Indiana Tribüne, Volume 19, Number 32, Indianapolis, Marion County, 20 October 1895 — Page 3
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(Erinnerungen einer Schwiegermutter. Von Hcorgc Sims. (12. Fortsetzung.) VZ dauerte auch nicht lange. biZMrZ. Helstons schlechter Einfluß auf Frank zu Tage trat. Eines Abends kam er, um seinen Vater zu besuchen, und sagte ihm ziemlich deutlich, daß er Geld brauche. Unglücklicherweise brachte er sein Anliegen nicht in der liebenswütigsten Art vor. Er sagte wer ihm das eingeblasen hatte, war nicht schwer zu errathen er sei schlecht behandelt worden, und sein Vater hätte ihm bei seiner Verheirathung ein zu einem anständigen Lebcn ausreichenldes Jahrgeld aussetzen sollen. Mein Mann hat mir später erzählt, was bei dieser Gelegenheit gesprochen wurde, woraus ich nicht umhin konnte. es für baaren Unsinn zu erklären. Äls wir h:iratheten, fingen wir sehr bescheren an und versuchten nicht, zu laufen, ehe wir gehen konnten. Frank erhielt zweihundert Pfund von seinem Vater, was zusammen mit den vierhundert Pfund, die er selbst verdiente, .zu anständigem Auskommen vollwmmen hinreichend war. Allein ich schlug meinem Manne vor. das Verständigsie wurde sein, wenn Frank sich ein kleines, uneingerichtetes Haus nähme, !das mein Mann ihm ausstatten könne; das wäre ein ganz guter Anfang für Frank. Mein Mann ging auf den Vorschlag .ein und begab sich zu Frank, um es ihm mitzutheilen, allein er sagte ihm da.bei auf's bestimmtest, das; er auf eine Erhöhung eines Jahrgebdes unter keinen Umständen eingehen könne. Er müßte dann auch das Jahrgeld seiner andern verherratheten Kinder erhöhen, das verlange die Billigkeit, aber seine Mittel erlaubten es ihm nicht. Frank jmhm das Anerbieten mit Freuden an und er, Laura und Mrs. Helston machien sich sofort an die Haussuche. 'Aber nach dem, was ich später hörte, war es Mrs. Helston, deren Wünsehe vor allem berücksichtigt wurden. Sie hatte alle möglichen Einwendungen zu machen und wählte schließlich ein kleines Häuschen, nur weil es in einer sogenannten vornehmen Gegend lag, das aber nicht "die geringste Annehmlichkeit besaß. Als Franks Frau zu mir kam und mir erzählte, was sie zu nehmen beabsichtigten, sprach ich meine Meinung schr offen aus und machte sie darauf aufmerksam, daß eine Menge geräumiger Häuser mit hübschen Gärten zur halben Miethe zu haben seien, wenn sie sich eine billigere Gegend aussuchten, zum Beispiel Cambcrwell, Jslington, Camden Noad oder Holloway. Du meine Güte!" riefLaura. Was für ein Gedanke! Wir sollen in Camberwell oder Holloway wohnen? Mama denkt nicht im Traume daran." Nun. ich ha'be wirklich bis jetzt noch nicht gewußt, daß mein Mann ein Haus für Deine Mama auszustatten im Sinn hat." O," sagte sie, ärgerlich werdend. Du reibst mir immer meine Mama unter die Nase." Nicht im geringsten," enigegnete ich, ich bin die Letzte in der Welt, die meines Sohnes Frau irgend etwas unter die Nase reiben möchte, am wenigsten ihre eigene Mutter, allein ich wiederhole. wo Deine Mutter wohnt, ist -ganz allein ihre Sache. Frank sucht ein Haus für sich und Dich." Sehr richtig," versetzte sie schnippisch, und unter diesen Umständen sehe ich wirklich nicht ein, was Dich die Sache angeht; Du sollst ja nicht darin wohnen." Ganz so ungezogen waren ihre Worte zwar nicht, allein sie liefen auf dasselbe hinaus, und ich begnügte mich damit, die Achseln zu zucken und zu sagen, ich wolle mich in Zukunft hüicn, überhaupt eine Meinung auszusprechen, cber natürlich sähe ich als Mutter es nicht gern, wie sich mein Sohn Hals über Kopf zu Grunde richtt. Wie die Unterredung noch geendet hätte, weiß ich nicht, aver zum Glück kam Sabine mit den beiden kleinen WalkinshawZ, unv wir sprachen von etwas andrem. Laura empfahl sich bald nachher. Trotz meines Widerspruchs nahmen sie das Haus, und auch bei der Einrich lang wurde ich nicht zu Nathe gezogen, obschon mir viele Leute, die es berstehen, gesagt haben, daß mein Geschmack ausgezeichnet sei. Mn;. Helston nahm die ganze Sache in die Hand, und einen schönen Firlefanz und Theaterkram brachte sie zusammen. Alles war nur auf den äußeren Schein berechnet, yon wirklicher Bequemlichkeit keine Spur. Als aber die Rechnungen kamen, machte sie nicht den leisesten Versuch der Einmischung. Sie ließ sie ruhig meinem Manne vorlegen und gab sich nicht einmal die Mühe, die einzelnen Posten auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Der Gesammtbetrag war auch erheblich höher, als der von Mr. Tressider bewilligte, allein er sagte, bezahlt müßten die Sachen jedenfalls werden, und da sie auf seinen Namen gekauft seien, müsse er es uin der Ehre dieses Namens willen thun, aber er stimmte mit mir darin überein, daß in Franks Haushalt etwas zuviel Schwiegermutter" sei. Bald nachdem sie eingezogen und mit der Einrichtung fertig waren, erhielten wir eine Einladung zum Essen. Viel Lust, hinzugehen, hatte ich zwar nicht. aber ich fühlte, das) es meine Pflicht sei. Ich wußte, daß einige von Mrs. Helstons Verwandten da sein würden. Wir wollen doch lieber hingehen." sagte ich deshalb zu meinem Manne, die Leute könnten sich sonst einbilden. wir kielten uns nickt aut genug für tt) ic großartigen Verwandten. Man kann nie wissen, was das Weib zur Erklärung unseres Ausbleibens sagen würde." So gingen wir denn, und ich sollte
mein blaues Wunder erleben. Das Essen war wirklich großartig, aber die dabei zu Tage tretende Verschwendung empörend. Zu Hause war gewiß gar nichts gemacht worden, und mein Mann erzählte mir, die Weine wären von den köstlichsten und theuersten Sorten gewesen. Wie gewöhnlich, war alles Mrs. Helston überlassen worden, und es muß Frank ein schönes Stück Gefcd gekostet haben. Für einen jungenMann in seiner Stellung war es jedensalls ganz unpassend, ein solches Essen zu geben. Es war ein Essen, das, wie mein Mann beim Heimfahren sagte, nur im Konkursverfahren, ein Schilling für's Pfund, bezahlt werden könne. Laura trug ein Kleid, das ganz gut für eine Herzogin oder die Frau eines Citykrösus gevaßt hätte, und sie hatte die Unverschämtheit, mir zu sagen, es sei aus Paris, und sie habe die Absicht, alle ihre Kleider dort machen zu lassen. Ich erhob meine Hände vor Schreck. Liebes Kind." rief ich. Du bist sicherlich im Irrthum über Deines Mannes Verhältnisse; er hat sechshundert Pfund jährlich, nicht wöchentlich." Ach was," rief sie lachend, Frank hat viel mehr, als Du glaubst; wir werden Dich eines Tages überraschen." Un sie überraschten mich in der That, denn bald nachher kam sie in
einem feinen Brouaham vorgefahren. Ich stand zufällig am Fenster, sah den Wagen vor unsrer Thür halten und wunderte mich, wer es wohl sein konm. Das Pferd war sehr schön, ein Hochtraber, und der Kutscher trug eine feine Livree und hatte eine Kokarde am Hut. Als Laura, wieder wie eine Herzogin gekleidet, ausstieg. hättet ihr mich umblasen können. Daß der Wagen ihr gehöre, ließ ich mir immer noch nicht träumen. Wer hat Dir denn den schönen Brougham geliehen?" fragte ich sie. Niemand, antwortete sie mit einem Zug um den Mund, der fast wie Hohn aussah. Frank hat ihn mir zum Geburtstage geschenkt." Ist denn der Junge rein toll a worden?" rief ich aus. Wie will er ihn denn bezahlen und bei seinem Einkammen unterhalten?" O," erwiderte sich leichthin, er verdient jetzt sehr viel Geld; vorige Woche hat er zweitausend Pfund Sterling verdient." Mir brach der kalte Angstschweiß aus, denn ich dachte, er wette oder spiele an der Börse, und ich weiß, wie das stets endet. Allein Laura erklärte es anders. Frank hatti mit einem von Mrs. Helstons Freunden, der irgend etwas in der City war. ein gemeinsames Geschäft angefangen. Sie waren Gründer geworden. Was das war, wußte ich nicht, aber ich war sehr unglücklich darüber, denn mein gesunder Verstand sagte mir, daß ein Geschäft, wobei ein junger Mensch, wie Frank, in einer Woche zweitausend Pfund Sterling verdiene, nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Sowie mein Mann nach Hause kam. erzählte ich ihm alles, und er war ebenso erstaunt, als ich. Er wußte' nicht einmal, daß Frank seine Stellung als Vertreter des Pariser Hauses aufgege-1 den hatte, schüttelte den Kspf über die G runderer und sagte, er wolle sich am nächsten Tag: in der City erkundigen. Das that er und brachte in Erfahrung, daß sich Frank mit einem Mr. Smith, einem Menschen, der sich keineswegs des besten Rufes erfreute, vrbunden habe. Die Firma hieß Smith & Co., Frank war die Compagnie, und sie beschastigten sich damit, Aktiengesellschaften zur Ausbeutung von Goldminen und ähnlichen Dingen zu gründen. Ist das etwas Anständiges?" fragte ich meinen Mann, und er sah aus, als ob er meine Frage verneinen wolle, allein laut sagte er nur, die einzige Gesellschaft, die sie bis jefct gegründet hätten, schein: gut zu sein, aber die Verbindung mit Smith gefalle ihm doch nicht; er werde Frank aufsuchen und ein Wort der Warnung mit ihm reden. Ich konnte sehen, daß mein Mann sich Sorgen über die Sache machte. Gründen sei an sich ein ganz anständiges Geschäft, sagte er. so lauge die Gründungen auf wirklich gesunder Grundlage ruhten, aber sehr viele Gründungen wären der reine Schwindel, und er fürchte. Frank könne in etwas verwickelt werden, was nicht ehrenhaft sei. Am nächsten Tage ging mein Mawn nach dem Geschäft von Smith & Co. und fand Frank in einem üppig ausgestatteten Zimmer, eine große Zigarre rauchend und im Gespräche mit einem Herrn, der in einen kostbaren Pelz gekleidet war und von Diamastringen und -knöpfen nur so funkelte. Das war Mr. Smith. Nachdem Frank Mr. Tressider vorgestellt hatte, sprachen sie kurze Zeit zusammen, und dann ging er mit seinem Vater zum Frühstück. Er hatte große Nostnen im Sack, und als ihn sein Vater fragte, weshalb er einen solchen Schritt ohne seinen Nath gethan und warum er die ganze Sache überhaupt so geheim betrieben habe, antwortete. Frank, es fcf ihm unangenehm gewesen, davon zu sprechen, ehe er gesehen habe, wie sich die Sache entwickele; aber jetzt, wo er auf dem besten Wege sei. binnen kurzem ein reicher Mann zu wetden, könne es alle Welt wissen. Nun legte er los, und seinem Bater blieb der Verstand steHeu. als er hörte, wie er mit Milllonen um sich warf, und wie er von den Plänen, die er und Smith hatte, rebete. Wenn man ihn sprechen hörte, sagte Mr. Tressider nachher, hätte man glauben sollen, daß alles Gold und alle Diamanten der Welt ganz bescheiden im Winkel warteten, bis es Mr. Frank Tressider gefiele, das britische Publikum darauf aufmeilfam zu machen. Als es meinem Manne endlich auch einmal gelang, ein Wort dazwischen
werfen, fragte er Frank, ob er irgend welche Kenntniß von dem wunderbaren Werthe dieser Minen und Bergwerke und was es alles war, habe. Nein," entgegnete Frank, aber Smith kennt sie, und wir stehen mit einigen der schlausten Kerle von London in Verbindung." Na, mein Junge," erwiderte sein Vater, dann paß nur auf, daß sie nicht zu schlau für Dich sind. Ich will Dir offen gestehen, daß mir die Art von Geschäften, womit Du Dich zu be-' fassen scheinst, gar nicht zusagt. Du hast keine Erfahrung und keine Stellung in der Geschäftswelt, und wenn diese Dinge wirklich so gut sind, dann kann ich mir nicht erklären, weshalb sich Smith gerade Dich zum Theilhabe: ausgesucht hat." O, Smith ist ein ganz fomoser Kerl," versetzte Frank, er stellt mich allen seinen Freunden und Kunden als den Sohn John Tressiders, des wohlbekannten Kaufmanns in der City" vor, und er meinte neulich, wenn Du Lust hättest, Direktor einer unsrer Gesellschaften zu werden, würde es ihn sehr freuen, Dir dienen zu können. Wir haben jetzt einige großartige Pläne an der Hand, Alterchen, und wenn Du ein paar Tausend liegen hast, kannst Du einen Haufen Geld verdienen. Ich habe vorige Woche Zweitaufend auf einen Schlag gemacht, wie Du weißt. Ich will Dir was sagen, Alterchen, Du hast eine Masse Freunde in der City, und wenn Du ein paar von ihnen veranlassen könntest, Direktoren einer oder der andern Gesellschaft zu werden, die wir demnächst gründen wollen, so wäre mir das ein großer Gefallen." Mr. Tressider fragte, was das für Gesellschaften seien, worauf Frank ihm die Ankündigungen zeigte. Eine Gesellschaft sollte einen Winterpalast und einen Eiffelthurm auf den Sandwichin seln erbauen, eine andre eine Goldmine auf Madagaskar erwerben und ausbeuten, eine dritte ständige Puppentheater an den Ecken der Hauptstraßen des vereinigten Königreiches errichten und eine die in den Straßen aufgestellten Feuermelder zur selbstthätigen Vertheilung von belegten Brötchen einrichten, nach Art der Dinger, wo man einen Nickel in einen Svalt wirft. Ich verstehe nicht viel von derartigen Dingen und entsinne mich deshalb nicht, was Mr. Tressider alles darüber sprach, vielleicht habe ich auch einige der Gesellschaften nicht richtig beschrieben, aber ich weiß, daß er mit einem sehr langen Gesicht nach Hause kam und sagte, er fürchte, die Geschichte werde ein schlechtes Ende nehmen. Sie fing nicht schlecht an, denn Frank fuhr eines Tages in einem feinen Zweispänner bei uns vor, und Laura war auf unsrem Ball der reine Juwelierladen, so war sie mit Diamanten bedeckt. Sie mietheten einen Palast in einer der vornehmsten Straßen und machten ein großartiges Haus. Wie oft habe ich mir die Augen geriebm und mich gefragt, ob ich wache oder träume, oder ob dieser junge Mensch, der so lebte, als ob er über ein Iahreseinkommen von zwanzigtausend Pfund verfüge, wirklich mein Sohn Frank sei. Allein Mr. Tressider sprach nie
gern darüber, ja, er vermied den Gegenstand nach einiger Zeit gänzlich, ebenso, wie er ablehnte, Franks glänzendc Gesellschasten zu besuchen, und ich konnte sehen, daß er im Gemüth bedrückt war. Ich weiß, daß er wiederholt zu Frank ging, um ihn zu warnen und zu veranlassen, die unsaubereGeschäfts Verbindung zu lösen, aber es half alles nichts, und endlich kam der Krach. Ich will nicht näher darauf eingehen, denn die Sache ist. zu peinlich für uns alle. Die Zeitungen brachten lange Aufsätze über Schwindelgefellschaften, und eines Tages hörten wir, Smith & Co. seien bankerott, und Frank hätte nicht nur alles, was er besaß, bis auf den letzten Heller verloren, sondern habe noch größere Verbindlichkeiten, als er je tilgen zu können hoffen dürfe. Ich wußte, daß er sich nie in so wagehalstge Unternehmungen gestürzt ha den würde, um rasch reich zu werden, wenn er nicht durch d-ieStreberer feiner Schwiegermutter und die selbstsüchtige Verschwendungssucht seiner Frau dazu getrieben worden wäre. Es war mehr gegen ihn gesündigt worden, als daß er selbst gesündigt hatte. Er wsr das blinde Werkzeug Smiths gewesen, der sich freute, mit dem Sohne eines wohlbekannten und angesehenen Handelsherrn der City in Verbindung zu kommen, als er nach einigen Iahren erzwungener Zurückgezogenheit von neuem anfing. Franks Verbindlichkeiten wurden bis auf den letzten Schilling bezahlt. Mr. Tressider erklärte, das sei er der Ehre des Namens schuldig, und wenn er selbst an den Bettelstab kommen sollte. Zum Glück war der Betrag, den mein Mann zu decken hatte, für seine Verhältnisse nicht allzu groß. Franks Antheile an den Gesellschaften, die sich als gesund erwresen und gut bezahlt wurden4, sowie der Erlös aus seiner beweglichenHabe und seiner Frau Brilkanten ereichte fast den Betrag seiner Berbindlichkeiten. Allein als alles geordnet war, stand er ohne einen Heller Vermögen in der Welt und schul dcte seinem Vater mehrere tausend Pfund, aber er entging wenigstens der Schande des Bankrotts. Als der Kuach kam, fand Mrs. Helston plötzlich, daß ihr Gesundheitszustand eine Kur in Karlsbad dringend nothwendig mache, aber Laura zeigte zum erstenmal, seit ich sie kannte, daß doch etwas in ihr steckte. Ihr Mann sagte ihr, er müsse das Leben von vorn beginnen unö zwar so weit als möglich entfernt von allen, die seine Vergangenhei? kannten. Es war ihm eine gute Stelle in Australien angeboten worden, die er anzunehmen beabsichtigte. Sie legte ihr großartiges Wesen sofort UU seite und erklärte, sie werde mit ihm ge-
hen und alles thun, was in ihren Straf ten stehe, um ihm zu helfen und die Vergangenheit zu sühnen. Ich glaube, sie hat ihr Wort ehrlich gehalten, denn Frank spricht in seinen Briefen in der liebevollsten Weise von ihr. Frank und sein: Frau sind jetzt in Australien, aber ich hoffe, daß wir sie in nicht zu ferner Zeit wieder in unsrer Mitte haben werden und dann ohn: seine Schwiegermutter. 17. Erinnerung. . . Die Pfauenfedern. Es gibt viele Leute, die über AltWeiberaberglauben", wie sie es nennen, spotten, wie z. B. zu dreizehn zil Tisch sitzen, unter einer Leiter hergehen, einen Regenschirm innerhalb des Hauses offnen und Pfauenfedern im Zimmer haden. Ich selbst bin nicht sehr abergläubisch, aber manches würde auch ich nicht thun, und ganz besonders könnte mich nichts dazu bringen, mich zu dreizehn zu Tische zu setzen oder Pfauenfedern im Hause zu haben. Eines Tages bei einem Familiengeburtstagsesscn sprachen wir über Aberglauben, und wir waren alle einig darin, daß dreizehn bei Mische etwas sei, was keins von uns zu thun roagen würde (wir waren darauf gekommen, weil wir eben mit knapper Noth der Gefahr entgangen waren, zu dreizehn zu Tische gehen zu müssen, da ein Glied der Gesellschaft so spat -tan, daß wir es schon aufgegeben hatten), aber wir waren keineswegs einer Meinung über die Pfauenfedern. Marion, meines zweiten Sohnes William Frau, die sehr hübsch malt, einen entschieden künstlerischen Geschmack hat und ihre Zimmer mit geringen Kosten reizend auszuschmücken versteht, wollte nicht zugeben, daß Pfauenfedern bedenklich seien, und William, als gehorsamer Gatte (es ist schade.
daß es nicht mehr Männer mit einer ähnlichen Schwäche gibt), stimmte ihr in allem zu. Es ist doch wirklich zu albern, zu behaupten, daß Pfauenfedern Unglück brächten," sprach Marion. Wenn es sich so verhielte, würden sie doch nicht so viel als Zimmerschmuck verwendet werden. h werde mich wenigstens nicht daran kehren. Kürzlich sah ich ein pcrar reizende Psauenfederfächer, die eine meiner Freundinnen hierher geschickt hat, um sie für eine Predigerwittwe zu verkaufen, die will ich mir kaufen und über dem Kamin im Empfangszimmer anbringen." Wir alle schüttelten den Kops und waren der Ansicht, das werde sicher Unglück bringen, und John, mein Aeltester. erzählte eine schrecklich: Geschichte von einem Herrn, der eine Pfauenfeder auf der Straße aufgehoben und mit nach Hause gebracht habe, und am folgenden Tage sei er über eine Müllschippe, die das Mädchen auf der Treppe habe stehen lassen, gestolpert und habe ein Bein gebrochen. Ja," sagte William, das beweist weiter nichts, als daß es gefährlich ist. MUllfchippen auf der Treppe stehen zu lassen, und darin stimme ich vollständig mit Dir llberein." .Aber das ist nicht alles, was vorgefallen ist." fuhr John fort. Am selben Nachmittag brannte sich die Frau des Mannes, der das Bein gebrochen hat, ihre Stirnlocken, als das im Nebenzimmer befindliche Kindermädchen, das das Kleinste auf dem Arme hatte, sich auf einen Stuhl setzte, ohn: zu bemerken, daß die Katze darauf lag. Diese heulte, nd das Mädchen kriegte ei nen solchen Schreck, daß es aufsprang und ebenfalls heulte. Das veranlaßte die Dame, sich plötzlich umzuwenden, und dabei stieß sie sich das Brenneisen so in den Backen, daß sie dauernd entstellt ist. Was sagst. Du dazu?" William zuckte die Achseln. Ich sage weiter nichts, als daß Frauen, die etwas aus ihr Haar geben, es nicht mit heihem Eisen kräuseln sollten, denn sie brennen das Leben heraus, und baß Kindermädchen sich umsehen müssen, ehe sie sich niedersetzen. Das Brenneisen und die Katze waren an 'dem Unfall Schuld, nicht die Pfauenfeder. Ist sonst noch was vorgefallen?" 0 ja! Am selben Abend verspürte fcra Zimmermädchen, als es mit seinem Lichte hinaufging, einen starken Gasgeruch. Sie trat in das Zrinmer. no raus, wie sie vermuthete, der Geruch kam. und als sie eintrat, erfolgte ein furchtbarer Knall. DaS Fenster wurde hinÄ'Usgeschleudert. ein Theil der Decke stürzte ein und die auf dem Kaminsims stehenden Nippsachen wurden zerschlagen, nur etwas blieb unversehrt." Und das war?" D Pfauenfeder, die die Dame dort hingestellt, als ihr Mann sie ihr gegeben hatte. Was sagst Du dazu?" Daß das Hausmädchen sehr nachlässig gewesen ist. und vergessen hat, das Gas im Zimmer zuzudrehen, als der Haupthahn abgestellt wurde. Dieser Unfall fällt dem Mädchen zur Last und nicht der Pfauenfeder." Natürlich kannst Du die Sache immer so drehen." sagte ich, aber das bringt die Thatsache nicht aus derWelt, daß alle diese Unglücksfälle erst eintraten, nachdem 'die Pfauenfeder in's Haus gebracht worden war. An Deiner Stelle, lrcbe Marion, wurde ich 3 an dern Leuten überlassen, sich mit diesen Fächern in Gefahr zu stürzen. Marion lächelte und entgegnete, daß thatsächlich ein andrer der Gefahr ausgesetzt werden würde, denn sie wohnten. wenn sie m die Stadt kamen, rn mo blirten Zimmern (sie lebten damals auf dem Lande), und dort sollten die Pfauenfedern rhre Probe bestehen. Die Unterhaltung nahm eine andre Wendung, es wurde nichts mehr über die Pfauenfedern gesprochen, und ich vergaß die ganze Sache sehr bald. Etwa acht Tage danach besuchte ich Marion in ihrer möölirten Wohnung. und idas erste, was meine Augen er
i blickten, waren die Pfauensedersächer, rtm fchitntl fhrfim I
w w f 0V VW ), Du hast fit doch gekauft?" frag te ich. Ja," antwortete sre. ich habe sie am folgenden Tage gekaust, und sie haben seit der Zeit dort gesteckt und bis zetzt ist noch niemand etwas Schreckliches zugestoßen. Im Gegentheil, sie haben mir Glück gebracht." Wirklich? Wieso?" Du weißt doch, was für Mühe ich hatte, ein gutes Stubenmädchen zu finden, das ich mit nach Hause nehmen konnte?" Ich nickte, denn William hatte mir von 'den Unannehmlichkeiten, die ihnen ihre Madchen machten, erzahlt. Das. das ste lange Zeit gehabt hatten, ein schr braves Mädchen, war gegangen, um AU heirathen, und es war ihnen bis jetzt Nicht gelungen, einen Ersatz zu finden. Der Ort, wo sie lebten, war sehr still unid weit von der nächsten Eisenbahnstation entfernt. Die Mädchen vom Orte sagten Marion nicht zu, wen sie nicht gewandt genug waren, und die Londoner Mädchen wollten mcht dahin gehen, well es an ihren freien Sonntagen zu langweilig für ste war und ste ryre Bekannten mcht befuchen konnten. Ich hätte von ihren Schwierigkeiten gehört, erwiderte ich Marion, und innigen Antheil daran genommen. . Dann wirst Du Dich freuen, zu hören, daß meine Schwierigkeiten vorüber sind, antwortete sie, und ich verdanke es nur drefen Pfauenfedern. Nachdem ich sie gekauft hatte, fragte mich mt Vame, ob xca niemand wisse, der ein gutes Hausmädchen brauchen könne. Die Premqerwittwe, die xhx die Fächer und einige andre Kleinigkeiten zum Verkauf geschickt, hatte sie auch gefragt, ob sie lemand wisse, der einMädchen suche. Sie wolle ihren Haushalt auslosen und sehe sich nach einer Stelle für ihr Hausmädchen Mary Iones um. Du kannst Dir denken, Mutter, daß ich mit beiden Handen zugnff, denn wenn es ein gutes Mädchen war, dann hatten, meine Schwierigkeiten ein Ende. Da sie auf dem Lande gelebt hatte. wuroe sie nichts dagegen haben, wieder da zu leben, und mir würde die Mühe erspart, Erkundigungen einzuzieYen, 'da mir die Empfehlung meiner Freundin natürlich genügen konnte. Ich bat sie also, doch gleich an die Pred?gerwittwe zu schreiben und sie zu fragen. weshalb Mary Zones ihren Dienst verlassen wolle. Ferner ersuchte ich meine Freundin, die gewöhnlichen Erkund'lgungen einzuziehen, und wenn diese befriedigende Ergebnisse hätten, wollte ich das Madchen sofort m Dienst nehmen, und es könne sogleich nach unserer Rückkehr aufs Land bei uns eintreten. Die Erkundigungen sind eingezogen worden, die Antworten höchst befriedigend ausgefallen, und ich habe mir in Mary Jones augenscheinlich ein ausgezeichnetes Mädchen gesichert." Nun, da wünsch: ich Dir von Herzen Glück, meine liebe Marion." erwvderte ich. aber meine Erfahrung hat mich gelehrt, nickt an fehlerlose 5tteinodien zu glauben, bis ich mich selbst überzeugt habe." Einige Tage später kehrte Marion nch Hause zurück (sie wohnte in einer ziemlich einsamen Gegend etwa zwei und eine halbe Meile von St. Albans), Mary Jones, das von der Predlrgerwltrwe so warm emvfohlene Hausmädchen, trat seinen Dienst an, und Marion war. soweit ich aus ihren Briesen sehen konnte, sehr zufrieden rmt ihr. Auch die Pfauenfedern waren mit aufs Land genommen worden, wie tch aus einer Nachschrift zum ersten Briefe, den mir Marion nach ihrer Ankunst dort scyrreo, erfuhr. Nachschrift: Die Pfauenfedern haben den Ehrenplatz im Empfangszimmer, und wir sind noch vollkommen gesunQ und in der besten Stimmung. Etwa einen Monat danach reiste ich nach St. Akbans, um William und seiner Frau einen mehrtägigen Beiuch zu machen, und dabei hatte ich Gelegenheit, Mary Jones zu beobachten und mir selbst ein Urtheil über sie zu bilden. Mein erster Eindruck war entschieden günstig. Sie war groß, sah ganz sein aus und hatte eine angenehme stim me und ein ruhiges Wesen. Ich meinte. sie hätte etwas Trauriges IM Blicke. allein das ist viel besser, aldas einfällige qnnsende Lächeln. so viele Dienstmädchen an sich haben, un!d daß sie ihre Arbeit gründlich verstand, konnte nicht in Abrede gestellt wden. Marion und William waren ganz entzückt von rhr, und sie vertrug sich auch aus gezeichnet mit den andern Dienstboten. Beklagt sie sich nicht über die Einsamkert und Stille hier? fragte ich. O nein, nicht im geringsten; sie geht an ihren freien Sonntagen in die Kirche, und zweimal hat sie Abends an einem Wochentage um die Erlaubniß gebeten, nach St. Albans zu gehen. Sie ist kis beste Mädchen, das wir je gehabt haben, und gute Dienstboten traaen so viel zur Behaglichkeit des Hauses , bei." Während meines ganzen Aufenthaltes dort hatte ich keine Veranlassung, meine günstige Meinung über Mary Jones zu ändern. Ich kehrte mit der Ueberzeugung nach Hause zurück, daß sich meine Tochter Gluck wünschen dur fe. sich ein wahres Kleinod von einem Mädchen gesichert zu haben, und ich räumte ein. 'dan sie dieses Glück den Pfauenfedern verdanke. rnd)t lange nachher kam m emer Gesellschaft die Ntte auf Dienstmädchen. Ich erwähnt: meiner Schwiegertochter Glück und nannte schließlich auch des Madchens Namen. Einer der anwesenden Damen schien dieser aufzufallen, denn sie fragte mich. ob es em großes, fein aussehendes2)cad chn sei. Ja." sagte ich, das ist sie.nr:77. FIX u.; Ckfiv Vr? iül C41 31C, 1VIC jy1'' WWIWUUU 1 rochier dem Mädchen gekommen ist?"
Ja,' es 'ist ihr von einer Freundin empfohlen worden, die seine frühere
Herrin kennt. War diese frühere Herrin eine Mrs. Hesketh?" Den Namen weiß ich nicht, aber sie ist eine Predigerwittwe." Dann ist es die Mary Jones, die ich meine." Sie kennen sie also? Sie wissen doch hoffentlich nichts Nachtheiliges über sie, sagte h und konnte em gewisses Gefühl des Unbehagens nicht unterdrucken. O nein, gar nichts, im Gegentheil, alles, was ich gehört habe, spricht LU ihren Gunsten, aber sie war in eine schreckliche Geschichte verwickelt. Wissen Sie, wie Mr. Hesketb gestorben ist?' Ich weik gar nichts über die Heskeths," entgegnete ich. Ich höre den Namen heute zum erstenmal. Bitte, erzählen Sie mir alles, was Sie wissen." Ich werde Ihnen alles erählen, aber ich glaube, ich würde es an Ihrer Stelle meiner Schwiegertochter nicht mttdheilen. Mrs. Hesketh hat offenbar nichts davon erwähnt, weil sie fürchtete, es mochte dem armen Mädchen erschweren, eine neue Stelle zu finden. denn manche Leute würden vielleicht Bedenken tragen, ein Mädchen zu neh men, das in eine solche Geschichte verwickelt gewesen ist." Nun muß ich aber bitten, daß Sie mir gleich alles erzählen; Sie haben mich wirklich beunruhigt." sagte ich. Der verstorbene Pfarrer Hesketh war ein Msnn von etwa sechzig Iahren und stand im Rufe, mancherlei Eigenthümlichkeiten zu haben. Auch sollte er wohlhabend sein und namentlich ene werthvolle Sammlung alter Schmucksachen besitzen, die sein Steckenpferd war. Er hatte einmal durch den Zujammenbruch emer Bank erhebnche Verluste erlitten, und tmtm soll te er, wie allgemein erzählt wurde, sein Gew im Hause verborgen haben, und nur, wenn es eine bestimmte Höhe erreichr hatte, kaufte er Staatspapiere. Er wohnte mit seiner Frau und zwei Dienstmädchen in einem hübschen altmodischen Hause auf dem Lande. Von diesen Dienswlädchen war eins eine alte Person, die seit seiner Verheirathung als Köchin bei ihm war, das andre ein Hausmädchen, das er in Dienst genommen, als es die Dorfschule verlassen hatte. Als dieses Mädchen heranwuchs, knüpfte es ein Verhaltniß mit einem auf einem benachbarten Gate beschäftigten jungen Manne an. Diejer ging nach Amerika, ersparte sich dort etwas un) ließ siaz seine Braut nachkommen, um zu heiratben. Die Heskeths llenen sie nur ungern gehen, weil sie sie gern hatten und sich nur schwer an neue Gesichter, gewohnten. An ihre Stelle trat Mary Jones in ihren Dienst. Mrs. Hesketh, die ich vor kurzem in Bath getroffen habe, wo sich die arme alte Dame ih:er Gesundheit wegen aufhielt, hat mir die Geschichte selbst erzählt und gesagt, Mary habe ausgezeichnete Zeugnisse gehabt, und sie könne sich kein besseres und treueres Mädchen wünschen, als sie wahrend des Jahres lyrer Dienstzeit bei ihr gewesen sei. Mary war etwa zwei Monate bei ihr, als die schreckliche Geschichte vorfiel, die dem armen alten Herrn das Leben kostete. An einem I Wintcrabenid hatte sich der ganze Haushalt früher als gewöhnlich etwa um zehn Uhr zurückgezogen, und Mr. Hesketh lag in tiefem Schlafe, wurde jedoch von serner Frau daraus erweckt. als die Uhr im Hausflur gerade zwölf schlug. Stephen, rief Mrs. Hesketh .horch! Hörst Du nichts?' Ich habe die Uhr schlagen hören." Nein, das meine ich nicht. bst hörst Du es jetzt?" Mrs. Hesketh richtete sich auf und lauschte. Ein, Geräusch, wie wenn jemand unten im Hause umhergehe, war deutlich hörbar. Was kann das nur se:n? rief seme Frau ans. Ach, Stephen, glaubst Du, es könnten Einbrecher sein?" Ach was, hier gibt's keine Einbrecher, liebe Frau. Wahrscheinlich ist's die Katze, aber ich will auf alle Falle 'mal hmuniergchen und nachsehen." Er rHob sich, schlüpfte m seinen Schksrock und trat auf den Gang. Zu seiner großen Ueverraichung at) er Mary Jones vollständig angekleidet an der Treppe stehen. Mary," rief er ans, .sind Sie denn das? Warum in aller Welt gehen Sie den in dieser nachtschsasmden Zeit im Hause umher?" Das Mädchen. wanÄte ihm tin wdtenblasses Gesicht zu und erhob warnend einen Finger. Still, Herr!" iprach sie ziemlich laut, sie werden Sie hören. Mich hören? Wer Ich habe ein Geräusch vernommen und bin heruntergekommen, um zu leben, was es sei. Es sind Männer rm Hause. Q, bitte, gehen Sie nicht hinunter, ste werden Sie umonngen. Allein der Gedanke, es werde eingebrochen und er solle seiner Schätze beraubt werden, war zu diel für den alten Herrn. Er drängte sich an dem Mädchen vorbei und eilte die Treppe hinab. Alt und schwach, wie er war, f. , r r r . . c stolperte er rn i einer Aufregung unz fiel einen Theil der Treppe hinunter. Als seine Frau, durch sein langes Ausbleiben beunruhigt, endlich zittern herauskam, fand sie ihn unten liegen, und die arme Mary Jones war damit beschäftigt, ihm die Stirn mit kaltem Wasser zu baden. Das Geräusch rm Zimmer hatte aufgehört, die Diebe hatten mitgenommen, was sie wollten, und waren durch die Fenster des Erdgeschosses in den Garten gelangt und entkommen. Mr. Hesketh konnte sich nie von den Folgen des Sturzes und des Schrecks erholen und siarb einen Monat nachher." (Fortsetzung folgt.)
?ür die Rüche. M a i l ä n d e r ,S u p p e. Fleische brühe wird in Tellern servirt. Auf einer Schüssel reicht man dazu folgende Beigabe: Maccaroni werden in Salzwasser gekocht, in Stückchen zerschnitten und mit einer Mischung von saurer Sahne, Eidottern und Parmesankäse leicht verrührt. Eine Torten form wird mit Butter reich ausgestri chen und mit Mehl ausgestreut, man bäckt die Maccaroni darin sehr rasch in einem heißen Ofen und stürzt sie aus, damit die glatte Seite nach oben kommt. Geriebener Parmesan wird nebenbei servirt. Pickelsteiner Fleisch. Man braucht zu diesem Gerücht drei Pfund Rindslende, drei Unzen frisches Rin dermark, vier Kartoffeln, eine Peter silienwurzel. eine Möhre.eine Sellerieknolle und eine Stange Poree. DaZ gut gereinigte und leicht gewaschene Gemüse wird ebenso wie Fleisch und Mark in Scheiben geschnitten. Der Boden der Kasserolle wird mit der Hälfte der Rindermarkscheiben bedeckt, dann werden abwechselnd Fleisch- und Gemüsescheiben hineingelegt, jede Schicht mit Salz und etwas Pfeffer bestreut und zum Schluß die letzte Hälfte der Rindermarkscheiben darüber gelegt. Man stellt nun die Kasserolle auf gleichmäßiges Feuer und dünstet den Inhalt 15 bis 25 Mittuten, während welcher Zeit man die Kasserolle einmal wendet. Dann servirt man das Pichelsteiner Fleisch sofort in der Kasserolle, in der man es zubereitet hat. I'oulot en cocotte. Nimm ein Huhn sorgfältig aus, binde es, lege es in einen Steingut-Topf, laß es leicht in der heißen Butter anlaufen. Schneide gleichzeitigKartoffel in kleine Würfel und Artischokenherzen, füge einige kleine Zwiebeln hinzu und lasse Alles in einem andern Topf gelb werden. Wenn diese Gemüse zur Hälfte gekocht sind, lege sie um das Huhn herum und lasse das Ganze bei schwachem Feuer ungefähr eine halbeStunde lang dünsten, wenn es sich um ein Huhn mittlerer Große handelt. Beim Auftragen streue einige Petersilienblätter fein gehackt, darauf und servire m dem Kochtopf. Man darf nicht vergessen, in dem Huhn das Herz und die Leber zu lassen. Ungarischer Rostbraten. Zu einem Rostbraten von 5 Pfund dünste man zwei große Zwiebeln in Fett, gebe eine Meerspitze voll Paprika darein, rühre es schnell um und gieße einige Eßlöffel voll Wasser darauf. Nachher legt man den mit einem Stäubchen Mehl mürbe geklopften Rostbraten ein, und läßt denselben unter mehrmaligem Wenden eine gute Stunde ziehen. Bor dem Serviren kann etwas Rum in den siedenden Saft gemengt werden. Gefüllter Kohlkopf. Man schneide von einem großen Kohlkopse
(oder von einigen) unten das Stielende mit großer Platte daran ab und nehme vorsichtig die drei Herzblätter heraus. so daß eine ziemliche Höhlung entsteht, der Kopf aber nicht zerfällt. Diese Höhlung fülle man alsdann mit einer beliebigen Fleischfarce. Sie kann von rohem Fleisch sein (z. B. sehr empfehkenswerth: halb Rind-, halb Schweinefleisch), aber auch von Resten, am besten von Kalbfleisch. Das gehackte Fleisch wird mit zwei Eiern, etwas geriebenem Weißbrot. Fett, Salz. Pfeffer oder was man sonst daran wünscht, verrührt, in den Kohlkopf gefüllt und mit der Stielplatte zugedeckt. Dann thue man diesen Kohlkopf in eine nasse, reine, alte, zu solchen Zwecken Vorhandene Serviette, die man fest zubindet. Inzwischen hat man Wasser in einem großen Topfe zum Kochen gebracht; unten in den Topf setze man einen; Teller (der Kohlkopf brennt sonst leicht an) und gebe den Kopf dann in das kochende, etwas gesalzene Wasser hinem. Hierin muß er je nach seiner Größe 2 3 Stunden kochen. Statt die Farce in den ganzen Kopf zu füllen, braucht man auch nur einige Blätter um dieselbe herumzuschlagen. Dann mache man es wie folgt: Man lege die nasse, vorhin erwähnte Btx viette in eine tiefe, unten rundliche Kumme, daß die vier Ecken überhän-' gen. Run trenne man die äußere großen Blatter des Kohlkopfes ab, wasche ste u.".o lege ste in der Serviette aus, so daß überall zwei bis vier Blatter liegen. Dann fülle man die Farce in die Mitte hinein, lege die Enden der Serviette zusammen, fasse sie dann: fest über dem Kohlkopfe an, drücke und biege die Blätter noch etwas zurecht. damit ste das Fleisch fest umschließen, und binde schließlich ein Band fest darum und koche den Kopf wie vorhin besprochen. Den inneren, übrig ge bliebenen Kohl kann man wie Magdeburger Sauerkohl schneiden, koche und mit Butter stoven. Mit diesem Kohlwasser kann man dann die Sauce verrühren, die von Butter und Mehl bereitet wird. Nach Wunsch kann man sie mit Kapern abschmecken oder mit Pfeffer, auch mit einem Ei abrühren. Der als Beilage dazu gegebene Kohl nach letzter Art ist viel schmackhafter als die dielen Kohlblätter um den aus gehöhlten Kopf. Ernst. Erster Bauer: Wi? wollen also nimmer prozessiren, Han-t nes? Zweiter Bauer: Na! Er ster Bauer: Und weißt was. zum Zei chen, daß es uns ernst ist, hauen w!? unsere Advokaten durch! Scherzfrage. Wer war die beneidenswerthesten Eheleute? Antwort: Adam und Eva; denn beide hatten leine Schwiegermutter. ,
