Indiana Tribüne, Volume 18, Number 316, Indianapolis, Marion County, 4 August 1895 — Page 2
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Im Tannengrund.
Von Herm. Klctke. Im Tannengrund verloren sieht ?in altes Kreuz von Stein, Und eine Waldspur, halb verweht, 'Führt tief den Grund hinein. Was bier geschah die Tanne spricht Davon kein flüsternd Wort; Das Moos am Steine weiß es nicht. Wie träumend wächst es fort. Kein Wasser rinnt, kein Vogel singt. Hier steht so still die Zeit! Zur Seele bebt, zur Seele dringt Kein Laut von Lust und Leid. , Und doch wer glänzend, stolz und groß , Sein eitel Herz berauscht, Bedenk' es wohl, ob unterm Moos -Der Todte mit ihm tauscht! Eauner Zweier Zvelten. Plauderei von 23. v. Schierbrand. Gib! es wohl cm Geschöpf, das mehr Mitgefühl verdient, als so ein armer, grüner, harmloser Einwanderer, direkt von seinen heimathlichen Triften oder Äergen, auf denen sich sein bisheriges LZeben still und ereignißlos abgespielt Hat, und nun rath- und hilflos inmitttn des Getümmels eine? ihm fremden ,And mehr oder minder unheimlichen Welt? Versetzen wir uns momentan in die Lage eines solchen Neuankömmlings. den eben das Schiff gelandet chat und der nun, sobald er wieder festen Voden unter den Füßen spürt, inmitten des sinnverwirrenden und hrbetäubenden Lärms der Weltstadt New Aork dasteht; die Laute einer ihm unverständlichen Sprache umschwirren ihn und ein Gefühl der Bangigkeit bemächtigt sich seiner Seele. Doch wozu die Situation weiter schil trn? Unter den Lesern werden viele sein, die die ganze Trostlosigkeit, welche den mit kargen Mitteln und wildfremd Landenden hier überfällt, schon selbst gekostet haben, und nur deßhalb redete ich einen Augenblick davon, weil es nöthig ist, sich den Seelenzustand eines solchen Einwanderers zu vergegenwäriigen, um die ganze Verworfenheit der Menschenklasse in das richtige Licht zu setzen, welche sick die Beschwindelung 1es Aus- und Einwanderers zum Lebensziel erkoren hat. Wohl ist man gesetzlich schon auf .beiden Seiten des Oceans gegen diese menschlichen Hyänen vorgegangen, und es muß ja zugegeben werden, daß der Schwindel auch der Quantität nach abgenommen hat, seitdem einzelne der Äerüber mit entsprechender Zuchtöausoder Gefängnißstrafe belegt worden sind. Aber noch immer florirt dieses Treiben in den europäischen Hafenst'ädten sowohl wie in New Jork. trotz ller Fürsorge der Behörden.' So ist z. B. der sogenannte Gürtelschwindel", trotzdem er schon häufig aufgedeckt worden ist, noch heute einer der erfolgreichsten und beliebtesten bei diesem Gesindel. Der Trick" ist äußerst einsach und. glaube ich, gerade deßwegen so zugkräftig. Bei der Ankunft in New Jork (häufig auch noch drübui in Europa) räth man dem Einwanderer in dem Gasthof, dem Saloon" oder foem Wechselcontor, wo er sich sein mitgebrachtes Geld in amerikanisches umsetzen will, sich doch einen Leibgürtel zur Aufbewahrung seiner Baarschast anzuschaffen, nachdem man ihm weidlich vor den vielen Taschendieben, Betrügern, Bauernfängern etc. gewarnt bat, die ihm sonst auf der Weiterreise sicher sein Geld auf irgend eine Weise abnehmen würden. Ein Gürtel ist immer das Sicherste," so heißt's dann. Man räth ihm. nur soviel Geld bei sich zu behalten, wie er zur Bestreitung der Reisekosten braucht. Der Einwänderer, der Jemand gefunden zu haben glaubt, der es aufrichtig gut mit ihm meint, geht gewöhnlich auf diesen Nath in. umsomehr als der Gürtel ihn nichts kosten soll. Der Vorschlag, den Gürtel gleich im anstoßenden Cabinet umzuschnallen, nimmt er selbstverständlich mit Freuden an. Die Gauner er klaren ihm noch genau, wie die Geldiatze umgelegt werden muß, und dabei merkt das vertrauende Ofer 'nicht, wie rasch der Gurt, in dem sich sein Geld sicher eingenäht befindet, mit eiziem andern vertauscht wird, der genau so aussieht, aber nur Messing oder Blei statt der Geldstücke enthält. Da der Betrogene die Summe für seine Reiseauslagen im Portemonnaie bei sich trägt, so gewahrt er den Schwindel gewöhnlich nicht eher, als bis er an seinem Bestimmungsorte, oft im fernen Westen gelegen, angekommen ist, und in dem Falle ist es gewöhnlich ganz unmöglich, noch dazu wenn er sich die Adresse des Betreffenden nicht bemerkt bat, den Thätern auf die Svur zu Zommen. Bor einigen Jahren meldete sich aber Iti der New Aorker Polizei doch ein schwäbischer Bauer, der noch m New Fork vor seiner Abreise den Betrug bemerkt hatte. Nun wußte er nicht mehr anzugeben, ob er sein Geld in, der Glttnwich-, der West-, oder der Eovrt-landt-Street umgewechselt hatte. Der betretende Polizei-Commissär war aber ein energischer und kluger Mann. 5r forderte von drei in diesen Straßen befindlichen Wechselstubeninhzbern, die ihm seiner Erfahrung nach nicht ganz Koscher" vorkamen, einfach in jedem einzelnen Falle 900 Dollars zurück, denn das war der Betrag gewesen, um den der arme Württemberger erleichter! worden war. Der Polizeibeamte glaubte annehmen zu dürfen, daß die beiden schuldlosen Firmen ihre lln schuld schon energisch betheuern würDie Sache kam aber ganz an
ders, denn alle drei Bankiers" statteten schleunigst die 900 Dollars zurück, indem sie mit großem Aufwände von Beredtsamkit behaupteten, es habe sich um ein ganz unbegreisli ches Versehen" gehandelt. Dieser eigenthümliche Lorfall bewies, daß noch zwei andere Personen am selben Tage uf diese Weise betrogen sein mußten. Diese zwei anderen Opfer hatten aber nichts von sich hören lassen, da sie wohl .schon auf dem Wege nach ihrem neuen Heim waren. Seltsamer Weise aber haben diese zwei anderen Geprellten auch später nichts von sich hören lassen. Dieser .Gürtelschwindel- ist indeß nur einer von vielen, die in der hier gemeinten Sorte von Wechselstuben betrieben werden. Mir sagte einst ein gewiegter New Yorker Polizeimann, daß die gute Hälfte der an hilflosen Einwanderern! verübten Betrügereien auf Rechnung dieser Höhlen falle.. Sobald ein Kniff nicht mehr zieht oder schon zu sehr-in die Öffentlichkeit gedrungen ist, so werden sofort ein halbes Dutzend neuer Kniffe erfunden. Aber man darf wirklich sagen, daß die Dummen nie alle werden und muß sich billig darüber wundern, daß uralte Schliche und Tricks, die in der Pttsse schon unzählige Male erwähnt worden sind, noch immer diejenigen sind, die am meisten Opfer zeugen. So vergeht z. B. kein Tag während der ganzen Einwanderungs-Saison jedes Jahr April bis October daß nicht einige Fälle zur Kenntniß der New Yorker Behörden gelangen, wo es sich um ganz einfachen Umsatz von gefälschten, minZderwertyigem oder ganz werthlosem Geld handelt. Fast unbegreiflich erscheint's Einem, daß beispielsweise von dem alten eonföbcrirfen" Gelde, mit dem sie im Süden thatsächlich Zimmer tapezirt haben und das heutzutage nicht mehr Werth hat, als irgend ein anderer alter Papierabsall, noch häufig taufende von Greenbacks an Einwanderer abgesetzt werden. Nicht allein in New York; im Gegentheil häufiger in Bremerhaven, Rotterdam. Hambürg oder Liverpool als in Amerika. Ein besonders schreiender Fall ereignete sich voriges Jahr, wo ein steirischer Fabrikant, der zum Zwecke der Betheiligung an einer in Missouri anzulegenden chemischen Fabrik hierherkam, zwei Stunden vor der Abfahrt von Antwerpen in einem am Hafen belegenen Wechselkontor einen Theil seiner Baarschast circa 12.000 Gulden gegen solche völlig werthlose Noten der alten Rebellenstaaten umsetzte. Nicht eher merkte dieser bezüglich amerikanischer Verhältnisse doch immerhin kindlich naive Mann den Betrug, als bis er während der Ueberfahrt eine seiner Noten dem Steward des Schiffes als Bezahlung bot. Gleich nach erfolgt Landung in New York wurde natürlich die Hilfe der belgischen Behörden per Kabel angerufen, um die Betrüger dingfest zu machen und sie zur Herausgäbe ihres Raubes zu veranlassen. Aber zu spät. Das Nest war leer. Die Schuldigen, in richtiger Voraussekuna. daß die amerikanischen Behör-
den nach der Ankunft des Betrogenen i r 1 1 . i. t w "1 0011 llzrilie uiucincymcii juuiuui, hatten sich mit dem Gelde aus dcm Staube gemacht und Roß und Reiter sah man niemals wieder. Tragischer jedoch und zugleich raffinirter war folgender Fall: Ein polnischer Bauer aus der Provinz Posen er war bei Jnowrazlaw daheim reiste nach Detroit. In New York kaufte er sich ein Eisenbahnbillet. Da er aber kein Wort Englisch verstand und Deutsch auch nur wenig, so fühlte er sich höchst unbehaglich auf der Reise und sehnte den Augenblick herbe:, wo er in der Ansiedlung seiner engeren Landsleute im, Staate Michigan ankommen, würde. Der Pole war eine kreuzbrave Haut, aber ein wenig sehr beschränkt. Bei der Abreise in New York hatte er sich sein Geld 2500 Mark in amerikanisches Papiergeld eingewechselt, und diesen Vorgang hatten zwei Deutsche aus der Danziger Gegend, die des Polnischen etwas mächtig waren, bemerkt. Sie beschlossen, den dummen Polen zu rupfen, weßhalb sie ihm folgten. Während der Reise machten sie sich mit ihm bekannt, und gesprächsweise ließen sie viel von gefälschtem Papiergeld verlauten, das ,in New York circuliren solle. Der Pole gerieth schließlich in Angst, daß auch ihm falsches Geld aufgehängt worden sei, weßhalb er die Beiden, die behaupteten, das Echte vom Falschen sofort unterscheiden zu können, ersuchte, doch sein Papiergeld zu prüfen. Die zwei Gauner thaten dies auch sehr gründlich, sahen dabei öfters in ihre Notizbücher, in die sie einige Bemerkimgen schrieben, und gaben dann dem Polen sein Geld wieder zurück mit der Versicherung, es sei ganz echt und richtig. Auf der nächsten Station verließen die Gauner den Wagen, angeblich um im Wartesaal eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Sie thaten dies auch, versäumten aber absichtlich, in denZug rechtzeitig einzusteigen. Als der Zug aber schon im Gange war, stürzten sie auf den Bahnsteig und erklärten dem Bahnhofsvorsteher, es sei ihnen eine Brieftasche mit $600 gestohlen worden, wahrscheinlich von einem Manne auf dem Zuge, der mit ihnen gereist sei und der, wie sie, auf dieser Station habe aussteigen wollen, der ihnen aber plötzlich aus den Augen entschwunden seiWas lag nun näher, als daß der Stationsvorsteher eine Depesche absandte und zwar nach der Station, wo der Zug zunächst wieder halten mußte. Die genaue Beschreibung des vermeintlichenDiebes wurde ebenfalls depeschirt, und der unglückliche Pole daraufhin in Haft genommen. Der eine der hti den Gauner erklärte nun der Polizei, welche Greenbacks. wieviel, wie hoch und von welchen Nummern, in seiner Brieftasche angeblich enthalten gewesen
seien. Das Ergebniß der Untersuchung bestätigte in allen Einzelheiten die Angaben der Beiden. Selbst die Nummern stimmten genau. Der Pole, der in seiner Unkenntniß der Verhältnisse keinen Advokat genommen hatte und sich außerdem auch in dem kleinen Städtchen, wo er in Haft lag, nur durch einen Dolmetscher nothdürstig verständlich machen konnte, wurde zu binem Jahr Gefängniß verurtheilt, und seine $600 wurden natürlich dem schlauen Gauner verabfolgt, der sie als seinj Eigenthum beanspruchte. Durch einen Zufall und die Bemühungen eines polnischen Priesters erst kam die Unschuld des armen Teufels an'sLicht, aber sein Geld hat er nicht wieder zu sehen bekommen. Allerdings scheint die Zeit, wo die Einwanderer-Herbergen an der Bat-tery-, Greenwich- und West--Street in New Aork Geld wie Heu verinenten oder richtiger sich ergaunerten für immer vorbei zu fein. Das waren die 15 Jahre von 1870 1885. Es gab ja einige Jahre, wo die Ziffer der Einwanderer die Halbemillion-Marke überschritt, und da gab es Wochen, wo jeder Dampfer bis zu 1000 und selbst 1500 Passagiere an Bord hatte, wo Extradampfer in Dienst gestellt werden mußten und wo in Hamburg allein in einer Woche 3800 Auswanderer nicht befördert werden konnten wegen Mangel an Raum in des Schiffen. Das war die Blüthezeit der Emigrant Boarding Houses- und aller anderen Gescbäfte und Unternehmungen, die ihren Verdienst von den Einwanderern bezogen. Damals gab es thatsächlich Runners- und Waitas" in einigen der frequentirtesten Gastbäusern dieser Art (die natürlich unter dem besonderen Schutze der New Yorker Polizei dies Kind, kein Engel ist so reinvperirten), welche in zwei bis drei Iahren genug erschwindelt und gestohlen hatten, um sich für den Rest ihrer Tage zur Ruhe zu setzen, und die Eigenthümer der Häuser besaßen ihre schönen Villen in Long Branch oder Saratoga. Ja. das waren noch Zeiten! Jetzt fließt der Strom der Einwanderung ja von Jahr zu Jahr spärlicher, und die meisten der ehemaligen Kost- und Gasthäuser speciell zur Beherbergung der Einwanderer sind eingegangen. Indessen auch heute noch passiren genug Dinge, die das Licht scheuen und die den armen Einwanderern gleich nack ihrer Ankunft in dem Lande der Verheißung eine üble Meinung von der hier herrschenden Moralität beizubringen geeignet sind, trotzdem es anerkannt werden darf und soll, daß die Deutsche Gesellschaft in New York und ähnliche dem löblichen .Zwecke der Beschützung der Grünen" dienenden Körperschaften viel Gutes leisten. Mogen auch diese Zeilen dazu dienen, den hier Einwandernden zu warnen gegen die Gefahren, die ihm von Seiten schlechter Menschen nur zu häusig sind's leider feine eigenen Landsleute drohen, und die Behörden zu weiteren Anstrengungen anspornen, um dem schmählichen Treiben der emiprant fakes" für immer ein Ende zu bereiten Studentenprüfungen in China. Ganz anders uioch, als unsere geplagten Musensöhne, muß der arme fwdirte Chinese im Examen schwitzen. Er sitzt nicht vier oder fünf Stunden, an einem Pult in der Klausur -und gelangt dann wieder in Freiheit, nein, er wird in eine Zelle gesperrt und mutz drei Tage darin kuschen. Und da er während dieser Zeit für seine Bedürfnisse selbst zu sorgen hat, so gebraucht er außer seinenSchreibmaterialien noch allerhand Kleinigkeiten. Zwar wird am zweiten. Tage von der Regierung den Prüflingen etwas Reis geliefert, aber meist nicht die beste Sorte, so daß ein junger Mann gut thut, sich nicht darauf zu verlassen. ' Darum nimmt sich der Chinese einen tüchtigen Vorrath von Reis, Zwieback, Schinken, hartgekochten Eiern u. s. w. mit in- seine Zelle, d. h. eine Menge Dinge, die nicht leicht verderben und die sich ohne große Mühe zum Essen Herrichten lassen. Außerdem versieht er sich noch mit einem kleinen Ofen und etwas Kohle, damit er, wenn er Lust bekommt, warm zu speisen, nicht in Verlegenheit sei. Seinen Thee, sammt Theetopf und Tasse, vergißt er nicht; auch dürfen ihm Streichhölzer und Licht, und wenn er Raucher ist, Pfeife und Tabak nicht fehlen. Ferner hat er sich für die kalten Abende mit wärmerer Kleidung und für die Nacht mit Matratze und Bettdecke zu versorgen. Endlich muß er zum Schutze gegen Sonnenstrahlen und Regen einen Schirm mitbringen, den er in die Lichtösfnung seiner Behausung hängen kann, wenn es erforderlich wird. Alle diese Dinge zusammen bilden eine ziemliche Last, die nicht unb:deutmde Anforderungen an die Körperkraft des Prüflings stellt, wenn er sie an. ihren Bestimmungsort schafft. Und er darf keine Hilfe dazu gebrauchen, denn die Vorschrift verbietet, daß irgend ein Diener oder Träger das Portal des Prüfungsgebäudes überschreitet.
Das SchreckenSkind. Klärchen: Die beiden Freunde Papas, die gestern bei uns waren, haben Deine Wirthschaft recht gelobt.Frau Pampelhuber (hocherfreut): So, was sagten sie?" Klärchen: Eine nette Wirthschaft das bei Par.lpelhu. bers!-. Entgegenkommend. Schneider: Jetzt kann ich aber wirk lich nicht länger auf mein Geld warten. Wie oft soll ich noch den weiten Weg machen?" Student: Ja, ich will Ihnen entgegenkommen. Bis Er. sten nächsten Monats werde ich ganz .bestimmt in Ihre Nähe ziehen!" .
Zvas denken Sie über das Glück der gitbtl"
Von M. Hirschfeld. Mein theurer Mr. Vanderbilt! Sie schreiben, morgen wäre Feiertag, und da hätte ich gewiß Zeit, Sie zum Diner zu besuchen? Feiertag? Gut, ich gebe es zu, aber wenn Sie glauben, daß ich an diesem Tage feiern kann fo irren Sie. Ich habe dringende Schriftstücke liegen, die ich alle morgen erledigen muß. Der Arizona Kicker" bittet mich um meine Meinung über die Frage: Darf ein gebildeter Mensch sich mit Tifchrücken abgeben, und ist dasselbe nicht gesundheitsschädlich?" Der Tombstone Firebrand" will die Frage entschieden wissen: Was schmeckt besser: Nennthierfilet mit Schlagsahne oder Aal mit Gurkensalat?" und veranstaltet darüber eine Enquete bei sammt lichen Gelehrten der Vereinigten Staa ten, einschließlich der Jndianer-Zau-bermänner. Der New Jork Penny-Humbug-fragt mich auss Gewissen : War Brigham Ioung, der Marino nenhäuptling, ein großer Mann oder stellte er sich nur so?" Eben will ich schließen, da kommt noch eine Anfrage von den Family Papers": Was denken Sie über das Glück der Liebe V ffiknn ich die Beantwortung dieser Anfragen verweigere, dann ist es um meinen Ruf als geistreicher Mensch und Gelehrter geschehen und ich könnte nie mehr eine Zierde Ihrer Diiners fein. Deshalb, mein lieber Mr. Vanderbilt, gedulden Sie sich noch ein wenig, bis die Raison morte und 'damit die Fluth der Enqueten vorüber ist; Dann steht Ihnen wieder zur Versügung Ihr ganz ergebener Diener Professor D. Crakers." Der Schreiber dieses Briefes war ein sechzig Jahre alter Gelehrter, der den größten Theil seines Lebens mit geologischen Forschungen hingebracht hatte. Die ersten Enquten-Frage betraf ein geologisches Problem und nahm sein volles Interesse in Anspruch. Er beantwortete sie sehr eingehend. Es kamen weitere Fragen, dir ganz außerhalb seines Gebietes lagen. Er beantwortete, sie so gut er konnte, und die Sache machte ihm Vergnügen. Als man ihm in Gesellschaften, die er spärlich besuchte, überschwengliche Complimente über seine geistreiche Fra-gen-Beantwortung machte, reagirte seine Eitelkeit auss Empfindlichste. Er begann plötzlich den Reiz der Popularität zu fühlen. Er hatte einmal gehört, wie die- schöngeistige Lady Snufsins zu ihren fünf Töchtern sagte: Seht Kinder, den berühmten Professor Crakers ihr wißt aus dem Arizona Kicker" Nun saß der Gelehrte in seinem einsamen; Junggesellenheim und beatttwortete eifrig die ihm vorgelegten Fragen. Eben setzte er die Feder zur Erledigung der letzten an. Was denken Sie über das Glück der Liebe?Hm! Hm! Nun, es wird sich ja dafür irgendeine feine scherzhafte Wendung finden lassen. Schon eine halbe Stunde dachte er nach, ohne etwas Passendes zu finden. Wie ärgerlich! Laß einmal sehen, was die Encyklopädie des gesammten Wissens- darüber sagt. Buchstabe L Li Lie Liebe. Liebe, Nebenfluß der Weichsel. Liebe hm! Da stand eine lange schöne Abhandlung über die Liebe, aber kein Wort von dem Glück der Liebe. Herr Professor, der Lunch, Sie haben den Lunch ja gar nicht berührt, Candaß Back Sie essen ja Canvaß Back so gern.Danl' Ihnen, Mrs. Schmalz, hurn!" Hum das bedeutet: ich will nicht gestört werden. Dieser Hm" schloß beinahe jeden Satz, den der Professor an seine liebenswürdige Wirthin richtete. Ach. und wie liebenswürdig! Mrs. Schmalz war die Wittwe eines deutschen Arztes, der gerade in dem unpassenden Moment das Zeitliche segnete, als er im Zug war, ein Vermögen zu erwerben. .So aber mußte die arme Wittwe sich mit einer kleinen Lebensversicherungsrente begnügen. Um ihr Einkommen zu vermehren, hatte sie ihre besten Zimmer an Professor Crakers vermiethet. Sie war eine stattliche Frau in den ersten Vierzigern und nicht abgeneigt, das Joch der Ehe noch einmal auf sich zu nehmen. Ihre Schwäche bestand nur darin, gern ein Bischen zu schwatzen. Mrs. Schmalz !" Die Dame schrak zusammen. War das wirklich seine Stimme? Sie hatte soeben die Hand auf die Thürklinke ge. legt, um sich geräuschlos zu entfernen, und nun nannte er ihren Namen in einem Tone, als wolle er sie auffordern, gemüthlich mit ihm zu plaudern. MrZ. Schmalz, erzählten Sie mir nicht einmal, Sie hätten Ihren seligen Gatten auf einem Tanzkränzchen Un nen gelernt?" Auf einem Tanzkränzchen? I bewahre, Herr Professor, auf einer Land Partie." Sie erzählte ibre ganze Liebesgeschichte, immer die Hanv aus der Thür. klinke, um zart anzudeuten, daß sie stets bereit sei, das Feld zu räumen. wenn sie störe. Aber wenn sie imi nicht so tendenziös erzählt hätte! Die Tendenz ihrer Geschichte ging offenbar dahin, an dem Seligen kein gutes Haar zu lassen. Sie wollte beweisen, daß sie ihn eigentlich gar nicht geliebt hatte, und daß ihr erz auch jetzt noch sozusagen sich im jungfräulichen Zu. stände befände. Und das war gerade das Gegentheil von dem, was der Pro
ftssor wollte. Wie steht es denn mit dem Glück der Liebe? Der Gelehrte war aufgestanden und zing nachdenklich hin und lzer, während die Worte noch immer von den Lippen der Wittwe flössen, als wären sie geölt. Also Sie könnten jetzt noch Liebe empfinden, Mrs. Schmalz?" Die Frage war heraus. Frau Schmalz lie die Thürklinke fahren und trat einige Schritte in's Aimmer. Sie preßte die Hand aufs Herz und hielt die andere dem Professor hin. Und Sie glauben an das Glück der Liebe?" Lieber, theurer Professor, ich o wie wird mir " Er konnte nicht anders, als sie in seinen Armen auffangen, denn sie war offenbar eine Ohnmacht nahe. In diesem Augenblick klopfte es, und es trat ein junger Mann in's Zim mer. Du. Alfred", keuchte der Professor. Da, nimm sie mir ab." Aber ehe Alfred ihm diesen Liebesdienst erwies, kam Frau Schmalz wieder zu sich. Sie richtete sich auf, warf dem Professor einen Blick voll höchster Liebeswonne zu und tänzelte was sonst nicht ihre Art war aus dem Zimmer. Onkel!" rief Alfred, verwundert den Kopf schüttelnd. Ja, ich begreife nicht, was die Frau hat " SiehstDu, Onkel, welch ein Schwe renöther Du bist. Wer hatte das gedacht " Unsinn! Es war nur ein Zu fall. Ich wollte der Wissenschaft we gen " Bravo! Der Wissenschaft wegen! So haben wir auch immer gesagt, wenn wir alsStudenten einem schönen Mäd" chen " .Jetzt ists aber gnmg! Denkst Du, ich werde mir folche dummen Scherze von fo einem Grünschnabel gefallen lassen? Augenblicklich mache, daß Du hinauskommst." Aber, Onkel, ich kam, um Dir das Geständnis zu machen " .Behalte Deine Geständnisse für Dich. Fort, und komme mir nicht unter die Augen!" So ists recht, ich muß der Sündenbock fein," brummte Alfred, indem er sich aus dem Zimmer entfernte. Gleich darauf kam Frau Schmalz wieder und, das mürrische Aussehen des Professors nicht achtend, fragte sie mit dem reizendsten Lächeln der Welt, ob es nicht Zeit wäre, die Verlobungsringe zu wechseln. Was? Was? Bei mir giebt's nichts zu wechseln." Darauf fragte die Dame ganz kühl, ob er sich nicht entsinne, ihr vor wemgen Minuten eine Liebeserklärung gemacht zu haben. Durchaus nicht." Herr Professor, Ihr Neffe war Zeuge." Der, dumme Junge foll mir nicht wieder vor die Augen kommen." wSie werden sich wohl entschließen müssen, ihn wiederzusehen, wenn sie wegen Bruchs des Eheversprechens vor den Friedensrichter geladen werden." Ich verlasse Ihre Wohnung. Vom Ersten des nächsten Quartals!" Wie es Ihnen beliebt." Einige Tage später wurde dem Pro-, fessor wirklich die Anklage zugestellt. Er berieth sich mit einem Advokaten, und dieser konnte ihm nach Lage der Umstände nur wenig tröstliche Versicherungen geben. Es würden wohl 5000 Dollars nöthig sein, um das kranke Herz der Mrs. Schmalz zu heU len. Als der Professor am Tage vor dem Termin an seinem Schreibtisch faß und ein neu erschienenes geologisches Buch studirte, dessen Buchstaben ihm vor den Augen tanzten, hörte er das leise Klirren der Frühstücksteller. Er sah jedoch nicht auf, aus Furcht, einen strafenden oder gar zärtlichen Blick der Wittwe aufzufangen. Er wartete auf das Geräusch des Thürschließens, wel ches citz nicht erfolgte. Er schielte ein wenig über das Buch hinweg und bemerkte ein hellrothcs Frauenkleid von weit geringerem Umfange, als das Emponpoint der Mrs. Schmalz erforderte. Zaghaft blickte er auf. Ein junges Mädchen stand vor ihm, dessen hübsches Gesichtchen so mit Roth übergössen war, daß die rosa Farbe des Kleides dagegen ganz blaß erschien. Wer sind Sie, mein Kind?" Die Nichte der Frau Schmalz. Ich habe Ihnen schon öfters das Frühstück gebracht, Herr Professor, aber Sie wa. ren stets so vertieft " Es wäre mir lieb, wenn Sie mi, immer das Frühstück brächten." Ach, das wird wohl nicht gehen, Hrr Professor. Ich bin nur bei Tante zu Besuch, und außerdem will ich bald heirathen." Ei! Ei!" Ja, und da möchte ich um Ihre freundliche Einwilligung bitten." Meine Einwilligung zu Ihrer
I Heirath?" Er sagte daZ :n so rauhem Tone, daß das Mädchen zurücktrat. Es war dem Weinen offenbar ganz nahe. Dem Professor schien die Situation so ziemlich verständlich. Mrs. Schmalz betrachtete ihn als ihren zukünftigen Gattin, demgemäß also gewissermaßen als Vormund ihrer Nichte. Miß " HeKwig Sommer Mitz Sommer, ich erkläre Ihnen hiermit aus das Entschiedenste, daß ich Ihre Tante nicht heirathen werde. Sie mögen heirathen, wen Sie wollen." Auch Ihren Neffen Mfred?" Ah! So steht die Sache?" Alfred wartete auf Sie immer in ,Tantes Zimmer, wenn Sie einmal
nicht zu Hause waren, und so lernten tvir uns kennen." Mein Neffe hat sich leider so betragen " Ach, Herr Professor, er hat es ge wiß nicht böse gemeint. Und Alfted hat mit Tante gesprochen, und er hat so lange in sie hineingeredet, bis sie Eingegangen ist, um die Klage zurückt nehmen." Ehe er's sich versah, lag sie vor ihm uf den Knieen. Der Professor beugtb sich nieder und. küßte sie auf die Stirn. Da da will ich Ihrem Glück nicht hinderlich sein, liebes Kind," seufzte er auf. Und schon stürmte auch Alfred her ein und umarmte stürmisch Braut und Onkel. Und Frau Schmalz trat ein und sagte, es sei ihr beschieden, im Leben allen Kummer still zu tragen, worauf aber Niemand achtete, da es nicht in die Situation paßte. Auch erzählte sie gleich eine längere Geschichte aus ihrem Leben, der ebenfalls keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde. In den nächsten Tagen hatte der Professor vollauf zu thun, um das Glück der Liebe" an dem jungen Brautpaar zu studiren, und die Beantwortung der eingangs erwähnten Frage 'fiel so geistreich aus, daß Lady Snuffins auf der nächsten Soir6e zu ihren fünf Töchtern sagte: Seht ihn Euch genau an, meine Lieben, er ist auf dem besten Wege, eine. Welt'berühmheit zu werden, Ihr wißt doch aus den Family Pa-pers"."
- J)t Sauber" am ZNeer schweinchen-Theater. Schauspieler: Herr Direktor, ich bitte um einen Vorschuß, ich habe drei Tage lang keinen warmen Löffel Direktor: Nach der Vorstellung, mein Lieber. Jetzt paßt es ganz vortrefflich zum alten Moor, wenn Sie verhungert aussehen. Sie müssen den alten Moor spielen. 5 Direktor: Sie, Herr Krause, spielen den Franz. Krause: Aber, Herr Direktor, ich spiele nur komische Rollen. Direktor: Ganz egal, Sie haben aber einen guten Anzug, und der Franz muß als Graf anständig gekleidet sein. Direktor: Sie, Frau Meier, übernehmen die Amalia. Liebhaberin: Das leide ich nicht, Frau Meier ist viel zu alt dazu. Direktor: Sie vergessen aber, daß Frau Meier eine Guitarre besitzt, auf der sie sehr schön spielt, wenn eine Andere hinter den Coulissen dazu singt. Direktor: Herr Dicke.Sie spielen den Karl. Dicke: Bei meinem Enbonpoint! Direktor: Larifari.Sie sind der Einzige, dem unsere Ritterstiefel passen. Liebhaber: Ich bin heiser, ich werde nicht Direktor: Vortrefflich, Sie nehmen den Herrmann. Es heißt ausdrück,lich: Herrmann, mein Rabe." Direktor: Schulze, Sie spielen den Spiegelberg und den Schweizer, beide Rollen. Schulze: Aber der Schweizer ersticht ja den Spiegelberg. Direktor: Sie erstechen sich eben selbst. Direktor: Nun ist noch der Pater und der Pastor. (Zu seiner Frau): Die Beiden übernimmst Du wohl, liebe Frau, Du hast ja einen langen schwarzen Mantel. Frau: Aber meine Stimme Direktor: Nun, sprich nur so,' als ob Du eine Gardinenpredigt hältst. Direktor: Den Daniel übernehmen Sie, Herr Klappke. Klappke: Wie? Ich bin als erster Held engozirtund soll eine Dienerrolle übernehmen. Direktor: Aber Sie sind doch früher herrschaftlicher Diener gewesen und haben recht gute Zeugnisse. Direktor: So, nun bleiben noch die übrigen Räuber. Wo ist der Theaterdiener? Theaterdiener: Hier, Herr Direktor. Direktor: Sie übernehmen die übrigen Räuber, der Souffleur wird Ihnen aus seinem Kaste heraus schreien helfen. Umgekehrte Welt. Wes halb haben Sie sich denn gestern beim Pfänderspiel von allen Herren küssen lassen, Fräulein Emma, nur von dem Assessor Süßmilch nicht?" Ach. gehen Sie. . . . der Assessor Süßmilch ist ja mein Bräutigam!" . Die Ballon-Aermel. Alter Jungfer: Wenn die Frauen nur Schulter an Schulter kämpfen wollten, dann würden sie schon tos öffentliche Stimmrecht bekommen. Herr: Ja. das können sie eben bei der augenblicklichen Aermelmode nicht! Aus der Kaserne. Unterofficier (zu den soeben' eingekleideten Rekruten): So. Ihr Kerls, jetzt seid Ihr mal der traurigen Cwilkleidung los. Na ich gebe Euch jetzt zehn Minuten Pause, damit Ihr Euren Stolz austoben lassen könnt." Niederschmetternd. Herr Director, mein Stück spielt in Australien." Bitte, lassen Sie's auch dort aufführen." Diagnose. Arzt: Ihre Frau leidet an heftigen Kopfträm bfcn!" Gatte? Gfnnt das! Dek alte Hut drückt ihren Kopf!" j1
Die (Quitte. Zu den Früchten.' welche das Alte? ihum hochgeschätzt, eine spätre Zeit der über Gebühr vernachlässigt hat, gehört die Quitte. Zahlreiche Abbildüngen des Herkules mit einem Quittenbaum deuten darauf hin, daß die berühmten Aepfel der Hesperiden, die er auf Befehl des Euristheus holen mußte. Quitten gewesen sein dürften. Ein Gleiches läßt sich von jenem Apfel annehmen, den Eris in die olympische Hochzeitsgesellschaft schleuderte, den Paris der Venus zuerkannte und der mittelbar der Anfofc zum trojanischen Kriege geworden ist, denn die Quitte war der Göttin der Liebe und ebenso dem Gotte des Ehestandes, Hymen, geweiht. Als Sinnbild der Liebe und des Glückes schmückte sie die Tempel von Cyprus und Paphos; Neuvermählte mußten, bevor sie das eheliche Gemach betraten, gemeinschaftlich davon genießen. Vielleicht kommt dieser Gebrauch der Quitte für den Cultus in Griechenland mit daher, daß letzteres das Vaterland der Frucht ist. Sie wuchs besonders üppig in der Umgegend von Cydon auf der Insel Kreta, wovon sie auch jetzt noch den botanischen Namen Cvdonia führt. Nach Rom verpflanzt und als geheiligte Frucht Eotonea genannt, scheinen Boden und' Klima nicht günstig auf sie gewirkt zu haben, denn sie ward mehr des Geruches als des Geschmackes halber bevorzugt. Man bediente sich ihrer auch zu Heilzwecken, und ferner durften in den Zimmern, in welchen die vornehmen Römer ihre Clienten empfingen, niemals die Quitten fehlen. Ein französischer Schriftsteller leitet dagegen den französischen Namen der Quitte Coignas8ie? von dem Umstände ab, daß sie ihres unangenehmen Geruchs halber in einen Winkel (join des Gartens verbannt zu werden pflege, es scheint also, daß über Geruch sich ebenso wenig streiten lasse wie über Geschmack. Allgemein dürfte jene Ansicht überhaupt nicht sein, da im südlichen Frankreich, an den Usern der Garonne Quitten in großer Menge gezogen werden. Man verarbeitet sie zu einer Marmelade, welche unter dem Namen Contignac weit verschickt wird. In englischen Gärten findet man als Zierpflanze eine Quittenart, Cvdoai.i Japonicn, welche roth undweiß gesprenkelte Blüthen trägt. Man hat sie indeß gleich der chinesischen Quitte nur um dieser schönen, lieblich duftenden Blüthen willen dort heimisch gemacht, denn die Früchte sindwegen ihres faden, unangenehmen Geschmackes nicht genießbar. Andersverhält es sich mit der persischen Quitte, die, nachdem sie ihre volle Reife erlangt hat. alle Herbheit V?liert, einer weichen, saftigen Birnegleich t und herrlich duftet. Man bedient sich ihrer gern zu Geschenken. Wie bereits erwähnt, hat die Quitte ihren Weg von Griechenland nach Italien genommen, wo man sie noch heute gern in den Wäscheschrank legd und auch vielfach mit Vorliebe verspeist. Von dort verbreitete sie sich über Europa und kam auch naH Amerika. Vorzüglich läßt sich die Quitte im Haushalt verwenden, und man sollte den Strauch nicht nur als Zierpflanze ziehen und auch nicht, wie dies haufig geschieht, um Birnen und Aepfel auf seinen Stamm zu pfropfen, fondern wirklich der Früchte halber. Ehe aber über, deren Verwendung gesprachen wird, sei noch erwähnt, daß man Aepfel- und Birnenquitten unterscheidet. sowie daß es auch eine portugiesische Quitte mit sehr 'schönen, großen Früchten gibt, die beim Kochen eine hübsche rothe Farbe annehmen; der Baum hat jedoch den Nachtheil, daß er spärlich trägt. Ob der Apfel- oder der Birnenquitte beim Verbrauch der Vorzug zu geben ist, darüber sind die Meinungen getheilt. In unserem Lande, wo man sie hauptsächlich zur Bereitung von Pasten verwendet, hält man die Apfelquitte für geeigneter, in Frankreich baut man mehr die Birnenquitte an. Andre erklären, daß es nur auf schöne, gut gereifte Früchte ankomme, um aus ihnen ein sehr wohlschmeckendes Eompot. eine vorzügliche Marmelade und Pasten zu bereiten, welche mit den feinsten Erzeugnissen dieser Gattung wetteifern können. Durch einen Zusatz von Quitten kann man ferner andre eingemachte Früchte scbmackhafter, haltbarer und verdaulicher machen. Zum Schlüsse noch die Bemerkung, daß die Quitte oder vielmehr der aus ihren Kernen vermittelst eines Aufgusses von heißem Wasser gewonnene Schleim auch einmal als 'ToilettenMittel gedient hat. In den vierziger und fünfziger Jahren dieses JahrHunderts ward er von den Damen benutzr, um die damals modernen, ausgebogten, glatten Scheitel recht fest an die Stirn ud davon ausgehende kleine Locken ungefähr in Form einer 6 auf die Wangen zu kleben. Man hielt das für schön und Hat also auch in neuerer Zeit noch die Quitte . der Göttin der Schönheit geweiht. Der Schmerz des Dicht e r s. Sie: Ist es nicht ein wundervoller Hut, lieber Arthur? Sieht er nicht gerade aus wie ein Gedicht in Spitzen und Federn und babei kostet er blos 35 Mark! Er (lyrischer Dich. ter. mit. einem tiefen Stoßseufzer): Ich wünschte nur, das ich für jedeS meiner Gedichte so viel bekäme! Z u h ö f l i ch. .Aber. Minna, was fällt Ihnen denn ein, so viele fremde Personen in der Küche zu ha ben?- Wenn Sie erlauben, Madame, stell' ich Sie den Herren vor."
