Indiana Tribüne, Volume 18, Number 309, Indianapolis, Marion County, 28 July 1895 — Page 4

Jndiana Tribüne.

Ersche'mt Taglich und Sonntagv. Die tägliche Tribüne- kostet i' rch den TrSger 12 EentS per Woche, die eonntagS.Tribüve' I Cent per Woche. Seide ,usame 15 SentS ,dr kZ CentS per rkonst. Per Post auberhalb der .tadt zugeschickt in Vorausbezahlung V per tthr. M 1 Süd Alabama Strafe. Indianapolis, Ind.. 28 Juli 1895 Sonntags - pntoi. ' Warum hat man nur so selten über schöne und angenehme Dinge zu plaudern? Wenn man die TageSchronik in den Blättern durchliest, dann sindet man immer überwiegend Häßliches, wen'ges Lichtvolles, aber um so mehr solche Dinqe, in welchen wir die Nachtseiten deS menschlichen LebenS kennen lernen. Da kommt ein Detektive auS dem Osten und sucht nach einem Opfer eineS gewissen HolmeS, der wenn alle? wahr ist, was man von ihm erzählt und vermuthet, eines der größten Scheusale ist, daS der Erdboden je getragen. An einem kleinen dreijährigen Mädchen wurde ein namenloses Verbrechen begangen, vor dem man schaudert. Man muß sich dabei doch eigentlich fragen, ob eS möglich, daß Menschen mit normalen Verstandeökräften derartige Verbrechendegehen können, ob nicht irgendwo im Gehirne oder Nervensystem solcher Menschen irgend etwaS in Unordnung ist, wodurch sie zu solchen scheußlichen Verbrechen getrieben werden. Ich meineötheils bin der Ansicht, daß nicht nur jedeö Verbrechen, sondern auch jede Dummheit von irgend einer Abnormität herrührt und.sei eS auch nur" unvollkommenes Denkvermögen. Wenn z. B. ein Polizist mitten in der Nacht an eine Hausthüre klopft und Jemanden wegen eineS lumpigen PolizeivergehenS mitnehmen will, so ist nach meiner Ansicht daS Mitgehen gonz anormal und laßt auf anormale Denkweise schließen. Der Mensch mit gesunden Geisteskrästen und normalem Denkvermögen würde unter solchen Umständen den Inhalt eineS EefäßeS auS dem Fenster gießen, daS zu solcher Tages- oder vielmehr Nachtzeit ohne lange? Suchen erreichbar ist. ES hat mir einmal 3emand gesagt, daß es weit wirksamer sei, ein solches Gefäß alö die Schale seines Zornes über Jemand auSzugießen, und mir leuchtet daS auch ein. Da draußen, ein paar Meilen vor unserer Stadt, kampirten unsere Milizsoldaten. Wenn die Leutchen Soldaten hätten werden müssen, hätten sie wahrscheinlich geflucht, wie ein Droschkenkutfcher, dessen Gaul nicht mehr von derZStelle will, und wenn sie wirklich in den Krieg müßten, wäre Heulen und Zähneklappern unter ihnen. Trohdem schnallen sie sich den Sabul um, neh men den Kuhfuß zur Hand und finden "fim" darin, sich allerhand Unannehm lichkeiten auszusetzen und sich schuhrie geln zu lassen. Wo nur da der "ftrn" ist ? Sollte er im Tragen der Uniform liegen ? Mag sein, aber ein Mensch, dem das Svab macht, der denkt doch nicht mehr normal. Oder sollte der Spaß in der Erwartung liegen, einmal Gelegenheit zu bekommen, auf einen Civilisten schießen zu dürfen ? Bei normalem Denkvermögen kann man doch darin keinen Spaß finden. . Auch liegt doch keine Logik darin, eine Sache zu wollen, aber nicht den Zweck derselben. Wenn diesen Sol daten" die sichere Aussicht winkte, in den Krieg zu müssen nun ich gestatte mir daran zu zweifeln, daß einer unter zehn von ihnen die Uniform anzöge. Ergo bin ich der Ansicht, daß bei Jedem, der Milizsoldat wird, irgendwo im Kopfe eine Schraube los sein muß. Das Gesetz verbietet und bestraft die Verunzierung deS SoldatenmonumenteS oder deS Platzes, worauf dasselbe steht. Trotz alledem stellen die Monument - Regenten' Fahnenstangen dort auf und bringen allerhand andere Mißgeburten ihrer fruchtbaren. Phantasie an. Bei strikter und vernünftiger Auslegung deS Gesetzes müßten die Leute doch bestraft werden. Ich begreife daher nicht, wie sie bei normalem Denkvermögen sich dieser Gefahr aussetzen könnten. ES scheint mir deshalb, daß begründete Ursache zu der Annahme vorhanden ist, daß eS in ihren Köpfen nicht ganz normal auSsieht und daß irgend etwsö darin außer Ordnung ist. Ich könnte noch diele derartige Beispiele anführen, aber ich fürchte,, eS möchte sich schließlich herausstellen, daß die ganze Welt mehr oder minder derrückt ist. Wären - aber alle Menschen verrückt,' und ich der einzige Vernünfti g c, so wäre natürlich die Verrücktheit

normal. Alle Anderen würden sich für klug und mich für verrückt halten, wai für mich auch nicht sehr angenehm wäre. Darum will ich es an vorstehenden Beispielen genug sein lassen. DerPlauderer.

-mt Lffener Schreibebrief deS Philipp Sauerampfer. Mein liewer Herr Redaltionär. Te annereTag hen mer Owends e Mieding von die Ladsch zum schwarzbasbo lierte Hoseknopp gehabt. An de selbe Owend hen mer unser neie Beamte einstallirt und de We-' desweiler is eingeführt worde. Der Wedesweiler Hot immer gesagt, er deht unser Ladsch arig gut gleiche, wann not nit soviel Humbug dabei wär. Was is die JuhL." sagt er immer, den Monkieschein zu mache; die Ladsch is ecksäcttlie so gut müaus den Nonsens." Wie mer awer den Pattegras gediappt hen, wo sagt, daß keen Saluhnkieptr en Member. von die Ladsch werde kann, do Hot der Wedesweiler sei Applikebschen gefeint. Nach die Miedung Hot er uns all inweitet, mit ihm :n sein Saluhn zu komme, btkohs er wollt emol triete. Mer hen verschiedene, Membersch in unser Ladsch, die gleiche nit, in.en Saluhn zu gehe, aton mit den Wedesweiler sind se all gange und wie er.gefrogt Hot: Well, was nemme die Hern?" do hen se sich Schoonersch gewe geloßt, die so groß wäre, deß mer die Steppleiter anstelle - mußt, wann mer eneigucke Hot wolle. Wisse Se, sell warn Leit, wo nor in en Saluhn gehe, wann se gar nit helfe könne, des meint, wann se getrret werde, und die Alles bezahle, wann's nicks koste duht. Dem Wedesweiler sei reguler Kostemersch, die hen sich schenirt, so hakisch zu sei un warn mit e Pohnie sattisfeit. Wie die annern Fellersch gemerkt Herr, daß alles natting kost, do hen se de Wedesweiler gefragt, j6 er nit t bissie Lunsch händig hätt. Er Hot grad sage gewollt, er hätt' nicks, do is des heiert Medche mit en frisch abgekochte Hähm ereinkumme un Hot gesagt, des wär die Madam ihrn Schinke un der Mister Wedesweiler soll en in die Eisbacks lege, for daß kee Fleis dran käme. Do hen awer die Häns mit die Zung geschnalzt, wie en Bullfrog, wann em en Drink in die verkehrt Kehl kumme is. Of Kors konnt do der Wedesweiler nit andersch, als die Sockersch en Lunsch schneide. Bei Tschortsch, hen die awer do eingehaue! Ich hen schuhr gedenkt, se hätte in verzeh Dag nicks zu Esse kriegt. Well, was wer'n Se denke, es Hot nit lang genomme, do war von den Hähm nicks mchr iwrig wie de Bohn! Der Wedesweiler war so mad wie en Stier; ich selbst war'n so disgostet, wie noch nie. Ich hen die Fellersch noch emol aus mei Backs schnuffe losse un hen Guneit gesagt. Daheim hen ich mich noch e bissie uf die Portsch in die Hämmack gelegt. Ah! Sell Hot gut gefiehlt. Es is so e scheene kiehle Bries kumme un es war alles so scheen still, daß ich gedenkt hen, ich wär alleweil erscht uf die Welt kumme. Es Hot nit lang genomme, do hen ich geschlofe wie alles un ich hen erscht de annere Morgen ausgefunne, was mich in selle Nacht gehäppend war. Ich hen hartlie geschlofe gehabt, do hen ich auch schon en Driem gehabt. Ich hen gefiehlt, als wann mich ebbes in die Höh hewe un mich ganz fast sorttrage deht. Es Hot keinder sonnte gefiehlt un ich war'n froh, wie's gestappt Hot. Ich will Jhne nor streht sage, wie die Bads komme is. Die Kunne beim Wedesweiler hen noch so ebaut e Stund un e halb Freibier getrunke un der Wedesweiler Hot schließlich selbst so gut gefiehlt, daß er vorgeschloge Hot, noch en Trick an mich zu spiele. Sell hen se all gern gedahn, un dodrurn sin se'auch. mitaus lang zu warte, gestart. (Bei de Weg, hst auch der Wedesweiler kein Droppe Bier nuhr an Hand gehabt.) Wie se an mei Haus komme sin un hen mich in die Hämmack liege sehn, do hen se sich uf die Portsch geschniekt un hen mich mit die Hämmack fortgeschleppt. Ich hen of Kors nicks dai on genohtist, bikohs ich hen sechlofe. Die Fellersch sin streht mit mich in die Wutts, wo ebaut zwei Meile eweg von unser Stritt is. Do hen se die Hämmack an zwei' Bäum geteid un sin dann fotgeschmekt. Jetzt denke Se nur emol, so ebbeö Fuhlisches! Wei, Hewwens, was hätt' do alles häppene kenne! En Mann von me! Standing un mei MienS, ich wäx e fast Schnapp for Diefs un RabberZ gewese. Well, t Hot mich kecner gefunne un sell war gut. Stundelang hen ich do gelegt. Ich hen ganz orfel gedriemt. Zeerscht he ich gedriemt, ich wär an e Boot un ich war siesut un ich deht grad starte.Kotzebue's Verzweiflung zu deklamire. Dann hen ich dos die Lizzie, was mei Altie is, gedriemt. Ich hen ganz klier gesehn, wie se for mich tn's Bett gesucht un dann immer nach die Klack eguckt Hot; dann sin, Borglersch komme un hen mich mit Niedels un Messersch nrn ganz scharfe Peunts gestabbt. Des Hot fierfuy weh Zedahn. Dann hen ich auch so e sonn mtmt m mem Back gehatt un all mei Aohnß hen mich weh gedahn. ' Well, us emol Mach ich die Auge uff nn es warheller Dag. Was war'n ich surprelst wenn ich gesehn hen, wo ich war. . Ich hen mich uf .d:e annrr Seit lege gewollt u do sin, ich. solang ich war'n, 'uf'de Graund gefalle un hen mick aria oehort.' Mei Gesicbt un m

Händs warn ganz mit Moßkietohsbeits

ge'kowwert un ich konnt nicks duhn als skrätsche und ich hen alliwwer gcblied. Awer for Pitticsehk, wo war'n ich dann nor? Ich hen mel bische Brehn angestrengt, so hart wie ich nor gekonnt Ken. awer ich konnt nor riemembere. daß ich uf mei Portsch eingeschlofe war. Sollste dann so en unmenschliche Duft gehatt hen. daß Du nit n?eißt. wo Du Hingegange bist? So Kwestschens hen ich mich gefragt. Well, ich sage Jhne. ich war'n puttiniehr lehm un konnt bardlie en Stepp muhfe. Mei Klack Hot geschlappt, bikohs ich hen se letzt Nacht nit ufgewunne gehabt un so hen ick auch Uz Eid mt gehabt, was die Zeit war. En Hunger hen ich gehabt, deß tch Groß un uress hatt esse gekonnt. Uf eemol hör ich en Mllchbeddler mit sein Waae komme. Kaum Hot mich der gesehn, do hallert er auch schin: Wei. Mister Saueramper! D:e ganze Taun sucht for Jhne un do hocke Se ganz ruhig in den Busch. Die Miß Sauerämp'er Hot schon e paarmol den Mister Wedesweiler Wort geschickt, daß er for Jhne honte sollt, awer er sagt immer, er wär zu bissie Jetzt is mich e Licht ufgange: Niemand wie der Wedesweiler is for den Trick zu blehme! Der Milchbed'dler war schon durch mit sei Raut un wollt heim dreiwe. awer er Hot mich geoffert. mich heim zu schaffe, un ich war'n arig froh for das. Die Lizzie war ganz krehsie for Freud, wie se mich Widder aesehe Hot. Ich hen ihr alles riportet un se' hat mich geprammißt, daß se en Trick ausdenke deht, wo Mir an de Wedesweiler spiele wolle. Sie Hot gedenkt. Mit Mich kennt eener Walls einstoße, womit ich verbleiwe Jhne Ihr hewer Philipp Sauerampfer. Im Hydt'Park zu London. , Von Wilh. Brand. Wie gewaltig auch der Niesenkorper der englischen Metropole nach allen Richtungen sich ausdehnt und zugleich nach innen hin sich verdichtcl, seine Lungen" läßt man ihm ungeschmälert. Durch seine Vielsachen, umfangreichen' Parke mitten in der Stadt wird den MenschenMassen Londons eine erkleckliche Portion frischer Luft zugeführt, die wesentlich dazu beitragen muß, daß die Sterblichkeitsstatjstit der größten Stadt der Welt eine verhältnißmäßig so niedrige ist. Der ausgedehnteste, bekannteste und in jeder Beziehung hervorragendste unter den Londoner Parken ist der Hyde-Park, der, an sich etwa 430 Acres umfassend und unmittelbar an die fast ebenso großen Kensington Gardens" grenzend, mit diesen zusammen den Hauptlungenflügel" des reichshauptstädtischen Riesen bildet. Da gibt es denn Platz für Viele, die sich stets in dem frischen Grün herumtummeln, dem frischen, saftigen englischen Grün, das so viel grüner ist als anderswo. Und dieses Grün ist mcht nur zum Anschauen dieser Platz gehört dem Volke! Auf diesem Rasen' können wir machen, was uns beliebt. Heilsam ist ihm das wohl nicht, so stetig mit Füßen getreten zu werden, aber ein englischer Rasen kann viel aushalten. Er verträgt es selbst, wie hie und da, daß ganze Gruppen von schmutzigen Bummlern so lang, wie sie sind, ausgestreckt regungslos daliegen und schlafend sich von der Sonne bescheinen lassen. Doch ihnen kann man leichj genug ausweichen. Sie halten sich offenbar nur in der Nähe gewisser Eingänge des Parks aus und sind augenscheinlich zu faul, weiter in das Innere desselden einzudringen. Diejenige Farbe, die sich auf dem grünen Hintergrunde am häufigsten abhebt, ist Weiß, das Weiß der Heerden von Schafen, die hier zur Weide gehen, und Schaaren von KinderWärterinnen, die in den guten" Familien nach Landesbrauch stets ganz weiß gekleidet sind. Die Farbe 'jener vierfü'ßigen Heerden ist in Folge der nebelschweren Atmosphäre, die auch im Park selbst sich geltend macht, freilich vielfach recht fragwürdig geworden; um fix unzweifelhafter und frischer aber ist das Weiß der Gewänder der wandelnden Heerden von Kindsmädchen. Wie oft diese täglich ein frischgewaschenes Kleid anziehen, darüber kann ich aus eigener Wahrnehmung tei Auskunft geben. Und was ich von bloßem Hörensagen darüber in Erfahrung gebracht, scheint mir kaum glaubwürdig genug. als daß ich mich unterfangen könnte, auf Grund dessen eine eingehende Sh'istil über Kindermädchen-Wäsche in England anzustellen. So viel aber ist gewiß, die Wäscherechnungen einer englischen Hausfrau müssen erkleckliche- Summen Geldes verschlingen. Indessen sie haben's ja gewöhnlich auch vollauf. Neben dem Weiß, oftmals auch in unmittelbarer Berührung damit, gewahrt, man dann auch wohl ein leuchtendes scharlachenes Roth, -bei diesen zrgen Mädchen vielfach das untrügliche Anzeichen eines auch in andern Landcn nicht unbekannten Leidens, das nur in Garnisonstädten vorkommt und in England wohl als eine eigene Art von Scharlachfieber" bezeichnet wird. Denn das englische Militär trägt bekanntlich rothe Röcke. Statt des SaöelS. der außer Dienst nie getragen wird, ein SpazierstLcklein in der Hand, das leichte Käpp. chen keck auf die Seite des wohlge scheitelten Hauptes gerückt, machen die Hure Kr'.eger den, Eindruck, als fühlten sie. sich l)Ux recht . in ihrem Element. Doch ioll damit durchaus 'Nicht gesagtsein. daß Tommy At-Jin?"-flRt auS audrrn Vsen als

weißgewaschenen Klnd-mädchen gegenüber ganz und gar seinen Mann steht. Der Hyde-Park ist aber auch ganz vornehmlich die Sammelstätte oer Politiker, zumal d5? reformbeflissenen. Hier können wir sie insbesondere am Sonntag Nachmittag oftmals zu vielen Tausenden einmarschiren sehen, sie. die heute gegen den Fortbestand des Hauses der Lords demonstriren. morgen für die Einführung von Home-Rule. übermorgen dagegen auftreten. Keine große politische Tagest frage taucht ans. ohne daß sie im Hyde-Park öffentlich und unter freiem Himmel nach allen Seiten hin erörtert würde. Da w:rden dann gar große Karren auf den Risen gefahren und vielleicht zwölf oder noch mehr an verschiedenen Platzen aufgestellt. Sie dienen als Reöner-Tribü-nen: Auf allen wird bei oen großen Demonstrativen zu gleicher Zeit geredet und auf ein zu bestimmter Stunde gegeb.'n:s Trzmpeten-Signal hin dann auf allen im selben Moment die übliche Resolution verlesen und ringsum unter allgemeinen Jubelru fen aus den vielen Tausenden von Kehlen auch zur selben Zeit angenommen. All das Demonstriren mag nicht viel nützen, aber es bereitet den Leuten immerhin Freude und macht als der Meinungsausdruck eines freien unabhängigen Volkes auch auf den unparteiischen Beobachter einen unbedingt günstigen Eindruck. Neben diesen großen Demonstrations-Ver-sammlungen kann man auch täglich kleinere Anhäufungen von Menschen im Hyde-Park gewahren, die um einen 't isen-Redner geschaart sind, zumal unter dem Reformatoren"Baume. Wer etwas auf dem Herzen hat, schreibt an die Times", sagt man hier wohl und nicht mit Unrecht. Allein die Spalten dieses Blattes sind doch nicht ganz so geduldig und. wenn schon nahezu grenzenlos, doch immer noch nicht so umfangreich wic der Hyde-Park. der auch einer gewissen Klasse von Weltrcformern immerhin mehr zusagt. Hier können wir denn auch, Anarchisten wie Salvationisten predigen hören, oft dicht neben einander. Es ereignet sich auch wohl, das; sie einander nahe genug kommen, um erbauliche Diskussionen mit einander abzuhalten, aber es geht doch gewohnlich Alles in größter Ruhe und Ordnung zu. Hier wird laut gebetet und ein Ehoral angestimmt, dort wird Hochverrath verübt und Aufrühr und Empörung gepredigt. Aber, der Park ist so groß!- sagen die britischen Reichsbllrger und die Regiexung gelassen, hier stehen du Leute ja Niemandem im Wege. Gerade diese zügellose Redefreiheit ist ein Sicherheitsventil, das, eines gäh renden Unzufriedenheit gewisser Ele mente aufgesetzt, zwar mancherlei Uebelstände mit sich bringt, aber ernst siche Explosionen um so sicherer tt hütet." Alle diese Besucher des Parks hahen nach freier Wahl und nach einem stillschweigenden Uebereinkommen ihre eigne Stätte, wo sie sich heimisch fühlen. Aber auch für die vornehme Welt ist Hyde-Park der ganz besonhere Versammlungsort. Sie beschränkt sich indessen fast ausschließlich auf die etwa eine Meile lange Reit- und Fahr-Allee von Rotte. Row? Der Name soll eine verderbte Form von Kernte du Roi" sein. Denn hier heißt es sei in alten Zeiten der König auf seinem Wege vom St. James' Palast . nach seinen Jagdgefilden entlang gezogen, leotteu- heißt aber bekanntlich auch verfault", und da diese ttmv" in früheren Tagen eine recht faule Gasse" gewesen, sein dürfte, so scheint die Erklärung von der Königsroute in Wirklichkeit viel hübscher ausgedacht, als begründet zu sein. Wie dem aber auch sei. gäbe es in London siberhaupt einen Königsweg?.' so müßte derselbe jedenfalls an' dieser Stelle sich befinden, aus der Südfeite des Parkes, vom Hyde-Park Corner bis zum Albert Memorial, wo Vormittags Hunderte hon stol.zen Reitern und ebenso vie anmuthige Diterinnen 'und Nachmittags eine noch größere Anzahl stattlicher Equipagen sich einstellen, wo zwischen prächtigen Alleen und wohlgepfl.'gten Anlagen zur Zeit der Saison, im Mai und Juni, ein Bild voll Pracht und Reichthum sich entwickelt, mit dem weder die Ehamps Elysees. noch der Prater oder ' der Berliner Thiergar ten zu wetteifern vermögen. Welch ein Aufwand an edlen Rossen, an den elegantesten Gefährten in buntester Mannigfaltigkeit, an reich galonirten Dienern, die in manchen Fällen zum Zeichen, daß die Herrsclaft sich etwas ganz Besonderes zu fezn bedünkt auch noch Staub über ihr Haax auszuschütten, sich das Haar zu pudern haben, während die .Kutsche? dann weiße Perrücken tragen und durch den Prunk ihres eigeNen Körperumfanges sich hervorthun! Das ist fashionable! Je fetter . der Kutscher, desto vornehmer die Herrschaft. , Droschken werden im Rott:n-Row gar nicht zugelassen. Behüte, da könnte ja Jeder kommen! Und der Raum ist so schon sehr beschränkt. Wohl aber gewahrt man hier auch Coaches in Hülle und Fülle, jene alterthümlichen Postkutschkasten Mit Quersitzen auf Deck, von wo die .hohen" Herrschaften auf erhabenem Sitz mit erhabener Miene auf das gewöhnliche Equipagen-Volk herabblicken. Diese von trefflichen Viergespannen gezogenen wunderlichen Gefährte sind in neuerer Zeit wieder recht in Mode gekommen. Es gibt zwei Vereine von Besitzern derselben, en . Foiir in band" und den

Coachins ciud", Die in jeder irter hundert Mitglieder aufzuweisen haben. Sie alle fühlen natürlich eigenhändig die Zügel. Allerdings ist ein solcher Sport nun kein:swegs ein billiges Vergnügen, aber der Drang danach so stark und das Verdienst, demselben Verbreitung zu verschasfen, gilt für so groß, daß einig? Herren aus den vornehmsten Häusern zur Sommerzeit eine Art Postdienft mit ihren Viergespannen eingerichtet haben, z. V. zwischen London und Brighton. London und Windsor und gegen entsprechende Bezahlung Jeden auf ihren Wagen n:hmen, nur um mit Vieren vom Bocke herab fahren zu können, ohne es sich sonderlich viel kosten zu lassen. Das gilt für vollkommen g(?ntlt?nianlik, wenn auch diese öffentlichen Eoaches natürlich nicht in den Park kommen dürfen. Wie aber bei den Privat-Gespan-nen ein großer Werth auf die Trefflichkeit der Pferde gelegt wird, so scheint auch in Bezug auf das, was auf Deck genommen wird, ein reger Wetteifer unter den Besitzern derselben zu bestehen. Kein Wunder, daß wir einen erlesenen Damenflor dort vorfinden, durch den denn RottenRow überhaupt gar rühmlich sich auszeichnet. Schon 1698 heißt es in Poor Robin'a Alrnanack": Xow in Ilvde Park is fair it be A sbow of Ladies you inay see." Das gilt auch für heute noch. Und welch eine Toilettenpracht diese Schönen des Landes mit sich führen! Den Anblick möchte ich denen gönnen, die noch immer der Ansicht huldigen, daß die Engländerinnen sich nicht zu kleiden verständen. Hier finden wir denn auch die richtigen Mashers". die Gecken und Fäntchen. deren Trachten in der ganzen Welt so vielfach Nachahmung finden, häufig indessen auch noch übertrieben werden. Kein Gentleman aber würde daran denken, hier in einem andern Auszug zu erscheinen als im langen dunklen Gehrock und dem unvermeidlichen Eylinder. Gegen solche Bräuche sündigen eigentlich nur die Ausländer, zumal die Deutschen, die sich hier einstellen. Engländer mögen auf Reisen in und außer England ja auch oft rücksichtslos genug gegen landesübliche Gewohnheiten in Bezug aus die Kleidung vorgehen, aber manche Ausländer. die man in Rotten-Row antrifft, geben ihnen darin jedenfalls nichts nach. In diesem Jahre werden auch zum ersten Male Radfahrer im Hyde-Park zugelassen, ein Zugeständnis, das ihnen allerdings bislang wohl lediglich aus dem Grunde vorenthalten worden, weil sie in dem Equipagengewirr wirklich 'wenig am Platy sind; und so ist auch diese neuerliche Entscheidung des Herrn Herb:rt ' Gladstone. dem. als Minister der öffentlichen Bauten, auch die Anordnungen in den öffentlichen Parken unterstellt sind und dessen lekt: Verfügung bei den Radfahrern eine große Genugthuung hervorgerufen, wohl mehr eine höfliche Form der Anerkennung ihrer Ansprüche, als eine Entscheidung von praktischem Werthe.. Man sieh! immer nur noch sehr wenig Radfahrer im Part, und selbst die Radfahrinnen begnügen sich damit, an anderen Orten 'sich in ihren neuen zweckentsprechenden Kostümen zu zeigen, die diesen Frühling plötzlich allgemein in Mode gekommen sind. Die selben sind ganz und gar nach den Prinzipien von Lady Harberton's rationellem Kleid" gefertigt. Die Kletderröcke sind natürlich ganz in Wegfall gekommen, ebenso wie alle übrigen Röcke, die ei::e züchtige Mrs. Grundy" wohl Ms das Gegentheil von Ueberröck?n bezeichnet hat. Statt dessen tragen bekanntlich die Damen dasselbe wie ihre männlichen Gefährten vom Rad. nur bauschig und voll. Das Eostum erregt zwar immer noch einiges Aufsehen, aber es hat so rasch um sich gegriffen, dag man bereits angefangen hat, sich daran zu gewöhnen. Und in der That, wenn die Benützung des Zweirads den Damen nicht mehr vorent halten werden soll, so bleibt ihnen kaum etwas Anderes übrig, als zu dem rationellen Kleid" ihre Zuflucht zu nehmen. Hat übrigens nicht auch in den Neitkleidern der Damen m den letzten Jahren eine wesentliche Veränderung sich bemerkbar gemacht, insofern diese Gewänder nicht nur immer mehr gekürzt worden, sondern auch eigentlich nur halbe Kleider" sind? Daß die hintere 5)älste fehlt, ist deutlich genug ersichtlich, sobald die Reiterinnen absteigen. Und die Zahl der Unglücksfälle haben damit jedenfalls bedeutend abgenommen. Splitter, Kinder und Narren sagen die Wahrhelt;' Ein uralt 'Sprüchwort von bündiger Klarheit. Um nicht für einen Narren zu gelten, Läßt mancher sich lieber 'Lügner schelten. Kein Leid ist zu groß, als daß nicht ein Feind es hämisch uns wünscht. Die Verliebte ist eine Posse, die Verlobte ein Lustspiel, die Frau .ein Schauspiel ind 'die Schwiegermutter eine Tragödie. Wer klug, handelt, erregt Neider, ver aber genial handelt, verblüfft sie. Ohrfeigen sind unangenehme Besiätigungen durch' Handschlag.' Der Spiegel ist der beliebteste freund der Damen. '

' Meerschaumpfeifen, lange deutsche Pfeifen, Cigarrenspitzen it., bei Wm. Mucho, 199 Ost Washington Str.

armn seid

Wenn Elektrizität, wie sie durch unsere Heilurittel erzeugt wird, Euch heilt.

j ' A' 1 ., js-Ayti. Ä'i I i i

. I

v i i mt m mmy

i iö ai fm

No. 4 Herren.Eürtel mit Rückgrat. Vorrichtung. Während einer langen Reihe von Iah ren stellen wir bereits unsere so berühmten Elektrischen Gürtel vnd Vorrichtungen her, durch deren Gc brauch Tausende von Leidenden, die ver geblich Medizinen probierten, Heilung ihrer Leiden erzielten. Unsere Elektri schcn Heilmittel sind besonders wohlthätig bei Rheumatismus, Rcuralgia, Barico cele, Rückenschmerzen. Nieren und Leber leiden, Nervositet, Schwäche bei Männern und Frauen. Geschlechtskrankheiten und allen Leiden, die nur irgendwie durch Elektrizität heilbar sind. Hütet Euch vor wertlosen und billigen Nachahmungen, welche von Schwindlern ausgeboten werden. Wir sind das älteste Geschäft für Elek irische Heilmittel in den Vereinigten Staaten.

.

Unser groszer Illustrierter Katalog, welcher in Deutsch gedruckt ist, giebt volle Auskunft Preise der Vorrichtungen, be schworne Zeugnisse derjenigen, die wir bereits geheilt haben sowie noch viele andereö wertvolles Wissenswertes und wird gegen Einsendung von 6 Cents Briefmarken an irgend eine Adresse verschickt. Wir fabrizieren auch die ersten und allein echten Elektrischen Bandagen zur Heilung von Brüchen. Schreibt nach unserem Katalog und werdet geheilt. Adressiere OWEN ELECTRIC BELT & APPLIANCE CO. 201-211 State Street, Chicago, Ills. Da, etöliU kabttffemt der Welt kür Elektrisch, Htilmittsl.

fe in

THf

H.i" w GUM

v H

THATS

-WA m m PEPSIN

DOHMH

HWU CHIPS . v PFDSlksT ' VL uniro A7A nn l nn I ' öV. . v . vX r r " V ;AV PaT. 'PEPSIN CHIPS J) r ornem ch.ps .reu evi

fr YOUR DEALER DON'T KEEP IT SEND 5? FOR SAMPLE PACK AG ET 1

'PEPSIN Chips COHN

PARK PLACE COR, CHURCH ST N Y.

PEPSIN

PEPSINX vpepsin

CHIPS

CHIPS ACHIPS

I I

Ihr .'krank?

Von vielen Hunderten von Zeugnissen geben wir hier das folgende: Fried. Horstmann. Der Owcn Elektrische Gürtel heilt 7 -jähriges Leberleiden. , Big Spring. Ncb.. den 10. Jan. 1894. Geehrter Herr Tr. Owen! Hierdurch benachrichtige ich Sie, daß ich Ihrem elektrischen Gürtel die Wiederher stellung meiner Gesundheit verdanke. Seit neun Jahren war ich mit Leberleiden behaftet und habe in dieser Zeit beinahe mein ganzes Vermögen an Dotto ren und Apotheker weggegeben, leider ohne Hilfe zu erlangen, auch war ich oft geplagt mtt Kreuz und Rückenschmerzen und Ber stopsung, so daß ich manchmal vor Schmer zen kaum im Stande war, meine Arbeit zu verrichten. Doch alle meine Beschwerden, sind vorüber, seitdem ich oen Omen Elek tischen Gürtel trageich fühle jetzt wie ein Mcnjch,dcn nie eine Nrankheit befallen hat. Meine Areude über den Besitz deS GürtelS ist groß, und möchte ich nie ohne den selben sein. Indem ich wünsche, daß Jedermann meinem Beispiele folgen möge, der leidend ist, wie ich es war. begrüße ich Sie als Ihrer dankbarer Patient Friedrich Horstmann. Che? IPEP IMU M" Vv YA x VA. V - 3 A IX. f. S? v vrA gcDELIGAOY WHICH

AIDS ÖIGESTIÖM ('(.

BYSPliPgIA Kl FF oiAr,t:NY PEPSIN V PEPSIN CHIPS JtMCHIPS