Indiana Tribüne, Volume 18, Number 316, Indianapolis, Marion County, 4 August 1895 — Page 3
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Crinncrungcn einer Schwiegermutter. Won Heerge A. Sims. (1. Forschung.) f Sabine spielte gerade oben Klavier und sang irgend ein einfältiges ital:c nischis oder deutsches Lied; die beiden Sprachen sind mir eine so bekannt, wie die andre, denn ich schäme mich nicht, es zu sagen, in meiner Jugend wurde von jungen Mädchen nicht mehr als ihre Muttersprache und ein bischen französisch verlangt, aber meine älteste öochter Sabine und die zweite, Maud, die Schönheit der Familie", wie ihre Brüder und Schwestern sie nennen, sind wirklich sehr bewandert in fremden Sprachen, obgleich sie ihnen bis zum gegenwärtigen Augenblick noch nicht viel Nutzen gebracht haben, ausgenomxitn, daß sie manchmal zusammen jprechen können, ohne daß ich sie verstehe. Ich habe ihnen häufig gesagt, daß -sich junge Mädchen nicht in einer Sprache unterhalten dürfen, die ihre Mutter nicht versteht; sie sagen aber immer, sie müßten in der Uebung bleiben, wenn sie nicht vergessen sollten, was sie gelernt haben, und der Grund läßt sich ja hören, aber es wäre mir doch lieber, sie sprächen ihr Deutsch oder Italienisch tvenn sie allein zusammen sind und nicht in meiner Gegenwart. Auf meiner Tochter Sabine vielseitige Bilung bin. ich immer stolz getvesen, und ich schäme mich nicht, einZugestehen, daß ich stets gehofft habe, sie würde eine glänzende Partie machen. Zur Zeit, wo die Unterhaltung in der Aorrathskammer mir den furchtbaren Schreck einjagte, war sie eben achtzehn Jahre alt, und obgleich ihr Vater manchmal sagte: Es sollte mich gar nicht wundern, wenn Sabine sich nachstens verlobte," hatte ich doch noch nie ernstlich an so etwas gedacht. Keins von meinen Mädchen ist jemals gewesen, was die Welt gefallsüchtig" nennt; sie schlagen in dieser Hinsicht mir nach. Tressider war der erste junge Mann, der mich vor andern Mädchen auszeichnete, und sobald ich mir darüber klar war, daß auch ich ihn liebe, habe ich ihm das durchaus nicht verborge.-., und vvn der ersten Stunde an, wo wir uns verstanden, habe ich ihm das kann ich mit gutem Gewissen versichern auch nicht die geringste Ursache zur Eifersucht gegeden. Auch meinen Eltern habe ich nicht verhehlt, daß ich liebte. Ich zog meine Mutter sofort in's Vertrauen, und mein lieber Vater erkundigte sich sogleich über Johns weltlicheVerhältnisse, und sobald wir uns überzeugt hatten, sie seien derart, daß er einer Frau ein behagliches, wenn auch nicht gerade luuriöses Heim bieten könne, gab ich Joyn einen zarten Wink, es sei angebracht, d.iß er eine Unterredung mit meinem Vater nachsuche, wenn er wirklich eine Verbindung mit mir wünsche. In so strengen Grundsätzen aufgewachsen, die, wie ich höre, jetzt als altmodisch verlacht werden, konnte ich es nicht für möglich halten, daß eins meiner Kinder ohne Wissen und Billigung ihrer Mutter und ihres Vaters sein Herz vergeben hätte. Noch fiel mir aber mit einiger Besorgniß ein fast vergessener Vorfall ein. Sabine war fünfzehn Jahre alt und befand sich in einem Pensionat inElap-
ham. als ein Junge aus einer Knaden schule, die ihre Platze m der Krrche dem Pensionat gerade gegenüber hatte, so frech war, ihr in der Zeichensprache der Taubstummen zu telegraphiren, daß er sie liebe, und sie um Mittheilung ihres Namens zu bitten. Der kleine Schlingel war erst vierzehn; es handelte sich also nur um ein: Kinderei, aber Sabine hatte bei dieser Gelegenheil, wie ich leider zugeben muß, anstatt die Sache der ersten Lehrerin zu melden, in derselben Zeichensprache geantwoltet und ihren Namen angegeben. Und der gräßliche Junge er war der Sohn eines Barons in Indien, und das Leben in dem heißen Klima und unter Wilden war vielleicht mit Schuld daran hatte die Unverschämtheit gehabt, einige Tage später einen Brief an sie in's Pensionat zu schmuggeln, der in der schwülstigsten Sprache geschrieben war. Durch diesen Brief kam die ganze Geschichte an den Tag, denn meine Tochter zeigte ihn ihrer Busenfreundin, der Nichte der Lady Smith, deren Mann früher einmal Lord Mayor von London gewesen war. Glücklicherweise fiel der französischen Lehrerin das schuldbewußte Aussehen derbeidenMädchen auf, und da sie merkte, daß etwas nicht in Ordnung war, hielt sie die Augen offen, wie das nur eine franz'osische Lehrerin kann. Sie erwischte den Brief, nahm ihn an sich und zeigte den Vorfall der Vorsteherin an, und nun kam natürlich alles an den Tag. Sabine, die, wie alle meine Kinder, zur Wahrheitshebe erzogen worden rst, legte ein volles Geständniß ab und brachte in die Ferien, d bald darauf begannen eine Strafarbeit mit und einen Ärief von der Vorsteherin, der alles erklärte. Ich war natürlich sehr ärgerlich, und wenn mich ihr Vater nicht daran verhindert hatte, dann wäre ich zum Vorstehe? des Knabenpensionats nach Clapham gegangen und hätte ihm ordentlich meine Meinung darüber gesagt, was ich von der Beaufsichtigung in seiner Schule hielte. Aber mein Mann machte seine gewöhnlich: einfältigen EinWendungen, und so wurde die Sache nach einer tüchtigen Strafpredigt für Sabine nicht weiter verfolgt. Ich muß noch ev.oähnen, daß das Kino denn das war sie noch sein Benehmen aufrichtig bereute und versprach, so etwas nie mehr thun zu wollen, und sie hatte es auch diesmal nicht gethan, ab die Mädchen wären
so daran gewöhnt gewesen, sich in der Leichensprache derTaubstummen zu unterhalten, daß sie dem Jungen geanttvortet hätte, ohne sich etwas Schlimmes dabei zu denken. Seit der Zeit hat sie mir auch nicht einen Augenblick wieder Ursache zur Sorge gegeben, und ich meinte auch, nie beobachtet zu haben,, daß sie auf köällen und in Gesellschaften Aufmerksamkeit erregte nicht halb soviel, als die um ein Jahr jüngere Maud, die Schönheit der Familie", wie ich schon erklärt habe. Die arme Maud wurde wirklich in' sehr lästiger Weise umschwärmt und mußte ihrer Brüder Spott über die Anzahl der jungen Männer, die bis über die Ohren in sie verliebt sein sollten, über sich ergehen lassen. Aller-, dings waren einige junge Herren .inserer Bekanntschaft eifrige Besucher unsres Hauses, ehe Maud verlobt war, und ihre Besuche hörten gleich darnach auf. Wenn ich an den Theil meiner Erfahrungen komme, werdet ihr begreifen, was das eine Last für mich war besonders ein Herr, der viel zu alt für sie war. denn er war schon dreißig und hatte einen großen rothen Schnurröart. Er war der Bruder einer Miß Rosenthal, einer vertrauten Freundin Sab!nes, und holte seine Schwester immer bei uns ab, und dann hatte er zur großen Belustigung meiner Jungen eine gewaltige Baßposaune auf dem Verdeck seiner Droschke liegen. Wenn die Jungen ihre Schwester mit ihm neckten, wie das so Jungenart ist, war sie höchst entrüstet, und ich hatte wirklich Mitleid mit ihr, denn obschon der junge Rosenthal reich war, wollte mir der Gedanke, daß meine schöne, anmuthige Maud einen Mann mit einem rothen Schnurrbart und einer Baßposaune heirathen sollte, gar nicht gefallen. Es war schon schlimm genug, daß das Ungethüm vor unsrem Hause auf dem Verdeck 5er Droschke wartete, aber eine solche große Posaune imHause zu habe, wäre doch eine furchtbare Zugabe zum Leben gewesen, zumal, wenn er sie wirklich spielte. Wäre John Tresside? mit eine? großen Posaune behaftet gewesen, oder irgend einem andern musikalischen Instrument dieser Art, dann würde ich wohl gesagt haben: Wenn es sich um' die Posaune und mich handelt, John, dann mußt Du wählen, aber dasselbe Dach kann uns nicht beschirmen." Gott sei Dank! Mein Mann ist nicht musi-' kalisch. Die Mädchen mit ihrem Z?lavier und Tommy, mein Jüngster, der wirklich ein musttzlisches Genie ist und alles spielen kann, und der von Kindheit an eine ganze Stube voll Trommdn, Pfeifen, Ziehharmonikas und Maultrommeln und eine schauderhastt Lorrichtung aus Pfeifen gehabt hat, womit er die Treppe auf und ab geht und Puppentheatermann spielt, und gewöhnlich den Morgen wählt, wo ich mein Kopfweh habe, um vor meiner Schlafstubenthür 0od save the Queen" zu dudeln, das ist wahrhaftig genug Musik im Hause, und man braucht nicht auch noch eine Baßposaune zum Schwiegersohn zu nehmen. Mein Jüngster ist Thomas getauft, ahtt jedermann nennt ihn Tommy Trejjider", und ich habe mir das auch angewöhnt. Der Junge hat eine glänzende Laufbahn vor sich, und ich werde nicht eher ruhen, bis ich seinen Vater überredet habe, ihn nach Eton oder Harrow und später auf die Universität zu schicken. Es gibt wirklich nichts, was er nicht könnte, und obgleich er noch nicht elf Jahre alt ist, hat er doch schon mehr Schulpreise gewonnen, als irgend einer seiner Mitschüler. Der Schelm sitzt ihm freilich imNacken, abe? das ist ja bei allen Jungen seines Alters so, und ich sage seinen Schwestern, sie müßten stolz auf ihn sein. Einmal mußte ich meiner Tochter Jane einen strengen Verweis ertheilen, weil sie sagte, Tommy könne sich alles herausnehmen, da er mein Verzug" sei. Ich habe keinen Verzug", alle meine Kinder, verheiratbet oder nicht, sind mir gleich lieb, aber Tommy ist der Jüngste und noch ein Kind, und ich glaube, wenn wir älter werden, fühlen wir uns besonders zu dem Kinde hingezogen, das noch einKrnd ist, obschon alle unsre Kinder für uns stets Kinder bleiben. Ich habe eine liebe Tante, beinahe neunzig Jahre alt. aber noch ganz gefund und rüstig, obgleich ihr Gedächtniß sie manchmal im Stiche läßt. Sie wohnt bei ihrem verheirateten Sohne und spielt jeden Abend Whist, wie sie das viele, viele Jahre gethan hat. Ihre Enkel sind jetzt alle junge Herren und Damen, aber oft legt sie plötzlich ihre Karten hin und sagt: Seid 'mal ruhig, ich glaube, ich höre eins von den Kindern weinen." Die arme, liebe Tante. Das jüngste von den Kindern ist jetzt zweiundzwanzig. aber sie bildet sich immer noch ein, sie wären oben in der Kinderstube, und in ihrem lieben-
den Herzen werden sie nie zu Mänliern und Frauen heranwachsen. Das ist natürlich ein Fall von geistiger Altersschwäche, aber für viele von uns wachsen die Kinder wirklich nicht heran. Wenn Euer Sohn fünfzig alt ist. bleibt er immer Euer Junges und Eure Tochter bleibt Euer Mädchen", auch wenn sie vierzig alt ist, und das ist. glaube ich, einer der Gründ, weshalb Schwiegermütter so leicht mißverstanden werden. Ihre Kinder heirathen. aber für sie sind sie noch ihre Kinder, und sie ist vielleicht etwas zu sehr geneigt, sie sich als Kmder zu denken und sich ihnen gegenüber als sor gende und wachsame Mutter zu benehmen. Mutter", ruft Dein Sohn vielleicht, wenn er zum Manne herangewachsen und verheirathet ist, ich bin ja kein Kind mehr." In seinen eigenen Augen vielleicht nicht, aber in seiner Mutter Augen doch; da ist er ein Kind und wird es stets bleiben.
Ich bin keine empfindsame Frau, wie ich mir schmeichle, aber an etwas kann ich nicht denken, ohne daß mir die Thränen in die Augen treten: die Geschichte von der lieben alten Mutter, die am Sterbebette ihres Sohnes saß eines drch ein ausschweifendes Leben vorzeitig gealterten und gebrochenen Mannes von sechzig Jahren der seinen ergrauten Kopf vomKissen hob und an der Mutter Busen legte, während sie betete: Gott möge ihr ihr Kind, ihren lieben Kleinen" lassen. Manche Leute würden es vielleicht nicht schwer finden, über eine Frau, die einen alten grauhaarigen Mann ihren Kleinen" nennt, zu lachen; für mich aber 'ist die Geschichte immer ein schö-' nes Gedicht gewesen tief empfunden und wahr denn für ein liebendes Mutterherz gibt es keine Zeit. Jhre Kinder sind immer ihre Kinder mögen sie auch alt, grau und gebeugt sein, sie bleiben ihre Kleinen." Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, weshalb eine Mutter besonders am Jüngsten hängt, dem. der noch nichtaufgewachsen ist und sich nicht ärgert, wenn er als Kind betrachtet wird. Ich versuche gewiß stets, ganz gerecht zu sein, aber ach kann es nicht mit ansehen, wenn die andern meinen armen : Tommy immer in's Unrecht setzen wollen; und seine Schwestern, obgleich sie durchaus keine bösartigen Mädchen sind, verleumden ihn wirtlich manch-' mal. Ich habe hier früher von Tommy sprechen müssen, als ich eigentlich be absichtigt hatte, weil er mir die Wege zur Auftlä?ung des Geheimnisses betreffs um mich der eleganten Aus-, drucksweise der Dienstmädchen zu be-' dienen Miß Sabines Schatz" beträchtlich ebnete. Als ich in's Wohnzimmer trat und Sabine am Klavier sitzen sah, waren
mir einen Augenblick ihre Schulstreiche in s Gedächtniß gekommen, und ich hatte die Besorgniß natürlich eine' sehr einfältige Besorgniß - es könnte wieder so eine Taubstummenalphabet-' geschlchte im Gange gewesen sein. Sabine ohne weiteres zu fragen, hatte ich: leine Lust, denn es war mir unangenehm, ihr sagen zu müssen, daß die, Dienstboten über sie geklatscht hatten, und ich blieb einen Augenblick zögernd' in der Thür stehen. Sabine bemerkte' mich offenbar nicht, denn sie ließ sich nicht im Singen stören. Plötzlich sah ich, wie Tommy mit einem von den ekligen Dingern, die sie Rückenkratzernennen Gott mag wissen, wo er es her hatte unter dem Tische hervor-, gekrochen kam, und ehe ich's hindern oder einen Laut von mir geben konnte, war er hinter Sabine und fuhr ihr mit, dem Dinge den Rücken hinunter. Sabine schrie natürlich und sprang beinahe in die Luft ich hätte es auch gethan und als sie sich umdrehte, sah sie Tommy. O, Du gräßlicher Junge," rief sie und gab ihm im Aerger eine gewaltige Ohrfeige. Tommy ist ein braver Junge, crber die Thränen traten ihm doch in die Augen. Du Feigling!" rief er. Du weißt, daß Du nur ein Mädchen bist und daß ein Mann ein Mädchen nicht schlagen kann, aber Du sollst schon noch dafür büßen. Wenn ich Deinem Laternenpfähl wieder einmal auf der Straße begegne, dann gebe ich ihm eine in's Gesicht, und dann muß er mit mir boxen." Du ungezogener Junge! Was willst Du mit Laternenpfahl" sagen?" O, ja; als ob ich nicht alles wüßte? Ich habe wohl gesehen, wie er gestern immerzu vor dem Hause auf- und abgegangen ist und nach Deinem Fenster gesehen und gegrinst hat. Ja, und Du hast ihmKußhände zugeworfen. Glaubst Du, ich wüßte nicht alles? Wart nur, bis die Mama hinter Deine Schliche kommt, weiter sage ich nichts. Die wird ihn schon belaternenpfahlen und ihm seinen Standpunkt klar machen." Das war mehr als ich anhören konnte; rasch trat ich in's Zimmer. Sabine," sprach ich. was soll denn fcsls alles bedeuten? Mas in ller Melt meint denn Tommy mit dem Laternen-1 Pfahl?" Sabine wurde roth, wie eine Päonie, und Toimny st'eß ein leises Pfeifen aus. Komm 'mal her, Tommy," fuhr ich streng fort, jetzt erklär mir 'mal alles. Wer ist Sabines Laternenpfahl?" Du mußt mich entschuldigen, Ma ma." entgegnete Tommy, aber was ein ordentlicher Junge ist der petzt keine Mädchen an." Das ist mir ganz einerlei, ich will es wissen. Sabine, vielleicht wirst Du so gut sein, mir alles zu erklären." O, Mama," rief meine Tochter halb schluchzend, es ist es ist alles nur Unsinn von Tommy. Bitte, laß mich in meine Stube gehen; der ungezogene Junge hat mich so erschreckt, daß ich mich ganz elend fühle." Gut. mein Kind, gehe in Deine Stube," antlrortete ich ganz ruhig, aber wenn Du Dich besser fühlst, dann erwarte ich, daß Du mit einer offenen Erklärung zu mir kommst, wer der Laternenpfahl ist, der nach deinen Fenstern sieht und dem Du Kußhände zuwirfst. Ich will Dir nur sagen, daß ich schon ein Vögelchen habe pfeifen hören." O. Mama, liebe Mama, sei nur nicht böse, und ich ich will - wiN Dir alles sagen, aber, bitte, laß mich jetzt gehen." Sabine mein Kind, entgegnete ich freundlich, zog sie an mich und legte ihren Kopf auf meine Schulter, beruhige Dich nur; ich bin nicht böse, aber es darf keine Geheimnisse zwischen uns geben, besonders dieser Art, denn ich gehe wohl nicht irre, wenn ich annehme, daß der Latenienpfahl, wovon Dein Bruder gesprochen hat. ein junger Herr ist. o. mein liebes Kind, nun aeb in Deine Stube, beruhige Dich, und wenn rrs .. CTSÜ w.!Vt toATr ffitfifft Sn MJU XJIUJ iVlWtfc Wj W7MI
komm zu mir, und wir wollen uns in meinem Zimmer aussprechn." Sabine, die immer ein weichherziges Mädchen war. brach vollständig zusammen, als ich so gütig sprach, denn sie hatte wahrscheinlich einen Sturm erwartet, obgleich es mir vollkommen räthselhaft ist; weshalb meine Kinder immer erwarten, daß ich ihnen an den Kopf fahren werde. Sie preßte das Taschentuch an die Augen und ging hirraus. Tommy folgte ihr und sah fehr niebergeschlagen aus. Als sie draußen waren, hörte ich ihn sagen: Sabine, es thut mir furchtbar leid. Ich wußte richt, daß die Mutter, so nahe war, sonst hätte ich mir lieber die Zunge abgebissen, als geplappert. Weine doch nicht. Sabine, und wenn Du herunter kommst, kannst Du mich hauend, so viel Du willst, und ich werde Gus Walkinshaw nie wieder Laternenpfahl" nenKto." Gus Walkinshaw!" Vor Schreck blieb ich wie angewurzelt stehen. Gus Walkinshaw, der Sohn unsres Pfarrers, ein junge? Mann ohne die geringsten Aussichten, denn er hatte mehrere Brüder und stand sechs Fuß' zwei Zoll in seinen Strümpfen nicht, daß ich ihn jemals in Strümpfen gesehen hätte- aber meine Jungen hatten mir gesagt, das sei seine Größe. Und von dem sprach Tommy als iernenpfahl" und meine Köchin und mein Stubenmädchen als Mifc Sabines Schatz!" Sechs Fuß zwei Zoll, keine Aussichten, und meine Tochter Sabine war die kleinste der ganzen Familie, denn sie war kaum fünf Fuß groß. Kein Wunder, daß ich schauderte. Das war eins von den Dingen, worauf ich nicht vorbereitet war: daß ich die Schwiegermutter eines Riesen werden sollte! ,, 8. Erinnerung. " ' ' ' Mein ersterSchwiegersohre. Gus Walkinshaw!" Als mein Sohn Tommy diese Worte sprach er dachte in seiner Aufregung gewiß nicht daran, daß ich ihn hören könne fiel es mir, wie man sagt, wie Schuppen von den Augen, und alles war mir klar, wie der Tag. Ich hatte mir nicht träumen lassen, daß eine meiner Töchter jemals etwas Besonderes an Gus Wattinshaw finden würde, und deshalb hatte ich bei verschiedenen Gelegenheiten unverhohllen meine Meinung gesagt, nicht gerade über ihn persönlich, sondern über die ganze Familie; denn Mrs. Walkinshaw hatte sich einmal in meine? Gegenwart über junge Männer von gutem Herkommen, die Töchter von Geschäftsleuten geheirathet hatten, eine Bemerkung erlaubt, die ich für sehr engherzig hielt, und da sie überdies in einer gemischten Gesellschaft gemacht worden war, mußte ich sie auch für taktlos halten. Es war an Mrs. Jones' Empfangsnachmittag. Mrs. Jones war die Frau unsres Hausarztes, und die Rede kam auf die vorzügliche Partie, die Miß Grantham, die Tochter des StrumpfWaarenhändlers aus. Bond Street, gemacht hatte. Da Granthams ganz in unsrer Nähe wohnten und die Trauung in unsrer Kirche stattfand, hatten wir uns natürlich alle sehr für die Sache interessirt, besonders da der junge Larkaway nach seines Vaters Tode Baron. Miß Graniham also Lady Larkaway wurde. Als eine der Damen die Bemerkung machte, sie wisse gar nicht, was der junge Larkaway Schönes an Miß Grantham gesunden habe, erlaubte ich mir, zu antworten, daß er vielleicht ihr Geld schön gefunden habe, und darauf verdrehte Mrs. Walkinshcrw die Augen und sagte, es sei doch ganz schrecklich, daß so viele junge Männer aus vornehmen Familien Töchter von Geschäftsleuten Heirath:ten. Das gi?g mir denn doch ein bischen gegen den Strich, und ich erwiderte, ich dürfte meine Töchter wohl auch als Töchter eines Geschäftsmannes ansehen,
da mem Mann ein Engrosgeschäft in der City habe, und ich erlaubte mir, Mrs. Walkinshaw zu versichern, daß ich als Frau eines Geschäftsmannes keine vornehmen Herren von Habenichts für meine Töchter haben wollte und eine solche Verbindung durchaus nicht als eine Ehre ansähe. Natürlich suchte sich Mrs. Walkinshaw herauszureden und behauptete. eS sei ein großer Unterschied zwischen En-gros-und Endetail-Kaufleuten, und Mr. -Grantham sei ein Krämer. Ich sehe keinen Unterschied," ntgegnete ich. Wenn's eine Schande für einen jungen Mann ist, in eine Familie zu heirathen, die ein Hemd verkauft, dann muh es doch eine noch größere Schande sein, in eine Familie zu heirathen, die die Hemden grosweise verkaust." Es scheint mir doch zweifelhaft, ob Hemden ein Wünschenswerther Unterhaltungsstosf für uns sind," rief Mrs. Walkinshaw und rümpfte hochmüthig die Nase. O, gewiß nicht, Madame, wenn es Ihnen nicht beliebt." entgegnete ich, und dann fingen sämmtliche Damen an, zusammen zu sprechen, und sahen mich an, als ob ich etwas Furchtbares gesagt hätte, und ich stand auf und ging. Als ich drüben war, sind sie wahrscheinlich über mich hergefallen und haben die Frau Pfarrerin getrö stet und ihr versichert, ich sei eine fürchterliche Person. Pfarrerin oder nicht, ich müßte nieine Natur verleugnet haben. wenn ich nicht gerade herausgesagt hätte, was ich über so albernen Schnack denke. Ihr Mann verachtet daS Geld durchaus nicht, das im Handel verdient wird, und sewe Stelle wäre bei weitem mcht so gu wenn seine Gemeinde nur aus dem Ädel 'des Stadtviertels. fce 14 TtK
Diß in gewissen Kreisen ein Vorurtheil gegen den .Handelsstand besteht, weiß ich sehr Wohl, aber es stirbt doch allmählich aus, und nur altmodische Leute, wie Mrs Walkinshaw und ein paar aufgeblasene Dummköpfe und dann die Verwandten solcher, die ihr Schäfchen geschoren und dann das Geschäft aufgegeben haben, sprechen g?ringfchätzig darüber. Mein Mann ist jedenfalls Geschästsmann, und .0 freut mich, sagen zu können, ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, der in der Lage gewesen ist. seinen Töchtern bei ihrer Berheirathung ein recht anstandiges Jahraeld ausziuseken. und darum
war es ganz natürlich, daß es mich ärgerte, ats rn meiner Gegenwart so geringschätzig von Geschäftsleuten geredet wurde. Nach meiner Rückkehr aus Mrs. Jones' Gesellschaft sprach ich mich ziemlich offen über Mrs. Walkinshaw aus, und ich weiß nicht warum, aber von rer Zeit an hatte ich eine entschiedene Abneigung gegen sie. die sie, wie ich gaube, in gleichem Maße erwiderte. Ich erzählte meinem Manne die Geschichte, und er meinte, es sei schade, daß ich Mrs. Walkinshaws einfältige: Aeußerung überhaupt beachtet hätte. O, natürlich." antwortete ich, Anerkennung habe ich nicht dafür erwartet, dajj ich Dich in Deiner Abwesenheit vertheldizt habe; wenn es Dir aber Spaß macht, geduldig auf Dir Herumtrampeln zu lassen, dann ist mein Geschmack eden anders. Ich habe das nie gethan un) bin jetzt zu alt, um damit anzufangen. Es wäre dieser Mrs. Walkin shaw ganz gesund, wenn ihre großen. ungeschlachten Söhne selbst Töchicr von Geschäftsleuten heiratheten, Unn aus eigenen Kräften werden die nie viel Geld verdienen." O, es sind doch fehr nette junge Leute," sprach mein Mann, einer von ihnen ist Offizier, und der andre studirt Rechtswissenschaft." Nette junge Leute? Das muß ich wirklich sagen." versetzte ich. Ich nenne sie Riefen. Nicht einer von ihnen, der nicht über sechs Fuß groß ist. Große Männer sind immer faul und zu nicht viel anderem nütze, als zum Billardspielen, Kurschnelven und Bummeln. !6on meinen Töchtern wird keine einen Walkinshaw heirathen, wenn's nach mir geht." Als mir e'mf'.el, daß ich betreffs der Waltinshaws niemals ein Blatt vor den Mund genommen hatte, war mir erklärlich, warum meine Sabine die Thatfache, daß sie und Gus Walkinshaw, der Jüngste der Familie, einander liebten, verheimlicht hatte. Daß ein Verhältniß zwischen ihnen bestand, dezweifelte ich keinen Augenblick mehr, aber wie es soweit gekommen war, blieb mir unerklärlich, da sie, abgesehen von selten Zusammenkünften auf Bällen und in Gesellschaften rn unsrer Nachbarschaft und in der Kirche, wo sie sich nur von weitem sahen, keine Gelegenheit gehabt hatten, miteinander bekannt zu weroen. Nun fiel mir plötzlich ein, daß Sabine in den letzten sechs Monaten einen großen Eifer für Kirchenardeit", wie sie es nannte, an den Tag gelegt und bei verschiedenen Veranlassungen geholfen hatte, die Kirche auszuschmücken. Ebenso hatte sie bei Abendunterhaltungen, die der Pfarrer für die Armen der Gemeinde in der Schule veranstaltete, oft gesungen. Mir ging ein Licht auf, und ich brauchte meine Tochter nicht auszufragen, als sie eine Stunde später in mein kleines Stübchen kam und wir ein TCtte-a-Tete hatten. Das arme Mädchen war rwch ganz aufgeregt und eingeschüchtert. Ihre Wangen glühten, und sie sah aus, als ob sie bei der ersten Veranlassung wiede: in Thränen ausbrechen wollte. Sabine, liebes Kind," sagte ich, ich habe nachgedacht, und ich begreife jetzt mancherlei; es war die Kirchenarbeit." Nein, Mama, doch nicht die allein." Nun, jedenfalls hast Du GusWalkinshaw dabei häufig getroffen, da er seines Vaters rechte Hand ist und überall mit ihm hingeht."' Ja, Mama!" Und und Du liebst ihn wirklich?" Ja. Mama!" Und er liebt Dich auch? Hat e? schon etwas gesagt?" Sabine ließ den Kopf hängen. Komm ch .her, mem Kind, sei nicht thöricht. Es ist gar nichts zu schämen dabei, obgleich es sehr sonderbar ist und das Letzte, was ich erwartet hätte. Hat Mr. Walkinshaw Dir in irgend ei? ner Weise zu Derstehen gegeben, daß. er Dich liebe?" Ja. Mama, und er wäre schon längst zu Dir und Papa gekommen,, wenn wir nicht - -" Wenn ihr nicht? Was, mein: Kind?" Wir hatten beide solche Angst,. Dir würdest nichts von ihm wissen wollen denn das hast Du immer gesagt. Mama, er ist ja groß, aber dafür lawx er doch nichts. Er hat alle! mögliche versucht, um klein auszusehen, sogax Stiesel ohne Absähe und (Äevucktgeyen 1t k? stlrn?. T?nt 1IN iirnftl irv Kr I v vz V l vo M0 Familie." Wir hatten eine lange, ruhige Unterredung, und obgleich ich meiner Tochter nicht verhehlte, daß ich die Verbindung nicht für besonders gu? hielt, versprach ich ihr. am Abend mit Papa üb die Angelegenheit zu redm und ihr zu berichten, was dieser dazu sage, und darauf verließ sie ich, strahlend vor Glück. Viel Unterstützung erwartete ich nicht von John Tresside? ob wohl je eine Frau n so armseligeZchilfloZeZ Geschöpf als Gatten gehabt hat, wenn I '.2 sich um häusliche Schwie:ia.wten ! und Verantwortung handelte? aber ich hoffte, daß n dre Angelegenheit nx I nizsten. wie t GefchäftLmar. und
Faniilienvater in die Hand nehmen toürde. Aber da kmn ich schön an! Er hörte mit zu und sagte, er sei durchaus nicht überrascht, und dann überließ er ganz kaltblütig alles weitere mir und meinte, wenn ich zufrieden wäre, dann sei alles xx Ordnung. Was?" rief ich entrüstet. Ervartest Du, daß i ch mit dem jungm Man ne und seinem Vater spreche? Das ist doch sicher, nicht Sache der Mutter, John Tressider." Das weiß ich nicht, meine Liebe; ich habe keine groß Erfahrung ri? solchen Dingen." Und wl? meinst Du' denn, daß ich ineine Erfahrung her haite, wenn ich fragen darf? Nun, meine Liebe, Frmren verflehitt solche Dinge von Natur soviel besser, als Männer."' Hier handelt es sich nicht darum, ob ich das verstehe, oder nicht; hier steht das Lebensglück Deines Kindes auf dem Spiele," antwortete ich,, und sobald der, junge Mann einen. Ärmlichen Antrag gemacht hat, mußt- Du Dich versichern, was Mr. Walkinfw für seinen Sohn zu thun gedenkt.. Ich nehme an, daß Du Deiner. Tochter etwas mitgeben wirst." Du kannst ganz- ruhig sein,, ich werde thun,, was recht, ist." Nun-., dann thu's auch in der- richtigen Weise." entgegneie ich,, das ist alles, was', ich verlangen Wir wollen uns nicht, 'weiter darüber zanken, aber ich erwarte.. daß Du einmas in. Deinem Leben Deine Pflicht als Sabines Vater thun wirst und nicht die ganzi.'Verantwortung mir überlässest." Alles, was recht ist, aber ich mich zugeben, 'daß' mein Mann sich schließlich sehr gut in der. Sache benahm, denn er hatte wirklich den Muth,, den hochwürdigen MrWatkinshaw zu besuchen, und eine Zigarre mit ihm zu rauchen. Dabei machte er ihm klar, daß es,, dn er (mein Mann) Sabine ein gutes Einkommen zusichere,, nicht mehr, als killig wäre, wenn er (Mr. Walkinshaw in ähnlicher Weise, für. seinen Sohn sorge. Ich hatte, meinem Mann genau eingeprägt, was: er sagen solle,, abe? ich bezweifle keinen Augenblick, daß- er. die Sache doch in. seiner eigenen Weise angefangen und'viel mehr Umschweife- gemacht hat,, als ich gethan haben, würde. Es wurde indeß alles zu beiderseiLaer Zufriedenheit geordnet, und sogar meine erste Zusammenkunft mit Mrs. Walkinshaw verlief, trotzdem sie wußte. daß ihr Sohn die Tochter eines. Geschäftsmannes. heirathen wollte ganz friedlich. Nach dem. was sie damals, geäußert hatte.war es ein kleinerTriumph für mich, aber, ich glaube nichr,. daß ich mir etwzs merken ließ, ich habe mir wenigstens ehrliche Mühe gegeben obgleich es mir auf der Zunge schwebte, zu sagen: 'Meine verehrte Frau wie peinlich muß Ihnen bei Ihren Anschauungen üb den Handelsstand sein, daß Ihr Sohn im Begriffe ist, die Tochter eims Mannes zu heirathen, der sich mit Geschäften abgibt." Allein ich .verkniff eS mir. Mrs. Wallinshaw war wirklich sehr nett, und ich muß zugeben, daß,, abgesehen davon,, daß das lim jungen Walkinshaw zugesicherte Vermögen, nicht so groß war,, als ich wohl gewünscht hätte, die Partie nicht schlecht war. Sabine sollte, ein schönes, eigenes Einkommen haben-,, denn ihr Vater war sehr großmüthig und die
.Walkinfhaws sind eine wirklich gute ,Fan?ilre;- n Walkmshaw ist unter Oliver. Cromwell geköpft worden, oder so etwas Aehnliches, und hat. seine Besitzungen. verloren, und unter derRegierung Jakobs I. und noch später, glaube ich, hat.es einen Lord Walkinshaw gegeben, aber Geschichte ist nicht gerade meine, starke Seite. Alles, was ich weiß,, ist;, daß der Titel, dadurch verloren. ging, daß ein Lord' Walkinshaw sich mit einem Menschen- einließ, der der Prätendent" genannt wird, und nun. ist alles, was die Familie von ihren. Vorfahren noch hat-,, eine Anzahl Bilder, worüber mein Schwiegersohn. Gus) Walkinshaw, sich immer lustig macht;, abgleich sie in; seinem eigenen Eßzimmer hängen. Wic gesagt, nachdem. Gus Walkinshaw. pflichtschuldigst meinem Manne seinen Besuch gemacht und unsre Einwillignng zur Verlobung! erlangt hatte, wurde, alles zu beiderseitiger Besriedigungi geregelt, und ich. machte nur die Bedingung, daß die? Hochzeit noch nicht so bald stattfinden solle, denn ich halte eä flw viel besser, wenn die jungen Leute sich vor der Berheirathung so gut als möglich kennen lerncm. Meine Sohne; konntet sich, glaube tch nicht sofort mit. Gus Walkinshaw befreunden. Besanderä William nahm es übel, daß ferne.- Schwester sich verheiraten wollte, obgleich ich. offen gestanden, nicht einsehen konnte, toirum, aber da er selbst klein war, wis unsre ganze Familie,, kennte er gros Leute. nicht leiden,. dn a&b er wenigstens als, Grund an Auch Tommy war zu Zei? ten unangenehm-, und quÄte seiue Schwester sehr, aber Gus Mkinshsw entdeckte bald ein Mittel, chn zu: zewinnen Die. Taschen des Jungen waren immer mit Süßigkelten gefüllt, und welche Massen von Erdbeereis atz er beim Konditor us Mr Walkinfhaws Kostezrl. Ich wundere mvch über weiter nichts, als daß er sich Zewe Innenseite nichi erfrsren hat. ungvr sind nun einmal Jungen abtx ich glaube wirWch. dak Mädchen eÄ feilleres EbrMhl haen. Kein Mädchen ginge beWndig in das Zimmer. wo das Brautpaar sitzt, um sich danA mit Süßigkeiten und Erdbeereis besiechen zu lassen, das Feld zu räumm Allein Mädchen nehmen immer cm großes Interesse an Liebesangele' genheiten, waS Jungen nicht thun, we nigstenö Jungen in einem gewissen Alr, Tommys Alter, thun'S nicht. (Fortsetzung folgt.)
Zur Sie Vüchc. 5hocolade n--5 u v p e. ' Auf t Quart Milch rechn nnrn S Vnze, Chocolade. Die Milch wird mit de nöthigen Zucker und Vanille aufge kocht, die geriebene Chocolade hinein geschüttet, gut gequirlt, die Suppe mit 34 Eidottern legirt und mit geröste" ten Weißbrodscheiben oder mit Schnee, klößen angerichtet, 5!etztere bereitet man folgendermaßen: Das Weiße einiger Eie? schlägt man 52 einem recht festen SchMt,. vermischt ihn mit einigen Löffeln voff gestoßenem Zucker und sticht nun rit einem Löffel Klöße in die zur Suppe bestnrnntt' Milch, ehe man die Chocolade hineürgeschüttet Man laßt die Klöße einen Augenblick zugedeckt ziehen aber nicht iochwr nimmt sie mit denr Schaumlöffel herans, fährt -fo' fort, bis der Schnee alle ist, und schüttet nun die genebene . Ehocnlade in die Milch. Kalbsnieren mit Kräuter nv Man schneidet das Fett so viel wie möglich von den Nieren und diese dann in dünne Scheiben, dir man von beiden Seiten mifc Salz und Pfeffer bestreut. Dann laßt man in einem Kasserollendeckel oder einer CierluchenPfanne etwas Butter: gelb weiden, legt die Nierenscheiben hinein, bestreut sie mit gehackter Petersilie' Schnittlauch und Ehampignons, laßt sie auf raschem Feuer von beiden Seiten' nur steif werden und gießt dann; ein' paar Löffel Robert-Säuce sowie ein GlaS Weißwein dazu- Die Nieren, werden: damit einige Male auf dem' Feuer umgeschwenkt ohne daß sie kochen,, und dann rasch angerichtet. Hat man keine Sauce, so Üostreut man die Nieren mit etwas Mehl, gießt ein paar Löffel Jus und eiü' wenig Weißwein hinein, thut, einen Löffel Mostrich dazu: und schwenkt dieeNieren damit;, bis sie recht heiß werden,'. doch dürfen ste nicht ko-' chen, wodurch sie viel von ihrer Zartheit verlieren Robert-Saure bereitet man wie: folgt: Einige Zwiebeln schneidet man in Scheiben, schwitzt sie in Butter mitMehl gelblich und rührt die kochende Jus. damit klar. Sobald die Sauce recht seimig eingekocht ist, streicht man sie" durch ein Sieb scharst sie mit Essig' und einigen Löffeln Mostrich ab und" verrührt sie beim Anrichten mit. einem Stückchen Butter. HammeUCo-telertes a la Nelson. Die Cotelette werden dick geschnitten, von allem Fett befreit, breitgeklopft und' mit SalF und Pfeffer bestreut. Zwiebeln schneidet man in Scheiben, . läßt sie in Butter hellbraun braten-und mit etwas brauner Brühe vollständig weichkochen ; dann streicht man sie durch ein Sieb. Vor dem Anrichten- werden die Eotelettes auf einer Seite gebraten auf derselbenSeite, mit dem.wie- oben angedeutet, zubereiteten Zwiebelmuß bestrichen, dieser mit geriebenem Parmesankäse bestreut und mit: geschmolzener Butter beträufelt. Nun legt man die Cotelettes mit der- ungebratenen Seite in geschmolzene' Butter; läßt ste nur so lange im heißen, Ösen, bis sie sich braun gefärbt haben,, und giebt eine nicht zu. dicke,, kräftige braune Sauce dazu. Stach'ellbe'e'rrortche-n. AuS 10 Unzen-feinem Mehl,. 4 Unzen Butter, gut 3 Unzen Zucker, der abgeriebenen Schält?einer Citrone, emem ganzen Ei,. einer Prise Salz und so viel Dottern?, als für die Consistenz des Teiges nöthig' ist, bereitet man einen guten Müröteig;. rollt ihn gr doppelter Messerrückendicke aus. sticht runde Scheiben-daraus -,legti sie in runde kleine Törtenhörnchen-,. kneift einen Rand ringsum, füllt, die-Törtchen, mit trockenen Erbsen- und backt sie hellbraun. Dann-nimmt man die Erbsen heraus, stürzt die-Törtchen und füllt sie mit abgetropftem' Stachelöeercompott, wel ches? mit-reichlich' Zucker versetzt ist. Sitnche,-l!bee L5nflauf. Män bereitet' von zwei Pfund frisch gepflückter- Stachelbeeren und einem halben- Pfund Zucker ein Gelee und zwar sö.-.daß die: Stachelbeeren erhitzt durch' ein- feines Sieb- gestrichen, mit dem Zucker gemmgt und vrsichtigt zu Gelee gekocht werden, den man erkal ten läßU Nun- werden 10 Eiweiß zu festem-Schnee geschlagezr. mit einem halben- Psund- Puderzucker durchzogen und mit dem- abgekühüen. aber noch flüssigen Gelee' verrührt. Auf einer. Schüssel bergartig dressirt. muß der Auflauf,- stark mit Zncker bestäubt,, etwa-? 50 Minuten fthr Kingsam backen,, sobald tr. sich zu brürmen beginnt, mu& maw ihn mir einen: Bogen Papier.ldecken.. St '6 n iig-s k u-.ch e n. Nachdem manein halbes PfunÄ geklärte Buto- zu Schaum gerieben hat, mischt ma:r. unter fortwährende Umrühren nrch ei
ner Seite hin 12 bis 15 Eidotter, ein halbes- Pfund Zucker, die abgMeöene. Schale.- einer Citrone, drei Unzen ge-. schälte und aefioßene, süße und.- eineUn bitte "Mandeln hinzn. schlägt die"Masse als dZese Art dri Viertel Stunden, zieht hierauf noch ein halbesWund feines Mehl, 2z Unze fnnge Zchnittenes Citronat, 7 Nnzen- gern-, aigte Corinthen und den Schree. der Eiweiße gut darunter, satt dM Teig in eine butterbestrichene.. länglichvin eckige Blechform oder Papierkapfe Vnd. bäckt den Kuchen bei inäIiger Hitze eine gute Stunde, schneid ihn nach dem Crkakten in Scheibere -znd röstet dieselben auf einem Blech im heißen Ofen aus beiden Seiten hellbraun. - Energisch. Gastwirth : Hen Bürgermeister, jetzt bitt' ich aber, da das Pflaster dor meinem Wirthshaus reparirt wird. Die Leute wollen sich ja gar. nicht mehr hinaiKwerfen las fen! Habe Recht und scheue d Ad vocaten. .
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