Indiana Tribüne, Volume 18, Number 302, Indianapolis, Marion County, 21 July 1895 — Page 3
Die tolle Komteß. Roman von rost von ZSoszog?. (18. Fortseung und Schluß.) Und obendrein Sozialdemokratin, Nihilisten und Dynamitarden am Ende gar haha! Nun. ich hoffe ihr mit der Zeit eine günstigere Meinung von mir beizubringen wenn uns die Gelegen heit dazu geboten wird. Was wird die liebe, gute Gräfin übrigens habe ich vor ihrer Frömmigkeit die größte Hoch cchtung nur die Abendandachten ausgeschlossen! was wird Deine Mama erst sagen, wenn sie meinem Bill das Glaubensbekenntniß abnimmt. Come along, Bill, how goes your first article at school, you know?" Und der kleine Kerl ließ sofort Kaffte und Kuchen, womit man seine Un geduld beschwichtigt hatte, im Stich und schmetterte mit gefalteten Häirden die Worte heraus: uAt the beginning there was the I'rotoplasin! Haben Sie je so etwas gehört? Hahaha! Im Anfang war das Protoplasma! Das hat der Knirps in der Schule gelernt! Sein Direktor, mein alter Freund, hat eben auch seinen kleinen Sparren. Er machte stch hier tmlt unmöglich aber drüben hat er l wirklich fertig gebracht, eine dar fc'mistifch: Klippschule in's Werk zu setzen. Ich möchte wissen, was sich der Junge von seinem heiligen Urschleim für eine Verstellung macht. Jedenfalls hat er ihn ebensowenig jemals mit Auzen geschaut wie wir unsern liebenHerrzott. Er hat also seinen Glauben so gut wie wir, aber ich möchte wetten, er z?ird sich darum in Worten und Werken durchaus nicht vön den andern Buben seines Alrers unterscheiden. Er vird ach Gott!" und .Gott sei Dank sagen wie jeder ehrliche Christenmensch ind sich ebensowenig dabei denken. Ich hoffe aber, es soll trotz Urschleim und Uraffe ein so tüchtiger deutscher Edel inann aus ihm werden, als seine DeZcendenz es ihm irgend erlaubt. Seine Seele ist heute noch so weich wie Protoplasma; vielleicht daß unsre Erziebung eine solche glückliche Schiebung ker Atome in ihm zuwege bringt, daß ts ihm gelingt, abzustoßen, was etwa... .tun, lauen wir sie ruhen! Sie sehen, hat nur jeder Glaube seine besonttre Sprache. Im Grunde streben alle tüchtigen Leute auf der ganzen Erde lach dem einen Ziele der Veredelung ihres eignen Selbst, nach Bereicherung ihres Gedanken- und Empfindungsbens zum Zwecke der Erhöhung der ::genen Glückseligkeit, der Selösterlöjung von dem dumpfen Drucke der Furcht und Verzweiflung, die lleinmülhige Menschen angesichts all der UnGerechtigkeit und Noth dieser Welt lberwältigt. Aus den Adels-Affen ginim die ersten Menschen hervor vielleicht daß aus den Adels-Menschen, wie ich sie im Sinne habe, einmal eine ileue Gattung 'hervorgeht, von der wir nit unfern Begriffen von Menschlichkeit ins keine Vorstellung machen können. 3ch glaube an ein: solche unendliche Entwicklungsfähigkeit und auch zoch an manches andre: an die Allmacht der Liebe zum Beispiel, meine ;ute, starke, herrliche tolle Komteß!" Noch am selben Abend schrieb Heinz stolf von Nvrwig an den alten Grafen pfungk nach Schwerin einen langen Lrief, in welchem er ihm, mit der Litte, den armen Grafen Bencken niemals au seinen so wehmüthig glück-
lichen Illusionen zu reißen, über das ingebliche Fräulein Sophie und seine Beziehungen zu ihm die nöthigen Ausllärungen und damit auch den Schlüssel zu seinem verborgenen Verhältniß u Komteß Marie gab. Ich bin ein Nann, bu außer seinem Kinde und seiner Arbeitskraft, nichts besitzt, worauf -er seine Zukunft gründen tonnte" hieß es dann weiter. Die Welt vird ohne Zweifel sagen, und vielleicht verden auch Sie es denken, daß ich in meiner dienenden Stellung das hochherzige Vertrauen der Komteß mißbraucht habe, um mir durch sie wieder zu Ansehen und Besitz zu helfen. Nun, Dir beide wissen, daß ganz andreErwäzungen uns zusammengeführt haben, und wir werden fest zufmmenhalten, luch wenn uns der elterliche Segen und dereinst das elterliche Erbe nicht zu theil werden sollten. Meine theure Lraut ist entschlossen, wenn es sein muß, auch ein Leben voll Entbehrung und Arbeit mit mir zu theilen, wie sie auch entschlossen ist, meinem Sohne eine zweite, in höherem Sinne ja sogar eine erste Mutter zu werden! Aber wir bitten Sie und Ihre verehrte Frau Gemahlin trotzdem um diesen Segen, weil wir uns bewußt sind, daß unser Verhältniß des Segens der edelsten Eltern würdig ist. Ich stehe Ihrer Herrlichen Tochter nicht nur in materieller Beziehung als armer Schlucker und Sünder gegenüber; ich blicke zu ihr hinauf als zu meiner Retterin die Hand, die sie mir in hochherziger Wallung entgegenstreckte, darf ich nicht zurückweisen aus irgend welcher Bedenklichkeit eines spitzfindigen Ehrgefühls. Ich bin stolz genug, die Gewißheit zu hegen und auszusprechen, daß ich nunmehr auch ihr etwas mehr werde sein können, als ein dankbarerSchuldner. Ich habe an mir selbst alle die Gefahren erlitten, welche einem Edelmanne in unsern Tagen so häufig drohen. Ich bin leichtsinnig eine unwürdige Ehe eingegangen, die in der Folge mich materiell zu Grunde richtete und mich in ein Leben hineintrieb, in wel ehern meine festesten Ueberzeugungen in's Schwanken geriethen. Schwerer Versuchung bin ich erlegen, Ekel und Verzweiflung wurden mein Lohn, Einsamkeit mein Loos als ein Abenteurer kam ich in Ihr Haus. Aber die frische, gesunde Luft, die ich dort athmen durfte, hat mich gestählt zu dem letzten, schweren Kampfe gegen jenes Weib, das das Verhängniß meines Lcfccnl geworden war, und zu? regten
Zeit, m höchster Herzensnoth durfte ich die Hand Mariens erfassen, um mich von ihr zu meinem bessern Selbst zurückgeleiten lassen. Im Bunde mit dieser echten Edelfrau werde ich mich wieder als echter Edelmann fühlen und meinen Sohn zu einem solchen erziehen können. Verehrtester Herr Graf, verehrteste Frau Gräfin, ich bitte Sie um die Hand Ihrer Tochter Marie Das Schreiben der Komteß hatte bereits die Eltern überzeugt, daß gegen den festen Entschluß der Tochter mitAllerweltsgründen nicht zu kämpfen sein würde; sie hatten aber auch zu dem klaren Blick und dem hohen sittlichen Ernst Mariens von jeher ein so festes Vertrauen gehegt, daß sie sich einigermaßen versichert 'halten konnten, daß sie ihre seltsame Wahl nicht im Rausche einer bliroden Leidenschaft getroffen hade. Der edle, männliche Ton im Schreiben Norwigs that zudem auch das Seine, um die beiden trefflichen Leute mit dem Gedanken zu versöhnen, sich einen Schwiegersohn mit dem Kinde einer andern Frau in's Haus zu nehmen. Der Graf schrieb einm kurzen, sehr höflichen Brief an Norwig, in welchem er ihn' als Schwlegerson willkommen hieß und ihn einlud, sich baldmöglichst mit Braut und Sohn in Räsendorf einzufinden. wohin man nach dem kurzen und erfolgreichen Schweriner Ballseldzug zurückzukehren gedachte. Es wurde dem Grafen und seiner Gattin keineswegs leicht, ihre beiden Töchter an so wenig glänzende, einfache Edelleute wegzugeben, aber da beide Töchter nicht thöricht und gefährlich gewählt hatten, so durften sie ihrem Glücke nicht in den Weg treten. Der Senthiner war ja auch ein prächtiger Bursche, ein zuverlässiger, tüchtiger Mann, wie die lose Vicki einen brauchte, und dabei kein Philister, der 'dem lustigen, warmblütigen Mädchen seine Jugendzeit versauert hätte. Aber das, wie der Graf immer noch zu glauben aeneigt war, weggeworfene Geld für die Pacht, das zog er ihr doch von der Mitgift ab, und sein Moor mochte er sich selbst weiter kultiviren, zur Strafe, daß er die liebe Lerche von Räsendorf entführte! Uebrigens sind wir in der Lage, dem Leser zu verrathen, daßNorwigs wirthschaftliche That, die berühmte Moorkultur, sich bereits im nächsten Jahre glücklich bewährte und für die Folgezeit glänzende Erträge verhieß. Unter Diesen Umständen konnte auch der Senthiner die gnädige Straf" des gestrengen Schwiegerpapas gleichmüthig über sich ergehen lassen, denn die gesegnete Moorkultur erwies sich bald als der sicherste Reingewinn aus seiner so brüderlich belasteten Wirthschaft. Ludolf Reusche war freilich nicht wenig ergrimmt darob, daß seine UnglücksWeissagungen sich nicht erfüllt hatten. Er sah sich darum bald nach der feierlichen Doppelhochzeit veranlaßt. Rä sendorf zu verlassen; und da bekanntlich seine Beate ein bischen was mitgekriegt hatte, so übernahm er eine eigene kleine Pachtung. Brinkmann trat on seine Stelle doch ist Achneß" Meusel trotzdem bis heute unvermählt geblieben! I.'. Bezug auf die Zukunft beschloß der Graf nach vielem ernsten Nachdenken und gründlicher Erwägung mit seiner Freu, Räsendorf inst Vicki zu vermachen, falls sie männliche Nachkommen haben sollte, weil er es bei der Wahrscheinlichkeit, daß Marie kinder-
los blieb, nicht mit semem seudalin Familiensinn vereinigen konnte, die alte Pfungkfche Herrschaft in ganz fremde Hände gelangen zu lassen noch dazu an- den Sohn jener reizenden Schlange, verwünschten Angedenkens! Dagegen sollte Norwig schon in einigen Jahren die Verwaltung Najendorss selbststandlg übernehmen und die Einkünfte daraus zum größeren Theile beziehen, so daß er bei einiger Umsicht und Sparsamkeit dereinst imstande wäre, sich wieder selbst anderswo anzukaufen. Der alte Gras freute sich eigentlich darauf, sich nun bald ganz von der Wirthschaft zurückzuziehen, um dann auf Reisen leben zu können. Daß seine gute Gattin ihn nicht überall hin begleiten werde, 'des war er gewiß und darauf gründete er allerlei leichtfertige Pläne, .dieser unermüdliche Bewunderer der Jugend und der Schön-i-r r Tl "f" - . V - jC 1 . . yeil! ie jzau rasin gcoaajic hingegen aus ihrem Altentheil in Räsen dorf und Senthin gutwillig nicht ZU weichen; aber auch sie freute sich aus die Schwieger- und besonders die Großmutterschaft. Die böse Freigeisterei Norwias war rhr frernch em Wermuths tropfen in den Freudenkelch, aber endlich beruhigte sie sich doch vei dem Gedanken, daß ja nun ihrer schwiegermütterlichen Missionsthätigkeit eine hohe Ausgabe harre, welche erzoigreich zu losen ihr des Himmels bejonderen Segen in's Haus bringen müsse. Die Arme ahnte nicht, daß auch ihre Tochter bereits so sehr abtrünnig ge-worden-war, daß sie gleich ihrem heid nischen Verlobten sich als höchsten Lebenszweck die Aufgabe gestellt hatte, ih. ren Bill zu einem Edelmann der neuen Zeit zu erziehen, welche er als Mann vielleicht berufen war. auch für' den deutschen Adel mit herauszufühlen. Ein. Mann sollte aus ihm werden, )er seinen Vorzug vor andern Menschenkindern nicht darin sehe, daß er gegen eigne Ueberzeugung, gegen die innerste Empfindung seiner Generation an al ten Vorurtheilen zäh festhalte, sich absperre gegen die Forderungen der Gegenwart und in pfaffischer Gedankenlosiakeit die Erkenntniß von dem .Volke" fern zu halten strebe, sondern vielmehr ein Mann, der seinen Adel dadurch bethätige, daß er in stolzer Selbstachtung sich fern halte von der Gemeinschaft mit all der Niedrigkeit. der Heuchelei, der kalten Grausamkeit und unwürdigen Liebedienerei, die der wüthende Jnteressenkampf der Gegen
wart allüberall erzeugt, und den gemeine Naturen sich zu nutze machen, um lachend im Trüben zu fischen. Reine Hände, reines Herz! Edle Sitte, edler Sinn! Den Kops weit offen für alles Neue und Jung-Gesunde. ab:r das Haus ängstlich verschlossen vor den Dünsten des großen Sumpfes, in welchen all die trüben Wässerlein aus den Höhen des Gesellschastslebens hinuntersickern und aus dem die glänzendenJrrlichter aufsteigen, die so leicht denMann verlocken, der nicht mit dem Wappenschikde des echten Adels sich die Augen devdeckt.
(Ende.) : 4 Medizinische Experiment,. In der medizinischen Welt erregen Experimente, die kürzlich im Hospital Necker in Paris mit einem hysterischen Individuum gemacht wurden, großes Aufsehen. Der 54 Jahre alte Mann war wegen Lähmung der rechten KörperHälfte ins Krankenhaus eingetreten. Was zunächst bei ihm auffiel, das war die außergewöhnliche Empfindlichkeit der Haut bei Berührung mit gewissen Metallen, insbesondere dem Golde. Es genügte zum Beispiel, mit der beringten Hand irgend einen Körpertheil des Kranken nur oberflächlich zu streifen, um an dieser Stelle nicht nur einen heftigen Schmerz, sondern auch ziemlich umfangreiche Brandblasen zu erzeugen, die nur sehr langsam heilten. Um sich zu vergewissern, ob die Brandwunden wirklich durch die Berührung mit dem Metalle verursacht werden, oder ob der Kranke Simulant, wie die meisten Hysteriker sie sich nicht etwa selbst mit einem Streichhölzchen beibringe, beklopfte man seinen Rücken an Stellen, die er mit seiner Hand nicht erreichen konnte. Ueberall wo der beringte Finger des Arztes die Haut berührt hatte, wurden ausgedehnte Brandmale wahrgenommen. Wie der Kranke versichert, ist es ihm nicht möglich, ein Goldstück in die Hand zu nehmen, ohne sich die Finger daran zu verbrennen.' Ebenso interessant waren die Experimente über die Fernwirkung der Arzneien: Ohne Wissen des Kranken wurde hinter seinem Rücken in einer Entfernung von 10 Centimetern ein in Papier gehülltes Fläschchen gehalten, dessen Inhalt sogar dem experimentirenden Arzte unbekannt war. Nach Verlauf von ungefähr sieben bis acht Minuten bedeckte sich das Gesicht des Kranken mit starkem Schweiße; gleichzeitig klagte er über Uebelkeit und Brechneigung, und einen Augenblick darauf erfolgte auch wirklich eine Entleerung seines Mageninhaltes. Das Fläschchen hatte Jpekakuanha enthalten. Erinnerung an Louise Neuter. Ein Korrespondent macht von folgendem heiteren Erlebniß mit der jüngst verstorbenen Gattin Fritz ReutersMittheilung: Frau Reuter pflegte einen Theil des Jahres in Wiesbaden zuzubringen. Hier unterhielt sie zahlreich: freundschaftliche Beziehungen, und Allen, die sich in Deutch-Nizza ihrer näheren Bekanntschaft rühmen durften, wird die seltene Frau unvergessen vlei ben. Eines Tages traf ich Frau Reuter, die eben nach Wiesbaden gekommen war, in der Wilhelmstraße. Wir begrüßten einander, und ich versprach, sie in ihrem Absteigequartier aufzusuchen. Als ich anderen Tages die Pforte ihres Hotels pafirte, trat mir Frau Reuter an der Treppe entgegen, im Begriffe, einige Besuche in der Stadt abzustatten. Trotz meines Protestes bat sie mich, ein Biertelstündchen mit heraufzukommen. Sie ging voran und führte mich m einen behaglich ausge--statteten Salon. Wir plauderten über dies und das und wie stets, kehrten ihre Gedanken bald zu ihrem Mann zurück. Sie erzählte mir eben eine drollige Episode, deren Zeugen der Dichter urid seine Gattin in Konstantinopel gewesen waren, als sich plötzlich die Thüre des Salons öffnete und ein baumlanger Herr seinem Gesrus nach ein Englander herelnstolverte. Der Ein dringling nahm nicht die geringste Notiz von uns, steuerte auf das Sopha los und machte es sich da sehr bequem. Wir waren einfach sprachlos. Ich ließ in der Geschwindigkeit alle Reminiszen zen an reisende Englander tn meinem Geiste Revue passiren, aber ein solche Unverfrorenheit war mir doch noch nicht vorgekommen. Ich war eben im Begriff, dem Herrn ganz derb den StandPunkt klar zu machen, als Frau Reuter mit einem halb unterdrückten Schrei in die Höhe sprang und rief: Um Got--teswmen, ich habe w grüne Mobu: Ich habe Sie in ein falsches Zimmer geführt!" Ich entschuldigte mich bei dem Herrn, der indessen keine Mnne verzog und seine bequeme Lage um keine Linie veränderte. Wir machten uns schnell aus dem Staube, aber draußen haben wir, wie denkbar, herzlich über diesen lustigen Auftritt ge-lacht.-Schmeichelhafte Antwort. Lehrer: Karl, wie heißt das Thier, das .I a" schreit? Schüler (schweigt). Lehrer: Na, wer schreit denn I a, I a"? Schüler: Sie, Herr Lehrer. Gute Ausrede. Sie: Du mußt sehr zerstreut scin, wenn Du Liebesbricse schreibst, Du hast gestern ein leercs Blatt in's Kouvert gesteckt! Er: O nein das geschah mit Absicht, weil es keine Worte gibt. Dir meine unsägliche Liebe auszusprechen ! Ausweg. Wäschefabrilant: Ihren Sohn kann ich absolut nicht gebrauchen, der Mensch ist cl fürchterlich schläfrig, was soll ich blos mit dem Jungen anfangen? Vater des Lehrüftä' y?n belckästiaen Sie ibn doch in'der Abtheilung für Nachthemden.
Volkstrachten ia Zchwanwald.
5)!n dem von der Mutter Natur so verschwenderisch ausgestatteten Kmziathal, das sich und seine vegetanons reichen Zweigthäler gleich paradiesischen Zaubergärten tief in die Felsund Waldwildnisse der llcrevnia ilva eingegraben hat, findet sich noch em fast unberührter Schatz von alten Sitten und Trachten, den ein regsa mes, zufriedenes Völkchen bewahrt hat. Wohl hat das schnaubende Dampfroß, mit grauen Rauchwolken die Blüthen erstickend, seinen Weg in die wildfremden Thäler gefunden wo kein Weg ist, wo hochragende Felsen sich entgegenihürmen, bohrt es sich in ihre Eingeweide, gleich dem Geschoß des Jägers, um mit höhnischem Siegesgeheul im Rücken des Bergriesen wieder hervorzutauchen wohl steigen bald hier bald dort riesige Stammt und Fabrikschlote empor als Triumphsäulen der siegreich vordringenden Technik, die die alte Landwirthschaft und das Kleinhandwerk zu verNichten droht; nicht selten auch blitzen dem nächtlichen Wanderer gleich flimmernden Gnomenlichtern elektrische Glühlampen, die Erzeugnisse der mäch Beim Neuen. tigeren Schwester des Dampfes, aus dem Dunkel des schwarzen Waldes entgegen; aber noch sitzt er fest auf seiner Scholle, de? kernige Schwarzwaldbauer und baut sie mit eigener, schwieliger Hand; noch fällt mit wuch. tiger Axt der Holzhauer die schlanke Tanne und fügt sie zum Floß; noch spinnen 'die Frauen den selbst gezogenen Flachs an schnurrender Spindel; aus dem Garn schlingt der fleißige Weber an kunstlosem hölzernen Webstuhl ein derbes, schier unverwüstliches Gewebe; noch sitzen beim einfachen Mahle alle um den wuchtigen Stuben tisch, obenan am Herrgottswinkel der gebietende Bauer und rings, mit der Familie gemischt, das eingeborene Gesinde. und noch tragt Bauer und Bauerin, Knecht und Magd bei der Arbeit wie beim festlichen Kirchgang das alte von den Vätern vererbte Häs". Wer alte, unverfälschte Volkstrachteic kennen lernen will, der gehe in du Schwarzwaldthäler. Er sehe bei den feierlichen Processionen im schmucken Amtsstädtchen Wolfach die schlanken Kinzigthälerinnen und die von der alten Wolfach" in ihren farbenprächtigen Kleidern und mit den glitzernden Schäppele"; er besuche einen Vieh markt im freundlichen Haslach, dieser Perle des Kinzigthals. wo im Gewühl der Wadenstrümpfler und Kniehösler nebst den dazu gehörigen Hälften sich alsbald ein deutlicher Unterschied ihm aufdrängt: einerseits die dunkle, ernste Tracht der Gutacher. die ihren reichen Obst- und Buttersegen zu Markt Brauttracht. bringen, sowie der Kirnbacher, welche die Speckkammtt" des Kinzigthal mit ihrem duftigen, körnigen Inhalt füllen, andererseits die hellfarbige, bunte Tracbt der Einbacber. Müblenbacher, Hofstetter und so weiter. Ein. aebender lakt sich die Berschieoenyeu der zwei Hauptformen der dortigen Trachten von demjenigen studnen, oer je eine der großen Bauernhochzeiten in einer katholischen und einer protestantischen Gemeinde, zum Beispiel dem holzliefernden Schapbach und dem lieb lichen Gutach, besucht. In beiden tann er die harmlose, bisweilen, wohl etwas derbe Fröhüchkeit dieser Thalbewohner und nicht weniger die Leistungsfähigkeit ihrer Verdauungsorgane bewundern, welche von Vormittags bis? spät Abends mit Unmengen, von Gesottenem und Gebratenem, Kälbernem und Schweinernem, Gebackenem und Geschmälziem gefüllt, mit nicht weniger Wein und Bier .befeuchtet und ab und zu mit einheimischen Kirsch" gestärkt werden. In Schapbach sieht da fremde Gast die bunte Tracht ausschließlich vertreten dieFrauzn, weniZsiens tragen sie allenoch: ei.n rothes, blauen oder grünen, bis zum kräftigem Knöchel reichenden Rock mit seidener Schürze, ein geblümtes, meist hellgru. nes, mit rothen, breiten Bändern eingefaßtes Mieder (die Brust-), das in der Taille mit emem dicken Wulst ZUM Halten des RockeZ endet; der freie, obere Brustthal des Hemdes, dessen blüthevweiße Aerme! vom Ellenbogen ab die wohlgerundeteT Arme freilassen, wird von einem kunstvoll gefalteten, in der 5?arbe der Schürze anaepaßlen, meist seidenen Tuch bedeckt. DenKopf scbmückt eine niedliche öaube aus far bigem Tuch ode? Sammet, mit Seide oder Metallfäden bestickt und mü einem koketten Spitzenschleierchen rmgs l
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lbesetzt, welches .da? blühende Gesicht t- , t i . v.v.
incor yeroorqeol als oerocai. coe Gemeinde 3at wieder ibre cbarakteristi schen. abweichenden Eigenheiten, die alle yier auszuzahlen zu weit suyren würde. Obiges möchte genügend die Tracht der katholischen Orte skizzirt yaven. Gutachthälerin. Den zweiten Typus lernt der wiöbegierige 'Trachtenbummler in Gutach kennen, wo bei den hupfenden Tonen des Pfeifers" wunderliche Tänze mit wurdevoller Grazie ausqesuhrt werden. Hier ist die Kleidung der Frauen nach Schnitt und Farben ernst, Schwarz ist vorherrschend. Der vielgefaltelte schwarze Rock und das schwarze, geblümte Miede? bilden ein Stück. Bei einzelnen alten Frauen finden wir letzteres noch durch eine Schnurung geschlössen, welche quer über die Brust eme Reihe von ungefähr zwölf silbernen Haken verbindet. Den offenen Halsiheil des Mieders deckt zum Theil das Golltt", an welchem allein bunte Farben, aber auch m dunkleren Tonen, durch Stickerei und Aufnähung zur Geltung gebracht werden. Eme schwarze, innen roth gefütterte Tuchjacke und ein schwarzes Häubchen mit breitem Schleier vollenden den Anzug, zu dessen puritanischer Strenge und Einfachheit übrigens 'die frischen Farben der wohlgeformten Gesichtchen mit den kirschrothen Lippen und den übermüthig blitzenden Augen meist einen fröhlichen, beruhigenden Gegensatz bil Mädchen aus Leh Kinzigthälerin in der. gericht. Prozession. den. Sommers tragen die Gutache rinnen große, runde, flache Hüie aus hellgelbem Stroh mit schwarzen oder rothen Aollen" von der Größe einer Faust; in Lehengencht, wo die Ein faröigkeit durch Beimengung von freundlichem Grün und anderem ge mildert wird, ziert den hellen Hut em eigenartiges Geflecht aus braunem Stroh. Die Erklärung dieser durchaus strenq durchaeführten Fundamentalun. ierschiede der Bekleidung im oberen KlNZlqtyal finden wir m der Geschichte dieses Landesiheils: die Orte Gutach, Kirnbach, Lehenge'-icht und Schiltach waren bis 1810 N'nttemberglsch und schon früh protestantisch geworden. wobei sie das puritanische Kostüm angenommen haben; sie sind förmlich zwischen die übrigen Gememoen, weiche bis 1806 der fürstl. Fürstenb. Standesherrschaft angehörten, eingekeilt, i- -e n ' n n 1Cm. oyne sich im eringsien mu lyuwi $u vermischen. Letztere blieben mit dem fürstenbergischen Herrscherhaus katholisch und behielten die alte, bunte Tracht bei. Bei den Manners besteht derselbe Unterschied wie bei dem weiblichen Geschlecht, doch rst er bei t nen weniger in die Augen fallend, besonders da sie, wenigstens dieiünSinzigthSlerin. gere Generation leider vielfach die Trachr abzulegen be gönnen haben. Meist tragerc. sie fchra statt der Kniehosen und den die krüftigen Waden umspannenden Strümpfen lange Beinkleider oder aber überhaupt eine nichts weniger als kleidsame oder bequeme, der Herrenmode? ähnliche in& deren Veränderungen in plumper Nach. affung folgende Unlfornn- UuifoM? mfofern, als die Klerdung (Sonntags tOenigstens) bei allen den gleich, Schnitt hat, ber dem iungerr Baue?. dem Kleinhandwerker, dem- Fabri5arbeiter und dem Knscht. Die Unterscheidung dieser ist ?ur durch das mnfl dem Inhalt des Geldbeutels enrsprechende SelbstbewuZtsein ZuS uftre. tens ermöglicht. Vor dein LeilzhauZ. Kind: .Dies, ist wohl die Umversität. Ma-ma?-Mutter: Wie. kommst Du darauf Kind: to well ich Vetter Mcx so häufig hereingehen sehe." Kindermund. Karlchen: Mama, waZ ist denn erblich?" Mama: Dzs ist etwas, das Du voa Deinem Vater ode? von mir bekommen hTft." Karlchen: Mama, dann ist roshl Keile auch erblich?Streng. Feldwebel: Struppke, über Ihre UnPünktlichkeit wird beständig geklagt. Wenn Su nicht bis morgen früh um 7 Uhr ein pünktliche Mensch geworden sind, flgen Sie 'i fctf!"
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Die pariser ZZazare. Die großen Waarenmagazine von Paris, von denen einige Weltruf erlangt haben, Datiren aus dem ersten Kaiserreich. Damals führten sie die
seltsamsten Namen: Die eiserne Maske", Der Teufel auf zwei Krücken-. Die beiden Magogs". Unter Louis Vbilipp entstanden: Die schöne Farmerswittwe-, Die Stravenecke", Der arme Teufel". Aber die Rentabilität dieser Unternehmungen wurde noch als so ungewiß angesehen, daß, als Deschamps, der 'die Stadt Paris" gründen wollte, seinen Vater bat, ihm seine Ersparnisse anzuvertrauen, dieser antwortete: Einem Tuchkrämer würde ich nicht fünf Schilling leihen." Dann begann Aristide Boucicaut die Gründung des später zu Weltruf gelangten Bon Marchö". Boucicaut hat ganz klein angefangen, er war nichts weniger als ein Capitalist. Sein Vater war in kleiner Hutwacher in Vellöme und er selbst GeHilfe in einem großen Laden der Rue de Bac. Mit zweiundvierzlg Jahren that er sich mit einem gewissen Vidau zusammen, der in derselben Straße einen kleinen Laden hatte. So- machte er sich selbstständig. Ganz' allmälig. mit einem seltenen Aufwand von Fleiß, Umsicht und Sparsamkeit und mit einem noch selteneren Orgamsationstalent. legte er den Grund des riesigen Weltgeschäfks. das heute Jedermann in Europa kennt: 186? kaufte er seinem Theilhaber das Geschäft ganz ab. Zum Bau des RiesenHauses erhielt er das Geld von einem französischen Kaufmann Namens Maillard hergeliehcn, der in New York reich geworden war, nicht, wie, maw sichin Paris erzählt hat. von den Jesuiten. AlK Boucicaut starb, hinterließ, er seiner kinderlosen Wittwe, die übn--gens eine einfache Fabrikarbeiterin' gewesen war, ein kolossales Vermögenund ein Testament, worin er die UmWandlung des Geschäftshauses in- eine,Art Actiengesellschaft vder vielmehr ineine Art kommunistischen Unternehmens bestimmte, und zwar in der Weise, daß nur Angestellte des Ge schäftes Actieninhaber werden konnten', und auch nur bis zu eine? gewissen, Summe. Der Printemps", die.' Belle Jardiniöre". diese Schatzkammer für die Bedürfnisse der männlichen Bevölkerung von Paris, der Louvre". der allein an Bindfaden für die VerPackung der von seinen Kunden genachten Einkäufe jährlich 57500' braucht, die Samaritaine" am PontNeuf sind die vier großen Rivalen, diedem Von Marche" alsbald erwachsen sind. Man hat sie ja dann in allen anderen europäischen Hauptstädten co pirt. aber zu der Bedeutung und dem Ansehen jener fünf Pariser Magazine ist keine dieser Gründungen, gelangt es sind wohl großstädtische Unternehmungen gewesen, aber keine weltstäd, tischen Corsett und ZZleichsucht. Von Dr. Conrad. Wenn ein Arzt, ein Phystologe, ähnlich dem Vorgang des Schnürens. bei Thieren Stahlmieder, Panzergürtel anlegen wollte, um zu beweisen, daß durch solche Zusammenschnürungen Athmung, Ernährung. Blutströmung, Blutbildung,, sowie andere wichtige Vorrichtungen, erheblich und nachhaltig gestört werden, so würden alle Thierschubvneine über die Grausamkeiten lärmen. Immer von Neuem muß auf die Gefahren des Festschnürens für die Gesundheit hingewiesen werden. Die Ausdrücke: Wef?enta,lle, Schnürfurche, Schnürleber, Schnürlappen weisen auf diesen Zusammenhang hin. In neuester Zeit hat Prof. Marchand auf, die Häufigkeit der Gallensteinbildung, sowie von Gallensteintrebs beim weiblichen Geschlecht die Aufmerksamkeit hingelenkt und diese Zdrankheitszustände als schädliche Folgen des. Schnürens bezeichnet. Prof. Riedel hat erwiesen, daß gewisse GaUenbla-. senerkrankungen fast ausschließlich bei' Frauen vorkommen und recht wohl. als Folge des Schnürens zu; brtrachten sind. Von Bonne ist neuerdings, das Tragen der heutzutage ! bei Mädchen und Frauen der städtischen selbst ländlichen Bevölkerung' sehr be-. liebten Pariser Corsetts als besonders schädlich und zur- Entstehung, von lebensbedrohenden Mageng schwüren Anlaß gebend hervorgehobenworden. Prof. Rosenbach macht eä mehr als wahrscheinliche daß in großer Theil aller Formen der? Bleichsucht beim weiblichen Ge. schlechte ausschließlich durch den Ein--fluß enger Corsetts' zu begründen- ist. Mädchen. Frauen, Mütter. Erzieherinnen, nicht zum wMgsten Aerzte wollen sie nicht nur- Helfer in der. Noth der Krankheit sein, s?ndein ihrer erhabenen Aufgc.e als hygieni sche Berather und Pioniere.' de? Menschheit genügen sollten: dessen , w ! stets eingeben: omven una inuscc wieder auf die Schäden die der Mißbrauch des Cor-setts mir sich brinat. nac5rücklich hinweisen. Wo angeblich d. Nichtgebrauch des Corsetts Rücken- od. andere Schmerzen verursacht, sowie zu? Stärtung der Rücken- und Brustmuskeln empfiehlt sich methodische Zimmcraymnastik. die passend mit kalten Aorewungen und Massage verbunden werden kann. Ableczung de CorsettS im Hause, vor Allem aber das Tragen eines v.n. schädlichen Corsetts bilden die ws.iteren nothwendigen Forderungen. Ein Streber. Da, der Karl ist ein Streber; gestern, hat der Kerl erzählt, er hätte vom Studlren gkträumt!"
Zur die Düche. Orleanssuppe. Man brauch! dtti gute Suppenhühner zu dieser vortrefflichen Suppe, sowie 2 Pfund Rind- und ebensoviel Kalbfleisch. Alles Fleisch, sowie zwei Suppenhüh ner ganz und das dritte Huhn ohne das Brustfleisch werden mit sechs Quart Wasser überfüllt, langsam? in's Kochen gebracht und dann gesalzen, um darauf einige Suppenwur zeln und wenig Kerbel als Gewürz zu bekommen. Ma kocht die Suppe langsam drei bis vier Stunden und seiht sie durch. In dieser Zeit berei tet man aus dem rohen Brustslersch des Huhnes kleine Klößchen. Man Wiegt das Fleisch sein rührt init Butter und Semmel eine Panade über dem Feuer ab und vermischt sie mit einigen Eigelb. Salz Pfeffer und dem gewiegten Fleisch zir lockerer Farce, formt kleine QuenelleS davon und kocht sie in Salzwasser, grrcv Auch ein Pfund Reis dünstet man mit leichter Fleischbrühe weich, thut zerfchnittenes Weißbrot hinzu-' und stößt, wenn der Reis gut ist, diesen fein. Man gibt ihn an die du?chge gebene Hllhnerbouillon, die leicht sei mig sein muß, und kocht sie langsam eine Viertelstunde damit. Indeß, lost man von den gekochten Hühnern- -doS Vrustfleisch, stößt es im Mörser mit .etwas süßer Sahne fein, streicht es 'durch ein Sieb und vermischt es mit sechs Eigelb, sowie drei Viertel Unze frischer Butter und einem halben Pint süßer Sahne. Im Augenblick deS Anrichtens legirt man damit dieSuppe, die man dann sofort über dir kleinen Farceklößchen gießt, und irr die man zuletzt etwas blätterig ge--pflückten, vorher blanchirten KerbeU streut. Geflugeltimbale. Am- besten eignet sich eine kuppelartige, glatteForm dazu, die man ziemlich dick mit geklärter Butter ausstreicht, und deren Boden und Wände man mit Trüffeln- und Pökelzungenstückchen hübsch auslegt, worauf man sie irr einen Eisschrank stellt, damit die Butter fest wird und die Verzierung festhält. Aus weißem Hühnerfleisch bereitet man eine lockere Farce, mit'
deren aroßtem Theil man danach dieForm überall gleichmäßig bestreicht. DieK gelingt am Besten, wenn mandie Form halb mit der Farce füllt, einen Löffel öfter in Eiweiß taucht und 'damit die Farce von der Mitte.der Form aus gegen deren Wänden streicht. Vorher dünstet man mehrere junge Tauben und Hühner weich, läßt sie abkühlen, verdickt die vorher durchgeseihte Brühe mit einem hellenButtermehl, streicht sie durch, rührt' vier Eigelb mit etwas kalter Bouillon, und Citronensaft klar, vermischt damit nach und nach die Sauce unterfortwährendem Rühren und kocht siedann schnell kurz auf. thut ein Stück--chen frische Butter daran und mengt' mit einem Theil dieser Sauce (dieübrige wird im Wasserbade heiß er--halten) das abgelöste Geflügelfleisch, das man feinblätterig geschnitten hat,, worauf man einige ebenso zerschnit im Trüffeln darunter mischt und diese- Geskügelblankette abkühlen läßt.Ist dies geschehen, so füllt man daZ . Fleisch in die abgestrichene Form und bedeckt es rech! fest mit dem Rest der Farce. Man deckt die Form zu,. stellt sie in kochendes Wasser !n einenheißen Ofen, in dem das Wasser stets dem Siedepunkte nahe bleibt, aber nicht kochen darf, und läßt sie in an. verthalb Stunden gar dünsten. Mankehrt beim Stürzen die Form auf' eine passende Schüssel und läßt sie unberührt einige Minuten stehen, da. mit' die- Timbale sich leicht löst. Nachdem man die Form abgehoben, gießtman eimge Löffel voll von der zurückbehaltenen Sauce darunter und' gibt die übrige nebenher. 5rngemachtes Hirn. Manlegt' das Hirn in lauwarmes Wasser, damit das Blut herauszieht, und häutet es ab. Dann läßt man ein: Stück Butter in einem- Tiegel vergehen. gibt das Hirn mit' einigen Zwie--klscheiben hinein, füllt es mit Fleisch--brühe auf, gibt etwas' Citronenschale und genügend Salz dazu und läßtes weich dämpfen. Nun macht martr mit Mehl und Wein ein Teiglein,rührt es hinein. läßl'Vas Ganze noch-' mals aufkochen und-gibt unmittelbar vor dem Anrichten- verrührtes Eigelb' dazu. Wenn man- keinen Wein hat, nimmt man Wasser-und säuert dieSauce mit Citronensaft. Wird- mitceroten Kirtoffttk oder Kartoffelrmde'n u Tische getragen. Marinir-te- Hammelkeulest Ia Duchesse mit jungen Gemüsentrnd Salat. (Ttnt große Keule- wirdgehörig geklopft,- worauf man Hautund Fett aNöst. das Fleisch mit ge--pfefferten Speckreifen spickt und inein irdenes Gefäß legt, zerschnitteneZwiebeln, Wurzelwerk, Lvröeerölätter. einige Wachbolderbeeren, Pfef--fer-und Gewurzkörner nebst einem KräuterSi!nd?rchen hinzi-thut. einen Pint Mg oder Weißwein da-rüber gießt ?d die Keule in dieser- Mari nade bis 5 Tage liegen läßt, wobei man sie täglich umwendet. Man brät sie dann in reifliche?- Butter une? häufigem Vegießen, schüttet vor Zeit zu Zeit erwas FleischSrübe und einen Löffel von der Marinade in die Pfanne zu und gibt die entfettete Sauce oder eine Truffelsauce zu dem Braten. Als Beilage dienen junge Gemüse. , Auf der Sternwarte. Diener: Durch diesen Tubus können Sie die Jungfrau in ihrer vollsten Schönhnt sehen.- Sie: Aber H:in. rich. Du wirst Dich doch nicht Ukte? steZe.n, hineinzusehen?-
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