Indiana Tribüne, Volume 18, Number 288, Indianapolis, Marion County, 7 July 1895 — Page 2

Zu Spät. Sie werden kommen, b?e blauen Tage, So freudenarm ist keine Brust, Daß nie ein Strahl sie froh durchdränge, Kein Aug' so trüb, kein Mund so strenge, . Daß er nicht einmal lacht vor Lust. Sie werden kommen, die blauen Tage Mit ruhig heit'rem Sonnenschein, Wenn, drauß' im Felde stehn dfc Garben Und mit des Spätherbsts bunten Farben Sich Birke schmückt und Buchenhain. Sie werden kommen, die blauen Tage Doch, ach, nicht mehr die Sommernacht. Die Nachtigall, im Busch verborgen. Das satte Grün der frischen Morgen Nach tobender Gewitterschlacht. Das Glück, die Jugend sind Geschwister, P.tut Machtspruch trennt das holde Paar; Was auch der schönste Herbst beschieden, Das Herz wird nüchtern, kühler Frieden Nur weht um das bereiste Haar.

Zuge aus Zvashingtons gtbtn. Von W. v. Tchicrbrand. Wohl selten hat ein Mann daZ Präd!kat groß" mit so vollem Rechte erHalten wie George Washington. Allerdings ist vieles über diesen selteTun Mann schon geschrieben und gedruckt worden, welches auf Zuverläfjigkeit keinen Anspruch erheben darf, und einer du bekanntesten Washingtoner Biographen. Weems. hat sogar wissentlich eine Menge Unwahrheiten über seinen Helden in die Welt geseht, namentlich erfundene, aber gänzlich entstellte Anekdoten. So ist die bekannte Erzählung mit dem Beil und dem Kirschbaum vollständig aus der Luft gegriffen. Je mehr indessen das über Washington's Leben vorhandene zuverlässige Material geörüft, gerichtet und herabgemindert wird von den Fachgelehrten, umsomehr tritt auch blt Wahrheit, daß nämlich George Washington ein wahrhaft großer, edler und reiner Chrrakter, einer der (bedeutendsten m der Weltgeschichte überhaupt, in ein helleres Licht. Und dabei ist es merkwürdig, daß gerade einige der bemerkenswerthesten Züge aus dem langen und für sein Vaterland so nützlichen Leben dieses Helden noch gar zu wenig in weiteren Äreisen bekannt geworden sind. So ist 3. B. keine Thatsache in seinem Leben so unanfechtbar wahr als die, daß er nach Beendigung des Vefreiungskrieges von dem britischen Joche der gekrönte Herrscher des neu- - gebildeten Staatenwesens hätte werden können wenn er eben gewollt hatte. Die Dinge lagen nämlich so: Die Armee, durch den sieben Jahre fahrenden Krieg verwildert und nur in Washington ihren Gebieter sehend, der sie durch Kampf und Noth, durch Pulverrauch und Pestilenz schließlich zum endgültigen Siege über das stolze, mächtige England geführt, machte bei seiner Entlassung und Auflosung, kurze Zeit nach der Uebergabe des Cornwallis'schen Heeres bei Yorklonm, Anstalten, sich seinen Lohn selbst zu erobern. Vom Congreß hatten sie, das wußte Jeder, nur wenq zu erwarten, denn oft während des lllnym Krieges hatte der Congreß sogar die nöthigsten Mittel an Geld -und Nahrung hartnäckig versagt. Und der Gedanke, daß dies neubegründete Land eine Republik, ein nur vom VolkZwillen geleitetes Staatenwesen sei. hatte Im Feldlager noch zu wenig Wurzel gefaßt, um auf diese abgehärteten Veteranen besonderen Eindruck zu machen. So hielten sie denn, Osficiere und Mannschaften, bei Newburgh eine Art von Convention ab, worin sie beschlossen: 1) westlich zu marschiern und sich dort von den noch nnbcsiedelten Ländereien das zu nehmen, was ihnen gerade vassen würde: 2) den Congreß mittlerweile obne Armee zu lassen und ihnen die MschlZeßunq des wirklichen Friedens mich ohne ihre Hülfe anheim zu stellen; 3) Washington 'zum König deS jungen Landes zu krönen. In Bezug auf den letzteren Punkt verhielten sich Offirlere und Mannschaften allerdings nicht, daß es wohl schwierig durchzuführen sein möchte. Sie betrauten deßhalb mit der Auffassung des zu überreichenden Schriftstückes einen Ausschuß, der sich aus den geschicktesten und federgewandtesten Officieren des Heeres zusammensetzte. Dieses Schriftstück wurde dann persönlich brm .Generalissimus", wie man ihn noch nannte, zugestellt. Es hieß darin, daß für ein junges, noch nicht den Kinderschuhen entwachsenes Land eme gemischte Regierung-form- (inlxtMl Government) wohl einer rein ' republikanischen vorzuziehen sei; dafe sich Za such wahrend des Krieges die Schwäche und Unzuträglichkeit der RepubNk, namentlich in administrativer Hinficht, öfters und zu großem Schaden des Ganzen gezeigt habe; daß es ihr Glaube sei, daß der .Titel König nur bei Wenigen Anstoß erregen würde dagegen von großem Vortheil für das Land als Ganzes sein dürfte. 3 war also ein förmliches Compott zur Begehung eines Staats-streiche-, und wenn George Washingion sich von seinem persönlichen l5hrgeiz hätte leiten lassen, wenn er ein Mann wie Louis Napoleon gewesen wäre, so wäre der Staatsstreich auch t?Zne große Mühe und sogar wahr-

schemlich ohne Blutvergießen beWerkstelligt worden. Washington aber war aus anderem ' Caliber. Seine Antwort ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Er drückte seinen ganzen Abscheu vor dem Com plott unverhohlen aus. Er sei nicht im Stande zu begreifen, wodurch cr sie zur Abfassung einer solchen Adresse ermuthigt habe, sagte er. Im Urtext: I am ' at a loss to conccive what part of my conduct has encouraed this address. You could not liave found a person to whoin your scheine is niore disagreeable. Und darauf drohte er den Anfüh-' rern der Bewegung mit Veröffentlichung ihrer Pläne, wenn sie dieselben nicht sofort aufgäben. Nur ihm war die friedliche Auflösung des Heeres schließlich zu danken, und es bedürftethatsächlich seines ganzen mächtigen Einflusses, um diese Auflösung in's Werk zu setzen. W' tiefgreifend aber der persönliche (Zinfluß Washington's war, das erhellt unter Anderem aus einem nur wenig bekannt gewordenen Eircular, welches der erste Präsident der Republik bei seinem Ausscheiden aus dem Amte an die Gouverneure der verschiedenen Staaten erließ und worin er diejen:gen Punkte anführte, die seiner Mei nung nach in den bestehenden Regierungsformen noch der Verbesserung, resp, der Abschaffung bedurften ein Schriftstück, dessen ruhiger, väterlicher, von unbestrittener Autorität zeugender Ton zur Genüge beweist, wie hoch im allgemeinen Ansehen oer Verfasser desselben stehen mußte. Auch die Thatsache, daß er sich st lange sträubte, ehe er sein Salär als Oberbefehlshaber des Heeres wäh rend des Krieges oder als Präsident der Republik annehmen wollte, zeugt für die ganz ungewöhnliche Stellung, die dieser Mann in dem jungen Staa tenbund einnahm. Daß Washington trotz alledem, wie jeder Präsident seitdem, nicht unangefochten blieb und auch seine kläffende Meute von Feinden 'und Widersachern hatte, die sich sogar nicht scheuten, ihm die schlimmsten Verleumdungen nachzuheulen, dafür gibt es allerdings auch schlagende Vclege.' Nannte ihn doch einer seiner besonderen Feinde in der Presse höhnisch -den Stiefvater seines Vaterlandes", und zeitweise sogar wurden Wünsche laut namentlich als die eine Partei im Lande zum Kriege mit Frankreich drängte (i. I. 1798) die deutlich auf Washington als für die Guillotine reis" hinwiesen. Man entblödete sich auch nicht, ihm Unredlichkeit im Amte vorzuwerfen und veröffentlichte gefälschte Briefe angeblich von ihm verfaßt worin die abscheulichsten Dinge enthalten waren. Und all dies geschah nur wenige Jahre nachdem der Vater des Vaterlandes", mit Ruhm gekrönt, sich wie ein zweiter Eincinnatus auf sein Landgut zurückgezogen hatte, um seine ererbten Aecker friedlich zu bestellen. Indessen gingen alle diese Angriffe nur von einer kleinen Minderheit aus das Volk als Ganzes hielt loyal zu ihm und hätte ihn wieder und wieder zum Präsidenten erwählt, wenn er das Amt noch gewollt und am Leben geblieben wäre. Gleichwohl litt Washington unter diesen zügellosen Angriffen und der ihn feindlichen Pressungen sehr, wie die Berichte von Augenzeugen einstimmig darthun. Interessant ist es auch zu beachten, welche Stellungnahme zur Sklavereifrage Washington consequent beibehielt. In einem Sttavenstaat geboren und erzogen, und durch Erbschaft sowie durch das Heirathsgut seiner Frau zum Gebieter über mehrere Hunderte von Sklaven selbst bestellt, verurtheilte er trotzdem die Sklaverei und erkannte hellen Auges in ihr den Keim zu späteren ernsten Kämpfcn. Schon in einem Brief, den er im Jahre 1786 an Herrn Morris schrieb, heißt es: Es lebt Niemand, der aufrichtiger als ich wünscht, daß ein Plan angenommen werde, der die Sklaverei aufhebt. Es gibt nur eine einzige passende und praktisch durchführbare Methode, um dies zu bewerkstelligen, und das ist durch die Macht der Gesetzgebung. Soweit mein Einfluß und meine eigene Stimme reicht, so sollen sie stets hierfür wirken." Und in einem anderen Briefe sagte er, er wünsche aus ganzer Seele, keine Sklaven mehr zu haben (wished frorn mv soul nover to obtain anotliw slave"), und daß er hofft, sein Staat möge die Sklaverei aufheben, da dies viel Unglück in der Zukunft abwenden dürfte (it inijjht prevent much future niiachief). Indessen war Washington damals schon zu alt, um sich noch mit der zur Lösung dieser Frage erforderlichen eisernen Consequenz und langjährigen. Geduld im Ernst zu befassen. Doch zeigen die. angegebenen Thatsachen immerhin, daß er auch in diesem Punkte der scharfblickende Staatsmann und Patriot, wie auch der edle Menschenfreund war, als der er Zn anderen Punkten unstreitbar sich erwiesen hatte. Und in der That bewies er auch praktisch, daß er an seine Theon glaubte, denn sein Testament und die mit seiner ihm um 3 Jahre überlebenden Frau stattgehabte Uebereinkunft setzten die circa 250 Sklaven auf seinem 8.000 Acres großen Besitzthum Mount Vernon in Virginia in Freiheit. Sein Tod war ein eigenthümlicher, wenigstens die Todesursache, denn im Uebrigen war sein Abscheiden vom Leben so schlicht und einfach, wie es sein ganzes Dasein gewesen war. Er hatte sich bei einem Ritte im Schnee-

stürm im Halse erkältet, und die Krankheit, die sich' daraus entwickelte und an der er dann starb, hitzige Laryngitis, war damals wissenschaftlich noch gar nicht bekannt, so daß die erste ärztliche Beschreibung derselben Mehr als 10 Jahre nach Washington's Tode erst erfolgte. So wurde denn zu dem damals allbeliebten Mittel des Aderlasses gegriffen, und dazu gesellten sich ebenso beliebte HausMittel, wie Svnip, Essig und Butter", und Essig und Kräuterthee", schließlich noch ein Pflaster von spa nischen Fliegen am' Halse. Der Patriot überlebte, wie gesagt, diese verschiedenen Mittel" nicht lange, aber er blieb bei vollem Bewußtsein bis zum letzten Augenblick. Noch, kurz vor seinem Ende entschuldigte er sich mit schwacher Stimme gegen seine Aerzte und sogar gegen die ihn umstehenden Hausfklaven, wegen der Vielen Mühe, die er ihnen mache. Denn ertheilte er seinem treuen Sekretär, Herrn Lear, Auftrag bezüglich des einfachen Begräbnisses, nur bestimmend, daß sein Körper erst nach Ablauf von 3 Tagen im Grabgewölbe beigesetzt werden solle, da er stets Angst vor dem Lebendigbegraben gehabt hätte. Dann frug er Lear, ob er ihn verstanden habe, und als Jener bejahte, sagte er: Es ist gut!" (It !g well.) Das waren seine letzten Worte der Arzt drückte dem Sterbenden die Augen zu. Der Tod erfolgte ohne Seufzer oder. Zucken. Fünf Tage darauf, am 19. December 1T99, also nahe der Scheide des jetzigen Jahrhunderts, wrde einstimmig im Repräsentantenhause der von John Marshell eingereichte Beschluß! angenommen, worin die berühmten Worte vorkamen: First in war, f irst in pcace, and first in the hearts of liis countrymen.

Hier stehe ich . . . Humoreske von Franz Kurz-Elsheim. Snt einem Vierteljahr bin ich glücklicher Ehemann, der mit seinem kleinen Frauchen (meine Freunde und auch än dere Leute finden sie sehr hübsch) in bester Eintracht und Zufriedenheit lebt. Nur hatte sie einen kleinen Feh ler. . . Ich sage ausdrücklich hatte", denn ich habe sie davon curirt. Sie weiß allerdings bis heute noch nicht, daß ich der Uebelthäter war und deshalb muß ich den freundlichen Leser und die liebliche Leserin darin erinnern, daß Dis cretion Ehrensache ist. Und nun zur Sache! Meine liebe Frau wagte sich gar zu gerne auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Allerdings, sie besitzt Taknt, sie stellt die ihr übergebenen Rollen mit solcher Natürlichkeit und Lebendigkeit dar, wie es eine Schauspielerin von Profession nicht besser machen würde. Am liebsten spielt sie Stubenmädchen und Köchinnen. (Frau Steuerräthin meinte neulich, nur deshalb, um ihre vollen Arme in den kurzen Aermeln besser bewundern lassen zu können. Daß ist ja nur der Neid. . ) Ich hatte sie sogar auf einer Liebhabervorstellung kennen gelernt und dort hatte ich ihr versprochen, eztra für sie einmal ein Stückchen zu schreiben, in dem eine Kllchenfeldherrin die Hauptrolle spielen sollte. Trotzdem ich sie dann zum Altare führte, hatte ich doch mein Versprechen halten können. Daß sie aller dings dafür heimlich sorgte, daß das Stückchen auch aufgeführt würde, ahnte ich nicht. Nach der Hochzeit bat ich sie sofort, von den Vereinen, in denen gemimt wurde, fern zu bleiben, denn ich kann es nicht gut sehen, wenn da meine Frau als Stubenmädchen auf der Bühne von dem darstellenden Lieutenant oder von sonst einem Gigerl um die Taille gefaßt wird und 0. ich bin durchaus nicht eifersüchtig. Sie hatte es mir denn auch versprochen. So sitze ich denn eines schönen Mo?gens ganz gemüthlich in meinem Lehn stuhl und rauche eine Eigarette und lasse Gott einen guten Mann sein. Da kommt mein Frauchen in der reizendsten Morgentoilette die ich übrigens bezahlt habe zu mir, schlingt ihre Arme um meinen Hals und küßt mich tüchtig ab. (Nochmals: Discretion bleibt Ehrensache!) Bin nur neugierig, was sie wieder im Schilde führt." denke ich. Mein herzallerliebstes Männchen", beginnt sie. Schatz, was willst Du? Sie setzt sich dicht neben mich und senkt erröthend ihr Köpfchen. Gestern war Herr Kippes hier." Herr Kippes ist nämlich Präsident eines Vereins. So," sagte ich ruhig, was ist denn dabei?" Ja, er bat mich so. ich sollte doch fci dem Nächsten Äesellschastsabend eine Rolle in dem Tlieaterstückchen übeinh men." Kind, Du weißt, was Du mir versprachen hast." Das schon. (Sie erröthete aus's Neue.) Aber er bat so dringend, und da " . Sie stockte. Ich sah sie an. Und da hab' ich ihm zugesagt." Und dann sprudelte es wieder hervor aus ihrem rothen MUndchen, gerade so, als wenn ein WssserleitungsHahn aufgedreht worden wäre. Erneutes Um-den-Hals-sallen, erneute Küsse u. s. w. 9ta, für diesmal will ich nichts sagen. Aber dann vergiß Dein Versprechen nicht!" O Du herziger Mann! Nun will ich Dir auch sag, daß wir Dein Stück zu? Ausführung bringen."

Also mein Stück wird aufgeführt. Schön, liebes Frauchen, dadurch will ich Dich curiren. Denn sonst sagtest Du noch häufig ja", wenx Herr Kippes käme. Verehrte Leserin: Ehemänner sind doch, immer durchtriebene Menschen. Die Frauen sind wie die Franzosen. Das Lächerliche kann sie bis in die tiefste Seele hinein kränken. Beleidigst Du eine Dame sie verzeiht es Dir, lachst Du sie aus. so haßt sie Dich todt, lich. In meinem Schwank kommt eine Scene vor. wo der Hausherr mit seiner Köchin in Streit geräth. Sie stellt sich zornbebend vor ihm hin, ballt die Fäuste, stampft mit den Füßen und schreit: 'Hier stehe ich. Ich weiche nicht." Warum ich das erwähne, wird der Leser bald erfahren. Am Tge der Auffllhrnnz ging ich einmal unter die Bühne und sah mir die Versenkungsmaschinen genau an. Der Arbeiter, der schon dabei stand, um nachzusehen, ob für den Abend alles in Ordnung sei, erklärte mir gerne die einfache Eonstruction und zeigte mir, wie man es anstellen müsse, daß die Versenkung herniederginge. Einige Minuten noch verhandelte ich mit dem Manne, dann gab ich ihm ein Thalerstück und ging. Der Abend war a. Das Haus überfüllt. Meine Frau schwimmt in Seligkeit (das ist auch so ein Ausdruck), ich dito. Der erste Akt gefällt. Zum Schlüsse lebhaftes Händeklatschen, Bravorufen etc. Die Darsteller mußten heraus. Und dann der zweite und letzte Act, in dem oben erwähnte Scene vorkommt. Ich stehe selbst hinter den Coulisse und hatte vorher noch meiner Frau ge--zeigt, wo sie sich dabei am besten hm zustellen habe. Daß das gerade auf der Versenkung war, ist Nebensache. Der Streit geht los. Meine Frau geräth in Wuth. (Händeballen, Fußstampfen. Siehe oben.) Jetzt ruft sie: Hier stehe ich. Ich weiche nicht!" Eiw dröhnendes Geläckter ertönte durch das volle Haus, das war kein Lachen des Beifalls. Das war das Lachen, das sich freute, wenn einem Menschen etwas Unangenehmes widerfährt. Ich weiß nicht, ob meine Frau roth wurde. . . dem sie war in der Ver senkung verschwunden', trotz ihrem: Ich weiche nicht." Ahnt jetzt einer, weshalb ich dem Arbeiter einen Thaler gab?" Der Vorhang mußte fallen. Das Stück konnte nicht zu Ende gespielt werden, denn meine Frau war sporn-, streichs nach Hause gerannt. Als ich etwas später' in's Zimmer trat, fiel sie mir weinend um den Hals: Franz, ich spiele mein ganzes Leben nicht mehr." Und ich Heuchler küßte sie auf die Stirne und meinte: Da hast du Recht, mein Kind." Ich sage ja: Ehemänner sind immer durchtriebene Menschen, wenn sie ihre Frauen dran kriegen wollen.

Kleider aus Torf. In Paris geht man jetzt daran.Kleider aus Torf zu verfertigen. Das klingt wie ein Scherz, ist indessen vollständig ernst zu nehmen. Es ist nämlich schon seit längerer Zeit bekannt, daß der Torf bedeutende antiseptische Eigenschaften besitzt; man hat einen Leichnam gefunden, der fast ein Jahrhundert lang im Torfmoor lag und vollständig conservirt war. Im Norden gebraucht man Torf zu Verbänden. und nach den günstigen Resultaten, welche russische Chirurgen bei Versuchen mit Torfverbänden gefunden haben, ist der Torf auch vom französischen Kriegsministerium als VerbandMaterial in den Spitälern verwendet worden. Außerdem hat man constatirt, daß Torffasern in Zusammensetzung mit anderen Stoffen einen sehr hohen Grad von Absorbirungsvermögen besitzen. Auf diese Eigenschaften des Torfes sich stützend, hat Dr. Rasurel es versucht, die Torffasern zur Herstellung von Unterkleidern zu verwenden und dadurch den Flanell zu ersetzen. Die neuen Kleider sollen sich ausgezeichnet bewähren, vortrefflich den Schweiß aufsaugen und rasch wieder trocknen. Das Torfgewebe soll nach der Aussage des' Dr. Rasurel eine hydraulische Pumpe- sein und in. hohem Grade vor Erkaltungen schützen. Bedenklich. Unsere Be. kanntschaft ist so kurz. H:rr Müller, daß ich entschieden noch mehr über Sie erfahre muß. ehe ich einwilligen kann. Ihre Frau zu werden " JD, sehr gern; ich kann Ihnen ja einige von den jungzn Damen, mit denen ich schon verlobt gew:sen, als Referenz aufgeben!" Durch die Blume. Redac. teur: Sagea Sie 'mal, ist dieser Witz wirklich Original "von Ihnen?" Schriftsteller: Allerdinqs! Redacteur: So dann müssen Sie aber bedeutend älter sein, als Sie ausse-hen!-1 Gleichbedeutend. Redacteur Sie haben hier einen argen Druckfehler übersehen: schakloses-statt schutzloses" Mädchen". Cor5ector: Ich ließ es stehen, weil ja eide Begriffe doch gleichbedeutend sind!" Er hat Recht. Hat Ihre Frau Geist?" Ja. leider!" .Leider? Das scheint mir ein ZMikerskr,,'j Fben. Widerspruchsgeist ii'r

Der einträgliche Mops. ' Karl Otto August. Graf von Be naifsin, Baron von Argill, Edler Herr gu Pantin und anderer Orte, dessen Stammbaum die edelsten Namen aufwies, der mit Fürsten- und Herzogsgeschlechtern verwandt war, wäre sich lich der erste Edelmann in Europa gewesen, hätte sein Vermögen seinem

; Rainen, entsprochen. Leider aber hatten ihn seine Eltern, die selbst nur kümmerlich ihr Leben gefristet, im größten Elend zurückgelassen und er nannte nichts sein eigen als ein ganzes Bündel sauber bemalter Familien-Ur künden und Pergamente und auf die borgt Einem heutzutage bekanntlich kein Mensch etwas. Bis zu seinem zwanzigsten Jahre da nährte er noch schöne, Träume von irgend einer plötzlichen Wendung seines Schicksals zum Guten, Glänzenden. aber dann gab er die Hoffnung auf, nachdem er eine Enttäuschung nach der anderen erlebt. Abgemagert, blaß, .hungrig strich er eines Tages er war mittlerweile dreißig Jahre alt geworden durch die Straßen, da sie! sein Blick auf ein Inserat in einer Zeitung, die er von der Erde aufgelesen: Junge Dame, drei Millionen, später mehr, wünscht sich mit einem gänzlich vermögenslosen Edelmann von altem, authentischem Adel zu verheirathen. Gefl. Offerteu unter A. K. 36 postlagernd Postamt 4." Karl Otto August, Graf von Benaissain, überkam es wie eine Offene barung, er fühlte, daß der Augenblick in seinem Leben gekommu: war, wo man, wie der Dichter sagt, dem Schicksal näher ist als sonst Er ging in die nächste Kneipe, ließ sich für seine letzten zwanzig Pfenmg ein Glas Schnaps und außerdem Tinte und Feder geben und schrieb: Mein Fräulein! Ich bin der. den Sie suchen. Ich besitze keinen Groschen. Mein Name ist Karl Otto Au. gust. Graf von Venaissin, Baron von Argill, Edler Herr zu Pantin und an. derer Orte. Meine Ahnen waren schon, als die Bourbons noch einfach bürgerlich waren, adlig. Ich besitze einen ganzen Schrank voller authentischer Urkunden darüber. Unser Geschlecht hat sich zu jeder Zeit ausgezeichnet. Ich zähle sieben Feldmarschälle, achtzehn Generäle, fünf Bischöfe zu meinen Vorfahren. Die Grafschaft Venaissin und neunzehn Schlösser waren unser eigen aber die Revolution ! Wenn ich Ihnen convenire, so antworten Sie mir bitte sofort Hotel zu allen vier Winden." Ich habe noch vergessen hinzuzufügen, daß ich 30 Jahre alt bin, und wenn ich sechs Monate täglich zu essen haben werde, wieder gesund und kräftig sein und in jeder Beziehung das Zeug zu einem tüchtigen Ehemanne haben werde. " Dann unterschrieb er: Karl Otto XXIII." 55 Die Antwort ließ nicht 'lange auf sich warten: Herr Graf! Mehr wie Ihre Adelsprädikate, die mich einfach blenden. hat mir das Zartgefühl imponirt. mit dem Sie über alle nebensächlichen Dinge hinwegsehen. Sie haben mich weder nach meinem Alter, noch nach der Farbe meiner Haare oder meiner Augen gefragt. So hören Sie denn: Ich bin jung, hübsch und Sie gefallen mir. Kommen Sie heute Abend zu meinem Vater zu Tisch: Anton Buzon, Fabrik von Serviettenringen und Zahnstochern, Rue St. Denis 312. Sagen Sie, Sie hätten mich beim Herausgehen aus der Kirche bemerkt und wären mir nachgegangen. Das werde ichschon besorgen. Eleonore Buzon." Um 7 Uhr 'trat Karl Otto August, Graf von Venaissin, Baron von Argill. bei den Buzons an. Er war doch etwas aufgeregt und fürchtete eine unangenehme 'Ueberraschung, denn der Brief seiner Zukünftigen war denn doch etwas zu lakonisch. Er wurde wie ein Bekannter aufgenom men. Eleonore stand bei seinem Eintritt auf, überflog prüfend seine Gestalt, und anscheinend zufrieden, sagte sie zu ihrem Vater, einem dicken, behäbigen Alten, der aus einer kurzen Pfeife rauchte: Papa, das ist der Herr, den ich bei der Messe gesehen habe und der mir immer auf der Straße nachgeht. Er gefällt mir. wenn er auch äußerlich einfach' aussieht. Aber er hat etwas Vornehmes in seiner ganzen Haltung. Ich nxtte. er ist adlig. Bitte, antWorten Sie, mein Herr!" Karl Otto August gewann bei diesen Worten seine Sicherheit wieder. Er sagte seine Adelstitel her. Der alte Buzon erhob sich und- zog respektvoll seine Mütze ab. Herr Graf, seien Sie in unserem Hause willkommen. Wir haben heute Abend Huhn mit Reis und Rehbraten... Ich achte den Adel und seine Traditionen. Heutzutage, wo die meisten Menschen nicht einmal ihren eigenen Vater kennen, kann sich nicht Jedermann rühmen, einen beglaubigten, edlen Stammbaum sein eigen zu nen nen. Ich bewundere und beneide Sie um den Ihrigen. Zu Tisch, zu Tisch! Nach den zärtlichen Blicken zu urtheilen, welche Ihnen Eleonore zuwirft, gefallt Ihr euch Beide, und in drei Monaten, wenn Sie sich etwas herausgemacht haben, werden Sie mein Schwiegersohn sein, ich werde Karl Otto zu Ihnen und Sie werden Papa zu mir sagen. Ich werde stolz sein, einen Edelmann zum Sohn zu haben, denn ich bin ein alter Plebejer und bekenne mich frei als solcher. Meine De.

vise war immer: Einfachheit rntfc Seelengröße.". . Run fühlte sich der Graf schon ganz gemüthlich, er vergaß seinen schäbigen Anzug, an dem die Ellboden ebenso wie die Beinkleider ganz durchgescheuert waren, und er nahm an dem patriarchalisch gedeckten Tische wie ein Kind des Hauses Platz. Nach der Suppe, der er alle Ehre anthat, trank er ein großes Glas Wein, das ihn vollends in die beste Stimmung versetzte. Die Sache reizte ihn. um so mehr, als Eleonore wirklich sehr hübsch war, und er beschloß, um jeden Preis vollständig ihre Eroberung zu machen und zu dem Zweck seine Adelstitel auszukramen. Er zog aus der weiten Tasche seines hinteren Rockschooßes eine dicke Rolle vergilbter Urkünden, an denen halb verschimmelte Siegel herabhingen, und sagte das ein zige Wort: Bitte!" Und Eleonore ließ sich nicht lange bitten. Gierig durchblätterte sie das dicke Packet, während Papa Buzon be haglich lächelte und das Huhn mit Reis tranchirte. Nach einizen Minuten rief Eleonore ganz verzückt: Es stimmt Alles. Ich weiß in Gotha Bescheid. Das ist Alles echt und richtig. Kein Talmi. Graf, wenn Sie wollen, werde ich Gräfin sein vorausgesetzt, daß Papa damit einver standen ist Der alte Buzon antwortete: Papa ist einverstanden. Du wirst Gräfin sein Galant und höflich erhob Venaissin sein Glas. Papa soll leben! Prosit! Dein Wohl, Papa! Auf unser Beider Wohl, Eleonore!" Sie heiratheten und waren die ersten drei Monate sehr glücklich miteinander. Während dser Flitterwochen überließ Eleonore ihrem Manne den Schlüssel zur Kasse, die Papa Buzon jeden Abend neu füllte und die Morgens regelmäßig lr war. Karl Otto August wurde sehr bald fett und dick und ebenso schnell erwachte feine so lange verhalten gewesene Natur. Er empfand den Drang, sich an allen Genüssen zu betäuben, die ihm bisher versagt gewesen waren. Sehr liebenswürdig und nett zu seiner Gattin, bemerkte er doch, daß es außer ihr auch noch andere Frauen gab, die auch hübsch waren, die ihm auch gefielen, und da er Geld hatte. . . . Mit einem Worte, er lebte herrlich und in Freuden, bis Eleonore ihm ei nes schönen Tages sehr energisch erklarte, daß sie in zwei Jahren ruinirt sein würden, wenn sie so weiter lebten, und daß sie ihm daher künftighin 100 Frcs. Taschengeld monatlich geben und selbst den Kassenschlüssel führen Karl Otto August war dabei sehr traurig. Aber er machte gute Miene zu bösemSpiele, lächelte, erwiderte kein Wort und dachte bei sich: Es gibt auch noch andere Wege." Und er fand andere Wege! Oh! alle möglichen. Zum Beispiel: Eleonore besaß seit Langem einen kleinen Mops, der Fifi hieß und der ein fllßes Thier war. Sie nannte ihn nie anders als mein Zuckerschnutchen" und liebte ihn mehr als ih? Mann und ihren Vater zusammen, nommen. Eines Morgens war Fifi verschwunden. Eleonore raufte sich die Haare aus. Karl Otto August zuckte die Achseln und sagte: Geliebtes Weib! Du bist unvernllnftig. Fifi hat sich sicher nur verlaufen, ein so unschuldiges Thier. Du weißt ja so gut mit Jnsmren Bescheid, setz' ihn in die Zeitungen, versprich an allen Anschlagssäulen dem Wiederbringer eine riesige Belohnung. Und da er nicht bissig.taub, räu dig,blind und schm.ltzig.kannstDu sicher sein, daß man ihn Dir wiederbringen wird. Du hast Recht," antwortete Eleo-

k nore. Ich werde dem Wiederbringer 500 Franken versprechen. Der Gras zuckte nochmals die Achseln. Man muß immer den richtigen Maßstab innehalten. Fünfhundert Franken bei unserem Vermögen das ist schäbig. . . Versprich fünftausend. ! um so schneller und sicherer bekommst Du ihn wieder. Gut. Also fünftausend Franken für Fifi. Ich würde mein Vermögen und unsere Grafenkrone für ihn hergeben. Geh', lauf', setz' es in alle Zeitungen, laß es an allm Säulen anschlagen: Fünftausend Franken Dem, 'der Fifi, mein süßes Zuckerschnutchen, wiederbringt. . Am nächsten Morgen war Fifi wiedergefunden und der Liebe, seiner Herrin wiedergegeben. Wer hat ihn wiedergebracht?" fragte sie. ... Der Graf antwortete: Ein unglück. licher Familienvater von sechszehn Kindern, ohne Schlafstelle, die Ehrlichkeit selbst. Er ist unten und wartet. aus die Belohnung." . Ach. richtig," sagte Eleonore. Ich hätte beinahe vergessen, ich Undankbare." , Sie öffnete ihren Schreibtisch und entnahm demselben fünf Tausendfran kenscheine. Hier. Bring' das dem armen Mann und sag' ihm meinen tiefgefühlten Dank." Der Graf ging hinaus, steckte die fünf Banknoten in seine Tasche und trank im nächsten Kaffee ein Glas Bier. Dann kam er, ein Liedchen trällernd, wieder. Und ein merwürdiger, böser Zusall Wollte s, daß Fifi in demselben Iahn sechs Mal verloren ging und sechs Mal iviedergefunden wurde. Karl Otto August . aber lebt weiter herrlich und in Freuden.

Zveibttche Doctoren in Gcster. üngarn. Die Ausübung der Heilkunde ist in Oesterreich den Frauen immer noch versagt. Vor Kurzem hat sich eine Wienerin, Frau Siddy Eisenschütz, welche in Bern zum Doctorder Naturwissenschaften promovirt worden war. in Wien vergebens bemüht, den Doctorhut der Medicin zu. erwerben, da das Unterrichtsministerium sich nicht entschließen will Weibliche Aerzte in Oesterreich zuzulassen Ein analoger Fall ist der einer anderen Wienerin, Baroniir Gabriele Possanner von Ehrenthal Die Dame hat in Wien am akademi--schen Gymnasium die Maturitäts. priifcrng absolvirt, in der Schweiz ein zweites Mal das Maturitätseramen bestanden und dann in Zürich Medicin studirt. Dort wurde ihrdas Doctorat verliehen und sie be--stand auch mit Erfolg das Staatsexamen, welches in der Schweiz zur' Ausübung der ärztlichen Praxis erforderlich ist. Ihre Dissertation behandelte die Augenleiden bei Nieren--krankheiten und erhielt von autoritativer Seite das Zeugniß, besonders dankenswerther Sorgsalt. Dann kehrte die Baronin nach' ihrer Heimath zurück, trat in die Wiener . gynäkologische Klinik des Professors Schauta als Volontärin ein un wurde unter dessen Leitung mit den selben Arbeiten betraut, wie sie die 23 männlichen Operationszöglinge zu verrichten haben. Nun hat der Oberste Sanitätsrath ein Gutachten dahin abgegeben, daß eine allgemeine Zulassung der Frauen zum Studium der Medicin principiell nicht wünschenswerth wäre, daß aber in einz'lnen, besonders berücksichtigungswcrthen Fällen ausnahmsweise auch Damen zu den Prüfungen zugelassen werden können. Aus Grund dieses Gutachtens hat nun Baronin Possaner beim Unterrichtsministerium ein Gesuch um Anerkennung ihres Züricher Diploms eingereicht, worin sie sich vorsichtsweise auch anheischig machte, alle wie immer gearteten Nachtragsprüfungen, die man etwa von ihr verlangen sollte, abzulegen und eventuell sogarsämmtliche Rigorosen, die sie in der Schweiz gemacht hat, noch einmas vor einer österreichischen Prüsungscommission zu wiederholen. Allein ihre Bemühungen blieben ohne Erfolg. Es wurde ihr nämlich seitens des Unterrichtsministeriums die Mittheilung gemacht, daß man nicht in der Lage sei, ihrem Gesuche zu entsprechen. Ein dritter Fall! EineDame, Fräulein Schorr, hospitirtenach Ableg-zng der Mawritätsprüfung an der Wiener Universität midist nun um die Bewilligung zur Ablegung der Vorprüfungen in Zoologie. Botanik und Mineralogie eingekommen aber auch mit diesem Gesuche wurde sie abgewiesen. Nach alledem thürmt sich also jetzt vor den Bemühungen um die Erweiterung der Frauenbildung in Oesterreich Hinderniß um Hinderniß auf. Aehnlich liegen die Verhältnisse m Ungarn. Dort war das weibliche Geschlecht bisher vom höheren akademischen Studium, vom Lfsentlichen Besuche der Hochschulen absolut ausgeschlossen. Wohl gab es vereinzelte Ausnahmsfälle, wo junge Mädchen im Wege, des Privatstudiums das Gymnasium absolvirten und zur Maturitätsprüfung zugelassen wurden, aber mit der Erlangung des Reifezeugnisses war auch die Carriere abgeschlossen, denn so oft sich die Damen um die Jmmatriculirung als ordentliche oder auch nur als außerordentliche , Universitätshörerinnen bewarben, wurden die Gesuche vom akademischen Senate zurückge wiesen. Erst kürzlich wurde das Gesuch einer in der Schweiz zum Doctor der oesammten Heilkunde promovirten Gräfin Vilma Hugermay, welche sich beim Senate der Budapester Universität um Anerkennung ihres Diploms und um Gestattung der Ausübung der Lrztl:?hen Praxis bewarb, abschlägig beschicken. Die gräfliche Doctorin mußte sich begnügen, als Geburtshelferin in Budapest wirken zu dürfen. Nun soll eine Aenderunq des bisherigen Zusiandcs geschaffen werden. Die Anregung hierzu scheint von den Apothekern ausgegangen zu sein, welche die Frage der Zulassung von Frauen zur Verwendung in Apotheken aufgeworfen haben. Das Gutachten der Apotheker lautete zumeist bejahend und so dürfte denn in Bälde der pharmaceutische Curs an der Universität auch von Frauen besucht werden. ' Der Unterrichtsminister hat ferner den Univerntaissenat zur Abgäbe eines Gutachtens darüber aufgefordert.' unter ' welchen Umständen die Zulassung weiblicher Studenten zum ordentlichen Besuche der Univcrsität erfolqen könnte. Das Gutachten des Senats lautete dahin, daß die Jmmatriculiruna weiblicher Hörer an der Universität erfolaen könne, wenn die Aspirantin im Besihe eines Maturitätszeugnisses sich befindet: über die Aufnahme aber habe auch dann von Fall zu Zvall der Universi- -tatsfenat im Einvernehmen mit dem Minister zu entscheiden.

- Ehelicher Zwist. Gattin: D Schurke im Theaterstück ist immer ein Mann!- Gatte: Ja, und die, die ihn dazu macht, ist immer eine Frau!Gegenseitig. A.: Würde ich Ihre Gefühle verletzen, wenn ich Sie einen Lügner ' nenne?" B.: Ach nein, aber ich glaub:, ich würde dann Ihre Knochen verletzen!,