Indiana Tribüne, Volume 18, Number 288, Indianapolis, Marion County, 7 July 1895 — Page 7

Ali. und Jung.Deutschland. Es saßen einst um Mitternacht Beim hcllbgeleerten Faß Der Michel und fern Nachbar Jörg Und schlürften kühles Naß. Doch als die Thurmuhr zwölfe schlug, Da trank der Jörg den Krug Rasch aus und sprach: Jetzt, Michel, geh! Für heur' wär's groad genug." .Na Jörg, sei g'scheid! Trink no c Moaß!" Rief Michel, voll des Weins, Die Ahnen auf der Bärenhaut, Die tranken auch noch eins!" m!" brummte Jörg, döS gloab i' scho'! Die hatten's ni! so theuer! Die kannten no koan Malzaufschloag Und a koa Branntweinsteuer. Wär's domoals g'west, wie heutzutoag, Dös hätt' sie sakrisch troffen; A alter Ttscher tfdi? bis früh Sich stets bank'rott gesoffen!"

Von der Sierra. Cin Mtnenbild von Uevad. Von W. von chierbrand. Dort oben. 6000 Fuß über dem Meeresspiegel, sah's rauh und unwirthlich aus, und die zackigen Felsengipfel, die man erblickte, so weit das Auge reichte, luden durchaus nicht zur Ruhe ein. Bis zum Thal, wo ein kleims Städtchen, schnell wie der Pilz aus der Erde geschossen, lag, war's immerhin 1,200 Fuß in die Tiefe, und der Pfad da hinab ging über zerklüftetes Gestein und an jäh aufsteigenden Felsen hinab. Trotzdem hatte auch da die Wunderblume Liebe ihren Wohnsitz aufgeschlagen, und wer Manuelita, das Töchterchen des mexikanischen Hotelwirths und Ruiz Garcia zusammensah, 'den konnte es kaum wundern, daß die Beiden ein Paar werden wollten. Denn die Natur hatte sie für einander geschaffen, sie schlank und anmuthig wie ein: Gazelle, mit der sie auch die großen, blauen, sanften Augen theilte, und er muskulös. Sehnen wie Stahl, mit inern Lockenhaupt, dem der Sombiero vortrefflich stand, dabei heiter und cuifgeweckt. Zwar war er nur ein armer Minenarbeiter, der sich ftin Brot mühsam und mit Gefahr seines Lebens erwerben mußte, aber da er tüchtig war. so standen seine AussichUn gut, daß ihn die Compagnie bald zu einer besseren Stellung befördern werde. Leider hatte er einen Nebenbuhler Gomez. den Aufseher im selben Theil des Bergwerks. Nun erfreute sich Gomez allerdings durchaus nicht der Gunst der schönen Manuelita, denn Nicht allein war er ein häßlicher Mensch, dabei jähzornig, rachsüchtig und vom Spielteufel besessen, sondern er hatte sich bei seiner Bewerbung um biz Hand des Mädchens auch noch all ein sehr ungeschickter Liebhaber erwiesen, der ein Mädchenherz nicht zu ergründen und auch nicht zu behandeln verstand. Aber die Thatsache, daß er als ein ausgezeichneter Kunde des Holels und als ein hochbesoldeter Beamter der Compagnie von Manuelita's Vater bevorzugt wurde, machte ihn doch 'zu ewem ganz gefährlichen Nebenbuhler, und Ru:z unterschätzte diese Thatsache leinesnxgs. Aber er fühlte sich der Lieb: des Mädchens sicher, und darum bangte ihm nicht um den schließlichen Siez. Gomez wußte dies ganz genau, und sein Haß auf Ruiz, in dem e? auch einen gefährlichen Carrdidaten für seine eigene Stelle fürchtete, war 'deshalb nur noch grimmiger. Ruiz war der geschickteste unter den Sprengarbeitern. Nl'e mißglückte ihm eine Bohrung, in's harte Gestein, und ni: war die Explosion zu srüh oder zu spät erfolgt bei ihm. Es war heute wieder einmal eine ganze Reihe solcher Sprengungen angesagt, und Ruiz hatte dabei das gefährliche Amt, den Zündfaden zu legen und anzubrennen. Oben unterdeß stand der Aufseher mit einigen Arbeitern und sorgte dafür, daß sofort nach dem durch dreifaches Rütieln des langen Taues erfolgten Sig?ial der Aufzug des Korbes mit thunlichster Eile geschah. Der Aufzug .selbst wurde, durch die an die große Wind: zefp?innt:n kräftigen Maulthiere, besorgt, aber der Vormann, der das Zeichen zum Aufziehen gab, hatte doch den Haupttheil an der 'Arbeit. Nun sollten die Sprengungen freilich erst Nachmiirazs, gl.'ich nach der Mittagspause, vor sich gehen, und Ruiz war hinunter nach 'Las Barrancas gewesen, um neuen Zündfaden zu holen, während die Bshrlöcher selbst schon Vormittags geMacht und mit den dazu erforderlichen Ladung:n Dynamit versehen worden waren. Unten in der kleinen Ansiedlung hatte sich Ruiz einen Moment auf d:r Veranda des Hotels aufgehalten, wo cj sein Mittagsbrot hastig zu sich nahm und mit Manuelita einigeWorte der hoffnungsvollen Liebe gewechselt hatte, um dann den steilen Ausstieg bis zur Santa Cruz-Mine noch rechtzeitig iii volmekn. Er sputete sich, da die f?zktit drängte und er sich durch ein zu spätes Eintreffen einen Tadel zuziehen und die gut: Meinung des Herrn Walter Ripley. des .Mining Boß", verscherzen konnte. Pünktlich um 1 Uhr traf er am Mündungspunkte des 500 Fuß tiefen, schmalen Schachtes ein, wo r auch schon Herrn Ripley, mit Gomez und einigen Arbeitern an der Seite, traf. Der Mining Boß nahm seine Uhr heraus und sagte: Das muß ich loben, Ruiz, Ihr seid doch stets- ein Mann, auf den man sich verlassen 'kann, selbst

wenn das Schatzchen ihm im Sinn undim Herzen liegt." Denn das LiebesVerhältniß mit der kleinen Manuelita war offenes Geheimniß - im ganzen Mining Camp". Gomez gefiel diese Anspielung ofMba? nicht, denn sein Auge glühte sofort in düsterem Feuer und sein dunkles Gesicht verfinsterte sich. Herr Ripley lachte." Ja, Gomez, Euer Nebenbuhler ist eben ein tüchtiger Kerl in jeder Beziehung. das läßt sich nicht leugnen. Nun aber schnell herunter mit Euch. Ruiz. und gebt uns ' rechtzeitig das Signal." Bei dem Worte Signal" blitzte es plötzlich unheimlich auf im Auge des Gomez. und u schrecklicher Plan schien bei ihm zu reifen. Aber ohne auf den Aufseher zu achten, ließ sich Ruiz schleunigst hinab in den Korb, der hinunterschoß in, die gähnende Tiefe, daß die Seile rauchten. Gomez blieb auf seinem Posten am Aufzugsseil, und mehrmals beugte er sich mit dem Oberkörper über das schwarze Loch und lauschte gespannt auf das geringe Gerausch, das von Zeit zu Zeit undeutlich aus der gewaltigen Entfernung an sein aeübtes Obr schlug. Plötzlich schnellte er mit dem Korper zurück und schrte: Nun schnell, los!" Und sofort zogen die Gäule an und der Korb wurde eilig in die Höhe an's Tageslicht gezogen. Aber er war leer, und teuflische Schadenfreude glimmte verstohlen in den düsteren Mienen des Gomez, denn im selben Moment, wie der Korb'auf Befehl des Herrn Ripley wieder hinabgelassen wurde, erscholl ein furchtbar dröhnender Knall und eine schwarze Wolke von Rauch und Staub füllte die Gruben'öffnung. Zugleich erfüllte auch ein schauerlicher. Mark und Bein durchdringender Aufschrei die Luft. Die Männer starrten sich gegenseitig an, vor Schrecken bleich. Du verfluchter Schürte!" sagte Herr Ripley voll Zorn zu Gomez und sah ihn mit einem vernichtenden Blick an. Gomez aber schwieg. Unten im Schachte hatte Ruiz sofort, nachdem er den Boden erreichte, die Zündfäden gelegt, die nach den 17 Boörlöchern führten, welche bei der gleich zu bewerkstelligenden Explosion d; i'einmassen bis zum Betrage von ungefähr 1000 Tonnen Gewicht auseinander sprengen sollten, und so das äußerst silberrelche Erz in den Gnu benwänden zur Beförderung in die Stampfmühlen der Compagnie, 2 Meilen entfernt, am wasserreichen Rothen Creek gelegen, frei machen, sollten. Mit gewohnter Geschicklichkeit führte Ruiz seine Arbeit aus und 10 Minute

nach seinem Eintreffen auf dem Boden des Schachtes war die Arbeit beendet und die Zündfäden, auf einem trockeneu Stück Sacktuch vereinigt, zum Anzünden bereit. Jetzt rasch angebrannt und nun zurück zum Beförderungskorb, der ihn aus. dem Bereich der im nächsten Moment zu erfolgenden fürchterlichen Explosion an's helle, freundliche Tageslicht bringen sollte. Als er sich schnellen Schrittes der Stelle näherte. wo der Korb stand, wurde dieser plötzlich m die Höhe gezogen aus dem Bereich seiner Hände, und schneller und schneller schwebte er hinauf. Sofort wußte Ruiz. daß dies das Werk seines verhaßten Nebenbuhlers war, der ihn auf diese Weise aus dem Wege schaffen wollte. Doch wie sich vor dem gleich zu erwartenden qualvollen Tode, der seinen Körper in Fragmente zerreißen sollte, retten? Zum Glück fiel Ruiz ein. daß am Tage vorher ein bis dahin unbeachtet gebliebener Stollen oder Gar:g. vielleicht auch eine Felsspalte, entdeckt worden war, welche in unmittelbarsterNähe lag und die: ihn. vorläufig weniMens vor oem Tode bewahren würde. Schnell kletterte Ruiz die paar Fuß hoch am scharfen Gestein m die Höhe und glücklich erreichte er die enge Oeffnung, in die er seinen geschmeidigen Körper zwängte, worauf er eine Strecke weiter kroch. Plötzlich stürzte er in die Tiefe, und imFallen stieß er jenen herzerschütternden Schrei aus, der oben gehört worden war, denn er , glaubte jetzt, er sei wirklich verloren. Im Fallen ertönte auch das donnerartige Gepolter der Serie von Explosionen, und die Luft wurde schwer und füllte sich mit feinem Schutt und erstickender? Dämpfen an. Doch im Wasser, worauf sein Körper aufschlug, kam Ruiz wieder zur Besinnung, und instinktiv regte er die kräftigen Arme zum Schwimmen. Das Wasser war tief, denn er fühlte keinen Grund unter den Füßen, und 'dabei war's eiskalt. , Doch unverdrossen, mit der Kraft und dem Muthe der Verzweiflung, schwamm der junge Mann weiter, und erst nachdem er seiner Schätzung nach etwa eine Viertel Meile in diesem unterirdischen See zurückgelegt hatte, fühlte er wieder Boden unter sich und watete nun weiter, ab und zu bis zum Gürtel im Wasser siehend. Dann kam eine abermalige Felsspalte, die so eng war, daß er hin und wieder seine Spitzhacke oder den kurzen Hammer zu Hilfe nehmen mußte, um sie zu erweitern, und endlich wurde sie so niedrig, daß er auf Händen und Füß?n weiter kriechen mußte. Er beachtete es gar nicht, daß das Blut in Strömen von. seinen zerfchundenen Händen, und dem Gesicht floß. Beinahe wäre er in seinem Eifer den schroffen Abhang hinuntergestürzt in die Tiefe, als nun wirklich der Felsspalt in's Freie mündet:. Aber sobald er sich wieder in Sicherheit den blauen Himmel, die leuchtende onne über sich und die gewaltig: Natur um und unter sich sah, da stieß er einen Freudenschrei aus und dankte inbrünstkg seiner Schutzpatronin, Santa Maria .von Guadelupe, für die Rettung aus drohendster Gefahr.

Mittlerweile hatte sich auch etwas weiter oben am Schachteingang? ereignet. Denn Herr Ripley hatte sofort die Verhaftung des schurkischen Gomez angeordnet. Der aber wollte sich nicht verhaften lasscn, fondern drängte die beiden Arbeiter, die ihn faßten, mit vorgehaltenem Revolver zurück, und als er einigen Spielraum gewonnen, ergriff er eiligst die Flucht über den steilen Pfad, der in entgegengesetzter Richtung von Las Barrancas in's Gebirge hinein führte. Schnellen Laufes hatte er eben ein: Biegung des Weges erreicht.' die ihn vor den ihm nachgeschickten Kugeln seiner Verfolger schützte, als er m einiger Entfernung vor sich das blutige Haupt seines Opfers, Ruiz, auftauchen sah. Sein Schuldbewußtsein ließ ihn in der Erscheinung ein Gespenst sehen, das der Himmel zu seiner Züchtigung gesandt, und in panischem Schrecken versagten dem Vösewicht die Glieder und er stürzte in den Abgrund hinab, der neben ihm gähnte. Mit zerschmetterten Gliedern iangte er da unten an. Schon am nächsten Tage erhielt Ruiz seine Ernennung zum Aufseher, -lnd als Nachfolger seines durch eigene Tücke verunglückten Nebenbuhlers und Feindes Gomez verdiente der junge Mann vollauf genügend, um das ersehnt: Hochzeitsfest abhalten zu können, nachdem Manuelita's Vater feinen bisherZgen Widerstand gegen die Verbindung hatte fallen lassen. Walter Ripl ist sein guter Freund und Gönner geblieben, und bei der Taufe des Erstgeborenen, eines kräftigen Ebenbildes des Vaters, stand er Gevatter, obwohl sich der mexikanische Priester aus San Luis Arrizo. der den weiten und beschwerlichen Weg nach dem MinenstädtchenLas Barrancas nicht gescheut hatte, zuerst dagegen sträubte, daß ein Gringo" und noch dazu ein schwarzer Ketzer diesen Posten versah. Manuelita aber blüht noch immer dort oben in der Sierra. . Keine Freunde von Orden. -Nachdem außer dem Franzosen Pasteur nun auch der Engländer Herbert Spencer den ihm zugedachten preutzischen Orden pour le mrite" abgelehnt, wird es von Interesse sein, das nachstehende Schreiben Ludwig Uhlands an Humboldt vom 2. December 1853, das sich auf die gleiche Auszeichnung bezieht, in Erinnerung zu brin gen: Von verschiedener Seite und in glaubhafter Weise kommt mir heute die Nachricht zu. daß das Kapitel des Orbens, der sich Ihrer Vorstandschaft erfreut, beschlossen habe, mich zum Mit-

;lied desselben vorzuschlagen. Es mag voreilig erscheinen, wenn ich vor .; zrfolgter Bestätigung dieses Vorschlaes und vor irgend. welcher amtlichen ' öroffnung mir ine Aeußerung gestatte, die eine gänzlich überflüssige lein kann. Gleichwohl ergreife ich :öen den Augenblick der noch unentschiedenen Sacheum nichts zu versäumen, was ein überraschender und unVerdienter Gunsterweis mir auferlegt. Lr verpflichtet mich, jetzt schon unrückhaltig zu sagen, daß ich mit literaritchen und politischen Grundsätzen, die Ich nicht zur Schau trage, aber auch niemals verleugnet habe, in unlösbaken Widerspruch gerathen würde, wenn tch in die mir zugedachte, zugleich mit :iner Standeserh'öhung verbundene öhrenstellung eintreten wollte. Diese? küiderspruch wäre um so schneidender, sls nach dem Schiffbruch nationaler Hoffnungen, auf dessen Planken auch ich geschwommen bin, es. mir nicht gut instände, mit Ehrenzeichen geschmückt u sein, während Solche, mit denen ich In Vielem und Wichtigem zusammenecangen bin, weil sie in .der letzten Zerrüttung weiterschritten, dem Verlust der Heimath, der Freiheit und der bürgerlichen Ehre, selbst dem Todesurtheil verfallen sind, und -doch, wie man auch über Schuld oder Unschuld urtheilen mag, weder irgend ein Einzelner, noch irgend eine öffentliche Gewalt sich aufrichtig wird rühmen können, in jener allgemeinen, nicht lediglich aus kecker Willkür, sondern wesentlich aus den geschichtlichen Zuständen des . Vaterlandes bervoraeaanaenen Bewegung durchaus den einzig richtigen Weg verfolgt zu haben. Der politisch parteilose Standpunkt, den das verehrte Ordenskapitel einnimmt, das ausgezeichnete Wohlwollen, das mir in jetziger Zeitlage doppelt erfreuend zugewandt wird, müssen, ich fühle das sehr wohl, den Tadel schärfen der unvermeidlich über meinen Entschluß ergehen wird; aber Ueberzeugungen, die mich im Leben und im Liede geleitet haben, lassen mir keine Wahl, so, wenig sie dem lebhaften Danke Eintrag thun, mit dem mich die mir in hohem Grad ehrenvolle Beschlußnahme des Kapitels erfüllt hat." Wir stellen schließlich fest, daß auch Arago, der große Physiker und Mathematiker, in den vierziger Jahren den Orden zurückgewiesene hat. Ein Kirchthurm alS Gefängniß. ... i Der schöne Kirchthurm von S:.' Nicholas, der Cathcdrale von ..New Castle on Tyne" wurde einmal als ßt fängniß benutzt, um ihn vor drohender Zerstörung zu schützen. Es war im Laufe des sogenannten Vord?r.Kriegcs zwischen England und Schottland, als die Stadt von den schottischen Truppen belagert wurde. Ter Anführer ' der Letzteren erkannte, daß seine Operatio nen nicht den gewünschten Erfolg hattcn und sendete deshalb einen Boten an den Bürgermeister mit der Drohung, den Thurm der St. Richolaskirche ein zuschichen, ' wenn die Stadt sich nicht ergebe und ihm die Schlüssel zu den Thoren noch ferner vorenthalten wür den. Auf diese Drohung hin verleg ten die Vertheidiaer der Stadt sofort

eine Anzahl vornehmer Schotten in den Kirchthurm, und der Bürgermeister antwortete, daß der Thurm, obwohl er zu den größten Zierden des Ortes ge höre, doch lieber in Trümmer geschossen werden möge, als daß man deshalb die Stadt an den Feind ausliefere und wenn der Thurm siele, so würde das Blut der darin gefangen gehaltenen Schotten auf das Haupt ihrer eigenen Landsleute fallen, da diese absichtlich hineingebracht worden seien, um das Bauwerk entweder zu schützen oder mit ihm zu Grunde zu gehen. Diese Bot schaft hatte die gewünschte Wirkung' denn die Gefangenen wurden während der ganzen Belagerung in dem Thurm festgehalten, ohne daß auch nur eine Kugel auf diesen abgefeuert worden wäre. Der Qtud)tt Kadi. An einem heißen Sommertage It merkte der Ortswächter von Jeni-Sche-hir einen jungen Türken in berauschtem Zustande die griechische Weinstube Zum Sokrates" verlassen. Er verhaftete ihn und führte ihn vor den Kadi. Dieser, durch seine Gerechtigkeit, wie durch seine Weisheit weit und breit bekannt, zog den jungen Türken in ein strenges Verhör. Weißt Du nicht." sprach der Richter, daß uns der Koran den Genuß des Weines verbietet? Wer die Gesetz des Korans nicht achtet, der verleugnet Allah und seinen einzigen Propheten. Deiner Jugend allein hast Du es zu verdanken, daß ich Dich nicht sofort in die Verbannung schicke. Indessen sollst Du aber tausend Tage und tau send Nächte im Keller schmachten und über Deine Sünde nachdenken!" Schon machte sich der Häscher bereit, dem jungen Frevler die Handschellen anzulegen, als dieser in die Knie sank und mit erhobenen Händen begann: Weiser Kadi! Allah schenke Dir hundert glücklich: Jahre, aber wisse, daß ich nicht gesündigt habe." Nicht gesündigt? fiel ihm der Richter zornig in's Wort. Du empfindest als5 nicht einmal Reue!"" Verzeih', o weiser Kadi", versetzte der junge Türke, wohl verbietet uns der heilige Koran den Genuß' des Weines, aber von dem Weine hatte ich keinen. " Der gerechte Kadi strich sich seinen langen Bart und sprach den schlauen Moslim frei.

Die Hohenstauffenburg in Eger. Allen Besuchern von Eger wird jene historisch 'denkwürdige Hohenstauffen bürg, auf welcher Wallenstein's Gene rale während eines Banketts ermordet wurden und in welcher noch heute dem Fremden jener bereits grasbewachsene Bankettsaa! gezeigt wird, in lebhafter Erinnerung sein. Am Ende der Stadt, auf einem sanft aufsteigenden Hügel mit dem Ausblicke auf das liebliche Eger thal, erhebt sich die einst so stolze, nun halb verfallene Kaiserburg, deren hoch ragender Thurm noch Zeugniß gibt von entschwundener Pracht und Herr lichkeit. Wer auch immer die an histo rischen Denkwürdigkeiten so reiche Stadt Eger betritt, in welcher einst Schiller Quellenstudien zu seiner Geschichte des Dreißigjährigen Krieges trieb, wovon kine Gedenktafel an einem Hause am Marktplatze Kenntniß gibt, lenkt, nachdem er das Stadthaus, in welchem der Generalissimus Wallcnstein selbst ermordet worden, besichtigt, ' die Schritte nach jener altehrwürdigen Kaiserburg. Nicht ohne einen gewissen Schauer betritt man unter Führung eines Be schließers die noch vorhandenen Burg räumlichkeiten. Die Erinnerung wird wach; stolze Krieger, schwer gepanzert, ziehen über die herabgelassene Zugbrücke und rücken in ihre Kantonnnnents. Nur vereinzelte Posten beziehen den Lugaus. Finstere Nacht ist's, kein Sternlein winkt am Himmel. Doch vroben im Saale der Burg, der in hel lem Lichterglanze strahlt, geht's lustig her, da wird gezecht, die Generäle Wal lenstein's werden bewirthet. Plötzlich dringt ein markerschütternder Schrei durch die Luft, dann noch einer und wieder einer; lautes Stimmengewirr ertönt aus dem Bankettsaale, Schwerter blitzen, Blut, fließt in Strömen, Wal lenstein's Generale sind beim Bankette ermordet worden, während der Feld Herr selbst da unten in der Stadt, im Stadthause, getödtet wird. Diese' denkwürdige Burg im Eigen thum zu besitzen, wär ein alter Wuusch der Stadt Eger. Nun ist zwischen dem Fiscus, dem 'gegenwärtigen Eigenthü wer der Hohenstauffenburg, und der Stadtgemeinde Eger cin Vertrag zu Stande gekommen, demzufolge die er wähnte Burg sammt allen mit dieser Realität verbundenen Rechten gegen genaue Erfüllung gewisser scharf vräzi sirter Verpflichtungen in Besitz und Ei genthum der Stadt Eger übergeht. Unter diesen Verpflichtungen ist beson-' dcrs hervorzuheben, daß die oben er wähnte Burg in ihrem baulichen Bestände und Eharakter für immerwäh rende Zeiten auf der Stadtgemeinde kosten zu erhalten sei, daß an derselben keine wie immer gearteten Veränderun rrn karaenommen werden dürfen wo ! durch der bauliche Bestand und Eharak !cr dieses Baudenkmals irgendwie alterirt werden würde, und die Ruine der Burg weder mittelbar noch unmittelbar zu irgend einem dem Charakter und der : geschichtlichen Weihe dieses Baudenk ' mals widerstreitenden Zwecke verwendet '. - v " r u iveroen ouise. Pech. Aelteres Fräulein: O, ich Unglückliche! Fünf ernstgemeinte Heirathsgesuche in der heutigen Num mer, und habe nur eine Photograh!" Zustimmung. Ich versichere Sie, es gibt keinen Geist .Jl nen glaub' ich's." : . .

. Die ?rau in der znusik. w I I

l Das weiblich: Geschlecht ist im All gemeinen, musikalisch veranlagt und zweifellos hat es auch das Musikleben besonders durch Pflege der häuslichen Musik stark beeinflußt, und doch' ha. ben bisher Frauen selbstschöpferisch für die Musik so gut wie nichts geleistet. Zwar weiß die Geschichte von Francesca Caccini an, der ersten Opern componistin, bis zur Chamin'ade und Frau von Vronsart hinauf, vielfach zu berichten, daß Frauen mit Ausdauer des Componirens beflissen waren ; etwas Nennenswerthes ist aber dabei nicht zu Tage gekommen. Anders auf dem Gebiete des Reproducirens. Als Sängerinnen, als Jnstrumentalkünstlerinnen, überhaupt in allen musikalischeu Aeußerungen, die auf Nachschafsen . beruhen, sind ihre Erfolge sehr achtenswerth. Könnte nun diese Leistungsfählgkeit der Frau für die mo. derne Frauenbewegung etwas bedeuten, indem die Musik eimm Theil des weidlichen Geschlechts eimn Beruf und ein: Lebensstellung verschaffte? Dr. Karl Krebs versucht in einer kleinen Schrift .Die Frau in der Musik" diese Frage zu beantworten. In erster Reche fchil dert er hier die Schwierigkeiten, die eine Sängerin oder JnstrumentalkUnstlerin zu überwinden hat, um zu einem nennenswerthen Erfolg zu kommen. Für uns ist aber nicht um dieser Schilderungen willen die Schrift beachtenswerth, sondern wegen der thatsächlichen Ausschlüsse, die sie über dieses Gebiet desFrauenerwerbsleben inDeutschland bietet. Der Bedarf an Sänae rinnen ist ziemlich bedeutend. In allen chorischen öffentlichen Musikaufführungen, m jeder Oper und Operette werden Frauenstimmen gebraucht. Der Besitz und die Ausbildung eines schönen' Organs kann also im Allgemeinen als gut verzinsbares Capital, in Ausnahmefällen sogar als Fundgrube von Reichthümer angesehen werden. Es vfleat nur leider gute Weile zu haben, bis man zur Hebung der Zinsen oder der Reich. thumer selbst gelangt, gleichviel ob man den Zugang dahin durch den Concertsaal oder über die Buhne nimmt. Gesellschaften, die zu ihren Ausführungen fremde unstler heranziehen, gibt es in Deutschland etwa 80. Die besten von ihnen zahlen 600 Mark für ein Auftreten, der Durchschnitt aber nur 300 Mark für deu Abend, die kleineren 150 bis 50 Mark und weniger. Und sie finden bei dem Ueberfluß an Kunstlern für diesen Preis immer noch gute Kräfte. Einige Modegöttec bezichen naturlich wert höhere Preise. Leider ist das Honorar auch noch nicht Rein gewinn, sondern es kommen davon noch Abzug die Kosten der Reise, des' Aufenthalts und des Aufwandes, den die Kleidung verursacht. Nach die ser Richtung hin sind die Frauen den Männern gegenüber sehr schlecht aestellt. Der Künstler zieht seinen Frack an und ist fertig; die Künstlerin muß wieder neue Toiletten haben, die viel Geld kosten. Größer als für Concerte ist der Bedarf an" Sängerinnen' für die Bühne, für Oper und Operette; aber die Aussicht, hier sich die Mittel zum Leben zu verdienen, ist fast noch geringer, als bei den Concertsängerin. Anfängerinnen erhalten meist gar kein Honorar. Die Dire'ctoren entschuldig gen das damit, daß ein erstes Engagement doch als Lehrzeit für die Vühnenpraxis gelten müsse. Diese AusNutzung unbezahlter Kräfte ist aber förmlich zum Gewerbe geworden. Sängerinnet, die sich danach drängen, über-. Haupt nur auftreten zu können, ohne Honorar natürlich, gibt es in Hülle und Fülle; und ebenso gibt es Directoren. welche diese Sachlage klüglich berücksichtigen, indem sie neben zwei bis drei bezahlten Sängerinnen vier bis fünf unbezahlte beschäftigen. Nach Ablauf der Spielzeit wird das ganze. Personal entlassen, um im nächsten Winter mit Auswahl wieder engagirt zu werden. Eine Anfängerin, die gefallen hat, erreicht dann wohl eine Gage von 120 bis 150 Mark monatlich, wofür sie aber die Unkosten für Theatergarderobe bestreiten muß. Höher als 300 Mark pflegt das Monatsgehalt auch für sehr tüchtig: und geschulte Kräfte an Privattheatern felten zu stein. Selbst kleine Hoftheater zahlen nur wenig mehr. Dabei muß man rechnen, daß fast alle Theater nur sieben, höchstens acht Monate Spielzeit haben und daß nur für die wirkliche Spielzeit Zablung erfolgt. ' So kommt bei 300 Mark monatlich für's Jahr doch nicht mehr als 2400 Mark her-, aus. Die Stellung wird auch hie? durch den Agenten gewonnen, der' fortlaufende Procente für seine einmalige Mühe verlangt. Der Sängerin gegenüber ist die Instrumentalkünstlerin im Nachtheil; sie ersetzt in ihrer Thätigkeit den Mann und kann umgekehrt kicht wieder durch ihn verdrängt werden. Die Jnstrumentalkünstlcrin braucht nicht die musikalische Begabung der Sängerin, die Technik ist bis zu einem gewissen Grade durch Uebung zu erreichen, und so wälzt sich ein breiter Strom von Talenten und Halbtalenten auf das instrumentale, Feld, namentlich aus das Klavierspiel, U5.d so erklär! sich die. Thatsache, daß schon jetzt mehr Pianistinnen vorhanden sind, als das ausschwcifendste Musiktreiö:n v::örauch:n könnte. Die Aussichten der Jnstru ?rentalkünstlerin sind noch weit schechter, als die' der Sängerin. In den jetzigen Orchestern haben nur erst Harfemsti7.nen Heimathsrecht. Vielleicht eröffnen sich den Frauen künftig im Gebiete des , Orchesterspiels noch bessere Aussichten. Die zahllosen Damenkapellen" sind ja schon die Vorläufer dazu. Bis jetzt führt aber die Haadhabung eines Instruments noch zu keiner Lebensstellung.

Me ist es endlich mit dem Lehrber c rir-.o e

tot, ZU oem ja die lUMieriicye kaufbahn eine bequeme Brück ist? In d Erziehung zur Musikübung bietet sich allerdings .den Frauen ein Feld ersprießlicher Thätigkeit, spielt doch die Musik im häuslichen und gesellschaftlichen Leben eine nicht zu unterschätzende Nolle; aber es hieße ein langes und trauriges Lied vom Elend der Musik lehrerinnen singen, deren Honorar zwischen dem warmen Mittagessen und einigen Nickeln schwankt. Braten. Ein berühmter französischer Feinschmecker stellte die Behauptung auf, lochen kann man lernen, aber zum Bratenmeister muß man geboren sein. Dies ist eine Phrase, die, mit anderen Worten sagen will, daß Kochen viel leichter ist als Braten, und darin wird jede kochkundige Hausfrau dem französischen Feinschmecker Recht geben. Es erfordert wenigstens weit mehr Aufmerksamkeit, einen Braten in seiner Vollendung herzustellen, als ein einfaches Suppenfleisch zu kochen. Doch auch die fornst des Bratens ist durch Uebung und Erfahrung zu erlernen, ohne daß man ein geborenes Talent dazu besitzt. Um einen guten Braten herzustellen, ist vor allem Hauptbedingung, daß das Fleifch nicht zu frisch geschlachtet ist; das selbe soll im Sommer wenigstens 3 4 Tage, im Winter bis zu einer Woche alt sein. Dadurch wird es zarter und milder. Kalbfleisch entwickelt sich übrigens früher. Ist man genöthigt Geflügel bald nach dem Schlachten zu gebrauchen, so empfiehlt es sich, demselben vor dem Schlachten einen Löfsel Branntwein oder starken Essig einzugeben, wodurch daS Fleisch viel mürber wird. Einige Braten, z. B. Hammelund Rinderbraten, werden durch tüchtiges Klopfen unmittelbar vor dem Gebrauch milder und wohlschmeckender. und wird dem Fleisch dadurch auch einige Kraft entzogen so kann diese doch durch eine gute Sauce ersetzt werden. Es ist beim Klopfen nur darauf zu achten, daß das Stück nicht aus der Form gebracht wird. Das Spicken macht jeden Braten saftiger und gibt ihm außerdem ein schönes Aussehen. An sich trockenes Fleisch, namentlich Wild, wird reich gespickt. Geflügel wird gespickt oder mit Speckscheiben umwickelt, wozu Luftspeck sich besser eignet als der geräucherte. Jeden Braten soll man gleich in's heiße Fett legen und in' eine nicht zu große Pfanne. Alsdann drehe man ihn rasch einmal auf alle Seiten, so daß eine jede in das heiße Fett kommt. Dadurch gerinnt das Eiweiß an der Oberfläche des Fleisches und verhindert den Austritt des Sastes aus demselben, wodurch der Braten naturgemätz innen saftig bleibt. Ueber gespickte Braten, die man nicht gern auf die oelnickte Seite legt, schöpse man gleich, etwas heißes Bratenfett. Nie soll man Braten stark salzen, das Fleisch wird zähe, hart und verliert an Wohlgeschmack. Bei Schweinebraten und Gänsen setzt man gleich etwas Wasser zu, bei allen anderen Braten erst, nxnn das Fett anfängt, sich braun zu färben, was man so ost wiederholt, als die Brühe zu kurz eingebraten ist. Jeder Braten soll häufig mit der Bratenbrühe begossen und nicht länger ge-, braten werden, als zum Garwerden : durchaus, nothwendig ist. Zu weich' gebratenes Fleisch ist saftlos, zu stark gebratenes trocken, geschmacklos und schwer verdaulich. Sehr von Wich-! tigkeit für -die Güte des Bratens ist es. die Zeit fo zu berechnen, daß derselbe eben fertig ist, wenn man ihn zu Tisch geben will, durch längeres Steben würde derselbe sehr verlieren. Die beste Würz: gibt dem Braten eine reichliche, kräftige Sauce. Wenn das Fett am Braten klar über dem Bodensatz sieht, so hebe man dasselbe mit einem Löffel beinahe ganz ab und gebe zum Binden der Sauce etwas Mehl in die Bratenpfanne. rühre das in der Pfanne angesetzte Braune los, vermische es mit kaltem Wasser und lasse das Ganze noch eine Weile aufkochen. Eine gute Bratensauce muß reinschmeckend, kräftig, gelbbraun und gebunden fein, darf weder brenzlich noch versalzen schmecken, weder wässerig noch fett sein. Um den Wohlgeschmack der Sauce, besonders beim Wild zu erhöhen, empfiehlt es sich, den Braten mit süßem oder saurem Rahm öfters zu bezießen. Ist man genöthigt, altes Wild oder Geflügel zu braten, so umwickle man es gleich mit Papier, das reichlich mit Butter bestrichen ist, und lasse es bei, nicht zu starker Hitze braten.' Erst ..später entfernt man das Papier um - dem Braten die nöthige Farbe "zu geben. Wir kennen zweierlei Arten von Braten, unser: heimische, das Fleuch gut durchzubraten, und die englische, bei der dasselbe nicht ganz durchgeöraten wird, sehr saftig bleibt und beim Durchschneiden in der Mitte eine schöne, r'öthliche Farbe hat. Roh soll es aber durchaus nicht sein, wie man dies so häufig findet. Bei Roastb:ef rechet man auf das Pfund Fleisch eine Viertelstunde Bratenzcit. . Alsdann ist's saftig und immer schön hellroth; ein ganzes Filet wird eine stunde nicht stark gebrakn. Filet auf englische Art wird offen 10 Minuten in reichlich frischer Butter gebraten. Ein kleiner Kalbsbraten, darf nicht über eine Stunde braten, weil er sonst zu weich und trocken würde, eine ganze Kalbskeule von 1012 Pfund bedarf 2 2, mitunter . fogar 3 Stunden. Hammelkeule, wie Wild zubereitet, bedarf 2 2 Stunden, da das Fleisch durch die Beize mürber geworden ist, sonst braucht eine Hammelkeule oft bis zu 3 Stunden und darüber. Wer eS

vorzieht, dieselbe wie in Frankreich in-

nen roth zu haben, kommt mit 1j Stunden weg. Schweinebraten be darf, wenn eine ganze Keule gebraten wird 3 Stunden. Schinken wie Wildschwemsbraten ist in 2z Stunden gar und wird am besten in einer irdenen Bratpfanne gebraten. Reh- oder Hirschkeule bedarf - zum Garwerden 2 2 Stunden, ein Häslein bis zur ersten Gare, wenn's sein yasengroßvater ist, 3043 Minuten, und so ist's am besten. Bei allem Wild ist zu bemerken, daß der Ziemer oder Rücken kürzere Zeit zum Garwerden bracht, als die Keulen. Ein junger Puter bedarf zum Weichwerden 2 2 Stunden, ein älterer 3. Kapaun hat 2 Stunden langsames Braten nöthig. Junge Hähne bedürfen 1 Stunde und fallen nach den Anforderungen der feinen Küche nicht braun, sondern nur schön gelb sein, ohne daß sie aussehen, wie geschmortes Geflügel. Taube bedarf eine viertel bis zu einer halben Stunde. Eine Ente muß je nach ihrem Alter 2 Stunden fest zugedeckt braten, und zeitweise wird etwas Wasser zugesetzt. Eine junge Gans, jedoch vollständig ausgewachsen, bedarf 2 3 Stunden, eine alte Gans nun, das ist verlorene Liebesmühe, die sollte man überhaupt nicht braten. Gans wird ohne Fett, nur mit Wasser beigesetzt. Ein Rebhuhn braucht 1 Stunde. Im übrigen, meine liebe Hausfrauen, gilt auch hier daK Wort: .Keine Regel ohne Ausnähme", oder besser gesagt: Di: Ausnahme bestätigt die Regel!" Kaffeeklatsch. Frau Direktor, . ffrau Inspektor. ; ') Frau Verwalter, Frau PostHalter. ' Sonst bekannte Frau'n von Stande, Kaffeeklatsch . Tritschitratsch. Fromme G'sichter, Sittenrichter, Hörensagen, Böses Fragen: Schlechte Leute, Teufels Beute. Uebcrall Arg Skandal.-' Kein. Kaffee mehr. Jede Tass' leer, Stühle rücken, Hände drücken, Complimente, Kränzchens Ende, - Thüre zu, Zung in Ruh'. Frauenbitdung und Heirath. Es ist eine Thatsache, daß die Mehrzahl der Mädchen, welche sich eine hö here Bildung erworben haben, nicht heirathet. Von den jungen Damen, welche im Girton College in Cam-' bridge promoviren, verheirathet sich gerade eine unter zehn. Am seltensten verheirathen sich diejenigen jungen Damen, welche mittelalterliche und moderne Sprachen studiren. Im Sommerville College in Oxford steht die Sache ebenso. Die meisten Damen, welche promoviren, werden Lehrerinnen. Seit 1871 haben. 720 Damen das Newnham College absolvirt. 377 sind jetzt Lehrerinnen oder Vorleserinnen. 20 sind nach Amerika oder den Colonien ausgewandert. Zwei sind Aerztinnen geworden, zwei Missionarinnen, eine eine Gärtnerin, eine eine Buchbinderin, zwei sind von Wohlthätigkeitsgesellschaften angestellt und die übrigen sind Sekretärinnen. Von den 85 Studentinnen der Mathematik von Newnham sind heute nur 6 verheirathet, von den 66 Studentinnen der Klassiker nur 8, von den 33 Studentinnen der Philosophie nur 6. von den 64 der Naturwissenschaften nur 10, von den 64 der Geschichte nur 9 und von den 38 der mittelalterlichen und modernen Sprachen nur eine. Haarlgcö. Die wenigsten Damen ahnen, daß sie 40 bis 60 Meilen Haar in seiner Gesammtlänge auf ihren Köpfen tragen; bei Blondinen kann es fogar vorkommen, daß sie 65 Meilen Goldfäden" jeden Morgen auszukämmen haben. Ein deutscher Forscher" hat gefunden, daß ein einzelnes Haar - im Stande ist, ein Gewicht von 4 Unzen zu tragen; es muß aber ein dunkelbraunes sein, da ein blondes Haar bereits bei einer Belastung von 225 Unzen zerreißt. Zum Mindesten können also alle Haare zusammen ein Gewicht von 10 bis 12 Centner tragen. Erkenntlich. Angeklagter (zu seinem Vertheidiger): Herr Doc-. tor, i' dank' Jhna schön für mei' Freisprechung zahlen kann i' Jhna net erlaubend, daß i' Jhna an Schinken von der gestohlen Sau schick'?" Beim Vogel Händler. Kunde: Die Melodie Ich bin ein Preuße" pfeift der Vogel aber gründfrisch!" Vogelhändler: Ja. es ist Sie nämlich ooch en Sachse, mci kudesies Herrchen!" I m Gebirge. Fremder: Ist der Führer zuverlässig, den Sie mir empfohlen haben?" Wirth: Mit seiner Schwiegermutter ist der schon oben gewesen und hat sie heil wieder herabgebracht genügt Ihnen das?" Vorsichtig. Braut (an der Hausthür den Bräutigam erwartend, der heute um ihre Hand anhalten will): Du kommst spät; wo warst Du noch erlt?" .Auf dem Auskunftsbureau!"