Indiana Tribüne, Volume 18, Number 288, Indianapolis, Marion County, 7 July 1895 — Page 6

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Jagcr und 2cn rin. Von Thomas .ioschat. Mei' Büable, hör' mV an: Heunt af mim Namenstag Da stellt' i' gar so gern An Di' a' Frag: Manns D' nit a' Jager waarst, Was möchst' denn sunst wohl sein?... Fallt Dir die Antwort schwär. So sag' mir's fein!" I' möcht' a' Schlosser sein;... Wohl schad', daß i's nit bin! A' Schlößle machet i' Ganz nach mein' Sinn. I' gaab's af's Kammer!: Von Dein klan' Herzlan d'rauf; Dann spirrt's an and'rer Bua Ganz g'wiß nit auf! Sigst. liabes Diandle mein, Mir geht's just so wia Dir. Hätt' aa' a' Frag an Di' 3o3 Neubegier: Was möchst' denn Du wohl sein, Wanns nit a' S:nn'rin waarst?... G:h', sag' mir's g'schwind!"" 3' möcht' a' Zaub'rin sein, Die All's verzaubern kan, r großen Kirsch:nbam, "Da sang't i' an. Der müaßt' statt Kerschenblüah Nix als Dukaten ham; Dann sagt Dei' Vaier g'wiß: Hiaz heirth's flammt Frankreichs Mcherindustrie. Die Pariser Fächerfabrikation bildet einen bedeutenden Industriezweig, doch werden die Fächergestelle nur in den allerseltensten Fällen in Paris selbst erzeugt, sie kommen vielmehr aus einigen zwischen Meru und Beauvais liegenden Dörfern des Departements der Oise, wo die ganze Bevölkerung. Männer, Frauen und Ziinder, mit der Herstellung der Gestelle beschäftigt ist. Dabei ist die Theilung der Arbeit strenge durchgeführt. Die Fächergestclle bestehen bekanntlich aus zwei Theilen, den inneren Stäben und den den geschlossenen Fächer deckenden Hauptstäben. Sie werden mittels einer Laubsäge aus Knochen, Horn, Elfenbein,Perlmutter, H'ölzern.Schildpat etc. von dem Vorrichte?" ausgeschnitten und sodann an den Former" weiter gegeben, der sie mit der Feile entsprechend ausgestaltet. Beide Borrichtungen können aus freier Hand oder mechanisch erfolgen und namentlich die mechanische Säge wird immer mehr verwendet. Dann kommen die Gestelle der Reihe nach in die Hände des Schnitzers, des Graveurs, desVercplms und des Arbeiters, der die Flitter befestigt. Unter den Händen der einfachen Bauern entstehen da ebenso zarte als elegante Arbeiten in v?llendeter Zeichnung, und die Schnelligk:it und Geschicklichkeit, mit der ste die von eigenen, stets nur in dieser Richiur.g thätigen Zeichnern gleich auf dem Material entworfenen Skizzen ausführ:n, ist geradezu überraschend. Allerding hat jeder der genannten Orte seine Specialität. So werden in SaZnte-Geneviede nur Knochen, Perlmatter und Elfenbein, in Petit-Fn-court und in Andecourt nur Perlmutter und ausländische Hölzer, in Cor-b:il-Cerf nur inländische Hölzer, in Boisstere nur Knochen verarbeitet. Im Ganzen wird von ungefähr 1200 Nunstdrechslern jährlich eine ProdllCtion im Werthe von rund $400,000 gefördert, wobei zu bemerken ist, daß das Schildpat ausschließlich in Paris zur Bearbeitung kommt. Vom Departement Oise werden die Fächergestelle fast immer nach Paris gesendet. Dort befestigt der Fächermacher zuerst den Stift, der durch den Kopf" der Stäbe geht und st: zusammenhält, und wenn der Fächer angehängt werden soll, einen Büael, der dann die Knöpfe des Stiftes überflüssig macht. Das Blatt des Fächers wird einfach oder doppelt hergestellt, und zwar aus Velinpapier, aus Pergament, aus Schafoder Ziezenleder, aus Taffet. aus Sat':n, aus Moire, aus Crepe, aus Gaze, aus Spitzen etc. Die nur aus Papier hergestellten Blätter werden mit einer llabreülle genannten.sehr dünnen Haut gedoppelt" und sodann entweder litozraphirt und bemalt oder chromolithographirt oder endlich von den sogekannten Feuillistes" mit Handraalerei versehen. Dank den Gewerbe'chulen für Mädchen hat dieser Er:?bszweig sich in den letzten Jahren sehr verbreitet. Sobald das Blatt fert:g ist. wird es in einer. Form aus Lappendeckel gefaltet.was viel Zeit und Mühe erfordert; hierauf bestreicht eine Arbeiterin die dünnen und öieasamen Oöertheile des Gestelles mit Klebestoff, öffnet die Falten mit 'einem Sonde" genannten Instrumente, steckt die Spitzen des Gestelles hinein, faltet wieder zu und schiebt das Blatt dann, soweit erforderlich, hinunter. Endlich wird die Bordüre aufgesetzt, die, aus einem schmalen Papier- oder Leinwandstreifen hergestellt, bei den ordinären Fächern gar keine Verzierung erhält, während sie bei theureren Fächern gefirnißt und echt oder falsch vergoldet wird. Der Fächer ist jedoch damit noch nicht fertig. Das so vorbereitete Stück kommt nochmals in die Hände des Decorateurs", welcher die .-rzierungen des Blattes. des Gestelles und der Deckblätter vervollständigt und es einer Arbeiterin übergibt.nxlche oie Quasten. Eicheln i:., sowie eventuell den Maraboutbesatz am Rande anbringt und die Etuis assortiri. Dann erst kann der Fächer in denHandel kommen. Der Export von Fächern ist namentlich nach Amerika, nach Italien und Spanien bedeutend. -

Der Aussand in Cuba.

Monate lang ringen nun schon die freiheitliebenden Eubaner in blutigem Kampfe mit ihren spanischen Unterdrückern. Trotz ihrer ungeheueren Uebermacht' will es den Spaniern nicht gelingen, des Aufstandes Herr zu werden; ja an die Regierung in Madrid gelangen seitens des in Cuba den Oberbefehl führenden General-Capi täns Martinez de Campos immer neue Geld- und , Truppenfo?derungerr, die mit seinen Siegesnachrichten durchaus nicht im Einklang stehen. Bon der wirklichen Lage auf der mit Blut getränkten .Perle der Antillen" ein wahrheitsgetreues Bild zu erhalten, ist geradezu ein Ding der Unmöglichkeit. Nach den Darstellungen der Spanier ist der Aufstand weiter nichts als ein Putsch eines Häufleins von Hitzköpfen. Die aus Santiago kommenden Nachrichten lauten dagegen ganz anders. Im ganzen östlichen District lodert die Flamme der Empörung hoch empor, und die Aufständischen, deren Zahl bis auf 8000 Mann angeschwollen sein soll, sind die Herren der ganzen Gegend, die befestigten Städte ausgenomParadirende Infanterie. men. Unter den Führern der Jnsur genten befindet sich eine Anzahl von Männern, die schon in den Jahren 1863 bis 1878 gegen die Spanier gefochten haben, und unter der Leitung der alten Rebellen werden die Operationen gegen die Letzteren mit großer Umsicht geführt. Die Aufständischen führen einen Guerillakrieg. Wenn die spanischen Soldaten, von langen Märschen in dem. tropischen Sonnenbrand ermüdet. Ruhe suchen, werden sie von den Mambis (wie die Insurgenten genannt werden) mit der Machete in de? Faust überfallen und niedergemetzelt. Bor diesen Attacken fliehen die Spanier. deren Kriegstüchtigkeit sehr viel zu wünschen übrig läßt, wie ein undisciplinirter Mob. Ablösung der Wache in Ha Dana. Der General - Capitän Martinez de Campos ist, wie auch feine Gegner zugeben, ein tüchtiger General, allein seine Truppen taugen nichts. Die Mehrzahl der Officiere sind den Stra pazen, eines Guerillakrieges durchaus nicht gewachsen und nur zum Flaniren auf den Madrider Boulevards geeignet. Die gemeinen Soldaten sind spanische Bauernbursche, deren Ausbildung wie Ausrüstung sehr trauriger Natur ist. Im Felde besteht die Uniform der In. fanteristen aus einem braunen Leinenkittel, ähnlichen Beinkleidern, einem Strohhut und Schuhen, die sie jedc meistens mit Sandalen vertauschen. Ihre Bewaffnung besteht aus Gewehr mit Bajonett und Patronezzürtel. Tornister haben sie nicht, sondern sie packen ihre wenigen Habseligkeiten in eine Jutedecke, die sie. wie einen Mantel aerollt. über der Schulter tragen. Die "Disciplin ist so locker, daß viele ihre Decken verkaufen, um sich Nahrungsmitte! zu verschaffen. Der Cavllerist ist weiter nichts, als ein be ritten gemachter Infanterist. Eine Ini'ndantu? gibt es nicht und an eine geordnete Verpflegung der Truppen auf dem Marsche ist daher nicht zu denken. Es gehört durchaus nicht zu den Seltenheiien. daß Detachements von meh- &. '-a.Vyi't:- - 'LVfö -rmsmmmv 'sl Wf JtJ-K JCLy--VS Berittene Civilgardein H a v a n a. reren Hundert Mann- auf Märschen thatsächlich Tage lang Hunger leiden müssen; daß die Leute bei ihrer Rückkehr in die befestigten Plätze einen bejammernsmerthen Eindruck machen. braucht wohl kaum 'besonders hervor gehoben zu werden. Ueberaus manqel haft ist auch das Sanitätswesen. Zelte und Ambulanzen gibt es nicht. Bandagen, Instrumente u. s. w. wer den aewöhnlich unter einem schattigen Baume auf dem Erdboden ausgebreitet und die Verwundeten, so gut es geht, verbunden. Der Gesundheltszu stand der an das tropische Klima nicht gewöhnten Truppen wird in den aus Santiago kommenden Nachrichten als sehr schlecht geschildert und etwa 10 Procent sollen am Malariafieber leiden. Die Erkrankungen an gelbem . . ' . , i . F:ever iino visyer nur vcieinzeu vor.

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In der Hoffnung, daß die Anwcn dung friedlicher Mittel die bisher xu higen Provinzen von einer Sckilder

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.r,ZXr rä 'i . o Irt Spanischer Cavallerist. - Hebung gegen die Spanier zurückhalten wird, hat der General - -Capitän Campos sein Augenmerk auf den Bau von Eisenbahnen, die Verbesserung von Häfen und Förderung von industriellen Unternehmungen jeglicher Art gerichtet; welchen Erfolg diese Maßnahmen haben werden, kann nur die Zukunft lehren. Daß er entschlossen ist. behufs Erstickung der Flamme des Ausstandes auch die rigorosesten Mittel anzuwenden, erhellt aus der Thatsache, daß er in der Provinz Puerto Principe das Standrecht hat proclamiren lassen. Spanier im Vivouac. Daß es in unserem Lande an Sympathien für die aufständischen Cubaner nicht fehlt, kann nicht Wunder nehmen, und is kann kaum einem Zweifel unterliegen, daß sie von Florida Sendunaen von Waffen, Munition und Geld erhalten haben. Sämmtliche Hafencollectoren haben neuerdings von Washington aus gemessene Ordre erhalten, auf die Absenkung von KriegsContrebande ein wachsames Auge zu haben-; unsere Bundesregierung läßt in den südwestlichen Gewässern Kriegsschiffe patrouilliren, um FreibeuterExpeditionen aus unserem Lande abzufangen. und spanische Kanonenboote halten ebenfalls einen scharfen Ausguck; ob diese Maßnahmen die Jsolirung der Insurgenten bewirten werden, läßt sich vorläufig nicht sagen. Jnsurgentenspäher. Die in unserem Lande sich aufhaltenden Vertreter der cubanifchen Jnfurrection scheinen über bedeutende Geldmittel zu verfügen, und so lange dieselben vorhalten, werden ste es ermoglichen, Waffen und Munition nach Cuba zu schmuggeln. Dereichtstern. Tapp' i oft so in finst'rer Nacht Hoamzu auf schmalem Steg. Am Himmel drob'n a Sterndel lacht, Zoagt ma den rechten Weg. A so a Sterndel bist a Du, Das mir durch's Leben leucht'. Und i gieb eh'nder a ka Ruh, Bis i mei Ziel erreicht.So schwärmt der Bua. Dann hat g'freit. . . Das Bild'! zeigt's a g'rad: Wie ihm sein Stern in spät'rer Zeit Gar oft noch .h?amg'leiicht" hat. Bösartig. Emma: Liebe Fanny, darf ich Dir mehren Bräutigam vorstellen?" Fanny: Freut mich sehr, Sie kennen zu lernen. Ihre zwei Vorgänger waren auch ganz reizend Menschen!" Das Schwierige. Mein Karl und ich sind jetzt dnheirathet, wir leben recht glücklich." Sage 'mal, wurde es Karl eigentlich schwer, die Einwilligung Deines Vaters zu erlangen?" Nein, weit schwieger ist es schon gewesen, Karl's Einwilligung zu erlangen! Zu vielverlangt. Schwie gersohn in spei Na, Schwiegerpapa, nun geben Sie Ihrem Herzen einmal einenStoß und geben Sie noch etwas zur Mitgist zu!" Schwiegervater: Nein, das kann ich wirklich nickt." Schwiegersohn: Na, thuen Sie es doch, es ist ia Ihre einzige Tochter!" Schwieaervater: Na, meinetwegen, ich werde noch 10.000 Mark zulegen. dann müssen Sie aber meine Frau zu sich 'nehmen!"

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' Ilmenauer Zlorzellansiguren.

Von Georg Büß. Anmuthig Thal, du immergrüner Hain!" beginnt Goethe sein Gedicht über Ilmenau. Das zauberische Stückchen Erde am Fuß: der Sturmheide, überragt vom gewaltigen Kickelhahn, hatte es ihm angethan. Dem Herzog ilaü August von Weimar widmete er das Gedicht am 3. September 1783 zum Geburtstage. Auch in Wilhelm Meisters Lehr- und Wanderjahren" hat der Dichterfürst den landschaftlichen Reizen von Ilmenau warm ge huldigt. Und wie Goethe, so Herder, Jean Paul und viele Hunderttausende minder bekannter und bedeutender Menschen. Nach den Schönheiten de Thüringer Waldes, nach den friedlichstillen, von klaren Bächen durchriesele en Thälern, nach den baumre:chen Ho h:n und aus dem Baumgrün sich ma erisch emporreckenden Felsen, nach den mit der Natur eng verschwisterten liedichen Dörfern, Flecken und Stadtchen und vor allem nach Ilmenau sehnen sich die Großstädter wie die Braut nach dem Bräutigam. Und wenn der Som. mer lda ist, so jubelt es freudig: wir ziehen in die Sommerfrische, gen Thüringen, nach Ilmenau! Melodisch rauscht die hohe Tanne wieder. Melodisch eilt der Wasserfall hernieder das Herz geht auf, ein neues Leben durchströmt die Brust, klar wird das Auge und fest die Hand das ist Thüringens Wunderkraft! Die Bewohner dieses zaubensazen Stückes Gottesschöpfung sind fleißige Leute. Mit emsig betriebener Jndustrie schaffen sie Werthfaktoren, d:e sie infolge der Waldnatur des Landes mit , Ackerbau und Viehzucht nie gewinnen würden. Freilich, eine GroßIndustrie wie am Rhein, in Westfalen, n Sachsen und Schlesien, die sich mit der Bewältigung großer Eisenmassen und ihrer Verarbeitung zu mächtigen Maschinen, gewaltigen Werkzeugen, Kanonen und Panzerplatten besaßt, ist es nicht. Der Thüringer ist mehr für das Kleine und für das Idyllische eingenommen. Das macht sich zn der Polltlk, in der Huxin und auch in der In. dustrie bemerkbar in der Ansamm lung der Kleinstaaten, m dem Fehlen großer und machtvoller Monumente der Architektur und in dem Vorherrschen seiner Massenfabrikation, in der das Gros und das Dutzend eine Rolle spielen! Zu diesem fabrikmäßigen Be. triebe tritt stellenweise hilfreich die Hausindustrie hinzu. m W 5. Gießen. Da des Thüringers Sinn für die Kleinkunst hoch entwickelt ist und er ein erfreuliches Talent für Schnitzen. Modelliren und Ornamentiren bekundet, so vermag er recht tüchtige Lei stungen hervorzubringen. Diese Vorzüg: kommen wesentlich der Spielwaa ren-, Masken-, Meerschaum-, Tabakpselfen-, Glas-, Thon und Porzellan industrie zu gute. Wie bedeutend einzelne dieser Betriebe sind, mag daraus hervorgehen, daß die .Contasche Prozellanmanufaktur inPößneck, der zweitgrößten Industriestadt des Herzogtyums Memlngen, mehr als 800 Ar. ter und Arbeiterinnen beschäftigt. In andern Orten, beispielsweise rn Gers, Grafenroda und Stuhl, bestehen auf dem, einschlägigen! Gebiete gleichfalls recht ansehnliche Betriebe. Und neben Pößneck ist noch besonders hervorzuheben unser Ilmenau, das sich neben dem altberuhmten Lauscha, der Mut--terstätte aller thüringischen Glashütten, auch auf dem Gebiete der Glas macherkunst einen hervorragenden Namen errungen hat. Formen. Ans Pößneck und vornehmlich aus Ilmenau kommen iene reizvollen Einzelfiguren, Gruppen, sigural dekorirten Aufsätze, Vasen, Armleuchter und verwandten Tafel- und Zimmerzierden in bemaltem Porzellan her, die in unsern Porellangeschaften sofort den Blick der Hausfrauen aus sich ziehen. Frei lich. so kostbar und so künstlerisch toU lendet, wie die figuralen Arbeiten der Berliner und Meißner Manufaktur, sind sie nicht, dafür aber besitzen sie den erfreulichen Vorzug, erheblich billiger als jene zu tm. j Und trotz des niaßigen Preises sind sie iminrrhin derart ausgeführt, daß man an ihnen seine lichte Freude hab kann. Bevorzugte Motive sirid die zierlichen Don Juans und die liebenswürdigen Schäferinnen und Gärtnerinnen des Rokoko, auch die drauen. rosenwan gigen und beschwinaten Putten und die geflügelten Genien aus dem Reiche, der schalkhaften, herzberückenden Eroi und der warmherziaen Aphrodite. Niedliche Knaben und Si in sar benprachtigen Phantasiecoitümen tre ten hinzu. Modedamen in originellen U2d raalerucktn TraQtu kWN Vusl

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Ungemeln beliebt sind auch, die kleinen Vasen in Form eines oben abgesplit

erten Eres, getragen und. umklettert von Gnomen oder Putten, die neugierig über den Rand in das Innere des Gefäßes schauen. Dann die stattlichen Phantasievasen, denen größere Figuren in ungezwungener Anordnung beigegeben .sind., oder, majestätische Schwane, gezügelt von lustigen Amoretten, und hohe Armleuchter m:t schonen Figuren. Bunte Blumen, Baumstämme mit Astverk und saftgrunenBlattern. Schling pflanzen und sonstige Details ergänzen den Schmuck aller dieser plastischen Werke, zu denen der Künstler die Modelle geliefert. Wie d:e Massenfabrikation nach bte sen Modellen stattfindet, veranschauichen thellweise unsere Bilder. Zunächst jedoch noch einige Worte über die Herstellung des Porzellanbreies, der so genannten Masse"! Ihre vornehmsten Bestandtheile sind Kaolin. Quarz und Feldspat. Alle drei werden geschlemmt, jedoch müssen Quarz und Feldspat zunächst geglüht, abgeschreckt und auf granitenen Kollergangen und Kugelmühlen zerkleinert werden. Hierauf folgt das Mischen sämmtlicher Bestandtheile. Derart muß es geschehen, daß die Verbindung recht innig wird. Der so gewonnene Brei wird in Filterpressen bei zehn Atmosphären abgepreßt und durch Schlagen, Treten und Kneten von Luftblasen befreit und gedichtet. Dann wird die Masse noch geraume Zeit stehen und faulen gelassen, um ihre Bild., samkeit zu erhöhen. Und nun kann die Arbeit in den Werkstätten beginnen. WSMD N e t o u ch i e r e n und Einsüllen. Da die Arbeit keinen großen Auf wand physischer Kraft erfordert, so werocn zu xqz aucy grauen lN eryeolicher Anzahl 'hinzugezogen. Um so unbedenklicher ist diese Beschäftigung für Frauen, als sie nicht gesundheitsge fährlich ist. die Wertstätten lustige und menschenwürdige Raume sind und bei einigem Fleiß der Verdienst ein lohnender ist. Gießen und Formen spielen bei der Herstellung eine hervorragende Roll.'. Charakteristisch für diese Thätigkar sind die großen Butten, in 'denen sich m mehr oder weniger .breiigem Zustände die Masse befindet, ferner, die Formen und dann auch die Stellagen, auf denen die Arbeitsstücke liegen. Das Gießen geschieht m den vom Modell cbgedrüüten Hohlformen, die mit einem Zufuhrungskanal versehen und auseina?.derzun:hmen sin. Aeußerl:ch sind sie, w:e unsere Bilder recht anschaulich zeigen, von Würfel- oder trommelartlger Gestalt. t nachdem der zu gießende Gegenstand beschaffen ist. Theile, die sich nicht gießen lassen, werden durch Eindrücken der Porzellanmasse in die Form hergestellt, und zwar geschieht dieses Eindrücken mittels eines feuchten Schwammes. Einfach: Theile werden auch freihändig geformt. Nach dem Gießen ,und Formen Werder die einzelnen Theile sauber zuitirt und zusammengesetzt. Wo sich die Theile fest verbinden sollen, werden sie rauh gekratzt, durch einn Pinsel mit flüssiaem Porzellanbrei angefeuchtet und alsdann vorsichtig zusammengefügt. Der ber diese: Operation vorquellende überflüssig!! Porzellanbrei wird später abgeputzt. I m Fo rmersaal. Ist nun die Figur getrocknet, so wird sie gebrannt. Zu diesem Zweck wird sie in eine Kapsel von feuerfestem Thon gesetzt und in den Ofen gebracht. Soll sie nicht glaslrt werden, also Biskuit bleiben, so wird sie nur einmal gebrannt, und zwar sofort im Scharsfeuerraum; soll sie hingegen Glasur halten, so gelangt sie zweimal in den Ofen. In diesem Falle wird die bei mäßigem Hitzegrad vorgebrannte Figur in den aus Kaolin, Quarz. Kalkerde und zerstampften Porzellan scherben be stehende Glasurbrei getaucht un). nachdem das Wasser verdunstet oder aufgesaugt und die Glasur als trock--nes. dünnschichtiges Pulver zurückge bliebeli ist, im Scharffeuer unter hohem Hitzegrad gar gebrannt. Nun erst ist die Masse vollständig versintert, und die Glasur erweist stch als stahlhart und bei seiner Qualität von schönem perlmutterartigem Glänze. Als derhälcnißmäßig einfacher in der Herstel luug werden jedoch die Biskuitsiguren, kerntlich durch ihre matte und .stumpft Werfläche, den mehr Arbeit derursasenden glasirten Figuren vorgezogen. ' Bei Costümfiguren wird es wesentlich darauf ankommen, auch Spitzen und Tüll in Porzellan Wiederzugeben. Das läßt sich in der Weise ausführen, daß ein Stückchen Spitze ode: Tüll in dünnen Porzellanbrei getaucht und 'der noch ungebrannten Figur als Garnirung des , Costllms angedrückt wird. Nachdem man dann die Ma schen des -Spitzen- oder Tüllgruiides i nii btr'Nabtf wieder nättnet. til

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verbrennen und das -feine . Spitzen und Tullgefuae in Porzellan zurückbleiben. Mcffterin in diesem Spitzenschmuck war im vergangenen Jahrhundert die königliche Porzellanmanufa!tur zu Berlin. Malerinnen - Atelier. Die Biskuit- und Glasurfigur soll aber noch weiter verschönert werden. und zwar durch Malerei und Bergolduna. Malerinnen treten daher in Thätigkeit und tragen auf die Figuren die Email- und Mufselfarben mit dickem Terpentin- oder Lavendelöl auf. Im Muffelofen wird dieser farbige Schmuck eingebrannt. Gerade aus dem Biskuit nehmen sich die Farben warm und tief aus. Breit und flott sind sie aufgetragen, so daß eine recht dekorative Wirkung erzielt wird. Ist Bergoldung vorgesehen, so ruft man sie bei den feinsten Arbeiten durch Aufmasen von Goldpulver, das mit Fluß gemengt ist. und durch Einbrennen und Poliren hervor, hingegen bei billigern Arbeiten, die , nur die sogenannte Glanzveraoldung" erhalten, durch eine zehnprozentige Lösung von Gold in a schwefelten Oelen, die nach dem Brandt ieiner Politur mehr bedarf, da sich so. sort der Goldglanz ergiebt. Nach allen diesen Phasen lyrer nlWicklung steht die reizvolle Porzellanschöpfung in graziösen Formen, schmu cker Farbenpracht und lichtem Goldglänze da. Bon den Schwierigkeiten, die ihre Herstellung gekostet, läßt sie Zaum etwas ahnen. Und doch war sie mühevoll und abhängig von manchen Zufälligkeiten, denn ein kleines Versel)tn beim Zusammensetzen, ein ungleiche mäßiges Schwinden der Masse beim Brande, ein schlechter Fluß der Glasur. falls eine solche vorhanden, konnte die Figur dem Verkaufe entziehen. Bei der peinlichen Sorgfalt und großen Uebung der Arbeiter und ArbeiterinNen und im Hinblick aus die Vorzuglichen Einrichtungen sind aber die unerfreulichen Ergebnisse der Fabrikation nur mäßig. Als farbenfrohe und liebenswürdige Leistungen gehen die Thüringer Porzellanfiguren in die ganze Welt hinaus, überall wo sie hinkommen, freund lich aufgenommen, und ganz besonders freundlich von denen, die da wissen, daß es sich vorzugsweise um Erzeugnisse des behaglich-idyllischeu Ilmenau handelt, das zu Thüringens Perlen zu zählen ist. - Hundetypen r 55 L Proletarier. 2. Bourgeois. vsjz&m 3. Der Aristokrat. Aus dem Gerichtssacrl. Vertheidiger: ... Ein mildernder Umstand wird es jedenfalls sein, daß mein Klient beabsichtigte, einen Thul der gestohlenen Summe iner wohuha tigen Ansialt zu überweisen...Beim Wort genommen. Gläubiger: Wollen Sie mir nun die Rechnung heute bezahlen oder vielleicht nie?" Schuldner: Na, da Sie mir die Wahl lassen, sagen wir also nie! Guteil. Morgen!Zähe. Wittwe: Zch kann Jh. nen nie etwas anderes als eine Schwer ster werden!" Bewerber: O doch, verehrte Frau, ich verliere nicht gleich die Hoffnung!" Ich sage Ihnen aber, 'ch kann Ihnen nichts .weiter werden!": Gewiß, Sie können meine Schwieger mutter werden, denn Sie haben ja Täcküirl

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TeutschkandS neuer Botschafter in Washington.

Vor mehreren Monaten als Nachfolger des Freiherrn v. Saurma Jeltsch zum Botschafter in Washington ernannt, hat der Freiherr Dr. Max v. Thielmann nunmehr sein Amt angetreten. Der neue Botschafter ist am 4. April 1846 geboren, und diente mehrere Jahre in der Armee, nachdem er Jurisprudenz studirt hatte. In Washington ist er kein Neuling, denn als Herr v. Schlözer das deutsch? Neich dortselbst vertrat, gehörte FreiHerr v. Thielmann der Gesandtschaft als Secretär an. Während jener Zeit hat er ausgedehnte Reisen in den BerFrhr. v. Thielmann. einigten Staaten und Central-Amerika gemacht,derenErgebnissc er in werthvollenJerken, wie z. V. das Prachtwerk Bier Reisen quer durch Amerika" niederlegte. Später, vertrat er das deutsche Reich als Gesandter an derschiedenen Höfen. Freiherr Dr. v. Thielnrann. gehört zu den gelehrtesten Diplomaten. Er ist überaus sprachenkundig man erzählt von ihm daß er als junger Husiaren-Officier die Nachricht von dem Siege bei Sedan vom Schlachtfeld aus auf einerFeld Postkarte seinem Berliner Sanskritlehrer in der Sanskrrtsprache rmtgetherll habeSelne 1873 erschienenen Streifzüge im Kau kasus, in Persien und in der asiatischem Türke:" geben auch noch heute die beste und zuverlässigste Beschreibung von Gegerrden, die den. Europäern meist UN bekannt sind. Ter Harlcm'Canak. Mit einer angemessenen Fner ist der Harlem-Schiffscanal dem Verkehr übergeben worden. Derselbe Verbinder den Eau River lLona Island Sund) ' mit dem Hudson und ist unter Be- ! nununa deS 5arlemÄlusses und 1 Spuyten Duyvil-Creek construirt. Der Canal hat emeBrelte von 4(X) und eine Tiefe von 15 Fuß so daß er nur von LcJS fr.U'i o S? t NeueBrücke. Fahrzeugen mit geringem Tiefgang benutzt werden kann; er ist besonders für die aus dem Erie-Canal kommenden Schiffe von Wichtigkeit. Daß die Vortheile, welche dem Verkehr aus dem neuen Wasserwege erwachsen werden, die großen Ausgaben (über $20,000. 000). welche der Bau der Stadt New Aork verursacht, . rechtfertigen, werden von Vielen beznxifelt. Geburtstag - Photographie. Wie sich der Prohenbauer für seine Frau ZUM Geburtstage photographiren ließ. Einstflanzenkenner. - Dichterling: Sie haben wohl mern? Gedichte durchgelesen, Herr Redakteur; darf ich nun fragen, auf welches Feld der Literatur ich den Strom meines Talentes lenken soll? Redakteur: Auss Gemüsefeld, Ver. ehrtest. 's ist nichts als Kohl! Auch ein Compliment. Dickter: Es ist unendlich schmeichel haft für mi gnädige Frau, daß meine Arbeiten Ihnen so gut gefallen!Dame: Ach ja, ich schwärme dafür! Ich glaube, Sie könnten die größte Dummheit, schreiben, und ich wän doch entzückt davon!"

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