Indiana Tribüne, Volume 18, Number 281, Indianapolis, Marion County, 30 June 1895 — Page 9

Jndiana Tribüne.

eimus. LncU's ZZache. Humoreske von H. Zerniko. I. D Firma JenkinZ & Snell besaß ras bedeutendste, solideste, mit dem grösstem Capital ausgerüstete Bankhaus der Ver. Staaten. Eine Bankund Wechselabrheilung besorgte den öln- und Verkauf von, Werthpapieren, bie Umwechslung aller exrstirenden Geldsorten und die DZZcon-tirung von Wechseln; das Lombard-Departement gab Vorschüsse auf Werthgegenstände, gleichviel welcher Art und in welcher Höhe; -die Speculationsabtheilung übernahm die gewissenhafte Aussührung aller Termingeschäfte an den Hauptbörsenplätzen t alten ud der neuen Welt. Ein Heer von mehr als zweihundevtundfünfzig Beamten sorgte für schnellste Erledigung aller Austräge; siebenundachtzig feuer- und die. bechchere Geldschränke, sowie dreizehn eiserne Gewölbe waren zur Unterbringunz des enormen Bejricbscapitals und zur Aufbewahrung der nach Millionen zählenden Depositen vorhanden. Gegen räuberische Ueberfälle schützten das Bankhaus zweiundzwanzig Pinkertondetectives, welche am Tage das ungeheure Dimenstonen aufweisende Gebäude durch Rundgänge überwach ten und des Nachts von dreißig mit Revolvern versehenen Bankbediensteten abgelöst wurden. So die Annonce, welche täglich, mit riesengroßen Lettern gedruckt, im .Northern Observer" zu finden war. Wir aber wollen dem freundlichen Le ser der Wahrheit gemäß berichten, daß die genannte Firma in Greenwood City, einer vor Jahresfrist gegründe. ten Ortschaft, zwar existirte, daß sie aber mit Bankgeschäften nur dann zu thun hatte, wenn ein Abonnent 'des, in weitab gelegenen Districten gelesenen Blattes auf ihre Humbugannonce hin einfiel. In Wirklichkeit betrieben .Jenkins & Snell" ein Geschäft in Spirituosen. Tabak. Kleidungsstücken, Früchten, Colonialwaaren, Schreibutensilien. Hüten. Seilerwaaren und so weiter. Ihre Geschäftsräume bestanden in einem mit 'den angeführten und taufend anderen Dingen vollgepfropften, kaum zwanzig Fuß tiefen Laden in einem kleinen Blockhause. DaS Personal waren sie selbst, nämlich Mr. Arthur Jenkins und Mr. Lob Snell, und die Geldschränke und die eisernen Tresors vertrat ein alter wollene? Strumpf, in dem die Firma inhaber das gemeinschaftliche Aermö gen das etwa fünftausend Dollars in Gold und Papier betrug, aufbewahrten und dessen Versteck nur von Jenkins und Snell gekannt war. Zur Zeit des Beginnes unserer Ge schichte waren Jenkins und Snell in Nelly, das einzige Kind des Fa?l7.:rs iörown in der nächstgelegenen Ansted lang Pitsield, verliebt. Jenkins und Snell? fragst du. lieber Leser. Ja, Jenkins und Snell; alle beide. Wer aber sollte die Braut heimführen? Die Firma als solche kannte doch nicht heirathen, und weder durft: Jenkins sich rühmen, der Bevorzugte der umworbenen Schonen zu sein, noch Snell. Ge. sehen hatten Nelly und Jenkins einander gerade so oft wie Nelly und Snell. und gesprochen hatte der eine genau so diel Worte mit dem jungen Mädchen wie der andere. Die Geschichte hing so zusammen: Eines Tages hatte der Farmer örown, ein wohlhabender, aber trän kelnder TCann, der stets von seinem nahen Tode, sprach, in geschäftsmäßigern Tone an Messrs. Jenkins & Snell in Greeuwood-City geschrieben, daß er seine Tochter, an sie zu verhclrathen wünsche. Er g?be fünftausend Dollars mit. drei Schafe, vier Schweiß ne, eine Kuh und seinen Rappen. An Stelle des letztem, den er bis zu feiutm Tode eventuell gern für sich selbst behalten möchte, wäre er auch bereit, seine neue, jüngst aus Washington zogene Mppelduchse treten zu lassen. ZÄelcher von den beiden Inhabern der Firma seine Tochter Heirathe, sei ihm gleichgiltig. Sie möger. das unter ein ander abmachen. Der Besitz des Rappens war dem sonderbaren Briefschreiber vom Schicksal nicht lange vergönnt, denn zwei Tage nach Abfindung der Heirathsof ferte traf in Greenwood-City die Nachricht vom Tode des Farmers ein; zur gleichen Zeit die Mittheilung der Wittwe, daß sie den letzten Wunsch ihres Mannes respectire. Ueber den Hauptpunkt in dieser Heirathsaffaire konnten sich Jenkins und Snell nicht verständigen. Beide nämlich wollten gern des Glücks theilhastig werden, die fünftausend Dollars, die drei Schafe, die vier Schweine, die Kuh, den Rappen und die Braut heimzuführen. Schließlich einigte man sich dahin. Miß Nelly die Entscheidung ; zu überlassen und die Werbung gemeinschaftlich vorzuneh men. Darauf hatten Jenkins .& Snell das Bank- und Wechseldeparte. ment, die Lombard- und die Specula tionsabtheilung auf einen halben Tag geschlossen und waren nach Pitfield geritten. Verliebt kehrten sie zurück, verlobt keiner von beiden. Nelly hatte die Freier gleichmäßig liebenswürdig behandelt und selbst nach dem bald hernach in Scene gesetzten zweiten und dritten gemeinschaftlichen Ausfluge konnte weder Jenkins noch Snell sich rühmen, irgend etwas erreicht zu ha ben, was in den Augen des andern auch nur wie der Schatten einer Bevor.

zugung auSgeseyen hätte. Sich zu er Härm hatte keiner von beiden den Muth gefunden. Bezüglich des letzten Punktes muß hier der Wahrheit gemäß eingeschaltet werden, daß die Feigheit unserer Helden einen gewissen Grad von Berechtjgung hatte, zum Mindesten menschlich erklärlich war. Galt doch ihre Furcht nicht der umworbenen Schönen, fon dern der Mutter. Frau Brown stellte die Bedingung, 'daß die respecriven Eheleute sie in das neue Heim mitnehmen, mit einem Worte, daß die Mitgift um eine Schwiegermutter erweitert werde. Und was für eine Schwiegermutter war das! Die Haare sträubten sich den Beiden zu Berge, wenn sie daran dachten, mit die sem Weibe unter einem Dache leben zu müssen. Schon ihr Aeußeres war nichts weniger als bestrickend. Klein und rund wie eine Kugel, hätten drei Mann nicht jene Stelle zu umspan nen vermögen, an der bei anderen Frauen die Taille sich befindet. Ihr aufgedunsenes Gesicht zierten mehrere, unsymmetrisch vertheilte Warzen und ein blau-roth gefärbter Klumpen, dessen Lage im Gesicht und zwei stark be

haarte Hohlen nur die Nase verriethen; ein Schnurrbarwnslug auf der Oberlippe, und riesige, aus der Ohrmuschel herauswuchernde Büschel wiesen darauf hin, daß die gute Missis Brown auch sonst mit einem reichen Haarwuchs ge segnet war. Denke dir. lieber Leser, zu diesem Körper ein ständig keifendes Sprechorgan ton beträchtliche? Tiefe und die Person der Missis Brown muß leibhaftig dir vor Augen stehen. Was dir, wenn du sie näher gekannt hättest, alsdann noch im besonderen aufgefallen wäre, das würde ihre Trägheit gewesen sein; eine Trägheit, so groß, daß deren Besitzerin lieber verhungern mochte, als sich wegen eines Bissens von ihrem Flecke zu erhcben, den sie von früh bis spät ohne sich zu rühren, einnehmen konnte. War Nelly mit ihrem hübschen Gesicht, ihrer schlanken Figur und ihrem behenden Wesen ein Engel. so galt die Mutter den Freiern als eine Satansgestalt. Was Wunder, daß Jenkins sowohl als Snell zögerten, den Himmel zu erobern, wo sie die Hölle mit in den Kauf neh men mußten. . So standen die Dinge zu Beginn unserer Erzählung. . enkins, sagte Snell eines Zgt, die Sache geht nicht länger so; ei ner von uns beiden kann sie nur heira-then!-Hm, Du verzichtest also, Snell?" Verzichten, ich? Wer sagt das?" Nun, ich dachte!" Nein, guter alter Junge, ich mochte sie im Gegentheil gern heirathen!" Ich ja auch!" brummte Jenkins. Jenkins", hab Snell wieder an, ich. würde zwei Schafe opfern, wenn " . . , ' Und ich die vier Schweine." Hm, auch nicht, wenn ich Dir den Rappen überlasse und die vier " Laß nur, mein Junge," siel hie? Jenkins ihm in's Wort, so werden wir uns doch nie einigen können. Das Beste ist wohl, wir reiten hinaus und bitten sie selbst um eine Entscheidung." Du hast recht. Jenkins!" replizirte Snell ; .sie selbst muß der Sache, und zwar noch heute, ein Ende machen!" Hm " Noch 'was Jenkins?" Hm, gesetzten Falles, sie entscheidet sich für mich, Snell, würdest Du mir grollen?" Wenn Du nicht ihre Wahl beeinflußt hast, nein!" Und Du würdest mir Deinen Beistand leisten?" Wobei?" ' Höre. Snell! Für wen sie sich auch entscheidet, die Alte muß aus ,dem Spiele bleiben!" J8 die Alte, wie das?" Der Erwählte holt die Braut mit der Mitgift heimlich ab und läßt der Mutter das Nachsehen!" Sie wird ihm aber folgen!" So faul, wie die Alte ist? Und dann, ich werde Nelly nicht gleich hier. her bringen, erst mache ich eine Hoch zeits reise mit ihr." Du machst eine Hochzeitsreise! Erst muß sie Dich doch wählen! -Du sprichst nur immer von Dir, das ist verdächtig! Nimm Dich in acht, treibe nicht falsches Spiel!" Pfui, Snell," brummte Jenkinö, die Augen zu Boden schlagend, wie kannst Du mir das zutrauen!" Snell antwortete nicht, dachte bei sich aber: Dir traue ich alles zu." und nahm sich vor, aus seiner Hut zu sein, sowie sich grimmig zu rächen, falls ihn Jenkins hmtergehen sollte. Er selbst wollte ehrlich zu Werke gehen, wie ein solcher Fall es erfordert; ja, wahrhastig, ganz ehrlich, nur und Snell schmunzelte verschmitzt den einen kleinen Spaß mußte er sich machen. Das war auch kein falsches Spiel! Nein. nein, eine Harmlosigkeit nur, eine Zufälligkeit, ein . reines Bersehen! " II. ' . Aus der staubigen ' Landstraße, elche von Greenwood-City nach'Pit field führt, bewegten sich zwei Reiter, die man 'der äußeren Erscheinung nach für Brüder hätte halten können. Beide von hagerer Figur, besaßen sie beide längliche Gesichter mit hervortretenden Backenknochen und sviden, langen Nasen: beide waren aleich aekleibet, sie trugen großkarrirte helle Cheviotan züge von gleichem Stoff und Schnitt., Soweit ein Unterschied bei flüchtigem Llnsehen der Reiter bemerUrch werden konnte, bestand er in der Verschiedenheit des Bart- und Kopfhaares und in der Körpergröße. Der Längere von ihnen batte kurzaeschorenes blondek

yauptyaar i5. ditoSchnucrdart. es war Je.ikins. Der Kleinere verfügte übel langes schwarzes Haar, dessen Locken unter dem Hute hervordrangen, und über einen dicken struppigen Schnurr

bart. Die Harmonie der äußern Er scheinung unserer beiden Freunde wurde durch die Gleichheit der Pferde noch gehoben. Diese waren b.'ioe mager, bewes Fuchse und von, gleicher Größe. Es ist mir unerfindlich, Snell, weshalb Du darauf bestandest, daß wir des Abends nach Pitfield reiten!" Bist recht kurzsichtig. Jenkms; von Greenwood-City nach Pitfield- ist es mehr als vier Stunden Wegs; wenn wir morgen früh aufgebrochen wären, hätten wir Mittags erst auf der Farm fein können, wir hätten uns also das Geschäft eines ganzen Tages entgehen lassen müssen. So aber können wir morgen Mittag bereits wieder zu Hau e sein.Sind aber gezwungen, in diesem Neste über Nacht zu bleiben, murmelte als Erwiderung ärgerlich Jen uns. WaS macht das aus. Jenkins, in derWirthschast zum schwarzen Mann" gibt es ein gutes Bett!Un!d hoffentlich auch einen guten Trunk?Kannst unbesorgt sein, Jenkins, ich bin. in früheren Jahren, wo noch kein Mensch an Greenwood-City dachte und Pitsield noch eine Einöde war, oft bem. alten Thomas eingekehrt. Er wohn! damals jenfeits. des Flusses und führte die beste Wirthschaft auf mindestens dreißig Meilen im Umkreise." Wie weit ist es vom schwarzen Mann" bis zur Farm?" Etwa zwanzig Minuten, wir reiten hinüber.Mittlerweile hatte man sich Pitfield mehr und mehr genähert. Es war ein freundlicher Sommertag gewesen, und obgleich es bereits zehn Uhr Abends sein mochte, lag doch die Straße noch hell und klar vor den Reitern, und deutlich konnten sie bereits die ersten Häuser von Pitfield'erkennen. Jenkinö und Snell waren in Pik field angelangt; Snell wies den Weg in's Wirthshaus und bald darauf saßen die Heirathsconcurrenten, nachdem sie ihr gemeinschaftliches Zimmer in Augenschein genommen hatten, in der Gaststube hinter einem Glase Brandy mit Wasser; der alte Thomas leistete ihnen Gesellschaft. HI. Am nächsten Morgen lenkte ein Flu chen, Rufen und Poltern aus dem Fremdenzimmer des Wirthshauses, in welchem Jenkins und Snell übernachtet hatten, die Aufmerksamkeit des Wirthes auf sich. Gemächlich stieg er die steile Treppe hinan und trat auf das dem Anklopfen folgende Conie in!, in's Zimmer. Was gibt's. Herr?.Zum Teufel noch einmal, wo ist Snell?- ' Mister Snell ist vor einer Stunde zu Browns hinüber geritten. Er hin terließ, daß Sie nachkommen möchten, sobald als Sie. aufgestanden sein; er wollte Sie heute früh nicht auS dem Schlafe wecken. Doch, was ist das, Herr," unterbrach er sich, wie sehenSie nur aus! hahaha!- und hti tit schüttelte sich vor Lachen. Und in der That! Jenkins bot ei. nen höchst lächerlichen Anblick. Snell mußte, bevor er sich heimlich aus dem Staube gemacht, die Kleidungsstücke vertauscht haben. Nun ist es bekannt, C-C. .1 a F f .. ' oag ein euoas iojc aus vem norper sitzender Rock nicht gar so sehr auffällt, wie ein viel zu enger Rock, in welchem der Träger sich nicht rühren kann und der einer Zwangsjacke gleicht; und ebenso, daß ein Paar zu langer Beinkleider, indem man sie unten umlegt, in ein normales Kleidungsstück zu verwandeln sind, während zu kurze und enge Beinkleider, im besondern wenn sie, wie in Jenkins Fall, nur bis über die Kniee reichen und die strmnpf freien Waden freilegen, die Schenkel aber wie ein paar Daumschrauben umspannen, nichts weniger als normal aussehen. Während Snell nun aus der nahen Farm in einem passablen Anzuz brilliren mochte, sah Jenkinö sich durch 4ie List deS Concurrenten in Pitfield zurückgehalten, und dies in t nein Aufzuge, der die Lachlust aller Menschen hervorzurufen in hohem Grade geeignet war. Den Wirth keines Blickes würdigend, stieg JenkinS unter Flüchen die Treppe hinab und begab sich auf den Hof ZU seinem Pferde. .Er ließ es sät teilt und machte Anstalten, es zu ht steigen; doch mühsam nur konnte er eö erklettern, die enge Kleidung, aus allen Näht krachend, nöthigte ihm Aechzen und Stöhnen ab und seine Stimmung wurde, wenn eine Steigerung möglich ttar, noch schlechter. . Langsamen Schrittes ritt Jenkins aus Pitfield, 'den Weg nach der etwas absetts gelegenen Farm des seligen Mr. Brown einschlagend. Seine Gedanken waren unablässig damit beschafrigt, etwas usfindlg zu machen, waZ ihn ebensowohl in- deir Besitz der reichen Braut setzen mußte, als gleichzeitig seimm Rachegelüste Befriedigung brachte. Ein raarter Fankee findet bald tl nen Trick; Jenkinö war etwa fünf Mi nuten unterwegs gewesen, alZ ein Lacheln sein Gesicht verklärte, und ungeachtet der unbequemen Kleidung, die die freie Bewegung der langen Beine verhinderte, gab er dem Pferde die Sporen und lag im nächsten Augenblick auf der Erde. Obschon seine Glieder einen gehörigen Puff abbekommen hatten und obgleich seine Gestalt noch fragwürdiger geworden sein mute denn er fühlte, daß etliche Nähte des Rockes und der Beinkleider geplatzt waren so schien doch dieses Malheuv keinen besonderen Eindruck auf Jenkins aemacht zu haben. Mit

bemtelven qrinsenden Gesicht wie vor

dem Fall, stand er von der Erde auf. rieb sich die schmerzenden Stellen undschwang sich dann wieder, als wäre Nichts vorgefallen, r den Sattel sei nes Pferdes, das ' wenige Schritre von der Unglücksstelle wie .auf Commando stehen - geblieben war und mit gesenktem Haupte des Herrn und seiner Strafpredigt harrte. Doch letztere erfolgte nicht; dem Rosse die Gangart überlassend, dirigirte es Jenkms nach der Richtung der Brownschen Farm. - , IV. ' Snell stand auf dem Balkon des Brown'schen Hauses im eifrigen Ge sprach mit Nelly, als der HufschlZg eines herangaloppirenden Pferdes di: Aufmerksamkeit der Plaudernden er regte. Als Snell in dem Reiter seinen Nebenbuhler und Compagnon erkannte, wechselte er die Farbe und es wurde ihm bei all seiner Unverschämtheit etwas unheimlich zu Muthe. Um eine Auseinandersetzung in Gegenwart Nellys zu vermeiden, verließ er, ohne ein Wort der Entschuldigung gegen Miß Brown, das Haus und ging dem Reiter entgegen. .Verdammtes Mißgeschick, Jenkins!" rief er ihm von weitem zu. .hab' mir in der Eile heute früh Deine Sachen angezogen! Hab's erst hier gemerkt, that mir ungeheuer leid, war aber zu spät, um es wieder gut zu machen." Snell hatte erwartet, mit einer Fluth von Schmähworten empfangen zu werden, wie groß war daher sein Erstaunen, als Jenkins statt jeder Antwort und in einem Tone, als ob nichts Besonderes vorgefallen wäre, ihn fragte: .Wie stehst Du mit Nelly?.Mit Nelly? Wir haben uns zwar noch nrcht regelrecht verlobt, doch sind wir so ziemlich einig. Zuerst wollte ich nicht mit der Sprache heraus, wir hatten ja vereinbart, alles gememschaftlich zu unternehmen. Da Du aber so lange aus Dich warten ließest, glaubte ich. Du wärst freiwillig zu rückgetreten. Bei Deiner Ankunft war ich gerade daben, ihr einen regelrechten Antrag zu machen; 'selbstverständlich werde ich das jetzt unterlassen, wir wer den gemeinschaftlich operiren .Höre", entgegnete hierauf kaltbM tig Jenkins. .wenn ich nicht annehmen soll, daß Du zum Verräther werden wolltestwlrst Du jetzt Dein Pserd be steigen und mit mir zurückreiten, ohne daß Du Nelly noch einmal siehst oder mit ihr ein Wort sprichst. Wir las. sen die ganze Heirathsangelegenheit vorderhand ruhen und nehmen sie nach einigen Wochen gemeinschaftlich wieder auf." Wie Du willst -.Und zur Strafe für Dein eiger. thümliches Versehen wirst Du sofort :m .schwarzen Mann ein paar Glase: Brandy ausgeben! Snell, von Herzen froh-.-so leichten Kaufes davon gekommen zu sein, nickte nur mit dem Kopfe, ging nach dem Hos. bestieg sein Pferd, das an einen Pfahl gebunden war, und eine Minute spater ritten die beiden schwei gend davon, ohne mit einem einzigm Blicke des jungen Mädchens .zu achten, das dem Thun der Heirathscandidaten vom Balkon aus verwundert zugesehen hatte. Im .schwarzen Mann" ans:'om men, veram oer ant .yomas 0 . zu thun. Em Glas Brandy nach ve.n andern wurde a:leert. und kaum eine Stunde war vergangen, da hatte Snell einen g:hor:gen Rausch; Jenkms aber, der mit teuflischen Plänen - umging, war nüchtern geblieben. Das kam daher, daß er 'sich zwar häufig genug einschenkte, doch fast gar nichts trank, sondern sein volles Glas stets mit dem leeren Glase Snells vertauschte. Als Jenkins seine $tii als gekommen tu achtete, nahm er den stieren Blickes dreinschauenden Snell unter den Arm und führte ihn nach dem gemeinschaftlichen Zimmer. Dort streifte er ihm Rock und Beinkleider vom Körper und legte den Berauschten auf's Bett. Nach wenigen Minuten deutete lautes Schnarchen an. daß Snell in einen tiefen Sch'.af gefallen, der nach Jenlins .fachmännischer" Berechnung vier Stunden oder lanaer andauern mukte. Hierauf ging Jenkms zum Hause hin. 1 7 ms uno irai in emen acgenuoer oem Wirthshause gelegenen Laden, wo er mit dem Besitzer eine wichtige Unter. Handlung zu führen schien. Der La deninhaber, ein schmächtiges buckeliges Männchen mit einem kahlen Schädel und einem spitz geschnittenen Vollbarte, mußte den Jenkin'fchen Vorschlägen gegenüber sich zunächst wohl ablehnend verhalten haben, denn Jenkins zog, immer .eindringlicher redend, eine Geldbörse aus der Tasche, hielt den Inhalt dem kleinen Buckligen unter Me Rase und zog den sich nunmehr nur wenia Sträubenden auf die Straße hinaus. Vor der Thür bedeutete der Entführte Jmklns, dajj er etwas Mitnehmen möchte, trat in den 'Laden u rück und nahm einen kleinen schwarzen Beutel vom Nagel : mit diesem unter dem Arm schritt er zur Thür hinaus, dersckwk ne und folate dem fremden In daSGasthaus zum schwarzen Mann, wo' oetoe die Treppe hmausstlegen un.0 in Jenkins und Snells Zimmer der schwanden. Eine balbe Stunde lvater finden wir Jenkins und den kleinen Buckeligen wieder vor dem Hause. De r Kleine hält Jenkins die ausgestreckte Rechte entaeaen. 'der lektere zieht seinen Geld beute! und übergibt dem Fordernden einige Geldstücke. Hierauf huscht der Many. mit dem geheimnißvollen schwarzen Beutel über die Straße und in seinen Laden hinein. Jenkinö aber tritt in den of. Kolt siit Un U

(Fortsetzung auf der Rückseite.

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