Indiana Tribüne, Volume 19, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1895 — Page 9
Jndwna Srwttne.
9 SliSÄS. Die Hungerkur Won Arthur Thiele. Herr Rentier Spätzle litt an litt an ... Ja. wenn ich das lateinische Wort noch wüßte. Es war ganz furchtbar lateinisch das Wort. Man konnte sich die grausamsten Dinge darunter vorstellen. Und 'Herr Spätzle litt unter dieser Vorfiellang. Der Arzt hatte ihm eine vierundzwanzigstündige Hungerkur verschriekn.. Sehr zum Leidwesen seiner Gattin, denn morgen war Donnerstag. Und wer in Berlin nicht für einen Vaterlandsverräther gelten will, der muß an solchem Tage Erbsenpuröe mit Eisbein und Sauerkohl verzehren. ,. Spätzle war Patriot genug, den Beginn ferner Hungerkur bis nach Einnähme dieser Henkersmahlzeitzu verfchieben. Die treue Gattin sorgte natürlich dafür, daß der Sauerkohl aufgewärmt auf den Tisch kam. So hatte Spätzle noch nie zuvor eingehauen. Es war ein Göttermahl nur beeinträchtigt durch die -Aussicht auf 'die 'bevorstehende vierundzwanzigsiündige Char zeit. Als Herr Spätzle sich nach 'Tisch zum Schläfchen hinlegen wollte, fiel sein Blick auf den Kalender. ' . Himmel! Heute ist ja Stornier siag der letzte Donnerstag im Mo. v.atl" Da ist ja unser Zwölfer-Essen! Abends um 8 Uhr bei Puttfanken in her Nobstraße!rri Spätzle seufzte. - Hm da wird's wohl wieder Mitternacht werden? Das wäre noch das Wenigste! klagte Spätzle. Aber aber meine Hungerkur!" Richtig, ja Deine Hungerkur ! Armner Kerl!... Na, aber weißte was, Männe, dann fängst Du eben erst heute Abend nach dem ZwölferEssen zu hungern an." Ein leidiger Aufschub. Aber wo die Pslicht ruft... - Herr. Spätzle - kam um Mitternacht etwas traumselig nach Hause. Mit einem wehmüthigen Seufzer bestieg er, der reichen Herrlichkeiten deS ZwölferEssenZ dankbar eingedenk, seine vierundzwanzigftündrge Matratzengruft. - Denn er hatte' sich -vorgenommen, die Leidenszeit im Bettj zuzubringen. Er wälzte sich aber unruhig hin und her, ohne Schlaf zu finden. Man hatte viel Fettes, Schweres und Trüfsliges gegessen, auch eine saftige Bowle daraufgesetzt und männig ' lich ist bekannt,' wie dursterzeugend so waZ auf die. menschliche Leber wirkt. 5 Spätzle zündete endlich Licht an. Hör 'mal, Jettchen, ich glaube, mir ist nicht ganz wie üblich." Jettchen fuhr aus süßestem Traum empor. Etwas wie Nachtschwärmer!" entfuhr unwillig dem sonst so sanften Gehege ihrer Zähne. Nachtschwärmer ich? Wie mich dieses Wort kränkt. Wenn Du wüß,test, wie mir zu Muthe ist. Ach, Jett!chen, daö hätte ich wahrlich nicht um Dich, verdient.-. - ' Jetzt fängst Du wieder so an. Was willst Du nur? Willst Du etwa wieder behaupten, ich hätte g schnarcht?" Das wäre noch das Wenigste, Jettchen, aber aber meine Hungerkur. . Er sah sie mit tieftrauigem Blick an. Ach geh jetzt ist keine Zeit zum Scherzen." Zum Scherzen? Das mir?" Er reckte sich hoch empor. Er hatte im weißen Nachtaewand 4as Ueberlebensgroßeö. Wenn ich mich aufopfere als treuer Hausvater. . ." Hausvater!" kam es etwas spitz aus JettchenS Munde. Wir. haben ja gar keine Kinder." Aber wir könnten' welche haben. Und dann wäre eS frivol von mir, wenn ich mein Leben den armen Wür mern nicht zu erhalten trachtete." Na, daS thust Du doch auch, so." Gewiß. Aber man sollte mir es - Dank wissen. Denn ich leide surchtbai darunter." - - WMnter?" Eie richtete sich unru. htg auf und sah' mißtrauisch nach der Waschtoilette,, hinüber. Unter unter meine? Kur, Jettchen!" kam-eS in hohlem Tone aus Spätzles Munde. Ich habe... ich habe einen namenlosen Hunger, Fett chen!- ' Jetzt mitten bei Nacht?" ' Ja. Hunger und Durst. Es braucht nur eine Kleinigkeit zu sein, Aber ich fühle so eine Bangigkeit so eine 'herzlähmende Bangigkeit. Es nagt. etwaS ' an mir... das . mich nicht schlafen läßt. . Kein Mißverständniß, Jettchen. Es 'ist Hunger. O. wohl dem, der daS Gefühl nicht kennt!" . Spätzle. fah.seine.GaUin, demüthig an. "Iettchen, willst' Du mir eine großes innige Liebe anthun?... Du .hast 'im Eisschrank draußen noch etwas Scha besleisch. Geh, mach' mir ein Tartar! Ja?. i . -v . Jetzt... ?!?! Mit einem rohen Ei,' Senf, Essig, Pfeffer, Salz und Zwiebeln nun, 'Du weißt -ja..- Und dann noch ein Gläschen.' Pilsener dazu.' : ES müssen noch ein paar Flaschen da sein. Willst Du?.-' ..: . .. :. . . Sväkle war virkliÄ leidend. Seine
GaUln'sah es jetzt; sie hörte es auch an dem rührend matten Ton, in dem er sprach. Er hatte einen trüben, kummervollen Blick, war bleich, Ringe hatten sich unter seinen Augen gebildet. Jettchen erhob sich seufzend, warf den Morgenrock über und verfügte sich nach der Küche, während Spätzle sich unruhig hin und herwarf. Man horte ihn matt seufzen. So schwer hatte sich Jettchen eine Hungerkur nicht vorgestellt. Sie mußte Wasser und immer wieder Wässer trinken, als sie jetzt Morgens um zwei Uhr und aus dem tiefsten Schlaf gerissen das rohe Fleisch sah. Aber es war für den lieben Leidenden, und so fügte sie sich drein. Schmatzend, fast gierig aß Spätzle das Tartar und trank zwei Flaschen goldklareö Pilsener dazu. Jettchen konnte gar nicht hinsehen. Sie mußte, um ihre Gedanken abzulenken, etwas Chokolade verzehren. Nun ging es wieder für ein Stünde chen. Aber noch vor vier Uhr wachte Spätzle aus einem wüsten Traum auf. Schweißgebadet! kämpfte er gegen die düsteren Vorstellungen - an. Endlich mußte er Jettchen" wecken. Jettchen empfahl ihm, Mann zu sein. , - - . Lächerlich! So mache wenigstens Licht, Jettchen. Ich halte daS nicht mehr aus!" Und er erzählte ihr seinen furchtbaren Traum. ..Aber daS sind doch Phantasien. Spätzle, Träume kommen aus dem Magen." .... Nein, nein, bei mir nicht! Meiner ist so qualvoll leer so ausgenommen so öde!" Immer noch?!" i; Jettchen, ich könnte Dir es nie dergeben, nie! Ein entsetzlicher Hollenbrand hat mir die Speiseröhre ausgedörrt. Es ist wie eine lohende Flamme. Dabei dies Fieber. . i ; Jettchen. Jettchen, ach lauf doch schnell mal "hinüber und hole mir den S3ani Hi ' , . . Aus dem Conversationslexicon?!" Schnell, schnell. Jettchen! Wenn Du mich lieb hast! .ES muß da irgend ein bedenkliches Symptom. . ." Ja, Spätzle sah allerdings grausam verändert aus. Seine Lippen waren welk und trocken, seine Augen eingefallen, seine Schläfen gleichfalls und seine Hände zitterten. . . Mit fiebernder Hand blätterte er dann in dem Band. Hungerharke Hungertyphus. Endlich hatte er, waS er suchte. Aber die Buckstaben tanzten
vor seinen AugeN. Hungerkur! Nicht nur an sich , höchst angreifend, sondern auch möglicher Zwischenfälle wegen geradezu gefährlich und kann langes und unheilvolles Siechthum hinterlassen. Wird in neuerer Zeit wohl kaum noch angewendet." , Doch, doch!" schrie Spätzle. Bon diesem gewissenlosen Subject...!" Er sank -stöhnend zurück, der Band fiel donnernd zur Erde. 'Jettchen kreischte auf. Wasser Wasser..." kam es jetzt tonlos von Spätzles fahlen Lip pen. Willst Du mich verschmachten lassen?. , O:r rasch etwas kalten Thee mit Zwieback vielleicht ich muß mich erst allmälig wieder an feste Nahrung gewöhnen O. mein Himmel, wie ist mir! Mein Magen fühlt sich von außen schon ganz kalt an. Und wie das in mir würgt und rumort und nach Speise schreit! Jettchen. meinem Todfeind wünsche ich ' daö nicht!- . Jawohl, aber Deinem Arzte, dem ....", sie sagte eigentlich Esel in ihrem heiligen Zorn. . . dem wünsche ich'S. Das ist etwas für einen Pferdemagen, aber nicht für einen unglücklichen Patienten!" Sei ruhig." hauchte Spätzle, ich werde auch das überstehen! Gieb mir nun endlich etwas, zu genießen. Ich muß meinem Magen jetzt etwas an bieten." Jettchen irrte rathlos hin und her. Tar tar tartar?" stammelte sie; sie brachte das Wort nur mit Widerwillen über die Lippen. Spätzle krümmte sich. Nein, nichts Conststentes. Expansirendes. Lieber etwas Adstringirendes. Die Anwendung der schrecklichen Fremdwörter jagte Jettchen eine neue Furcht ein. Sprach er schon irre? Jettchen, hast Du vielleicht einen 'Rollmops zur Hand? ' Nur zur nächsten Befriedigung!" Sie rannte. Es war auch noch eine saure Gurke da. Spätzle ließ sich erst einen Cognzc einträufeln. Dann verschlang - er den ' Rollmops. Zur Gurke aß er etwas Sweizerkäse. Noch einen Cognac... Dann sank er in tiesen. todtenahnlichen Salaf.' Jettchen vermochte kein Auge , mehr zu schließen. Sie lauschte voll bebenden Mitleids dem ächzenden .Schnarchen des Gatten. Der. Arme Arme! Schon um sechö Uhr saß sie, fertig angekleidet, an seinem Lager. Wie ist Dir jetzt, Egon?" Spätzle sah sehr heruntergekommen aus-Er hatte einen schlechten G:schmack auf der7'Zunge.. - Auch wollte er die nächtlichen Speisereste nicht mehr sehen. Er-ließ sich ein kleines-GlaS frischer Milch zur Anfeuchtung reichen, trank noch ein GlaS TSasser; dann sank er wieder in jenen erschöpften, todtenähnliche Schlaf. - - AIS er sich um neun Uhr erhob, kannte er . den ,Stopf ; nicht bewegen, ohne einen wahnsinnigen Schmerzen den Schläfen zu verspürend ES ist vorbei,-Jettchen!-Was?! rief die Gattin entsetzt.. Ich bin zu einem Entschluß gekommt Jettchen.'. Ich. werde die Hungerkur nicht fortsetzen!-, V: Männi!" jubelte Jettchen. , ..Ich weiß, waS jch Dir WaS ich UNS scbuldia tnrÜ'.l
Er ließ sich in's Speisezimmer führen und in den Lehnsiuhl betten. Das Licht that seinen Augen weh. Jettchen zog die Fenstervorhänge ... vor, legte ihm' ein' weiches Kissen m's Genick und schob ihm ein Polster unter die Füße. - '- Und weißt Du, was ich jetzt thun werde, Jettchen, um die Entbehrungen dieser unsinnigen Fastenzeit, auszugletchen?" fragte er mit einem-matten, siechen, Lächeln. Englisch frühstücken! Jawohl. mit Ei unL"Sardkllen, kaltem Fleisch. Wurst und Pastetchen... Und ein Gläschen Portwein könnte mir Uiefoicht auch gut thun. Was meinst Du?" Jettchen strahlte. O, jetzt wirst Du bald gesund werden, mein armer Liebliag. Wenn Du wieder bei Appetit bist...!"
John Butt und sein Getreuer. Von Francis Broemel. Im 'großen, schönen . Hydepark zu London wa?s.'' Einer der größten Unter. jenen anderen' Parks, und' hundert eingegitterten Rasenplätzen, denen Man mit Recht den Namen die Lunten der Millionenstadt" gegeben, deren Sterbelrste dem Procentsatz nach fast die kleinste unter den ' Großstädten, Europas ist. Der Hydepark,-. der weite Grasplätze mit prächtigen Bäumen umrankt, war und ist noch immer der mit Vorliebe gewählte Raum unter freiem Himmel,- wohin öfters im Sommer und -Herbst- große' Processionen dieser oder-! jener .Volksschicht ihren Weg nehmen, -um gegen einen socialen Uebelstand, für oder gegen eine politi sche Bewegung zu eifern.' Dieser Park liegt mitten im hochfeinsten Westend" der obersten Zehntausend" und Ist Eigenthum der- Krone. : Vör einer Reihe von Jahren wurde von dieser: Seite der 'Versuch gemacht,' den Agitatoren" jene Wortkampf: ' Arena, zu: verschließen und den Park nur als Erholungs Wandtfpfotz offen' zu halten,. Militär zu Fußund zu Pferde, wurde zur Abschreckung aufgestellt, aber als die Massenzügler die hohe Eingangspforte verschlössen fanden, gingen sie im Nu tausendarmig an's Werk und" rissen, die hohen spitzen Eisenaitter aus ihren steinernen Sojeln auf eine lange Strecke zu Boden, stürmten jubelnd hinein und hielten ihr Meeting. Und die Soldaten erhielten ' kein Eommando zum Feuern oder Dreinhaüen. Blutvergießen war eben nicht beabsichtigt gewesen. Seitdem blieb -bis zum heutigen Tage Alles beim Al!en..ohne daß jener Kalendertag mit einem Trauerkreuz zu verzeichnen blieb. . Im Hydepark toafS. Unweit des breiten Fahrweges. Rotten Row" a heißen, wo Vormittags junge Ladieö sich ai der edlen Reitkunst-vergnügen und Nachmittags, wenn - das.' Wetter sonnig, öfters ein großer Equipagencorso stattfindet, - vor dichten Reihen von Zuschauern aus jener Welt", wo Betitelte und Titellose zumeist in der Leöenslage sind, sich in Gold und Banknoten zu rollen." Dort war's,- an einem dieser milden Herbsttage,' welche man in Amerika indianischenSommer" nennt, daß ich dem hübschen-Parkwärter - Häuschen nahe kam. Der Würdenträger und Hüter so vieler grüner Schönheit öffnete eben die Thür. Jm selben Augenblick trat eine Dame vornehmer Erscheinung und sichtlich jenes.Alters, das man als hoch in den Neunundzwanzigern" bezeichnet, ein. Sie hatte verweinte Augen, und drückte öfters ihr ' seidenes -Taschentuch auf die Wimpern Hier ist die Leiche, Sir!", sagte sie und wies dabei auf ein langes, vergoldetes Kästchen von der Form einer Violinschachtel, die einhinter ihr wartender, rief engroßer, gepuderter Lakai nebst einem mächtigen Blumenkranz auf den Armen trug. Riesengröße eines Lakaien gilt im vornehmen Westend als unerläßlich für Familienstolz. Wenn in .einem Zeitungsinserat ein solcher Diener gesucht wird, so findet man darin sicherlich die Zeile: Bewerber muß fern Längenmaß angeben." Excentrisch ohne Zweifel, aber ländlich sittlich! UebrigenZ gilt Gleiches .bei der Polizei, die Niemanden in ihr Corps aufnimmt, der nicht zum allermindesten fünf Fuß acht und einen halben'Zoll in feinen Stiesein steht", während beim Lakaien erst ein Minimum von 6 Fuß 2 Zoll vor Verachtung schützt. Jetzt beugte sich die Lady plötzlich über den kleinen Sarg und drückte einen langen Kuß darauf, seufzend: Farewell, mein kleiner, süßer Prinz!" Theilnahmsvoll nickte der Parkwärter, der soeben einen Spaten in die Hand genommen, und sagte: 0K, z-es! Des Menschen bester Freund!" Nun ging's zur Bestattung der klei nen Leicht Ich folgte in einiger Entfernung und war erstaunt, mich plötzlich auf einem geräumigen Kirchhofe zu befinden.' Da waren ihrer mindestens neunzig Grabstätten reihenweise vorHanden, große und ganz winzige gemischt, aber kein Hügelchen ohne frifchen Kranz oder Blumentöpfe darauf, keines ohne Grabstein' auS weißem Marmor. Hier eine- kleine Auslese. Auf einem Stein mit zierlich gemeißeltem Rande stand zu lesen: - Tribut der Liebe für Liebe Lieber, kleiner Tommy. Süs'ks. kleines Cwe-Hündchen! Boa der nordsto!t!schen Insel Skye kommen diese in England hochbezahlten Streichelthierchen. lang geformt, aber mit so kurzen Bklnchtn versehen, daß ihr dichter und langhaariger Pelz oft den Loden , streift. Z:oei andere Graöschriften lauteten: 'In zärtlicker Erinnerung Liebes Tschin-Tschin! Ein vollkommener öund -
26. Mai 1894. Mein theurer Hund Sam! Juni 1894. und wiederum: Jack, unser süßer, alter, Freund starb am 9. August 1894. . 15 Jahre alt. Die Bestattung . des neuesten An kömmlings war rasch beendet und der große Kranz auS purpurrothen seltenen Blumen, offenbar aus .vornehmem Treibhause, schimmerte im Abendsonnenschein. Im Vorübergehen hörte ich die Lady sagen: Ich bringe morgen des Kleinen Photographie eingerahmt für den Grabstein. Sagen Sie. hat nicht der Herzog von Cambridge zuerst hier seinen Liebling begraben lassen?" Ja. da drüben, mit der Inschrift wie die Ihrige: Mein süßer Prinz!" Dem Herzog ist die Idee nicht zu danken, sondern einer Lady, aber , sie will nicht genannt sein." Die Kömgin vielleicht?" wispert neugierig-die Dame. Nicht ganz so hoch !5 war 'die Antwort. Schon : 1S-. Jahre iM.hn,' da: wurhe der erste, ein 'goldaugiger, schwedischer Bärenhund,' begraben.--. Sehr, oft kommen Ladies mit Kindern hierher und' besuchen ihr Schwätzchen. -Ja, ja, die besten Freunde des Menschen! . In einem zierlichen Vändchen hat ein Sammler allerhanö . Verslein und Sinnsprüchlein veröffentlicht, die m verschiedenen Zeitaltern dem Hunde gewidmet wurden. In vielen Privatgärten liegt auch mancher dieser Lieblinge der Hausfamilie begraben und erhielt seine zärtliche Inschrift auf den Zaun gemalt. . Jsaak d'Jsraeli, der Vater des . später zum Lord Beaconöfield erhobenen Staatsmannes, sagte
in solchen Epitaphen: Hier liegt Max. treuer Abkömmling aus Neufundland." und Hier fchläft ein Dachshund ohm Makel." Der Poet Watson ließ aüf einenStein meißeln: Hier schläst mein Freund: Er hatte , nur Femde m den Katzen!" Eine Schriftstellerin, MißSeward, schrieb in einem langen Poem das künftige Leben der Thiere", daß dem -Hunde sicherlich seiner. Tugenden halber ein künftiges Leben nicht verlörcnl gehen, könne. In der nordisches Sage über Hakon den Großen wird sogar ein Hund als zum König erhoben gerühmt! Der geistvolle Kunstkritiker und Essayist Ruskin, der so diel an der Mensckheit zu rügen findet, sagt in sei nem neuesten Buche: Ein Hund ist Alles werth!" ' In England, wo eS , bedeutende Nothwendigkeit wurde, Vereine .zur Verhütung von Grausamkeit anFrauek und Kindern zu gründen, welche alljährlich taufende von Beschwerden zur gerichtlichen Ahndung ' bringen, ist auch' m Stadt und Land ein großer Thier-' schütz - Verein unablässig m Anspruch genommen. - Aber xn der Liste der Gemarterten macht nur selten der Hund eine Maur! Kein Brite verwendet den selben'als Last- oder Zugthier. und sei auch seme Starke noch so sehr in die Augen fallend, und selbst von den brutalsten Menschen ist die Redensart stichhaltig: Er drischt sein Weib, er flucht seinen Kindern, er küßt seinen Hund.." Bis in die jüngste Zeit galt ein altes Gewohnheitsrecht, wonach einem Hunde sein erster Biß verziehen wardd.- h. sein Herr für keinen Schadenersatz verantwortlich gemacht wurde, sondern erst, wenn sein vierbeiniger Freund zum zweiten Mal bei solcher' Attacke auf thtn harmlosen Staatsbürger er tappt ward. Ein anderer Fall ist viel-. sagend. Als zur Zeit., emer durch Hundetollheit hervorgerufenen Panik ein Gesetz den Maulkorb- für solche Thiere im Freien verfügte,' rief dies so viel Wehklagen namentlich unter weiblichen Eignerinneni hervor, daß jenes Verbot nur auf ein Jahr giltig blieb, und Hektar, Tommy und Bibr wurden wieder freie vierfüßige Staatsbürget. Es gibt übrigens in. Londons zahlreiche gut geleitete Hospitäler und Herbergen für verlaufene,' Hunde, oder solche," die von ihren . Herren, . so' diese auf- eine weite Reise gehen und ihrer Diemrschaft nicht genug zärtliche..Thierliebe zutrauen, dort in Pension gegeben werden. ' . . .. ... . , . Blickt man in die Menschengeschichte zurück,' so. begegnet man einem auffälligen Unterschiede in der Behandlung des Hundes bei den Söhnen 'Sem'S und bei des Völkern arischer Rasse. Im alten Testament wird von Hunden nur mit Verachtung gesprochen. Ebenso geschah's bei den Chaldäern,' Assyrern und geschieht heute so bei den .Arabern. Hatte ein Hund sich in einen Tempel verlaufen, so galt dies als gräuliche Schändung. In Indien dagegen wird dem Thiere viel Liebe zu Theil. - Als, nach alter Schrift, Jndra einen Helden zum Himmel einlud, lehnte dieser ab, falls nicht auch sein Hund mit hinein gelassen würde. - Im Zentavista wird in Grabreden von Mensch und Hund zugleich gesprochen und das' Crimlnalgesetz spricht von Mord an Mensch und Hund!. Wer eine Hauödoage todter, er hält 700 Ruthenhiebe, für ein Junges. fW m ' ' r ' A .11 bua - lnemHunoe icyieazies . uner geben, wird schlechter Bewirthüng eineS menschlichen Gastes gleich . geachtet. Selbst . der herrenlose Hund soll als geheiligter Wanderer. behandelt werden. Noch größere. Ehre gibt, daö uralte Dogma, der. Brahminen der gai zen Thierwelt, mit welcher das Menschengeschlecht in ununterbrochener See-jen-Ueberwänderung stehe.'. Die, Lehn lautet: "Erhabene Seelen -großer- und tugendhafter Menschen, feben-wieder in edlen Thieren' auf, aber schlimme: Geisie? gehen zu Skorpiones Geiern Hai fischen und Raubthieren! über.-"-Alle wilden Waldbewohner,' - Kinder -; der Luft,- lebendig en dnr Fluthen sind' alle gleich, frei und unabhängig.' ' Alle Erben .der- Unsterblichkeit, AlleK,r toa? lebt' und athmet, ist Mensch aewesen
und wird . es wieder ln TZeihenfolge. Auch Du mußt gleich allen menschlichen Gestalten durch ; zehntaus end . Formen wandern. Zerdrücke nicht den.schwachen Wurm. Deiner Schwester Seele könnte die demüthige Form tragen. Weshalb mit grausamem Pfeil den Vogel tödten? Aus ihm hörst Du vielleicht die klagende Stimme Dsrneö Bruders. Wenn ein armes harmlose Kälbchen jammert, bringst Du in, ihm vielleicht Dein einziges verlorenes Kind zu neuem Tode! Fort mit der elternmordenden Hand! -Könntest Du nicht aus dem milden gesenkten Haupte eines Lammes die heiligen Züge Deiner Mutter herauslesen? Wenn Du einen Stier zur-Schlachtbank führst zittere davor, daß Du vielleicht Deinen Vater bluten machst. Züchtige nicht den Hund - h war einst Dein Freund, der Dich von einem Flammenoder Wassergrabe gerettet. Und fort mit dem Schlachtmesser von der Antilope. sie war einst Dein Weib!", -Dieses indische Dogma ist in unserer Culturwelt vielleicht keinem anderen Stämme so sehr tV& Blut übergegaiigen, als. deu Kindern Albwns.... . . DaS neue Kriegerdenkmal. . j Festkiericht deS RentierS und früheren , - Bäckermeisters Zumoe.
'.'S war das erschte Mal in.meim'm Leben, fcaß ich . mit et Rede' pur . d'Aeffentlichkeit treten füllt; da kam mer nu wieder meine eiferne Ruhe zu gutte. die se. immer Alle an mir bewundert ham'm. -.. . . ,. ' Unser Städtel hatt 'nämlich - noch keen Kriegerdenkmal nich, wo wir doch un wir'roaren sonst in jeder Hinsicht an der Thäte. : , . Nu war auS Schlaustädt ok een eenziger Krieger ei'm. siebziger Kriege gefallen der Bäckermeefter Zmirner,' was de .mei gutter Frtind gewesen war. A hatt ' bei Mohmon oder Bonmoh. . wie das Ding heeßt, dran, glauben müssen. Ei: 'amtlichen Todtenlisten hatt's geheeßen: Durch einen Schuß in die Brust? getödtet.". - Familie, un Ver wandteh'mterließ a nich' un seine paar Sachen hatt' a mitgenummen, wieder Krieg losging; aber a war unter a Bergersleiten sihr beliebt gewest, un deßwegen waren die Stadtoerurdnete'n alle 'dermit einverstanden, daß a Kriegerdenkmal gesetzt werden sollt', fis a' fis von dem 'Hause, wo a finf Jahre gebäckert hatt'. Weil nu a eenfacher Stein mit Namen und' Lorbe!ranz zu ärmlich ausgeschen hätt', hatt' ich' 'ne Blste von Gußeisen , vorgeschlagen. Das sachen''st denn auch ein, die Stadtverurndten un die gußeiserne Biste wurde bestellt.. . Wte.se fertig war, machtotoer Nathsz'immermeister een'n ' schönen Sockel dazu, un.hernacher' wurde das Ganze aufgestellt, und mit nem verschließbaren Gitter umgeben. ' Die Einweihung fand am 1. September statt. . Die Schützengilde zog mit Mustkfe uff un nahm Schtellung vor dem Denkmal, weiter' hinten stand der, Lehrer mit a Schulkindern. Die Festrede hat ich zu halten, wobei ich denn den Schlüssel zum' Gitter, feierlich' dem Herrn Bergermeester überreichen wollte.' . . - 'S verschteht sich, daß ich mer meine Rede vorher genau einschtudlrt' hatte. bis ich se wie geschmiert hersagen konnte. . Wie'ich'nü aber.uff'ö Podium stieg un die Menschenmassen or mer sach, pochte mer doch's Herze, Se können mersch glauben. Bei meiner großen Kaltblütigkeit und Ruhe aber, die nich leicht zu derschüttern iS, faßt' ich mich schnell, macht 'ne Berbeigung und begann: , ... Geehrte ' Mitbürger! Hochgeehrter Herr Bergermeister! . Heute sind 'es gerade 25 Jahre, daß wir. die Franzosen bei - Sedan ekldch uffn Kopp gehauen haben, die. Cap! tulation aber-war erscht morgen Vor der ganzen Welt ham'm mer damals gezeigt,-daß unö Keener nich an die Wimpern klimpern- kann. Napolium, den .e5, in , die Nase gekribbelt chatte, uns den Krieg zu erklären mußte sich mit. sewer Armee übergeben, so schlecht waren .den Känzosen unsere blauen Bohnea'.berommen7 - - - - So überreZaX.ich'denn 'heut, an die sem oenkwürdlJen-'Aage.' Ihnen. Herr Bergermeiste?,'7.,feierl!ch den. - Gitter"fchlMl.zu.dem Denrmal Unser tapsfe.er MitSügeZwirner. der' bei Bon-' mshenTod fand, hat eS.veroient. . ." ..Aber Kinder, .ich bin ja 'gar' nicht! todt!" unterbrachmich 'da eene. laute Sttmme., un. der Zwirner, den wir alle, für-. gefallen - hielten, stand pletz'. lich mitten unter.unö. , . . , Nu können Sie sich den Schreck den kenl. ,. , 4.; . . .. S'.hat. sich .hernach. aufgeklärt: Er war bei Bonmoh blos schwer verwun-' det worden,, im Feldlazareth' aber wieder. gesund 'geworben und dann nach Amerika ausgewandert. - Nu war ' er zUr G'edenkfeterrubergekömmen un wimderte ' sich mch schlecht, daß wir chm-eenDmkmÄ.gMt' . ' - Alles war "nix anz sprachlos, blos' ich. verlor ineine eiserne Ruhe nich un fuhr fort: r:.;::; : , -, Unter diesen Umstanden ' übergeb ichlso-den GitterfHtüssel nich Ihnen,' Herr-Bergermeister, sondern Dir selder' lieber Äwirner.' Maait De ir Dein Denkmal selber in Ordnung hal-' len. Mit- diesen- Worten tihtttticto, ' Zwirnern den Schlüssel. ' . ; Mft Vi2 V" . - ! 1 uc, ei tjcicc otigeivlzynr ya ben, machten mir nachher Complimente'' und meinten, so'ne- Rube wäre tä' noch nie vorgeummem' ' Kaufe Muöo's ..Veö Sadanna Ckqars.
, -' fs Frerizel Brothers,
No. 1 Wcft Washington StraSe, , (Merchants National Bank.)
- V " v und Verkauf ausländischen Geldes. ; - " v . ... i V ! i ? ... ' i . XFcDTnoiELtJaailirK .j. . Salöon ü: Billiard-Hall No. 92 Oft Washington Str. So jNi Wei l a ch e v, 'kis.enlt'ömr Joliii Weber, Ecke Noble und Market St,' . Deutsche Wein- und Bier-Wirthschaf .. Warmer Lunch Vormittags und Nachmittags. i: i X Dr. THEO. A. WAGNER hat seine Office neck 5o. 94 Nord Delawart Str. verlegt, und wird sich freuen seine Parierte und greunde dort tu empfangen . . . . . , prechftunden: 9 lMr orm.: Uizr .; Donntags: HU ux vorm. Telephon 848. Dr. GürSliardt i ":'. ' - . , Veülscher rL . ' Wohnung : . . 5ko. 002 Oüd Meridian Str. Sprechstunde 9 Ut Ktvxt. lililX Uhr Nachm. T 6tl 3 Uhr bendS. Ossi: 18 Ost Ohio Straße. Sprechstunden i MI i4 Uhr Nachm. elepbv . Ir. Carl G. Winter, Nrzt und Sbirurg Spezialift für Augen und Ohren. prechftvnde von IX 5 k, 7 S Uhr. Zimmer No. 1 tm alten Bibliothekgebäude, Ecke Pennsylvania und Ohio Stt. Telephon Office : 1306; Hau 40. Dr. I. 2; Snteliffr. leschastigt sich aukscklieöttch xlt UTMLrnii4,t Kill rnU eschiechts. cci Lr!krs2!i,t:. tU, 95 Oft Zlailtt traft. Offie-r, : 9 U Uir tliil UT ach. ,,t,z sittT.-ft Xtlt II 41. IT sa Sru9m mm mm, 25 West Washington Str. Zähne mit Silber tu füllen 75c, mit Gsld ZI und aufwärts ; Zähne zu . reinigen 75c ; Zähne zu ziehen 25c. DaS beste Gebiß auf ....I A Ä? ' l n r t A m ununiraii9 z. m guS evip so. Zähne schmerzlos ausgezogen. C. C. EVERTS, Deutscher Zahn - Arzt. o. 8z Nord Pennsylvania Str. Sa wird auf Wunsch angewandt. Dr. Wühlers 12 Sü Meöarth Str. , prech'tie: 9 U,r ,rm.: 5 - Uhr ach.: s -1 Uhr aitl. t Telephon 14. - '.'! - , - . - ' ' Sprechstunden: onntaaß r Vormittags. . Dr. E. N. Schaefer, 5Srzt und Chirurg, Ro. 4M Wadison denue, nahe füctxii Str. vrchßde : S-:m Uir rkrrz'enl, 5-4 Uhr achmittag. s-, Uh? Kicnfci. : Seelepho 8. Sr. seM. Zoll, .......... , . j Deutscher Arzt, 6tfc 6aP iiirt Cjli &xit, prattizirt gnneinschafUich.mit seinem Bater Dr. Snido Bell. : fcteAWnhe' ornkittaa Uör. 1 . 7 t Nachmittag, 4-4 Uhr. . .t . . . innnwni j-mii. IVl H$tr gcrreii Freund.' uns dolusmmene! W fceCltftnwneprjt frH mit ftbn fffa'cB. Züa u KleSen.- Oerütrt Ctritturm. ilt ZviMtr tmi) RlUZt in 6H 4 XaattL' ZkrSat Sinnihttn-n hellte. hxu t, versandt bet LKnI für V.00.. SLa abrestire;.. hALYDOR M r Q. CO.. LANCASTCR. OHIO.
Sin europäisches Departement. ? Wechsel, Crebitbriefe und Poftanveisungen auf alle Städte Europas. Schisssscheine nach und von Europa. An-
W
W
1 I 1
..
' - . .... ? To "celebrate properly Am 0CCASI0N When you goin i M lunjj u ! to supply your SUMMER HOME. JACOB METZGER & CO., can surnish the greatest rariety of pur and wholesome drink8,in bottle, to sait The Teetotaler and Connoisseur, for men, women and childrea in all condltioa such &s Been, Ales Wines, Whlskles, Brandies, Champagnes, Waters. Mineral Waters, Soda Waters, etc.. foreign and domestic. Call or send Orders to 30 & 32 East Maryland St. Telephone 407. Co&mfciar Me! WcMlösrlvSDeZävüeEtr. ' r ' r 1 ' -n r v 1 1 J . Me schönste, grölUv und am bequernften ein gerichtete Halle der.Sdseiie. , . - . . . -i . .. i Sie steht zur Verfügung für Abhaltung vs Conzsrten, Znz'-NrünLchen, Vnrties etc. Besonders ist sie Vereinen ,u'npfehlm. Z3" Die schönste' Wirthschaft tn . d Stadt. : Nur die besten GetrSnke vnden der adreicht. , Zu zahlreichem Besuche ladet ei ' r ; . . , y OTTO 60S22ZDT. S , M : ' r . aloöri, 330 Massakönset'tS Äveune. - Beste Getränke und Cigarren. ..-,-. v - & -'.f .L,IJ.ITdS, Spritfgfetfer. Sparen Sie eine Doktorrechnung und gebrauchen ri H ux S Sie Äcora BENDETINE pQrPi v w v iJ VSlllllSI -Hergestellt vou No. 55 Oft Marsland Straße. ' V Zu haben in allen Lvotheken. , . . I.JHCEJälED,.ALWÄftcöSED. rvcr3CT3ci-pe1 -vi rjcr jcrvic-jcrac jctjc -nr.v VfpÄk0VK. Cicaasui p BAR FunruRE, DRAlrd BOARDS r . AffOAU Tin, Inp Qro399 Coppcr nicket ond oll ldtcncn end : Platod Utensils. Cmco.Wood.r.lorblcPor 5 colain. Etc CEOHCE WM. HOFFMAM oU Kui&ttv ul FrvprUtaC, 29 5 tkti WAtHiMTOM Sr taoiAMfCu. I THE BAR-KEEPERS' FBip. 2S2SZSZSZSZS252S2ZZS2SSZZ2& Qua Ccifaaf w UpötZt!
i
mm
m
iir:
r-
KonradHeeß,
ffti&k sZii
B Iffnß ju
M
Z5 Cents pn yfnnd.
