sie bestimmen... Nur möglichst rasch möchte ich die Angelegenheit erledigt sehen." Er ist wie rasend, unser Freund, sagte Lieutenant Listel leise zu seinem Mitsekundanten. Er hat mir vorhin sörmlich Angst eingejagt! Die Sache wird sehr ernst werden; richte schon im voraus Dein Verbandzeug her, überHaupt alles, was zur ersten Hilfe bet einer Aenvundung nöthig ist." Und wenn es einen Todten gibt?" Mein Gott! Welche Verantwortung für ims!" Es geht doch alles seinen geregeltem Gang und nach althergebrachtem Brauche?" So gut als es unter fo ungewöhnlichen Verhältnissen möglich ist." Du gibst Deine Pistolen dazu?" Die Herren haben sie fchon." Keiner der Gegner kennt sie?" Keiner. Die Wahl der Plätze und das Recht zu laden werden wir verloosen. Nachdem lle diese Formalitäten erfüllt sinid, bleibe ich an PloerneZ Seite." Listel begab sich nun ins Nebenzimmer, wo ihn einer der Zeugen Giranis erwartete. Die beiden Gegner befanden sich, nur durch ein Fenster voneinander getrennt, mit je einem ihre? Sekundanten im Salon. Der Marquis saß mit umwölkter Stirn vor einem kleinen Tische und schrieb. Hastig und ohne Zögern lief seine Feder übers Papier, wußte er doch ganz genau, was er nieverschreiben wollte. Als er mit dem Briefe zu Ende war, streute er Sand
über die noch feuchte Tinte, faltete daS Blatt zusammen, steckte es in ein Kouvert und adressirte: Herrn... Herrn..." Bürel. der ganz mechanisch darauf hinsah, konnte den Namen nicht entziffern. Dann steckte der Marquis das Kouvert in ein zweites, und indro er sich an den jungen Offizier wanoie, sagte n: Wenn mir nichts passirt oder wenn ich nur verwundet werde. aeÄen Sie mir diese Zeilen zurück. Sollt? ich fedoch getöotet weroen. dann haöen Sie die Güte, sie auf das italienifche Kon-
sulat in Toulon zu bringen, ohm das äußere Kouvert zu öffnen, ohne' den Namen des Adressaten zu lesen. WcÄen Sie mir dies mrf Ehrenwort vevsprechn?" Sie können ?uhlg sein; ich versprcche es Ihnen hiermit." Im selben AugMblick erschien Liste! wieder. Meine Herren, 'wenn es Ihnen gefällig ist." Die deidm Gegner erhoben sich gleichzeitig und verließen das Zimmer. Unten an der Treppe nahm der HausHerr den Vortritt, um den Weg zu weisen. Sie gingen über das Vestibül, dann durch ein Hinterzimmer, überschritten den Hof, ein Stück vom Garten und befanden sich .schließlich in einem Gebäude, das, auf vier Ziegelsteinpfeilern aufgerichtet',, ein längliches Viereck bildete und auf allen Seiten offen war. Der Fußboden bestand aus festgestampfter Erde. In einer Ecke war Brennholz angehäuft.. in einer andern lagen einige 'leere Flaschen und Kisten. Nichts, was alsMrtkztfchen oder Zielpunkt sür die Duellanten, hatte dienen können: der Ort war' wie für die Sache geschaffen. Ringsum' fiel der Schnee und in dem schon weißen Garten erschauerten die Bäume-unter dem eisigen Hauche des Nordwindes. Hast Du mir noch irgend einen Auftrag zu geben?" fragte Lieutenant Listel den Kapitän, während er ihn auf feinen Platz führte, demnach einer gewissenhaften Ausmessung der Entfernungen für ihn bezeich'.iet worden, war. Keinen, außer daß Du; wenn ich umkommen sollte, nach meinsm Hotel göhcn, dort meine Papiere holen und sie dem Marinepräfekten übergeben sollst. Er wird sie sichten, wird diejentgen, 'bis den Dienst betreffen,' für sich behalten und die andern meiner -Fami-lit zustellen." Gut GZb mir noch einmal zuvor die Hand. Da kommt Bürel. mit. Detner Pistole. Ich werde Girani .die. fein; bringend Der Kapitän drückte seinem Ktrmeraden, ohne die geringste Bewegung zu verrathen, die Hanid. Er bewahrte eine eiserne Ruhe und schien in wunderbarer Weise Herr seiner Nerven zu sein, während er das Terrain mit sicheren Blicken maß. Er sah seinen Gegner am andern Ende der offenen Scheune sich schwarz von einem weiß 'beschneiten Lobeergesiräuch wie eine Zielscheibe abheben. Ploerne nahm die Pistole, die ihm Bürel reichte, spannte den'Hahn zweimal,, um sich zu überzeugen, daß er in Ordnung war und kehrte, dann die Richtung- des Laufes nach dem Vo"Du' weibt, Alter." flüsterte- ihm Vürel zu. daß, trotzdem ich der Sekundant Deines Gegners bin, ich Dich doch gern unversehrt aus der Geschichte hervorgehen sehen möchte." Der Kapitän blickte ihm fest in die Augen und sprach nur das eine Wort, mit dem der Seemann gottergeben einer Gefahr entgegenzugehen, pflegt: Wie Gott will." Die Sekunldanten hatten sich'-zn beiden Seiten ausgestellt, und in dem freien Raum swnden sich die Duellanten gegenüber: Girani erdfahl, Ploerne finster, beide entschlossen. Jetzt erklang Listels Frage durch die Stiller Sind Sie bereit, meine Herren?" Ja erwiiderten die Gegneri!wie aus einem Munde. Eine Sekunde verstrich., dann erscholl das Kommando: Feuer., eins, zwei, drei!". Die beiden Pistolen wurden gleichzeitig erhoben, ein Blitz schlug aus der des Italieners 'und die 'betreßte Mütze des Kapitäns flog.. von der Kugel gestreift, in weitem Bogen auf die Erde. Ploerne, mit bloßem Kopfe, mit gerunzelten Brauen, zufammengepreßten Lippen, die Pistole 'fest rus den Gegner gerichtet, bot den Anblick eines unerbittlichen, seiner Sache sichern Menschen. Eine Sekunde- lang starnd er unbeweglich, und man hätte fast den Herzfchlag aller Betheiligten hören können. in solch entsetzlicher Seelenpin befanden sie sich. Endlich ertönte ein Schuß, und der Marquis sank getrossen zu Boden. Alle Zeugen stürzieil zu ihm hin, rber Houchard gab ?hn?n mit .einer Handdewegung zu verstehen, daß sie zurücktreten sollten, und während er den Nock und die Weste des Verwundeten aufknöpfte, 'sah er aus dem weißen Hemde, in der Gegend des Herzens, Blut hervorrieseln. Er entfernte auch noch das Hemd: ein kleines, dunkeln?-, thes Loch ward an der Seite des Un-. glücklichen sichtbar, dessen Athem sich nur noch schwer keuchend aus der Brust Hervorrang. Mit einem angstvoll auf den Doktor gehefteten Blick erwartete er sein Urtheil. Es ist nichts," erklärte Houchard. Aber der Ausdruck seines Gesichtes strafte diese Worte so sehr Lügen, daß der Italiener den Kopf senkte und traurig lächeknd flüsterte: Ich danke Jhnen, mein Freund; ich habe nur noch eine Bitte an Sie: lassen Sie. mich nicht allzuviel leiden." Ein ErstickungZanfall unterbrach ihn; dann fügte er hinzu: Das war ein gutgezielter Schuß.... die Marquise wird dalo Wittwe seön!" Die Zeug-n wandten sich an Houchard, um u erfahren, was die Unter suchunz ergeben habe. (Fortsetzung folgt.)
iir die Küche. Suppe von FisschPure, Man schneidet einen Hecht von etwa 2 bis 3 Pfund aus Haut und Gräten und schwitzt daö Fleisch mit Salz und Pfeffer in Butter gar. 4 UnzenPerlgraupen werden mit Salz und einem Stück Butter in Wasser ausgequollen, mit einer Brühe, die man durch das Auskochen der Fischgräten und Abfälle gewann vermischt und mik dieser und öem Zusätze eines Theelöffels Fleische?tract iir zwei Stunden sämig geJC.l W Ä r , iiri, ourcy ein sieo gecyiagrn. )az inzwischen erkaltete Fischfleich stößt ma im Mörser mit einigen süßen Mandeln, zrehrernr hartgekochte Eigelbe fein,, verdünnt es mit guter Sahn? und' streicht es durch ein Sieb. Nun macht an den GraupcnMeim kochend' heiß,, rührt ihn mit ei'öem Stück Butter und dem durchgestrichenen Fifchfleisch' klar, schmeckt die Suppe mit Scfr und Muskatnuß ab und richtet sie mit nachstehend anaegebenen Fisch'klußchen"' an: Ein elnpfundiger Hecht' wird ans den Gräten geschnitten, gewaschen,, rei getrocknet und das Fleisch fein gewiegt. Hierauf bereitet man von dem dritten Theil feines Gcwichtis eine Panade von Butter und Semmel rührt diefe mit dem Fisch in einein Napfe' recht? weiß, fügt Salz, Pfeffer und ein' ganzes Ei hinzu, nach Belieben' ein klein wenig geriebene Zwiebel, streicht die Farce durch ein Sieb, formt' von dersesLen kleine Klöße und kocht' sie in' Salzwasser auf. Milchreis' mi't' Aepfeln. Aus 10 bis 12 Aepfeln bereitet man mit ein wenig Wässer, Zucker und der abgeriebenen Schäle einer- halben Eitrone ein ' steifes Mus; welches man durch ein 'Sieb streicht und in abwechselnden Schichtn' mit einem aus 7 Unzen Reis, 1 Quart' MUch, etwas Butter, Zucker und' Vanille bereiteten Milchreis auf einer Schüssel anrichtet. Die oberste Schicht 'muß ' au5' Reis bestehen, den man ' dick mit Zucker bestreut und mit einer glühenden' Schausel glastr!. Birnen - P ud d i'wg:. Recht schöne, saftige Birnen' schalt und halbirt man, nimmt Stiele wie Kernhaus davon und 'kocht die' Birnen irr etwas Weißwein mit ' Zucker,', einem Stück Zimmt, der Schale einer" halben Eitrone weich, doch' dürfen sie nich'i' zerfallen. Mit etwas von' der Milch rührt man den Gries an' schüttet ihn in die mit der Butter kochende Milch und brennt den Brei auf' schwachem Feuer ab; ljall' erkalfet rührt man nach und nach die Eidotter,, deir Zucker, die an demselben abgeriebene-Schale der halben Citronz, den seinew Zimmt, die gestoßenen Relken, Salz und zu letzt den Eierschnee dazu.' Eine Puddingsform buttert man gut. streut sie mit Krumen aus, legt auf' den Boden derselben eine Schicht Griesmasse, dann Birnenkompotk u. sl w.,. schließt die Form und kocht sie im Wasserbade reicklich 14 Stunde. Englischer S'chnT-e ins rü kk e n. Sechs Pfund Schweinsrücken ohne Fett, ein Viertel' Pfund Butter, ein halbes Pint Fleischbrühe, ein Viertel Pint sauren Rahm, eine halbe Unze Weizenmehl. Salz nach Bedars. Ein gutes Coteletistück wird vollständigentfettet, das Fleisch von den Knochen gelöst, etwas gellopft mit Salz eingerieben, die Butter- gebraunt, das Fleisch hineingelegt iir einem sehr heißen Vratofen 20 25' Minuten gebraten, wobei die Fleischbrühe und die saure Sabne. in die vorher das Mehl" cingeauirlt wird,, zugegossen wird. Die Sauce kann verändert' werden durch Hinzufügen von Champions oder Morcheln. Der Braten' ist hochfein. Kartoffel? k ö'ß e: Butter von der Größe einer Walttuss reibt man zu Sahne und verrührt-sie mit 2 Eidottern. 3 4 Löffel geriebenem Weißbrot und ebensoviel gekochten geriebenen Kartoffeln, Saiz-, Gewürz und endlich mit dem Schnee de? 2 Eier. Die ausaerollten kleinen Klöße müssen 10 Minuten in der- Suppe kochen. Leberklöße. Ein Pfd.Kalbsx lb'r wird enthäut' und geschabt; drei Miläbrode werden- in einem Pint Milch geweicht und- zerrührt. Hierzu kommen sechs Eier, zwei in Butter ged'mvste Zwiebeln. Pfeffer, Salz, Müskatnuß und Mcrsorcm. Dann oibt nren die Leber hinzrr und schließlich misch! man so-viel'Mehl dazu, daß die Klöße schön zusammenhalten. Sie tkiun am besten, erst einen zu Probiren. Sie müssen ca. 1? Minuten kochen oder- bis He innen ganz trocken sind. Derber und kräftiger werden sie auf fclö?nde Art: Die Leber mit den Zwiebeln und etwas Nierenfett fein gehackt. Hienu ein Viertel Pfund aueöratenen Speck. Neinwürfelig gesMklen, ein Suppenteller geriebenes Schwarzbrod, Eier Mehl und Gewürz wre oben. Sandtesch zn Obstkuchen. Mer aanze Eier, so viel Zucker, Butter. Mehl, wie die Eier wiegen. Die Butter wird schaumig gerührt, dieEier hinzu-, dann Butter und Mehl, das Backblech mit Speck oder Buttergestrichen, obige Masse gleichmäßigdarauf vertheilt, dann dicht mit halbgespaltenen. Pflaumen, auch ApfelsSeiberr oder Kirschen belegt und bei mäßiger- Hitze drei Viertel Stunden gebackn. Der Kuchen gelingt stets, macht wenig Mühe und ist sehr wohl, schmeckend. Aha! Ein Gutsöesitz ' kehrt don einem Spzziergange heim und sieht feinen Kutscher betrunken auf dem Wege liegen. Gutsbesitzer: Aber Carl, warum liegst Du denn belrunken auf der Straße?- Kutscher: Ach, gnädiger Herr, ich bin ja nicht so glücklich als Ew. Gnaden, ich habe doch keinen Kutscher, der - mich zu Haufe, fährt, wenn ich b:trunken bin!"
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