Indiana Tribüne, Volume 18, Number 295, Indianapolis, Marion County, 14 July 1895 — Page 6

sr.tln TSchterkeln.

Von fi'ani Seide. Dein Haar wird immer goldiger. Und meines winterweiß: Ich bin ein Blatt vom Herbst gefärbt. Und du ein blühend Reis. Doch denk' ich nicht an Tod und Grab, Ich lebe ja in dir. In deinem Blühen blüht auf's neu Der eigne Frühling mir; Aus deinen Augen sprießet ja Mein Leben und mein Glück, Dein Lächeln zaubert für und für Die Jugend mir zurück! Und ist das Blatt vom Sturm ver- - weht. Und werd' ich nimmer sein Doch bleibt mein reichster Segen dir Mein herzig' Töchterlein! Ein Erzicljungssclilcr. Von Julius Stinte. Frau Elife hat Besuch von ihre: Freundin, der Frau Doctor, und -sitzt n:t ihr bei einer Tasse guten Kaffee uno frischem Kuchen. Diese anscheinend beneldenswerth: Situation verhindert sie nicht, die trau rigsten Klagelieder anzustimmen über die Plage und Last, die der Beruf der Hausfrau mit sich bringt, besonders in ihrem Hause. Nein, Du glaubst nicht, wie schwer ich es habe, liebe Emma, -den ganzen Tag von früh bis spät im Joch; die groß: Wohnung, die gute Küch?. die mein Mann verlangt, dazu die 'schlecht te.i Dienstboten. Und dann die Arbeit mit den Kindern! Es ist unerträoI''" itvty Nun, nun," meinte die Frau Doctor. indem sie inen halb bedauernden. halb warnenden Blick seitwärts warf, wo des Hauss ältestes Töchterlein an ihrem Puppentisch saß, das ist wohl nicht so schlimm, ud was die Arbeit rnit den Kindern anbetriss!, so möchte ich Dir rathen, es zu machen wie ich und Dir in Deinen Kindern eine Hilfe heranzuziehen. Sieh, meine Lillie ist ciir trotz ihrerJugend eine treue Stütze, soweit ihre schwachen Kräfte reichen. Wirklich, ich fühle schon bei vielen UtU r.en Dingen, daß ich die Hilfe einer Tochter im Hause habe." Ja, was würde mir wohlMariannchen helfen?" fragt: Frau Elise kops schüttelnd. Kinderhilfe vermehrt die Arbeit, ist mein Sprichwort. Deine Lilli ist ja freilich zwei Jahre älter, da rr.aq'Z ja anders sein." Ich bitte Dich, versuch: es nur ein mal mit solcher kleinen Hilfe," erwider!: die Frau Doctor, indem sie sich erhob uno sich verabschiedete, dabei freundlich über Klein-Mariannens Blondkopf streichelnd. Frau Elise geleitete die Freundin l,inaus. Als sie zurückkehrte und gleich wieder (escbäftiz an die Arbeit ging, die dies mal im Abwickeln einer Lage Wolle bes:ano, fühlte sie plötzlich pei weiche A:rmchen um ihren Hals und ein Stimmchen flüsterte ihr in's Ohr: D, liebes Mütterchen, laß mich das besorgen. Es thut mir so leid, daß Du soviel Arbeit hast. Ich möchte Dir gern helfen, wie Doctors Lilli ihr Mutter hilft." Berroundert sieht die Mutter das klein: Mädchen an. Du wirst es doch nicht gut machen meint sie abweisend, reicht dem Kinde dann aber, beeinflußt von den Worten dzr Freundin, doch das begonnene Wollknäuel hin. Mit Gif und Lust geht die kleine Marianne an die Arbeit, ihre Bäckchen glühen und ihre Augen glänzen. Wie gern hilft sie doch ihrem Mütterchen! Ja. wenn sie nur erst größer wär: und alles gelernt hätte, wie gut sollte es dann die Mutter hab:n! Im Lehnstuhl sollte sie sitzen, und Marianne würde sie bedienen. Unter solchen, der kindlichen Liebe entsprungenen, Gedanken beendet Mariann: ihre Arbeit und eilt nun glückstrahlend zur Mutter, ein wenig Lob erwartend für ihren Fleiß. Aber unwillig reißt Frau Elise dem Kind: die Woll: aus der Hand. Dacht' ich mir's doch! Solch ein unordentliches Knäuel! Das kommt davon, wenn man sich beschwatzen läßt. Das kann ich ja vor keines Menschen Auge sehen lassen. Nun hab' ich die doppelte Arbeit." Und mit ärgerlicher Hast beginnt sie di? Wolle neu aufzuwickeln. Marianne schleicht zur Seite, 'in paar helle Thränen im Auge. Aver noch hat sie die Lust, der Mutter zu helfen, nicht verloren. Si: bietet noch manchmal ihren Beistand an. Bald möchte sie den Staub abwischen, das Kaffeegeschirr trocknen, das die Mutter eben gespült hat. wäh r:nd das Mädchen bei der Wäsche ist. Aber ihr bleiben ähnliche Erfahrungen, wie im ersten Fall, nicht erspart. Entweder weist die Mutter ihre Hilfe kurz ab, mit dem Hinweis auf die un genügende Leistung: Du hältst mich nur auf," oder hat sie dem Töchterchen einmal ausnahmsweise eine Arbeit übertragen, so äußert si: nachh:r so viel Tadel über die naturgemäß nicht vollkommene Leistung, daß das Kind, das s.'ine ganz: Kraft einsetzte, sich bis in's Innerste verletzt fühlt. Allmälig erfüllt tiefe Mutlosigkeit lange Herz, das Vertrauen zu sich J.jt schwindet mehr und mehr. Marianne wagt nie mehr, ihre schwachen Kräfte anzubieten, hält sich für d2s unbrauchbarste Wesen unter Uz Sonne und fühlt fast Neid, wenn . Doctors. Lilli so flink , zur Seite ihrer Mutter herumwirthschaften sieht. Ja, wie anders greift aber, auch die Frau Doctor die Sache an.

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.Lilli. hie? habe ich wieder eine Sache für Dich. Willst Du mir helfen?' Komm!" ' ' Gern, gern, liebes Mütterchen, gib nur her." Und Lilli macht sich mit Eifer an das Sortieren von Aepfeln. wobei sie ihren Stolz drein setzt, keinen heimlich zu schmausen; sie wischt Staub im Wohn- und Kinderzimmer, trägt rc gelmäßig Papas . Hausschuhe herbei, wenn er heimkommt, und bindet sich mit Vergnügen Mutters Kllchenschürze um, wenn es gilt, das Kaffeegeschirr zu reinigen, weil die Köchin heute dar-. an verhindert ist. Auch Lilli ist nicht als Meister vom Himmel gefallen. Sie hat nicht gleich so schön den Staub gewischt, wie sie es jetzt thut, sie hat einmal bei dieser Ar. beit ine nette Nippesfigur zerschlagen, hat auch manch' zerzaustes Wollknäuel als Resultat langer Arbeit geliefert. Doch Mütterchen hat dann, nachdem sie gar freundlich ihren Fl'.iß gelobt, sic mild auf die Mängel ihrer Arbeit aus merksam gemacht und sie angespornt, es das nächste Mal besser zu machen, dann würde sie der Mutter immer mehr helfen. Lilli hat ihre ganze Kraft eingesetzt, es immer besser gemacht und betrachtet das letzte Weihnachtsgeschenk in Gestalt einiger netter, praktischer Wirthsch,aftsschürzen"mit demselben Stolz, wie der Krieger, der Künstler seine Medaille für verdienstvolle Leistungen. , Die Jahre vergehen. Lilli ist ein gewandtes, anstelliges Mädchen geworden, in allen Angelegenheiten des Haushalts so bewandert, wie eine richtige kleine Hausfrau, da bei in d:m Bewußtsein, ihren Platz voll und ganz zur Zufriedenheit der Ihren auszufüllen, von bescheidener, taktvol ler Sicherheit und sonniger Heiterkeit. Auch Frau Elise beginnt allgemach Anforderungen an den Beistand ihrer Marianne zu stellen, die nun der Schule entwachsen ist. Aber immer wieder ist sie außer sich über die Ungeschicklichkeit und Unüberlegtheit der Tochter. Wirst Du denn nie etwas richtig anfassen lernen?" herrscht sie dieselbe wiederholt an. Ja, wenn ich bedenke, wie weit Doctors Lilli schon in Deinem Alter war! Ihre Mutter brauchte sie nicht erst immer an alles heranzutreiben, sie sah selbst, was nöthig war, und sprang überall schnell hinzu. Kaffee undThee hat sie schon damals immer tadellos besorgt, selbst wenn bei Doctors Gesellschaft war, und ich habe sie einmal in der Küche beim Backen eines Eierkuchens für ihren Vater angetroffen. O, es war eine Lust, ihr zuzusehen! Aber Du! Du stehst noch genau so steif und linkisch da, wie es Deine Art war. als Du noch ein kleines Mädchen warst. Ja, ja, die Doctorin weiß nicht, welch eine glückliche Mutter sie ist!" Marianne, die demüthig und ganz zerknirscht vor der Mutter steht, im Gefühl ihres Unw:rth:s. senkt noch tiefer den Kopf, aber Thränen kom-' men ihr nicht mehr. Sie ist an die Vorwürfe der Mutter gewöhnt und glaubt, daß dieselben ge recht sind. Aber gerade die Angst vor diesen stets in der Lust schwebenden Vorwürf:n laßt ihre Hände bei allem, was sie angreifen, erzittern, daß sie nur noch ungeschickter werden. O, wenn die Mutter es riur einmal mit ruhiger Geduld und Nachsicht ver suchen wollte! Arme Marianne, Du ahnst nicht, dab Du nur das Opfer der verkehrten Erziehungsmethode Deiner Mutter bist, die wahrlich keinen Grund hat. Dir Vorwürfe zu machen. Hätte sie Deinen Th'ätigkeitstrieb. der nicht zum wenigsten ir innigen Liebe zur Mutter entsprang, nicht gewaltsam unterdrückt, indem sie stets Deine Hilfe zurückwies, hätte sie versucht. Deine kleinen, schwachen Hände, die so willig Zugriffen, geduldig anzu leiten, selbst wenn ihr aus diesem Versuch anfangs nur Mühe und Plage er wuchs, gewiß, ihr wäre im Laufe der Zeit in Dir eine wirkliche, liebevolle Hilfe herangewachsen, sie hätte nicht nöthig gehabt, ihre Freundin, die Frau Doctor. um ihr anstelliges Töchterlein zu beneiden. O, Ihr Mütter, denkt an diese beiden Bilder aus dem Leben und weist Euer Kind nicht zurück, wenn es Euch bittend mit der Frage naht: Darf ich Dir nicht helfen, lieb Mütterlein?" - Zarbcnbedcutung. Von Julius Stinde. Die gelbe Jacke, die der Kaiser von China seinen Würdenträgern, als höch; ste Gunst zuerkennt oder aberkennt, je nachdem die Sonne seiner Gnade, leuchtet oder sich verfinstert, erscheint man chem Barbaren des Westens, dem Orden und Titel höchst erstreöenswerth dünken, seltsam und wenig begehrbar. Im Reiche der Mitte aber ist das aelbseidene Kleidungsstück die Sehnsucht aller nach der obersten Auszeichnung Ringenden, denn sie zeigt schon aus der Ferne durch ihre Farbe die kaiserliche Gunst an. Gelb ist die Farbe des Kaisers, der über daS ganze Land gebietet, denn in der Farbendeutung ist G:lb die Farbe Chinas. Die alten asiatischen Völker bez:ichn:ten die vier Weltg:genden mit Far ben. In einem zur Zeit Alexander'S des Großen verfaßten, aus Assyrien stammenden und in China bekannten Kalender wird die Nordseite schwarz, der Süde roth, der Osten grün, der Westen weiß. Ul Reich der Mitte aber gelb zubeninn!.' , Ebenso ist .in den östlichen Städten' Chinas der nördliche Stadttho: schwarz, das südliche roth, das östliche grün, das westliche tyeiß

angestrichen, und dieselben Farben sinden die gleiche sinnbildliche Anwendung in Tempeln, deren Götter mit den Himmelsrichtungen in Beziehung sieben. Selbst 'die Klassenunterschiede werden durch die Farben angezeigt. Die Sonnenschirme der kaiserlichen Familie sind goldgelb, die der höchsten Würdenträger grünlich,die der niederenStaats. beamten roth, die der Bürger schwarz mit bunten Verzierungen. In dem Gesichte des Propheten Za. charias (Kap. 6, 1 8) werden vier Wagen beschrieben, die zwischen ehernen Bogen hervorgehen und mit rothen, schwarzen, weißen und scheckigten Rossen bespannt sind. Auf die Frage, was diese bedeuten, antwortet der Engel : Es sind die vier Winde unter dem Himmel, die hervorkommen, daß sie treten vor den Herrscher aller Lande." Damit bestätigt, daß zur Zeit des alttestamentlichen Propheten Zacharias oder Sacharja die chaldäisch-assyrische Farbenbezeichnung der Himmelsrich hingen, wie sie jetzt noch in China im staatlichen Leben und im Cultus nach weisbar ist, nicht auf das Reich der Mitte beschränkt war. , Den Weltgegenden entsprechend wurde auch die Meere sinnbildlich nach Farben benannt. Der östlich von Syrien gelegene' Persische Meerbusen hieß das grüne, das westliche Mittel ländische Meer das weiße, das in der Mitte liegende Kaspische Meer, , wie ein Theil des Chinesischen Meeres hießen die gelben Meere, und das nördliche Schwarze Meer und der Arabische Meerbusen heißen . heute noch das schwarze und das rothe Meer. Einige erklären den Namen des Rothen Meeres von den rothhäutigen EinWanderern aus einem fernen Himmels striche, da die Färbung seines Wassers keineswegs röthlich ist und die Ufer von denen anderer südlicher Meere sich nicht durch auffallendes Erdroth unterscheiden. Bei Anwendung des gleichen Räthselschlüsses müßten aber die Völker am Schwarzen Meere ehemals Neger, die am Kaspischen Meere gelbe Mongolen, die am Persischen Meere sogar grünfarbiger Art gewesen sein. Durch den Farbensymbolismus erhalten wir dagegen befriedigende Auflösungen. Waren einst schwarz und nördlich, roth und südlich gleichbedeutend, so erklärt sich einfach, warum das schönblaue, von Fruchtusern umrahmte russische Binnenmeer noch heute das schwarze und der südlich gelegene, oft tiefblau erscheinende Arabische Meerbusen der rothe heißt. Der Norden der Theil der Himmelsgegend, den die Sonne meidet war das Sinnbild des Todes, der Nacht, und stand dem glühenden Mittag. dem heißen Süden, als Mitternacht gegenüber. Seine Farbe war da her die Abwesenheit des Lichtes: Schwarz. Und dem Tod der Abwesenheit des Lebens gab das Alterthum, wie wir in jahrtausendelanger Nachfolge, ebenfalls Schwarz. Die wiederkehrende, aufgehende Sonne bringt den Frühling und sprossendes Leben, und darum fiel dem Osten die grüne Farbe zu. Schon in Egypten galt Grün als Sinnbild der Erfüllung. Wie die grünende Saat auf dem Felde der Ernte entgegenwächst, so dachte man sich unter dem Grün die Verwirklichung in Aussicht stehender Hoffnungen. Grün war die Farbe der Freude und der Lust, und der Smaragd der glückbringende Stein. Bei den Jndiern wurde die Farbenbedeutung zur förmlichen Farbenmystik. und da beinahe jedes ihrer Hausgeräthe mit Formen und Farben ausgeziert wird, die Beziehungen zur Got-ter-ode? Sittenlehre haben, so bildet fast jedes Ding, dad uns vom Osten gebracht wird, für un,Z einen Rebus. in dem orm. Zeichnung oder Farbe, zumal alle möalichen Farbenabstufun gen. allen denkbaren guten oder bösen Geistern entsprechen. Anderseits aber üben die geheimnißvoll sprechenden Farbenzusammenstellungen einen groDen Reiz auf den Unkundigen aus. und wenn wir den Farbensinn der OrientVölker bewundern, erkennen wir oft damit den tiefern Sinn an, der in der Bemalung ihrer Geräthe, in den Zeich-, nungen und Farben ihrer Gewebe verborgen ist. Bei den Naturvölkern und den Alten, die mit dichterischem Sinne auch das odte belebten, ist die Bedeutung der Farbe überall nachweisbar; wir Culturmenschen zehren nur noch von überlieferten Resten in der großen Allgemeinheit. Die Fabriken schleudern Waare hinaus, deren Färbung nur den einen großen Zweck hat. den der Verkäuflichkeit. Dem Empfinden und dem Nachdenken bietet sie nichts mehr, denn das Verständniß für die Deutung des Sinnbildlichen ist abhanden gekommen. Die Namen für das Schwarze und Rothe Meer sind geblieben; weshalb sie so genannt wurden, das läßt sich aus dem alten chinesischen Kalender und dem Propheten Zacharias ableiten, aber nur für den, der weiß, wie wichtig in alter Zeit die Farbenbedeutung war, wie sie sich unverändert im Osten erhielt, zumal im Lande der gelben Jacke. In der Töchterschule. Lehrerin: D Gebrauch des Schießpulvers ist heute bereits über die ganze Erde verbreitet. Wer weiß aber, von wem aber noch heute Bogen und Pfeile gebraucht werden?" Schülerin: .Ich von Amor!" Aus der biblischen Geschichte. . Lehrer: Müller, waS weißt Du mir von Kain zu erzählen?" Müller: Er war der beste Bruder auch nicht!" ! . . - MitdenabgelegtenGe danken eines Genies hat sich manches Talent noch lange recht anständig ge .kleidet. '

Lee-Amazonen. Bislang war der Soldatenstand der einzige Beruf, den di; Männerwelt für sich allein in Anspruch nehmen durfte bezw. mußte; das ist nun aber vorbei. Vor kurzem sind mehrere Vertreterinen des schwachen Geschlechts" zu der Einsicht gekommen, daß. es unter den jetzigen Verhältnissen, wo die Ehre des Sternenbanner nur den Händen des starken, Geschlechts" anvertraut ist, es mit dieser schlecht bestellt sei, und daß dieselbe nur von ihne.Hn der richtigen Weise vor jeder Verunglimpfung ge schützt werden könne. Von diesem Grundsatze geleitet und beseelt von Pa triotismus und dem Enthusiasmus für die' heilige Sache haben sich etwa 40 junge Damen aus Hoboken und Umgegend zu einem Bunde zusammen" gethan, der sich als Motto Honor the Stars and Stripes" gewählt hat, und den Namen Foung Lady Naval Guards" trägt. Ein jedes unbeschol tene Mädchen im Alter von 12 bis 25 Jahren kann diesem Verein beitreten, sofern es sich verpflichtet, die Ehre der Fahne bis zum letzten Athemzuge zu vertheidigen, ferner t '. Eintrittsgeld von 50c und einen m.. atlichen Beitrag von 15c pünktlich zu entrichten. Um nicht mit anderen gewöhnlichen Sterblichen verwechselt zu werden, tragen diese Vaterlandsvertheidigerinnen eine selbstgewählte Uniform; diese besteht aus einem blauen Matrosenhemd mit weißer Einfassung, einer Seemannsbluse mit Klappkragen, der vorne von einem, mit einer kleinen Flagge als Brosche verzierten Slips zusammengehalten wird, und einer Matrosenmütze mit der Inschrift I. L. N. G." Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat versammeln sich die jungen Damen in der Halle der Odd Fellows zu Hoboken, in voller Uniform, um sich daselbst unter Anleitung eines Osficiers der männlichen Cadetten" in der Vertheidigung der Flagge unterweisen zu lassen.

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Zahlm. Phillips. Capt. Schotter. Eine junge New Forkerin, Margareth Schotter, hat die verantwortliche Stelle eines Commandeurs der Truppe übernommen und trägt als äußeres Zeichen ihrer Würde sechs goldene Streifen und ebensoviele Sterne. Eine Studentin der Medicin. Carrie Smith, hat sich in lobenswerther Weise bereit erklärt.den Verwundeten und Erkrank ten die nöthige ärztliche Hilfe unentgelt lich zu Theil werden zu lassen. Eine Familie Philipps sandte in ihrer Va terlandsliebe sogar vier Töchter zur Fahne. Lillian. das älteste Töchterlein besorgt die Finanzen des Vereins und und hat die schwere Aufgabe allmonatlich die besagten 15c zu collectiren. Als seemännischer Botenjunge findet ihre . Maat Englert. Ensign Ruehl. jüngste 12jährige Schwester passende Verwendung, während die dritte, Nose, dieses holden vierblättrigen Kleeblatts sich bereits zum Quartiermeister em porgeschwungen hat, die vierte, Ella, aber nur ganz gewöhnlicher Seemann ist. Die stolze Würde eines Deckosficiers bekleidet Emilie de Gras, Harriet Lane besorgt als .CapitanZ Clerk" die weitverzweigte Correspondenz des Vereins. Celie Rueh! trägt das Banner, das niemand ungestraft berühren darf, und Flora Bahrs nennt sich Schiffsmaat. 1 Leider ist bis jetzt noch nicht m die Öffentlichkeit gedrungen, wie und mit welcher Waffe von den Damen die Ehre des Sternenbanners vertheidigt M' Maat Vahrs. Qurrterm. Philips. werden wird und öS ihre Herzchez- mit einem Strahlpanz versehen siud. so daß sie sich nicht etwa gegebenen Falles von fremden Blaujack kapern lassen. Onkel und Neffe. Ach, lieber Onkel, bitte, schenke mir zwanzig Mark!" .Nein!" fta. dann pumpe mir nxnigstens fünfzig!" Im Zweifel. Mein Concurrent. der Stichhuber, hat mir dazu gratulirt. daß ich Vater von einem Zwillingspaar geworden bin. -Nun weiß ich nicht, soll ich ihm für seine Gratulation höflich danken, oder soll ,q t als Belttdiaung auffassen und t V!j . " " lyn smnouaj veraueln '

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Dilder und Cqpcn aus Schlitz.

' , ' r Von D. Saul. Zu den hübschesten und- architekto-. nisch interessantesten Städten OberHessens gehört Schlitz. Es ist eine der nachweisbar ältesten deutschen Ansiedlungen; unsere beglaubigten Nachrichten über die Stadt reichen bis in die Zeit Karls des Großen zurück. Damals war es im Besitz des von Bonifacius gegründeten Klosters Fulda. Auch das Geschlecht, derer von Schlitz, heute noch in der Familie der Grafen von Görtz fortlebend, wird schon frühe, im Anfange des 12. Jahrhunderts genannt. Necht malerisch ist die älteste der fünf in Schlitz befindlichen stattlichen Burgen; der in unmittelbarer Nähe des Bergfrieds gelegene Theil ist im Jahr: 1487 gebaut worden, während der andere , Bau mit dem schönen Renain ancegiebel jüngeren Ursprungs ist. Ein ehrwürdiges Gebäude ist auch die Schachtenburg. 1557 in gotischem Stil errichtet. Durch reich gegliederte Barockfassaden fällt die Vorderburg in's Auge, während die Ottoburg insbesondere durch . die Miächtigen Eckthürme imponirend wirkt. Blick auf Schlitz. Das Schlitzerländchen. dessenHauptstadt Schlitz ist, gehört seit 1806 zum Großherzogthum Hessen; die Bewohner - treiben Ackerbau. Viehzucht, aber auch und zwar in hervorragendem Grade Weberei. Der Webstuhl. Haspel und Spinnrad sind fast überall anzutreffen; besonders bedeutend ist die Damastweberei. Fleiß, Einfachheit und Genügsamkeit sind charakteristische Eigenschaften der Schlitzer. Ganz Hessen, und zwar im eigentlichen ethnologischen Sinne genommen, nämlich das ehemalige Kurhessen und das zum Großherzogthum gehörige Oberhessen, ist reich an Volkstrachten. Leider ist der Sinn für die Erhaltung der alten, oft sehr schönen und kleidsamen Trachten fast überall im Schwinden begriffen und immer mehr bürgert sich auf dem Lande die charakter- und geschmacklose Stadtmode ein; doppelt erfreulich ist es daher für die Touristen, wenn er. wie in Hessen, auf eine Fülle H i n t e r ö u r g. und Mannigfaltigkeit von Tcchten. stößt, wie sie anderwärts nichti leicht zu finden ist. : Wem, der das Hessenland durchwandert hat, sind nicht die schmucken Mädcheir aus der Nähe von Marburg bekannt die in allen, sieben Negenbogenfarben . gekleidet sind? Ferner die dralleir Schwälmerinnen, die Niederhessinnen mit den hohen spitzen Mützen (sogenannte Vetzeln)? Auch das Schlitzer Ländchen Lat die alte. Sitte bewahrt und wie überall sind auch dort die Frauen aV das canservative Geschlecht ihre Hüterinnen. Nur selten sieht man noch Männer irr dem ganzen Staat: kangem blauem Tuchrock, weißleineneir Kniehosen, weißen Strümpfen miö bunten Kniebändern. , h h er . Lammfellmütze. Reicher, mannigfaltiger und von aus-, gesprochenem Charakter ist die Tracht der Frauen. Sehen wir uns einmal eine landliche Schöne an. tnn sie in ihrem Sonntagsstaat, ker sögenannten stolzes Tracht,"! us der Kirche kommt. Auf dem K?pfe trägt fc kille mit schwarzer SeÄe überj7" 65Z a. . iWfc&MfcJJ .jkääsgfc rtg, q?aBJg'Wai TY'nm Schachtenburg. zogene. sogenannte .Kappe", auf ' der weiße und rothe Sternchen eingestickt sind. 'Ein breites, seidenes, zu einer großen Schlupf" geknüpftes Bind band und breite herabfallende Seidenbänder schmücken, dieselbe. Die mit tiefem rundem Brustaussinitt versehene' Jacke, der .Mutzen" genannt, ist aus dunkler Wolle gestrickt und. mit einem bunten, wulstartigen -Besatz umsäumt; den Brust-

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ausschnitt bedeckt ein buntblumiges Busentuch. ., Den Hals 4 umschlingt der Dottekragen". der aus Dotfen," das heißt dütensörmigen Fältchen, gehäkelt ist; in der Mitte wird ein buntseideneZ Tuch, der .Kringel"

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Vorderburg. durchgezogen. Dieser Kringel wird im Nacken geschlungen und seine Enden hängen bis zum Wulst des .Mutzen" hinab. Der Oberrock, aus blauer .Beiderwand" (halb Wollen-, halb Leinenstoff) bestehend, ist vielgefältelt und reicht nur bis an die Kniee; ein lichtblauer Seidenbesatz mit schwarzen Sammetstreifen schließt ihn ab. Die Schürze ist graublau, mit rothen, gelben, ' schwarzen und grünen Streifen durchzogen; als besondere Zier dient ihr eine mit Stecknadel befestigte Seidenschluppe. Die Unterröcke sind ebenfalls aus Beiderwand und ihre rothen Wollsäume sind unter dem Oberrock sichtbar. Hellblaue Strümpfe mit aufgenähten schwarzweißen Zwickeln und buntblumige Plüschschuhe vollenden den Anzug. Aehnlich, nur in dunkleren Farben gehalten, ist die Tracht der Frauen. An Stelle der Flechten, in denen die Mädchen ihr reiches Haar tragen, tritt bei den Frauen die sögenannte Haarank (Ank gleich Nacken). A- . .-7 -r - O t t o b u r g. Für den Abendmahlsbesuch sowie als Traueranzug wird eine gleichmäßig: schwarze Tracht benützt; die nächsten Anverwanoten eines Betrauerten weisen aber in ihrer Kleidung wiederum eine Abweichung auf. Auch sie. tragen das schwarze Kleid, aber weiße Schürze, schwarze Strümpfe mit weißen Zwickeln und über der Kappe, mit Stecknadeln befestigt, deir .Schleier", ein bis zum Rocksaum. herabfallendes Leinentuch. Selbst--verständlich ist die Kleidung im Hauseund bei der Arbeit eine einfachere.' Die Hochzeitstracht ist ausgezeichnet durch Vit .Brautkrone", eine Krone aus vergoldetem Blech mit imitirten. Edelsteinen- verziert; die Kronenftreifen werden von einer em Kreuz tra--genden Kugel zusammengehalten. Die Felder zwischen den- Kronenstreiferr sind mit Flitterwerk, Glasperlen urrd .gebackenen Rufend künstlichen Blumen, ausgefüllt. Die Brautkrone ist übrigens Eigenthum der Kirchengemeinde und wird von Arm und Reich getragen.. Der rechte Arm der Braut ist mit einem Strauß aus künstlichen Blumen und Blattern, solvie gesärb:en Federn geschmückt; von ihm herab Confumandin Schlcherländeu. wallt ein langes seidenes, mit Franzen. besetztes buntes Tuc; Strauß unk Tuch werÄen mit einM zu einer Schleife gebundenen Seidenband Msammengehalti. Von der Krone Härten bunte: SeidenbärQer nach de Seiten und nach hinten herab; im der Hand trägt die Brau? ein nxißes Taschentuchs Der Brärtigam trägt sich heute modern": schwarzen Anzug und Cylinder. Am rechte Arm fyrt er den Strauß mir Schleife und Seidentuch. Die Hochzeiten werden Stolze Tracht. Braut. sehr feierlich begangen; namentlich der Festzug, durch den die Braut in ihr neues Heim geleitet wird,, spielt eine Hauptrolle. Voran ein Vorreiter mit

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Äreksp. langem vlauen Tuqro weißen Kniehosen und StulpenstZefeln. Es folgt der Brautwagen mit der Aussteuer der Braut; hoch auf gestapelt sind die Schätze Möbel, Betten. Hausgeräth.' In der Mitte des Wagens thront das' Spinnrad mit buntbebändertem Rocken. Dann kommen zu Pferd in Altschlitzer Tracht die Brautväter; ihnen folgt zu Fuß das Brautpaar und hinter ihm paarweise die geladenen Gäste, Männer und Frauen, Burschen und Mädchen. Ex-Prüsident Peixoto.

' Im Alte? von 53 Jahren ist de? Er-Präsident von Brasilien. Peiroto, in Divisa, Provinz Minas Geraes, gestorben. Der Verstorbene war ein Soldat von Beruf und brachte es unter, dem Kaiserreich bis zum G:n?72l. Nach dem Sturz des Kaiserreichs erklärte er sich 1889 für die Republik, wurde zum Senator und 1891 zun? Vicepräsidenten der Republik gewählt und trat im November 1891 nach dem Sturze des Präsidenten Fonseca an die Spitze des Staates. Als Präsiden? führte er em Willkürregiment uno c kam in Folge dessen im September 1893 unter Führung der Admirale dc Mello und de Gama zu nen Flot tenaufstand. Ein längerer Bürgerkrieg folgte, in dem die Aufständisch Rio de Janeiro blockirten und beschossen, und erst rcrch langwierigen Kämpfen gelang es Peizoto, im Mäz 189 seiner Gegner Herr zu werden. Am 15. November 1894 lief baS Regie, runsmandat Perxvto's ab und er trat in das Privatleben, zurück. Jnr Modenschein. Im Mondenschem Äa hab' ich Manch Ständchur wohl gebracht? Im Mondenscheiir gar häufig Mit manchen:. Schatz, gelacht. S -vVz " Im Mondenscheine IpSf ich . Verschwiegen oft: geküßt Der Mondenschein verrieth nicht, Thar, als wenn er nichts wußt'!. - Doch strahlt seit- stiren Zeiwr Der list'ge Mondenschein, Man sieht es schorr von Weitem. Herab vom Haupte mein! Neues Patent. Potentuhr mit Revolver für der spätere Wirthshausbesucher. Boshaft. Meine Liebe zu Laura ist gänzlich verschwunden, trotz dem ich das Mädchen so rasend liebte, daß ich in ihrer Nähe förmlich geistes abwesend wurde!- Armer Freund, das ist Dir zurückgeblieben!" Passender Vergleich. Gefällt Ihnen Fräulein Melitta nicht?" Sie kommt mir wie 'ne japanische , Figur vor." Inwiefern?"' Ich sehe an ihr nur Lack und Elfenbeins E r hälts nicht länger aus. Angeklagter (während der Rede des Vertheidigers auffprrngend): Halt! Meine Herren! Ich bekenne mich schul, dig. 'Wenn ich die Rede des Vertheidi. gers noch länger anhöre, sterbe ich vor Langeweile. Ein Durstiger. Kellner: Eine schöne Empfehlung vom LöwenWirth, ob Sie diesen Abend noch hinkommen würden?" Student: . Meö halb möchte er daS wissen?" Kellmr: Weil's sich sonst nicht lohnt, heut rch 'mal frisch anzusteckend .. .....

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