Indiana Tribüne, Volume 18, Number 309, Indianapolis, Marion County, 28 July 1895 — Page 7
TaS Räuderwesen in Italien. i - Die Liebhaber der Räuber-Roman ti! brauchen noch nicht zu trauern,denn das italienische Räuberwesen, der viel berühmte Brigantaggio" ist noch nicht verschwunden. Zwar hat sich manche italienische Regierung des letzten Vier teljahrhunderts diele Mühe gegeben, das Unwesen auszurotten, und mehr alS einmal ist der Welt stolz verkündet worden, jetzt sitze der letzte Räuber hin. Uz Schloß und Riegel. Aber es war jedesmal nichts damit. Auch Herr Cri-pi hat sich 'mehrfach angestrengt, um des Uebels Herr zu werden, aber gleichfalls umsonst, und es ist. bezeichnend. daß gerade in den letzten Jahren, also unter der neuerlichen Herrschaft Crispi's, das Räuberwesen wieder ti nen neuen Aufschwung erlitten hat. Mit Interesse wird man daher lesen, was ein Kenner seiner Landsleute, Herr Scipw Sighele, über diesen Zweig des italienischen Volkslebens zu sagen weiß.' Auch Sighele tröstet die Liebhabe? 'der Räuber-Romantik und spricht die Ueberzeugung aus, daß die Nachfolger Fra Diaolo's noch lange nicht aus, sterben werden. Der Brigantaggio ist weder todt, noch liegt tt im Sterben; im Gegentheil. Immerhin hat sich das Räuberwesen, dem Zuge der Zeit entsprechend, mehr centralisirt. Es aibt gegenwärtig auf dem italienischen Fest. lande nur drei Räuberhauptmänner, sozusagen im activen Dienste: Tiburzi, Fioravanti und Ansuini. Aber sie sind außerordentlich thätig und sind im Stande, sich zu vervielfältigen, so daß die Drei die Geschäfte von Zwanzig verrichten. Tiburzi, genannt der Eremit von Lamona, ist ein Ochsentreibe? aus dem Flecken Cellere bei Viterbo in der Provinz Rom. Er ist 1847 gebo?en und wurde 1872 wegenStraßenraubs, Erpressung und Meuchelmords zu lebenslängluher Galeere verurtheilt. Im Jahre 1874 gelang s ihm. aus den Salinen von Torneto Tarquinia zu entkommen, und seither hat man ihn nie wieder erwischt. In den Gebüschen, Sümpfen und Wüsten des Maquis, wo man nur den Galopp der wilden Pferde hört, weiß er sich vor jeder Polizei sicher und er lacht über die platonische Gerechtigkeit, die Steck, briefe gegen ihn erläßt im Ganzen sind es jetzt 17 und eine Belohnung von 10,000 LireDemjenigen verspricht, der ihn den Behörden überliefert. Um dies zu begreifen, muß man das Maquis kennen. Es ist niedriges Ge holz mit nur wenigen offenen Stellen, unerforscht und unerforschbar, mit zahlreichen engen Schluchten, Verstecken und AbFründeru. Tiburzi der alle Winkel des Maquis kennt, lebt dort so sicher wie auf einer Insel, die auf allen Seiten vom Weltmeer umgeben ist. Die Bauern, weit entfernt davon, ihn zu verkathen. unterstützen ihn. bringen ihm Bord, Wein, Tabak, benachrichti gen ihn. wenn die Polizei beabsichtigt, eine Jagd im Maquis zu veranstalten, mit einem Worte, sie thun für ihn den Sicherheitsdienst, den der Präfect und die Polizisten naiver Weise gegen ihn organistrt glauben. Man soll aber darum nicht denken, dcrß dieser Räuber unaufhörlich in irgend eine? Höhle des Buschwerks sich versteckt halte. Ti burzi kommt häufig nach Rom, wo er sich vergnügt wie ein großer Herr; er hat sogar Reisen in's Ausland gemacht. Tiburzi ist reich; er hat mehrere Tausend Francs jährlicher Einkünfte zu verzehren. Seine Le bensweise hat sich nämlich seit einiger Zeit geändert. Meuchelmord, Raub und Diebstahl mit bewaffneter Hand sind ihm ohne Zweifel als viel zu verltete und unbequeme Mittel erschie nen, um sich eine behäbige Existenz zu verschaffen. Er bat etwas Besseres zu finden gewußt. Er stiehlt nicht mehr und tödtet nicht mehr; e? setzt einfach die Bevölkerung in regelmäßige Coniributivn. Er ist glücklicher, oder besser gesagt, geschickter und machtige? als die Regierung; er versteht es, Steuern zu erheben, wie es sein muß: ganz sy stematisch. Kleine und große Eigen thüme? der Gegend bezahlen ihm regelmäßig jeden Monat eine bestimmte Abgabe, je nach Können der Eine wenig, der Andere viel; von einem einzigen reichen Besitzer bezieht er 4000 Lire jährlich. Dafür garantirt TZ burzi den Eigenthümern die Sicherheit ihres Lebens und ihre Guter. Die Armen, wenn sie nichts zu essen haben. wissen ihrerseits ihn zu finden. Er gibt ihnen Geld, mit dem er immer reichlich versehen ist. Der königliche 'Siaatsanwalt von Viterbo sagte dem Verfasser vor einiger Zeit, seit Tiburzi da sei, habe sich die Zahl' der Verbre chen und Vergehen in seinem Bezirke beträchtlich gemindert. Warum? Weil schon die Anwesenheit Tiburzi'ö alle anderen Uebelthäter fenihält. Sie wa gen es nicht, einen Diebstahl auszufüh ren. ein Haus anzuzünden ode? Je-m-iiden mit bewaffneter Hand anzugreifen, weil sie wissen, daß Tiburzi sie dafür strafen würde. Er hat ver sprochen, die Eigenthümer zu beschü tzen, die ihm dafür bezahlen, und e? macht sich eine heilige Pflicht daraus, sein Versprechen zu halten und jede Verletzung durch Andere an diesen zu rächen. Es ist wie in einem Teich: die großen Raubfische fressen die kleinen. So rottet der große Räuber Tiburzi die kleinen Räuber aus, und dieser Bandit, der gefährlichste aller Missethater. ist die Hauptursache der Ab nähme der Verbrechen in seinem Bezirk. Za er macht nicht nur, daß die Verbrecher abnehmen, eö kommen auch gar keine Verbrechen da vor, wo er wohnt. Begeht nun aber Tiburzi selbst ein Verbrechen im juristischen Sinne deö Wortes? Sicher nicht. Er hat das Verbrechen in einen Vertrag, den Diebstahl in eine Abgabe verwandelt. Man bezahlt ihn, 'damit er nicht morde zind nicht sichle.. Mn rorfß nicht soll
man mehr die Schlauheit bewundern, die eine solche Verwandlung zu Stande bringt, ode? übe? die Feigheit sich ent rüsten, die sie sich gefallen läßt. Immer bricht bisweilen der Mörder in Tiburzi wieder durch. Wenn er Einen im V dacht hat, daß er ihn verrathen habe, so straft er ihn durch einen Flintenschuß, der nie fehl geht. Früher hatte Tiburzi einen Genossen Namens Domenico Biagini, der am 6. August 188S in einem Zusam menstoß mit Carabinieri erschossen wurde. Tiburzi und inem andern Ge nassen Namens Fioravanti war es gehingen, sich durch die Flucht zu retten, aber sie schwuren, Domencio zu rä chen. Sie erfuhren, daß ein gewisser Raffaele Gabrielle, Pächter des Mar. chese Gugliermi. die Carabinieri auf die Spur der Räuber geleitet habe. Ungefähr ein Jahr später, am 22. Juni 1890, waren etwa fünfzig Arbeiter auf dem Gute des Marchese bei Porzatelli, drei Kilometer von Mont alto-Orbetello, mit dem Einbringen der Ernte beschäftigt; Gabrielli überwackte die Arbeit. Es war acht Uhr Morgens, die Arbeiter machten gerade eine Pause und aßen ein Stück Brod zum Frühstück. Da standen plötzlich zwei bewaffnete Männer da; sie wa ren wie aus einem Loche aus dem Gehölz des Maquis, das die Felder auf der einen Seite begrenzie, herausgeschlüpft. Der eme der Männer naherte sich Gabrielli und sagte zu ihm: .Steh auf und folge mir!" Gabrielli weigerte sich. Da packte ihn derMann an der Brust und schleppte ihn an die Stelle, wo der andere Mann mit der Flinte in der Hand wartete. Vor fünfzig Arbeitern, die vor Schrecken sich nicht rührten, vollzog sich die furchtbare Ezecutilin. Gedenke des 6. August!" schrie der Henker und jeder der Manner schoß dem Opfer eine Kugel in den Kopf. Dann luden sie ihre Waffen und riefen: So geht es den Spionen!" Sie schritten dem Gehölze zu und verschwanden darin; von den erstarrten Arbeitern wagte es sei ner, ihnen zu folgen. Auch aus Sicilien ist der Brigantaggio noch nicht verschwunden, wenn er auch, wenigstens vorläufig, an Macht bedeutend eingebüßt hat. Vor zwanzig Jahren etwa beherrschten drei Räuberbanden, deren Mitglieder beritten waren, das Centrum der Insel. Die letzte Bande, diejenige von SanMauro, bestand blos aus elf Männern, von denen kürzlich acht getödtet oder gefangen worden sind. Der Hauptmann dieser Bande. Melchiore Candino, ein Bauer auS San Mauro, schlug sich in die Büsche am 15. Mai 1889, nachdem er vier Morde - begangen hatte. Im Laufe eines Jahres sammelte er um sich die Genossen Rinaldi, Ortolano, Caroli, di Paola, Botindari, Leonar da, Scialobbo, Mazzola, GiacoNia und Pupillo, alle aus der Gegend von San Mauco. Die Bande bildete sich schnell und sicher, und begann ihre Operativnen. Binnen zwei Jahren hatte sie, um nur die schwersten Verbrechen zu nennen, zwanzig Morde' verübt. Man kann also nicht sagen, daß sie unthätig war. Das Motiv der Verbrechen war fast immer die rendetta, die Rache, die Rache für ein erlittenes Unrecht. In Sicilien liebt man es im Allgemeinen, sich selbst 'Gerechtigkeit zu schaffen. Die Vorschrift des Christenthums, die linke Wange darzubieten, wenn man einen Schlag auf die rechte Wange er halten hat, ist ein moralischer Nonsens auf der schönen Jnfel; bei den Sicllianern ist der Haß ebenso lang und dauerhaft wie die Liebe. Damit hängt auch eine andere Eigenschaft derj Sicilianer zusammen: die omerta, das Schweigen vor dem Richter. Ohnehin hat der Sicilianer das Sprüchwort: La virita si dici a lu cunfisuri e no ad autri, man sagt die Wahrheit dem Beichtvater,' aber sonst Niemanden. Es ist aber nicht blos derGrundsatz, daß der Todte todt ist und daß man dem Lebenden helfen muß, nicht blos die Wildheit des Charakters und die Unbildung oder die Furcht, für einen Angeber gehalten und als solcher behandelt zu werden, daß man in Sicilien die Justiz nicht aufklärt, sondern die von den Kindern mit der Milch eingesaugte Lehre des Schweigens über Alles, was man gesehen hat. zielt einzig darauf, sich selbst die Möglichkeit dev Wiedervergeltung vorzubehalten. Der Sicilianer, im Gesühl einer gewissen Eifersucht, will nicht, daß ein Anderer, und selbst wenn es das Gesetz wäre, die Beleidigung strafe, die ihm angethan worden ist. Daher die allgemeine Erfahrung, daß Leute, die bestohlen, mißhandelt' gesto chen worden sind und daß die nächsten Verwandten des Opfers eines Mordes den Thäter durch ihr Schweigen vertheidigen. was einzig in der Absicht geschieht, sich selbst und allein an ihm zu rächen. Und diese Rache kommt früher oder später sicher: nur reden darf man nicht von ihr. Zuweilen freilich vergreift sich die Rache und trifft einen Unschuldigen. Der schrecklichste dieser irrthümlichen Racheacte ist wohl jener, der an einem gewissen Antonio Rinaldi, einem Bauern aus San Mauro, verübt worden ist. Diesen Rinaldi hielten die Räuber für einen Spion; er sollte über ihre Operationen den Carabinieri Einiges verrathen haben. Die Räuber raubten nun Rinaldi seinen zwölfjährigen Sohn, sägten ihm bei lebende gem Leibe langsam den Kopf ab und rissen ihm das Herz aus dem Leibe. Der Räuber Botindari erzählte später vor dem Schwurgericht cynisch Alles; während sie mit Essen und Trinken ein Fest feierten, stellten sie den Kopf des Knaben mitten auf den Tisch, und steckten ihm Speisen in den Mund mit den Worten: .Iß. Spion!" Im Uebrigen stehlen die sicilianischen Räuber, wie die anderen, Vieh und brande schätzen dic Bewohner.
'Sechs Mitalieder der Bande von
San Mauro wurden von den Carabi nieri getödtet, zwei andere, Botindari und Leonarda, wurden vom Schwur gericht zu Palermo zu lebenslängliche! Zwangsarbeit und!. Einzelhaft verurtheilt. Beide nahmen ihre Verurtheilung lachend hin. Leonarda beschäftigt sich in seinem Gefängniß mit der Abfassung von Versen, die nicht schlecht sind; trotz seiner Rohheit und Unwis senheit steckt ein Künstler in ihm. Bo. tindari dagegen hat sich der Wissenfchaft ergeben; er kann den Romanen und Geschichtsbüchern keinen Geschmack abgewinnen, sondern beschäftigt sich mit dem Studium deö Laplace'schen Weltsystems. Er ist zudem Atheist; e? will nichts von den Priestern wissen und weist jede Tröstung der Religion zurück. Die Zeiten scheinen sich also doch geändert zu haben. Die Brigan ten selbst sind Skeptiker geworden, und der klassische Räuber, der mordend und brennend zu seinem Heiligen betet, ge hört der Vergangenheit an. Gleichzeitig mit Leonarda und Bo tindari wurden die anderen Mitglieder de? Bande, aber in contumaciam, zu lebenslängliche? Zwang8a?beit ve?urtheilt. Es sind: Candido, der Hauptmann der Bande. Caroli und Paola. Das sind in Sicilien die Emzigen und Letzten, die noch in Freiheit sind. Von Paola hat man lange nichts gehört; er ist unsindbar und es scheint, daß er die Insel verlassen hat. Caroli ist ein erbitterter Gegner Can dido's geworden, ist also für diesen keine Stütze mehr, sondern eine Ge fahr. Melchiore Candido ist somit allein. Er schreibt an die sicilianischen Blätter Drohbriefe, denen er aber bis jetzt keine Folge gegeben hat. Es fehlt ihm jedenfalls an den Leuten, um seine Drohungen auszuführen, denn er befindet sich in der Lage eines Gene rals ohne Soldaten. Ob er jemals wieder Rekruten bekommen wird? Dienen Tapete. Ein Familienzwist von L. H. Schubert. Ein Wohnungswechsel ist für mich derJnbegriff aller Leiden auf dieser Erde. Ich bin ein seßhafter Mensch und doch erfordern es manchmal die Umstände, daß man ein anderes Heim sucht. Wir meine Frau und ich hatten endlich nach langem Suchen ein solchcö gefunden. Die Wohnung ent sprach allen unseren Wünschen und wir mietheten sie sofort. Allerdings U durfte sie. der Aufbesserung, was de? gefällige Wirth zu besorgen versprach. So war alles in schönster Ordnung und -tvir waren glücklich in dem Gedanken, des vielen Suchens, Fragens und Treppenkletterns endlich überhoben zu sein und es so gut getroffen zu haben." Mit einem Male kam mir ein Gedanke. Wir haben gar nicht über die Farbe der Tapete gesprochen." sagte ich. Und indem wir umkehrten, fragt, ich meine Frau: Was meinst Du zu blau?" Ich denke grün," entgeanete sie. Man hat mir einmal gesagt, ich sei ein Krakehler; eS ist möglich, aber ich bin nun so. Hier hatte sich nun blau in meinem Kopf festgesetzt und ich fragte: Warum grün?" Ich liebe grün!Und ich blau!" Grün hält das Ungeziefer fern!" Eben, weil eS arfenikhaltig ist, 'ist eS auch für uns schädlich. Blau ist gut für die Augen." Blau ist zu dunkel!" Es giebt auch Helles Blau!" Meine Frau schwieg. Ich fühlte, daß sie meine Hartnäckigkeit ärgerte, aber weshalb nachgeben? Wir gingen also zurück zum HausWirth und ich stellte ihm meinenWunsch vor, dem er bereitwilligst nachzukommen versprach. Blau, sagte er, sei eine sehr schöne Farbe und es gäbe darrn viele Muster. Nun kam aber meine Frau dazwischen und verlangte Grün. Der Wirth blickte mich fragend an. ob ich woh( ihrem Wunsche entspräche, aber ich blieb hartnäckig ich bin eben kein Pantoffelheld und ich halte den dafür, der sich in die Launen der Weiber fügt. Hier handelte es sich augenscheinlich um eine solche, der ich meinen Willen entgegensetzte. Ein Mann muß das thun, sonst ist er nach meiner Meinung kein !Nann. Der Wirth zog verlegen die Schul tern in die Höhe und sagte: Ha, die Herrschaften müssen sich doch einigen. Wie soll ich sie denn tapeziren lassen blau ode? grün?" Blau!" ?ief ich. Grün!" rief meine Frau. Sie kann recht eigensinnig sein, meine kleine Frau. Aber das muß ihr abgewöhnt werden. - Ich bestimme: blau!" sagie ich des halb. i Dann magst Du die Wohnung allein beziehen!" rief meine Frau, und in ihren Augen, von denen ich früher immer geschwärmt und sie ihres milden Glanzes willen sogar angesungen halie, blitzte c3 recht sonderbar. Was sollte nur der Wirth dazu sagen. kZr lächelte in tincm fort abe: wie! Also wir nehmen wohl grün!" sagte er. Beinahe hätte ich Ja gesagt. Ich besann mich aber noch auf meine Würde und blieb bei: Blau!" Gut", sagte meine Frau, so tapeziren Sie mein Zimmer, das mit dem Erker, grün." Erst war ich erschreckt, dann aber sagte ich -mit möglichster Fassung: Schön, thun Sie der Dame ihren Willen. Die übrigen Räume bitte blau!" Der Wirth verneigte sich, immer
noch 'lächelnd, und wi? gingen. Ra-
türlich ohne ein Wort miteinander zu wechseln. Es war mir nicht möglich. Ich war entrüstet, empört! Solch ein Starrsinn! O, diese Weiber! Jch'will es nicht behaupten, abe? ich glaube, sie dachte ähnlich so. Sie sah ganz danach aus. Nur daß sie ihre Reflexionen mit O, diese Männer!" schloß. Acht Tage vergingen und wir wechselten kein Wort. Alle Nächte träumte ich von unendlichen Rollen blauer und grüner Tapete. Alles, was ich ansah, hatie die ominösen Farben, ich glaube, ich war in dieser Zeit thatsäch!ich farbenblind. Meine Frau lief mit grünen Pardon, rothen Augen umher. sie schien viel zu weinen. Sie ihat mir leid, aber sie trug doch selbst di; Schuld. Abermals vergingen acht Tage, der Zieiermin war vor der Thür und wir wann immer noch stumm. -Ich must bestehen, ich fühlte Reue, wahrhaftig! Biisie litt, die Aermste! Aber sollte ich mich fügen? Der Möbelwagen und die Ziehleute kamen. Ich trug den B'.fau:?, m:n: F:aü die Lampe. Mein ganzer Unmuth stieg in mir c?. als ich an die verschimpsirtc Wohnung dachte. Meine Frau war die Erste, die sie betrat, und ich hörte sie einen Schrei curiiofcn, während ich noch auf de? Trcvpe war. Warum mochte sie schreien? Doch ts?i kümmerte mich das. Ich beschiennigie also meinen Schritt nicht. Doch als ich eintrat, blieb ich ganz crfiauni stehen: die Wohnung war gelb tapeziert! Gelb" entschlüpfte es meinem Munde. Gelb!" sagte meine Frau, die in der Thür des Erkerzimmers stand. Dann kam sie auf mich zu und sagte: Heinrich, wir waren Thoren!" und da ich 'derselben Meinung schon lange war. umfaßte ich sie und küßte sie. Das haben wir dem Hauswirth zu danken. Er ist ein verständiger Mann!" 'sagte ich. Nein", meinte meine Frau, er ist ein Engel!" , Na, ja", erwiderte ich, wenn er statt der ständigen langen Pfeife die Friedenspalme in der Hand hielte, könnte ich ihn auch beinahe dafür ansehen!" Ich sagte das nur aus angeborener Oppositionslust; ich war ihm wirklich recht denkbar und mußte "gestehen, daß Ich nie schöneres Gelb gesehen, wie das unserer neuen Tapete. &U!' 2li44llfCr An Seitenstücken zur Falb'schen Prophezeiung vom Weltuntergang dat es nie gefehlt, besonders im Mittelalter und in der Uebergangszeit, wo jeder auch noch so kleine Hof seinen eigenen Astrologen hatte. Außerdem gab es viele bürgerliche Sterngucke? und Kalendermacher, die sich durch die gewagtesten Prophezeiungen in die Mäuler der Leute brachten, im entscheidenden Moment aber verdufteten. Eine der merkwürdigsten Astrolügen" war jedenfalls die von dem Tübinger Professor Stöfler im Jahre 1518 angekündigte Sintfluth für daS Jahr 1524, weil sich Saturn, Jupiter und Mars in diesem Jahre dem Zeichen der Fische näherten. Der Hof des Kaisers Carl V. gerieth darob in großen Schrecken und General Rango verlangte sogar, daß der Kaiser die höchsten Berge aufsuchen und auf ihnen Magazine anlegen lassen möge. Der Präsident Äuriot in Toulouse ließ sich eine große Arche bauen und sie mit allen möglichen Vorräthen versehen, darin sein Schicksal den Wellen, wie Noah, anzuvertrauen. Der Bürgermeister Hendorf in Wittenberg dagegen richtete den Oberboden seines Hauses zur Woh nung ein und sorgte für ein Viertel guten Kukuk (Bier), um doch einen Labetrunk zu haben. Endlich Marder in ganz Europa gefürchtete Februar 1524 da und fast überall war er so heiter und hell, daß kaum ein einzelner Tag Regen brachte. Trotzdem wurde die Astrologie nicht auslacht, denn die Gelehrten erklärten, daß die schreckliche Planetenconjunction nur falsch gedeutet worden sei, sie hätte dem Bauernkriege gegolten, welcher bald nachher (vom 24. August 1524 an) Deutschland überschwemmte. So blieben die Sterndeuterei, sowie Magister Stöfler immerfort in Ehren. Schlimmer erging es allerdings dem Prediger Stiefel zu Holzdorf, welcher genau ausgerechnet hatte, daß die Welt am 3. October 1533 um 8 Uhr früh zu Grunde gehen sollte. Stiefel erwartete den Weltuntergang auf der Kanzel, die Kirche war von Menschen überfüllt, es schlug sieben, acht. Da kam ein Gewitter und hierauf zeigte sich der schönste Tag. Um die Mittagsstunde wurde es endlich den Bauern zu dumm, sie rissen -Stiefel von der Kanzel herab und schleppten ihn nack Wittenberg. wo man Mühe hatte, die aufgeregten Gemüther zu beruhigen. Aus dem Examen. Professor: Herr Kandidat, Sie haben den Gehirnschlag und den Herzschlag erwähnt; gibt es noch eine andere Art von Schlaganfällen V Candidat: Der Zungenschlag." S e k t v a r t i e. Sagen Sie 'mal. wie war denn das gestrige Fest?" Lieutenant: Famos, nur io in Sekt geplätschert!Aus einer Theaterkrit i k. In der Scene, in der Othello, von Verzweiflung gepackt, sich den Hals abschneidet, konnte man deutlich sehen, daß Herr Mimmeier echtes Künstlerblut in den Adern hat!"
Per Me.
Line Alpengeschichte von August Silberstein. Zuweilen einen verhaltenen Seufzer aushauchend und stetig über den Strickstrumpf hinweg in ein zerlesenes Gebetbüchlein durch die dicke Brille guckend, saß di Prantnerin Abends am Tische, während ihr junges rundbackiges, blondzöpfiges Dirnl die hellblauen Augen auf ein Stück weißes Linnen gerichtet hatte und emsig nähte. Ja, Mutter, sag mir nur, was Du heut denn gar so seufzen thust und mih mannigsmal anschaust, als wie " sagte das Dirnl, jetzt von ihrer Arbeit aufsehend. Jh hab nix Bös' 'than," fügte sie aufrichtig hinzu. ' Beilei' nit, noh nit," sagte die Mutter beschwichtigend. Aber Du bist so jung - Freilih. wenn ih noh lang leb, fön nen schonSünden z'sammkommen: aber jetzt-" Wohl, wohl: aber Giesl, Du sollst auf d' Alm." - "Ih?" rief, das Mädchen erstaunt über die unerwartete Botschaft aus. Schau sagte die Mutter seufzend, für eine Dirn tragt's es uns nit, kummt viel zu theuer, ih kann's nimmer dermachen. Müssen wir halt recht klug thun. Möcht ih Dih auf d' Alm schicken. Die Nachbarin gibt mir zu den unsern noch zwei Küh dazu und so ist's für eine Dirn auf d' Alm grad g'nu'." Das Mädchen schwieg und sah eine Weile starr vor sich hin. Js' so oanschichti (einsam) oben," sagte sie dann. Der alte Knecht von der Huberin," entgegnete die Mutter, wird in der Woch ein oder zweimal aufsteigen, Spän' machen, Brot bringen und was Du brauchst. Die Moserhütt' is auch eine kleine Stund weit und so bist nit allein oder verlassen. Aber um das is's nit." Was denn?- . Weißt, es steigen so vielBöse-än den Almen herum. Die jungen Burschen und Hojzknechte, die Wildschützen, die Jägergehilfen " , So?" sagte das Dirnl aufmerksam. Und wenn's nur um dees wär. Aber weißt, der Teufel selber geht um. Mein' ich." fügte sie hinzu, als ste sah, daß das Mädchen aufzuckte und fast erschauerte, mein' ich, daß der Böse in Verkleidung herumgeht. Glaubst oft, dees ist der Jäger, der Forstg'hilfloder a Bur (Bursch) und es ist der Leibhaftige " Jetzt schrie das Mädchen auf, ihr Herz pochte gewaltig und' sie stieß hervor: Nein, nein, da geh ih nit!" Die Mutter merkte, daß sie des Guten zu viel gethan, unj) lenkte entsprechend ein. Aber was kann das Dih scheniren? Du hast Dein Geweihtes und das Kruzifix. und mit dem Rosenkranz da kann er Dir nix anhaben." Das Mädchen schwieg und sann wieder vor sich hin. Magst?- frug endlich die Bäuerin, sllgte aber hinzu: Es geht nit anders, wenn wir für'n Winter was haben wollen." Das gab dem Herzen des Mädchens den letzten Rest-, und sie sagte leise, langsam: Muß ih wohl! Es geht nit anders muß sein in Gott'snam!" So ward's ausgemacht, so ward die Nachbarin von der vollendeten Thatsache und Uebereinkunft benachrichtigt, die übliche Ausrüstung für den Aufzug nach der Alm besorgt, die schönste Kuh mit der Glocke und demKranz versehen, es wurde gebetet, gesegnet, kurz all' das liebliche verrichtet. Der Knecht war zwar schon wiederholt auf der Alm gewesen, hatte dort Dach undKrippen geflickt, Herdsterne befestigt und allerlei hinauf besorgt. Die Weiber stiegen mit bis zur ersten großen Wiese hinter dem Waldstreif, dann ging's steiniger, holperiger und zackiger zwischen einzelnen alten Tannen und Felsgebröckel. Die Glockenkuh kannte den Weg und brüllte eins den folgenden Rindern freudig vor. sie thaten ihr zuweilen nach und hinterher trabte auch noch der alte Knecht mit breit ausgestemmten Füßen, etwas winkeligen Knien und allerlei Zeugs mittels einer Kraxe auf dem Rücken tragend, nächst Giesl. Einer belauschte das, von Allen ungesehen. Er schlich auf einem anderen Wege und lugte durch alle Lichten" von Busch, Baum. Felsgrupven. Er sah Giesl, musterte sie mit Herzpochen, und nahm sich vor, bei erster guter Zeit auf die Alm zu gehen und dort seinen Strauß zu bringen, unter dem Borwände, daß er für seine alte Mutter Hirschkräuter und allerlei Wurzenzeug für die Brust und gegen denKeuchathem sammeln müßt'. Der Auszug war geschehen. Giesl war wohl eingerichtet; Spane und Reisig, die in Trockenheit rasch zündeten, gab's genug, 'und die Küh: scherzten nahezu mit der Almerin, rieben die Schnauze an ihr, beschnupperten hellaugig blickend ihre Hände und boten sich freiwillig dem Melken an, wie zu einem Liebesdienste. Alles ging gut. Nur die Einsamkeit! So mutterseelenallein. Keine Genossenschaft als die der Sterne. Um mit Menschen zu verkehren, nur der Juhschrei und ein bischen jodeln, daß es von btrt Wänden schallt und zu der weiten Nachbarhütten hallt! So jung und einsam; da soll man nicht singen und manchmal sogar den Kühen was vorreden? Beten ist auch eine Zuflucht, nebst der Arbeit. Eines Tages bestieg der Bincenz die piim. Er hütete sich wohl, auf dem 'Wege zu singen, aufzujauchzen, iwie er auö vollem Herzen hätte mögen, er wollte hoamelih, hoamelih" anlangen.
überraschen, sich sanft einschmeicheln, mit Giesl endlich wieder einmal vollends und länger' beisammen sein, was ihm seit dem Faschingstanz nimmer geglückt. Er kam. Da lag vor ihm, hoch im Gestein und Grün, die Hütte. Das Gatterl (Gitter) bis zur Hüfte reichend, war vor die Thüre eingehängt, diese weit offen. Er stieg die zwei Stufen übe? den breiten Stein empor, sah hinein und sah Niemand. Er ging zur Seitenthür und blickte in den Stallraum. Leer. Er' setzte sich in den Winkel zwischen dem ThürPfosten, und aufgeschichtetem Reisig nächst allerlei Geräthen. auf die kleine Bank. Da sah er das Dirn! bald herankommen. Auf dem Kopfe trug sie die Grasbürde, die im kreuzweis verknoteten weißen Tuche eingehüllt war und Büschel undHalme zierlich durchstreckte. In der Hand hielt sie die blanke Sichel. Er drückte sich in's Holz hinein und rührte sich nicht. Endlich war sie nahe vor ihm, ersah ihn und im Schreck warf sie die ganze Bürde auf ihn, über seinen Kopf und sein Gesicht, daß er schnaubte und nach dem fallenden Hut greifen mußte. Sie bekreuzigte sich aber auch so eifrig wie möglich und rief alle guten Geister an. .Giesl!" Cenz! Dem' Stimm is's schon; aber bist's völlr wirklih?Wirst mih wol kennen, Giesl." sagte er treuherzig. Und sie wollte mit dem innersten Grund des Verdachtes nicht recht heraus. Endlich sagte sie: Bist in Gottsnam amal daher kummen?" In Gottncrn, ja!" sagte er, völlig freudig mit der Stimme aufschlagend. Jetzt war der Bann gebrochen. Wieder eine Menschenstimme und Cenz! Jetzt fingen sie zu plaudern an, vom Thal tief drunten und von Leuten in den Höfen, den Häusern, dem Dorf, von Allen, die er beim letztenKirchgange am Sonntag gesehen, ihrem Wohl und Wehe. So waren sie wie unbewußt und unvermerkt in das Innere der Hütte und den Vorderraum gelangt. Cenz konnte sich daran nicht satt sehen, wie Alles zierlich, nett und blumengeschmückt war. Er brachte frische Gartenrosen herfür. Sie kicherte dieselben an. Die muß ih wohl verstecken," sagte sie. Versteck's, versteck's!" erwiderte er eifrig, im Bewußtsein, daß diese Alpenfremdling: Verräther werden könnten. Sie steckte dieselben sofort -in ein Töpfchen mit frischem Wasser, trug dieses aber auch fürsorglich in die Bettkammer, stellte es auf ein höheres Tragbrettchen.' zwischen kleinen Stößen von Wäschestücken und Tüchern, so daß sie verborgen waren. Er sah durch die offene Thür in dieses kleine Gelaß, wo nur eine zwei Handflächen große Lichtluke war und wo das geliebte Mädchen ruhte. Wirst wohl recht hungeri und dursti sein!" sagte sie. Er gab's zu und eine Schüssel mit Milch, auf welcher der Rahm fingerdick stand, war rasch herbei. Er setzte sich auf den Rand des steinernen Herdes; und wie sich seine bunte Gestalt, sein Gesicht von dem Schwarz der rußigen Balkeniwand hinter ihm abhob, eilte sie ztt dem Brotlaib, den sie rasch aus eine? kleinen Truhe hob, und wollte ihm ein großes Rundstück abschneiden. Er wehrte. So viel Hunger habe er nicht. Aber Sehnsucht, eine Liebe, die ihm das Herz zersprengt und jetzt doch noch eine Weile ganz läßt, weil er Giesel wieder gesehen! Er ergriff ihre Hand, zog sie an sich und flüsterte: Dir und Dir steig ih nach, bist so lieb und g'schmach. in Dein Herzl is' noh Platz, geh, gib mir ein Schmatz, Dein Schatz!" ' Er zog sie zu seinem Sitze an sich, sie war einen Augenblick wie gelähmt, dann wollte sie erschreckt sich ihm entwinden, drehte, wendete die Knöchel des Handgelenks, zerrte den Arm. er ließ nicht los und h?elt sie wie in Eisenklammern dann in seinen Armen und drei Küsse flammten auf ihre Lippen nieder. Das Mädchen stieß ihn zurück und flüchtete in eine Ecke, in jene, wo die Heiligthüiner waren. Er zögerte, dies erblickend; er blieb, seine Brust wogte heftig, auch er fieberte; denn das Gestärcdmß zu machen und der Geliebten so nahe zu kommen, war ihm bisher nie gelungen. Jetzt sah Giesl hinaus durch das Fenster! der Almstube, denn die Thür hatte der vorsichtige Bursche hinier sich zugezogen, uttd sie glaubte zu bemerken, es reg: sich stärker in dem Buschwerke eines schrägen Steingehänges als sonst, aber noch mehr war ihr. als höre sie ein Raspeln und Rauschen durch die Luftstille. Horch!" rief sie zu Tode erschreckt. Paß auf! Man kommt! Jessas Maria! Jetzt kannst nimmer 'naus. Es kommt wer. Durch die Thür därfst mt. Da sieht man Dih. Versteck Dih, um Gotteswillen versteck Dih!" Wohin?" rief der Ueberrasch!:. Geängstigte, hier Unbekannte. Unter's Bett!" rief' sie. indem sie die eine Hand von dem bochklopfenden, überquellenden Herzen hob und nach der Thüre wies. Er stürzte dahin, hinein in die Kammer und kroch . unter das Bett, mit großen Schwierigkeiten, denn es hing tief und er mußte sich möglichst platt unterschieben. Geräusch kam auch wirklich näher, und in der Angst sträubten sich der Furchtsamen die Haare. Um Gotteswillen! Wenn ihr Frevel sofort gerächt würde und die Strafe der Missethat- folgte, wie die
'Mutter gedroht! Der Böse ha! sie vcr-
führt. Wenn Cenz nicht der wahre und doch ein böser Geist Und es nahte draußen und kam allmälig deutlicher und ein Blick durch's. Fenster! um Gotteswillen, ein schwarzer Bock! Ja, leibhaftig ein schwarzer Bock mit Hörnern! Und er. rannte an die Thür uno stieß mit den, Klauen und den Hörnern daran. Er wollte hinein! Sie sank in die Knie! Ein Stoß und noch einer! DaS Hörnl konnte sie in der Spalte sehen, es fuhr hindurch! Auf den Knien rang sie die Hände. Alle Heiligen, steht mir bei! Gottseibeiuns, Du, ih hab ja nix Böses 'than! Der Cenz nur drei Busseln nit mehr, und er is' unterm Bett, kannst ihn selber fragen! Hol' ihn, nit mih. denn er is' schuld na na wenn's sein muß, hol' uns lieber alle zwei mitsammen " Jetzt wartete sie das Ergebniß, die alleinige Fahrt in die Hölle oder in Gesellschaft Cenzens ab da rief'5 draußeni: Das Höllenrabenviech muß mir davonlaufen! Wart, Dir lern ich's, die Stallthür suchen!" Und ein Stecken sauste auf die Knochen des schwarzen Bockes nieder, daß dieser ängstlich zu meckern anfing. Die Stimme deS Rufenden, die' Angstschreie des Bockes waren Giesl bekannt, ihr Herz begann, ruhiger zu schlagen. Sie sah um sich, erhob sich und schlich zum Fenster! an der Seite der Bauer war's, dem die nächste Alm gehörte, dieser hatte nun, den schwarzen Bock mit beiden Händer?, die eine an dem Horn, die andere am Halsstricke, welcher hinten lose nach schleifte. Höllenviech!" rief er nochmals erschöpft, keuchend, muß mir auskommen und so weit daherlaufen er hätt' da eini mögen und hat 'glaubt, es is' sein Stallthür " ' Juih!" rief er auf. mit dem Alpenschrei nach einem Menschen fragend. Die Thür war zu, er sah Niemand undi nahm deshalb an, das Dirnl grase im Gestein. Sie rührte sich nicht. Sie hütete sich. Laut oder Bewegung merken zu lassen. Er ging weiter in's Gestein, in's Gebüsch, hinweg zur Moserhütte. Jetzt seufzte sie auf. Jetzt hörte sie's auch in ihrer Bettkammer rauschen Cenz rutschte liegend zur Thür und guckte beklemmten Athems durch die Spalte. Sie schlich auf den Zehen, hinzu und öffnete. Wie der liegende Bursche aussah! Als ob er doch die Hölle berührt hätte! Er war in den Staub und die schwarze Pechschmiere gerathen!, deren Schüssel unter dem Bett für die Schuhe allezeit bereit stand. Sie wäre nochmals zusammengefahren. angstbeklommen, hätte er nicht gar so einen komischen Eindruck gemacht und hätte sie sich nicht der Hölle eben entkommen gewußt. Giesl!- Cenz!- waren die UU derfeitigen Ausrufe. Hast gehört?" sagte sie. Freilich hab ih gehört," sagte er. indem er sich durch die Thüre mühsam in die Stube hereinwand und erhob. Und Du hast g'meint. der Böse leibhaft! da " Gott, o Gott! Siehst, es is' doch eine Straf!Für was? Und ih hab wohl g'hört. daß Du nur mit mir zusammen in d' Höll möchst nit allein das is' schön vonDir! Und deswegen. Schätzer! und ih heirath Dih, halt Dih fest bei der Hand!" Aber weist." sagte sie. jetzt gehst z'erst zu meiner Mutter und sagst ihr's. Därfst mir ah nit früher kummen und bis Alles richti denn weist, aus der Alm is' gefährlich, und den Bösen fürcht ih doh in allem Ernst!"
Der perfekte Italiener. Der Baron Prunkeles spürt eines Tages Sehnsucht nach dem Lande. wZ die Citronen blühen. Er ruft seinen Diener und hält ihm folgende Anspräche: Joseph, ich reise nach Italien und Du wirst mich begleiten und mich bedienen bei Tische." Sehr wohl, Herr Baron." Und merk' Dir: sowie wir 'rubel sind über die italienische Grenze, heißt Du nix mehr Joseph, sondern Giuseppe und nicht e Wort Deutsch wird mehr gesprochen, nor italienisch!" Sehr wohl, Herr Baron.- . An der ersten Table d'liote in Mailand bemerkt Prunkeles, daß daZ vor ihm liegende 'Eßbesteck nicht ganz vollständig ist. Er wendet sich an den aufwartenden Diener und ruft: Giuseppe e Gobel!" . Großstadtpflanze. Comite- und Borstandsslhur.g. Club für alter Jungfern Stützung, Wohlihatsbazar. Armenbälle, Einladung an hoher Stelle; Oper, Frau'nverein. Concerte, Vorlesungen, grundgelehrte. Philosophie. Phystk. Aesthetik -, Mitglied des Vereins für Ethik Weltdame. Eelodame Ewig weiblich? Mann vertreiblich! AltesHausmittel. Arzt (einen Patienten besuchend): WasZ Ich habe Ihnen Schwitzen verordne: und Sie sitzen hier vor einer Schüssel voll Knödel? Bauer: Ja i ess halt, bis i schwitz'! Im Laufe der Zeit. Er. ster Einbrecher: Wie geht das Ge. schäst?" Zweiter Einbrecher: Elend, wir Alten werden immer schwächer uni di: Schlösser immer starker!- . ...
