Indiana Tribüne, Volume 18, Number 281, Indianapolis, Marion County, 30 June 1895 — Page 6
Mutter und Stint. Von hoffmann v. Fallcrslebe. Was eine Kinderseele Äus jedem Blick verspricht. So reich ist doch an Hoffnung Ein ganzer Frühling nicht. Wie uns den Frühling künde! Ein Veilchen schon im März, So trd dein Kind ein Frühlinz Für dich, o Mutterherz. Es wird zur Rose werden JnZucht und Sittsamkeit. Unfc dir erneu'n auf Erden Die eigne Frühlingszeit. Das erste weiße Ljaar. Von Zoe Reust. Entsetzlich ein weißes Haar! So ruft Fräulein Adele von Madlunz, indem sie den neuen, hochgebaut:n und mit Federn, Schleifen und Blumen garnirten Sommerhut vor dem Spiegel aufproöirt. Unmöglich! Aber da ist es ja. Lang, schön, weißglänzend wie Silber, und dennoch ein nunicnto mori der Erdenlust, eine Verhöhnung aller irdischen Eitelkeit! Mit leichter, flüchtige: Hand schreiben Natur und Zeit zuerst ihre Zeichen, anfangs zart, schonend, rücksichtsvoll, werden ihre Schriftzüge leider bald hart, grob, gedrängt bis zur Lapidarschrift! Aber bis dahin ist glücklicherweise noch eine lange Zeit! Wie alt ist sie denn? Neunundzwanzig. aufrichtig gesagt, für gewöhnlich aber sechsundzwanzig. Nun. vorerst kann sie den Kampf mit Natur und Zeit noch aufnehmen. Ob sie es will? Selbstredend! Wer verzichtet gern auf einen Thron! Und die Schönheitskröne bleibt die süßeste Erdenlast! Selbst Grau, die Verlegenheitsfarbe, vermag noch nicht die Frische des Teints zu tödten. Und dennoch das fatale weiße Haar! Sie wird vo'l nun an doch den glatzköpfigen Rittmeister encouragiren für alle Fälle! Und auf der nächsten Redoute wird sie im Rococo-Kostllm erscheinen, um zu erproben, wie ihr dereinst der Alterspuder" zu Gesicht stehen wird! Natürlich inouclics" dazu, um den Teint zu heben! Mit Erlaubniß, der Herr Baron pflegen ein paar graue Haare zu bekommen", sagt der elegante um! de hi tte, indem er mit einigen kraftgenialischen Bürstenstrichen die braune Haarfülle des jüngsten Premiers miti?n auf dem Kopfe scheitelt. Und das harmlose Wort klingt in die Ohren des Lieutenants wie eine Außpreigt. ja. wie der Donner des Weltgerichts! Entsetzt springt er auf. wirft die blüthenweiße, schützende Sülle ab. und ruft: Was reden Sie da?" Eins. zwei, drei ein ganzes falbes Dutzend! Befehlen der Herr Lieutenant selbst in Augenschein zu nehmen?" Der Angeredete empfindet das Herausziehen wie Dolchstiche und betrachtet die zarten aber unumstößlichen Beweise der Vergänglichkeit alles Irdischen mit Galgenhumor. Auf Ehre, sie sind schlohweiß, merkwürdig weiß!" sagt er. um nur etwas zu sagen. Wünschen der Herr Lieutenant vielleicht etwas Nußschalenertract?fragt d Friseur und tritt sehr bereitwillig zu einem Schranke mit Tl:t!enartikeln. Das Mittel ist vorzüglich!" Danke", entgegnet der Lieutenant spröde, und- mit noch unüberwundenem Groll, im Herzen wirft er das Silberstllck auf den Tisch, schnallt den Degen fester und geht rasselnd' und mit martialischem Gesichtsausdruck ab. Er wollt: eigentlich nach der Münchener Bierhalle. aber diese? impertinente Friseur hat ihm gründli.t die Laune verdorben! Ich werde allmählich grau! sagt die blasse Erzieherin, da ist schon wieder ein wees Haar, das dritte f:it gestern! Aber was thut's? Die Jugend freilich schwindet mehr die bittere, harte Jugend!... Und doch ist das Schicksal nicht gerechter, als es gewöhnlich den Ansein hat? Wir verlieren nur, was wir wirklich besessen haben! Was hilft uns ein Schatz, den wir nicht verwerthen können? Für mich, die arme, im Schatten verblühte Erzieherin. ist die Zeit schmerzlicher Entsagung nun wohl dahin, für die Schönen und Glücklichen kommt sie erst dann wenn die Natur grausam das geliehene Gut. womit sie sich geschmückt hatten, zurückfordert! Das Glück ist vielleicht doch gleichmäßiger vertheilt als es g:n?öhnlich den Ansitein hat.... Und vor dem Geiste dcr alternden Erzieherin ersteht ein freundliches Bild, nicht strahlend und glänzend, aber von warmen, gesättigten Farben, als endlich erkämvftcs. friedenvolles Ziel eines arbeiisvollen Lebens! Es ist ein kleines Heim, mit einem Gärtchen voll Flieder und selbstgezogenen Edelrosen. das helle Stübchen drinnen freilich nur mit Zuckndüirnpapier beklebt, aber mit duftizen weißen Gardinen besteckt, und mit vielen zierlichen selbstgehäkelten Deckch:n geschmückt. Dazu hübsche, bequeme Möbel, ein schönes Piano und ein Bücherbrett voll klassischer Werke. Und was die Hauptsache: ein Mütterchen, welches bis langentbehrte Tochter liebt und watschelt und dem die Tochter dafür die Hände unterbreitet. Dann endlich haben sie auch Zeit, einander zu lieben, Zeit und Gelegenheit, und sie werden es nachholen qewiß! Wenn sich auch die Jugend nicht nachholen
läßt, die Liebe thut es b i s z u m
Tode! Mir scheint, daß ich eigentlich frühzeitig ergraue! sagt der Profes sor der Chemie, als er, die etwas flüchtige Toilette beendend, zufällig borübergehend in den Spiegel sieht. Allerdings.... Nun glücklicherweise weiß man mit Hilfe der Wissenschaft ganz genau, wie sich solcher Proceß vollzieht. Die' Haare sind Horngebilde der Haut, und das Ergrauen besteht in einem Schwinden des Färbstoffes und einer Vermehrung der in den Haarröhren befindlichen Luft. Die Farbe wi?i nur bewirkt durch einen bräunlichen Farbstoff, das Pigment, das selbst wieder nur ein umgewandelter Bkutstoff ist. Nun glücklicherweise geschieht das Ergrauen schmerzlos! Fräulein Arabella Miron, die neue Primadonna des Stadttheaters, deren Photographie augenblicklich in allen möglichen Rollen und Stellungen vor den Kunstläden ausgehangen ist. von der Llfrikanerin bis zu der pikanten Auskleidescene der Zerline in Aubers Fra Diavolo herab, steht vor ihrem riesigen Toilettenspiegel und probirt ein paar neue Gesten. Plötzlich ruft sie todterschrocken: Was sehe ich ein weißes Haar? Ist's möglich? Die naseweisen Recensenten und neidischen 'Eolleginnen haben mich wirklich so sehr geärgert? Abscheulich! Aber ich werde mich rächen! Den jungen und besonders den alten Kritikern werde ich mit allerlei liebenswürdigem Zuckerbrot den Mund stopfen, damit sie vor Vergnügen mit dem Schweife wcccin, wie mein Schoßhllndchen, und das fatale Kritisiren ganz vergessen, und die neidischen Colleginnen weröe ich durch ein halbes Dutzend raffinirt entzückender Toiletten zur Verzweiflunq bringen! Die junge Mutter sitzt aus ier Veranda, das Nesthäkchen auf dem Schoße, während die zw.'ljäbrige Emmy an den Falten ihres Kleides, wie auf einer Himmelsleiter, emp.-r-zuklettern bestrebt ist. Die kindliche Eifersucht gegen das Brüderchen ist immer noch nicht erstickt, trotzdem sie Brüderchen neulich als lebendige Puppe umhertragen durfte. Aber Herzensmamachen. was tct Du denn da?, tritt jetzt das fünfjährige Trudchen herzu, mit großen, hellen Augen um sich schauend. Du hast Dir ja einen längen, weihen Zwirnsfaden in das Haar geflochten! Aber Trudchen. bist Du noch dumm! sagt der siebenjährige Hans, das ist ja ein weißes Haar, wie Großmama einen ganzen Kovf voll hat, unter ihrer weißen Spitzenhaube! Weißt Du denn das gar nicht. Trudchen? bestätigt die zehnfthr: Agnes mit welsheitsvoller llederlegenheit. Ich wollte, es Ware ein ganzes Bündel, dann könnte ich mitncm Schimmel doch einen neuen 'chweis daraus machen! meint der vieriährige Gustav bedauernd. Aber Mama, bist Du schon clt! ruft Trudchen erschreckt. Nun gehst Du wohl niemals w.eder auf den Ball? fragte Agnes. Nein, mit weißen Haaren rleivt man immer zu Hause, wie ?J:rt mama. bescheidet die Fünfjährige. Was solch ein kleines, rohgts Kinderwäulchen doch für großcWahrseit redea kann! Das einfache Wo?t trifft die junge Frau wie eine ernste, tiefe Mahnung. Sie hatte es wah'.end der Wintersaison ganz rergessen. daß sie schon die dreißig vorbei hatte. Und ihr Spiegel ist beinahe ebenso galant wie die Welt, die sie noch zu den Schönheiten zählt. Nur bei Tage.cht zeigt er ii die Krähenfüßcken wie ein aufrichtiger Freund. Abends bei Kerzenlicht ist er noch verliebt wie ein Liebhaber. Und erst, die letzte. Vollreife Schönheit ist es. die wir bewußt und vollbeglückt genießen! Da schreckt sie das Kinderwort auf. und die Kleinen werden zu Bußprediaern! Aber weshalb sollte sie nicht alt werden? Bringt sie nicht jeder Tag. den ihr das Leben von der Jugend abzieht, der Zeit näher, wo sie neu in ihren Kindern erblühen wird? Dazu die Liebe des Gatten! Sie ist so reich an dem besten, rein menschlichen Glücke, daß sie das bischen trügerischen Jugendschimmer wohl entbehren kann! Das Weib, das sein Haupt an die Brust des treuen, erprobten Mannes lehne.i kann und nur die Arme zu öffnen braucht, um in ihren Kindern das höchste Erdenglück zu umschließen, bleibt jung noch im Herbste des Lebens und reich auch am Bettelstab! An einen Preisgekrönten Nimm hin den Distelkranz Für das, was Du vollbracht; Du hast gesiegt mit Glanz In einer Eselsschlacht. Mißtrauisch. Der Fürst eines kleinen Ländchens erhält die Todesnachricht seines ersten Ministers durch seinen Adjutanten. Der Fürst schüttelt das Haupt: Auch wirll'ch wahr?" Jawohl, Hoheit 5?aben ihn ja gestern amSterbebette be'ucht." Gewiß; ist aber ai::na!s zu trauen! Hat uns schon oftmals ülcrrascht. Ich habe mich die ganze Nacht gefragt, was der Minister sür ein Interesse haben könnte, .:rade jetzt zu sterben.Gutmüthig. Herr (auf dem Bahnhof): Entschuldigen Sie. meine Schwiegermutter hat mir geschrieben, daß sie um 9 Uhr hier eintreffen will. Kommt der Zug noch nicht?- Vorsteher: Nein, heute kommt überhaupt kem Zug mehr, da können Sie ganz rukia sein!"
Der Nord-Gstsee'Canal. Unter Entfaltung großartigen Pompes und unter der Betheiligung von Vertretern allerVölker hat die feierliche Eröffnung des Nord-Ostsee-Eanals stattgefunden. Der Plan, die Nordsee und Ostsee durch einen Canal zu verbinden, der den langen und gefahrvollen Umweg durch das Skager Rak und über Kopenhagen erspart, ist uralt. Verwirklicht wurde er in kleinstem Maße schon vor 500 Jahren durch den Stecknitz-Eanal, der die Stecknitz.einen Nebenfluß der Trave, mit der bei Lauenburg in die Elbe mündenden Del venau verbindet; der Eanal, von 1391 bis 1393 ausgeführt, ist nur für ganz kleine Schiffe fahrbar. Im Laufe der Jahrhunderte wurden theils von Deutschen, theils von Dänen, viele Pläne gemacht zur Herstellung eines größeren Eanals, und endlich konnte 1784 der Eider-Eanal eröffnet werden. Er ist 172 Kilometer lang und wurde zuletzt
von durchschnittlich 4300 Schissen jährlich benlltzt. Aber er ist nur 3 Meter tief und tm Durchschnitt oben I n der Schleuse von Holtenau. nur 31 Meter breit, so daß er dem Bedürfniß der großen Schiffahrt nicht genügle. Dazu kam Deutschlands wachsende Seemacht, die ebensowohl wie der Handel eine directe große Verbindung zwischen beiden Meeren immer Wünschenswerther machte. Aus dem Bedürfniß wuchs endlich die Tha5. Der vom Hamburger Rheder Dahlström 1873 entworfene Plan wurde von der Reichsregierung zur Grundläge eines neuen .Planes gemacht und dieser in den Jahren 1885 und 1886 vom Reichstag und vom preußischen Landtag einstimmig angenommen. Die Kosten wurden auf 166 Millionen veranschlagt, wozu Preußen mit Rücksicht auf die Vortheile des Eanals für seine Provinz Schleswig-Holstein 50 Mil lionen zinslos beitrug; die übrigen 106 Millionen schoß das Reich vor. Der Eanal ist 99 Kilometer lang; er mündet im Westen bei Brunsbüttel in die Elbe, im Osten bei Holtenau in den Kieler Busen. Der Eanal ist auf Neereshöhe angelegt, hat also keine Schleusen. ' Nur am Eingang und am Ausgang befinden sich riesige Schleusenthore, von denen das westliche wegen der starken Fluth der Nordsee.meist geschlossen sein wird, während das östliche. wegen der geringen Niveau-Ver-anderung der Ostsee, fast immer offen bleiben kann. - Außer den Seen, die der Eanal durchschneidet, sind sechs Ausweichestellen - angebracht, so daß die größten Kriegs- und Handelsschiffe -rrr-r.-. Kaiseryacht Hohenzollern. bequem an einander vorbeifahren können. Die Tiefe des Eanals beträgt 9 Meter mehr als der Tiefgang der größten Schiffe; die Breite des Eanals beträgt an der Sohle mindestens 22 Meter, an der Oberfläche mindestens 67 Meter. Zum Theil wurden bestehende Anlagen, Seen, die Eider u. s. w. benützt; zu durchschneiden war der 25 Meter hohe Heiderücken, und im Ganzen mußten 78 Millionen Kubikmeter Erde ausgehoben und fortgeschafft werden. Das gibt on einen Begriff von der ungeheuren Arbeit, die zu leisten war. Nicht minder bedeutend sind die technischen Leistungen, zu denen alle Fortschritte der modernen Wissenschaft verwendet wurden. Die Eanalarbeiten sind daher in den letzten Jahren in steigendem Maße das Wanderziel von Technikern aller Länder gewesen. Eisenbahnen und Straßen führen theils auf festen, theils auf Drehbrücken über -den Eanal; erstere sind so hoch angelegt, daß auch die größten Schiffe hindurchfahren können, ohne die oberen Stengen streichen Marblehead. ja müssen. ' Der Bau ging rasch voran; am 3. Juni 1837 wurde von Kaiser Wilhelm I. der Grundstein gelegt; die in Aussicht genommene achtjährige Bauzeit ist also eingehalten worden. Der Werth des Eanals für die deutsche Marine und die Vertheidigung Deutschlands zur See liegt, auf der Hand. Er ermöglicht es, die im Norden und Osten getrennt liegenden Seekräfte innerhalb weniger Stunden auf einem einzigen Punlte zu vereinigen. Nicht minder klar sind die Vortheils
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des Canals für Schifffahrt und Han. del.
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-zs iin. - xJ ' ?m -SZlT?Brücke von'Levesau. DerHandelsverkehr zwischen Nordsee und Ostsee wurde von 1871 bis 1880 auf 12j Millionen Registertonnen geschätzt; in den Jahren 1880 bis 1837 stieg er auf 16 Millionen, für 1894 betrug er etwa 18z Millionen. Die Zahl der' Schiffe, die er beschäftigte, beträgt jetzt 32.000; 1882 waren es 36.000. Diese Abnahme rührt davon her, daß immer größere Schiffe gebaut und die kleineren ausrangirt werden. Die amtliche Statistik weist nach, daß die Mehrzahl der Schiffe aus der Ostsee nach den Elbehäfcn, Weserhäfen, Emshäfen, Amsterdam. Rotterdam, Belgien. Aermelcanal (Amerika). London, Grimsby. Hull, Newcastle und Ostschottland geht; sie alle nehmen. an der Wegverkürzung durch den Eanal Theil; nur für die Schilfe nach Nord- und Wesischottland fällt eine Verkürzung weg. Das Nämliche gilt für die Schiffe, die aus der Nordsee nach der Ostsee fahren. Im Einzelnen ist die Zeitersparniß aus folgender Tabelle zu ersehen:
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Enisnnung Ersparniß von drr Ostsee durch drn durck da in in nach Eanal Skager Rak ee Sknn , meiien den Hamburg 22, 64 4 45 Vremerhave 27 &5 3ii 82 Crnten 34 629 Zb msteroam 4 V) 6P7 2 zs Rotterdam 479 715 236 22 ntmerven 540 777 LZ Tünkirche 561 London 591 830 23S 22 fcuU 5. 717 1H0 13 öartlepool 571 692 120 8 Stkwcaftl 591 69d 10 6 Leity e 7 3
k 'y?fsvm-n fekT5-: Tisrs rl jfctö 1 mi mi 11 11 " --J-V-i- ! ' ' WtzWZSA. Brücke von Grünenthal. Aehnliche Ersparnisse an Zeit und in Folge dessen auch an Geld und Ma terial machen die Schiffe, die aus den genannten Punkten der Nordsee in die Ostseehäfen Kiel, Travemünde.S'winemünde. Danzig. Köniasberg, Memel, Libau u. s. w. fahren. Naturgemäß trug die Eröffnungsfeier einen hervorragend maritimen Charakter. Außer 23 Schifsn der deutschen Marine mit 364 Officieren und 9407 Mann entfalteten 13 andere seefahrende Nationen mit 60 Kriegsschiffen mit 12 Admiralen. 750 Officieren und 16.000 Mann Besatzung ihre Flaggen auf der Kieler Föhrde. Die fremden Länder waren wie folgt reprasentirt: England: Gksch?ader-Chefs. ViceAdmiral Lord Kerr. Contre-Admiral Alington. Thurmschiffe Royal Sovereign. Empreß of Jndia. Resolution und Repulse. Panzerkreuzer Blenheim und Endymion. Kreuzer III. Classe Bellona. Torpedozager Speedy und Halcyon. Admiralitäts-Vacht Enchantreß. Frankreich: Schlachtschiff Hoche, Panzerkrenzer Dupuy de Lome. Torpedokreuzer Surcouf. Portu gal: Panzercorvette Jasco da Gama. - Rumänien: Panzerdeckschiff Elisabeta. Schraubenbrigg Mircea. Schweden und Norwegen: GeschwaderChef: Contre-Admiral v. Klinteberg. Schweden: Panzerschiffe Gota und Thule, Kanonenboot I. Classe Edda. Norwegen: Kanonenboote I. Classe Viking und Sleipner. Vereinigte Staaten von Nordamerika: Geschwa-der-Chef Admiral Kirkland. Panzerkreuzer New Nork, Kreuzer Columbia, San Francisco und. Marblehead. Das letztgenannte Fahrzeug gehörte zu den fremden Kriegsschiffen, welche zu der officiellen Fahrt durch den Canal zugelassen waren. Italien: Hochstcommandirender, Herzog von Genua. GeschwaderChefs, Vice-Admiral Accini. Contre-Admiral Grandville. Königliche Nacht Savoia, Schlachtschiffe I. Classe Re Umberto. Andrea Doria, -Sardegna und Rüg gero dl Laurm, Kreuzer II. Classe Stromboli. Kreuzer IIU Classe Etruria, Torpedokreuzer Aretusa und Partenope. Runland: Seschwader-iChef Contre-Admiral Skrydlow. Schlachtschiff I. Classe Kaiser Alexander II., Gepanzerter Kreuzer Rurik, Panzerkanonenboot Grosjaschtfchi. Oesterreich-Ungarn: Geschwader-Chef. ConSchleuse der Brunsbüttel. tre-Admiral Erzherzog Karl Stephan. Panzerdeckskreuzer K. u. K. Maria Theresia. K. Franz Joseph I. und Elisabeth. Torpedofahrzeug Trabant. Spanien: Panzerschiff Pelayo, Kreu
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zer I. Classe Jnfantin Maria Teresa, Kreuzer III. Classe Marquis de' la Ensenada. Dänemark: GeschwaderChef, Commodore Gad. Kreuzer III. Classe Hekla uno Geiser, Torpedoboote Havhesten, Narhvalen, Sölöven und Stören. Niederlande? Kreuzer II. Classe Atjeh, Kreuzer III. Classe Alkmaar. - Ein dichter. Komponist.
In Baden bei Wien ist der Dichter und Componist Richard Gen6e gestorben. Am 7. Februar 1823 in Danzig geboren, war der Verstorbene ls Operndirigent an den Bühnen von Reval, Riga, Köln, Aachen, Düsseldorf, Danzig, Mainz, Schwerin. Prag und seit 1868 in Wien thätig. Seit 1873 lebte er auf seier Besitzung in Preßbaum bei Wien und in letzter Zeit in Baden bei Mm&m smsmr iB&wtä&t ? Richard Gen6e. Wien. Gen6e componirte zahlreiche Lieder, Duette, Terzette und Chöre, meist humoristischen Inhalts, zu denen er in der Regel selbst die Texte verfaßte. Hauptsächlich ist er als Operettencomponist bekannt geworden, von denen De? Seekadett" (1876) die weiteste Verbreitung gefunden hat. Aucb als Uebersetzer französischer Operntexte und Verfasser eigener Bücher zu Operetten von Strauß. Supp6, Millöcker . A. ist Sense thätig gewesen. Schlau. . Ella: Ah. endlich kommst Du. Mama! D,:nke'Dir. Alfred wird. um meine Hand anhalten. Mama: Das ist schön; wann wird er denn kommen?" Ella: Cr ist schon da! ?i$ habe ihn zur Vorsicht gleich in das. Nebenzimmer eingesperrt!" Gaunerhumor. QtisbuUa: .W!k d JtI3 toam. u rr V o ---w mir das bestellte Diner zu serviren aerade als ob sie abnten. dak ick micö ohne zu zahlen drücken will!" VoiGericht. Richter: Angeklagter, hatten Sie. als Sie den Einbruch ausführten, einen Genossen?. Angeklagter: Nein. Herr GerichtsHof, ick war janz nüchtern." D o p p e l s i n n x g. A.: Möchtest Du mir nicht mit zehn Dollars unter die Arme greisen?" 58.: Du, das ist eine kitzliche Sache!" Lumpen-Monolog. Jetzt hab' ich aber schon Schulden wie Heu! Beim Wirth, beim Schuster, beim Schneider, beim Schnappsbrenn?r sogar bei allen Kellnerinnen! Nun ist's aber die höchste Zeit, daß ich wen a.'ipump'!" Moderne D ienst bo te n Hausfrau (zum neuenKindermädchen): Es ist gut. ich werde Ihnen den Lohn geben, den Sie fordern, aber Sie müssen die Kinder auch recht lieb haben." Kindermädchen: Ja. Madame, dann müssen; sie aber noch was zuleen. Bei der Zeugen -'Vernehmung. Warum weinen Sie denn so. Fräulein?" Es ist , halt gar so arg, so vor aller Welt seine Aussagen machen zu müssen!" Wie alt 'sind Sie?" (Schluchzt noch ärger.) O, o vierunddreißig Jahre!" So, jetzt beruhigen Sie sich aber: das Schwerste haben Sie schon über standen!" . .
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' Vilder aus Zngolstadt. Im bayrischen Regierungsbezirk Oberbayern am Einflüsse der Schutter in die , Donau liegt die alte bedeutende Festung Jngolstadt. Schon zu Karls des Großen Zeiten, stand hier ein kaiserlicher Meierhof, um den sich lm Laufe der Jahre immer mehr und mehr Ansiedler niederließen, so daß der Ort 1260 durch Ludwig den Strengen Mauern und Graben und 1312 durch Ludwig den Bayern Wappen und allerlei Privilegien und Freiheiten erhielt, die unter dem Namen der Handveste bekannr sind. Von Ludwig dem Strengen oder.von seinem Vater Otto dem Erlauchten soll auch das
Eingangsthor des neuen Schlosses. alte, an der Donau gelegene Schloß erbaut worden sein, welches später die ständige Residenz der Herzoge wurde. Namentlich unter Ludwig dem Bärtigen entwickelte sich in seinen Räumen ein reiches Leben. Der Herzog war ein großer Freund und Beschützer der Künste und an seinem Hofe fanden die Maler. Bildhauer und Minnesänger jederzeit gastfreundliche Aufnahme Ein reges' und lustiges Treiben herrschte damals in Jngolstadt'sMauern, und Ringelstechen, Schauessen, Trinkgelage. Turniere. Falkenbeizen und Schifffahrten folgten einander in bunter Abwechslung. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde dann von Georg dem Reichen das neue Schloß erbaut, welches außer dem origineklen Eingangsihor, nichts Besonderes bietet. Jetzt dient der ganze Schloßcomplex als Zeughaus und Monturdepot der Garnison. Nachdem dann Jngolstadt seit 1392 eine Zeit Das alte Schloß. lang Residenz der Herzog: von Bay-ern-Jngolstadt gewesen war, nach deren Aussterben es an die Herzoge von Landshut und München überging, erlangte die Stadt durch die Gründung der Universität durch Herzog Ludwig den Reichen von Landshut im Jahre 1472 eine größere Bedeutung. Ganz nach dem Muster der Wiener Universität eingerichtet und mii den nämlichen Freiheiten und Privilegien, Ehren und Immunitäten ausgestattet, erhielt die tieue Hochschule im Laufe der Zeit reiche Schenkungen durch den Herzog Wilhelm und durch die Päpste Hadrian VI. und Clemens VII. Schon kurz nach der Eröffnung war sie von fünfhundert Studenten besucht, deren Zahl zu ihrer Glanzzeit in der Mitte des 16. Jahrhunderts bedeutend stieg. Unter der Zahl der Lehrer finden wir die Namen berühmter Gelehrten, wie Reuchlin, Aventinus und die gekrönten Dichter Konrad Celtus, Jakob Locher und Urban Rhegius. Aber ebenso rasch wie ihr Aufschwung kam auch ihr Verfall. Daran trugen vor allem die schweren Kriegszeiten, die über die Stadt hereinbrachen, die Schuld. Das Universitätsgebäude wurde während dieser trüben Tage bald als Lazareth, bald als Magazin, Das Kreuzt hör. bald als Kaserne benutzt. Daher verlegte die Regierung wegen Unvereinbarkeit der Universität mit einer Fe-. stungsstadt die ersten 1800 nach Landshut und von da 1826 nach Miwchen. Das alte, denkwürdige Universität?eöäude, noch immer ein imposanter Bau. wenn auch allen architektonischenj Schmuckes entkleidet.beherberat setzt die Volks- und Realschule. Daß Jngolstadt so diel in ! Kriegszeiten zu leiden hatte, verdankt , es seiner Wichtigkeit als Gefestigter Platz. Der eigentliche Fesrungsbau wurde im Jahre 1539 durch den Grafen Reinhard von Solms-Münzenburg begonnen und - später von Daniel Speckle fortgesetzt. Von früheren Be-.
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festrgungen, steht heutzutage noch daZ in feiner Art einzige Kreuzthor im Westen derStadt,nahe der Liebfrauenkirche; es wurde, wie die über dem Thorbogen eingelassene Tafel besagt, im Jahre 1380 vom Herzog Stephan, dem Bruder des Markgrafen Ludwig von, Brandenburg, erbaut. Während der Franzosenkriege im Anfang unseres Jahrhuilderls wurden die Festungsmauern von den Franzosen geschleift. König Ludwig I. von Bayern ließ sie jedoch 1827 wieder herstellen. Der Vcru. der 21 Jahre währte, ist in der großartigsten Weise ausgeführt. Seit 1872 begannen dann die Erweiterungen des Festungsgürtels mit Anlegung bedeutender Forts, da Jngolstadt nach Beschluß der Reichsregierung zur Festung ersten Ranges bestimmt ist. Wir haben nun noch zwei hervorragende Gebäude der Stadt zu erwähnen: das sogenannte Tilly-
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Das R a t h h a u s. Haus" und das Rathhaus. Das erstere war ursprünglich das von einem bayrischen Prinzenerzieher, dem Jesuiten Leonius. im Jahre 1600' gestiftete Seminar zum heiligen Franz. In die ses Haus wurde der berühmte kaiserliche Feldherr Graf Tilly nach seiner Verwundung am 15. April 1632 bei Rain am Lech gebracht und verschied am 30. April im Eckzimmer des ersten Stockes. Das Rathhaus, am Gouvernementsplatze gelegen, in dessen Mitte noch vor zehn Jahren die alte Hauptwache stand, ist in seiner jetzigen Gestalt nach den Plänen des Architekten H. Leitz vor fünf Jahren umgebaut worden. Originelle Bezahlung. Kassier: Sie haben drei Mark zu zablen!- Michel: Möchten S' net meinen Pepi dabehalten... de? hat heut' a' Zehnmarkstück! geschluckt! Da kriegkt' i' halt nacha sieben Mark 'raus!" Herausgeholfen.
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Sie: Du sagtest mir, Du wolltest mich stets auf Händen tragen und nun willst Du mir nicht mal ein seidenes Kleid kaufen!" Er: Aber mein Kind, ich kann Dich doch auch in einem wollenen Kleide auf Händen tragen!" K a f e r nenhofblüthe. Sergeant (zu den Rekruten): Kerls, Ihr müßt beim Parademarsch Eure Beine werfen, daß Äie Primaballerina . aus Neid schamroth in Pension geht! Ausgleich. Tochter (zu ihrer Mutter): Ich würde den Assessor ji ganz gerne heirathen aber dcr Name Zaunlackel" genirt mich! Wenn er nur wenigstens von Zaunlackel" hieße!" Modern. Ich lese jetzt eine reizenden Roman!" Aber, liebe Freundin, wie kannst Du das!? Damm schreiben doch heutzutage höchstens Ro mane lesen kann sie ja jede Köchin!" Erklärung. Erster Lieutenant: Seh'n Sie mal, wie auffallend, der junge Berg geht ganz in weißem Flanell!" Zweiter Lieutenant: Na. mein Gott, um aufzufallen, hilft sich so'n Civilist, wie er kann!" Ausrede. Onkel: Ich hatte Dir versprochen. Deine sämmtlichen Gläubiger zu bezahlen, wenn Du Dein Examen machen würdest, und jetzt bist Du doch durchgefallen!" Neffe: Die unverschämten Kerls verdrenen's auch nicht. Onkel!" Vorschlag zur Güte. Ballmutier: Entsetzlich- wie viel' junge Mädchen und wie wenig Tänzer da sind!" Backfisch: Es wäre doch richtiger, man ließe die. vielen, Herren vom Orchester mittanzen und dafür. eine Damenkapelle spielen!"
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