Indiana Tribüne, Volume 19, Number 11, Indianapolis, Marion County, 29 September 1895 — Page 7

Das PafflonSsvlcl in Selzach. Wie da? am Fuße des SiebengebZrg gelegene Stieldorf, dem Beispiele von. Oberammergau folgend, sich vor wenigen Jahren zu einem großen Volksihümlichen, Passionsspiel aufgeschwungen hat, so war an zehn Sonntagen, dieses Sommers auch das kleine Scbn?:izerdorf Selzach der Schauplatz einer solchen Darstellung. Zur letzten Vorstellung fand besonders lebhafter Andrang statt. Das Dorf, das sich nicht weit von Solothurn idyllisch in mitten grüner Matten am Fuße des Jura ausbreitet, hatte sich festlich geschmückt. In der Nähe des kleinen Bahnhofes sowie in den Wiesen neben den Häusern hatte man Bänke für die Gäste aufgestellt; Fahnen bezeichneten den Weg zum Festspiklhause; Fanfaren verkündeten in den Straßen den baldiaen Beginn des Spiels. In Selzach haben von jeher dramatische Aufführungen stattgefunden; doch erst 1893 wagte man sich, angeregt durch die Spiele in Oberammergau und Höritz, ani die Darstellung eines- PassionslOratoriums. Der Besuch war so zahlreich, daß die Säle des Gasthofes zum Kreuz nicht mehr ausreichten und man zur Erbauung eines eigenen Spielhau ses schritt. Einfach aber zweckmäßig eingerichtet, enthält di: aus Holz gefügte Halle außer der großen Bühne und dem verdeckten Raum für Chor und Orchester Platz für 1200 Zuschauer; Fenster fehlen; schwaches Oberlicht verbreitet eine Art von Dämmerung. in der man nothdürftlg den Tezt lesen kann. Das Spiel, das Vormittags um 11 Uhr beginnt, dauert mehrere Stunden, um 1 Uhr tritt eine Pause ein. Es führt in einer Reihe von lebenden Bildern, deren manche sehr prachtvoll sind, zuerst die Geschichte des Alten Bundes in ihren Hauptzügen vor; sodann die des Neuen Testament? von der Geburt Christi bis zu seinem sieghaften Einzug m Jerusalem am Palmsonntag. Der verbindende Text von VögeliNimlist wurde am Morgen von einem Jüngling, am Nachmittag von einer jungen Frau mit leidenschaftlickier Innigkeit gesprochen in dem weichen Dialek't der Landschaft, der der Darstellung etwas rührend Volkstümliches verleiht. Das Auftreten beider Personen war von edlem, würdevollem Anstand, ihre Bewegungen angemessen; wie man denn nicht ohne Staunen und Bewunderung den Dialog, das lebhaft: Spiel in einzelnen Scenen, das tiefe Eindringen der Darsteller in ihre Rollen wahrnehmen konnte. Die Anordnung der Bilder, fast immer schön, war häufig von' ergreifender, künstlerischer Wirkung; die Costüme und Coulissen zum Theil prächtig, die Massendarstellungen besonders gelungen. Die Ausfllhrung der Musik indessen, die meist dem bekannten Oratorium des Domcapitulars Müller entlehnt ist, stand weder in vocaler noch instrumentaler Beziehung auf der Höhe der übrigen Leistungen, ja. sie schwächte sogar vielfach den Gesammteindruck; namentlich die Solostimmen entbehrten der Schönheit und Kraft, und die Chöre waren zu wenig geschult. Dieser Mangel wurde allgemein empfunden, auch von den Darstellern selbst, und wird ohne Zweiftl bei zukünftigen Aufführungen beseitigt lein. Im Uebrigen herrschte unter der internationalen Gesellschaft, die die vorderen Reihen des Hauses füllte und die sich während der Pause im nahen Gasthof zum Kreuz zur Mittagstafel zusammenfand, große Anerkennung, zum Theil lebhafte Bewunderung, während di; Bewohner der umliegenden Cantone. unter die ich mich später misch!?, voll hoher Begeisterung waren. Alle Darsteller, etwa 200. waren Bewoh7.:r des kleinen DorseA, vielfach Arbeiter und Arbeiterinnen in der aroßen Uhrenfabrik von Selzach. Schon im Februar begannen die Proben und

boten eine veredelnde, bildende UnterHaltung für diese einfachen Leute, die sich, wie mir schien, auch im gewöhnlich:n Leben durch eine gewisse Anmuth und Feinheit auszeichneten. Nach der Mittagspause begann das Spiel von Neuem und dauerte in ununtnbrochener Folge etwa drei Stunden. Jetzt kam die eigentliche Passion zur Erscheinung in Bildern von wunderbarer, Wirkung. Außerdem fand abweichend vom Morgen ein eigentliches Spiel auf der Bühne ftatt: die Vorgänge im Synedrium. die zur Gefangennahme Christi führten, das Verhör vor Pilatus. die Verhöhnung durch das Volk von Jerusalem, bildeten leidenschaftlich bewenie . Scenen , voll volksthümlichtt Kraft. Der Darsteller des Christus wirkte tief ergreifend durch edle Schlichtheit und Sanftmuth der Erscheinung. die sich bis zu würdevollster Hoheit steigerte. Die Bilder der elgentlichen ' Passion waren meist nach den Gemälden der großen Meister gestellt. Ganz originell und sehr schön fand ich das erste Bild der Nachmittagsvoruellung. Die Verehrung des Kreuzes". In düsterer Felsenlandschaft erhebt sich as Kreuz, das von Engeln mit Palmen geschmückt wird, während andere Engel diesem Symbol der Leiden knieend und anbetend ihre Huldigung darbringen. Doch wäre schwer, aus der Fülle des Gebotenen (im Ganzen über 40 Bilder) das wirksamste ZU nennen. Großartig war am Morgen der Triumvhzug des Joseph, sowie d Speisung der Kinder Israel in der Wüste; prachtvoll dargestellt im strahlenden Sonnenglanz des Orienis, der Einzug Christi in Jerusalem. Von erschlitternder Wirkung waren ferner das Opfer Abrahams, später die.Scenen am Oelberg. auch landschaftlich sehr stilvoll, die Kreuzschleppung. und zumeist die Sterbescenen. -Das cklukbild stellte die üimmelfabc! dar:

Christus erhebt sich in göttlicher Majestät in ein Wolkenmeer von schönster Lichtwirkung, während die Seinen ihm sehnsuchtsvoll und anbetend nachblicken. Mit Triumphgesang und Hallelujah endigte dieses echte Volksschauspiel. Man wird in Selzach alle fünf Jahre spielen, aber wahrscheinlich ausnahmsweife im nächsten Jahre einige Male während der großen LandesAusstellung in Genf. Dann wird Wohl mancher Besucher dieser Ausstellung einen Abstecher nach dem idyllischen Dörfchen am Fuße des Weißenstein reizvoll und lohnend finden.

D' ttirta: Noch in den sechziger Jahren war in Bayern der Brauch, daß jcdcö Torf seine eigene Kirchweih feierte, und zwar wurde darunter keine kirchliche, sondern mehr eine profane Feier verstanden, denn manches Torf hatte keine Kirche, aber doch ein Wirthshaus, in welchem die Feier stattfand, wobel es so fidel herging, daß die Behörden schließlich eine jährliche, allgemeine Kirchweihfeicr anordneten, eht es nun in einem Hause oder in einer Familie gelegentlich einmal recht'muntcr zu. so sagt man: es war Kirchwcih dorten. Terartige Festlichkeiten gestattet sich dahier ab und zu der Drechslermeister Nesperschnee. ein großer und starker Mann von etwas lebhaftem Temperament, den eine solche Affaire wegen fortgesetzt verübter Ruhe störung zur gerichtlichen Abhandlung brachte. Er hatte gegen ein Straf mandat zu 25 M. die richterliche Cnt scheidung angerufen, durchdrungen von der Idee, daß es in seiner eigenen Be Häufung keine Ruhestörung gben könne. Richter : Nun Herr Nesperschnee ! Sie möchten wahrscheinlich eine gerin gcre Strafe erzielen ? Wie war also die Sache am 20. Juli? Angeklagter: Auf a Straf' ziel i moan's? Dös Ziel kenn i net und wenn's moan, daß i g'straft werden mueß, na geht die G'schicht weiter, meinetwegen bis zum Schwurg'richt! Dös thats mit dcnneG 'seiner, da wär'n z 'letzt die Stummerln die oanzig'n Leut, die net g'straft werd'n. Vor a paar Tag geh'n i in der Früah um 3 Uhr im Englischen Garten spaziern und sing in Kloanheßloh: Sfill ruht der See, da kimmt a Schandarm und sagt: Wenn's den See nit glei' still ruhen lasten, na' verarretir i Cahna. I hab grad mein G'setzbüchl net bei mir g'habt, d'rum kunnt i aa nix sagen, aber dös sag i: den See schaug i nia mehrer an. Kürzlich in der Oach dromet da gehn i zweitest in Wald eina und denk mir: Na, drei Stund von der Stadt weg da singst. I hab a guete Stimm, erster Baß bei der Lyra drei", also i sing: Strömt herbei, ihr Völkerschaaren, da kimmt wieder a Schandarm und meint: Ruhig. Herr Nachbar! kenna Sie nirn von Gottesdienststörung und Sonn tagsruh? überHaupts strömt Ncambt wegen eahncrn Singen herbei, aber wenn no a Paar keinma that'n na' würd' i euch fassen wegen Auflauf, Ruhestörung und so weiter. Ham's mi'! Js dös net großartig? Heut zu Tag is ja der Mensch schlechter d'ran wie a Thier. A Hund darf bellen und Unseroaner braucht sein Maul nur mehr fuettern, reden darf er nirn. Ta gibt's z'letzt nur mehr Leut', die be fehl'n und solche, die gehorchen. Alles is mir aber no' recht, nur da hoam lass' i mir nirn einred'n, da bin i Herr, und mein Haus g'hört mein! Wenn's jetz'n a mal lüsti' hergeht, nacher is halt a kritischer Tag und im kloansten Törfl is im Jahr a mal Kirta. A jeder Mensch hat seine Freud' und thuat was für feine G'sundheit, Oaner geht in's Bad, wenn er a Geld hat,'der Andere wascht sich in der Jsar ab, wieder Oaner ißt am Sunntag a GanS, der Andere Kar toffel mit der Muntur. Oaner geht in d' Kirch, der Andere in's Wirths haus, und z'U&t lacht Oaner im gan zen Tag, während a Anderer woant. I mit .mein' schlecht'. Magen und und die blinden Hamorrhoid'n bin manchmal für's Schimpfa. und wenn i mir so recht ordentlich Lnft g'macht hab', nacher is mir wohl. San' s net mit der Deixlssucht behaftet, Staats anwalt! na' danken unsern Hergott! Die kimmt in Mog'n, in's Kopf und in alle andern edleren Theil, heut' schmeckt's Essen und morgen 's Trinka net. oanmal san's kreuzguat, nacher glei d'rauf fad wie a ung'salzne Kar tosscl. Ich hab' scho' oft g'moant, i verschick' mi', aber döZ hält eben aa koan Mensch aus. jetz'n, wenn mir halt der Kirtatag timmt, nacher suach i a Ursack' und schimpf so 'wehleidig, daß d' Leut moan' i bin re?f für's Narrenhaus. Am 20. Juli war's mir also wieder recht sakrisch guat. In der Fruah war der Kaffee die reinste Hutzl' brüah. im Wirthshaus san d'Weiß würscht versott 'n g'wen. I schimpf' d'Kellnerin, daß a Freud' war, die lacht mi' aus und sagt: wenn's (Sarrna besser wird, Herr Nesperschnee. schimpfa 's nur zua, i hab' mehrer sol chene Grandler zu bedeana. Na! da wär' i doch a Esel, wenn i der a Pergnügen macda that! wenn i mams'n thua, na' rnuafe Jemandem net recht sein, sunst hat die Eaudi koan Borar! In meiner Hitz'n kimm i hoam und unter der Thür derwisch i mein' Lchrbuam, wia er von vier Krüag mit je drei Quartln für die G'sölln 'runtersaufa thuat. I gib eahm glei' a solchen? Schell 'n, daß er alle Krüag z'gleich wcgg'worfa hat .und in sein' Schrecken rumpelt mir der Erzlump zwischen die Iüaß durch und wirft mi' derart in die Bierlacka cini. daß i g'moant hab', ,'3 G'witter hat mich 'ncing'schlag'n. Wenn der Lump net so schnell abg'segelt wär', na' wär' a Unglück g'schehg'n. Maustodt kimm i in d Wohnung 'nauf und überlea mir,- wer jetz'n z 'allererst unglückll' g'macht ' wird, d' ffra oderd' Köchin. Tie Alt kimmt

leider Gottes von der Kuchl außa und schreit: Jesmari! hast a Moorbad mit'n G'wand g'numma? Tu schaugst ja aus, daß ma' Dich in's Lech'l glei' als a ganzer zum waschen, stärken und bügeln geben muaß! T' Köchin kimmt aa no, setzt sich nieder vor Lacha und sagt: Himmlischer Vater! Sie haben ja g'wiß mit an städtischen Unrath an Polka tanzt, Cahna muaß ma' ja glei' mit'n Tramwaibes'n abkehren. Wenn i döS G'wand ausputz'n muaß, na sag' i auf. Jetz'n timmt 's. Herr Stadtrichter! Z'erscht hab' i alles Greifbare der Köchin nachg'worfa, nachher bin i mit der Frau in's Zim mer eina wie a Lokomotiv, aber die Alt, die is guat, die war kaum wieder richtig auf die Füaß, na' hat's mir a ganzes Capret voll Tassen oanzeln an Kopf g'worfa und so is halt a zehn Minuten lang hin und herg'feuert wor'n bis d' Köchin an Schandarm bracht hat. Ter kimmt eina und sagt, , daß er zwar in meiner Wohnung nix'n macha kann, aber die Ruhestörung müaße er abstell'n und 's Andere timmt nach. Wenn also bei mir in der Wohnung Oaner nix macha kann, dann hat er aa nir'n d'rinn z'suacha und nachkcmma darf erscht recht nix'n! I bin so rei zend g'we'n am 20. Juli, daß i frei g'sprocha wcr'n muaß weg'n die milden Umständ, so viel kenn i als a Hausherr vom Hausrccht, Überhaupts hab i schon g'sagt: Im kleansten Törf'l is 's Jahr a mal Kirta. Nach all dem Vorgebrachten, meinte der Nichter, ist die fortgesetzte Ruhe störung nur zu begründet und wir kön nen nur den Vorfall in etwas mildcrem Lichte auffassen, nachdem wir die Ur fachen kennen. Sollen wir nicht die Strafe heruntersetzen? Angeklagter: Natürli, Herr Staat, anwslt! damit der arme Kerl nct so viel zahlen muß. I ziahg jeden Pfen ning von der Straf 'n Lehrbuam ab. der Lump hat mir die Brüah einbrockt und mueß aa austauchn. I für mein Theil g'lang schon an dem Niedersten und was am Glwand kaput is, da red'n mer gar net. Wenn 's Kccherl no' da wär, die müeßt grad so mitzahlen wegen die z'brochenen Tassen, die aber, die Schlauere hat sich empfohl'n. Ter als Zeuge vernommene Lchrbube deponirte: Trunka hab i nct. i, i, i han nur 'n Schaum abg'schleckt u. u und einag'schaugt, ob guet g'mess'n is u, u und da schlagt mir Oaner 's ganze Bier aus der Hand. I. i, i hab an Moaster nirn thuan wöll'n, aber davon han i müess'n und hab koan andern Weg als durch seine Füeß g'fund'n. Tabei fing der Bursche furchtbar zu heulen an. Sei stad Toni! sagte der Meister, i laß di net einspirrn, im Gegentheil, a Halbe kriegst, wenn ma firti san! Sofort hatte der Toni wieder sein altes Gesicht. Herr Nesperschnee erhielt zehn Mark Geldstrafe. So, Toni! jetz'n is' a Maß g'schmied't, fufzelrn Kopeken hamer außag'schlagen! erklärte zum Schluß der Angeklagte, so wär's, wenn mer nöt red'n thät! Mir gangst mit der Ruhestörung um a biertlhundert Märkl! Ta zahlet i schön d'rauf! Ter Saaldiener schob die ganze Gesellschaft zur Thüre hinaus. Im Land der dlanen Freistellte.

Kern Land zieht den Forschungsreisenden so unwiderstehlich a stellt aber auch an dessen Ausdauer größere Forderungen, als das geheimnißvoll: Reich jenseits des Himalaya. Wie eine unbezwingbare Hochveste steht es da im Herzen Centralastens. rings, von gewaltigen Riesen mit schneeweißem Haare gegen fremde Neugier verheidigt. Im Norden bietet die wasserlose Gobi-Wüste imd das Kuenluen-Gebirge jedem Vordringen Trotz, im Westen und Süden hütet cs der Vater der Berge", während im Osten die Amie-Kamsamgri-Gebirgs-kette Wacht hält. Und doch gelingt es manchmal, einen Blick in das gelobte Land moderner Forschungsreisenden zu werfen, aber meist muß, man sich mit diesem kärglichen Erfolge begnügen, da die - allgewaltigen Lamas dem in Thibet eindringenden Fremdlinge ein energisches Halt entgegenrufen. Wer sich, Thibet von Indien aus nähert, der muß unwillkürlich des Ritters gedenken, welcher das verwünschen Schloß aufsucht. Tag für Tag steigt er langsam empor in fast undurchdringlichem Walde, vorüber auf schmalem Saumpfade an schwinbinden Abgründen, an rauschenden Bergsrrömen und zischenden Wasserfällen. Kein freundlicher Sonnenstrnhl lächelt ihm. dn Hnnmel ist fast immer bedeckt, Wasser trieft von den Baumriesen herab und manchmal verengt sich der Pfad so sehr, daß man wie zwischen zwei gewaltigen, senkrecht aufsteigenden, Mauern, die den verwegenen Fremdling jeden Augenblick erdrücken zu wollen scheinen, hinwandelt. Immer höher und hoher geht es hinan, hier und da donnert eine Lawine, wie ein ernster Mahnruf mit brausendem' Getöse vorüber, und hoch, unerreichbar über dem Haupte des Reisenden, schauen die mit ew!gem Schnee bedeckten Himalayaspitzen in feierlicher, nie gestörter Ruhe herab. Weiter und weiter geht es, kein Laut unterbricht m:hr die Stille, die Luft wird reiner und durchsichtiger. aber auch bedeutend kälter, weiße Zacken bilden in Bart und Haupthaar wundersame Formendes ist, als hab: der Hauch des Vaters 'der Berge Gestalt angenommen. Endlich ist der Gipfel des letzten Passes erreicht und ' vor uns liegt das ersehnte Land. Wie mit emem Zauberschlage sind alle Mühen vergessen,-: denn der Anblick, der sich hier bietet, ist wunderf bar. Weit, unabsehbar dehnt sich daZ LanÄ vor uns .aus, das Auge wan- . dert unzebindert über ungeheuere

Flachen, die sich wie eine Wüste- auödehnen. Hier und da unterbricht ein See, der wie ein tiefes, blaues Auge zu uns emporblickt, die schier endlose Ernförmigkeiä. In. der Ferne zeigen sich braune Berggruppen und dahinter wieder schneebedeckte Gipfel. Es gibt wenig Anblicke, die so sehr den Eindruck der Verlassenheit, der Oede und Melancholie' hervorrufen. Da ist kein Baum, kein grünes Fleckchen, nur wüstes, steiniges Land von zerrissenen Felsen unterbrochen. Man kann sich eines Schauders nicht erwehren, so trostlos, so traurig öde starrt uns das verwunschene Land entgegen. Allein allmählich fühlt man. wie auch diefe so öde Landschaf! ihren geHeimen Reiz hat. Es ist ein einziges Farbenspiel, welches sich dem Auge darbietet und bei längerem Anschauen einen immer größeren Eindruck macht, das dunkle Braun der Ebene sticht von den fast purpurfarbenen Bergen und den hier und da verstreuten blauen Seen wunderbar ab. Dahinter winen wie verheißende Frauenhände die weißen Spitzen der schneebedeckten Berge, die sich auf dem tiefblauen Himmel scharf abzeichnen. Die Luft ist dazu so rein und durchsichtig, daß Alles in scharfen Umrissen hervortritt. Allein so weit das Auge reicht, läßt sich kein Zeichen menschlichen Lebens entdecken. Dies erhöht nur den geheimnißvollen Reiz, man fühlt sich allein, einem einzig großartigen Naturschauspiele gegenüber. Um so überraschender ist daher ::: Entdeckung, daß in dieser Wildnis tausende und abertausende von Thieren leben. Die zierlichen Antilopen springen von Klippe zu Klippe, an den sanftabsteigenden Berghöhen finden sich gnjfce, langhaarige Bergschafe in ganzen Rudeln, wilde Efel ziehen m Schaaren über die braune Ebene und stolz schreitet inmitten seiner Untertbanen der König der tbibetanischen Thierwelt. der wilde Büffel, einber. Große .üge wilder Vogel zeigen sich am Horizonte und auch auf den Seen kann man Wasservögel aller Art entdecken. Je mehr man schaut, um so wunderbarer. unbegreiflicher gestaltet sich Alles, bis wir zuletzt kaum mehr unseren Augen trauen. Es ist ein wahrbist unvergeßlicher Anblick, welcher sich unö von den Hohen des Himalaya bietet, ein Anblick, der tausendfach alle Mühen und Anstrengunacn aufwiegt, ein phantastisches Räthsel,' wie das unbekannte Land der blauen Edelsteine selbst. irmovua.

Du warst an meiner Seite, Du holde, süße Maid. In Deine Augen blickt ich. Vergaß darob mein Leid. Wirst Du mich ewig liebend . Hauchst leise Du hervor. Wie Engelstöne klangen ; Die Worte meinem Ohr. . Da zog ich, ach. beseligt. Dein Köpfchen an die Brust, -Du schmiegst Dich innig, feste? Voll Liebe und voll Lust. Doch als mich heute Morgens . Die Sonne angelacht, Erkannt ich erst den Eindruck, Den Du auf mich gemacht. Mein Hemd, das an der Brust sonst Vor Weiße immer blinkt. Trug abgedruckt Dein Bildniß, So stark'warst Du geschminkt. Der alte Cato als Weinfälscher. In der Geschichte wird Marcus Porcius Cato Censorius seiner ganzen Erscheinung uach als ein Vertreter der alten Zeit mit ihren Tugenden dargestellt. Seine Lebensweise war altrömisch einfach, hart und rauh und zeigte, nirgends eine Spur von Ueppigkeit und Pracht. Als guter Hausväter bewies er sich darin, daß er seine -Habe strenge zusammenhielt und eifrig zu vermehren suchte. Ein Mittel dazu scheint bei ihm nun auch die Herstellung ein:r sonderbaren Sorte von Wein gewesen zu sein, wenigstens so weit er als Gesindetrunk verwandt werden sollte. In seiner Schrift de re rustica gibt er dafür folgende Anweisung: Man thue in ein Faß 10 Amphora (zu ung:fähr 25 Quart) süßen Wein, gieße dazu 2 Amphora scharfen Essig, ebenso viel gegohrenen Wein und 50 Amphora Wasser, rühre 5 Tage lang die Mischung täglich dreimal mit chrcm Stock tüchtig UM und sehe darauf noch 64 Schoppen Meerwasser Hinzu! Also nicht genug damit, daß der attr, würbige Römer" die Schüler der oberen Klassen unserer Höheren .Lehranstalten mit seinem mehr oder weniger langweiligen Schriften belästigt und sie durch sein ewiges Cetenirn censeo Car tliaginein esse delondam in Aufregung versetzt, so offenbart er sich auch noch als Weinfälscher. Denn anders kann man sein Verfahren wohl nicht bezeichnen, wenn man auch zur Entschuldigung vielleicht anführen Ioiw!?, daß man in damaliger Zeit gewöhn liche Sorten Wein oft durch allerlei gusätze zu verbessern" pflegte, so durch Sapa und Defrutum oder durch BeiMischung von Hefe edlerer 'Gewächse, ferner daß man eine größer: Maanigfaltigkeit zu g:winnen suchte, ind:m man den Wein mi! aromatischen und o:!!:p:n Sachen, wie Ab:, Amonium. Cassia, Safran, Calmus oder mi! ätherischen Oelen anmachte. : Boshaft. A.: Vor einiaen Taaen habe ich um die Tockter meines Chefs angehalten! B.: Ich seh's... Du hinkst ja noch auf -dem rechte Fuße! - -

Ver Zunge jtodcr ZarvZs. Er saß allein in seinem Zimmer und

laS vielleicht schon zum zwanzigsten. Male den vor ihm auf dem Tische liegenden Brief. Der Nachmittags son nenschein beleuchtete mit mattem Glänze den Inhalt des kleinen Znnmers. Im flimmernden Lichte sah man Regale mit Büchern, staubige Kä. sten mit aufgehäuften Präparaten, iv den Wänden entlang zahlreiche Diplome, auf dem Fußboden denj abgetreten Teppich, aber vor Allem sa man den einsamen Bewohner in seinem Arbeits stuhle. Erzeigte th nervöfes, r.uh:lofes Gesicht mit dem Ausdruck großer Schväche, großer Leidenschaft und großer Zärtlichkeit. Jetzt waren seine Züge verdunkelt von Schmerz und Aerger, denn ein Brief hatte Erinnerungen in Menge aus dem Schlafe geweckt. Die Lujt war angefüllt von Parfüm und in jedem schattigen Winkel hätte Jarvis das. heraus fordernd lächelnde Gesicht der Dame fehen kön nen, die den Brief geschrieben. Dieser lautete wie folgt: Geehrter Doctor Jarvis! Meine Mutter ersucht mich, Sie zu bitten, heute den Herrn Morton zu besuchen, welcher sehr krank ist, und mit Herrn Doctor Limyard, dem Specialisten aus der Stadt, zusammenzutreffen. Wir fürchten, ein: Operation ist unvermeidlich, und möchten Ihre geschickte Hand nicht entbehren. Ihre ergebene Estella Morris. Jarvis hatte viele Briefe mit dersellen Unterschrift in seinen Schreibtisch, welch: Esi'lla Morris zurückzufordern nicht der Mühe werth gefunden hatte, als sie ihm vor Jahren eine kurze Absage schrieb. Wie sehr hatte er sie geliebt und wie hatte er gearbeitet, gespart und jeden Nerv angespannt, um sein Studium zu beenden, damit er den Kampf des Lebens um Ruhm und Vermögen aufnehmen könne, die ihm seines Herzens Wünsche erfüllen sollten! Sie hatte seine leidenschaftliche Hingabe erwidert und ihm oft genug gesagt, daß sie auf ihn warten würde. Dann aber, drei Jahre später, hatte sich die Vermögenslage ihrer Mutter plötzlich günstiger gestaltet; sie gingen auf Reisen y.id einige Monate später änderte sich der Ton ihrer Briefe. Endlich kam eine kurze, kühle Absage. Sie liebe ihn nicht, schrieb sie, und es sei unrecht, ohne Liebe zu hnrathen und somit Lebewohl! In bitterer Verzweiflung hatte er sich in sein Schicksal ergeben. Estella war nach Amerika zurückgekommen; was schon ihre Kindheit versprach, ha tie sich präch tig in dem schönen Weibe erfüllt, das die ganze Staot mit ihrer Schönheit blendete. ?ie hatte viele Bewerber und hatte itrt reichsten davon gewählt, einen Mann viele Jahre älter als sie. Die Verlo bung war wert und breit bekannt gemacht worden. Während des ganzen Sommers konnte Jarvis von seinem Fenster auZ sehen, wie sie vorüberfuyr, stolz lächewd und strahlend schön. Vor einigen Tagen hatt? er erfahren, daß ihr Verlobter ernstlich erkrankt sei. Heute war der Brief gekommen: sollte er gehen? Wenige Minuten später war er auf dem TZege. Doctor Jarvis sagte Estella ohne Verlegenheit, es ist mehr als gütig, daß Sie kommen. Wir hören so viel von Ihrer Kunst -und wir ich bin so besorgt um den armen Herrn Morton. Sie helfen ihm, nicht wahr?" Er verbeugte sich. Ja er wolle sein Bestes thun. Er wagte kaum in ihre Augen zu blicken. Liebt sie diesen alten Mann? dachte er verwundert. Bei diesem Gedanken regte sich plötzlich und unwiderstehlich ein Gefühl des Hasses in ihm. Er kämpfte verzweifelt dagegen. Vom ärztlichen Standpunkte war Mortons Krankheit fanz absonderlich interessanteste erregte sein :ztliches Interesse, seinen Ehrgeiz. Aber liebt sie diesen Mann konnte sie ihn lieben? Jarvis betrat den abschüssigen Pfad nicht ohn: Unterstützung. Estella ärgerte sich, daß der einst so zärtliche Liebhaber gleichgiltig an ir vorüber gehen sollte. Ohne bewußte Empfindung von dem Unheil, das sie anrichten könne, fühlte sie. daß sie zeigen müsse, wie gefährlich es- ist, eine Frau zu vergessen. Tag für Tag begegnete sie ihm. anscheinend, um nach dem Kranken zu fragen, aber der Ton ihrer Stimme war so verlockend und ihre Augen schienen um Verzeihung zu bitten und von geheimer Leidenschaft zu erzählen. Jeden Taz verließ Jarvis ihr Haus elender und doch mit' Sehnsucht die Stunde des Wiedersehens erwartend. .Es ist Alles gut, Fräulein Morris, er ist gerettet, wie ich denke," sagte der berühmte Arzt, die Treppe hinab eilend, dieser junge Mann, Doctor Jarvis, hat mir wunderbar geholfen. Ich prophezeihe, der bringt es weit. Ich werde die Sache ganz ruhig in seiner Hand lassen. Wenn nicht .größere Herzstörungen eintreten, wie wir denkcn, dann wird Herr Morton wieder gesund werden und noch glücklich werden," setzte er mit ritterlicher Verbeugung hinzu. Estella dankte ihm verbindlich und lauschte dann, in der ; Halle, bis das Geräusch des' fortrollenden Wagens m der Ferne verklang. Dann eilte sie die Treppe hinauf, in einem kleinen Gemach neben dem Krankenzimmer fad sie'die Wärterin, und den Arzt. Jarvis tröpfelte eine Flüssigkeit m ein Glas und stutzte bei ihrem Eintreten.' In ' feinem nervösen Benehmen und seinem fahlen Angesicht war: die Spuren-der Aufregung und An.span-trnn-a deurlick sicktbar. Estella stand 1 an der Portiere, ihre schlanke Gestalt

zeichnete sich entzückend ge-zen den dunkeln.Sammei ab.

Doctor Limyard sagt mir," begann sie,- wie viel wir Ihnen und Ihre? Kunst verdanken. Sie sind so großmüthZg." Und dann mit leisere? Stimme, mit einer Stimme, die fast zärtlich klang: Sie sind so gut! Des Doctors Hand wurde noch unsicherer. Die Wärterin entfernte sich leise und die Werden waren allem. Blaß und verstört blickte Jarvis. nach Estella, icde Fiber semesKorpers schien, erregt unter dem Blicke, den sie ihm zuwandte. Harry." sagte sie jetzt erregt, wirst Du mir vergeben? Ich fühle jetzt, wie schlecht ich Dich behandelt aber Mädchen haben ihre Jahre der Thorheit Er sprang von? seinem Stuhle, seine Selbstbeherrschung verließ ihn. Was meinen Sie?" fragte er, näher an Estella herantretend. Ich wünsche, daß wir, wieder Freunde sein möchten nur Freunde," murmelte sie. Aber seine Selbstbeherrschung war zu Ende. Er umschlang Estella mit seinen Armen und preßte sie wild an sich. O Harry," schrie sie auf. ihn zurückstoßend. was thust Du! Ich bin Herrn Mortons Braut! Ich bin gebunden durch Umstände gebunden, die Du nicht kennst. Es gibt kein Zurück für mich." Er wollte sie noch einmal umarmen, aber im nächsten Augenblick war sie aus dem Zimmer geflohen. Jarvis ging wieder an die Arbeit, mechanisch die Medicin in das vor ihm stehende Glas träufelnd. Es war ein mächtig wirkendes Betäubungsmittel, und wie Jarvis die Flasche so hielt, erfaßte ihn plötzlich ein schrecklicher Gedanke: sie muß den alten Mann heirathen nun wenn er todt wäre? Tropfen um Tropfen fiel von der Flüssigkeit in's Glas jetzt war es genug für einen gesunden Menschen, jetzt mehr als genug, jetzt Jarvis hielt inne, die Wärterin stand an der Thür. Er schläft jetzt, Herr Doctor." Dann, während sie das Glas nahm: Ich werde es ihm geben, wie Sie verordnet. Wenn er aufwacht die erste Dosis." Er sah sie nicht an. Ja." sagte er und verließ das Zimmer. Wie geht's dem Herrn Morton?" fragte am anderen Morgen die Schwester des Doctors, die gekommen war, den Bruder zu besuchen. Todt zu dieser Stunde!" sagte er tonlos. Sie spielte mit ihres Kindes Locken und entgegnete langsam: Das thut mir 'leid, Ihr habt so schwer gearbeitet, doch nach Allem ist ihm viel Kummer erspart worden, denn Estella Morris ist eine herzlose Kokette. Ich war so dankbar vor zwei Jahre, als vergib mir, Harry ist's möglich. Du liebst sie noch?" Liebe? Wenn Du es so nennst antwortete Jarvis wild ihretwegen habe ich ihn ja getödtet . Sie starrte ihn an, Zweifel und Schrecken in ihrem Blick. Was sagst Du da! Und wie siehst Du aus!" Es ist die Wahrheit!" fuhr er rücksichtslas fort, aber mit einem Gefühl trauriger Erleichterung. Nach der Operation diesen Nachmittag verließ uns Limyard, Morton zeigte Spuren von Fieber. Ich gab ihm Aconit. Ich gab genug, um drei gewöhnliche Menschen umzubringen. Da ist kein Zweifel dabei, er ist todt um die jetzige Stunde." 4 Helene schrie laut auf und die Thränen stürzten aus ihren Augen. Harry, o Harry!" Da hörte man die Räder eines Wagens, derWagen hielt und gleich darauf öffnete ein Diener die Thür. Sie möchten mit mir kommen, Herr Doctor. Herr Morton ist todt." Ich komme," sagte Jarvis gebrochen. Wann starb er?" .Die Wärterin kann es nicht sagen. Sie glaubte, daß er schlafe." Jarvis ging. Seine Jugend, sein Streben, seine Lebenslust und die tolle Liebe, die seinen Ruin zu Wege gebracht, Alles war todt für immer. Das war also seine Strafe, dieses Elend, diese entsetzliche Qual. Für ihn gab es nur mehr Eines den Tod. Endlich kamen sie an. Mit höchster Anspannung seines Willens betrat Jarvis die dunkle Halle. Oben an der Treppe traf ihn die Wärterin. Sie grüßte ihn erregt. O, Herr Doctor, nach all' der Mühe mußte er aus solche Weise sterben und fo bald. Und ich muß Ihnen sagen, Herr Doctor, daß ich mir schon Vorwürfe gemacht habe. Er schlief nämlich so sanft, daß ich ihn Anfangs nicht stören wollte, und durch Zufall, was mir noch nie passirt ist. warf ich die Medicin um, die Sie zurückgelassen. Wir wollten gerade nach Ihnen schicken, da sah ich nach ihm und da sah ich, daß er todt war." Sie hielt erstaunt inne, denn der Doctor beugte sich vor und ergriff ihre Hand. Ich danke Ihnen," sagte er erschüttert, war Gottes Wille. Ich habe mich wieder und ich werde sühnen, was schlecht in mir war " Käser nenhofbluthen. Sergeant: Na, Schulze, Sie grinsen ja heute in einer Tour wie idazumal der selige Paris, als die drei Grazien Frontaufstellung vor' ihm nahmen."' t - (Füsilier Müller turnt am Reck). Unteroffizier: 'Sie Kerl, Sie schaukeln sich da auf dem Reck wie 'n Rhinoceros auf 'ner Liane.- .

Das goldene Jrcuz. Mi: der. Gefreite Augusta Walter von den kurmärk'scken Dragonern sich beim Neerniriren das goldene Kreuz" erwarb, darüber berichtet er selbst: An einem sengend heißen Augusttage war ' es, als Kamerad Schulze und ich auf Requirirung von Brod und Hafer ausgeschickt wurden. Wir befanden uns in der Nähe von Nancy und hatten schon , diverse Häuser abgeklappert, ohne auch nur das Geringste zu finden, als wir auf ein einen leidlich sauberen 'Eindruck machendes . Gehöft stießen, welches, wie fast die meisten, von Mensch und Thier völlig verlassen zu

l sein schien. Ich hatte mich zum Zweck i' v l v rr r w r r . i grunoucizer caazorazung eoen in oie Stallungen und Remisen begeben, als ich plötzlich einen lauten Krach und gleich darauf einen Schrei und heftiges Schluchzen vernahm. Schleunigst eile ich an den 'Thatort und finde Kamerad Schulze, der mit seinen derben Fäusten inzwischen eine Thür einzeschlagen, in einen ungewöhnlich lebhaften Disput mit einem schmucken, jetzt freilich in Thränen zerfließenoen sranzüsischenBauernmädchen verwickelt: 0, je vous prie Monsieur, nVn trez pas! Es sein une malade dau3 le chambre. Vous trouvez nix, absolutement nix!" Ach was", rufe ich dazwischen. mimc malade das kennen wir schon lassen. Lassen Sie uns man un peii da rin, wir trouver am Ende doch was." Und mit diesen Worten drängte ich das sich verzweifelnd wehrende Mädchen von der Thür fort und stieß diese gewaltsam auf. Der 'Anblick, der sich mi? bot, war allerdings trostlos genug und ließ mich sofort erkennen, daß das Mädchen die Wahrheit gesprochen und hier in der That nichts zu holen sei. Ein völlig kahles, auch des Nothwendigsten beraub h Zimmer, an dessen einer Wand auf einem ärmlichen Strohlager eine Kranke lag, die bei unserem Erscheinen vor Angst und Schrecken zu ve??ehen drohte. mQ rnon dieu, rnon dien", klang schluchzend die Stimme deS jungen Mädchens, c'est ma pauvre mere, und ick bitten Sie, thun Sie ihr nix! INous avons sann, und 'üben seit drei Tage nix mano. Oh mon dien, mon dien!" Jott, Schulze", wendete ich mich jetzt an den in der Thüre stehenden Kameraden, des is ja des reine jraue Elend! Von die eignen Leite so ausjeplllndert zu wer-. den. Is 'n Skandal. Nu wollen wir die niedliche kleene Französin nich mehr ängstigen, und uns, wie ihre Landsmänner, schleunigst rückwärts concentriren", und mit einem 15on jour, kleene paysanne!" machen wir linksum Kehrt, um unsern wenig ersprießlichen Requirirungsritt fortzusetzen und endlich auf einem ganz dereinsamten Gehöft Lebei Mittel in überraschender Menge vorzufinden, unter welchen drei Kuchenbleche mit Kirschkuchen unser ehrfurchtsvolles Staunen erregten. Schulze, weißte was", ruf ich dem schon tapser dreinhauenden Kameraden zu, davon muß die Kleine von vorhin und ihre kranke Mutter was abhaben." Schnell packe ich auf, was Hände und Arme halten können, eile zu der kleinen Französin zurück und breite meine Schätze vor ihr aus: Iri rnadenioi seile eVst für Sie un Muttern! Du pain, du vin, un Kirschkuchen, UN nu manger Sie man feste druff los." Na, das Gesicht, was die Kleine machte! Der reine Weihnach!s engel! Und mit einem Mal fängt sie an, an ihrem Halse rumzupusseln und nestelt sich da was los. und ehe ich mich's versehen, drückt sie mir was in die Hand. OK, cornme vous ete bon. Plus niieux que nos corn patriotes! Prenez eela pour son venir de rnoi", und dabei laufen ihr die Thränen immer pieperlings über die verhärmten Backen. Wie ich mir das souvenir ansehe, da ist es ein feines, goldenes Kreuz mit einem Rubin, an einem goldenen Keitchen hängend. Ich wollte das Schmuckstück partout nicht annehmen, die Kleine be stand aber darauf und fragte mich, ob ich nicht eine Braut hätte, der ich es schenken könnte. Na, ob", erwiderte ich mit berechtigtem Selbstgefühl. und was für eine und dabei griff ich ihr nildliches Patschchen, und drückte es so kräftig, daß sie aufschrie. Und dann ging's weiter und weiter in Feindesland hinein. Das goldene Kreuz habe ich als Amulet während des ganzen Feldzuges getragen, und wenn es mir auch nicht das Eiserne, welches zu erringen, mir nicht beschieden war, so ist es mir doch eine liebe Erinnerung an den Feldzug UNO meine Frau trägt es mit Stolz. Backfischauslegung. Lehrer: Was für ein Redetheil ist das Wort Ja"?" Schülerin: Ein Bindewort." Lehrer: Wie fo?" Schülerin: Ich habe unlängst eine reizende Novelle gelesen,. worin es u. a. heißt: Und durch daS Wörtchen Ja" auf ewig verbunden." Ein guter Kerl. Unterofficier: Wenn ich manchmal hitzig werde und Euch Esel, Ochs- oder dergleichen schimpfe, so dürst Ihr das nicht übel nehmen ich mein's ja ehrlich Mit Euch!" Fam i Ii ä r. Richter: Sie sind also zu drei Jahren Zuchthaus verurtheilt." Spitzbube (vertraulich zu seinem Vertheidiger): Wie ist's Herr- Anwalt, lassen . wir 's uns gefallen?" ', , . '.. ,, ; , Vorbereitung. .Jüngling (zu einem berühmten. Dichter): Ech, geben Sie mir einen Rath, ich möchtd so gernedie dichterische Laufbahn einschlagen." Dichter Nun gut. c?ehen Sie also zunächst zu einen Zs::n künstler in die. Lehre."