Indiana Tribüne, Volume 18, Number 288, Indianapolis, Marion County, 7 July 1895 — Page 3

ie tollv Komteß. Roman von Ernst von ZSolzogZN. (IG. Fortsetzung.) Schon nach einigen Tagen traf die Anhört auf diesen VrZes ein. Aber fc Adresse zeigte nicht die großen stetseil Züge ix3 edlen Herrn zur Senden, sondern eine zierliche Äamenhand. Frau Gräfin Bcncken-Büstcrloh. ge born Bandemer, gab sich die Ehre, Komteß PfunJk mitzutheilen, daß sie nicht so thöricht sei, irgend welche aufLegenden, unnützen- -Schriftstücke in die Hände ihres theuren Gatten gelangen zu lassen. Der Grundsatz: Was dem tmn recht ist, ist dem andern billig-, sei freilich ein erzdemokratischer, aber die gnädige ttomteß hätten in ihrem großmüthigen Sinn ja so viel Äerständniß für menschliche Schwäche und würden es ihr ebensowenig verdenken, daß sie zwei Männer für sich ersprreß lich achte, wie sie Herrn von Norwig seine zwei Frauen mißgönnen würde. Sie möchte ihr sogar empfehlen, nunmehr die heilige Dreizahl zu erfüllen, da sie, Sophie, sich ja freiwillig kaltgestellt habe. Allerdings müsse sie sich für den Fall erneuter Angriffe die eventuelU Rückverwandlung in Frau von Norwig I. vorbehalten und darauf aufmerksam machen, daß ihr ein mächtiges Hilfskorps in Gestalt der Frau von Norwig II. jederzeit zur Verfügung siehe. Zum Schluß machte sie noch die ergebenste Mittheilung, daß sie, dank -dem gütigen Entgegenkommen ihres Mannes, die Freude habe, ihre liebe Mama jetzt dauernd bei sich behalten zu dürfen! In einem eigenen Postskriptum erklärte thatsächlich die verwittwete Wachtmeisterin, vormals .Posamentir- und Schnittwaaren, derzeit Nentiere Srlma Bandemer, daß nur die mrserabelrchte Malere: von den sauberen Herrn Fink" sie vermocht hätte. ihre geliebte Tochter zu verleugnen, welch: sie vielmehr zweifelsohne als ihr leibliches Kind erkannt hätte, sobald sie persöhnlich (perföhnlich war mit einem h gesckrieben) in Lüneburg sich rocgestellt hätte. Komteß Marie wurde durch die nichtswürdige Form dieses Briefes so gereizt, daß sie nahe daran war. Herrn von Norwig zu erklären, sie dürfe mit seinen Angelegenheiten fortan nichts mehr zu thun haben, da sie sich unmöglich als Dame derartigen unerträglichen Angriffen aussetzen könne. Norwig bezeigte die gr'öße Lust, auf der Stelle nach Friedenau zu reisen und diese teuflische Zerstörerin seines Lebens einfach über den Haufen zu schießen. Seine völlige Verzweiflung erweckte ober den selbstlosenÖpfermuth der5d?mieß aus's neue, und sie versprach, mit llem Fleiß auf neue Mittel und Wege zur Erreichung ihres Zieles sinnen zu wollen. Aber es war Winter geworden, ohne daß die Angelegenheit irgendwie gefordert worden wäre, oder gar von selbst eine günstigere Wendung genomrnen hätte. Bei solchem hoffnungslosen Zuwarten war die Stellung der beiden Liebenden zu einander wie zu denHausgenoien eine wahrhaft qualvolle geworden. An ihre etwaige Vereinigung war jetzt weniger zu denken denn je, und Norwig konnte nichts thun, um sein Wort e'mzu7ösen. solange keine Antwort aus New Aork eintraf. Sein Freund, der Schuloirektor, hatte ihm geschrieben, daß der Aufenthaltsort der 5larks nicht zu ermitteln sei. Der Alte habe fern Geschäft verkauft und befinde sich seit Jahren mit seiner Toch ter auf Reisen. Dadurch erklärte sich Awa? das Ausbleiben der bang warteten Antwort, aber gleichzeitig wurde auch die Angelegenheit zum völligen Stillstand rerurtheilt. Unter diesen Umständen mußten sie beide um so ängstlicher vor einander auf der Hut sein, besonders seit dem Oberderwalter in der Person der jungen Frau Neusche der Inspektor hatte Mitte Novem. ber geheirathet eine neue und gesährlrche Aufpasserin erstanden war. Herr von Norwig wohnte auch seither im Schlosse, "da den Inspektors das ganze obere Stockwerk des Wirthschaftshauses eingeräumt worden war. Trotzdem hatte sein Verhältniß zum Grafen an Herzlichkeit ein wenig eingebüßt, da dieser durch den sehr mittelmäßigen Ausfall bzz Ernte und gewie geschäftliche Aergernisse, an denen freilich der Verwalter keinerlei Schuld trug, recht übellaunig und reizbar geworren und daher der böswilligen 'Flaumacherei Keusches in betreff der sehr theuren Moortnltur besonders zugänglich war. Es war schon so weit gekommen, daß der Inspektor es hatte wagen dürfen, dem Grafen durch die Blume zu verstehen zu geben, daß er recht wohl ohne einen Oberverwalter auskommen könnte, beziehungsweise daß er. Reu sche. selbst eine solche Stellung vollkommen auszufüllen vermöge. Andrerseits hielt es Norwig für seine Ehrenpflicht, jede persönliche Empfind lkchkcit zu unterdrücken und auf seinem Posten auszuharren, bis er dem &ra fen durch den Erfolg bewiesen hätte, daß er sein Vertrauen keinem eitlen Gaukler geschenkt habe. .Die schwierige Arbeit war ja nun glücklich vollendet, in den nächsten Tagen ging es an die , Bestellung. Er konnte ohne jedes Bangen dem Frühling entgegensehen, der sein: Kühnheit glänzenö rechtfertigen mußte. Norwigs bester Freund war und blieb naturgemäß Herr von der Maltitz. aber diese Freundschaft konnte ihm freilich zur Zeit wenig nützen. Es war auch nicht zu verwundern, daß Herr von Norwig mit der Zeit seinen Reiz als amüsanter Gesellschafter für den Grafen mehr oder weniger verlor, da es ihm nicht gelang, die tiefe Niedergeschlagenheit seiner Seele völlig zu verbergen. Wäre doch wenigstens Vicki zu Hause gewesen! Zu Weihnachten sollte sie kom r.cn, 2an& Auguste hatt: in ilrem

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letzten Briefe geschrieben, sie sei zwar ein liebes, herziges Ding, aber zur Diakonissin durchaus nicht geeignet. Der Anblick der ersten Operation habe sie geradezu krank gemacht und es wäre mehr als grausam, sie zu etwas zwingen zu wollen, wogegen ihre frische Ju gend sich mit allen Fasern sträubte. Nur zu einem Dienst sei sie wie keine andere geeignet: nämlich dazu, den auf dem Wege der Besserung befindlichen kranken durch ihre lustigen Kindereien die Langeweile zu vertreiben. In dem Saale der Revierkranken herrsche oft eine so ausgelassene Heiterkeit, daß man sich eher in einem Vergnügungsort denn in einem Hospitale zu befinden glaube. Selbst dem salbungsvollen und gemessenen Änstcrltsgeistlrchen, dem Llcentiaten Theophil Wurm, sei es UNmöglich, in ihrer Gegenwart ernst zu bleiben. Die Schwestern wetteiferten darin, sie zu hätscheln und zu verziehen und würden ihr Scheiden innig bedauern, trotzdem aber müsse sie dazu rathen, das Mädchen wieder nachHause zu nehmen, um so mehr, als sie ihre Licbesgrillen glücklich überwunden zu haben scheine. Aber als Vicki dann wirklich kam. entsprach sie gar nicht den Vorstellungen. die man sich nach der Schilderung der Tante von ihr gemacht hatte. Sie j schien sich alle Mühe zu geben, den Jhrigen durch ihr un?:mein sittsames, zurückhaltendes Betragen und einen beinahe unheimlichen Eifer für allerlei Uebungen der Frömmigkeit zu beweiscn. daß der Aufenthalt in Berlin ihre Sinnesrichtung thatsächlich so vollkommen verwandelt habe, daß von der kintischen, leichtherzigen Vicki kaum eine Spur mehr übrig geblieben sei. Die Eltern glaubten, daß ihr Kind abslchtlich Komödie spiele, um sie zu überzeu. gen. daß schon das eine Vierteljahr vollkommen geleistet habe, was sie von einem ganzen erwartet hatten. Sie fa MCTl sich in diesem Wahne sehr klug vor und beschlossen. Vicki als WeihNachtsfreude die Eröffnung zu machen, daß sie nicht wieder in das KrankenHaus zurückzukehren brauche. Komteß Marie aber schüttelt: den Kopf zu solchem Verdachte, sie wußte, daß planmäßige Verstellung ihrer Schwester völlig fremd war, und überdies hatten die limlichen Seufzer, ohne welche Vidl nie einzuschlafen pflegte, ihre Vermuthung bestärkt, daß ihre Schwärmerei für das 5rankenhaus und ihre Sehnsucht nach Berlin doch wohl einen tieferen GrunÄ haben müßten. Wie sie allen Zweifeln stets ohne Zaudern auf den Leib zu rücken gewohnt war. fo zögerte sie auch nicht lange, ihr Schwesterchen ordentlich in's Gebet zu nehmen, indem sie eines Abends also zu ir sprach: Weißt Du, Vickichen, daß Du mir als weltflüchtige Himmelsbraut sehr komisch vorkommst? Sei einmal ganz ehrlich: Du trauerst wohl immer noch um Deinen davongeslogenen Finken?" 'Wie kannst Du nur so spotten !" erwiderte Vicki mit frommem Augenaufschlag. Seit mein Geist erweckt worden ist. kann ich nicht ohne tiefe Scham cn meine Verirrung denken. Nein, wie der Mensch zu mir gesprochen hat! Gerade wie die Schlange zur Eva! Mich schaudert, wenn ich noch daran zurückdenke. Ach. früher habe ich mir nie etwas darunter vorstellen können, wenn Mama sagte, dajj der Teufel in mancherlei Gestalt unter den Menschen wandle....." Ach jetzt hör auf! Du willst wohl

gar unsern guten Hanswurstsrnk zum leibhaftigen Gottselbetuns machen! Welch ein Dompfaff hat Dir den Finken so verleidet? Das Komteßchen seufzte tief auf: 0 Ma. wie ich Dich bedauere! Du bist eben noch ganz verstrickt in ekler Hofsahrt und Weltlust. Du solltest mit mir kommen in unser geweihtes Heim. Ich bin überzeugt, wenn Du unsern Prediger Wurm hörtest, würden Dir auch die Augen aufgehen!" Komteß Marie konnte sich rncht ent halten, herzlich zu lachen: 0 Du un verbesserliche Bi5.! Ich sehe schon, dieser geistliche Ohrwurm hat sich rn Dein Herz geschlangelt Du bist wieder einmal verliebt!" Pfui, wie kannst Du so reden!" rief Vicki weinerlich. Wie dürfte ich wagen. meine eitlen Wünsche zu solchem Manne zu erheben! Er hat meine Seele er- , . i -t i r . , r' reuet, er yar mein :?z sur cen Fim mel erobert, und dafür will ich :ym mein Leben lang durch innige Verehrung danken." Ist er verheiratet?" Nein." .Jung?" Am zehnten November ist er neunundzwanzig Jahre geworden; denke Dir. an einem Tage mit unserm theuren Martin Luther geboren! Ach. und ei ist so schön! Ich muß immer an den Apostel Johannes denken. Freilich hat er keine so langen Haare und auch ti nen Bart weißt Du. so einen ganz kleinen, blonden Backenbart! Und ein Organ!" Ei. das muk ist ein wahrhaft seraphischer junger Gottesmann sein! Liebt er Dich denn wieder?" Wie kannst Du so etwas denken? Sein Sinn ist nur auf die ewigen Dinge gerichtet. Freilich kann er auch ganz heiter sein er macht sozarWitze natürlich nicht im Amt! Aber bei Tische ging es oft so fröhlich zu, : wie auf der Hochzeit zu Eana. Denike nur, einmal sagt: er zu mir es gab Pellkartoffeln und ich hatte ein rundes DuKend für ihn schält halten Sie ein, ttomteß. sagte er, ich bin ein sterblicher Mensch! ha, ha, ha!" Was ist denn dabei so furchtbar witzig?- frug Komteß Marie verwundert. Doch Vicki beachtet: 'den Einwand nicht und fuhr fort: Ja. denke Dir und nach Tisch die Schwestern waren schon hinausgegangen da traf er mich aus dem Korridor Du mußt es auch gewiß niemandem weiter sa

gen! und sagte: Ach a, ich bin 2 sterblicher Mensch! Und eine Kartoffel von Ihren Händen geschalt, könnt: ei

nem armen Adam gefahrlicher werden als der Apfel der Erkenntniß!" Und dadel sah er mich so an. Das war wieder aan die alte Ami! Und wie sie ihre lustigen Augen ver drehte, um d:n seraphischen Blick d;Z Lkzentiaten Theophrl Wurm zur Anschauung zu bringen, da mußte die Schwester sie lachend :n die Arme schließen. Sie versäumte nicht. Vlckls Geheimniß den Eltern zu verrathen und gab selbst, als bestes Mittel, die bedenkliche Empfänglichkeit dieses siebzehnjährigen Herzens unschädlich zu machen, den Eltern den Entschluß em, das Horn teßchen schon in diesem Winter in die Gesellschaft einzuführen. So wurde denn, ohn daß des Lizentiaten Theophrl Wurm weiter Erwähnung geschah, feierlichst die Absicht verkündigt, zu Neujahr nach Schwerin zu übersiedeln. um daselbst den Fasching zu verleben und sich fleißig bei Hof und in der Gesellschaft herumzutummeln. Modezeitungen und Stoffproben wurden bestellt, Schneiderinnen in's Haus genommen, ja sogar ein Privattanzmelster für einen vierzehntägigen Kursus us der Stadt geholt. Mit demüthiger Ergebung l:eß Vicki alle dieseWeltlichleiten über sich ergehen; und als sie sich in dem ersten fertigen Ballkleide dem erstaunten Papa vorstellen durfte, da jauchzte sie sogar aus Versehen laut auf. Der Graf war fremd) Nicht allzu entzückt von dem Gedanken, drei Moate hindurch als Ballvater sich herumschleifen lassen zu müssen und in groper Gala mit alten Excellenzen beim Whist auszuharren, bis das eilige Souper Uno das Glas (belt verdient war. Die Gräfin hätte keine Frau sein müssen, wenn ihr die Aussicht, ihre Vicki bewundert und umworben ZU se l'en, Nicht schmeichelt hätte; aber ihr gutes Herz that ihr weh bei dem Ge'danken an ihre älteste Tochter, welche durch die frischen Reize der Schwester nun gänzlich in den Schatten gestellt werden würde, abgesehen davon, daß ihr seit dem Sturze das Tanzen verkoten war. Ueberdies langweilte sie das Gesellschaftstreiben derResidenz gründlich und dem Herumstehen und Knicksen bei Hofe unterzog sie sich nur unter stillem Protest. Das Opfer, welches Komteß Marie ihrer Schwester brachte, indem sic sie nach der Residenz begleitete, vermochte niemand von den Ihrigen in seiner qamen Große zu begreifen. Wie ganz anders als früher würde sie jetzt die Haltung der genußfrohen Gesellschaft 1? P f . C' oer reizten rau gegenuo:r empsinden! Zwar ist es ein Hauptmerkmal guter Erziehung und ritterlicher Sitte, daß d Herren der besten Gesellschaft es ängstlich zu vermeiden suchen, die häßlichen jungen Damen über den hübschen zu vernachlässigen; aber ein fern empfindendes Gemüth merkt den Unterschied nur allzu leicht; die UnterHaltung ist gezwungen, Höflichkeit und guter Wille sind an die Stelle der gesallsuchitlgen L?ebenswurd:gke:t, des heimlich werbenden Eifers getreten! Marie hatte einen Karneval mitgemacht und sich aus ihre Welle prächtig unterhalten dadurch, daß sie durch ihr Wesen, ihre Offenheit, die manchmal bis zur Derbheit ging, und durch ihre Unzugänglichkeit 'für allen blauen Dunst und alle Geckerei die Herrenwelt in eine Bestürzung veretzte. die ihr sehr drollig vorkam. Nun aber war sie em liebendes Weib geworden., Und da sollte sie hm aus in die Welt, um sich dort bestätigen zu lassen, waö ihr selbst schon so schmerzlich bewußt war! Daß si, in den Augen der Manner nicht eebenswurdig und begehrens werth erschien! Sie glaubte an die Liebe, die Norwig ihr entgegenbrachte, crber sie fragte sich auch mit bangem Zweifel würde diese Liebe auch Bestand haben, wenn nicht mehr die Einsamkeit und HerzenSverlassenheit sie nährte, wenn ihm Gelegenheit würde, zu vergleichen!? Aber mit ihm allein im Hause zurückbleiben? Unmöglich! Sie mußte daran denken, wie damals im Stall die Leidenschaft sie hingerissen hatte und sie wies den Gedanken, allein daheim zu bleiben, weit von sich. Eines Abends, es war wenige Tage vor der festgesetzten Abreise der Familie, stieg Norwig die Treppe empor, um sich zum Thee, umzukleiden. Da trat ihm auf der Flur des ersten Stockwerkes, den eine Oellampe matt erhellte, Komteß Marie entgegen. Sie kam aus dem Zimmer ihres Vaters, dem sie sich in einer eben fertig gewordenen Toilette gezeigt hatte, und schritt wieder ihrem. Zimmer zu. Norwig sah nicht das schillernde Seidengewand, das sich eng um ihre königlich: Gestalt schmiegte, er sah nicht die kostbaren Spitzen, welche in reicher Fülle leicht über die raschelnden Falten fielen, er sah nächt den prachtvollen Strauß künstlicher Theerosen, der an ihrem Busen prangte auch nicht das Gesicht, das sie ihm lächelnd und errötend zuwandte tl sah nur den stolzen Nacken, die fctev denden Schultern, kie klassische Büste. die unverhüllt aus den duftigen Spitzen hervorwuchsen, den vollen weißen Arm, wie er in marmorner Pracht lose an ihrer Seite lag, um die Schleppe zu halten. Und er stürzte wiz ein Nasender auf sie zu, umschlang die üppiz: Gestalt fest mit beiden Armen und besteie einen tollen Kuß auf ' ihre Schalter. Die Komteß schrie auf vor Scham und Schmerz und stieß ihn gewaltsam von sich. Zugleich öffnete sich die Thür ihres SchlafzimmerZ und die Mutter, Aiäi, die Zofe und die Schneiderin erschienen mit bestürzten Gesichtern rn d:r Oeffnung. Die 5iomte zitterte am ganzen Körver. Vergebens suchte sie sich zu fassen. eine Lüge zu ersinnen, um den Statt Ul vor den Leuten zu vejmetoenV

Die Gräfin konnte nicht darübel im Zweifel sein, was hier vorgegangen sei. Sie drückte rasch die Thür hinter sich in's Schloß, trat mit zornrothen Wangen auf Herrn von Norwig zu und sagte mit vor Entrüstung zitternder Stimme: Sie werden begreisen, mein Herr, 'daß Sie unser Haus, verlassen Müssen. Ich werde sofort mit dem Gra fen reden." Komteß Marie floh in ihr Wohnzimmer und riegelte die Thür hinter sich zu. Norwig folgte der Gräfin in das Zimmer ihres Gatten. Auch dieser war sprachlos vor Entrüstung. Wie ist es möglich," rief er endlich aus, daß Sie. t'm Mann von vierzig Jahren ein Edelmann einen solchen Vertrauensbruch begehen konnten? Ja, einen Vertrauensbruch nenn: ich das! Ich habe erfahren, daß Sie auch mit der Dame, die jetzt die Gattin meines Neffen ist, ein.'... ein weitgehendes Verhältniß unterhalten haben ich habe dazu sUllgtschwregen. aber wenn nun auch mein Haies nicht vor Ihnen sicher ist..." Ein dumpser Klagelaut entrang sich Norwigs Lippen und er streckte wie abwehrend die Hände gegen den Grasen aus. Haben Sie edwas zu Ihrer Entschuldigung anzuführen?" Nein' nichts! Ich werde versuchen. noch heure Nacht den Jahresabschluß fertig zu machen und Ihnen morzur die Bücher vorlegen. Dann werde ich Sie ohne Zögern von meiner unwürdigen Gegenwart befreien." Er verbeugte sich und verließ das Zimmer. Bald ruhelos umherwandernd, bald ihr Haupt in die Kissen des Diwans hineinwühlend, wachte die Komteß Marie die Mitternachtsstunde heran. Und noch einmal, ehe sie zur Nuhe ging, betrachtete sie im Spiegel das rothe Mal auf ihrer Schulter. Sie fühlte es nie würde das aushören zu brcnnen und sie daran zu mahnen, daß eine Frau Nicht ungestraft dem Manne ihre Leidenschaft zuerst verräth. Hätte er je gewagt, sie so zu beschimpfen, totvn nicht jene Szene im Pferdestall vr, ausgegangen wäre? Hatte er denn etwas Llergeres, gethan als sie? Weshalb zürnte sie ihm denn so sehr? Und sie mußte sich gesdehen: Hätte er Dich auf den Mund geküßt. Du hättest in seliger Hingebung standgehalten und keinen Laut von Dir gegeben. Und wäre auch die Mutter dazu gekommen Du hättest frei und offen Deine Liebe be kannt. Dieser Kuß aber war ihr kein Zeiifrttt seiner Liebe gewesen! Und wenn sie sich vorstellte, daß sie dieses Mannes Gattin werden sollte, dann dämmerte ihr die grausame Erkenntniß auf, daß in dieser Ehe die duftige Blüthe holdester Sinnenlust niemals aufblühen werde. Dankbarkeit und Scelenver wandtschaft allern könnten das Glück der Liebe nicht ersetzen und.... sie starrte lange in den Spiegel und dann fchh:g sie die Hände vor das Gesicht und brach in krampfhaftes Schluchzen aus. Am andern 'Mittag stand Norwig auf dem Bahnhof von Mellenthin und sah in der Richtung, von wo der Zug nach Berlin erwartet wurde, das Gelei hinauf. Herr Büchting, der BahnHofsinspektor, stand neben ihm und ärgerte ihn weidlich durch seine Klagen über den Weggang des reizenden Frauleins Bandemer. Im tiefsten Vertrauen theilte er ihm mit, daß das Fräulein damals gar nicht nach Lüneburg abgefahren sei, ' sondern vielmehr heimlich den Berliner Zug abgewartet habe. ES seien köstliche Stunden gewesen, die er mit ihr verplaudern durste. Sollte er ihr vielleicht zufällig dabei erlaubte er sich bedeutsam mit den Augen zu winken in Berlin begegnen, so möge cr sie doch recht schon von ihm grü ßen. Die Signalglocken schlugen an II Vr El Mit schrillem Klang schnitt die Erinnerung an den Tag seiner Ankunt auf diesem Bahnhofe Norwig in's. Herz. Und wie damals pfiff er jene Walzermelo-die vor sich hin. Ha ha!" lachte Herr Büchting. Es ist mir auch schon aufgefallen Und

Mit einem heiseren Nasentenor intonirte er vergnügt: Denn ich hab' sie ja nur auf die Schulter geküßt!" Der Berliner Zug kam und Norwig bestieg elligst einen Abtherl zweiter Klasse. Er war allein. Er warf sich erschöpft auf das Polster und versuchte zu schlafen, denn er hatte die ganze Nacht mit wüstem Kopf und hämmernden Pulsen über dem Hauptbuch gesessen. Aber er konnte nicht schlafen unaufhörlich und unnachsichtig dröhnte in seinen Ohren jene Leierkastenmelodie un der rollende Zug klapperte den Takt dazu. Zu Neujahr hatte Vetter Emich, wie alljährlich, den Pfungks seine Pflichtschuldigen Glückwünsche aus einer Postkarte abgestattet. Zum Schluß hieß es darauf: Meine gute Schwiegermutter und ich sehen dem neu Jahr .mit ernstester Sorge entgegen unsre liebe Sophie ist lebensaefahrlich erkrankt. Und etwa vierzehn Tage später traf em schreiben sur Komteß Marie em mit dem Poststempel Neapel und mit einer Fürstenkrone auf dem Umschlag. Die Komtek erbrach tl neugierig unv las zunächst, die Unterschrist: Arabella. I'riirn'sse da Mrandola, v6 Clark, Das Schreiben w in . elegantem Französisch abgefaßt und lautete in der Uebersetzung etwa f?lg endermaßen: Ihr Brief, verehrte Komteß, ist mir tonatelzng durch die halbe Welt nachgereist. Zum Gluck traf er mich allein, denn ei erweckt die Erinnerung an eine Vergangenheit, von der mein Gatte nrcktZ ahnt. Erfahren Sre also folgen des: Sobald Herr von Norwig mich nach der Entdeckuna seines Betruges verlassen litte. war es mein und meines Vaters erstes Bestreben, emen osfent licken Skandal zu vermeiden. Ich geI siehe, daß ich schwach genug war. jene in. r . ri . (V JC1 fC 1 1 verion, lerne er trau, nii aus unserem Hanse zn wöisendenn c3

drängte mich, über den' Mann, der, wie

ich nicht leugnen will, eine wärmere Neigung in mir zu erwecken gewußt hatte, möglichst viel zu erfahren sei es NUN, UM ihn entweder entschuldigen. oder so verachten zu können, daß sein Bild völlig aus memer Seele getilgt wurde. Sie werden sich vorstellen, in welchem Sinne jene Frau mich einzuNehmen suchte. Nach unseren Gesetzen war meine Ehe allerdings ohne weiteren Prozeß als null und nichtig anzu ehen: Herr von Norwia dagegen wegen Betrugs zu verfolgen. Es kostete , viel Uederlegung und manche Luge, um ein peinliches Aufsehen zu vermeiden. Nauttlch war uns nichts unbequemer als die Anwesenheit der Frau von Norwig n unserm Hcmse, besonders nachdem es eststand, daß ihr Gatte dem Arme des Gesetzes glücklich entronnen und ihre Aussicht ihn wiederzugewinnen, abermals rn weite Ferne geruckt sei. Bisher hatt: sie die grausam mißhandelte Gattin, die schnöde ihres Kindes beraubte Mutter gespielt jetzt benutzte sie ihre eigenthümliche Stellung, um für ihr schweigen Cselo zu erprenen. Sie lo stete meinem Vater erhebliche Summen und noch. viel mehr Angst und Aerger; a, dieze Furcht vor dem immer drosenden Skandal trieb ihn zuletzt zu dem Entschluß, sich von dem Geschäfte zurückzuziehen und mit mir aus Reisen zu gehen. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß ich nach dieser Erfahrung das vergehen meines Gatten weit milder beurtheilen lernte. Ja, ich kann sagen, daß in der Erinnerung an die wenigen Wochen voll häuslichen Glückes und geistiger Anregung, die ich an serner Seite verlebte, sowie besonders im Vergleiche mit den Männern der großen Welt, die ich auf unsern Reisen kennen lernte, das Bewußtsein seines Werthes sich eher verstärkte als verblaßte. Ich habe Jahre gebraucht, ehe ich mich ent schließen konnte, den Werbungen, die an mich herantraten. Gehör zu geben. m bin erst skll einem halben Jahre die Gattin des edlen und feinsinnigen Fürsten Mlranoola. Was aus lener Person geworden ist. nachdem sie unser Haus verlassen hatte. weiß ich nicht. Ich erinnere mich nur, daß sie eine Dienerin unsnes Hauses, die Frau unsres farbigen Kochs, veranlaßte, ihr heimlich zu folgen. Es war eine Deutsche und hieß Sophie. Ihren Madchennamen habe ich vergessen, doch ioelß ich. daß ihr; Mutter eine Wachtmeisterssrau in Lüneburg war. Vielleicht glückt es Ihnen, diese Spur zu verfolgen und über die Dame Näherei zu erfahren. Mit der Bitte, Herrn von Norwig mittheilen zu wollen, daß ich ihm verziehen habe und ohne Groll seiner ge nke. empfehle rch mich Ihnen als Jhre?c." Auch der Schweriner' Arzt, welchen die Gräsin über das Leiden ihrer Tochter befragte, hztte ihr gerathen, zu jenem berühmtem Berliner Specialisten zu gehen, um sich nöthigenfalls in dessen Pr'watklinik einer Operation zu untenverfen. : , Man hatte bisher immer noch gezögert, 'diesem Rathe nachzukommen. eil ja die Komteß durch ihr Leiden wenigstens nicht in ihren Lebensgewohnheiten empfindlich gestört wurde. Als aber einige Tage nach dem Eintreuen des Brieres der Fürstin eine ven Pfungks befreundete ältere Dame nach Berlin zu reisen im Begriffe war. benutzte Komteß Marie die Gelegenheit, sich ihr anzuschließen, indem ihr plötzlich die Erkenntmß ausgegangen zu sem schien, daß es doch em sträflicher Leichtsinn sei, die Mahnung des Arztes fo lange unbeachtet zu lassen. In Berlin war ja Obdach und Pflege durch ihre Tante Auguste aus s beste vorgesehen. hatte absichtlich unterlassen, d Stunde ihrer Ankunst mitzutheilen. So konnte sie denn am Hamburger Bahnhof alkin sine Droschke besteigen und sich nach Friedenau hinausfahren lassen. . ...... Es war eme sehr einfache, einstöckig: Villa, welche ihr erlauchter Vetter bewohnte. Die hölzernen Jalousien waren an der Stirnseite des schmucklosen Häuschens sämmtlich herabgelassen, so daß die Komteß befürchten mußte, die Bewohner seien verreiste Sie zog an der Glocke des Gartengltters und horte den aellenden Klinaelton im Hause durch das Kläffen eines Hundes beantWorten. Erst als sie nach mer langern Pause ungeduldig zum zweitenmal geschellt batte. kam ein Junge von etwa Zwölf Jahren, mu geborstenen Lackstiefelu und schlecht geflicktem Anzug bekleidet, um das Haus herumgelaufen und nagte, ohne die Thur zu offnen,. nach ihrem Begehr. Hier wohnt Gras Bencken?" Iawoll, det stimmt." Ist der Herr Graf zu Hause?" Allemal! Aber rinlassen darf ick Ihnen nlch. ,Wer bist ocnn Du, Du ungewaschwer kleiner Schlmgel?" .Ick bin er jräZlicl Jrohm." verfette der Schmutzfink stolz. Ick tett urne Schuldigkeit." Aber warum willst D-i m:A dW icht einlassen? ' Die Frau Jräsin liejeiv aasn Dode." Darm mutz ich sofort ' herein!herrscht die Komteß den verdutzten Groom an. ch bin eine nahe Verwandle des Grafen." Det kanu jeder sagen. Haben Sie nich wenigstens Ihre Ka?te bei sich?" Die Komken griff ärgerlich ia ihre Tahe und entnahm ihrer Börse einen Thaler, den sie dem verfrorenen Jungen durch das Gitter reichte. Donnerwetter! Eenen janzen Dahker! Na. denn kommen Sie man rm kavor kann ick mir schon eene Backfeife jefallen lassen, roenn't nachher nich recht ist!" Er leif davon, um den Schlüssel holen. Es war bitter kalt. Die Komteß mukie lane warten, bis der kleine

Diener zurückkehrte. Er hatte es für no-

thla befunden, sich in aller. Geschwmdigteit wenigstens die Livreejacke überzuziehen. Durch die Hinterthür geleitete er sie in's Haus. Eine dumpfe, stickige Lust schlug ihr entgegen, als sie. von einem hinkenden Dachs grimmig angeblafft, den halbdunklen Korridor betrat. Der Groom öffnete ihr die Thur ds Salons" und lud sie ein, einen Augenblick 'dort zu warten. Es war vollständig finster in dem Zimmer und er mußte erst eine Jalousie aufziehen. damit st: überhaupt emen Stuhl finden kcmnte. Die Polstermobel steckten olle in grauen Staubmänteln, ein Läu-. fer von grobem Sacktuch ivar über den Teppich gelegt. Der Kronleuchter war auch sorgfältig eingewickelt und es sah cus, als ob da ein großer Kampferbeuiel von der Decke heraboinge, um die Motten von all der verhüllten Herrlichkeit fern zu halten. Ein ungemuthlicheres Zimmer hatte die Komteß in ihrem Leben noch nicht gesehen und dabei war es ersig kalt. Gleich nachdem der Junge hinausgegangen war, hörte sie im Nebenzimmer das leise Schelten einer Frauenstimme und bald darauf trat er wieder herein und bedeutete ihr achselzuckend, daß sie nur wieder ihrer Wege gehen möge weder der Graf noch die Frau Schwieqermutter konnten sich zekt von dem Sterbebette entfernen. Mit einem Seuf zer folgte die Komteß dem Knaben hinus. Hinter der ersten Thür, an der sie vorüberschritten, horte sie ein kramphastes Huiften. Sre bUeb stehen, bis der Anfall vorüber war dann drückte sie rasch entschlossen auf dir Klinke und betrat leisen. Schrittes das Zimmer. Auch hier war es trotz der frühen Nachmittaqs.stunde so dämmu'gr traft sie nur eben die Umrisse der im Zimmer befindlichen Gestalten: ertennen konnte. Die. kleine, farmlose- FrcriQ. welche am Kopsende 'des Bettes saß, fuhr auf und machte Miene dun unberufenen Eindrrnalrna- mtgegenzutreten, aber der Graf, .der- am Fußende saß. bedilltete ihr, sobald er seine Base- erkannt hatte., durch eine Bewegung des Kopfes, daß sie sich beruhigen moge..Dann nickte er mit trübseligem Lächeln der Komteß zu und sie trat geräuschlos hinter ihn und legte die Hände auf seine Schulter., Guten Tag.. Leber Gsmich,."' flüsterte sie ihm zu.. Jch konnwdoch nicht nach Berlin kommen,, ohne, zu- sehen wie es bei euch steht.Schlecht, sehr scblecht," gab der Graf zurück.. Der Arzt ist schon gegangen' gar keine Hoffnung, mehr!" Er ließ den goldenen. Klemmer von der Nase fallen große Thränen liefen ihm in den blonden Schnurrbart, der ungepflegt, schlaff über die Mundwinkel herabhing. Aber selbst iir seinem tiefsten Schmerze vergaß er doch nicht die Pflicht der Höflichkeit und stellte die Komteß mit. der Würde eines alten Kammerherrn seiner Schwiegermutter vor. Die kleine Dame, machte, einen tiefen Knix, rückte ihre Haube zurecht und ahm ihren Platz am Kopfende des Bettes wieder ein.. Was ist es.?" ftug, die Komteß leise. Schwindsucht!" In dem breiten, reich geschnitzten Bencken'schen Erbehebette, über welchem sich, auf vier gedrehtew Holz faulen ruhend, ,ein purpurner Himmel , aus spann te, lag die sterbende. Fnui. Ihre. Augen waren geschlossen, die langen schwarzen Wimpern zeichneten sich scharf gegen die durchsichtig weiße Haut: ab.. Der bleiche Mund war halb geöffnet, und der ra sche aber schwache Athem blähte kaum mehr die. zarten Flügel der gar so schmal. und spitz gewordenen. Nase. Die dunkle. Lockenfülle breitete sich wirr über das. weiße Kissen und die reich gestickte. Morgenjacke aus. Frcm Bandcmer hielt die retf Hand in der ihren, mit. der linken 'krallte sich die Sterbende in den Falten, des Gewandisüberih'er Brust t. Und? aus diesen. Falten hervor ?ugie. der Kopf einer schlafenden grauen- KatzeKomteß. Marie stieß ihren Vetter leicht .an. und deutete, fragend auf das ThieQ. Sie.- friert so furchtbar stammelte der Gras, mühsam ein. lautes Aufschluchzen unterdrückende Are Katze muß immer auf ihrem Busen liegen, sonst., sagt sie, wäre ihr das Herz wie Eis.. Ihre Füße sind, schon, wie abgestarben." Und mit neuem Eifer- begann der arme. Gras diese kalten, kleinen, weißen. Füße unter der: Bettdecke zu reiben und zu drücken; wie. er. es nun schon wachenlang unermüdlich, gethan hatte. Wie sehr die Lomteh. auch dieses Weib verachtete, das sem Leben hindurch nichts als Falschheit geübt, jetzt, da. sie es im Sterben,, und ein Menschenherz in ehrlichem. Jammer ihm uachweinen sah, übertam auch sie eine ftühn&a, die ihr fast, die Thränen m du Augen triebe. Sie setzte sich still nieder und lauscht: gleich den andern auf, die immer schwächer werdenden Athem? züge der Sterbenden welche in der uuheimlichen Stille deö Zimmers von dem behaglichere Schnurren der Katze ürtönt wurden.. Plöklich. schlu. di Gräfin Vezcken die AugN. grob aus And heftete sie glänzend) und lctxx auf ihre Feindin. Sie schien nicht! verwundert z, sein, sie hier zr sehen, obwohl etwas Ä)ie tm Wiedeschein des Erkennens üöer ihre. Äüae huschte. Sie bewegte di Lippe aber der schwache Athem ruchte nich mehr aus. verständliche Wone zu zt. men. Unruhig warf sre ce Zrops yrn lrnfc her, dann winkte sie uit der Lin ke,. 'dre Komteß naher herm und preß te. als diese das Ohr ihrem Munde räherte. mit verzweifelbr Anstrezung. die Worte hervor: SQgen Sie ihm.. sagen Sie ihm.... ihre Kraft war ?- schöpft die Livven beilegten sich noch, aber sie waren auf immer v:rstummt. (Fortsetzung folgt.)

Zur die Küche. Französische EZerkäsespeise. Man reibt 5 Unzen Par. mesankäse und die Halste Schweizerkäse fein, vermischt dies mit 5 Unze zerlassener frischer Butter, Salz, 10 Eigelb, etwas weißem Pfeffer gut. zieht den steifen Schnee des Eiweiß unter die Käfemasse und füllt sie in kleine, überall käufliche lange Papier. kastchen. Man bäckt sie im Ofm langsam goldbroTnn und bringt sie sofort zur Tafel, wenn sie fertig sind. Würde mau sie stehen lassen, würden sie zusammenfallen. Heu- und Strohnudeln. Ein gewöhnlicher Nudelteig wird usgewellt, die Hälsie des Teiges zu Wideln geschnitten, die in Salzwasser gekocht und abgeschmolzen werden. Aus der andern Hälfte werden ganz dünne Nudelir geschnitten und diese in heißem Fett gebac5en, mit dem Schaumlöffel herausgenommen. Diese letzteren sind die HeMudelnz sie werden beim Anrichten auf die andern Nudeln geschüttet irnd mit Banillezucker dicht bestreut. Leicht zu bereitende und sehr wohlschmeckende Äpfeltorte, die gar nicht gebacken zw werden braucht, bereitet man, indem man auf gewohnliche Weife eine- größer? Portion recht steifes Apfelmus kocht und außerdem eine entsprechende Menge Zwieback stößt. Dann, nehme man eine tiefe Schüssel Mlfr schültk abwechselnd eine fingerdicke Schicht Zwieback,. die jedesmal, mit geschmolzener. Butter beträufelt wird, und eine ebenso dicke Schicht von dem noch heißen. Apfelmus hinein. Man fange mit' einer Schicht Zwieback an und achte sehr darauf, daß der Boden der Schüssel ganz dIvon,. ohne die geringste Lücke zu lassen, bedeckt werde, damit' die Torte, sich vor dem Gebrauch gut stürzen läßt. Man thut wohl daran, sie einen- Tag, ehe sie verwendet: werden soll,, zu bereiten, da sie durch längeres Stehen an Wohlgeschmack gewinnt. Zu gekzcht'e.m Klrps nimmt man Rind- und Schweinefleisch, schr fein gehackt, zu - gleichen: Theilen. Aus einem weiteren Stückchen Fleisch et-

was Bouillon kochen und durchseihen. Wer Zwiebel liebt, kann 1-r-2 in Butter ankämpfen- und zu dem ge hackten Fleisch geben- Aus ein Md. Fleisch ein Viertel Pfund Butter. 2. Eier, ein halbes Pfund' altbackene Rolls. Nach der-Butter, resp, den Zwiebeln, kommen' die Eidotter- zu der Masse, dann das zu Schaum qequirlte Eiweiß, etwas Pfeffer,. Muskatblüthe, das Weckmehl, das noih:ge Salz. Nachdem Alles gut vermischt ist, formt man kleine Ballen. Tann aibt man zu der Bouillon etwasMuskatblüthe, gibt die - Klops hinein- und kocht sie, bis sie inwendig, nicht mehr J . , r r roh sind. Dann- muyen sie- rsa herausgenommen,, zugedeckt und warmgestellt werden. In- die' Brühe kommen 2 Eitronenschelben, einige Sardellen, eine Zwiebel, alles' feingehackt, ein kleines Stück Lorbeerblatt, 12 Nelken und.' ein- Lössel Kapern. Mit Weckmehl wird" dann die Sauce , dicklich gemacht. Dann wird sie über das Fleisch gegossen und so servirt. Einige pikan-t-e- wcrrme Saucen. Man rühre- aus dem Feuer einen Löffel Butter mit einem Löffel Mehl ab;-, dann gebe marr so viel Bouillon (oder- Wässer mil eüvas Fleischeztract) dazu, daß es eine- gute seimige Sauce wjrd. Einige Tropfen Eitrsnensäure th'!.e man auch, daran. Nun nehme man zurr Sardellen cruc-r füge- man 8 bis 10 zerschnittene- Sardellen hinzu, die nicht! usgewässertt sind. (Besonders zu- Klops zu empschlen.) An die P f e f f ers'au c e- gebe- man 6 bis 8 Körner gestoßenen-, lvcißen Psefser und 1 bis 12 Körner ganzen weißen- Pfeffer: (Zu: einigen Fischen und Kohlspeisen.) Diese drer Saucen werden: mit' Salz u s. w. abgeschmeckt' und danw mit einem Eigelb abgerührt: (Heringssaauie eben wie Sardellensauce.). Zwaebelsauce:. Dio gehackten Zwiebeln- werden- in Butter gar ge kocht (über- nicht gelMamr), dann mit Mehl und schließlich mÄ Bouillon ebengerührt. Zum- Schlich gibt man' noch zwei' Ldsfel' dicke Sahne daran: E müssew sehr diele Zwiedein dnzu genommen- werden. Man kann- sie mit' einem- Eidotter abrühren. doch- ist das' unnöthig. ' S e n f's'a-u c e:. Butter- und Mehl wird abgerührt wie- ob'eir und dann mit guter Milch zur- seimigen Sauce gekocht.. Dann gibt- mon etwa zwei Löffel gewöhnlichen (nicht englischen) Senf daU, läßt' den- Senf und eine Prise Salz eben aufkochen. Der Senf darf nicht lawze- kixhen, sonst gerinnt die Milch. (Schr zu empfehÄn zu Fischen.) Se n f s fl u c e auf andere Art. Muir läst- ziemlich diele Butter schmelzen und gebe ungefähr ebenso b'iUn gewöhnlichen lZraunen, fnm Höfischen' Senf hinein und läßt es ,-usammen ausixen. (Ebenfalls sehr beliebt zu Fischen, doch ist die erstere Art bedeutend mehr zu em pfek)lr und ist sparsamer.) Me-er rett ich sauce. Man mische ziemlich ' vielen geriebenen Meerrettich mit hzlbsovielem geriebe nem Weißbrot zusammen, lasse eS vlit fetter Bouillon (oder Butter und Wasser) zu einer dicklichen Sauce kochen, gebe einige gerechte Korin then, Salz und etwas Iucker daran. Der Meerrettich muß nicht zu lange kochen, dadurch ve.ttcrt er schr an Geschmack und Scharfe. (Zu ge. lochten! Rindfleisch sehr zu empikh len.)