Indiana Tribüne, Volume 18, Number 349, Indianapolis, Marion County, 5 September 1895 — Page 3
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nldnwder. Roman von Fnedrich Jacobsen. (Fortsetzung.) !üa lactClte der Alte ganz sein unv leise. Wenn Sie ihn nicht gelten las- , ,sen wollen, Herr Amtsrichter, so roüfcte ich noch einen anderen. Wo Jugend mit Jugend beisammen ist " Er brach ab und bog sich nieder, um eine Frühlingsblume vom Wege zu pflücken. Die beiden Männer standen auf der Höhe und sahen die grauen Schieferdächer von Oberdorf vor sich liegen. Ein Meer von Sonnenschein fluthete über die bewaldeten Berge, und die Lerchen sangen jubelnd in der blauen Luft. Kroneck spürte die Vollkraft des Lebens durch seine Glieder rinnen und athmete tief auf. Lassen Sie uns an der Pfarre vor über gehen," sagte er, ich glaube, daß der Weg näher ist." Und Hoeck entgegnete belsnmmend: Freilich, er sührt mitten über den Friedhof.Als sie naher heran kamen, bemerk ten sie einen Mann, der sich zwischen den Kreuzen der Todtenstätte zu schasfen machte. Man konnte nicht genau unterscheiden, ob er ein Grab säuberte oder em neues grub, aber Kroneck mußte unwillkürlich daran. danken,daß er bei seinem ersten Eintritt in dieses stille Geblrgsdorf den Pfarrer b einer ahnlichen Beschäftigung angetroffen hatte. Heute war es ern anderer. Bei dem Laut der näher kommenden Stimmen richtete der Mann sich aus seiner gebückten Stellung empor, und nun sah Kroneck, daß es Wilhelm Acker war, der im Begriff stand, ein frisch aufgeworfenes Grab wieder zuzu schaufeln. Der Amtsrichter trat heran und sagte: Guten Morgen, Acker sind Sie nun doch Todtengräber geworden?" So ein Stück davon. Herr," entgegnetc der Mann. Es bringt mir nichts ein, sondern ich muß dabei zusetzen, aber an das Grab lasse ich keine fremde Hand. Ich verstehe Euch nicht, Acker. Wen habt Ihr zu begraben?" m Fl 1 I . P F P Ver lLeiraaie uuyie nco aus einen Spaten und blickte in die Grube, aus der noch die Ecke eines rohen Fichtensarges hervorragte. Meinen Junt. 9 . . rrr gen, jagie er oann, meinen lüsiioung,. Nimmt Sie's Wunder, Herr Amtsrichter, daß er gestorben ist? Wann ist das so ploklich gekom men?" fragte Kroneck erschüttert. Wissen Sie, wann das große Ge witter war?" Vorgestern Nacht." Da ist c3 gewesen. Die Stunde weik ick nicht genau, es wird auch keiner danach fragen. Die Menschen sterUn zu allen Stunden, und eine ist so gut oder so schlimm, wie die andere." Woran ist er gestorben, Acker?" An der Brust oder am Herzen; tvas weiß ich?! Das Zuchthaus hat ra n na? gcgeoen, wuu rM ft.ifisn Smt rhin 11,2 hnn tlTtm v tyuvin iJ l i nviii uun ., Eltern, zuletzt aus das Sterben. hat der Pfarrer gesagt. Und nun ist er ohne Lauten und Nede begraben worden?" Nicht ganz, Herr, nicht ganz. Unser yfarrer hat ein Gebet gesprochen. Es war gut von ihm gemeint, und ich hatte nichts dagegen. Dann ist er gegangen, das Letzte muß ich doch selbst thun." Kroneck bog sich schweigend nieder und warf eine Hand voll Erde in die Grube. Hoeck, der ebenfalls herangetreten war. that ein Gleiches. Danke, meine Herren," sagte Acker. Es ist eine letzte Ehre, ich nehme sie nicht für mich, sondern für den da unten. Er war ein Wildnng, aber er hatte kein schlechtes Herz, das ist alles, was' ich von ihm sagen kann, aber es ist genug. Als die beiden Manner fortgegangen war:n, griff Wilhelm Acker wieder zum Spaten und setzte seine Arbeit fort. Er schaufelte langsam Scholle auf Scholle in die Grube und nur als die letzte Ecke sI.A7 k.l4iMiiMVaM to. ht.ll li(9 VUlU Vtl lUJIUUUVCU UUl. UlCil er einen Augenblick inne und sah mit einem sonderbaren Blick weithin über die Berge, alsob Alles, was Gottes Hand an Schönheit und Pracht dort ausgebreitet hatte, m ein leeres Nichts versunken sei. Ueber ihm sang eine Lerche. Als er dann den Grabhügel sorgfältig ausgeschichtet und mit cinigen mitgebrachten Tannenzweigen bedeckt hatte, schulterte er seinen Spaten und verließ mit -schwerfalligen Schrltten den Friedhof. A.i der Pforte blieb er noch einmal sieben und sah zurück. Er hob seine Hand auf und beweate die Lippen, als ob sie irgend ein Ge' lllbde ausgesprochen hätten dann verschwand er in der Richtung seiner elenden und letzt gänzlich vereinsamten Behausung. Wenn schon jene stürmischen Verstei gerungen, bei welchen die bewegliche Habe der Armen und der Verschwen der unter dem euendtn Hammer des Auktionators dahinschmilzt mit ihrem Feilschen und Geschrei, mit ihrem An preisen und Herunterreißen einen peinlichen Eindruck rn der Seele des unbetheiligten Zuschauers hinterlassen, so erhoyen die ernsten und feierlichen Formen, unter welchen ein ehrwürdiger Familiensitz von dem Munde des Richters ernem Fremden zugesprochen wird, jene peinliche Empfindung zu dem Gesuhle der Trauer und des Schmerzes. An dem Schmuck, dem Geräth, dem Kleidungsstuck hangt ein Sckweißtropfen. ein Seufzer, eine Thräne: tausend Schweißtropfen, Seufzer und Thränen haften an der Scholle. Ihr Verlust macht uns nicht nur habe, sondern auch heimathlos. Kroneck hatte wahrend seiner kurzen richterlichen Laufbahn nur wenige Subhastatwnen geleitet, und bet diesen , n f , r t i v töcmgen war ihm die Anwesenheit des
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vte hervste Beigabe feines ernsten Am tes erschienen. Heute tröstete er sich mit dem Gedanken, daß die körperliche Hinfälligkeit des Bezirksmüllers dessen Erscheinen verhindern werde. Um so größer war sein Erstaunen, als er beim Eintritt in das Terminlokal Lutz an einer Ecke des TischeS sitzend vorfand. Der Mann sah furchtbar verändert aus. Der trügerische Schein von Gesundheit, den ein beständiger Aufenthalt in der freien Luft auf seine Wangen gezaubert, war von einer fahlen Blässe hinweggewischt, die Augen blickten stumpf, seine Hände zitterten. Er begrüßte den Richter mit einem stummen Kopfnicken, und als dieser der Verwunderung Ausdruck gab und des Arztes Erwähnung that, sagte er mit einem Anflug seines alten bombastischen Wesens: Der Bezirksmüller läßt sich nicht so leicht unterbringen, Herr Amtsrichter, und wenn die Weibsen zehnmal zum Doktor schicken, Jakob Lutz erscheint pünktlich, wenn das Amt ihn ruft." Aber es war doch kein Zwang, Herr Lutz"
Das verzerrte Lächeln schwand von den Lippen des Müllers und machte dem Ausdruck tiefen Hasses Raum. Herr Amtsrichter sagte er mühsam, wir sind bis jetzt allein in der Stube. Sie, ich und der Herr Aktuar. Es wird sich auch kein Bieter einstellen, denn wer möchte wohl alles Unglück der dreimal verfluchten Bezirksmühle mit in den Kauf nehmen! Aber er wird kommen Sie wissen, wen ich meine. Es handelt sich um sein Geld, noch mehr, es handelt sich um seinen Haß. Was er jahrelang vorbereitet hat, das wird er sich heute nicht aus den krummen Fingern schlupfen lassen, er wird kommen, und wenn der Satan mit einer Legion Teufel am Wege lauerte. Das will ich mit erleben, Herr Amtsrichter. Seit vielen Jahren haben er und ich unö nicht mehr in die Augen gesehen, heute soll der Tag sem, wo es wiederum geschieht. Zu diesem Tage würde ich aus dem Grabe herauskriechen, wenn es nicht anders sein könnte bloß um ihm wieder in die Augen zu leyen, unv um zu ersayren. oo er die Eourage hat, mir den letzten Schimpf anzuthun. Hören SU? Da kommt er schon!" Es fuhr ein Wagen vor. und Traugott Böhm trat gleich darauf in die Gaststube, wo der Termin abgehalten werden sollte. Er legte seine Reisedecke auf einen Stuhl, wandte sich händereibend mit seinem sanften Lachein an den Amtsrichter und bemerkte jetzt erst die in der Ecke zusammengedrückte Gestalt des Bezirksmüllers. Er mußte wohl von dessen Krankheit gehört haben, denn er trat plötzlich einen Schritt zurück und starrte zenen an, als ob er die Erscheinung eines Geistes gesehen hätte. Guten Morgen, Traugott, sagte der Müller ruhig. Du siehst, daß ich zur Stelle bin, so gut wie Du. Wir sind beide vor den Richter geladen. Du und ich, und wir sind beide gekommen. Der Herr Amtsrichter meinte, daß es nicht nöthig gewesen sei, aber wir wisfen das besser. Du verstehst mich. Traugott." Böhm gab keine Antwort. Er warf einen scheuen Blick hinter sich, nahm seinen Platz am entgegengesetzten Ende des Tisches ein und legte .das Subha statlonspatent auf den Tisch. Die Terminstunde war herangekommen. Es war der seltsamste Zwangsverkauf, den die Wände dieses Gemaches wohl jemals mit angesehen hatten. In dem zweiten anstoßenden Schenkzimmer, dessen Thüre offen stand, hatten sich wohl einige Gäste eingefunden, aber es war offenkundig, daß nur die Neugier Veranlassung ihres Kommens gewesen, denn als der Aktuar Hoeck mit seiner geschäftsmäßigen Stimme die Verkaufsbedingungen verlesen und jeden Bieter aufgefordert hatte, das Terminzimmer zu betreten, rührte sich keine Hand und kein Fuß, und Kroneck sagte mitten in der tiefen Stille: Es scheint, daß sich kein Kaufliebhaber eingefunden hat. Wollen Sie selbst bieten, Herr Böhn?" Ich bin in der Absicht hergekommen, Herr Amtsrichter, aber ich werde mir die Sache überlegen. Wie lange Zeit habe ich dazu?" .Wenn Niemand bietet, wird der Termin in Gemäßheit gesetzlicher Vor schrift eine Stunde nach seiner Eröff nung geschlossen werden." Eine kostbare Stunde sagte Lutz aus seiner Ecke. Du hast eine ganze Stunde Zeit, Traugott, um Dir zu überlegen, ob der Hammer niederfallen soll. Du verstehst doch, Traugott.was ich damit meine? Es war die zweite seltsame Andeu wng, deren .Sinn den Anwesenden dunkel blieb, und aus welche auch Trau gott keine Antwort zu geben vermochte. Er hatte seine Uhr vor sich hingelegt, und blickte starr auf die Zeiger. . End lich fchien er sich zu einem Entschluß aufzuraffen. Er richtete, ohne die Au gen aufzuheben, zum erstenmal daS Wort an seinen Vetter: Ich möchte unter vier Augen mit Dir reden. Jalob." Ich nicht." entgegnete der Müller ruhig. Was Du und ich mit einander zu verhandeln 'haben,' das kann vor dem Richter gesprochen werden und müßte eS wohl von Rechts wegen. In Deiner Hand liegt es, Traugott, ob es geschehen soll. Mit dem Glockenschlag mlt dem Hammerschlag. Es entstand m dem Nebenzimmer eine kleine Bewegung. Dort war Jemand eingetreten, der als eine gewisse Respektsperson gelten mußte, denn die Leute grüßten und rückten beiseite. Der Angekommene ging aber geradeswegs durch den Vorderraum und trat in das Zimmer, wo der Termin abgehalten wurde. Es war der Förster Bulle. Er machte vor dem Amtsrichter sein kurzes mm tärisches Honneur, fetzte sich dann ohne weiteres auf einen Stuhl und legte feinGewehr quer vor sich auf die Kniee. Sem Gebahren erschien auffällig ge nug, aber der Termin war sür Jeder mann zugänglich, und Kroneck kannte
die WurUchiten tt Allen. Er sagte daher nur lächelnd: Wollt Ihr auch mit bieten. Bulle?" Der Förster schüttelte den grauen Kopf. Es wird ja wohl erlaubt sein, zuzuhören, Herr Amtsrichter. Wenn man zu so einer Bescheerung, wie die fca, gewissermaßen Pathe gestanden hat, da kriegt man ein Interesse an der Sache. Und dann wollte ich noch eins im Vorbeigehen." Er wandte sich an den Bezirksmüller und nestelte in seiner Jagdtasche. Sehen Sie 'mal, Herr Lutz, wie das bisweilen wunderlich zugeht. Da habe ich Sie verzeihen wohl, Herr Amtsrichter, aber es bietet ja doch keine Menschenseele also da habe ich aus einem meiner Waldgänge etwas gefunden, was mög-
licherwelse Ihnen gehören konnte. Es lag an einer Stelle, Herr Lutz, wohin die Leute sonst nicht zu kommen pflegen, weil sie närrisch sind und sich vor allerhand Spukgeschichten fürchten. Also auf der Stelle lag eö, ganz tief unter Laub und Moder, so daß man wohl auf die Vermuthung kommen kann, es hätte dort schon recht lange, vielleicht viele Jahre gelegen." Förster Bulle nahm einen Gegenstand aus seiner Jagdtasche und hielt denselben gegen das Licht der Sonne. Es war ern altes, gänzlich von Rost zerfressenes Klappmesser, ein Genicksänaer. wie er häufig von Jägern zum Ausweidendes Wildes gebrauch; wird. Die Hornschale des Griffes war stellenweise abgesprungen, und der Rest durch die Einflüsse von Erde und Nässe modria aeworden. dennoch aber' konnte man über die ursprüngliche Vestimmung nicht im Zweifel sein. Es ist vielleicht ein wunderlicher Gedanke von mir, Herr Lutz, daß dieses Messer just Ihnen gehören soll fuhr Bulle nach einer kleinen Pause fort. Aber ich habe hier ganz unten einen Buchstaben eingebrannt gefunden. oer zwar ein wenig verwischt ist. aber doch noch recht gut für ein L" gelten kann, und wohl auch ein L sein soll. Und wenn ich so in meinem alten Kopf die Namen durchlaufe, dann komme ich immer wieder darauf zurück, daß daS Messer ebensogut Ihr Eigenthum sein kann, wie dasienige eines anderen, und wenn das der Fall ist, dann möchte ich Ihnen Ihr Eigenthum wieder zurückerstatten, Herr Lutz. Wenn es auch nicht mehr viel werth ist, so ist es doch vielleicht eine Erinnerung." (Fortsetzung folgt.) , . Die Hungertage von Paris. (fortsebung und Schlub : In den Markthallen wird Kalbsleder verkauft, das einige Wirthinnen als Fleischersatz nehmen. Da sie aber nicht Feuerung genug haben, um es zwanzig lbis dreißig Stunden kochen zu lassen, so ist dem Gerichte eine gewisse Zähigkeit nicht abzusprechen. Seit Mitte Dnember schon ist fast gar kein Gemüse zu finden. In der Markthalle beobachtete em Herr folgende Scene: Eine Frau verkaufte von ihrem Stand aus alte Abschnitte von Gemüse: halbverdorrte einzelne Kohlblatter, Rubenstengel u. s. w., die kunterbunt, gleich großen Graserhaufen durcheinander lagen und mit einem Franc 'das Pfund verkauft wurden. Eine zunge Dame kaufte nach langerem Handeln zehn Pfund dieser schembar werthlosen Waare. Neugierig gemacht, trat der Herr auf die Dame zu und fragte sie zu welchem Zweck sie diese Gemüsereste kaufe. Um, Spinat zu machen", antwortete lächelnd die Gefragte. Der Abend des 24. December, der in Paris freilich nicht so gefeiert wird, wie in Deutschland, an dem aber zu gewöhnlichen Zeiten, meist lustige Soupers gegeben werden, du man SouperS du Reveillsn" nennt, verläuft sehr still. Die Restaurants sind fast ausnahmslos zeitig geschlossen. die Nachtmesse fällt aus... eine tödt, liche Stille lagert über Paris. Am 26. December giebt ein bekannter Mlllwnar ein großer Diner für 14 Personen. Es kommen 12 Austern aus den Tisch, von denen jede 20 Fr. gekostet hat sie werden ausgeloost. Die Neujahrsbuden, die wie all jährlich auch in diesem traurigen Winter längs der Boulevards ausgestellt sind jedoch in weit geringerer Zahl, weisen als Verkaufsartikel fast nur nutzliche Gegenstande aus: Kravatten, Handschuhe, Lcllnpen u. s. w. Selten erblickt man ein Spielzeug, noch selte ner eine Nascherei: Apfelsinen sind gar icht zu sehen, wohl aber hier und da einzelne Kartoffeln rn Silberpapier gewickelt, 'die von galanten Herren gekaust und den vegleitenden Damen verehrt werden. Die Stimmung am Neujahrsmor aen ist sehr erregt. Viele Bäcker muk ten schließen, well tl chnen an Mehl mangelte, Andere konnten vie Waare nicht liefern, weil sie keine Pferde mehr hatten, um sich das Mehl kommen zu lassen. Arme und Reiche umstehen Idie Bäckerladen mit ängstlichen Gesichtern und harren der weiteren Entwicklung der Dinge. Den Schlachthäusern wird der Befehl ertheilt, eine große Anzahl der eingezogenen Pferde zum Trans port von Mehl wieder 'herzugeben, und um ja kerne Zelt zu verlieren, spannt man die Thiere an die ersten besten Wagen. Wahrend Des ganzen Vormlttags sieht manCoupees, osfeneLan dauer. BreakS mit aufgestapelten Mehlsacken m der Stadt herumsah ren. Zur Ehre deS 1. Januar sind alle Restauran'ts. mit Ausnahme derjenZgen, wo sonst a yrix fixe gespeist wurde, am Abend geöffnet. Vor ei nem Restaurant im Palais Royal, in dessen Schaufenster Eier zu 2.50 Fr. das Stück. Roastbeef. Trüffeln und ein Tiegelchen mit Butter ausgestellt sind sammeln sich stets Hunderte von Neugierigen an, die die Wunder amiaunen. Eine große Anziehungskraft übt auch daS Schaufenster eines Colönial-
waarenhSndlers aus, der zwei, drei Käse ausgestellt 'hat mit der Anzeige: Auswahl von Käsen für Neujahrsgeschenke!" Der bekannte Gastwirth Br6bant hat aus welche Weise, das bleibt Gehrmniß einen Hammel erstunden, den er mit 1164 Fr. bezahlt hat; in seinem Schaufenster sieht man Eier zu 2 Fr. und eine Ente zu 36 Fr. Ein Privatmann kauft rhrn eine Hammelkeule für 175 Fr. ab. Die große Gasthäuser sind noch die einzigm Orte, wo man halbwegs gut speisen kann. Freilich zahlt man für ein Essen, waS früher 15 Fr. kostet hatte, jetzt etwa 225 Fr. Aber so groß die Summe scheint die Reichen zahlen fie doch gerne, wenn sie sicher sind, unter 'den verschiedenen Ge richten wenigstens eines zu finden, von 'dem sie annehmen dürfen, daß es aus Kuh- oder Pferdefleisch bereitet ist. Denn wenn sich der Mittelstand von Hunden. Katzen und Ratten ge-
nährt yat, so machte der Magen des Reichen Bekanntsohaft mit allen Thieren deS Zoologischen Gartens. Anfanglich mußte der Jardln d - Acclimation alle feine Hirsche und Antilopen hergeben, die von den Schlächtern mit 8 Francs daS Pfund verkauft wurden. Am 17. December schon kaufte em Schlachter ein Paar Zdcrmeele. das er mit 4000 Fr. bezahlte, und einen Elefanten. Am 23. D.cember, dem 101. Belagerungstaa, kaufte die bekannte Boucherie Anglaise das berühmte Elefantenpaar CaTtor und Pollux für 27.000 Fr. Das Elefantenfleisch wurde mit 15 Fr. für das Pfund bezahlt, ein Pfund vom Rüssel aber, als dem zartesten Theile deö mächtigen Thieres, kostete 40 Fr. Als alle Kameele. Elefanten und sonstige Vierfüßler des Zoologischen Gartens verzehrt waren, wollte die Boucherie Anglaise das große Nilpferd kaufen, schreckte aber vor dem fabelhasten Preise von 80.000 Fr. zurück. Am 4. Januar wird sogar ein Kän guruh in der Auslage eines Fleischers fichtoar. Robben und Seelowen waren schon in den ersten Wochen vergriffen. Der JockeyClub gibt für fünf feiner Mitglieder ein Diner, dessen Menu unter anderen seltenen" Gängen folgende Gerichte ausweist: Pferdeslelschsuppe. Maulthierleber. EselsCotö.etten. gebratene Hundekeule m Asche geröstete Ratten u. s. w. Am 5. Januar beginnt das Vombardement, ünd nun vergeht auch dem Muthigsten die Lust zu scherzen. Die Lebensmittel wollen kaum noch für die oberflächlichste Stillung des Hungers reichen: 30 Gramm Pferdefleisch und 300 Gromm Brot davon soll der Mensch leben. Am 7. Januar wird im Ministerium der Landwirthschaft eine Tombola organisirt, deren Hauptgewinn eine Büchse Conservensleisch bildet. Aus dieser Zeit stammt eine Anecdote, die für den nimmer versiegenden Humor der Franzosen spricht und beweist, wie sie selbst in den tragischsten Situationen nicht einen Witz zu unterdrucken vermögen. Bei einem Gefecht im Südosten von Frankreich wird ein deutscher Unterofficier von einem Franzosen gefangen genommen. Letzterer bnngt femen Gefangenen zum nächsten Depot und unterwegs entspinnt sich nun folgende Unterhaltung zwischen den zwei Männern. Wie lebt Ihr jetzt w Paris?" fragt der Deutsche. Ganz vorzüglich", erwidert der Fvanzose. Habt Ihr 'denn noch Ochsen?" Oh. die sind schon lange ausgegessen!" Kälber also?" Auch gegessen!" Dann haltet Ihr Euch wohl an die Pferde?" Die sind ebenfalls alle verzehrt!" Ja, was eßt Ihr denn dann?" WaS wir essen?" wiederholte der Franzose und rollte fürchterlich die Augen wir essen unsere Gesängenen! ...Endlich am 23. Januar schlägt für Paris die Stunde der Befreiung. Die Thore öffnen sich weit, und alle Provinzen, in denen man während der Belagerungszelt 'halb umspni 'leQen konnte, senden ihre Erzeugnisse in die Hauptstadt. . . Dtf Hunaertage habe ihr Ende erreichtS Die Markthalle!, füllen sich.die Bäckerläden, und Restaurants offnen die Thüren, in jedem Kamin brennt wieder ein wärmendes Feuer, aus dem Tische steht wieder die Terrine mit der dampfenden Fleischbrühe, Mögen die Manner auch nicht oyne Wehmuty an den Preis oenien. ven . j- l m - c . . v. die Aushebung Des Beiagerungszu siandes erfordert hat. die Fraum gelr f n. CW "Jtl.si oen lieg im er ren -augenoua iuuuuu105 'vem YiN, Sie yrigen vvk schwerer Noth und Entbehrung, ihre . i rrn" 4 . " l. (V C . i. kleinen Lieblinge vor Hunger geschützt u seben. Und wie fall alle tragischen Ereignisse manchmal auch em komisches Eie ment aufweisen so ist eS mit den Hungertagen in Paris. Der Artikel nämlich, der in dieser Hungerperiode von 4j Monaten mehr verbraucht wurde, als. in früheren Jahren und auch nn Preise mit am meisten stieg. war: der ZahsuÄer. . ,, Meerschaumpfeifen, lange deutsche Pfeifen, Eigarrenspitzen it., be: Wm Mucho, 199 Oft Washington Str. MMAIIAA WVVVVNnach Maß angefertigt. Reparaturen und Deinigen don Herrenkleidern zu den niedrigsten Preisen.' Rasche und gute Arbeit zu gesichert. Fred. Wendhausen, 871 Lüd Oelnwnrs Str.
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