Indiana Tribüne, Volume 19, Number 11, Indianapolis, Marion County, 29 September 1895 — Page 6
Z5it es den Sorgen erging. Von Gustav Pfarrius. Einst wollt' ich hinaus in den grünen Wald. Da zogen die Sorgen mit; Vergebens gebot ich wohl zehnmal Halt, Sie folgten mir Schritt auf Schritt. Doch als wir kamen wohl in den Busch, Begann ein Geflüster sogleich; Die Voglern riefen: JhrSorgen, husch! Hinaus aus dem grünen Bereich! Das Gras erhob sich und hielt sie auf, Ein Windstoß hauchte sie fort. Die Bäume rausck'ten und schlugen drauf, Sie flohen von Ort zu Ort. Und rannten und stießen die Köpse sich ein Am Felsen, riesig und rauh. Verschmolzen im lachenden Sonnenschein. Ertranken im duftigen Thau. Da habt ihr's! rief ich, von ihrer Noth Befreit, in die Lüfte hinaus; Da seht ihr, was euch im Walde droht: Ein andermal bleibt ihr zu Haus!
Die Sam gi erschossen ward. Skizze aus Südcalifornien von W. v. Schier brand. Er muh in ein wärmeres, gleichmäßigeres Nlima, ie ftuchtkalten Seewinöe verträgt Ihr Sohn auf die Dauer nicht!" So sprach Dr. Axtell zu Frau Breyer, die seinen Ausspruch mit Bangen erwartet hatte. Aber wie war das anzustellen? Ihr Mann hatte wohl ein gutes Einkorn men in Chicago, wo er jeit Jahren ein erfolgreiches Geschäft als Bersichexungsagent betrieben hatte, aber nun sich einige Jahre lang in Florida oder Süd-Californien aufzuhalten mit Frau und Sohn, dazu reichten seine Ersparnisse denn doch nicht aus. Und sich von ihrem einzigen Kinde trennen nein, daran war gar nicht zu denten. Was also thun? Das Ehepaar Breyer berieth sich lange, und der Rath erfahrenerFreunde wurde auch eingeholt. Am Ende entschloß man sich, nachdem die Auskunft für eine Uebersiedelung nach dem südlichen Californien am günstigsten gelautet hatte, dorthin zu geh:n und den Versuch zu machen, sich eine neue Ezistenz daselbst zu gründen. Es war ein recht trauriger Fall. Die Familie Breyer hatte bis dah! äußerst glücklich gelebt, und auf ihr einziges Kind, einen Knaben von damals 14 Jahren, den sie Beide zärtlich, liebten, waren die schönsic.i Hoffnungen für di: Zukunft gegründet worden. Denn der Junge Lincoln hatten sie ihn aus schwärmerischer Verehrung für den Märtyrer-Präsidenten benannt war ein 'hübscher, sehr aufgeweckter und lernbegieriger Kopf, von dem sich seine Lehrer sämmtlich viel versprachen. Nächste Ostern sollte er schon nach der High School versetzt werden, und seine Eltern hatten gehofft, ihn nach Verlauf einiger weiterer Jahre eines der berühmten Colleges im Osten Harvard oder Aale besuchen zu sehen. Aber übertriebener juz?ndlich:r Ehrgeiz und mangelnde Körperbewegung hatten seinen etwas zarten Körper uugebührlich angegriffen, und seit einigen Monaten zeigten sich Erscheinungen bei dem hochaufgeschossenen Knaben, die mit den ersten Symptomen der Schwindsucht verzweifelte Ähnlichkeit hatten. Das Gespenst ver Furcht, ihren Lieblinq schon im Frühling des Lebens ' dahinwelken zu sehen, hatte sich darauf der Eltern bemächtigt, und so entschlossen sie sich denn, trotz aller materiellen Schwierigkeiten dem Rathe des Arztes zu folgen und mit dem Sohn nach einem milderen Himmelsstriche überzusiedeln nach dem südlichen Californien. dessen gesegnetes Klima schon vielen Tausenden Rettung vor dem drohenden Tode gebracht hatte, in dessen blüthenreichen und mit Düften geschwängerten Thälern wohl auch ihrem Lincoln völlige Genesung werden würde. Mit einem kleinen Capital von 515.000 ?ogen die Drei nach der Nähe von Los Angeles, und dort kaufte sich Herr Breyer eine klein: Farm, worauf er namentlich sich dem Anbau von Limabohnen. deren Gewinnung lohnend und für die stets eine rege Nachfrag: im Osten herrschte, angelegen lassen sein wollte. Die Gebäude standen schon auf der Farm, wenn sie auch etwas reparaturbedürftig waren, und Frau Breyer war eine so praktisch; und iüchiige Wirthschaft!, dah die Aussichten, ein sorgenfreies Auskommen auch bald zu haben, wirklich ganz vortrefflich schienen. Zur Feldarbeit und als Koch im Hause waren Chinesen enaagirt worden, deren wohlfeile Arbeitskraft. Nüchternheit und Zuverlässigkeit den Neuankömmlingen allgemein von den Nachbarn gerühmt worden waren. Das Leben auf ihrer Farm, die zu Ehren des Sohnes Lincoln Farm qenannt worden war. behagte, auch allen Dreien, namentlich da der Knabe innerhalb der ersten drei Monate ganz entschiedene Besserung im Befinden zeigte, kräftiger und lebhafter wurde, und sogar im Freien tüchtig bei der Arbeit helfen konnte. So war die erste Ernte eingeheimst worden, und als die Tausende von Buschelsäcken die Farm verliefen, um per Bahn direct nach dem Osten versandt zu werden, als spater die Bezahlung dafür in Säcken von klingendem Golde anlangte, da athmete daZ Ehepaar Areyer wieder erleichtert auf,
d:nn der Beweis war ja nun erbracht, daß sie auch in der neuen Heimath unfern den Gestaden des Pacifischen Oceans ein: sichere Existenz sich gegründet hatten, und dabei schien auch die Uebcrsiedlung ihrem Sohne definitive Heilung bringen zu wollen, denn seine Wangen hatten sich gebräunt und gerundet unter der sanften Sonne, und sein Gang war wieder ein fester, elastischer geworden. Auch, im Uebngen konnte die Familie nicht klagen ihre Beziehungen zu 'den Nachbarn, von denen freilich der nächste immerhin Meilen entfernt wohnte, waren freundschaftliche geworden; und von den chinesischenArbeitern, die sie hatten und die, mit Ausnahme des Kochs, Sam Liin einer Hütte unweit des Hauses campirten, ließ sich nur Lobendes sagen, denn sie waren fleißig, gehorsam und hatten noch nie zu ernstlicher Klage Veranlassung gegeben. Der Koch aber, Sam Li. war ein Juwel so treu und geschickt in seinein Beruf, daß Frau Breyer häufig mit gelindem Grauen zurückdachte an ihre irische Biddy in Chicago, die ihr die Suppe stets versalzen und sich auf jedem Picnic einen Rausch angetrunken hatte. Was war Sam Li dagegen für ein Kerl! sagte sie häufig zu ihrem Manne immer zu? rechten Zeit mit den Mahlzeiten fertig, sparsam und unermüdlich thätig in der Küche. Da er ein gewisses unheimliches Etwas an sich hatte, etwas als ob er ein Schurke sei und diese Thatsache nur verheimliche, das störte sie jetzt, nachdem sie ihn seit einer Reihe von Monaten täglich um sich gehabt, nicht mehr sie schob vielmehr sein unleugbar spitzbübisches Aussehen auf das unglückliä: Factum seiner Rassezugehörigkeit, er sah nicht viel anders aus als seine Stammesgenossen, 'die chinesischen Feldarbeiter. Seit zwei Tagen war ihr Mann nach Los Angeles gefahren zum Ankaufe einer beim Pflücken der Bohnen nöthigen Maschine, sowie um cU zweites Pferd zu erhandeln, und Frau Breyer war mit ihrem Sohne allein auf der Farm zurückgeblieben. Sie war aber eine muthige, energische Frau, die völlig das Zeug dazu besaß. auch in Abwesenheit ihres Man-' nes die Dinge auf der Farm in Ordnung zu halten und die nicht die ge ringste Furcht hegte. Vor wem auch? Die chinesischen Arbeiter verstand sie sehr gut zu behandeln, sodaß sie ihr auf's Wort gehorchten, und Sam Li
der war ja eine treue Seele, von dem nichts zu befürchten war. So dachte sie, als sie schwer athwend einen Hüael hinanstiea, der zwischen der Vorrathsscheune und dem Wohnhause sich erhob. Sie hatt: diesen langeR Tag überall nach dem Rechten gesehen, hatte die Arbeiter mit Hilf: ihres Sohnes beaufsichtigt und angespornt, und sie war nun recht ermüdet. Beim Steigen fiel ihr auf einmal etwas ein. das ihr ein Schütteln des Grauens verursachte. Letzte Nacht war sie plötzlich aufgewacht, und da hatte sie ein leises Geräusch zu vernehmen geglaubt. Im Einschlafen hatte sie dann noch eine dunkle Gestalt' undeutlich zu sehen geglaubt eine Gestalt, die ihr vorkam wie- die von Sam Li. Sie war aufgestanden, hatte Licht gemach! und in der Ecke des Ziimners (es stand dort der stets verschlossene Geldschrank, in dem sich eine bedeutende Summ: in Go-ld. über $1000, befand) umhergeleuchtet, aber nichts gesehen. Im Nebenzimmer hatte ihr Sohn ruhig geschlafen. So mußte sie geträumt haben, sagte sie sich. Doch der Gedanke an die Angst, die sich ihrer letzte Nacht trotz alledem bemächtigte, war durchaus kein anaenehmer, und sie beschleunigte ihre Schritte jetzt, denn Lincoln mußte hungrig 1 sein und würde bald sein Abendessen mit ihr einnehmen wollen. 'Sie trgf Lincoln auf der schon in kühlem Abendschatten liegenden Verandah des Hauses, und nach einigen begrUs.enden Worten schritten die Beiden in's Speisezimmer, wo ihrer schon das Mahl wartete. Sam Li bediente sie wie gewöhnlich, aber ob's nun Sinnestäuschung war, es schien ihr, als ob das fatale Lächeln in dem gelben Gesicht des Mongolen heute Abend ganz ausnehmend teuflisch sei. Frau Breyer war schon nervös, und die Gegenwart des verdächtig grinsenden Burschen verschlimmerte noch ihren Zustand. Als sie jedoch Sam Li ansprach, konnte sie strotz aller Aufmerksamkeit keine Veränderung, im Ton seine? Stimme erkennen, und seine Antworten waren wie üblich hündisch unterwürfig. Mutter und Sohn waren nach den Anstrengungen des Tages beide sehr ermüdet und qinaen bald zur Ruhe. Vordem sie fich schlafen legten, überzeugte sich Frau Breyer indeß noch persönlich, dak die zwei Thüre zu ibrem und ibres Sohnes Zimmern, sicher verschlossen und verriegelt waren, und beruhigt suchte sie dann ihre Lagerstätte auf. Bald hörte man nur noch die rublgen. tiefen Athemzüge in den beiden Zimmern. Alles schlief. Vlötzlich ein greller, schauerlicher Schrei um Hilfe mitten in der Nacht. Der Schrei kam vom Bette des Knaben. Mit einem unartikulirten Laut ; war Frau Vreyer aufgesprungen und an die Thür zum Schlafzimmer ihres Sohnes geeilt. Sie war verschlossen,' aber "dahinter vernahm sie deutlich das Geräusch eines Kampfes zwischen zwei Menschen sie horte ihren keuchenden Athem, das Ringen und Drängen der zwei Korper. dann emen schweren Fall und ein Aechzen und Stöhnen wie von Jemand, der schwer verletzt ist. Die Frau rief: Lincoln! Lincoln!" und rüttelte an 'der Thür. Aber alles blieb stumm, nur schien es ihr. als oö im Nebenzimmer Jemand leise schleichend sich der Thür nähere. In einem Paroxysmus von Grauen
unb Angst stürzte die Frau nach ihrem Bett: zurück, unter dessen Kopfkissen sie ihren geladenen Revolver aufücwahrte. Sie ergriff ihn und spannte den Hahn, und im selben Moment schon hörte sie die Thür aufgehen und im unsicheren Scheine des MoiidItat3 erblickte sie Sam Li, einen blutigen Dolch in der Faust. Was gibt's, Sam Li?" stöhnte die Frau. Wo ist mein Sohn?" Der Mongole, mit einem gräßlichen Lächeln auf den Lippen, deutete mit dem Zeigefinger über seine Schulter in's Nebenzimmer, wo jetzt Alles still wie das -Grab geworden war. Lincoln! Lincoln!" rief die geängstigte Mutter nochmals, indem sie sich der Thür näherte, neben der Sam Li, das blitzende Messer in der Hand, och immer lehnte. Aber kein Laut antwortete ihr, und im Mondlichte erblickte sie Etwas, was ihr das Blut gerinnen machte eine regungslose, mit dunklen Flecken auf dem weißen Nach!gewand -bedeckte Gestalt ihr Sohn ermordet. Scheusal!" schrie sie auf. warum hast Du meinen Seh getödtet?" Geld Geld!" sagte nun Sam Li, ganz gleichmüthig und geschäftsmäfciq. Du aib mir Geld ich Dich lasse leben. Alles Geld im Schrank dort will ich!" Da erhob die Frau blitzschnell ihre Waffe. Der Mörder, der dieselbe bis dahin nicht in ihren Händen vermuthet hatte, warf sich jedoch wie ein Tiger auf die Frau, und es entspann sich nun ein stummes, grausiges Ringen. Ein Schuß ein Knall, und mit einer gräßlichen Verwundung stürzie der Mongole in seinem Blute auf den Boden. Er wälzte sich und ächzte vor Schmerz. Frau Breyer trat an ihn heran.
blickte in die von Schmerz und Grimm verzerrten Züge des Unholds, und sah, daß die Schatten des Todes schon über dem Haupte des Mörders schwebten. Eilenden Schrittes trat sie in das nächste Zimmer, schloß die Thür hinter sich ab und warf sich dann thränenlosen Auges auf die Leiche ihres Sohnes. So fand sie Herr Breyer. als tt am nächsten Mittag auf seiner Farm wieder eintraf. Und als sich diese arme Mutter am Arme ihres Mannes aufrichtete, da gewahrte dieser mit geheimem Schreck, daß ihr fluthendes braunes Haupthaar über Nacht ergraut war. Das Ehepaar hat sich nie von dem Schrecken jener Nacht erholt. Sechs Wochen lang lag die Frau an einem hitzigen Nervenfiecer darnieder, und in ihrem Delirium spielte sich immer wieder die furchtbare Scene ab zwischen ihr, dem Mongolen und ihrem Sohn. Sie erholte sich und ihre kräftige Constitution ließ sie allmälig wieder völlig genesen. Aber der Boden Californicns, den sie erst mit solchem Entzücken begrüßt und in dem sie den allheilenden Arzt für ihren Sohn verehrt hatte, brannte ih? jetzt unter den Füßen. Es war ihr unmöglich, lauger dort zu verbleiben, und sie kehrte nach dem Osten zurück, eine gebeugte, vorzeitig gealterte Frau. Ihr Mann, nachdem er seine blühende Farm bald ohn: Mühe und mit gutem Verdienst verkaust hatte, folgte ihr nach. Die Eltllarvten. An einem heißen Augustabende war Kränzchen im Kasino. Damen und Herren suchten eifrig die kühken Stellen des weitläufigen Parkes aus. wobei es der Zufall" fügte, daß immer die richtigen Pärchen" zusammenkamen. Ein Bruder Studio, der im Städtchen 'die großen Ferien verbrachte und auch zu dem Feste' eingeladen war, hatte sich von günstigen Bcobachtungspunkten aus die Sache eine Weile mit angesehen und seine innige Freude daran gehabt als er aber im Saale weiter beobachtete, wie die noch eben so zärtlich vereinigten Paare aneinander vorübergingen, als oö sie sich noch nie in diesem Leben gesehen hätten, (natürlich nur aus dem Grunde, um ihr höchstes Geheimniß nicht vorzeitig vor der Welt zu verrathen, da heimliche Liebe stets die reizendste zu sein pflegt) beschloß er, die Heuchler zu entlarven. Während sich bei der nächsten Tour innen im Saale die Paare im Tanze schwangen, eilte er außen im Parke von Bank zu Bank, machte über die Lehne der ersten einen, über die Lehne der zweiten zwei Striche u. s. f., bis sämmtlich: Bänke markirt waren. Als dann nach der näch-, sten .Erholungspause die Pärchen in den Saal zurückkamen, waren sie so hübsch nummerirt, daß auch das gewandteste Spiel nicht mehr über die wahren Gefühle - hinwegzutäuschen vermochte man konnte ihnen ihre Zusammengehörigkeit" mit aller Bequemlichkeit vom Rücken ablesen was besonders für manche Mama sehr interessant war. Erwischt. Onkel (in dem Reisegepäck seines Neffen nachsehend): An Deinem Ueberrock häng! ein Zettel mit einer Nummer?!" Neffe: Jch war vorgestern im Concert, da ist wahrscheinlich die Garderobe-Num-mer d'rangeblieben!- Onkel: Aber auch an der Hose hängt eine solche Nummer. Man gibt doch gewöhnlich nur den Ueberrock in der .Garderobe ab." Reeller Ausverkauf. Kaufmann: Sie, Meier, schneiden Sie heute Abend lauter Reste von fünf unb sechs Meter herunter, und Sie, Huber, bestellen gleich von unserm Schneider wieder drei Nutzend vorjahrige Mantel!
Auf der Instl zvight. Reich an Nat:rschönh:iten und 'berühmt roegen der balsamischen Luft, ist die im Canal gelegene Insel Wight eines der herrlichsten Plätzchen englischer Erde. Von Porttmouth ist die Insel nach kurzer Fahrt zu 'erreichen und zwar landet der Tourist in dem hübschen Badeorte Shanklin, das, noch vor wenigen Jahren ein unscheinbares Fischerdörfchen, jetzt durch die aus allen Enden der Welt zuströmenden Touristen, zu ansehnlichem Wohlstand gelangt ist und sich zu einem reizenden, mit bestem Comfort ausgestatteten Badeorte emporgeschwungen hat.
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Shanklin. Berühmt ist das poetische PfarrHäuschen von Shanklin, welches von den köstlichsten Myrthen so dicht um spönnen ist, dab auch nicht ein einziger Backstein verrätherisch hervorguckt. Eim prächtige Partie bildet ein Ausflug nach Shanklin Chine". Dem v?m Ufer aus Herannahenden gähnt die berühmte wildromantische Schlucht überraschend entgegen. Welche Wonne, in dieser reinen,' ozonhaltigen Luft durch die saftigen, üppig bewucherten und bewaldeten Gründe zu streifen, über die schmalen Stege, welch: tosend: Bäch: überbrücken, zu wandern und zwischen zerklüftetem Felswerk und steilen Felswänden, über Geröll und glattem Moosgestein allmälig zur Höhe' zu steigen, um den herrlichen Rückblick über die ganze zauberhafte Wildniß angesichts des gewaltigen, in allen Farbentönen schillernden Meeres zu' genießen! Ilt-V J 7! n h'-fUlÄDi'--,n Wr WWVV&r n i .l. I Auf der Höhe von Shanklin. Weiter geht es auf buschigen Pfaden. durch den mächtigen Bergrutsch nach dem lieblichen' Bonchurch mit seiner malerischen Scenerie, die ein entzückendes Durcheinander von Wald und Wasser, von Fels und Thal, von schwellenden Rasenhügeln.' blühenden Gärten, italienischem Bimmel und I sonniger See bietet. Hier, wie in iBentnor, blühen selbst im Winter j Myrthen, Fuchsien, Clianthus, Berbe-. nen, selbst Rosen in freier Natur; Frost und Schnee sind hier unbekannte Elemente. - Ueberhaupt ist der ganze südliche Theil der Insel durch Felsmauern vollständig gegen kalte Winde geschützt, sodaß das mildeste und gesündeste Klima hier herrscht. JäP rfcV s2rr" JL 1x2" W?' . . g mw, -7J teii im .K 'II J i Jr., mT '$&KT Alte Sachse nkZrche in Vonch u ? ch. Inmitten dieser anmuthigen, auch durch die seltsamsten Klippenformationen auffallenden. Gefilde steht als Denkstein vergangener Zeiten eine laubumhüllte pittoreske, über achthunderi Jahre alte Sachsenkirche, deren Kanzel und südlicher Thürflügel von höchstem, kunstgeschichtlichem Interesse sind. Die Kirche ist von alten Buchen umrahmt, unter deren Schatteu die Reste manches großen Todten ruhen, und die ihre majestätischen Häupter melancholisch zu den Klängen der heruberrauschenden Meeresbrandung wiegen. Längs dem .Underclisf", dieser gigantischen, aus unzähligen Bergstürzen erstandenen Klippenstraße, wandert man fast zwei Stunden lang bis zu der zu Ventnor gehörigen steil abfallenden Schlucht Blackgang, Chine", mit ihrer siebzig Fuß hohen, imponirenden Cascade. Nach diesen abseits von der geräuschvollen Fahrstraße führenden Streifzllgen in die Romantik des Eilandes, wogt in dem Seebad Ventnor aleich der volle Pulsschlag des grohen ! lniernaimnaien Verkehrs. Das ehemalige klkine Fischerdorf strotzt "tzt von vornehmen Hotels und Privathaufern, die gesammte elegante Welt findet sich hier zusammen, und auf der Esplanade Ventnors entfaltet sich der denkbar größte Toilettenluxus. Das milde Klima, die geschützte Lage haben das in ewiger Blüthe stehende- Ventnor Lungen- und Halsleldenden besonders lieb gemacht; sie suchen es vorzugsweise im Winter auf, um sich vor den Schrecknissen des Londoner Nebels zu flüchten. Ventnor und daS von kräftiger
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Brise umwehte Sandown sind rscht eigentlich die Heimstätten des englischen Sportlebens: Tennis-, Football-, Golf-, Cricket-, Ruder- und SegelClubs gibt es in zahlloser Menge, und am Strande entfaltet sich ein buntbewegtes Leben und Treiben. Dort sieht man Herren. Damen und Kinder in lustigen Cavalkaden auf Pferden und Eseln die Ufer entlang reiten, oft weit über Land aus Entdeckungsreisen oder zum vielverheißenden Picnic; dort wieder fahren die Badewagen mit Berittenen in den Canal hinein, in welchem, oft nur eine kurze Strecke von der Badestelle entfernt, dunkelbesegelte Fischerboote ankern oder flottgeruderte Canoes durch die Wellen fchießen. Beide Geschlechter finden hier am Strande ihre Unterhaltung darin, ihre Freunde und Freundinnen in dem meist weithinaus recht flachgeebneten Wasser sich tummeln zu sehen.
fLxrt&&r -TK T' Ä -TTrisÖT '.V, MV -'ÄS'M.iH TiS ibifniliC M iCTv. JS'wj 5rcÖ?aiS5f p 5 , Straße in Bonchurch. Unter die behaglich sich sonnenden Menschenmassen mischen sich die Ber, käuser mit ihren Körben voll Obst, Krabben oder . frischer Milch. Der Wanderphotograph läßt für einen Sixpence die Herrschaften allein oder in Gruppen sitzen"; der imitirte Neger singt und spielt das zehnsaitige Bandol. und die. kleine Welt möchte die, sich suf international-beliebte Weise durchbläuenden Clowns und die Kasperletheater um Alles in der Welt nicht missen. Diese kleinen, fast durchweg hübschen, krausköpfigen MenschenAmoretten in ihren knappenSchwimmHöschen, oder in den bis an die Hüften aufgebauschten Röckchen, schwirren über den Sand, bauen Burgen, graben Brunnen, naschen bei guten Freunden herum, kokettiren dann dazwischen immer wieder mit dem SalzWasser und verbringen so auf die denkbar gesundeste Weise den Vormittag. Auch später bis zum Sonnenuntergang treiben die kleinen Kobolde mit Spaten, Eimern und dem nöthigen yTrvti Si-'-f c-M' - ! 'isiT? .- . 3S3fe ,yä3l v .vs-Ta:w V e n t n o 7. geräth zum Krabben- und Quallenfang ihr Wesen, Dann werden sie endlich von der langmüthigen, leise ihr Füßchen umschmeichelnden Mutter See gemahnt, das tangumwucherte. moosige Terrain zu verlassen; und sie retiriren natürlich nur Schritt für Schritt die sacht anschwellenden Wellen immer noch haschend, bis das Meer zuletzt Ernst macht und die zurllckkehrende starke Fluth schäumend gegen das Bollwerk und die Felsen spritzt. Dies bewegte Badeleben, wie Ventnor und Sandown es bieten, wiederholt sich in ebenso reichen und bunten Formen noch in dem fast großstädtischen Ryde mit seinem erormen, übe? dreitausend Fuß weit in's Meer hineinragenden Eisensteg, auf dem sich ein luxuriös eingerichtetes Restaurant befindet und auf dem eine Pferdebahn den Verkehr von und zu den Dampfern vermittelt. Sandown. Von hier aus sollte jeder Fremde eine Rundfahrt um die Insel machen, um an den Kreideklippen und den bunten Sandfelsen von Ahtm Lay" und an den Needles" (Nadeln), jenen drei weißen, auf schwarzem Grunde steil aufragenden Felsen vorbeizustieisen und einen Blick auf das berühmte Cowes, das bekannte Hauptquartier der Royal Facht Squadron zu werfen. Unweit CoweZ liegt auch Osborne, der prächtige Landsitz der nigln Victoria. Deplacirte Redensart. Kann ich Herrn B. sprechen?" Mein Mann ist eben ausgegangen, wenn Sie aber eine Minute warten wollen, in einer halben Stunde wollte er wieder zurück sein!" A n st e ck e n d. Mann (Abends nach einer heftigen Gardinenpredigt): Das Tigerfell werde ich aber morgen vor Deinem Bett fortnehmen Du wirst immer bösartiger, je länger es da liegen bleibt!" Meditation. Der JockeleBauer (einen Dieö ö'eim Einsteigen in sein Gehöft überraschend): Laß ich ihn erst einsteigen und steig' ihm dann drinnen nach oder steig' ick ihm vor dem Einsteigen den Buckel nauf?! Glück imSpiel, Unglück in der Baronin: Haben Sie auf eines unserer Pferde gewettet, Herr von Langen?" Baron: Ja und leider habe'ich daraus gewonnen.- Baronin: Leider?" Baron: Ja, Gnädigste muß ich nicht bedauern, mit Ihnen Glück im Spiel zu haben?-
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Komische Clzicrc. Die Kuhantilope ist das Gigerl unter den Vierfüßlern; bas unglaublich lange, gerade Gesicht, auf dessen hoher Stirn die kurzen.blonden Haare hübsch wohlgeordnet liegen, macht mit den langen Ohren und den unsäglich dumm und blasirt blickenden Augen genau den Eindruck eines Gigerl, ein Eindruck, der noch verstärkt wird, wenn man das Thier auf seinen langen dünnen Beinen mit würdevoll gehaltenem Kopf dahinstelzen sieht. Unendlich komisch sieht es aus, wenn das Thier mit dieser geradezu nichtssagenden Physioanomie. in der fick nur aroke Gleicb-
giltigkeit und sehr wenig oder gar keine Gehirnthätigkeit offenbart, breitfpurig dastehend, den Besucher seines Heim's bewegungslos mit blödem Blick anstarrt und nach einiger Zeit dann. Kuhantilove. ohne eine Miene zu verziehen, sich abwendet und selbstbewußt dahinstelzt.. Gerade solche Gesichter mit demselben nichtssagenden Ausdruck sieht man zuweilen auf belebten Straßen und Promenaden gewissermaßen als Ruhepunkte in dem Gewirr, der verschiedenen lustigen oder ernsten, bedeutenden oder unbedeutenden Gesichter auftauchen.und wenn man dann noch den stelzenden Gang der meist in helle Stosse gehüllten Träger dieser Physiognomien beobachtet, dann wird die Aehnlichkeit mit der Kuhantilope besonders frappant. Uebrigens ist die Kshantilope, der Tetel oder Tora der Araber und Abessinier, ein Thier von beinahe Hirschgröße, auf dessen langem, geradem Schädel zwei hoch auf der Stirne aufgesetzte Hörner stehen, die erst nach vorn und aufwärts gebogen, bald ausG u a n a c o. einander streben und mit aufrecht stehender Spitze sich nach hinten umbiegen; im unteren Theile sind die Hörner mit Wülsten versehen. Ein einsörmiges, röthlichbraunes, karzes Haar bedeckt den Körper, nur die Schwanzquaste ist dunkel gefärbt. Die Kuhantilopen, zu denen auch das Hartebeest gehört, bewohnen die Ebenen InnerAfrikas von der Sahara bis zum Kaplande abwärts, sie leben in größeren oder kleineren, Herden zusammen und fallen unter den Bewohnern derSteppe dem Reisenden schon von Weitem durch ihre sonderbare Gestalt auf. Die Bewegungen der Kuhantilopen sind im Großen und Ganzen schwerfällig, jedoch können sie auch einen überaus fördernden Galopp einschlagen, und dann soll das Sonderbare ihrer Gestalt gänzlich verschwinden; einen sehr komischen Anblick aber gewähren sie, wenn sie in unbeholfenen, -drolligen Sprüngen miteinander spielen oder sich anschicken, einen kleinen Zweikampf auszufechten. Tanzendes Guanaco. Ein anderer komischer Geselle ist der Guanaco. ein Mittelding zwischen Schaf und Kameel, denn er hat den Körper eines Schafes, aber die Beine, den Hals und den Kopf eines Kameels. Ein grau-rothbraunes Fließ aus kurzen, feinen Woll- und längeren Krannenhaaren bestehend, bedeckt den Körper, auf dessen Unterseite die Färbung in ein .fahles Weiß übergeht, das große, braune Auge ist eindrucksvoll, die fchmalen, behaarten, ziemlich langen Ohren sind sehr beweglich. Die Gebirgsabhänge der Kordilleren SüdAmerikas vom Feuerlande bis nach dem Norden Perus sind die Heimath dieser Lamaart, sie leben gesellig in Nudeln bis zu hundert Stück und sind schwer zu. jagen, da sie außerordentlich scheu und flüchtig sind. Nur ihre große
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Neugierde bring! sie manchmal in die Gewalt des Jägers.
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Bäumendes Guanaco. Wenn der Guanaco in Erregung geräth, wird er zum vollkommenen Clown, er gefällt sich dann in den verrücktesten Stellungen und Bewegungen, bald biegt er mit erhobenem Kopf den Hals zurück, spreizt die Beine und geht auf eine drollige Art tänzelnd umher, bald bäumt er sich hoch auf und springt mehrere Male nacheinander auf die sonderbarste Weise in d Höhe, dann stolzirt er wieder im schiukelnden Paßgang umher oder steht plötzlich still, kurzum er nimmt die versch'densten und komischsten Stellungen ein. Wenn etwas Fremdartiges die Neugierde der Guanacos in hohem Gnde erregt, dann kommen sie oft ziemlich nahe an die Karawane der Reisenden heran und bezeigen unter verrückte? Sprüngen ihre Neugier. Darwin ha': häufig freilebende Guanacos beobachtet. Trnit man," sagt er. zufällig plötzlich auf ein einzelnes Thier oder auf einige, so bleiben sie gewöhnlich beweaungslos stehen und sehen einen starr an, bewegen sich sodann einige Schritte fort, drehen sich herum und äugen wieder. Auf den Bergen des Feuerlandes und an anderen Plätzen habe ich mehr als einmal Guanacos gesehen, welche, wenn man sich ihnen näherte, nicht nur wieherten und schrieen, sondern auch auf die lacherlichste Weise, gleichsam als Herausforderung, sich bäumten und in die Höhe sprangen." Taö Bicyclc im Dienste des Signal Corps. Seit Kurzem wird das Fahrrad im Dienste des Signalcorps unserer Bun-des-Armee mit ausgezeichnetem Erfolge bei dem Legen und Aufnehmen von. Telephon- und Telegraphendräten verwendet. Ter zu spannende Draht befindet sich auf einer an der Maschine angebrachten Trommel und bei der Vorwärtsbewegung wickelt er sich ab. DaS Fahrrad des Signalc o r p s. . Hinter dem Sattel befindet sich ein Behälter mit Telegraphen- und Telephoninstrumenten. so daß in kürzester Zeit an einer beliebigen Stelle eine Station etablirt werden kann. Bei den in Texas in ausgedehntem Maße angestellten Versuchen hat sich die Maschine in jeder Weise bewährt. Entschuldbarer Irrthum. Kleener Strampelfritze, jeb'n Sie mir mal 'n Bischen Feuer ! . . . .. .Alle Wetter ... die FrauOberstl Bedenklich. Sie (ängstlich): Nrni, hast Du mit Papa gesprochen?". Er: Jawohl!" Sie: Und was sagte er?" Er: Gott sei Dank!" Moderne Kritik. ,Kriti. ker (zum Chefredakteur) Ich verreise auf einen Monat; hier haben Sie die Rezensionen über die nächsten zehn, Theater-Premiren! Auch eine Kritik. A.: Nun also, was sagen Sie zu unserer Primadonna?" B.: Thatsächlich fi.rrTtrM ftffit stllf W iSXf f... ,w -w -7 " 7 w f künstlerischen Leistungen, in der gan- ' zen prunkvollen Schönheit und Anmuth ! vergangener Jahrzehnte!"
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