Indiana Tribüne, Volume 19, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1895 — Page 6

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iDas Zartgefühl ist unter allen Gzben, die ein gütiges Geschick Dein Menschen mit auf den Lebensweg geben kann, eine der schönsten und-sür das ganze Dasein bedeutendsten. Es ist eine köstliche Eigenschaft, die zwar auch jedem Manne wohl ansteht, aber für eine Frau noch nothwel..iger, ja in gewisser Hinsicht eigentlich völlig unentbehrlich ist. Wer zartfühlend ist, wird niemals Anstand und Sitte verletzen, sich in jeder, auch der schwierigsten Lage passend zu benehmen wissen und mit wunderbarer Sicherheit immer das Richtige treffen. Es handelt sich eben um ein gewisses, inneres Gefühl,, eine Art Trieb, der den Menschen veranlaßt, so und nicht anders zu sein. Dieser Trieb muß gepflegt und theilweise erzogen werden, wo er nicht Nachweisbar ist. Er schlummert m jeder Frauenseele, und es bedarf nur des richtigen Vorbildes und sorgsamer Entwickelung, um ihn überall zur Herrlichsten Blüthe zu entwickeln. Das richtige Zartgefühl ist nicht nur im geseUschaftlichen Verkehr angenehm und nöthig, sondern fast noch mehr im taglichen Leben, namentlich in der Ehe, wo .das stete, enge Zusammensein, die Gemeinschaft der Interessen, der zwanglose Verkehr zarte, rücksichtsvolle BeSegnung zur Lebensbedingung macht. Meinungsverschiedenheiten sind unvermeiölich. aber immer soll bei einem Streite der Ehegatten beiderseits so viel Gefühl vorhanden sein, daß jedes Mißverständniß zwischen ihnen, besonders aber ein ernster Zwist, unter' allen Umständen vor fremden Augen verborgen bleibt. Niemals darf sich eine Frau so weit vergessen, über die inneren Vorgänge ihres Ehelebens mit anderen, und seien es ihr die nächsten Angehörigen, zu sprechen oder gar über ihren Mann zu klagen. Selbst wo Sorge. Krankheit oder schwer zu tragende Eharakterfetler das Eheglück schwer trüben oder iav unmöglich machen, sollte man sich niemals um Hilfe oder Trost an Andere wenden, das eigne Herz und der eigne Verstand sind die einzig richtigen Berather. Alle die kleinen Nörgeleien des täglichen Lebens welche im Ganzen von geringer Wia tigkei! sind, aber durch häufige Wiederkehr wie Nadelstiche wirken, gegen die man machtlos ist, werden einzig und allein durch eine gebildete und zartfühlende Frau allmählich überwunden, ausgerottet und, wo dieses nicht angeht, doch in der Art ihres Einflusses so abgeschwächt, daß die Unannehmlichkeit kaum noch empfunden, wird. Das Zartgefühl der Ehefrau ist die Grundlage ihres Gatten Glück, sie wird niemals etwas Verletzendes, ja auch nur Unfreundliches sagen oder thun, sondern als guter, liebevoller Genius nur Frieden und Behagen um sich verbreiten. Die Natur hat der Frau ein größeres Zartgefühl verliehen, als dem Manne, weil auf ihr das Glück der Ehe und des Hauses vorzugsweise ruht und die ganz? Gestaltung desselben ihrem Takte obliegt; die Frau ist es, die in der Ehe die Grundlagen des Glückes der Familie schassen und fördern muß. Ihrem sanften, wohlwollenden Einfluß bleibt es vorbehalten, dem Gatten das richtige Zartgefühl, das man bei Männern oft schmerzlich vermißt, durch ihr Wesen und Handeln allmählich so zum Bewußtsein zu bringen, daß er unmerklich selbst zartfühlend wird, und das schöne Beispiel, das ihm beständig vorschwebt, seine rauhere Natur veredelt. Auch das ist die Aufgabe der Frau in der Ehe, alles Schöne und Gute in ihrem Hause zu Pflegen. Im kleinlichen Getriebe des täglichen Lebens, unter fortdauernden Verdrießlichkeiten und Hindernissen, die lächerliche Nörgeleien in den Weg legen und Schwierigkeiten verursachen, die gar nicht vorhanden zu sein brauchten, da sie wirklich gutes Streben nur erschweren, in einem solchen täglichen, aufreibenden Kampfe mit Nadelstichen und bösem Willen ruhig und heiter den richtigen Weg zu gehen, unbeirrt das im Augenblick Nöthige zu leisten, mit Sanftmuth und innerem Frieden das Unvermeidliche tragen, jedem liebreich begegnen und fröhlich jedes barmlose Vergnügen fördern und genießen, das verlangt wirkliches Zartgefühl, die Aufgabe ist oft sehr schwer, wird aber von jeder wirklich gebildeten Hausfrau unbedingt gefordert, denn in ihrer freudigen Erfüllung ruht allein der Zauber edler Weiblichkeit! Es giebt in jeder, auch der glücklichsten Ehe Augenblicke, in denen trotz der herzlichsten Liebe sich Mißverständnisse einschleichen, die vielleicht von außen hineingetragen, doch die Harmonie zu stören drohen, ohne daß irc,?nd etwas Ernstes vorliegt; denn der Mensch läßt sich nur zu leicht von unangenehmen Eindrücken beeinflussen und ein rasches Wort weckt Gedanken, die bei ruhiger Ueberlequng gar nicht entstehen könnten. Hier rechtzeitig versöhnend einzugreifen, ehe die Verstimmung feste Gestaltung gewinnt, ist dem Zartgefühl allein möglich, das gerade bei unscheinbaren Veranlassungen, die aber in ihren Folgen unberechenbar sind, so große Erfolge erzielt, und eben darum eine der wertvollsten Eigenschaften im täglichen Leben ist. , Nicht zu hrtzig, Herr Rittmeister! Was ist das für'n schlappes Reiten! Kerls, gebt doch mehr Schrenkelduck nein: Denkelschruck ha! Dunkelschreck SchunZeldreck Himmeldonnerwetter: Scheu kclüruck! Unheilbar. Doktor, wie geht es denn dem jungen Dichter, den Sie behandeln?" O, er wird von Tag zu Tag besser, aber seine Poesik immer schlimmer." J . .,.

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ZNirnbcrg. Wer Nürnbergs altdeutsches Außenbild in ganzer Reinheit genießen will, muß die Stadt zum ersten Male und möglichst unvorbereitet in einer klaren Mondnacht und zu schon vorgerückter Stunde betreten, wo es still geworden ist in dem oft wunderlichen Durcheinander der Gassen, Gäßchen und Gässelchen und auf den von unregelmäßigem Häuserwerk eingeengten Plätzen der Altstadt. Da taucht vor dem nächtlichen Wanderer, der vom Bahnhof kommend durch die Königsstraße hineinpilgert, fast bei jedem Schritt ein Bild von neuem, eigenartigstem Stimmungsreiz auf: erst, in pechschwarze Finsterniß begraben, wie ein Höllen schlund ausklaffend, die fast beängstigend engen Gäßchen längs der Stadtmauer; dann, zur Linken, die langgedehnte, düster - griesgrämige Masse der Zollhalle, wie ein zu trägem Schlafe hingestrecktes plumpes Ungethüm; dann der tiefernste Lorenzerplatz in geheimnißvoller Dämmerung, die beiden sprtzigen Kronenthürme von Sanct Lau-

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KM v xh 1 ji m' ZJKZ t -:&xz: V A-:5..-.S?KerÄ SKZW5 -!52rrr3S? Kaiserburg. rentius im Silberschimmer des Mondlichts verklärt, während die unteren Theile der Kirche in trauervollem Todesdunkel liegen. Dann weiter auf der schmalen Museumsbrücke über die leisanbrandende Pegnitz, in deren schwarzgrünen Fluthen grotesk-alte, halb in das Wasser vorgebauteHäuser ihr trauliches Lampenlicht spiegeln, flackernd und glühend: dann der herrliche Markt in hellem Mondschein, weißslimmernd wie der Hof eines verzauberten Märchenschlosses, alle die Schäfte, Ranken und Blätter und Spitzen der Gothik wie aus edlem Silber getrieben. So sehr nun auch das Bild der Stadt durch das Aufblühen der modernen Fabrikindustrie an der Peripherie verändert wurde: in den inneren Stadttheilen ist die Bevölkerung um so eifriger bestrebt, den altdeutsch-künst-lerischen Gesammteindruck zu wahren, durch Erhaltung des Alten und Eharakteristischen, wie auch durch geschickte Anbringung imitirter Einzelheiten altdeutscher Thürmchen und Erker, Butzenscheiben", Heiligennischen und anderen alterthümlichen Zierraths an neueren Bauten. Und nur diese inneren Stadtiheile, all' die architektoNischen Kostbarkeiten von Sanct Laurentius und Sanct Sebaldus, kommen zunächst für das äußere Bild Nürnbergs in Betracht, von dem zu jeder DerrundeThurm. Jahreszeit wunderbar stimmungsvoll wirkenden Stadtgraben am Frauenthor bis hinauf zur altehrwürdigen Kaiserburg. Da ruft die düster-ernste Westfacade der Lorenzerkirche mit dem gigantischen, aus dem dreizehnten Jahrhundert stammenden Hauptportal einen mächtigen Eindruck hervor, da wetteifern der Albrecht Dürerplatz, der Rathhausplatz mit der uralten herrlichen Seöalduskirche und der unvergleichliche Hauptmarkt mit der reizenden Frauenkirche aus dem vierzehnten Jahrhundert und seinem wunderzierlichen Kunstbrunnen, mit dem Spitalplatz, den Fremden zur Bewunderung hinzureißen. Der Besuch der Nürnberger Burg", welche sich dominirend auf einem Hügel am Ende der Stadt erhebt, ist besonders an einem sonnigen Sommeroder Herbsttage anzurathen: denn hier ist das Innere der altehrwürdigen Gemächer ebenso sehenswerth, wie der malerische Aufbau des Aeußeren, und die aus den Fenstern des oberen Stockwerkes wie von den Thürmen sich eröffnende Rundsicht muß auch verwöhnte Augen entzücken. Da liegt das fast verwirrende Häuserfeld der Stadt zu den Füßen des Beschauers, mit zahllosen, großentheils ziegelbedeckten Giebeln, Hunderten von Thürmchen und Erkern in den Pegnitzgrund hinabsteigend, Ziegelroth und Blauqrau als vorherrschende Farben, dazwischen das freundliche Grün gemüthlicher Hausaärtchen und in der Umarmung des I düsteren Mauerwerks aufstrebende Baume und Ausche. Ta liegt weiterhin die in ihren sanftabgetönten Farben eigenthümlich reizvolle Pegnitzebene , und am Horizonte die blauenden -Hü-I gel der benachbarten . fränkischen

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Schweiz, davor wie ein schwarzgrauer, Zaum erkennbarer Strich die Universitätsswdt Erlangen.

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Albrecht Dürer's Haus. ' Verläßt man den Burghof, in dessen Mitte sich die der Sage nach von 'der Kaiserin Kunigunde. der Gemahlin Heinrichs II., gepflanzte Kaiserlinde" erhebt, so wird man gewöhnlich noch links in ein kleines Häuschen gezogen, das einen 56 Klafter tiefen Brunnen überdeckt. Der Reflex eines entsprechend gehaltenen Spiegels überzeugt die Besucher in der gründlichsten" Weise von der Richtigkeit dieser etwas aufschneiderisch klingenden Angabe. Wer übrigens Nürnberg ganz kennen will, der muß abgesehen von den Kunstschätzen, welche im Innern der Kirchen und des germanischen Museums aufgespeichert sind auch das I Vratwurstglöcklein. Leben und Treiben in den zahlreichen und urgemllthlick.en bürgerlichen Kneipen Nürnbergs kosten, und zwar nicht nur in dem historisch berühmten Bratwurstglöcklein" mit den Geistern der alten Nürnberger Meister träumerische Zwiesvrache Pflegen, sondern sich auch Altes Erkerfenster. zu den Nürnbergern von heute gesellen, keck an den besetztesten Abendtisch, und sie laut scherzen, eifern,, im verstimmigen Chorus vergnügen hören; mitten im öffentlichen Bier- oder"Weinlocal, ohne die anderswo übliche respectvolle Herabdrückung des Brusttons. Und er wird ein Bürgerthum schätzen lernen, das mehr als ein anderes in Deutschland sich jene derbe, aber gediegene Ursprllnglichkeit bewahrt hat. welche zu Hans Sachsens Zeiten die deutsche Kunst und die deutsche Dichtung vor undeutscher Entartung und Entkräftigung schützen durste. Vierfehltes Compliment. D Herr Professor X. hat Dir gestern Abend ein sehr schönes Eompliment gemacht!" So? Was sagte er denn?" Er meinte. Du seiest zwar nicht hübsch, aber eine der geistreichsten Frauen, die er kennt!" So! Na der Herr Professor ist auch das letzte Mal bei uns gewesen!" Mitgift. Was hör' ich, Altmann, Du bist verheirathet? Gute Partie? Was hat Dir denn Deine Frau mitgebracht?" Ihre Mutter!" Höchste Garantie. Ist der Wein, den Sie mir da osferiren, echt?" Vollkommen, wenn Sie den regelmäßig trinken, garantire ich Ihnen für eine rothe Nase." Irrthum. Denken Sie, mein Mann ist so ungebildet, der verwechselt immer mich und mir!" Und meiner ist noch ungebildeter, der derwecbselt xmnm mick und mein Stu ' benmädchen!"

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Im Gber-CommanÄo.

Mit Erreichung der gesetzlichen Miersgrenze ist der General-Lieutenant Schosield, der Qber-Eommandeur der Bundes-Armee, in den Ruhestand getreten. Zu seinem Nachfolger ist General Nelson A. Miles, bisher Eommandeur desDepartements des Ostens, mit dem Hauptquartier auf Governors Island im Hafen von New 2)ork, aus ersehen. John McAllister Schosield wurde am 29. September 1831 in Ehautauqua Eounty, N. F., geboren und auf der Bundes-Militärakademie für die militärische Carriere ausgebildet. 1853 machte er zusammen mit Philip H. Sheridan, James B. MoPherson und John B. Hood sein Abgangöexamen. Er wurde dem 1. Artillerie-Re giment überwiesen und diente von 1853 'bis 55 in Garnisonen in SüdCarolina und Florida. Von 1855 60 war er Hilfsprofessor der Nawrw Gen. Schosield. Wissenschaften an der Militärakademie, erhielt dann Urlaub und fungirte bis April 1361 als Professor der Physik an der Washington Universität zu St. Louis, Mo. Nach Beendigung des Bürgerkrieges, welchen er mit AusZeichnung mitgemacht, besuchte er Europa und nach seiner Rückkehr wurde er Commandeur des ersten Departements des Potomac. Am 2. Juni 1868 wurde er vom Präsidenten Johnson zum Kriegssecretär ernannt und am 4. März zum General-Major ernannt. Das Ober-Commando über die Armee wurde ihm nach dem am 14. August 1888 erfolgten Tode des Generals Sheridan übertragen. Zum General-Lieutenant wurde er am . 4. Februar 1895 ernannt. Nelson Appleton Miles wurde im August 1839 in Westminster. Mass., geboren. Beim Ausbruch des Krieges trat er als Lieutenant in das 22. Jn fanterie-Reiment von Massachusetts ein. Er nahm an den Schlachten vor Gen. Miles. Richmond und bei Antietam Antheil und wurde bereits im September 1862 Oberst vom 61. New Yorker Freiwilli-gen-Regiment. Er machte dann alle Schlachten am Potomac bis zur Uebergäbe von General Lee -mit und wurde drei Mal verwundet. Wegen seiner Tapferkeit in der Schlacht bei Ehancellorsville erhielt er den Eharalter als Brigadegeneral und avancirte zum vollen Range am 12. Ma! 1864 für seine Verdienste in den Schlachten in der Wilderni" und bei Spottsylvania Eourt House. Am 1. September 1866 trat er aus dem freiwilligen Dienst aus, nachdem er am 28. Juli zum Oberst in der regulären Armee ernannt worden. Seitdem hat er in verschiedenen Indianerkriegen lhervorra gende Dienste geleistet. Er kann sich rühmen, in die sen vielen Kämpfen nie eine Niederlage erlitten zu Haben. Die Gefangennahme des Sioux-H'äuptlings Sitting Bull" wurde von ihm bewerkstelligt; auch gelang es ihm, den gefürchteten Apache-Häuptling Geronimo unschädlich zu machen. Er leitete während des lehten Aufstandes der Sioux-Jndia-ner den erfolgreichen Feldzug, der mit dem blutigen Gefecht bei Wounded Knee endete. Im vorigen Jahre commandirte General Miles die Bundes truppen. die zur Unterdrückung des Ar beiteraufstandes in Chicago aufgeboten wurden. General Miles wird seit lan gen Jahren dr? erste Oberbefehlshaber sein, der nicht in West Point, sondern im Feld .seine Erziehung genossen hat. Sein Vorgänger in dieser Beziehung war Gen. Scott. Moderne Jugend. Die kleine Ella: Du, Paula, ich kann schon Migräne haben!" Die kleine Paula: Oh, ich kann schon in Ohnmacht fallen!" Vertheilte Rollen. Neffe (der seinen Onkel vom Lande in ein seines Restaurant führt): Sieh', Onkel. ich drücke hier auf den Knopf und bestelle!- Onkel: Na und dann?" Neffe: Dann drückst Du auf den Knopf und bezahlst!" I a, s o ! Erster Bettler: Ach, die elenden Zeiten, wenn 's nur mehr Arbeit gäbe!- Zweiter Bettler: Du wirst doch nicht auf einmal arbeiten wollen?" Erster Bettler: Das nicht, aber wenn die Leute nichts verdienen, schenken sie einem doch auch Richts!-

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Erzherzog LadiSlauö In einem bescheidenen Krankenzimmer des Budapest Elisabeth-Spitals des ungarischen Vereins vom Rothen Kreuz ist ein jugendlicher Sproß des alten Habsburger . Herrscherhauses der Oesterreichisch-Ungarischen Monarchie, Erzherzog Ladislaus, verschieden. Der Verstorbene war ein Sohn des in Ungarn überaus populären Erzherzogs Joseph und seiner Gemahlin Clotilde, einer geborenen Prinzessin von Sach-sen-Koburg und Gotha. Der junge Prinz, der ein eifriger Weidmann war, ist das Opfer eines Jagdunglücks geworden Er unternahm in Begleitung des erzherzoglichen Dom'änendirektors Kibits einen Ausflug nach dem nächst Kis-Jen'ö gelegenen Agyaer Forst, um dort auf Wildschweine und Wildkatzen zu jagen. Nachdem er eine Der todte Erzherzog. Weile auf dem Anstand gelegen, schoß er eine Wildkatze an, ohne sie jedoch tödtlich zu treffen. Um nun das angeschossene Thier nicht lange leiden zu lassen, wollte der Erzherzog diesem mit seinem Gewehrkolben den Todesstoß versetzen. Sein doppelläufiges Jagdgewehr am Laufe fassend, eilte er auf das sich am Boden wälzende Wild zu, als plötzlich der Hahn des Gewehrs im Gebüsch an einem Zweige hängen blieb. Darauf entlud sich der zweite Gewehrlauf, und die Kugel drang dem Erzherzog in den rechten Oberschenkel. Zum Unglück war es eine sog. Expansivkugel, die dem Erzherzog ein Stück des Knochens zersplitterte; die an und für sich schon bedeutende Wunde ward um so gefährlicher, als mit der Kugel auch Tuchfasern aus der Bluse und dem imprägnirten Beinkleid in die Wunde gedrungen waren. Dieser schweren Verwundung gegenüber erwies sich die Kunst der Aerzte als ohnmächtig und, nur 20 Jahre alt, ist der Erzherzog gestorben. Ein euer Kreuzer Ohne Unterlaß wird an dem Ausbau unserer zur Zeit schon respectablen Seemacht gearbeitet. Der neueste Zuwachs, den dieselbe erfahren, ist der Stahlpanzer-Kreuzer Brooklyn", dessen Stapellauf dieser Tage stattgefunden hat. Der Kreuzer, welcher ohne Geschütze 2.985,000 kostet, ist mit vier achtzölligen. Barbette-Thürmen versehen, hat eine Länge von 400 Fuß, eine Breite von 64 Fuß, einen Tiefgang von 24 Fuß. 9271 Tons Gehalt. 16.000 Pferdekraft und ist eventuell im Stande, 24 Knoten per Stunde zurückzulegen. Er faßt 1753 Tons Kohlen. Das Schiff wird . Kreuzei Brooklyn". Doppclschrauben und vier vertikale Triple - Expansions - Dampfmaschinen erhalten, wovon jede in einer besonderen , Abschottung" aufgestellt wird; die Zahl der Dampfkessel wird sieben sein, die in drei Abtheilungen untergebracht sind. Der Kiel ist aus Stahl und mit Doppelboden versehen. Die Batterien des Kreuzers bestehen aus acht achtzölligen gezogenen Hinterladern. zwölf fünfzölligen gezogenen Hinterlader Schnellfeuergeschützen, vier Einpfllnder-Schnellfeuergeschlltzen und vier Maschinenkanonen. Die achtzölligen Geschütze werden auf vier Barbette-Thürmen montirt, wovon sich einer vorn auf dem Bug, einer hinter am Heck und je einer auf der Seite, in der halben Länge des Kreuzers, befinden. Außerdem erhält das Schiff fünf Torpedo -j Lancirröhren. Als Schutz gegen feindliche Torpedos wird er schwere Drahtnetze tragen, die am Bug. am Stern und auf den Seiten an starken Trägern befestigt sind. Eine Ueber raschung. Bräutigam: Ich will doch einmal meine Braut prüfen, ob sie mich wirklich liebt. Marie, ich muß Dir etwas mittheilen, was ich Dir bisher verhümlicht habe ich schnupfe stark!" Ach. das trifft sich gut ich auch!" Au 5 der Schule. Lehrer: Fritz, bilde mir einen Satz mit dem Bindewort wiewohl"! Fritz: Ter Geizhals hungerte, wiewohl er viel Geld hatte. Lehrer: Gut. Karlchen, weißt Du auch einen?. Karlchen: O wie wohl ist mir am Abend!

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Prof. Boyesr.

In dem blühenden MannesaNer von 47 Jahren ist in New York Prof. Hjalmer Horth Boyesen, Professor am Columbia-College, in New York aus dem Leben geschieden. Geboren am 23. Sept. 1848 in Norwegen, kam er im Jahre 1869 nach Amerika. Anfanglich war er journalistisch ihätig, und zugleich legte er sich mit solchem Eifer und Erfolg auf das Studium der englischen Sprache, daß er dieselbe bald wie seine Muttersprache besßrz H. H. Aoyesen. herrschte. Professor Boyesen hat sich nicht nnr als einer der besten Germanisten unseres Landes einen Namen gemacht, sondern war auch alsSchriftsteller von großer Fruchtbarkeit. Viele seiner Werke wurden aus dem Englischen in das Deutsche und Norwegische, ein Roman auch in das Russische übersetzt. Ein fürstliches Paar. Auf dem Schlosse Rosenau bei Cobürg hat die Verlobung des Erbprinzen Ernst zu Hohcnlohe-Langenburg mit der dritten Tochter des Herzogs Alfred von Sachsen-Coburg und Golha. der Prinzessin Alexandra, stattgefunden. Erbprinz Ernst zu Hohenlohe-Langenburg wurde geboren am 13. September 1863 als ältester Sohn des jetzigen Statthalters von Elsaß-Lothringen, und zwar zu Langenburg in Würtemberg. Der Prinz ist Legationssecretär bei der deutschen Botschaft in London. In letzter Zeit Das Brautpaar. hat er sich als Jagdgenosse und Gast am herzoglichen Hofe zu Reinhardsbrunn, Oberhof und Rosenau aufgehalten. Sein Vater, der Statthalter von Elsaß-Lothringen. war sehr befreundet mit dem verstorbenen Herzog Ernst II. und oft dessen Gast in Cobürg und Gotha. Auch machte er mit diesem seinerzeit gemeinschaftlich die Reise nach Afrika. Prinzessin Alexandra Louise Olga Victoria wurde am 1. Sept. 1873 in Coburg geboren. Trotz des Altertftfctfchhtos des Paares soll die Ver i lobung einer Herzensneigung entsprungen sein. Eine eiserne Kirche. In wenigen Monaten wird am Ufer des Goldenen Horns sich eine neue bulgarische Kirche erheben, die ganz aus Eisen construirt ist; nur die Fundamente sind aus Stein. Der Bau wurde nach den Entwürfen des Konstantinopeler Architekten Asnawur in byzantinischem Stile von dem österreichischen Eisenwerk R. Ph. Wagner in Wien während anderthalb Jahren in Oesterreich ausgeführt und die Bautheile sollen nächstens roch Konstantinopel transportirt werden. Der Bau besteht aus einem mächtigen eisernen Gerüst, das nach außen und innen verkleidet ist mit Arbeiten aus Schmiedeeisen; alle ornamentalen Theile, Säulen, Kapitäle, sind aus Gußeisen. Die Kirche wird 32 Meter lang, 15 Meter breit und 30 Meter hoch sein und einen Fassungsraum für ungefähr 600 Personen enthalten. Das Gesammtgewicht beträgt 500.000 Kilogramm. Die Kosten belausen sich auf 400.000 Francs. Druckfehler. Der Fürst blieb bis in sein spätes Alter ein eisriger Anfänger der Künste und Wis senschaften. Bei der Schmiere. A.: Der Direktor hat versprochen, uns Honorar zu zahlen." B.: .Das Kare aber eine Honorität."

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mm Durchzog ich als Knabe den lauschigen Hag, So schien mir'S am Schönsten zu sein. Auf einsamen Pfaden bei sinkendem Tag Tranmfeliz zu wandeln allein. is2x:s& wm" K&.'töW-tt FH f. sr fJiXi,. H ,2 : v m -r-jrt. J 1 ftI V"1iii 'i-:'' ' a V 'TO. , r'g"-'-liAll WsW i;-'..r:?:V,-VV lVW. vii m n 77.J ItMSW Dann fand' ich's als Jüngling im lockigen Haar Am Schönsien, zu maiender Zeit Auf dämm'rigen Pfaden ein glückliches Paar! Liebkosend zu wandeln zu Zweit! Sie wurde mein Eigen. Bald hatt' ich erkannt, Am Köstlichsten war's doch, man schritt. Das Weibchen am Arme, das Kind an den Hand, Glückselig waldeinwärts zu Dritt. Die Jahre vergehen mein Weibchen wird alt. Die Kinder, sie zanken und schreien. Im Grunde ilt's doch wohl am Schön. sten. im Wald Behaglich zu wandeln allein! Schachmeister Plllöbury. Zum ersten Male hat auf einem internationalen Schachtournier, an welchem die größten Meister theilnahmen, ein Sohn unseres Landes die Sieges palme errungen. Es ist dies der 22 Jahre alte H. N. Pillsbury. H. N. Pillsbury. Erst im Jahre 1883 lernte der junge Meister, der in einem Vorort der Stadt Boston geboren ist, das edle Spiel kennen, und schon im vorigen Jahre hatte er es soweit gebracht, daß er in einem öffentlichen Meistertournier des vergangenen Jahres gegen zehn erfahrene Kampfgenossen den er sten Preis erringen konnte. Pietätvoll. A.: Was tragen Sie da für Haare in Ihrem Meiiaillon? Wohl von Ihrem FräuleinBraut? B. (Sonntagsjäger): Nee. von dem Hasen, den ich vor drei Iah ren geschossen habe. Zeitkinder. .Sieh'. Lilly, da kommt der reizende Lieutenant wie der vorübergeritten, wem von uns gilt das nur?" Ja, da müßten wir erst unsere Papa's fragen welche voa uns mehr mitbekommt!" - -

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