Indiana Tribüne, Volume 19, Number 4, Indianapolis, Marion County, 22 September 1895 — Page 7

Tiana.

Humoreske von Harry Nitsch. Guten Morgen, mein süßes, klei Weibchen!" Guten Morgen, mein lieber, großer Langschläfer!" begrüßten sich an einem sonnigen September - Morgen Lizzie und Edgar. Edgar hatte sein kleines Weibchen zärtlich umschlungen und küßte s herzhaft ab. Hast Du gut geschlafen, mein Mäuschen?" erkundigte er sich. O, danke d:r gütigen Nachfrage, eusgezeichnet! Und mein werther Herr und Gebieter? Wie befinden sich Euer Gnaden?" Natürlich riesig wohl, geschätzte Besitzerin meines Herzens," lachte Edgar. Wie immer, wenn ich dieses kleine, süße, rothe Mäulchen küssen darf!" ...Mein Herr, in Damengesellschaft spricht man nicht von einem Mäulchen," sagte sie lachend. Ich werde Dir zu Weihnachten den guten Ton verehren!" Recht, recht, meine kleine Lehrmeisierin. Der gut: Ton hat einen schoneu Klang! Inzwischen gestatte aber, daß ich einen verehrungsvollen Kuß auf dieses süße, rothe Mllndchen drücke! Und nun wollen wir frühstücken, nicht, kleines Weibchen? Oder bist Du schon von der Liebe satt?" Ach. Du Spötter! -Als ob man ödn Eurer Liebe satt werden könnte! UeberHaupt, was versiegt Ihr Männer von Liebe? Das ist doch nur der Frauen ureigenstes Gebiet!" Es war ein unaussprechlich glückliches Paar, Edgar und Lizzie Stein. Seit drei Monaten schon verheirathet. waren sie erst vor einigen Wochen on ihrer Hochzeitsreise, welche sie m das herrliche Semer Oberland geführt hatte, zurückgekkhrt. und bis jetzt hatte noch kein Wölkchen den heiteren jungen Ehehimmel zu trüben vermocht. Edgar war ein bekannter und belieb)er Arzt mit einer sehr großen Praxis, welche ihm ein bedeutendes Einkommen sicherte; überdies hatte ihm auch seine kleine Frau ein respectablcs Vermögen zugebracht. Die Frühstücks stunden waren Lizz'tt's liebste Stunden, denn da hatte sie ihren Edgar noch am ungestörtesten für sich allein, während er zu den übrigen Tageszeiten eine vielbegehrte, aber für sie um so seltenere Person war! Deshalb zog sie auch diese Plauderstünd chen immer möglichst in die Länge. . Weißt Du noch, lieber Edgar," sagte Lizzie jetzt und schmiegte sich zärtIich an ihres Mannes Schulter, heute vor sechs Wochen waren wir auf der Wengern - Alp und hatten das majestätische Schauspiel des schnee- und eisbedeckten Hochgebirges. Es war-vohl mit einer der schönsten und erhebensten Tage unserer herrlichen Reise, dieser Tag hoch oben im George! Und denkst Du noch an die amerikanische Neisegesellschaft mit ihren extravaganten Herren und noch extravaganteren Damen? Ich muß noch heute lachen, denke ich an diese Karawane,' welche förmlich im Laufschritt wie eine Heerde Hammel von einer Sehenswürdigkeit zur ende ren eilte. Uebrigens trafen roir sie ja später in Brunnen am Vierwaldstätter See wieder, wo sich die eine ältere junge Dame noch in Dich verliebte! Weißt Du noch. Liebster?" D, höre auf. Lizzie," sagte Edgar mit drollig entsetztem Gesicht, mir schwindelt, wenn ich an dieses Ungeheuer denke mit ihrem entsetzlichen, monotonen Yes, Sir; no, Sir!" Und dabei sah sie mich noch mit ihren blöden Kalbsaugen an, als ob sie mich verschlingen wolle!" Ach. sie liebte Dich, die Aermste," neckte lachend Frau Lizzie. Wer liebt Dich überhaupt nicht. Du bester, liebster Mann!" Sie schmiegte ihr Köpschen dicht an seine Wange und sah ihm tief in die Augen: Liebster Edgar, ich habe eine große Bitt-: an Dich, willst Du sie mir erfüllen?" Gewiß. Herzchen! Wenn es irgend in meiner Macht steht. Alles, was Du wünschest!" Du sollst mir beichten. Liebster. Bin ich Deine erste, einzige Geliebte geWesen, oder hat vorher schon eine andere in diesem großen, offenen Herzen gethront?" Meine liebe, süße Lizzie." sagte Edgar ernst und küßte sie auf die Stirn, es hat weder eine andere in diesem großen Herzen gethront, noch habe ich eine andere vor Dir geliebt! Du bist meine erste und einzige Liebe. Du weißt, ich hatte auch wenig Zeit zu Tändeleien!" Ist das wirklich wahr, lieber, lieber Edgar?" Ich schwöre es bei Deinem theueren Haupte, meine Lizzie, Du bist und bleibst meine erste und einzige Liebe!" Ach. Du lieber, lieber Herzensmann!" jubelte Lizzie selig und küßte und herzte ihn stürmisch. Ich habe Dich ja auch so lieb, so lieb!" .Lange hielten sie sich schweigend umschlungen doch endlich machte sich Cdgar sanft los und- sprach bedauernd: Ja. liebster Schatz, es ist schon spät! Ich muß fort, meine . Patienten warten!" Ach. schon wieder fort!" schmollte Lizzie mit enttäuschtem Gesicht. 'Diese häßlichen Patienten! Ich glaube fast, sie sind Dir lieber als ich!" O, o, Lizzie, der Vergleich!" lachte Edgar. Aber die Pflicht ruft, und Du weißt, ein Arzt hat ernste Pslichim!' Ja.- sagte sie seufzend, die Pflicht! Nun geh', Edgar, und kehre bald zu rück!" Sie küßten sich, und er aina. Sie winkte ihm am Fenster nach, so lange sie den leichtfüßig Forteilenden erblicken konnte; dann begab, sie sich m das Zimmer zurück, setzte sich auf einen Stuhl und sann. Ja, sie war unaussprechlich glücklich vom ersten Taae. als sie seine imponi

rende Persönlichkeit zum ersten Male sah! Sie war krank gewesen, sehr krank, und da war er gekommen! Ach. er war so lieb und gut gewesen, sie hatte ihn lieben müssen! Und dann kam ein glücklicher. unverg:ßlicher Tag; er hatte ihre Hand gefaßt, sah sie mit seinen treuen Augen so innig tief an und fragte mit vor Erregung bebender Stimme: Lizzie. ich liebe Sie mehr als mein Leben, wollen Sie mein Weib werden?" Sie war ihm wortlos in seliger Fude an den Hals gesunken, und er hatte sie lange stumm geküßt. Sie liebten sich innig, heiß und würden sich immer lieben! Lizzie besam eine unaussprechliche Sehnsucht, sein treues, ehrliches Gesicht zu sehen, und eilte in sein Schreibzimmer. wo sein Bild stand. Sie nahm es vom Rahmen auf. betrachtete es lanae und küßte es innig. Dann sä7w:ifte ihr Blick neugierig durch das Gemach und blieb schließlich am Schreibtisch haften. In ibrer Hand zuckte es; der Schlüssel, den Edgar sonst stets bei sich trug, steckte im Schloß; er mußte ihn ÄZhl vergessen haben. Die weibliche Neugierde siegte endlich. Was sein ist. fft n auch mein!" dachte sie sophistisch und össnete mit ge spannter Neugier das FaH. Oben auf lagen Rechnungen, bezahlte und unbezahlte. Dann kamen Briefe von seinen Patienten, . doch da ein ganzer Stoß Briefe, zusammengebunden! Eifrig entfaltete sie einen derselben, doch er war nur von seiner einzigen Schwester, welche er sehr liebte. Aber dort, das rothe S&ch in der Ecke? Das enthält gewiß Interessantes! Sie nahm es, öffnete den Einbanddeckel und las: Mein Tagebuch!" Wie ein ertappter Dieb ließ Lizzie das Buch wieder fallen, aber schließlich überredete sie sich doch: Ach, der Mann darf vor sein:r Frau kein Geheimniß haben! Weshalb sollte ich denn Edgar's Tagebuch nicht lesen dürfen? Ich habe ja dsch das allergrößte Interesse daran!" Kurz entschlossen nahm sie das Buch. zog sich in ihr lauschiges Boudoir zurück und fing an zu lesen. Die ersten Seiten schienen wenig intercssant, je weiter Lizzie jedoch kam. desto gespannter und schmerzlicher wurde ihr Gesichtsausdruck, und eine finstere Falte erschien auf der weißen Stirn. Mit einem heftigen Aufschluchzen ließ sie plötzlich das Buch fallen, vergrub das Gesicht in den kleinen Händchen und begann bitterlich zu weinen. Lange, lange hockte sie so, wie einKätzchen zusammengekauert, auf ihrem Fauteuil und schluchzte herzbrechend, sich selbst und die Außenwelt. Alles. Alles vergessend. Es war räthselhaft, wo das kleine reizende Frauchen diese Fluthen von Thränen herbekam, welche unaufhörlich zwischen den zir Fäusten zusammengeballten Händchen aus den süßen, blauen Augen hervorströmten.

Zu ihren Fußen lag das Unglückselige rothe Buch, doch sie achtete weder auf dieses noch auf den zahmen Papage: am Fenster, welcher seit zehn Minuten schon unaufhörlich schrie: Papchen will Zucker haben!" Mlt einem heftigen Ruck richtete sie sich plötzlich auf. trocknete die Thränen und griff nervös nach dem am Boden liegenden Buche. D, der falsche, der schlechte Mann," schluchzte Lizzie, während sie hastia einige Seiten des Buches umblätterte: Verrathen, schandlich, niederträchtig verrathen hat er mich, und dabei schwört mir der Heuchler noch vor einer Stunde, ich sei seine erste und einzigste Liebe! Jawohl, die Männer! Alle, alle taugen nichts, und wir armen, wehrlosen Geschöpfe sind nur dazu da, von ihnen hintergangen zu werden! Diana heißt also die Falsche, die mir seine Liebe gestohlen hat? Und gewiß, er liebt sie noch! Hah, Diana. knirscht sie zwischen den weißen Mäusezähnchen hätte ich Dich jetzt hier, die Augen kratzte ich Dir aus, Du Falsche, Du Diebin! Und ganz offen trägt mein treuer, ehrlicher Mann seine Verhältnisse in sein Tagebuch ein und gibt sich nicht einmal die Mühe, es vor meinen Augen zu verbergen!" Won Neuem überflogen! ihre Augen, vom vielen Weinen geröthet, die Seiten des Tagebuches und halblaut las sie: 27. Juli. Heute habe ich eine werthvolle Eroberung gemacht. Diana, die spröde, kluge hat mich heute zum ersten Male begleitet!" Ein nettes Pflänzchn muß sie ja sein, diese werthvolle Eroberung, sie hat ihn begleitet!! Sie las weiter: 2. August. Diana ist jetzt mein ständige Begleiterin geworden auf mer nen weiten, einsamen Streifereien. Sie ist ein prächtigeskluzes Geschöpf und wir verstehen uns herrlich. Otto sagte heute lächelnd: ich könnte stolz darauf sein, daß mir seine kluge, spröde Diana ihre Zuneigung geschenkt hat!" Otto, wer mag das sein? Und seine" Diana? Also war sie schon verheirathet! Um so schändlicher, und dieser Otto war entweder ein nichtswürdiger Kuppler oder ein ganz erbärmlicher Schwachkopf!" murmelte Lizzie. Doch weiter: 10. August. Seit einigen Tagen bade ich allmorgendlich mit Diana zusammen im Meer! Es ist herrlich, und oft schwimmen wir weit, weit hinaus in das salzige, wogende Element. Diana ist auch eine vorzügliche Schwimmerin, welche mich auch sehr häufig überholt; mit einem Wort: Ein prächtiger, lieber, nur etwas schweigsamer Kamerad. Hier flog das Buch zu Boden, von einem halbunterdückten Ausruf begleitet. -a. der Nichtswürdiae! Er soll

nicht' länger sein schändliches Doppelspiel mit mir treiben, ich kehre zurück zu Mama und will ihn nie, nie wieder sehen!" schluchzte Lizz unter neu hervorbrechenden Thränen. Sie badeten zusammen gräßlich, schauderhaft! Dieser Casanova, dieser Verführer!" ' Und Lizzie eilte an ihren Schreibtisch, um mit fliegender Feder einen Abschiedsbrief auf's Papier zu werfen.' Mein Herr! Ich habe Sie jetzt in Ihrer- ganzen großen Gewissenlosigkeit erkannt! Unsere Wege scheiden sich auf ewig, ich kehre noch heute zurück zu meiner ar-. men, ahnungslosen Mama und werde Sie zu vergessen trachten. Suchen Sie .ich nicht aus, es wäre nutzlos, denn nie!! Entschluß ist unwiderruflich! Lizzie. I'. S, Oder wagen Sie es vielleicht, sich zu vertheidigen? Sie couvertirte. siegelt: den Brief und zog dann hastig am Klinaelzua. . Meinen Mantel und Hut!" herrschte sie die eintretende Kammerkatze an, und nachdem sie noch das corpus delicti, das unglückselige, rothe Buch, zu sich gesteckt hatte, verließ Frau Lizzie unter heftigem Schluchzen für immer" ihre trauliche Wohnung. Einige Stunden waren vergangen, da wurde im Nebenzimmer des Boudoirs ein männlicher Schritt laut und eine klangvolle Männerstimme rief: Lizzie, mein Mäuschen, darf ich eintreten?" Keine Antwort, nur Papchen schrie fortwährend: Du Lump! Du Lump!" Jetzt wurde vorsichtig die Thür geöffnet, und Edgar's dunkler, ausdrucksvoller Kopf lugte durch die Spalte. Aha, das Vögelchen ist ausgeslogen, und nur Papchen begrüßt mich in so überaus zärtlicher Weise!" Er trat näher und sah sich neugierig in dem luxuriös, aber mit vornehmem weiblichen Geschmack ausgestatteten Gemach um. Jetzt entdeckte er den Brief

auf dem Schre!btlsch und betroffen las er die Aufschrift: .Herrn Doctor Edgar Stein!" .Das bin ich Za selbst, was bat mir denn LlZZie zu scheiden? Ov Mama etwas passirt ist?" Hastig össnete und las er den Brief und ließ ihn bald darauf befremdet, aber mit einem leisen, lustigen Aufla chen wieder fallen. Was ist denn dem narrischen kleinen Puck eingefallen, meiner süßen, launischen - Göttin? Mein Herr!" Ganze, große Gewissenlosigkeit!" Unsere Wege scheiden sich auf ewig!" Ja, ich bin ja ein ganz fürchterlicher Mensch, ei wahres Scheusal! Also ich soll sie nicht aufsuchen. Da muß ich ja ganz schleunigst hin zu ihr. das ist ja äußerst logisch. Na, ich bin aber wirklich riesig neugierig, was ich eigentlich verbrochen habe!" Er nahm Hut und Stock und machte sich auf den Weg zu seiner lieben Schwiegermutter. Frau Eommercienrath Ledar bewohnte in der Thiergartenstraße, Berlins vornehmem Geheimrathsoiertel. eine elegante Villa allein, und hierher hatte sich auch die arme, verrathene Gattin geflüchtet. Ist meine Frau hier?" fragt: Edgar den öffnenden Diener und trat auf dessen bejahende Antwort durch dzs Vestibül in den geöffneten Salon. Hier erwartete ihn bereits seine Schwiegermama, eine große, majestätische krsche:nung; doch ließ ihr zusammeng:kniffener Mund, sowie die Zornfalte auf der Stirn augenblicklich nichts Gutes für den armen Edgar erwarten. Mit einem herzlichen Guten Tag. Mama!" eilte er ihr entgegen, doch sie unterbrach ihn streng: Mein Herr Schwiegersohn, ich hab: ein seh? ernsthaftes Wort mit Ihnen zu reden. Nehmen Sie. bitte. Platz. Als ich Ihnen die Hand meiner einzigen Tochter anvertraute, geschah es unter der Voraussetzung, daß Ihr Vorleben ein absolut tadelloses und ehrenhaftes gewesen sei! Zu meinem , tiefsten Bedauern erfahre ich heute durch mein: Tochter, das arme, unglückliche, verrathene Kind, daß dieses nicht, der Fall, sondern daß Sie ein unwürdiges V:rhältniß Mit einer Person unterhalten haben! und wahrscheinlich- noch unterhalten, welcke " Aber, liebste Mama!" unterbrach sie jetzt' Edgar, dessen Gesichtsausdruck immer erstaunte" und derblüfster geworden war, ich verstehe Sie absolut nicht, Sie sprechen vollständig in Räthseln!" Sie wollen mich nicht verstehen!" entaegnete scharf Frau Ledar. Oder wollen Sie leugnen, daß Sie eine gewisse Diana g!annt mit ihr einsame Streifzüge über Land gemacht und sogar o Schrecken! mit ihr im Meere gebadet haben?" Hier stockte sie und sah mit einem Gemisch von Zorn und Staunen ihren Schwiegersohn an, welcher in ein respectloses, dafür aber um so colossaleres, schallendes Gelächter ausgebrochen war. Ihr Benehmen ist ja äußerst seltsam und herzlos," sagte sie streng, und ich darf wohl eine Erklärung desselben erwarten?" Liebste Mama." sagte Edgar immer noch lachend, woher haben Sie denn die Kenntniß meiner Schlechtigkeit?" Nun," sammelte etwas- verlegen Frau Ledar. meine Tochter fand Ihr " Doch hier wurde sie von ihrer Tochter erlöst, welche in das Zimmer trat die kleine Heuchlerin hatte sicher gelauscht und mit unheilverkündendem Blick ihrem Gatten ein rothgebundenes. zierliches Buch überreichte. Hier steht es, von Ihrer eigenen Hand geschrieben!" und mit dumpfer Stimme las sie unter hervorstürzenden Tbränen: . "

JU-T 27. Juli. Heute habe ich eine werthvolle Eroberung gemacht! Diana, die spröde, kluge, hat " Doch hier mußte sie einhalten, denn Edgar hatte sie ohne Weiteres in -feine Arme genommen und tanzte unter ausgelassenem Gelächter mit ihr im Zimmer umher. O, Du Dummchen!" rief er lustig. Das ist die Strafe für Deine Neugier, daß man anderer Leute Schreibtische und Tagebücher, durchstöbert! - Weißt Du, wer Diana war. Herzchen? Nun, es war meines Freundes Otto Runlo prächtige, graße Ulmer Dogge, Diana genannt, ein schönes, aber sehr scheues Thier, welches sich nur sehr schwer einer fremden Person anschloß. Wie Du weißt, war ich vor drei Jahren auf Otto's herrlichem Landgut auf Rügen mehrere Wochen zum Besuch. Ich war Diana's einzige Liebe und Diana war meist meine einzigste Begleiterin in meiner herrlichen, aber manchmal etwas langweiligen Rügener Einsamkeit. Während der beginnenden Ernte konnte sich nämlich Freund Otto wenig mit mir. beschäftigen, und so entstand dann auch damals an langweiligen Regenta-, gen dieses etwas kindische Tagebuch, welches ich bereits 'vernichtet glaubte. So, das wäre die Geschichte meiner Diana, und nun, Kinder, wollen wir uns wieder vertragen!" sagte er vergnügt, als er die verlegenen und verdutzten Gesichter seiner Damen bemerkte. Du und keine Andere bist und bleibst meine erste und einzigste Liebe, kleines, süßes, thörichtes Weibchen!" raunte er Lizzie zu. welche ihm an den Hals geflogen war. Bist Du böse, lieber, lieber Mann?" Er hielt 'sie umschlungen und küßte

sie innig. Nem, mem liebes, thörichtes Frauchen. wenn Du mir versprichst, in Zukunst etwas mehr Vertrauen zu D:inem Gatten zu haben!" Mamachen hatte sich indessen lautlos gedrückt. Deutsche und französische ttnttl stührer lUtü. Von Karl Bleibtreu. 1870 bewährten sich wieder tiefwurzelnde Eigenthümlichkeiten des galli schen Wesens. Wennhie Thatsache auffällt, daß die nächststehenden französischen Truppentheile bei Spicheren und Wörth dem angegriffenen Eollegen nicht rechtzeitig zu Hilfe eilten, so hat sich sogar unter Napoleon I. Gleiches ereignet. Es mangelt eben dem gallischen Charakter an selbstlosem Pflichtgefühl. Aehnlich wiederholte sich 1870 bei Beaumont und Bazeilles das Nichiaussetzen von Vorposten, das schon so viele Ueberrumpelungen fran zösischer Truppenkörper in der Kriegsgeschichte ermöglicht hat seit der alten Sporenschlacht" bei Guinegate bis zum Ueberfalle von Kloster Kamp im siebenjährigen Kriege, zwei ähnlichen Ereignissen 1812 in Estremadura.dem Zustand vor der Schlacht' von Vittona und dem nächtlichen Ueberfall bei Laon 1814. Auch die Reiterei-Auf-klärung lag immer im Argen; nur wo Napoleon selber dreinfuhr, der gleich 1796 über Mangel an tüchtigen Reiterführern klagte, wurde dieser Nattonalfehler verbessert. Am 29. Juli 1870 mußte man die französische Cavallerie von höchster Stelle auf den vernachlässigten Sicherheitsdienst hinweisen. Umgekehrt unterbanden die Franzosen 1870 ihren angeborenen Elan im Lähmungsbann einer Defensive, welche Marschall Niel dem Heersystem eingeimpft hatte, im trügenschen Glauben einer Umstoßung aller bisherigen Regeln durch Einführung des Hinterladers. Die Franzosen, nur auf Defensive erzogen, suchten daher Stellungen, die dem Ideal Niel's entsprachen, deren Unüberwindlichkeit sich aber gegen die stürmische Tapferkeit der preußischen Infanterie und überlegene Feuerwirkung ihrer Artillerie bald als fragwürdig herausstellte. Freilich darf man den französischen Generalen stutzendes Staunen nicht verübeln, wenn sie kleine Truppenkörper gegen ihre feuerspeienden Berge anrennen sahen wie bei Spicheren. Denn diese etwas anmaßliche Selbstthätigkeit der deutschen Unterführer.' die ohne höheren Auftrag Schlachten vom Zaune brachen, hätte Navoleon als unberechtigt gemißbilligt, obschon er eigene 'Initiative von Corvsaeneralen verlangte. Dies bezog sich aber nur auf taktische Ausführung der Schlachtdisposition. Das eiaenmächtige Schlagen eines .Unterführers auf eigene Verantwortung duldete er höchstens innerhalb des genau gespannten strategischen Nahmens. Sobald sich einer, wie einmal Ney 1807. ein aanz und ' gar eigenwilliges Auftreten zu Schulden kommen ließ, so fiel das Wort: Der Kaiser braucht keine anderen Strategen. Niemand kennt das Geheimniß seiner Pläne und diePflicht der Anderen ist, nur gehorchen." So dürfte er auch die kühnen Anzetteler der Schlachten des 6. und 14. August hart angelassen haben. Umgekehrt la stete auf den Franzosen ihre Defensive in getrennter Stellung an der Saar und Sauer, wobei man ganze Corps, das 3. und 5., als Lückenfüller zwi schen Frossaro und ivccMahon brauch te. Diese Corps kannten sich am 6. August einfach nicht aus, wohin sich ihre Hilfeleistung wenden solle. Das psychologisch durchsichtige Verhängniß jener Defensive bleibt es, sich nicht die Freiheit des Handelns zu bewahren. Jedes Glied d.'s franzonschen Heerkor pers litt unter solch unvernünftiger Aufstellung. Die französischen Corps standen vertheilt, weil man stch gegen semd liche Vorstöße nach jeder Richtung (so stand Douay ganz zwecklos bei Bel- . fort) decken wollten das uralte Laster

jeder Defensive in Ungewißheit über dir Angnsfsnchtung des Gegners.

Für MacMahon und Frossart. die weit Vorgeschobenen, war es jedenfalls ein Glück, daß sie durch den Ehrgeiz der deutschen Unterführer geschlagen wurden, ohne die Uebermacht zu schmecken. Auch bei Colombcy konnte das Losschlagen auf eigene Verantwortunq die verderblichsten Folgen nach sich ziehen. Die vollzogenen historischen Thatsachen geben für die Anfangsschlachten nur das Bild wilder Raufereien und improvisirten Wirrwarrs.' Im Lichte späterer Ereignisse findet man die Schlachten des 14. und IG. August außerordentlich geistreich, weil angeblich strategische Gesichtspunkte vorschwebten, während doch nur die Manie obwaltete, dem Feiud an der Klinge zu bleiben. Es handelte sich in beiden Fällen nur um Angriffe auf eine starke Nachhut, in der Meinung der preußischen Generäle. In der That war am 16. der Abmarsch, also das schon erfolgte Entkommen Bazaine's, nach Zeit- und Raumberechnung das Wahrscheinlichste. Man wirft daher Friedrich Karl fälschlich vor, er habe seine Armee am 15. schon zu westlich gerichtet. Wenn Bazaine's Abmarsch noch vor Verdun eingeholt werden sollte, mußte man ja immer weiter westlich ausholen, d. h. in endloser schräger Front sich verdünnen. Die Folgen dieser Maßregel hätte man ja freilich einem napoleonischen FeldHerrn gegenüber bald genug verspüren müssen. Daß die deutschen Unterführer des 3. und 10. Corps, deren taktische That im Uebrigen für alle Zeit vorbildlich bleiben wird, sich am 16. zu hitzigem Hineinstoßen in die feindliche Gesammtmasse verleiten ließen und deren Stellung dicht vor ihnen am 15. nicht erkundeten, darf man nicht der Oberleitung der 2. Armee als Schuld aushalsen. Wer aber hier auf strategische Rücksichten bei dem unvorsichtigen Zupacken hinweist, dem möchten wir mit schlagender Ironie das Moltke'sche Entschuldigungswort für Spicheren entgegenhalten, daß ein taktischer Erfola immer willkommen sei: also ein taktischer Mißerfolg immer unwillkommen. Ein solcher aber hatte bei normalem Verlauf der Dinge eintre ten müssen, mit unberechenbaren strategischen Nachtheilen. Die kritiklose Menge urtheilt nach dem Erfolg. Es handelt sich aber nicht um das, was geschah, sondern was voraussichtlich geschehen konnte. Voreiligkeiten und Unterlassungssünden! der Unterführer durchkreuzen des Feldherrn leitenden Plan; das sei jedoch ferne, jede Bewe-Jung-eigener Initiative zügeln zu wollen. Ein genialer Feldherr wird sich sogar begangenen Fehlern seiner Unterfllhrer neuerdings anpassen, wie Napoleon 1805 dem Ausbiegen Murat's auf Wien, und sie für sich ausnutzen. Was aber verständnißvolle und frei ergänzende Ausführung der obersten Direktion vermag, zeigten Kronprinz' Albert von Sachsen 'am 18. August und die Generäle der 3. Armee bei Sedan. wo sich reise Sicherheit in jedem Zuge spiegelt. Die persönliche Tapferkeit der deutschen und französischen Generäle und Stabsofsiciere war eine ebenbürtige. Wohl mag man den hohen Procentsatz der deutschen todten und blessirten Officiere hervorheben, doch vergesse man nicht, daß er bei den Franzosen' relativ noch höher stieg. Obschon be? Spicheren und Colombey die Deutschen 1500 Mann mehr verloren als die Franzosen, büßten sie darunter nur 22 Officiere mehr ein (200 gegen 222) bei Colombey, und bei Spicheren gibt Frossart selbst 243 verlorene Officiere an, während die preußische Generalstabsliste nur 223 preußische anführt. Bei Vionville befinden sich unter ziemlich gleichem Verluste 879 französische gegen 711 preußische Officiere. Bei Gravelotte 595 auf 11.000 Mann Verlust gegen 899 auf 20.000, also auch hier relativ mehr. Bei Sedan fielen 20 französische Generäle todt und verwundet, wehr als bei Waterloo; nur bei Vorodino und Wagram fielen mehr. Darunter allein 5 Generäle der Cavallerie, vor Allem der Divisionsgeneral Marguentte, der als bester Reiterführer Frankreichs galt, und der Artilleriecommandeur Liedot. Bei Vionville wurde der umsichtige DiVisionsgeneral Bataille schwer- getrofsen. ebenso der Leiter des großen Reitertreffens bei Mars-la-Tour, Divisionsgeneral Legrand. Den Heldentod fanden der Husarengeneral Montaigu und Brigadegeneral Valaze. Gleich in den ersten Schlachten fielen die Divisionsgenerale Douay, Raoult (Beide vom selben Corps), Castagny und der commandirende Corpsgeneral Decaen. Marschall MacMahon wurde bei Sedan verwundet, Bazaine bei Colombey contusionirt und bei Vionville beinahe gefangen! Bei Coulmiers fiel der Commandeur des '31. Marschregiments an der Spitze seiner Leute. - Im Treffen von Orleans fiel der Commandeur der Fremdenlegion mit 13 Officieren. in der Mitte von 900 Todten und Verwundeten seines Regiments. das nur 1300 Mann zählte! Ebenso fiel der Commandeur der päpstlichen Zuaven, Oberst Charette. und General Sonis bei Loigny, ComMandant des 17. Corps. Man muß also zugestehen, daß di: Officiere und Generäle der Miliz-Aufgebote sich ebenso aussetzten, wie die der kaiserlichen Armee. Vor Paris fiel der tapfere Brigadegeneral Guilhelm. von zehn Kugeln getroffen; sein Sarg, mit Lorbeer und Blumen geschmückt, wurde von den Siegern am anderen Morgen den Parisern übersandt. Bei St. Quentin fielen Divisionsgeneral Bessol und Brigadegeneral Agnes. In den ersten großen Ausfallschlachten vor Paris: Artilleriegeneral Boissonnet,

die tapferen VeZeranen-Generäle Blaise, Renault und Charriere. Neben Ducrot fielen seine Ordonnanz-Offi-ciere Franchetti und Graf Neverlee, und man darf Ducrot die Genugthuung nicht versagen, daß er, den Degen in der Faust, an der Spitze seiner Bataillone stürmte und sie durch sein Beispiel fortriß. An ihm lag es also nicht, daß er seinen Schwur, nur todt oder als Sieger zurückzukehren, nicht wahr machen konnte. Derlei theatralische Aeußerungen muß man der französischen Natur zu Gute halten. Man

denke sich einen preußischen Corpsgeneral. der an .seinen Chef ielegraphirt, wie Jaureguiberry an Chancy in einer Loireschlacht: Das Herz blutet mir, aber ich trete den Rückzug an!" In diesen aufreibenden Loirekampsen war die Einbuße an Officieren deutscherseits sehr groß. So verlor das bayerische 1. Corps 500 Officiere, das 3. brandenburgische bei Le Mans allein 107. Ein Brigade-Comman-deur vom 11. Corps, Oberst v.Kontzki, fiel. Vor Paris der württembergische Oberst Berger und zwei Garde-Ober-sten bei Le Bourget. Im August fanden den Heldentod ein commandirender General (des 11. Corps bei Sedan. v. Gersdorff). vier Brigade-Ge-neräle rancois bei Spicheren. Döring und Grüter bei Vionville. Craushaar bei St. Privat). Schwer vermundet wurden ein commandirender General (wieder das 11. Corps bei Wörtb. Bose) und ein Diviiions-Ge-neral (der bayerische, v. Stephan, an der Loire). Verwundet wurden auch der Commandirende des 5. Corps, Kirchbach, bei Weißenburg. Verwundet wure.r ferner bei Colombey Di-visions-General v. Bentheim und Bri-gade-General Osten-Sacken. bei Mars-la-Tour Brigade-General Wedell. bei St. Privat Brigade-General Medem. Bei Vionville Cavallerie-Brigade-General Rauch und sein Nachfolger im Brigade-Commando Oberst v. Schmidt. Ebenso der Commandeur der 12. brandenburgischen Brigade Oberst v. Bismarck. Den Brigade-Generälen Schwerin und Rothmaler wurden ebendort die Pferde unterm Leib erschossen, ebenso dem General v. Pape vor St. Privat. Hiermit ist denn aber als Probebeleg. wie sehr sich die höchsten Führer in erster Linie umhertummelten, die ruhmreiche deutsche Liste der Generäle erschuft, während die französische um Zehnfache anschwoll. Dagegen ist die Zahl der gefallenen. Regimentsund Bataillonscommandeure deutscherseits wohl noch größer gewesen. Bei Weißenburg und Wörth 2 Obersten, 4 Majore. Bei Vionville 10 Obersten, 14 Majore. 2 Oberstlieutenants. Bei Gravelotte-St. Privat 5 Obersten. 5 Oberstlieutenants. 20 Majore. Bei Sedan nur 3 Obersten, 3 Oberstlieutenants, 3 Majore. Der Verlust an höheren Officieren ist also weitaus am größten bei Vionville geWesen im Verhältniß zum Procentsatz des sonstigen Verlustes. Denn bei Wörth kommen 6 auf 10.500, bei Spicheren 4 auf 4,800, bei Sedan 9 auf 8.900. be! Gravelotte 30 auf 20.000, bei Vionville aber schon 26 auf 16.000. Bezeichnend, daß auch fast die Hälfte der getödteten Generäle auf den 16. August kommt, und daß allein 4 Reiterobersten fielen. Das hält freilich keinen Vergleich aus mit 3 getödteten Generälen der Chasseurs d'Afrique bei Sedan. Dzfür fällt es aber in's Gewicht, daß jedes der drei Regimenter des 8. und 9. Corps, die am Abend zu Hilfe eilten, seinen Obersten verlor und daß überhaupt doppelt so viel Obersten sielen wie am 13. und fast koppelt so viel als bei Wörth. Spicheren und Sedan zusammen. überhaupt so viel, wie in allen übrigen Schlachten zusammen. Diese Ziffer kann auch französischerseits nicht Lbertroffen werden und die beldenmüthige Hingebung der deutschen Commandeure leuchtet glänzend hervor. Recknet man vollends die Vermundeten mit, so sind am 16. August im Ganzen 15 Obersten. 5 Oberstlieutenants. 28 Majore außer Gefecht aesekt worden! Wozu zu bemerken. dak mebrere Reaimenter an vikiem Tage von Oberstlieutenants geführt wurden, die man also getrost den Obersten beizählen darf. Ernstlich engagirt waren das 3. Corps. 37.. 38., 32. Briaade und 11. Reaiment. also 14 Jnfanterie-Regimenter, sowie 16 Eavallerie-Viegimenter. Es kommt also auf jedes zweite Regiment ein gefallener Oberst. Erwähnt sei noch zum Schluß, daß auch englisches Blut in deutschen Reihen floß: Lieutenant Campbell bei den Halberstädter Kürassieren machte den Todesritt' von Vionville mit und er oberte beinahe eine Standarte, als er verwundet sank, und Portepeefähnrich Annesley fiel beim 2. Garderegiment vor, St. Privat. Eine erfreuliche Ausnähme: In der Regel pflegte nur deutsches Blut in englischem Sold oder für englische Sache zu fließen! m. m. 23o der Hellsarmee. Aus dem Berliner Hauptquartier : der Heilsarmee berichtet eine Dame. : die demselben einen Besuch abgestattet hat. Dieser Tage betrat ich das Hauptquartier der Heilsarmee Der Commandant?" Ist auf dem Schlachtfelde." Und wer vertritt seine Stelle? Hier kommt der : General-Adjutant." Es war aber eine Adjutantin: nicht mehr jung. : nicht schön, aber unter dem Hut mit den rothen Bändern zwei heiter und intelligent blickende Augen und ein gutmüthiges Lächeln. Schwester Ädjutantin! Wie steht es mit der Eroberung der Seelen?" 'Wir können zufrieden sein. Der Krieg ist hart, aber jeder Tan ist ein Sieg. Fntx

der letzte Rapport aus Hamburg: Xti Commandant Booth Tucker hat dem Satan eine große Schlacht geliefert; sechs Seelen fanden den Weg zum Heiland wieder; Halleluja!" Auch aus Stettin sehr gute Nachrichten. Jetzt wollen wir in Jnsterburg einen ffeldzug beginnen. Auch in Kiel, während der Festtage, ging es nicht schlecht; wie viele Matrosen sind zu uns gekommen, um zu lachen, und sind dann mit dem Heiland im Herzen an Bord zurückgekehrt! Wissen Sie j0n" und die Adjutantin lächelte daß wir jetzt auch eine Marine

haben? Hier das Telegramm: 2e Cavitänin Borinka von Tum tzat einen Dampser gedungen, um ein Expeditionscorps nach Memel zu vrm. aen: ausdrückliche Bedingung: an Bord darf nicht ein Tropfen Bier ge trunken werden! Und in Ber lin?" In Berlin meldet der Com. Mandant Mikitsch die ersten Siege in dem ??eldZiuae. den er aus dem Grünen Wege", verstehen Sie wohl, in den Arbeitervierteln" unternommen hat ..." Was war der Com Mandant Mikitsch früher?" Ur war und tue Aoiulanlin laajeue von Neuem er war, wie Sie aus seinem Bildnisse eruben. ein hübscher Kerl und... ein großer Billardspieler." Dann wurde sie ernst: Abc? der Heiland hat ihm das Herz berührt; dem Heiland kann alles vle-. nen. Unser öeld des Tages, zum Beispiel der, der auf dem Grünen Weg" die meisten Seelen erobert, der Maior Alant war erst Sanger, ein guter Bühnensänger. Jetzt singt er zwar auck noch, aber nur um Gott zu preisen, um die Verlorenen zu ihm zurückzuführen. Und es ist ein Vergnügen. ihn zu hören ..." Einige Zahlen, Ädjutantin; . wie stark seid Ihr in Deutschland?" Wir habek 21 Corps ledes Corps mit etwa 190 Soldaten und 63 Officiere." Ist das viel?" Für den Anfang. a, aber wenig im Bergieich zu England, Amerika, Skandinavien; in England haben wir 1217 Corps und 2987 Officiere, in den Ver. Staaten 614 Corps und 2061 Ossiciere. rn Schweden 173 Corps und 658 Officiere, in Italien sehr, sehr wenig: 7 Corps und 29 Osficiere; etwas besser stebt's in Frankreich: 45 Corps. 218 Officiere ..." .Findet Ihr mehr Anklang in katholischen wandern oder in protestantischen?" Oh. in protestantischen, ohne Zweifel!" Aber... .Adjutantin. gestatten Sie mir eine Frage: Halten Sie denn diese häufigen Versammlungen, diese lustigen Gesänge und den ganzen militärischen Apparat gerade für daS beste Mittel, um das Ziel zu erreichen, das Ihr Euch gesetzt habet? Sollte eö keine ernsteren Mittel geben? Die Schulen, zum Beispiel?" Die Adjutantin wurde nachdenklich. Schein, bar haben Sie ja Recht, in Wirklichkeit, in der Praxis aber, nicht. Die Welt will heute nun einmal lustig sein und für Soldaten schwärmen; und wir führen sie mit der Lustigkeit und mit den Soldaten zum Erlöser zurück. Hören Sie: Ich selbst war Schullehrerin und darf annehmen, daß die Lehrerin Ehrhard in Hamburg kein schlechtes Andenken zurückgelassen hat. Ich lernte die Heilsarmee kennen und schwankte lange zwischen ihr und meinem Amte; aber eines Tages entschied ich mich. Der Bürgermeister liek mich rusen: Glauben Sie denn nicht auch in der Schule eine hohe Mission zu haben?" Ja. aber ich kann sie nicht erfüllen; das Milieu ist verdorben, ungesund. Zuerst! wollen wir zum Heiland zurückkehren, dann werden wir auch wieder an die Bücher denken." Ein guter Mensch. Patient: Sie meinen also, Herr Poctor. mein Finger müßte amputirt werden? Arzt: Ja. es g:ht nicht anders. Patient: Was wird denn der Scherz kosten? Arzt: Dreißig Mark. Patient: Ist dies das billigste. Herr Doctor? Ich bin ein armer Mann! Arzt: Ja, liebe? Freund, billiger kann ich es nicht machen, aber ich will Ihnen etwas sagen, ich will Ihnen zwei Finger für fünfzig Mark abschneiden! Ein edler Wirth. Richter: . . . Wenn der Angeklagte schon betrunken war, wie er in Ihr Lokal trat, weßhalb gaben Sie ihm noch Bier?" Zeuge (Wirth): Es war g'rad' das Letzte im Faß!" Zwei Schützer. Nu. Kamerad, was haben Sie heute gethan?" Auf Schießplatz jewesen, Distanzen jeschätzt ... Und S i e. Kamerad?" Bei'Schwiejerver jeWesen Finanzen jeschätzt!" Hoch st e Empfehlung. Heiraths-Vermittler: ...Sie können sich denken, wie vortrefflich mein Geschäft sein muß! 'Ich selbst werde nur eine von mir vermittelte Ehe eingehen!" Berechtigter Wunsch. ,Aber, beste Amalie! Mußt Du denn Deine Gardinenpredigten immer nur hersagen?! Du hast doch so 'ne reizende Stimme. Sing' sie mir doch vor!" Gründlich. Mein Sohn Victor, man hat Dich aus einer Pfeift Tabak rauchen sehen. Ich und Deink Mutter Valeska, wir haben beschloss sen, Dir eine Oorseige zu geben Da hast Du sie!" En Vortheil der Bec u f s zä h l u n g. A.: Unser Freund Meier kommt mir in letzter Zeit ganz Inders vor!" B.: Ja weißt Du. bei der Berufszählung. hat seine Frau zugeben müssen, daß doch eigentlich er oer Haushaltungs-Vorstand sei, uns nun kennt er sich vor Stolz gar nim mer aus!"