Indiana Tribüne, Volume 18, Number 302, Indianapolis, Marion County, 21 July 1895 — Page 2

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Ta Hüttch Von teim.

Ich hab' ein kleines Hüttchcn nur; Es steht auf einer Wiesenflur An einem Bach, der Bach ist klein, Könnt' aber w:hl nicht Heller sein. Am deinen Hüttchen steht ein Baum, Man sieht vor ihm das Hüttchen kaum. Und gegen Regen, Sturm und Wind Beschützet, die darinnen sind. , w rvy i . uno eine kleine 'cscyngau I Singt aus dem Baum so füfca Schall, slfc irhpr hr Mnriifr oplif ü Um zuzuhören Pille sieht. Tu Kleine mit dem blonde Haar, Tie längst schon meine Frekde war. Ich gehe, rauhe Wwde weh'n; Willst du mit Mir ins Hüttchen gchrn? In BIerviLe's Ueblrsetzung: Ttte CoU Trom Gleim. A little 2ot is ull I rwn; It 8taixs upoa a mead alon, A purling breok üorra babbling near; The b?ook:is-small,nbut crjstal clear. Besi5o the rot tke?s stand sa tree, Tbat partly bides the cot from thee; Andthey vho dwell withm it find A s&fe retreat frem stornr and wind. And on tfce tree. nightingale So swedtly chants her plaintive tale That he vho passes lingers Ivn, And liste in eilence to her song. Thou little oncxvith flaxen hair, Wholonrr hast' been my fondest cstil I ffo,cold winds blow o'er the Isaz , w.iltithou intomy cot with me? $tt Zchatzsuchcr. -Von A. ReimcrS. "Das Earroe "näherte sich jetzl trem Stande. Dn'Bay öffnete sich nxit, und ine ücfe:üuber weisen Brandung deZ Riffs zeigte, wo der kleine Fluß in 5en 'S auslief ; das dichtere und liefere Grün des 'Urwaldes kündete seinen Änuf den ''Huge kabhang hinunter. Der Wald 'kcrm hier dicht zum Strand 'Zheran. 'Weit 'drüben, verschwommen und fäst 'wo'lkenartig in Form, stiegen 'die Berge -auf, Wellen gleich, d lötz ?ich zu Eis erstarrt schienen. Die See tJnx ruhig, bis auf ein fast rnwahr--Siehmbcrres 'Heben und Senken. Der Himmtt' strahlte von der Sonnengkulh. Der Emeder Beiden im Can sitzenden Männer 'hielt mit Rudern rnne. Es müßte 'hier herum sein.'" sagte rr. Er -zog vdte Ruder ein und deutete -mit der -ausgestreck'.en Hand auf das' Äser. Der zweite. Mann saß im vorderen 'Theil des 5anoes und 'beribachtete 'scharf das Land. Er hielt inen -gelben Voge Papier aus iem Knie. Komm und sieh Dir hnl nn, 5vans," sagte er. Beide Männer sprachen in 'leisem Ton. imd'ihre Lipp?n waren hrrrt und trocken. Der Man?!, Evans genannt, kam das Boot entlang, bis er über seines Gefährten Schulter Wcken konnte. Das Pcchier hatte das Aussehen iner rrroben Landkarte. Durch viele? Lusammenfalter.- zerknittert und abgenutzt, 'selbst zerrissen, hielt der zweite Mann die verblaßten Bruchstücke zusammen, wo sie sich getrennt hatten. Man konnte darauf, obwohl jitm lich undeutlich, in fast verlöschtem AleWift. '.öie'Llußenlinien der Biry -kennen. J&tt? 'sagte Evans, .ist das IJUff nd hier die Bucht." Er ließ seinen Daumen über die Stelle gleiten. Diese krumme, sich hinwindende Linie ist "der Fluß, das' ist Na? wie der Tag, und dieser Stern ist ix iplatz.Du siebst "diese gesprenkelte W sagte der Mann mit der Karte, es ist ine gerade Linie und läuft von der Bucht tU zu einer Gruppe Palmbäume. Der Stern ist gerade ta, wo 5er Flu sie durchschneidet." Sonderbar," 'sagteEvans nach einer Pause. Was können diese kleinen Zeichen "hier bedeuten? Das Ganze sieht ans wie der'Plan zu einem Hause der -so etwas, aber wozu dienen diese kleinen Striche? 'Ich kann's nicht errathen'. And was für eine Schrift ist s?" EhmeM." sagte der. Mann mit der Karte. Raturlichl Er war ja Chinese," sagte Evans. Sie Alle waren'Z sagte der Manu mit der Karte. Sie schwiegen Beide, während einizer Minuten jrcch dem Lande starrend, indessen das Uzmoe langsam vorwärts trieb. Dann wirf Edans einen Blick auf das Ruder. Die Reche ,ift n Dir sagte er. Sein Gefährte faltete langsam daZ Papier zusammen, steckte s in die Tasche, ging vsrsichtig an Evans vorbei und begann zu rudern. Seine Bewegungen waren matt, qleich denen eines Menschen, dessen Kräfte fast erschöpft find. EvanZ hatte seine ugen halb geschlössen, er beobachtete bas näher und näher kriechende schaumige Risf-Was ser. Die Luft war die eines Schmelzofens, denn die Sonne siünd nun im Zenit h. Obwohl sie dem ersehnten Schatz so nahe waren, fühlte er doch nicht das Entzücken, das er schon vorauszenosscn hatte; die furchtbare körperliche und stclische Erregung deS Kampfes, die lange Rachtrcise vom Festland in dem ganz ohne, Lebensmittel versehenen Boot hatten um

selnen eigenen Ausdruck zu zrebrau chen es aus ihm heraugenommen". Er versuchte, sich lfMütteln, indem er seine Sinne auf Goldbarren richtete, von denen der Chinese gespro chen hatte, aber sie vllten nicht da rauf haften, sie kerlen hartnäckig zu dem Gedanken an illßes Flußwasser und zur fast unerträglich gewordenen Trockenheit sein Lippen und Kehle zrrück. DaZ rhythmische Geräusch der kise an das Riff schlagenden See wurde nun horlbar, und es harte einen angenehmen Klang in sernrn Ohren.

2)as bewegter werdende Jüan er Ml scherte am Enoe entlang und das Ruder tauchte gleichmäg dazwischen. Er versanl nn einen treimhasten Zustand. Noch wrrr er sich klar der vor ihnen liegenden Insel bewußt, doch ließ ein seltsamer Traum Wirklichkeit und Einbildung ineinander fließen. Wieder sah die gestrig? Nacht, da er und Hookr 1?es Chinesen Geheimniß entdeckt hzktten, er sah die mondhellen Bärrme. das niedrig brennende Feuer und dre schwarzen Figuren der drei Chinesen, hier vom Mondschein übergvssrn, dort vom rothen Schein des FeMrs gespenstig angeglüht, und er hörte sie .sich rm Pigeon-Englisch" unterhalten, denn sie waren von verschiedenen Provinzen gekommen. Hootez war zuerst aus ihr Gespräch aufmerksam geworden und hatte ihn zum Horchen veranlaßt. Theile der Unterhaltung hatte der Wind fortgetragen, andere waren unverständlich geblieben. So viel hat'en sie Beide verstanden. aß eine von den Philippinen kommende und mit Schätzen beladene Galleone hoffnungslös gescheitert, daß die schiffbrüchige, burch Krankheit und Hunger zusammengeschmolzene Mannschaft in Streit mit einander gerathen sei. Zuletzt chätten die drei Chinesen ihre Boote genommen, und seitdem sei nie wieber etwas von der Mannschaft gehört worden. Das bildete den Hintergrund Äer Geschichte. Dann hatte der eine der Chinesen, Namens Chang-hi, .weiter erzählt, wie 'er erst vor Kurzem, am Ufer entlang wandernd, zufällig eris den seit 200 .Jahren verborgenen Schatz gestoßen und von seinem Fahrzeug desertirt war. Dann habe er mit unendlicher Mühe das Gold an einer anderen Stelle wieder vergraben, nicht tief, -aber sehr sicher. Er hatte großen 'Nachdruck auf die Sicherheit gelegt, es war sem Gehermrnß. Nun aber brauchte er Hilfe, dorthin zurückzukehreu und ihn wieder auszugraben. Plötzlich war das Papier aufgeflattert und die Stimmen gesunken. Eine schöne Geschichte für die Ohren unserer zwei im Kampf des Lebens schiffbrüchig gewordener Engländer. Der Versuchung hake Evans nicht wi'freistehen können. Sein Traum schweifte zu dem Augenblick, da, er Chang-His Kehle in seiner Hand sühlte. Das Leben eines Chinesen gilt kaum für geheiligt, wie das eines Europäers. Das listige, kleine Gesicht Chang-chis, erst gistiq und wüthend, gleich einer aufgestachelten Schlange, dann wechselnd: furchtsam, verratherisch und fast mitleiderweckend, bekam einen überwältigenden Ausdruck in Evans' Traum. Zuletzt hatte Chang'hi gegrinst, ein unverständliches und erschrecke?, des Grinsen. Und plötzlich begannen die Dinge wie es manchmal in Träumen geschieht sehr unangenehm zu werden. Chang-hi hatte unverständliches Zeug geschwatzt und 'bedrohte ihn. Evans sah im Traum Haufen und Haufen Goldes und davor Chang-hi, wie er mit ihm rang, um ihn von, dem Schatz zurückzuhal--ten. r hatte Chang-hi bei der Gurgel gefaßt. Wie groß der gelbe Kerl war, -und wie er si wehrte und grinste! Er Wen auch zu wachsen, höher, immer chöher! Da verwandelte sich der glänzende 'Goldhaufen in einen glühenden Schmelzofen, und ein ungeheuer großer Teufel, erstaunlich dem Chang-H! ähnlich, aber mit einem langen, schwarzen Schwanz, begann ihn mit Kohlen zu füttern. Sie verbrannten seinen Mund entsetzlich! Ein anderer Teufel schrie laut seinen Namen: Evans, Evans! Du schläfriger Narr!Oder war es Hooker? Evans wachte auf. Der Andere deutete auf das User. Da sind die drei Palmbäume. Wenn wir nun hier in der Bucht landen und bis zu ihnen vordringen, müssen wir, sobald wir zur Stromöie,gung kommen, früher hingelangen.Sie konnten den Fluß nun deutlicher blitzen sehen. Bei diesem Anblick llebte Evans auf. Eile Dich, Mann," schrie er. oder beim Himmel, ich muß Seewasser riinken!Er nagte an seiner Hand und starrte aus den silbernen Streifen zwischen Felsen und grünem Seetang. P-Ltzlick. lrcindte er sich faft bese. lend an Hoottr. Gib mir d&3 Ruder,- sagte . So erreichten sie die Flußmüvm'.. Ein kleines SW weiter hinauf nahm Evans etwas Wasser in die hohle Hand, schmeckte es und verschütte es wieder. Nach einer Weile versuchte er cs von Neuem. Das wrrd gehe" sagte er, und Beide begannen gierig zu trinken. Verw'ün - Evans auf einmal. So geht's zu langsam !- Und sich gefährlich weit über den vorderen Theil des Canoe herabbeugend, begann er das Wasser mit den Lippen aufzusaugm. Plöklich .hörten sie mit Trinken auf, und indem sie das Voot in die Bückt hineinruderten, lan-

beten sie zwischen, dem Gestrüpp. daL übn dem Wasser hing. Sie zogen das

leichte Canoe weit auf daZ Ufer heraus und wanderten in der Richtung der Palmbäume vorwärts, bis sie dieselben erreicht hatten und die Bucht mit den selben in einer geraden Linie sahen. Weit über die höchsten Wipfel des Urwaldes hoben die Könige der Gräser wie sie ein indischer Dichter nennt ihr Blätlerhaupt empor, auf riesigem Schafte, Bilder voll Anmuth und Würde, lieblich und majestätisch zugleich. Kaum zwei Fuß dick, ragten die blendend weißen glatten Stämme wie aus Erz gegossene Säulen zum Himmel auf, und in der Höhe wiegten sich die fein geschnitzten Wedel, bald stolz emporsteigend, bald wieder anmuthig sich senkend. Das Smaraadgrün dieses stolzen und doch so zierli chen Gewölbes, vom Licht der Sonne durchströmt, die zarten gekräuselten Blätter, die wie ein leicht gewebtes Netz vom Blau des Himmels sich abhoben, die goldfbigen Fruchtbüsel: das Alles brachte eine zauberische Wirkung hervor. Aber in den Herzen der beidenMänner war kein Raum für Naturbetrach hingen. Ihre Gedanken waren von den Schätzen angefüllt, die sie zu sin den hofften, und nach denen sie fiebernd begehrten Ihre Augen suchten spähend die Erde. Nun geradeaus in dieser Richtung, bis wir zum Strom kommen sagte Evans. Dann wird's gelingen !" Sie mußten sich oft Bahn brechen. Hohes Gras, breite, in einander geschlungene Zweige junger Bäume hin derten am Vordringen. Die letzteren wurden immer größer, und die glühende Sonnenbitze wechselte mit niedrigen Graden kalten Schattens. Zuletzt wurden die Bäume zu Säulen, die einen Baldachin von Grün trugen, unabsehbar hoch, Tausend unentwirrbare Fäden vsrk Smarokerklanzen rankten sich an den ihnen preisgegebenen Stämmen hinaus dazwischen stiegen bald saftigdunkle, bald silberschimmernde kolossale Farren fächergleich aus dem Boden auf und breiteten sich zu horizontalen Schirmen aus, die kühlende Schatten auf die Gluth des Bodens sandten. Buntschillernde Papageien wiegten sich kreischend auf den Zweigen, fremdartige weiße Blumen hingen von den Stämmen herab. Der Schatten wurde immer tiefer. Evans zitterte. Es scheint beinahe kalt hier auf dem rechten Wege erwiderte Hooker. Plötzlich sahen e in der tiefen Dunkelheit, noch weit von ihnen entfernt, eine Lücke. Leuchtende Pfeile . heißen Sonnenlichts f"ficn in den Wald. Auch das Grün schien frischer, glänzender dort. Bald hörten sie auch das Rieseln von Wasser. Da ist der Fluß. Wir müssen jetzt ganz nahe sein.- sagte Evans. Die Vegetation bei der Jlußbank war war üppig. Große, noch namenlose Pflanzen mit glänzend gefärbtem Blätterwerk sproßten zwischen den Wurzeln der tausendjährigen Riesenstämme. Auf der Oberfläche des dreiten ruhigen Wassers, welches die Schatzsucher nun überblickten, flutheten breite ovale Blätter und Wasserlilien nicht unähnliche röthlich weiße Blumen. Am Ufer stehend, wandten sich die beiden Männer um und schauten in die dämmrigen kühlen Schatten des hinter ihnen liegendem Waldes. Du sagtest- begann Evans. Er sagte, ein Steinhaufen mache den Platz kenntlich.Sie sahen sich schweigend :inen Augenblick an. Dann schritten sie langsam am User entlang und blickten neugierig um sich. Plötzlich stand Evans wie qebannt still. Was zum Teufel ist das?- sagte er. Hooker folgte der Richtung seines Fingers. Etwas Blaues.- bemerkte er. Es war auf einmal zwischen den Stämmen ZUM Vorschein gekommen. Dann erkannte Evans, was es war. 'Et schritt sehr schnell vorwärts, bis der Körper, der zu der dürren Hand und dem Arm gehörte, noch deutlicher sichtbar wurde. Seine Finger schlossen sich fester um den Griff des Spa. tens, den er trug. Es war die Figur eines auf dem Gesicht liegenden Chinesen. Die Unbeweglichkeit der Gestalt ließ keinen Zweifel daran aufkommen, daß aus ihm das Leben entflohen war. Die beiden Männer rückten näher zusammen und starrten schweigend auf den unheimlichen Fund. Er lag in kinem freien Raum zwischen den Bau'men. In seiner Nähe befand sich ein Spaten von chinesischer Form, weiter ab ein zerstreuter kaufen Steine, dicht an einem frischgegrabenen Loch. Jemand ist vor uns hier gewesen brach Hooker das Schweigen. Er schien die Worte mübsam aus derBrust zu holen. Evans, der sehr bleich geworden war, begann wie närrisch mit den Füßen auf den Boden zu stampfen. Hooler schritt aus den ausgestreckten Körper zu. Er bemerkte, daß der Hals gedunsen und die Hände und Fußknöchel geschwollen waren. Pah! 5aate ee, wandte sich ab und schritt auf das Erdloch zu. Plötzlich schrie er Evans, der ihm langsam gefolgt war, zu: Du Narr! 's ist Alles richtig! Er ist noch hier!" Dann blickte er abwechselnd auf den todten Chinesen und auf das Loch. Äns lief zu. Durch den armen Schelm neben ihnen schon halb herausgegraben, lag eine Anzahl Goldbarren. Er beugte sich zu dem Loch hinab, und nachdem er die Erde mit den bloßen Händen abgeschaufelt hatte, zog er einen nach dem anderen der schweren Barren hervor. Als er das that, stach ein zwischen diesen liegendes Dorn in seine Hand. Er zog den Stachel mit

seinen Fingern heraus und hob die uU rigen Barren aus der Erde. Nur Gold oder Blei kann so schwer wiegen!- rief er frohlockend. Hooker blickte immer noch auf den todten Chinesen. Er war betroffen. Der hat seine Freunde bestehlen wollen!- sagte er, indem er mit dem Finger auf den Todten zeigte. Er ist allein hergekommen, und eine giftige Schlange hat ihn getödtet . . . Ich möchte nur wissen, wie er den Ort ge-funden!-Evans wog das Gold in seiner Hand. Was bedeutet ein todter Chinese? Wir werden dies stückweise zum Festlande bringen müssen," sagte er, und es da für eine Weile vergraben. Wie schaffen wir's in's Canoe?Er zog seine Jacke aus, breitete sie auf den Boden und warf zwei bis drei Goldbarren hinein. Plötzlich entdeckte er, daß ein anderer kleiner Dorn seine Hand geritzt hatte. Mehr können wir jetzt nicht tragen.- meinte er. Mit einer fonderbaren Anwandlung von Aerger fuhr er fort: Woraus starrst Du immerfort?" Hooker wandte sich zu ihm. ,Jch kann ihn nicht ertragen..., ihn.- Er machte eine Kopfbewegung in der Richtung deS Leichnams. Er ist so ähnlich dem Anderen, den Du" Unsinn!" sagte Evans. Alle Chinesen sehen sich ähnlich.- Hooker sah ihn an. Ich werde ihn irgendwo begraben, bevor ich Dir Hand bei diesem Zeug leihe.Sei kein Thor, Hooker," sagte Evans. Laß das Stück Verworfen heit liegen für sein Grab ist ge sorgt,- er lachte spöttisch. Hooker zögerte. Seine Augen glitten scheu über den Boden. Der Kerl erschreckt mich!" murmelte er. Die Frage ist,- sagte Evans, was wir mit diesem Gold anfangen! Sollen wir hier einen Theil wieder vergraben oder alles nach und nach in's Canoe bringen?" Hooker's unstäter Blick irrte zwischen den dicken Baumstammen und dann hinauf in das hohe, sonnenhelle Grün zu ihren Häuptern. Er schauerte wieder zusammen, als sein Blick auf der blauen Figur des Chinesen haften blieb. Was ist mit Dir. Mann?- fragte Evans zornig. Hat der Anblick dieses Geschöpfes Dich um den Verstand gebracht?" Laß uns das Gold schnell fortbringen," sagte Hooker endlich. Er nahm die einen Enden des Rockes, Evans faßte die anderen, dann erhoben sie die Masse vom Boden. Welchen Weg?- fragte Hooker. Zum Canoe?" 's ist sonderbar,- bemerkte Evans, nachdem sie erst ein paar Schritte geaanaen waren, aber meine Arme

schmerzen noch von diesem Rudern! Verwünscht!" sagte er wieder nach einer Weile. Aber sie schmerzen! Ich muß ausruhen!" Sie legten den Rock nieder. Evans' Gesicht war weiß, und kleine Schweißtropfen standen auf seiner Stirn. Es ist dumpfig hier im Wald." meinte er. Plötzlich brach er ln unvernünftigem Aerger los: Was hat's Gutes, den ganzen 55ag hier zu warten! Hilf mir, sage ich. Du geberdest Dich wie ein Mondsiichtiger, seit Du den todten Chinesen sahst!" Hooker sah seinen Gefährten an.. Dann half er den Rock mit den Barren vom Boden erheben, und sie schritten von Neuem, vielleicht hundert Schritte vorwärts. Evans begann schwer zu athmen. Kannst Du nicht reden?" sagte er. Was ist mit Dir?" fragte jetzt Hooker. Evans strauchelte und schleu derte plötzlich mit einem wilden Fluch den Rock von sich. Er stierte Hooker einen Augenblick an. dann grisf er mit einem dumvfen Stöhnen nach der Brust. Komm' mir nicht nah'!" sagte er und lehnte sich gegen einen Baum. Und mit festerer Stimme: Mir wird gleich besser sein." Auf einmal verlor er den Halt am Baumstamm und glitt langsam an demselben nieder, bis er als ein gekrümmter Haufen zu dessen Füßen lag. Seine Hände zuckten konvulsivisch. SeinGesicht war vor Schmerz verzerrt. Hookec näherte .sich ihm. Rühre mich nicht an! Rühre mich nicht an!" keuchte Evans mit erstickter Stimme. Sammle das Gold in den Rock zurück!" Kann ich für Dich etwas thun?" fragte Hooker. Thu' das Gold in den Rock zurück!" Als Hooker die Barren anfaßte, fühlte er einen Stich in dem Ballen seines Daumens. Er blickte aus seine Hand nieder und sah darin einen Dorn stecken. Sein Kinnbacken fiel herab. Seine Pupillen erweiterten sich. Er starrte, keines Wortes mächtig, auf das kleine Ding. Dann warf er einen Blick auf Evans, der wie eine zusamrageschrumpfte Masse amBoden lag. seinen Rücken krampfartig" krümmend und streckend. Er schaute durch die Pfeiler der uralten Bäume und das Netzwerk der Kriechpflanzen zu derStelle, wo in dem trübgrauen Schatten die Figur des Chinesen noch undeutlich sichtbar war. ' Er dachte an die sonderbaren kleinen Striche in der Ecke der Karte, und in einem Augenblick verstand er. Gott helse mir!" sagte er. Denn die Stacheln waren jenen, welche die Dyaks vergiften und in ihren Blaseröhren brauchen, ähnlich. Er begriff nun, was Chavg-Hi mit der Gewißheit de7 Sicherheit seines Schatzes gemeint. Er verstand jenes Grinsen nun. Ev-ns!" schrie er. Aber Evans ivcz nun stumn, und bewegungslos, ein entsetzliches Zucken seiner Glieder ausg'nommen. Ein Stiefel kratzte gegen den Baumstamm. Sonst brü.

kete tiefeS Schweigen übe: dem Walde. Dann begann Hooker wüthend an dem

klemen rothen Fleck zu saugen; er wollte für sein theures Leben kämpfen. Plötzlich fühlte er einen sonderbaren Schmerz in seinen Armen und Schultern, und seine Finger schienen sich schwer zu biegen. Da wußte er: das bedeutet das Ende. Er hielt inne, und neben dem Goldhaufen niederkauernd, das Kinn auf die Hände und die Ellbogen auf's Knie gestützt, starrte er auf den verrenkten, aber sich immer noch schwach rührenden Körper seines Genoffen. Chang-hi's Grinsen, kam ihm wieder in den Sinn. Hoch über ihm bewegte ein leiser Lufthauch das Grün, und di? weißen Blätter einer unbekannten B!':'.re slatterten langsam durch die Dämmerung hernieder. Das Sied vom Zcat. Von Oscar Klein. Solches ist der Männer Weise, . Abends vom Familienkreise Heimlich sich hinweg zu schleichen Und das Freie zu erreichen. Dies geschieht bei Englands Söhnen Meistenteils dem Sport zu fröhnen; Rußlands ungerath'ne Knaben Sehnsucht nach dem Wudki haben; Italiener, Portugiese, Serenaden klimpern diese; Der Franzose, stets voll Feuer, Sucht sich Liebesabenteuer. Doch der Deutsche, fromm und . bieder. Hütet sich, daß er so liederlich jemals den werthen Seinen Oder Nachbarn möcht' erscheinen. Ihm genügt es, mit noch Andern Still zur Kneipe hinzuwandern. Dort zu bringen zum Verständniß Sein politisches Bekenntniß, Oder aber auch hingegen ! Die Geselligkeit zu pflegen Und bei einem vollen Schoppen Schlicht und einfach Scat zu kloppen. Jeder, der zur guten Stunden Den Hausschlüssel hat gesunden (Was die Gattin nicht bezweckte. Da sie sorgsam ihn versteckte, Dies jedoch in Parenthese ) Ob bei Tag er Akten lese, Oder auch im Coursberichte, Ob er Liebeslieder dichte Oder Wasserröhren, sei er Schuster. Schneider. Pfänderleiher, Kammerjäger, Todtkngräber, . Schutzmann, Hofrath, Dütenkleber, Möbelfritze, Zahnarzt. Lehrer, . Oder aber Rauchfangkehrer, , Jeder, wie er, wo er, was er Heiße, wohne, thu' und laß er, . Ob er edel sei wie Keiner, Oder aber ob er Einer Von der ärgsten Schwefelbande, Ob er Städter, ob vom Lande, ! Ob er male, backe, brate, j Jeder huldiget dem Scate. i Erst nach guter alter Sitte Fehlet stets der Mann, der dritte, Doch gelingt es, diesen leid'gen Uebelstand schnell zu beseit'gen. , Und nun mag die Welt in Trümmern i Gebn, die Schwiegermütter wimmern Mag die theure Gattm tauern, Feste sitzen sie und mauern. Also um den viertel Pfennig." Lehmann, mogle nicht. Dir kenn' ich!" Bring' mir Keiner nich im Zorne!" Reizt mich doch! Ich sitze vorne!" Solo?" Tournez!" Rothen," Gruneu," Bitte richtig zu bedienen." Herz, mem He?z. gib dich zufrieden.Kreuz und Leid ist mir beschieden!" Schellen." Eichel Langt es?" Leider!" Wir sind nicht 'mal aus dem Schneider." Grand mit Vieren." Gott sei gnadia!" Ja. so spielt man in Venedig!" Kommt der Eh'mann dann nach 'Hause, Harret sein in stiller Klause Treu die Gattin und entledigt Jetzt sich der Gardinenpredigt, Die sie sorgsam memorirt, Wäbrend er fick amiisirt. Und hier zeigt sich durch dieThat noch. Wie erziehlich wirkt der cat vocy, Und wie viel der Mann ihm dankt; Denn so sehr die Frau auch zankt, Er erwidert keinen Ton Auf die Interpellation, Folqt dem Rathe so, dem alten, Regel ist: Das Maul zu halten! Gedankensplitter. Seutzutaae spotten viele der Got ter, während sie vor Götzen auf dem Bauche liegen. Viele Menschen glauben nicht an Selostlosigkett, well sie nrcht an yre eigene glauben können'. In seiner Jugend sieht der Mensch tausend Weaweiser, die in's ! Leben hinausführen;' später schaut er oft verzweifelt aus, nur einen noch zu finden. Mancher ging daran zu Grunde, daß er Allem auf den Grund ging. Man muß viel Charakterlosigkeit kennen gelernt haben, um Charaktere schildern zu können. Mancher dünkt sich hoch, weil er alle Welt für niedrig ansieht. Die einzige Tracht, vs? der man in aewissen Fallen bedauern muß. daß sie aus der Mode kam, ist eine Tracht Prügel. Nichts ist für die edle Seele oemüthigender, als annehmen zu müssen. HeimlicheWonne. 1. Füsilier: Wat hat denn Dir Deine Juste heute Abend vorjesetzt, det de jar so schmunzelst?" 2. Fllselier (Geliebter der Köchin des ompagniechefs): Det halbe Huhn, det der Hauptmann kriegen und de Katze jestohlen haben sollte!"

Zier ewige Bräutigam. Z?on Wilhelm Thal.

Ich hatte einen Freund, der Jung geselle war; da er keinen eigenen Hausstand hatte, so speiste er im Re staurant. Nach acht Jahren des mehr oder weniger kostspieligen Restaurationslcbens hatte der Unglückliche einen dermaßen schlechten Magen, daß sein Arzt ihm befahl, eine andere Diät einzuschlagen. Er mußte Hausmannskost" haben. Wenn ich Leute finde," sagte er zu mrr, die m:r zu epen geben, o werde ich jedenfalls ebenso theuer wie an dcrswo bezahlen müssen; die Frau Wird wahrscheinlich alt sein und mich langweilen. Ich werde stets derselbe Ansicht-sein müssen wie diese zweifellos sehr dummen Leute. Das wird mir böses Blut machen und die gute Wirkung meiner kulinarischen Kur wird dadurch wieder aufgehoben. Ist eine Tochter im Hause, so wird man mich mit ihr zu verheirathen suchen, und um gut behandelt zu werden, werde ich be ständig Geschenke machen müssen. An Restaurantbesuch darf ich gar nicht denken, denn daA eine wird mich körPerlich, das andere geistig vergiften; was aber die Bezahlung anbelangt, sv wird es mir bei dem einen ebenso wie bei dem andern ergehen. Es bleibt mir noch eine Hilfe übrig; ich werde mich verloben." Wie! Du willst Dich verheira. then?" Ah, mein Freund, Du bist hart! Ich sagte verloben und das heißt doch nicht heirathen! Komm nur mit, dann wirst Du schon sehen !" Wir begaben uns nun zu einer re spektablen Dame, die in den Zeitunaen inseriren ließ: Reiche Heirathen. Garantie. Diskretion. Weitere Details waren nicht angegeben, nur noch Name und Adresse. Wir traten in ein ziemlich großes Zimmer, zweifellos das Eßzimmer, das als Warteraum diente. Eine alte Frau führte uns zu einer noch älteren, und die Unterhaltung begann. Die gute Frau fragte nach der Bermögenslage und nach der Familie mei es Freundes; ob er ein Amt, einen Beruf, eine Krankheit habe, ob erWitt. wer oder hartgesottener Junggeselle sei i?.s.w. u.s.w. Mein Freund beantwortete ACfcs; meistens brachte er Lügen vor, aber nichtsdestoweniger recht angenehme Sachen. Nun kommt , man zu dem Wunsche-; welche Mitgift, welche Taille, dick oder dünn, klein oder groß, Blondine oder Brünette, Rentiere, Wittwe oder Waise, Kaufmannstochter, Militärstochter, musikalisch oder gewöhnlich, wie alt, kurz ein schien end loses Register von Fragen. Der Freund stellt seine Anforderungen, fragt, ob die gute Frau so was auf Lager hat", und auf das bestätigende Ja", man habe sogar mehrere Partien zur Auswahl, geht man zu der Hauptfrage über. ' Also, Madame, was habe ich Ihnen zu zahlen?" Zehn Procent von der Mitgist, zahlbar 6 Monate nach der Hochzeit, und zwar schriftliche Erklärung nach erfolgter Vorstellung in der Familie; kommt die Heirath nicht zustande, so haben Sie natürlich nichÜ zu zahlen." Gewiß, damit lin ich einverstanden; uid wann finoet die Borstellung statt, Madame?" Heute in zehn Tagen, mein Herr; aber vorher wollen Sie die Güte haben, die kleine übliche Formalität zu ersüllen?" Welche Formalität. Madame?" Sie haben für die Kosten der ersten Eorrespondenz 25 Francs zu erlegen, mein Herr; doch werden sie Ihnen zurückerstattet, falls ich in 2 Monaten nichts Passendes für Sie finde." HU? bitte, Madame." Acht 'Tage später stellte man ihn in einer Familie vor, welche den Besitz et" ner Tochter auszuweisen hatte, die etwas dumm war und durch die Nase sprach. Zweimal in der Woche speiste mein Freund in der Familie, und da er bald der Tochter Vouquets, bald dem Vater Cigarren mitbrachte, so fand man ihn reizend. Er schützte einen Trauerfall vor und die Hochzeit wurde auf 2 Monate ver. schoben; aber er fpeiste immer noch weiter. Seine Besuche dauerten gerade 2 Monate, gerade kurz genug, um seine 25 Francs wiederzubekommen; am sechzigsten Tage behandelte er den zukünftigen Schwiegervater als Schafsköpf bei einer politischen Discussion und setzte keinen Fuß mehr in das Haus. Da er so klug gewesen war. sich in noch drei anderen Häusern vorstellen zu lassen, so dinirte er die ganze Woche hindurch in den Häusern seiner Zukünftigen und nur Sonntags speisten wir zusammen. ' Er blüht, seine Gesundheit ist heute ausgezeichnet und bei seiner Geduld hat er sich von seinen Bräuten" sogar Englisch und Klaviersvielen beibrmgen lassen. Sehen Sie," sagtr e? zu mir, nur das Familienessen ist das Wahre, und wenn man sich darauf einzurichten weiß, so kommt es einem nicht einmal theuer; wissen Sie, wie viel mir meine Diners mit meinen Bouquets, meinen Handschuhen und den übrigen kleinen Ausgaben kosten?" Nein!" Einen Franc irrt Durchschnitt, und dabei leiht maz? mir bei schlechtem Wetter noch einen Regenschirm." Nicht Jeder, der denkt, hat Ge danken.

Zlarabcl.

Von C. Claudius. Am Krankenbett des Kindes saß die Mutter, erstarrt in Gram und Leid, denn entschwunden war, die ihr bis dahin zur Seite gestanden hatte, die milde Trösterin: Hoffnung. In heißen Fieberschauern zuckte der Körper des kleinen Knaben und die zarten Glieder zitterten vor Schmerz. Thränenlos und stumm hielt dieMut-. ter die Hand ihres Sohnes. IhreAugen schienen festgebannt an die geliebte Gestalt. Doch einmal lösten sie sich und blickten aus. Und da sah die Mutter ihn. den sie schon seit Stunden erwartet hatte, den dunklen, ernsten Engel mit der Valme den Todesengel. Er streckte die Arme sehnsüchtig aus nach dem unschuldsvollen, leidenden Kinde und wollte es liebend an sein Herz ziehen. Doch da erwachte die Mutter aus ihrem Bann, es wich die Starrheit von ihrem Körper und von ihrer Seele, und sie begann zu ringen in heißem, unermüdlichem Kampfe mit dem Engel. Und die Mutterliebe war stärker als der Todesengel, seine Kräfte schwanden, er sühlte, er würde unterliegen. Da rief er Hilfe herbei, und als die Mutter schon glaubte, ihren4 fürchterlichen Gegner besiegt zu haben, erblickte sie plötzlich an seiner Seite eine graue, knochige Gestalt, die' ihr drohend zurief: Liefere Dein Kind aus, sonst verfolg ich es sein Leben lang ich. 'die Noth!" Der Mutter ward bang zu Muth, aber sie' erwiderte: Mein Kind und ich, wir; werden rampfen gegen Dich, und, vermögen wir nicht. Dich zu ver scheuchen, so werden wir verstehen,, Dich zu ertragen." Da mußte die Noth den Kampfplatz verlassen. Nun winkte der Todesengel wieder und die Mutter sah neben ihm ein wunderschönes Weib mit schwellenden Gliedern und verzehrenden Augen. Es war m rosige Schleier gehüllt und seine Stirn mit Blumen geschmückt. Und das Weib sprach: Laß Dein Kind fahren, sonst wird dereinst die Liebe sein Herz durchbohren mit tausend Pfeilen und wird eö verrathen." ber die Mutter sagte: Die Mutterliebe wird mein Kind heilen von den Schmerzen verrathener Mannesliebe." Da fühlte das schöne Weib die unbesiegliche Macht der Mutter und verschwand. An der Stelle aber, wo es gestanden, erschien alsd'l- ein großer, herrischer Mann, der hielt in der weit vorgestreckten Hand einen Lorbeerkranz. Er sprach: Gib hin Dein Kind, gib's hin! Sonst werd' ich Tag und Nacht seine Brust stacheln und geißeln; gepeinigt vom Ehrgeiz, wird es ewig strebend verlangen und ewig unbefriedigt blei ben." Die Mutter antwortete: Hebe Dich hinweg! Ich werde mein Kind unterweisen. Deinen leeren, hohlen Schein zu erkennen." Der Ehrgeiz floh vor der Mutterliebe. Der Todesengel rief noch viele, viele Genossen herbei zu feiner Unterstützung: Krankheiten und Gefahren, Verlockungen, Leiden und Kummer. Und mit allen rang die Mutter, und alle mußten der Macht ihrer starken, unüberwindlichen Liebe weichen. Matt und hoffnungslos senkte schon der TodeSengel feine Flügel, um sich zu ergeben, da innerte er sich noch eines Kampsgenossen und er rief ihn herbei. Riefengroß. mit drohenden Zügen und schrecklichem Lächeln stand derselbe da und blickte der bleichen Mutter in's Antlitz. Und die dürren Lippen sprachen dumpf und hohl: Gib hin Dein Kind, rette es vor mir ich bin die Schuld!" Da sank, die Mutter in die Kniee, verhüllte ihr Angesicht und sprach mit gebrochener Stimme: O Engel des Todes. Erlöser. Befreier da ist mein Kind nimm es hin!" Waö dte Königin von England darf. Die Rechte der Königin sind scheinbar sehr geringe in unserem constitutionellsten aller konstitutionellen Staaten, aber auch nur scheinbar: Jedes Mitglied der Armee, vom Höchstcommandirenden bis herab zum kleinsten Trommlerjungen, kann sie Knall und Fall entlassen. Sie darf die Flotte auflösen, alle Schiffe verbrennen oder verkaufen, die Arsenale zerstören oder verpachten. Sie kann auf eigene Faust hin den Krieg erklären und darf Jedem, der ihr paßt, beliebig viel Land abtreten. Sie kann jeden Mann, jede Frau, jedes Kind von der Straße in den Adelssta'nd erheben und den männlichen Sprossen einen Peerssitz einräumen, sie kann ohne allen Grund jedes Ministerium entlassen, die Pforten aller Zuchthäuser und Gefängnisse offnen. Das Alles darf sie. wenn sie will, sie thut's aber nicht. Milderungsgrund. Vertheidiger: Meine Herren Geschworenen. alle zwölf jüngeren Geschwister des Angeklagten sind ordentliche Menschen; nur,, er der Dreizehnte konnte und mußte natürlich ein Taugenichts werden! Ich bitte, ihn freizusprechen." Die verdächtige 'Watte. Mariechen: Nicht wahr, Papa, die Frau dort am Tische ist bös ,und schimpft immer mit ihrem Mann?" Papa: Warum denn, mein Lind?" Mariechen: Weil er beide Ohren zugestopft hat!" Vergebliche Mühe. Actienbesitzer: Jetzt saus ich doch jedenAbend so viel von vem A:er, und doch j Knd die Wien nicht iÄtieaen!"