Indiana Tribüne, Volume 18, Number 316, Indianapolis, Marion County, 4 August 1895 — Page 6
G
I
LlltvaterhauSrath. Von Frida schanz. Wie IW ich's, Rast zu falten, O wie ruht sich's aus Bei Um alten. Mann, im alten, Lieben, stillen HauZ! Ueberall, im Ernsten, Schlichten, Lanzen Lebens Spur! ' Hundertjährige Geschichten Weiß die kleine Uhr. In den Kästen, in den Schränken, Jedes Ding umher. Lauter stille Angedenken An ein Niemals mehr." c 5ede Sache mahnt zum Sinnen, Ladt zum Traumen ein: Altes Silber, altes Linnen, , Alte Stickerei'. Lauter theure, trauterworbne " Gaben lieber Hand! Laute? freundliche Verstorbne Blicken von der Wand. Jedes Ding von Lieb' umgeben. Schonungsvoll genützt. Q wie traut ist langes Leben, ' Das die Ordnung stützt! Wie Du herzig plauderst. Alter, freundlich, klug und zart! Du Erinnerungsverwalter, Treu hast Du gespart! Mögst Du Deinen Schatz verwalten Noch jahrein, jahraus! O, wie weilt stch's gut im alten Lieben, stillen Haus! V AvrawsWci. Ja der TupferHannes der hats sin na! G'suffa hat er, wie a Masloch und is glei 3 Tag in oan Rausch in'n Wirthshaus g'hockt und hat allweil no g'moant, er kimmt um a Stund' z' früh hoam. Mit dein is aba sein Wirthschaft g'walti obwärts ganga und sein Wei hätt' schon mög'n verzweifeln, so Hot erS 'trieb'n. Koan Zuireden und a koan Schelten hat bei eahm mehr g'nutzt. Und sechts a oanziger g'spoaßlicher Einfall von sein Wei Hot 'n darett! Amol nämli is er r schon wieder in dritten Tog nit hoamkemma aus der Kneip'n, do Hot sein, Wei z'sammg'nomma, Hot a Körb'l, mit an' Heferl Supp'n. mit Fleisch und Zuispeis an' packt und is, wia wanns aufs Feld 's Essen traget für d' Arbeitsleut', und is kirzengrad in's Beisl (Wirthshaus) eini, wo ihr Mann mit an Haufa so Lumpen g'hockt is. In Anfang sans stutzi' word'n, wia aba ' Wei ganz als wann gor nix nit g'scheg'n war 'Z Essen aussagramt und ih'n Mann g'sagt Hot: 3eh, Monn. iß a bißl wos. Bist jo schon 3 Tag' nit dahoam g'west, muh di jo schon hungern. Wannst an Durscht Host, muß dir holt unser Mazl a Flaschl Wein nochbrin qa. Ja so, ös habts ja eh a ganz! Maß da stehn. No da wird dich eh .kaum dürscht'n." Wias dö Red' so öissi und spöttisch aussabrocht hat, hat 's ganz! Wirthshaus hellauf zumLocha ng'fangt. der Hannes aba is vor Gift roth word'n wia a Gockerl und is in oan Rand ausst und hoam g'rennt. Long no hont'n d' Manna steign lossen'. Hannes host beilei a wunder bravs Wei. Meinigs traget mir 'i Essen nit nach in's Wirthshaus wia deinigs." So Hans alle g'sagt, so oft er in's Beisl kemma is. Wegn den is er a nimmt hin ganga und is a brava. wirthschoftlicha Monn wordn und Hot nach sein' Tod sein' Kindern a schön's Sacherl doloss'n. Hobt's q'seg'n, daß ma allaweil durch an Witz oft mehr ausricht' als durch woaß Gott was?" Ueber daö Tanzen. Für alle Diejenigen, welche eine silzende Lebensart führen, mehr geistig thätig sind, oder Stubenarbeit zu verrichten haben, ist das Tanzen jedenfalls eine der zweckmäßigsten Leibesübun gen. weil es Bewegungen veranlaßt, welche der Gesundheit dienlich sind. Freilich muß das Tanzen maßvoll, mi! Vorsicht getrieben werden, weil sonst sehr bedenkliche Folgen entstehen ton nen. Diese sind: Athmungsbeschwer den, Herzklopsen, Verdauungs-Sto rungen. Lungenentzündung u. s. w. Die Ursachen aller dieser Uebelstände sind folgende: Man tanzt gewöhnlich "u einem Saal, in welchem die Luft ;u warm ist, weil entweder die Lüf iung ungenügend, oder die Beleuch tung zu stark ist. Solche Luft erweist sich schädlich für die Lungen und die Gesundheit überhaupt. Die engen Taillen verhindern das Einathmen der nothwendigen Luft. Der Zug. welcher durch das unvorsichtige Oesfnen der Fenster entsteht, wurde schon oft die Ursache ver Lungenschwindsucht. Auch vor eiskalten Getränken kann nichi dringlich genug gewarnt werden. Das Tanzen gleich nach dem Essen ist unbe dingt schädlich, man sollte wenigstens eineStunde warten. Gänzlich zu verbie teil ist derTanz allenDenen, deren Ath mung-organe leidend sind, weil in der erhöhten Luftwärme und durch die ge nxlltsame Bewegung beim Tann ein Blutsturz die Folge sein kann; ebenso muß allen Denen vom Tanzen abgera then werden, .die an Herzklopfen lei :en. Kaseruenhofblüthen. ' Unteroffofficier: Kerl, reden Su nicht so unfiltrirlen Unsinn!" Sergant: Kerls. Ihr müßt flinke, sein! Der Blitz muß gegen Euch ge wissermaßen Gelenkrheumatismus ha benl" . -
flamenmoöen vor 100 Jahren.
Mit Moral- und Vernunftgründen sind seit undenklicken Zeiten die Auswüchse der Mode bekämpft worden, ollein vergebens, und Niemand, auch der Mächtigste nicht, war und ist im Stande, sie nach seinem Willen zu lenken. Die Mode bildet sich selbst, sie entspringt der Zeitströmung, und wechselt mit ihr. Auf Zeiten der Ueppigseit folgt der unvermeidliche Rückschlag so sicher, wie nach diesem wieder Perioden des Lebensgenusses kommen. In der Tracht spricht sich das Wesen der allgemeinen Stimmung aus. Innerhalb ihres jeweiligen Charakters wechseln die Moden, oft ganz oder beinahe unvermittelt, aus einem Extrem in's andere gerathend. aber doch immer dem Geiste der Zeit entsprechend. Diese Erscheinunzen lassen .sich besonders während der ersten französischen Revolution beobachten. Als König. Adel und Clerus aus dem Lande vertrieben waren, machte sich in Frankreich in der Mode ein entschiedener Umschwung zum Besseren, Geschmackvolleren und Haubenturban 1796. Vernünftigeren bemerkbar. Durch die Emigranten wurden zwar die französischen Moden der vorrevolutionären Zeit in Deutschland. England, Holiand, Italien, Rußland noch eine Weile gefristet, während in Frankreich damit gründlich aufgeräumt wurde. Und das war gut, denn die riesigen Reifröcke und ähnlicheAbnormitäten waren wohl werth, daß sie zu Grunde gingen. Man machte sich in Frankreich an die Einsührung neuer, zeitgemäßer, patriotischer Trachten. Was kam aber dabei heraus? In Frankreich gab es keinen tonangebenden Hof. der für die Mode maßgebend war, und übernahmen andere im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeiten, vor Allem ganz wie heutzutage Schauspielerinnen das Amt, 'die Mode zu leiten und über sie zu wachen. Extravaganzen thörichtester Art waren alsbald die Folge. Zwar war es harmlos.daß man Broschen mit Steinen von der Bastille trug, und auch die Ohrringe in Form kleiner Haube 1797. Guillotinen mögen durch den Revolutionstaumel entschuldigt werden. Bedenklicher aber war es. daß die Revolutionsdamen ihre Köpfe mit' Perrücken tollster Art verunstalteten. Was das Costüm im Allgemeinen an Einfachheit gewonnen hatte, und was man durch Abschaffen des Puderns und Schminkens vor der früheren Zeit voraus hatte, wurde dadurch völlig wett gemacht. Die colossalen Frisuren erforderten natürlich nicht weniger colossale Kopfbedeckungen, welchen die nöihigen Patriotinn Namen beigelegt wurden. So sprach man von Hauben a la Bastille, a la Citovenne, a la Ipublique. Die letztere ähnelte entfernt der phrnaifchen Mütze, lächerlich gemacht durch eine aufrecht emporragende, seitlich überhängende Feder in der Mitte der Stirn. Die Husaren-Hauben-waren aus schwarzem Satin mit gelben Verzierungen, vorn ein Bandknoten in violetter Farbe mit einem gelben Federbusch und weißer Gazeschleife. Sehr klein waren die Junon-Hauben, aus weißem Satin mit kanariengelben Bändern und drei Schnüren weißer Perlen. Man trug sie mit der äußerst modernen blonden Perücke, deren Sattirungen von der Flachsfarbe bis zum hellen Nußbraun und Roth wechselten. Das Seltsamste war, daß die Damen die Farbe ihrer Perücke öfter änderten, ja gar an einem Tage sich deren mehrere verschiedenfarbige nacheinander aufsetzten. So wird uns eine solche die Abwechslung lie bende Schöne in einem Briefe vom März 1800 wie folgt beschrieben: Früh fliegt Orphise in ihrem durchschimmernden Nymphenrocke nach Passy. Sie ist als Göttin en anneau de Saturne coiffirt. Blitzschnell verschwindet ihr beflügelter Phaeton durch die staunende Menge. Um drei Uhr schimmert sie in tausend neuen Reizen bei der Promenade auf den Boulevards. Ihre Berenice-Perücke zieht alle Auge,? auf sich. Abends strahlt auf ichrem schwarzen Haar ein Halbmond in Brillanten." Regel war, daß die Haartour im Gegensatze zu
Tf w Ff
s$ Mih sft t V)m'm
Teint und Augen stehen mußte. Brünette trugen blonde, Blauäugige mit zartem Teint schwarze Perücken. Es entwickelte sich auf diesem Gebiete ein Luxus, der an Narrheit streifte. Madame Tallien besaß nicht weniger als
Haube mit Schleier 1797. dreißig verschiedenartig blonde Perücken, und man verdachte es der Regierung nicht wenig, als diese einer Mademoiselle Lepelletier de St. Fargeau, einer der Staatswaisen, nur zwölf Perücken zur Aussteuer gab. Für das sonstige Costüm der Iranzösinnen aus der Revolutionszeit galt s natürlich als erforderlich, daß die ladellose politische Gesinnung schon von weitem augenfällig gemacht wurde. Lieblingsfarben wurden blau, weiß und roth. Eine elegante Patriotin trug einen halbrunden Hut von schwarzer Gaze, ein Busentuch von feiner Leinwand, von einem hellrothen Gürlel zusammengehalten, mit Fransen in den Nationalfarben, und ein Kleid, das mit kleinen ebenso gefärbten Bouquets dicht übersät war. Auch im Auslande versuchten die französischen Machthaber die Farben der Republik zur Geltung zu bringen. So decretirten sie in Belgien das Tragen der CoV Turban 1793. carde; die dortigen Frauen setzten aber durch, daß sie nur ein dreifarbiges Band in's Haar zu flechten brauchten. Auch hier bewährte tf die Erfahrung, daß Modendecrete, wo sie überhaupt unter Anwendung von Gewalt sich zu einiger Geltung bringen lassen, sich dennoch fast nur bei Männern wirksam zeigen. Eine Haubenform.welcher es beschieden war. ein mehr als vorübergehendes Dasein zu führen, nannte sich a la turban. Mit oder ohne Flügel aus feinem Linnen wurde sie von einem Federbusche geschmückt; ein dunkles Band schnürte den unteren Theil der Haube zusammen, die nun kugelartig mit großen runden Falten in die Höhe ragte. Diese Haube mit 'ihrem FederHu! 1793. schmuck war nahe verwandt mit dem damals von England einwandernden Turban, der seit 1800 außerordentlich in Mode kam und ebenso wenig orten talisch war. wie das nachher so beliebte griechische Costüm antik. Es qab Tur bans von jeder Art: in weißem Musstlin. fast das gesammte Haar verhüllend, so daß nur ein paar Löckchen aus die Stirn herabfielen, die' durch einen goldenen Reifen zurückgehalten wurden; man fertigte sie auch aus Krepp, Gaze, Satin und selbst ganzen Kaschmirshawls, die denn mit ihrem gewaltigen Volumen das Haupt der Trägerin nicht gerade verschönerten. Trotzdem hielt sich der Turban, oft in Bei gleitung langer schwarze? oder weiße: Spitzenschleier bis nach den Zeiten deK Kaiserreichs. Repuol. Haube. Den Weg zur Erlangung des einzig einer Revublikanerin würdigen Co fillms, von der Kopfbedeckung abgese hen, wies den Französinnen und allen, die ihnen nachäfften, ein Revolutionsmann, in dessen Kopfe dunkle Vorfiellungen von der Einfachheit der alt-
'
iireßj 5 1
heidnischen Cultur und Kunst Eingang gefunden hatten. Er plaidirte in einer gewaltigen Rede, damit fürder nichts mehr an das abgeschaffte Christenthum erinnerte, für die Einführung der griechischen Bekleidung. Daß diese mit dem Klima Frankreichs nicht eben in Uebereinstimmung war, kümmerte ihn weiter nicht, und alsbald machte sich der Maler David, ein ebenso unerheblicher Künstler als eifriger Republikaner, daran, die angeblich griechischen Costüme zu entwerfen. DaS dumme Zeug, das er zu Tage förderte, wurde durch die Kupferstiche von Denon weiter verbreitet und fand Anklang, jedoch nicht stets in der rechten Art. Die modernen Griechinnen mißachteten gelegentlich in dem Wunsche, sich möglichst antik statuenhaft zu zeigen, das selbst in Revolutionszeiten erwünschte Maß von Anstand, in bedenklicher Weise. Einzelne gab es, deren Toilette, alles zusammengerechnet, etwa ein halbes Pfund wog. Die deutsche Damenwelt folgte allen diesen Wandlungen getreulich, während die englische verständig genug war, eigene Wege einzuschlagen, wozu freilich die politischen Verhältnisse das Ihrige beitrugen. Das Aussehen vornehmer Damen aus der Zeit des Directoriums wird folgendermaßen geschildert: Eines Abends erschien Ma dame Leclerc. die spätere Fürstin Borghese, in einer goldgestickten Musselin-
Turban mit Agraffe und Reiherstutz. robe, die ganz mit den schönsten Kameen besetzt war. Das Haar trug sie wie eine antike Bacchantin; in den Locken hatte sie drei Bänder von glat:em getiaertem Fell von höchster Kostbarkeit befestigt, darüber ragten goldene Weintrauben empor. Ein anderes Mal smückte Madame Baccioch! ihr Haupt mit einem Musselinschleier, der mit Gold gesäumt und mit Seioe in allen Fqrben gestickt war. Sie wickelte ihn um den Kopf und sebte darüber einen Lorbeerkranz.. Die Gemahlin des ersten Consuls zeigte sich bekränzt mit Mohnblumen und goldenen Kornähren, welche ihre Schönheit trefflich hervorhoben." Wie die zuletzt erwähnte Josephine ihr eigenes Aeußere in geschmackvoller Art zur Geltung zu bringen verstand, so übte sie überhaupt einen heilsamen Einfluß auf die Entwickelung des Costüms und der Haartrachten. Es gelang ihr, die Perücken wenigstens für einige Zeit zu beseitigen. An deren Stelle trat nun das kurz geschnittene Haar, die Titusfrisur, die mit einiger Beeinflussung von England her dann Jncroyables. au in Deutschland üblich wurde. FOdem sie die Köpfe, das sogenannte griechische (in Wirklichkeit eher spätrömisch zu nennende) Costüm die Leiber verunstaltete, bildeten sich zwei be? sonders berüchtigte Gattungen vou Kleidernärrinnen, die JncroyableZ und die Merveilleuses. Die ersten waren die abgeschmacktesten. Das antik sein sollende Gewand wurde viel zu lang angefertigt und dann über dun Arm getragen; besetzt war es mit all möglichen Kleioigkeiten, als Schleifen, Rüschen und dergleichen, welche den antiken Eindruck gründlich vernichteten. Auf dem Kopfe trugen die Jzcroyables entweder . unmäßig graße Schleifen oder Jockeymlltzen mit weit vorspringenden Schirmen. Das Costllm der Herren, welche sich zu den JncroyableS hulten. Kur ebenso lächerlich. I m zweiten Jahre der Republik. Weniger lächerlich waren die Mer'veiUeuses, die nach einiger künstkri
-hsJm
SM '
scher Einfachheit strebten, jedoch dabei in Wirklichkeit auffallend und Prunk--süchtig blieben. Eine dritte Gattung waren endlich die Sauvages, die mit struppigem Haar herumliefen und über deren Costüm sich um guten Anstands willen nicht weiter reden läßt. Nur sei erwähnt, daß die Sauvagentracht selbst von über fünfzig Jahre alten Damen nicht verschmäht wurde. Was die Titusfrisur betrifft, so paßte sie für junge Gesiebter nicht übel, selbst in ihren geschmacklosesten Abarten. Als solche sei hier die Windstoßftisur genannt, bei welcher alle Haare wie vom Sturme trieben von rückwärts über den Kopf gewirbelt wurden. Es dauerte nicht lange, bis sich die Federn eifernder Geschmackswächter in Bewegung setzten, und die ildertenAuswüchse der Mode verschwanden vollständig, als der Stern des ersten Napoleon im Zenith stand. NSthselhafte Inschriften. Von Dr. William C. Cansield in Hopeworth werden neuerdings lebhafte Anstrengungen gemacht, um die bisher unentzifferbaren Inschriften oder Fi-
gilren (Runen nordischer Entdecker Amerikas) des sogenannten! D:ghton Rock zu enträthseln, und hat er zu diesem Zwecke Abbildungen des merkwür digen Steins einer Anzahl namhafter Gelehrten des In- und Auslandes übermittelt. Der Stein wird nach dem Orte Dighton, in Massachusetts, am Taunton River zwischen Fall River Dighton Rock. und Taunton gelegen. Dighton Rock genannt. Er besteht aus feinkörnigem grauen Granit, mißt etwa elf bei fünf Fuß und hat ein Gewicht von ca. neun Tonnen; die Figuren sind etwas über einen halben Zoll tief in den Granit gehauen. Im vorigen Jahrhundert schon beschäftigten sich die Gelehrten mit der Entzifferung. Die Einen, wie Dr. Ezra Stiles, ein Freund Benja-' min Franklin's, glaubten, die Figuren wären karthagischen Ursprunges; der Orientalist SamuelHarris will in denselben das hebräische Wort Melek (König) entziffert haben, die Professoren Rahn und Magnussen dagegen sind zu dem Schluß gelangt, daß die Inschrift von! der Entdeckung Amerikas durch Nordländer erzählt. Da in den letzten Jahren die Alterthumsforschung bedeuiende Fortschritte gemacht hat. hofft Dr. Canfield. daß die Entzifferung endlich gelingen wird. Mißverstanden. ' Lieutenant: Haben Sie auch einen Talisman mein Fräulein?" Dame: Aber Herr Lieutenant, Sie wissen doch, daß ich ledig bin.Gedankensplitter. Die erste Liebe gleicht dem Champagner; Wohlaesckmack und Rausch, nachher Katzenjammer. UmErfolge zu erzielen, muß man sich nicht um seine Meinung, sondern um die der Anderen kümmern. Früher war die Freundschaft ein ideales Bündniß, jetzt ist sie ein praktisches Bedürfen. Bei Diplomaten und Akrobaten ist die Hauptsache die Geschmeidigkeit. E5 gibt eine Menge Leute, die deu, Wagenrädern gleichen; sie bekommen erst dann Werth, wenn, man sie tüchtigschmiert. An der Klaue erkennst Du dew Löwen. an der Mähne den Kfa vierlöwM. Aiele quälen sich, nur um ei großes Erbe zu hinteassen. Und selbst das erreichen die Wenigsten. Eine Frau kann mit einem Blicke mehr sagen, als drei Männer mit zehn Reden. Ein thöricht' Uterfangin. Ein thöricht' Unterfangen ist's Zu Thoren geistreich sein! Zeigt man 'doch einem blinden Mann Auch keinen Edelstem! Naturspiel. Ein RabenVater" und eine .Asfenmutter" haben oft zum Sohn einen .lockeren Zeisig". Höflich. Richter: Bisher haben Sie noch nichts mit den Gerichten zu thun gehabt? Angeklagter: Nee; wenn ich mich ' bischen dumm anstellen sollt', bitt' ich halt zu entschuldig gen! Schauderhafter Gedanke. Trinker: Herrgott, bin ich froh, daß ich kein Eskimo bin! Wenn' ich daran denke, daß ich iann all' meinen Dorfcht mit Thran stillen müßt!"
TiifÄi . . v td X ;;i o -yjr -,.
V
fl i 5 i
gerühmte Todte. Der hervorragende schweizerische Staatsmann. Bundesrath und frühere Lundespräsident Karl Emanuel Schenck, ist in Bern schweren Berletzungen erlegen, die er einige Tage zuvo? bei einer Ausfahrt erlitten hatte. Der Verstorbene war im Jahre 1852 in Bern geboren und ursprünglich sür
KarlCmanuelSchenck. den geistlichen Stand bestimmt, gab dies Studium jedoch auf. Er war zuerst Mitglied und dann Präsident des Bundesraths in Bern, nachdem er von 1857 bis 1863 seinen Canton im Staatsrath vertreten hatte, dessen Vice-Präsident er im Jahre 1862 war. Im folgenden Jahre wurde er zum Bundesrath und dann seit 1865 wiederholt zum Bundespräsidenten gewählt. Er erfreute sich einer ganz außerordentlichen Beliebtheit. Ein Opfer feiger Meuchelmörder ist der Bismarck Bulgariens", Stefan Nicolof Stambulow in Sofia aus dem Leben geschieden. Stambulow war im Jahre 1853 zu Tirnowa geboren und studirte inRußland Jurisprudenz. Nachdem er in dem Kriege gegen die Türken. 187773, als Freiwilliger theilgenommen, vurde er Advocat, Stefan Stambulow. 1880 Mitglied der Sobranje und 1886 Präsident derselben. Nach dem Staatsstreich gegen den FllrstenAlexander, 7. September 1886, stürzte er mit Mutkurow und Karawelow die revolutionäre Regierung, gründete eine neue und bewirkte am 7. Juli 1887 die Wahl des Fürsten Ferdinand; wonach er an die Spitze des Ministeriums trat. Schon am 27. März 1891 wurde ein Mordattentat gegen ihn gerichtet, dem wdeß der Finanzminister Beltscheff zum Opfer fiel. Stambulow hatte sich bei den Russophilen wegen seiner kräftig nationalen Regierung überaus verhaßt gemacht und deshalb wird seine Ermordung auch diesen zur Last gelegt. Der neue Polizei.Präsident von Berlin. Das durch den Tod des Herrn v. Richthofen vacant gewordene. Poli-zei-Präsidmm der deutschen, Reichshauptstädt Berlin ist dem bisherigen Chef der Polizeiverwaltuna von v. W i rcd b e i nr. Stettin, Herrn v. KWindheinr. übertragen worden. Herr v. Windheun i em nocy zunger Manu, denn er wuioe am zt. Juni 1857 rn Groß - Oschersleben geboren. Mne ungewöhnlich schnelle Carriere hat er dem Wser Wilhelm II. zu vndanken, mit den ihn vielfache militärische und studentische Eriunerungen vabmden. Als Bonner Student war er als Mitglied der Borussia Corpsbruder" des damaligen Prinzen Wilhelm von Preußen, dem er auch während ferne? DienstM im 1. GardeRegiment zu Fuß nahe kam. Als Polizei - Präsident von Berlin ruht eine sehr große Macht in feinen Handen, denn dem PräsidiunV ist eine beinahe 4000 Mann starke Schutzmanschaft unterstellt. Financiell ist er ebenfalls gut gestellt. Er bezht ein festes pensionsfähiges Gehalt von 11,400 M.. das sich durch 3,600 M. Localzulag: und 4.800 M. Eauipagengelder auf fast 20.000 M. erhöht. Seine DienstWohnung besteht aus 21 gediegen ein gerichteten Zimmern. Kathederblüthe. Prof. Schuslich (während eines Vortrages): Die Verbrecher, welche nach CayennL deportirt werden, meine Herren, ster ben infolge des mörderischen Klisas fast alle, bevor sie ihre lebenslängliche Freiheitsstrafe abgebüßt haben. Unter jungen Haus f r a u e n. Einer jungen Hausf rn ist die Eierspeise angebrannt. Da der Gatte bald zum -Essen kommt, ist keine Zeit vorhanden, dieselbe zu neuern. Schnell holt sie sich telephonischen Rath bei de? Freundin. Hilf mir, meine Omelette ist angebrannt, es riecht schrecklich! Weißt Du leinen Rath?Antwort: O ja, gieß doch etwas. Eau de Cologne daran!''
"v$' Y&j3j-!7'
'V
Ein ZZebellenastl. Ungefähr 45 Meilen von der Ki5ste Venezuelas entfernt liegt im Antillenmeere die unter holländischer Herrschast stehende Felseninsel Curacao, deren Einwohnerzahl sich auf ca. 26,000 Menschen, darunter 6000 ehemalige Sklaven, beläuft. Diese Insel, auf welcher trotz des großen Negen mangels, Zuckerrohr, Tabak, Feigen, Kokosnüsse, Citronen etc. wachsen und welche einen lebhaften Exporthandel in Seefalz sowie Phosphaten betreibt.
"i V ÄMs ftS?
Ex-Präsident Paul. - bildet ein Asyl für zahlreiche Rebellcn, ldenen der Boden in den südamerikanischen Republiken zu heiß geworden ist und welche .unbekümmert um den Gouverneur, von dort aus Verschwörungen anzetteln, um die heimische Regierung über den Haufen zu werfen und selbst wieder zur Macht zu gelangen. VeneGeneralMonagas. zuela hat manchen Bolivar darauf verwendet, um vor den Verschwörern Ruhe zu bekommen, allein vergeblich, denn die phlegmatischen Holländer kümmern sich um deren Umtriebe nicht. Der Ex-Präsident von Venezuela, Dr. Juan Tablo Rojas Paul, sowie seine Anhänger fühlen sich absolut sicher und Ex-Prasident Pulido. lassen nichts uQzeksucht, um die gegezrwäÄige Regierung ihres Heimathlandes über den Haufen zu werfen. Beforöers thätig sink General Pablo Giuseppe Monagas und Dr. Guiller mo? Tell Villegas Pulido, die ebenfalls auf Curacao eine Zufluchtsstätte gefurcden haben. Die Bemühungen des Präsidenten Crespo, seine Feinoe zu versöhnen, sind nicht nur fehlgesch!a General Matos. 'gen, er selbst ist in eine schiefe Stellung gerathen, indem er General Manuel A. Matos, einen Freund des ExPräsidenten Paul, zum Chef seines Cabinets machte. Venezuela ist wirk lich ein. bedauernswertheZ Land. Im Inner durch erbitterte -Parteikämpfe zerrissm, wird es auch vom England be droht, dem es nach den: reichenGuianz distrw gelüstet. Mildernd .Sind Sie schvn oft vorbestrafte Schon, aber dach viel öfter freigesprochen!" Ungerathene Theaterstücke gleichen ungerathenen Kindern: beide fuhren sich schlecht auf. Umschreibende Bezeich nung. Lehrer: Na, Dein Vater machte wohl ein recht finsteres Gesicht, uls Du gestern vom Nachsitzen nach Hause kamst ? Schüler veiner. lich): Ja. stockfinster. .
fKv
Vrrjfyli ÜSi5fc VW 6fö Vi
