Indiana Tribüne, Volume 18, Number 281, Indianapolis, Marion County, 30 June 1895 — Page 3

Die tolle Komteß. Roman von gtnst von ZSsszogkn. (1Ü Fortsetzung.) Te it k" machte die Frau Gräfin. Daß man sich so in einem Menschen täuschen kann! Und da habe ich die arme Beate jaz noch übel angeblasen, daß sie mir das saubere Treiben dieser Personage ausdecken wollte! Na, ich werde mal heute gleich hinüber gehen und der kleinen Braut abbitten. Ein schönes Hochzeitsgeschenk soll sie euch haben. Und mein guter Mann potztausend, habe ich den schlecht ge macht! Und er hat alles auf sich genommen er ist doch wirklich ein ganzer Kavalier, mein Helmut! Nein, nein nie wied:r nehme ich mir eine solche Person in's Haus! Man weiß ja nie was sür Schlangen und Otterngezücht man da an seinem Busen wärmt." Der Graf schieb. ba& Vicki 'von Tante Auguste mit offenen Armen empfangen worden sei und um baldige Sendung eines neuen Korbes Aepfel bitte, da sie glrich am Tage ihrer AnJurist ihren ganzen Vorrath unter die Schwestern vertheilt hätte. Um ihr ein bildendes Vergnügen zu machen, habe , r sie am zweiten Tage in das Museum geführte Aber die alten Bilder habe-sie graulich gesunden und behauptet, Herr Fink könnte doch viel schöner malen. Durch die Skulpiurensäle seien sie ansiandshalöer sehr schnell hindurch gegangen. Vicki habe aach den alten z:rbrochenen Puppen nicht viel nachgefragt; nur die Bildsäule des Kaisers Augustus abe ihr Eindruck gemacht, und als sie aus dem Katalog ersehn, wen sie vor sich hatte, habe sie ganz laut den Scheffelschen Vers aus dem bekannten Römerliede herunter geschnurrt: Dem Augustus blieb vor Schrecken ein Stück Pfau im Halse siecken." Und darüber sei ein würdiger alter Herr in ihrer Nähe von einem derartigen Lackkrampf befallen worden, daß der GalerieÄiener ihm schleunigst Wasser in's Gesicht spritzen mußte. Das ausführliche Schreiben des Grasen schloß mit einer Bitte um Verlängerung seines Urlaubes um einige Tage. da er einige liebe alte Freunde angetroffen habe, die ihn sobald nicht loslassen wollten. Und da die gute Gräfin sich noch "der grausamen Schwitzkur wegen ihrem Gatten gegenüber schuldig fühlte, so gewährte sie in einem zärtlichen Schreiben diese Erlaubniß, sogar ohne die üblichen Ermahnungen. Meister Fink malte in dieser Zeit mit einem wahren Feuereifer darauf los; es drängte ihn offenbar, bald aus diesem Hause herauszukommen, das so wehmüthig süße Erinnerungen für ihn begte und ihm trotz der Liebenswürdigkeit der Gräfin so schauerlich öde und unheimlich erschien, seit das glockenhelle Lachen Viktoria Pomonas nicht mehr durch die weiten Hallen schallte. Komteß Marie hatte sich in jener denkwüröigen Nacht eine Erkältung mit leichtem Fieber zugezogen, welch: sie wiederum tagelang an's Bett fesselte. Am fünften Tage erst vermochte sie aufzustehen, durfte aber noch nicht ihr Wohnzimmer verlassen. Am Nachmittag erschien die Mutter, um sie zu fragen, ob sie vielleicht Herrn von Norwig in einer gewissen wirthschaftlichm 'Angelegenheit die erbetene Auskunft ge ben könne. Die Komteß bejahte und -ersuchte die Mutter, ihr den Verwalter

heraufzuschicken. Norwig fan'd die Komteß auf ihrem Ruhebett ausgestrecki. Ein Morgenrock von dunkelblauem Tuch schmiegte sich in weichen Falten um ihre herrliche Gesielt. Mattgelöe Stores dämpften das Licht, wie der dicke Teppich das Getäusch der Schritte. Eine milde Dämmerung lag wie ein leichter Schleier auf den messingbeschlagenen Nokokomöbeln, den geblümten Polstcrbezügen und den zahlreichen zwecklosen Kleinigkeiten in Porzellan, Metall, Holz und Leder, wie sie sich in den Wohnzimmern vornehmer jungerDamen anzuhäufen pfleu gen. Auf dem geschweiften Schreibtisch stand eine zopfige kleine Pendüle, de ren spitzes hastigesTicken etwas frauenhaft Nervöses an sich hatte. Kommen Sie, setzen Sie sich hier zu mir," sagte die Komteß, nachdem sie sich begrüßt und einige Worte über ihren leidenden Zustand gewechselt hat ten. Norwig zog einen Stuhl an den Diroan heran und setzte sich so. daß er ihr Gesicht sah. Was werden Sie Jagen, Komteß," begann er. daß ich die der sprochene schriftliche Beichte nun doch nicht mitbringe?" . Sie brauchen sich nicht zu-entschul-digen ich weiß alles!" Und sie er zählte ihm mit kurzen Worten, was sit cus dem Munde seiner Frau erfahre? hatte, ohne jedoch der beleidigende? Form, in welcher dies geschehen war. zu erwähnen. Sie hat Ihnen die Wahrheit ge. sagt," versetzte Norwig leise, aber fest, nachdem sie mit ihrem, Bericht zu Endt rvar. .Ich lege mein Geschick in Ihr, Hand, Komteß. Sie haben mir ein Nngung entgegengeb' cht, die meine? Stolz noch einmal machtlg aufgestachel: hat zum Trotz gegen mein Schicksal. Sie wissen jetzt, daß ich mir dieses Schicksal selbst verdiente, daß lch JY res hochherzigen Vertrauen unwürdig bin. Ihnen kommt es zu, zu richten ich werde mich Ihrem Spruche unde d:ngt fugen. Sagen Sie mir nur eins," began? die Komteß nach emer Pause des Nach sinnens, liebten Sir Miß Clark?" Er lächelte bitter und antwortete' Do ich sie liebte? Die Fähigkeit zt lieben war mir unter den entsetzlicher Ersabrunqen metner Ehe abhanden ge kommen! Bedenken Sie doch: zu jenen wahnwitzigen Streich hatte mich do5 nur Liebe, blinde, tolle Liebe verführ! das heißt, was ich damals dafüh

hielt. Als ich den Boden der Neuen Welt betrat, hatte ich mir einen ganz neuen Lebensplan, eine ganz neue Philosvphie zurecht gelegt. Ich hatte eine wahrhaft närrische Angst bekommen vor allem, was mir bisher Ideal hieß; ich wollte mich daran gewöhnen, die Dummheit und Nichtswürdigkeit der Menschen mit cynischem Lachen als etwas Selbstverständliches, dem Wissenden Ergötzliches, hinzunehmen. Ich wollte arbeiten, um zu leben, und vielleicht, wenn es mir glückte leben, um zu genießen! Mein altes Ich konnte ich zu diesem Zweck nicht mehr gebrauchen, das fühlte ich schon nach kurzem Aufenthalte nur allzu deutlich an dem Mißbehagen, gegen das meine aristokratische Wohlerzogenheit auf Schritt und Tritt anzukämpfen hatte. Ich habe Ihnen schon davon erzählt. Die vornehmen Familien in den Vereinigten Staaten, die Knickerbockers und F F Virginians sind stolzer und unnahbarer als unser ältester Adel. Ein deutscher Entgleiste? darf nicht hoffen, in diesen Ring einzudringen. Vielleicht daß er mit seinem ramponirten Ritterthum in den Kreisen der Snobs und Nobodys noch einigen Effekt macht. Mir wenigstens führte die Ironie des Schicksals einen solchen Liebhaber von Antiquitäten in den Weg. Mister Clark war ein Getreidespekulant, der seine Geschäfte vorwiegend nach Deutschland hin machte. Er kannte deutscbeVerhälwisse und Anschauungen einigermaßen von seinen Geschäftsreisen her, auf denen ihn auch seine einzige Tochter wiederholt begleitet hatte. Diefem Umstände hatte ich es wohl zu verdanken, daß mich die Herrschaften mit ihrem besonderen Interesse beehrten. Ich trat als eine Art Agent bei ihm ein. hatte bestimmte ländliche Vezirke zu bereisen und das Getreide bei den Farmern aufzukaufen. Schon nach wenigen Monaten hatte ich mir das Vertrauen des Chefs so sehr gewonnen, daß er mir eine leitende Stellung in seinem New Forker Büreau'einräumte. In dieser Stellung war ich eifrig bemüht, die deutsche Landwirthschaft ruiniren zu lhelfen, indem ich den deutfchen Juden mit unserem billigen ameTitanischen Getreide ihre Speicher den Rhein hinab bis Mannheim füllen half. Ich, derselbe Mann, der über diesen' Gegenstand noch vor wenigen Jahren eine Broschüre geschrieben hatte, welche meiner Meinung nach nicht verfehlen konnte, dem deutschen Michel denSchlaf aus den Augen zu reiben! Aber freilich, damals steckte ich noch in der ideologischen Puppe da drüben erst lernte mein Geist seine Flügel gebrauchen, um über alle alten Vorurtheile lustig hinweg zu flattern. Ah, Pardon.... ich schweife ab. Die Clarks behandelten mich bald wie zur Familie gehörig, und ich merkte aus dem Benehmen des Vaters wie der Tochter bald genug, wo ihre Liebenswürdigkeit hinaus wollte. Der Alte war ein seif rnade man, schlau, gutmüthig, von komischem Aplomö imAuftreten, ängstZich und ungeschickt in den Formen natürlich ohne alle Bildung. Seine Frau war gestorben, ohne die Glanzzeit des Geschäftes erlebt zu haben; die Tochter in den feinsten 4eltiwnaten der Heimath wie des Auslandes erzogen worden. Sie war erst bor kurzem heimgekehrt, ausgerüstet mit sämmtlichen Mordwaffen der modernen Bildung.. Eine Konversation mit ihr nach dem Thee war eine geistige Anstrengung, weicht ungefähr der des Abiturienten

xamens gleichkam. Außerdem leistete ie Hervorragendes an Flngerferngkeü auf dem Klavier, mit Zeichenstift und Pmsel. Dabei war sie innerlich so kühl. wie es mein Bestreben war, es gleichfalls zu werden. Erst nachdem :ch meine sämmtlichen Examina mit der Zensur 2a bestanden hatte, begann sie. kühnere Hoffnungen ;n meinem Herzen zu nähren. Zu der Zeit war es, als ich die Scheidungsklage gegen meine Frau emreichte ich hatte mich als Junggeselle ausgegeben, wen die Annonce, die mich Herrn Clark zuführte. einen unverheirateten Mann verlang te. MeinSöhnchen hatate ich gut untergebracht in der Familie eines Privatschuldirektors, der mich eine Zeitlang als Lehrer beschäftigt hatte. Sie werden vielleicht begreifen, Komteß, daß mix Miß Clark rn meiner damaligen Geistesverfassung sympathisch war. Ich sah sogar mit einer gewissen Verehrung zu ihr hinauf, als einem Wesen höherer - , - r- rrf . 'l ?t Krönung, mnt mjt mii lyr lonnic unmöglich die grausamen Enttäuschungen einer Liebesheirath im Gefolge haben! Sie wurde ihre hübsche runde Million mit mir theilen, im übrigen aber nichts von ihrem Wesen aufgeben und auch meinen geistigen Besitzstand unangeta stet lassen. Ich hatte mich nicht bemuht, ihr Herz zu berauschen, sie handelte also nach freiem, vermlnftigem Ermessen, wenn sie mich heirathete. Wo sollten da die Enttäuschungen herkommen? Ich beschloß, mich herrathen zu lassen und danke schön zu sagen! An dem Ausgang meines Prozesses zweifelte ich Nicht. Aber warum eröffneten Sie dem Fräulein nicht ehrlich die volle Wahrheit, sobald Sie die Gewißheit hatten, daß Sie begehrt wurden?" -warf die Komteß ein. Weil dann das Unwürdige. Aden teuerliche meiner Ehe an den Tag ge kommen wäre und dann wäre tl um meineRespektability geschehen gewe sen! Amerikanische Emporkömmlinge, welche sich erst in die gute Gesellschast ihres Landes hineinarbeiten wollen,' vermeiden aber nichts so ängstlich, wie eine Helrath mit abenteuerlichem Bei geschmack. Man wollte einen Mann von unzweifelhaft guter Familie, ohne unbequemen Anhang, mit semen For men und guten Kenntnissen, der so wohl als usliar in für die Gesellschaft, wie als tüchtige Arbeitskraft im Ge schüft zu brauchen war. Ich durfte mir schmeicheln, diese Eigenschaften in meiner Person zu verewigen. Mister Clark legte mir' eines schöncn TageZ

die Sache sö nahe, daß ich nicht mehr

zogern konnte, ihn um die Hand seiner Tochter zu bitten. Sie wurde mir von beiden Seiten ohne weiteres zugestanden und die Vorbereitunzen zur Hochzeit in Angriff genommen. Zum Glück war mein Schwiegervater Nicht so hinterllstia oewesen, Erkundigungen über meine Person in Deutschland einzuzie hen. Uebrigens hatte ich vorsichtshalber bei meinem Schreiben an das Landgericht die Adresse jenes Schuldirektors angegeben, der meine Verhältnisse kannte, und auf dessen Verschwiegenheit ich zählen durfte. Ich war mir wohl bewußt, daß trotzdem ein mißgünsiiger Zufall die Wahrheit an den Tag bringen konnte aber ich war einmal beschlossen, Xu banque zu spielen. Eine Woche vor dem festaesetztm ochzeitstage erhielt ich die Ablehnung mei ner Klage. Meine Verlegenheit war groß. Ich zermarterte mir das Gehirn, um einen triftigen Vorwand zum Aufschub der Hochzeit zu ersinnen. Ich machte meinem Schwiegervater den Vorschlag, mir die nöthigen Mittel vorzustrecken, um mein Gut wieder zurückzukaufen, da ich in den Augen der Gesellschaft von New York nicht als der arme Schlucker dastehen wolle, der der Großmuth seiner Frau allein alles zu verdanken hatte. Allein diese nachträgliche Regung meines Zartgefühls wurde mit schlecht verhehltem Mißtrauen entgegengenommen. Nach der Hochzeit konnte ch mir ja irgendwo in den Staaten Land kaufen, wozu Ml ster Clark mir gern größere Summen zur Verfügung stellen wollte. Ich sah in, daß ich auf diese Weise meinen Zweck nicht mehr erreichen würde. Ich hatte nur zu wählen, ob ich die Wahrheit sagen und dadurch meinen sichern Sturz herbeiführen oder der Gefahr der Entdeckung kühn w's Auge sehen wollte. Ich glaubte, meine Frau habe von meiner Absicht, mich scheiden zu lassen, gar nichts erfahren und die Angelegenheit würde danach ruhen, bis ich sie einmal gelegentlich einer Geschaftsreise nach Deutjchland erledigen könnte. Mein einziger Schmerz war der, daß ich meinen lieben Bill jetzt nur mehr heimlich sehen durste. Das Kind war kaum sechs Jahre alt es mußte also die Erinnerung an seine Eltern doch bald verlieren; und dann wollte ich ihm, ie nachdem die Zukunft sich gestaltete, so oder so wieder nahe treten. Nun, Sie wissen, wie prompt die Strafe meinem Vergehen auf - dem Fuße folgte. Jofephine suchte, sobald sie in New York gelandet war, zunächst meinen Freund, den Direktor aus, und es gelang ihr bald genug, trotzdem er meinen derzeiriaen Aufenthalt nicht zu kennen vorgab, mich ausfindig zu machen. Ich war etwa emen Monat verheirathet, als sie eines schonen Tages mit Bill an der Hand eintrat und ,. Sie erlassen mir wohl mt nähere Schilderung dieser Szene? Ich war feige, ich floh vor der Strafe tch floh vor mir selbst. Ich schrieb einen Abschiedsbrief an meine zweite Frau, in dem ich mich selbst wahrlich nicht schonte, und einen zweiten an meinen Freund, um ihm meinen Knaben auf die Seele zu binden. Ich gelangte unbehelligt nach Brasilren. Ich ging tu das Innere, wie Sie wissen, und wurde dort so eine Art Oberroßhirt. In 'der großen Einsamkeit meines Dasems hatte ich Muße, mich aus mich selbst zu besinnen. Ick erkannte, daß in dieser Welt der ungesühnten Missethaten doch darin weniastens eine ewige Gerechtigkeit sichtbar wird, daß kein Mensch ungestraft seine eigene Natur verleugnen darf. Das Blut, das m unfern Adern fließt, ist die bewegende Kraft, die unsre Maschine auf dem Geleise des Lebens vorwärts treibt. Wollen wir durchaus den Kessel mit einem fremden Stoffe füllen, fo machen wir kläglich Halt oder wir fliegen mit einem Knall in die Luft jedenfalls hat es die Maschine zu büßen! Ich hatte mein vierzigstes Lebensjahr noch Nicht erreicht; ich konnte nicht mit zer brochmem Räderwerk am Wege liegen bleiben, und darum brachte ich endlich die Maschine zur Reparatur wieder in die Werkstatt, aus der sie hervorgegangen war. Mit dürren Worten: mein Geist vermochte die völlige Vereinsamung nicht länger als drei Jahre zu ertragen. Ich kehrt: nach Deutschland zurück, um ein neues Leben zu beginnen, unter den Bedingungen, welch meine Natur und die Ordnung der Gesellschast mir vorschrieben. Ich bm zu Ende!" Wie furchtbar unruhig doch die Uhr tickte! Wie wenn sie den Aufruhr der Gefühle im Herzen ihrer Eignerin mitfühlte und durch ihr hastiges Ticken und Tacken, ihn auch dem Manne zum Bewußtsein bringen wollte, der ihn verscyulvet hatte. Es deuchte Norwig eine Ewigkeit, bis die Komteß ihr beängstigendes Schweigen brach. Aber alles andre hätte Norwig eher erwartet, als die Frage, die sie nun an ihn richtete. eine Frage, durch die sie, unwissentlich bewies, wie sehr die Liebe sie zum Weibe gemacht hatte. Und blieb Miß Clark auch nach der Hochzeit so kalt, fo rein verständig?" Acußerst überrascht suchte Norwig nach Worten. Q Komteß, ich weiß nicht sie war eine anmuthige, junge Frau ob sie glücklich war, weiß ich nicht wir sprachen nicht darüber, so viel ich mich erinnere. Ich weiß -nur, daß sie mich gleich anfangs zu ihrem gehorsamen Sklaven herabzudrücke versucht, um mich fühlen zu lassen, daß ich doch nur Ihrer Majestät guädigst erwählter Prince Consort sei Und Sie willigten darein?- . - Ah ich erinnere mich, es gab eine Szene. Sie wollte eine Gesellschaft besuchen, die mir nicht recht war. Sie war sehr ungnädig den Tag über und schloß . i , r' 110 in iyrem Jimmer ein. .Und Sie?" .Ich ging in meinen Kluö . .Jeden Äbend?.Ne'm, allerdings n'Ht mehr häufig

seit jenem Tage: sie liebte es. mir ? Llbends vorzuspielen oder Deutsch vor- i

zulesen, um ihre Aussprache zu verbessern." Ah wirklich! Und waren Sie nicht glücklich in Ihrer neuen Häuslichkeit?" .Ich hatte ja mein Herz verloren! Und nicht Zeit gehabt, zu dieser Frau ein bestimmtes geistiges Verhältniß zu gewinnen. Ich kann nur sagen: sie war mir sympathisch, doch ich hätte sie nie begehrt, wenn sie mir nicht angetragen orden wäre." Die Komteß vermochte nicht, ein tiefes, schmerzvolles Aufathmen zu unterbrücken. .Können Sie vergessen?" sagte sie leise und mühsam, während dunkle Gluth sich auf ihr Antlitz legte: .Können Sie vergessen, daß ich mich hin reißen ließ.... ich werde nie aufhören, mir darüber Vorwürfe zu machen... es soll meine letzte Tollheit gewesen sein!" Da sank Norwig vor ihrem Lager, vuf die Kniee, ergriff ihre Hand und bedeckte sie mit Küssen. .Das je zu vergessen, wäre ja die härteste Strafe, die mich für meine Sünden treffen könnte! Ich bin der Letzte, der Ihnen Ihre Tollheit falsch auslegen dürste. Nein, lassen Sie Ihr Gestündniß den Anker sein, an dem sich di:s schwankende Fahrzeug festklammert in höchste? Noth. 6s ist Licht geworden in meiner Seele seit jenem Tage ich sehe ein hohes Ziel vor Augen: mich Ihrer werth zu machen. Ich darf nicht wagen, nach Ih-' rem Bestie zu streben, schmachbeladen fcie ich bm, aber ich werde die Kraft finden, meine Strafe so zu tragen, wie Sie es von mir erwarten müssen. Das ist der einzige Dank, den ich Aermster der Armen Ihnen bieten kann." Sie hatte'sich langsam aufgerichtet und die Füße zu Boden gestellt. Sie legte nun ihre Hand leicht auf sein Haar und sagte: .Der Aermste der Armen sind Sie nicht. Sie haben ein Kin'd, dessen Herz Sie sich wieder ge winnen dürfen und eine Frau, die Sie liebt!" Er blickte überrafcht zu ihr empor. .Eine Frau?....." .Ja ich bin überzeugt, daß Ihre zweite Frau Sie lieben gelernt hat, weil Sie ihr den Mann gezeigt haben. Das war das Entscheidende! Und nun will ich Ihnen sagen, was wir thun wollen. Wir müssen diese Abenteurerin entlarven, wir müssen die Scheidung durchsetzen und dann müssen Sie nach Amerika zurückkehren und zu Ihrer zweiten Frau sagen: Hier bin ich, ein freier Mann und Dein, wenn Du mir vergeben kannst! Ich glaube, sie wird vergeben." .Du Heilige das würdest Du thun, weil Du mich liebst!" rief Norwig mit bebender Stimme. .Aber sie... nach einem s?lchen Skandal es ist undenkbar!" .Es ist Ihre Pflicht, sich ihr zu stellen." Und wenn sie mich auch wieder ausnähme, wenn sie nicht schon längst die Erinnerung an mich aus ihren Gedanken ausgestrlchen und die Freiheit erlangt hätte, auf's neue zu wählen wenn das alles auch nicht wäre: was könnte ich ihr jetzt noch sein!" .Jetzt wo Sie zu sich selbst zurückgekehrt sind, werden Sie ihr mehr sein als damals! Und wenn sie Sie liebt. man sagt: Liebe zeugt Liebe." Ja, ja, ja tausendmal ja! Fühlst Du das nicht selbst, Marie? Und D denkst nur an andre!" In tiefer Erregung schlug die Komteß die Hände vor ihr glühendes Gesicht. Und dann fühlte sie sich plötzlich von seinen Armen fest umschlossen und seine Stimme raunte ihr mit berauschendem Klänge in's Ohr: .Marie, ich liebe Dich! Es ist ein neuer Frevel, den ich damit begehe, aber ich kann nicht anders ich liebe Dich, ich bete Dich an!" Lange hielt er sie sest umschlossen, dann sagte sie endli,: Wenn Du mich liebst, so gehe. Wir können so nicht miteinander leben. Thue Deine Pflicht ich will Dir helfen. Und dann, wenn alles gekommen ist. wie es kommen soll, dann schicke mir Deinen Sohn! Laß mich seine Mutter sein! Thränen brachen aus seinen Augen. Er versprach alles, n?as sie wollte und dann drängte sie ihn sanft von sich und bedeutete ihm zu gehen. Er gehorchte. Noch an demselben Abend setzte sich Komteß Marie hin und schrieb einen langen Brief an Frau von Norwig. geborne Clark, in NcwYork. Mit einem heiligen Ernste, fast wie eine Mutter zur Tochter spricht, ermähnte sie die ihr unbekannte Dame, über ihren entflobeNen Gemahl nicht 'den Stab ja brechen, wie über einen gemeinen Schwindler. Sie setzte ihr auseinander, daß in der Rückkehr zu seiner besseren Natur eine sichere Gewähr für ihre Zukunft liege, wenn nur ihre Liebe stark genug sei. um ihm die Schmach zu vergessen, die er ihr angethan habe. Von der Verworfenheit der ersten Gattin entwarf sie ein so grell beleuchtetes Bild, daß auch der strengste Richter der?l Manne mildernde Umstände zugebilligt haben würde, der eine solche Zerstörerin seines Lebensglückes als. nicht mehr für sich vorhanden betrachten wollte. Zum Schluß bat sie, zunächst ihr Aufklärung darüber grven zu w2Ä:n, ob sie sich noch als Norwigs Gattin betrachte, und ob sie den reuig zu ihr Zurückkehrenden wieder in Liebe aufnehmen würde, wenn inzwischen die Scheidung von der ersten Frau wirklich erfolgt sei, und selbst wenn dieselbe die Bestrafung seiner Doppelehe in Deutschland nach sich ziehen sollte. Ueber ihr eignes Verhalt niß zu Norwig verlor sie kein Wort: die Empfangerm mußte den Emdruck er halten, als rühre dieses Schreiben von einer älteren Dame her. welche Norwig zur Vertrauten seiner Reue und seiner liebenden Sehnsucht nach der ÄeriS'.'.t nen gemacht rabe. Wenn sie ihn wirk l'kch jemals geliebt hatte, so mutzte diese f i rn! e c r j. eazl welvilae, uno oocy auciz. vernunsrig

k-

Überzeugende Lertheidigungsschrifl um mindesten das Herz der Vcrlauenen tief ergreifen, auch wenn es nicht in yrer Macht lag. durch ihr Entgegen ommen das Geschehen: unzescyeyen zu machen. Graf Pfunzk kehrte nach einigen Tagen aus Berlin zurück, und zwar m iicht besonders heiterer Stimmung; denn er hatte in eingeweihten Kreisen über die wahrscheinliche nächste Zukunft gewisser agrarischer Hoffnungen recht wenig Erfreuliches, ja sogar bestimmte rostlose Prophezeiungen zu hören bekommen. )it Ztolae davon war, van den Urheber seiner kostspieligen Moorkultur mit weit weniger freundlichen Augen ansah, als wie bisher. Der Wege- und Brückenbau war bereits im Gange, zahlreiche Bestellungen gemacht nd die Kaution für dre Pacht erlegt. Inspektor Reusche. der von Anfang an. wenn auch nur aus Bequemlichkeit, gegen die Neuerung eingenommen geween war, triumphirie zetzt und lreß es an bissigen Bemerkungen gegen den vorschnellen Oberverwalter nicht sehen. Auq der Graf konnte sich nicht enthalten, trotz der Achtung, welche er nach wie vor dem überlegenen Geiste Norwigs zollte, hin und wieder seinem Mißmuthe durch den Vorwurf Luft zu machen, daß er docy, als eben erst aus Amerika zurückgekehrt und' besonders mit den mecklenburgischen Marktver haltnrssen gar nicht vertraut, sich fugich etwas langer hatte besinnen sollen. ehe er ihn, den Grafen, zu einer solchen Unternehmung drängte. Herr von Nor?'lg nahm dergleichen Vorwurfe stillchweigend hm, ohr.e sich in seiner Ueberzeugung von der Ersprießlichkeit emeS Wertes irre machen zu lassen. Der qute Graf hatte übrigens in dem Strudel seiner vergnügten Verkirer Tage seiner älteren Tochter nicht vergessen, sondern ihr vielmehr einen reizenden Korbwagen und ein Paar Pony-Grausch!mmel erstanden, welche Nlt dem schon vorhandenen Paar ein stattliches und allerliebstes Viergespann 'iiveten. a die Zkomteß sich von ihrer ctzten Krankheit rasch wieder erholte, c konnte sie auch des väterlichen Ge chen k es bald froh werden. Allerdings gewährte das Kutschieen ihr bei weitem '.:cht dieselbe ubermuthiae Lust wie rüher das Reiten, aber bei dem herabgedrückten Zustand ihrer physischen Kräfte genügte es ihr doch zur Erhalunz des Gleichgewichts zwischen Gel-!es-und Körperkraft. Sie fuhr viel Tth ihrem Vater fpazieren. machte mehr als sonst Besuche h der Umgegend und ußt? sogar ihre Mutter nicht felten zur Theilnahme an diesen Ausfahrten zu verlocken, obwohl die letztere, wie ie sagte, ihr Leben v:e! lieber dem alten HinriH anoeriraule. ie venieg auaz nie oen neuen Ztorvwagen, oyne vorher Gott ihre Seele in einem Stoßgebet zu befehlen. Auffallend war es, daß die KomteZz (" n r es so gesliiienn: 'vermieo, mir errn von Norwig allein auszufahren. Infpektor Reusche glaubte diesen Umstand darauf zurückführen zu dürfen, daß er und Bünkmann die Kunde von dem nächtlichen Abenteuer des Herrn VerWalters mit der schönen Stütze angelegentlichst verbreitet hatten, und daß sie urch das Dienstpersonal asch woql den Weg zu den Ohren der Herrschaften gefunden habe? mute. Daruoer, ob 'das Fräulein freiwillig gegangen oder davongejagt worden fei, war nichts Slcheres zu erfahren. Die einzigen Perfonen im Weichbilde von Räsendorf, welche nach der Entfernung des Fraule'ns noch treu zu ihr hielten, waren die beiden Pastorstöchter! Nach fünfzehntägiaer eifriger Arbeit hatte Meister Fink das Bildniß - de Gräfin vollendet und zwar zur größten Zufriedenheit aller derer, die es zu fes hen bekamen. Der Graf hatte zu Ehren des Künstlers ein kleines Abfchiedsessen veranstaltet und dazu dieiemgen seiner' Nachbarn eingeladen, denen er einiges Kunstverständniß zutraute. Die Veranstaltuna erfüllte vollkommen ihren Zweck, indem sie dem Künstler nicht nur schmeichelhafte Anerkennung, sondern auch einen neuen Auftrag einbrachte. Kurz vor seiner Abreife händigte Fink dem Grafen auch das sauber aus geführt: Aquarell nach der Photographie des Fräuleins Bandemer aus. Der Graf war entzückt davon und verleibte es mit großer Genugthuung seiner Galerie weiblicher Schönheiten ein. in welche er auch den Kunstler einen Blick thun ließ. Hanswurstfink. heuchelte großes Interesse sur die ver, , . r i i . r r j. " " i ciaBien Zeugen menzcyucyer cjroaa,: Mlle er oocy, Daß er ver seinen ein unvergängliches Denkmal in seinem Herzen bewahren würde, ja vielleicht auch in seiner Knnst welch: sU) . .. w thatsächlich späterhin weit schonneits freudiger gestaltete. Zum Schluß ihrer vertraulichen Unterredung hatte übrigens der Graf noch eine Mittheilung aufgespart, welche ihn ilk nicht geringes Erstaunen versetzte. Es gibt doch wirklich Leue, denen man den Schn?erenother durckus nicht ansieht," begann der alte 3raf lachend. Von Ihnen hat mich's weiter nicht gewurt. als meine. Frau mir erzählte.... nun. lassen wir das, die Geschichte ist ja schon vergessen. Wir: sind allzumal Sunder und manzeln des Ruhms nicht wahr, mein lieber Meister Fink, Ha. ha! 215 hätten Sie wohl dusem Duckmäuf??, meinem Nes fen B?a.cken, etwas dergleichen .nzese hen? Ich wurde es n geglaubt haben, wenn ich es nicht mit eignen Augen gesehen hätte! Ich theile Ihnen das natürlich nur unter dem Siegs! der tief iten Verschwiegenhnt mit Sie haven ja aber ein gewisses Anrecht darauf, da es Ihnen ja auch gelungen ist, den kecken Schwindel unseres frommen Fräuleins Sophie zu entdecken." Ah. Sie sprechen von derr sögenannten Fräulein Bandemer?" ' Ja, denken Sie: Als ich bei meinem Neften in Fnedenau einen unangemel

- im Korridor eine Dame an mir vorüber, die ich ganz bestimmt als unser Fräulein Sophie erkannte. Das ist ja bcinshe eine Entfuhrung, was? Wo der gute Emich nur die Kourage hergenommen hat! Na, er ist ja sein freier Herr gönnen wrr-rhm das Abent:ucr! Ich that natürlich, als hätte ict nichts gesehen es wäre dem guten Emich doch vielleicht genant geWesen, von seinem würdigen alten Onkel ertappt zu werden ha ha! Meine Frau darf natürlich nichts davon wissen. Die Konduite der Dame geht uns ja auch nicht das Geringste mehr an, seit sie unserm Hausstände nicht mehr angehört. Helfen Sie mir nur, der Gräfin und meiner Tochter den son derbaren Gedanken, auszureden dem Fräulein gegenüber Polizei spielen zu wollen! Mag sie heißen, wie sie will sie ist zedensalls so hübsch, daß man sie ihrem Berufe, Männer zu bezaubern. nicht gewaltsam entziehen darf! Schönc Hexen werden ja heute, Gott sei Dank, nicht mehr verbrannt!"' In der That lehnte Meister Fink die Bitte der Komteß Marie, ihr seine Hilfe 5r Aufdeckung der Vergangenheit des spurlos verschwundenen Fräuleins zu leihen, höflich, aber entschieden ab. weil er weder das Verhältniß seiner Familie zu der Frau Bandemer. noch etwa die Liebesabenteuer seines jungen P siliimtMM W M A M tyicunut -wuvcuuuuu' uuiu vuuu Strafprozeß an die Oessentlichkeit. gezogen wissen wollte. Vierzehn Tage nach der Abreise Finks langte aus Helgoland ein: schreiben für den Grafen an, irr welchem Karl Egon Emich. Graf und ed ler Herr zu Bencken-Büsterlob seine' Vermählung mit. Fräulein Sophia Eleonore Vandemer anzugte, und unr freundliche Nachsicht bat Nach ,dew ih. nen bekannten Vorgängen' auf Schloß: Nasendorf se? es. seüne Pflicht als Edelmann gewesm, dir unschuldig ge-. krankte Ehre desFrauluns. wieder herzustellen. O edleZ Ares? vvrr. Vüsterlob rief der Graf in komischer Verzweiflung aus, .jetzt erkenne ich Dich wieder!" Die Ausdrücke lebhafter Anerkenn nung für diefe Heldenthat, welche die.' Gräfin für angemessen hielt, entziehen sich der Wiedergabe. Aber die Anspie-' lung auf die bekannten Vorgänge"' blieben ihnen allen: räthselhast. 15. Kcrpirer. ' LitkiZ seriphisch, Likbe". E:n vnhänynikvoüeu ftufe. 5ia Sfritf u9 Italien bnngt UUi'flärun HkN, welche die toll: Lomkeß zu tha:!raftigrm kinzttl,fell anspornell., SräTini Äencke tritt vom, chauplitz ad. Man hatte nicht umhin gekonnt, auch Herrn von Norwig die. erschütternde: Nachrichd von Vetter.- Emichs Heirathi mitzutheilen, und, es hatte diesen nicht Leringe Ueberwindung gekostet, seine llzu lebhaste Antheilnahme nn Busein der Herrschaften nicht an den Tag zu legen. Er suchte umsonst noch an demselben Tage Gelegenheit, mit $om teß Marie, zu sprechen. . Der Graf und seine Frau hatten sich' dahin geeinigt, daß sie die Neuvermahl--ten mit einigen höflichen Zeilen abfin-' den, fortan aber den. Vetter Emich als in's Ausland verzogen, betrachten wollten. Der Graf machte geltend, daß der unglückselige Vüsterloher seinen thörichten Streich bald genug bereuen würde, und dann könne man ihm ja immer noch durch .freundschaftlicheAufklärung aus dex Bredouille helfen. Sollte er sich aber, gar im Besitze, der iei,.den Jntriganrin mit den kleinsUn Füßen glücklich fühlen, so möge man ihn. dari nicht: stören! Komteß. Msräe.' wW nun freilich, an drer Ansicht und erwiderte aufNorwigs völlig rathloses Was mm?", daß sie nun safort an ihren so arg betrogenen Vetter schreiben wolle, um ihm reinen Wein einzuschenlen Norwig wandte., ein, daß dadurch sein Verhältniß zu, dieser Frau früher als beabsichtigt,, das heißt, ehe er aus Amerika Antoext erhalten habe, an dem Tag kämmen würde; doch blieb die Knmteß dabei,, daß endlich dieser.Hydra der Lüge,, ehe ihr immer neue Köpfe wüchsen,, vollends der Garaus gemacht werden müßte. Norwig wr nahezu verzweifeü über diese neue.-Verwi-ckelung seiner Lage, doch die. Komteß war- beinahe heiter gestimmt: dadurch und. führte ans daß sie ja m ganz der immerhin unangenehmen: Nothwcndigkeit überhoben würden einen ScheidunFsprLlzeß anzustreng. dessen Ausgang,, imt alles im Gebiete des Rechtes, unsicher sei. Es ja jetzt nur,. nachzirweifen, daß sie. nicht Fraulein Bandcmtt. sondern rMniehr Josevbine. von Norwia. athentt Schweiß chel,,s.. 'Dadurch würde siefc selbst derr ' ' 1 . - . i f. i Doppelehe überfuhrt und M aerlMMH Auflösung beider Ehen 311 selbstve??. ständliche Folge. NornnF mutzte ize RichtigkeÄ dieses GedanZs zugeb, ilieb.Äc? dabei, daß iyn eine Ahnimg sflge,. habe von seinem! Schicksal iwch schlimmM Wendungen: zu .erwarten. Josephine sei viel zu Äug. als daß sie sich dcht in ihrer n?nm Stellung der , nö.thiAn Deckung noch allen Seitm hin versichert hätte. Er s überzeugt, daß es ihrer Schlauheit lrÄhter fallen würde. einem Richter zu beweisen, daß e? selber nicht Heinz? Nolf von Norwig. -r . . I . cr 41 ifiin, van vtt ncajr ovyT MlNlxmer sei. Seinem Gelöbniß nach konzte er aber nichts curdires thun, ls sich em Willen der Komteß ergebkS. Und sie zÖSeÄ nicht, irem rZauch ten Vetter in einem lanam Briefe die Augen zu öfßMN. Das kkssische Schrei ben der WÄtwe Bandezner lege sie als Beweisstück bei. Aus der Andeutung am Schlüsse seiner lrathsanzelge ver muthete sie ganz richtig, daß Fräulein Sophie ihre Entlassung als Folge u qend eines harmlosen Annäherungsver suches dargestellt habe, und verfehlte niöt. auch dtescn Schwindel in das rechte Licht zu rücken. (Fortsetzung folgt.)

beten Abschiedsbesuch machte, huschte

Mr die Wiche. Spanischer Salat (Gas pacho"). Altbackene Semmel, Zwiebeln, frische Gurken und Tomatm werden (alles zu gleichen Theilen) sein würfelig geschnitten und mit der sehr reichlichen Sauce, die man vorher auS mildem Essig, viel gutem Oel, etwa? Salz und Pfeffer bereitet hat, durch-? gemengt. Der Salat muß, um gehörig zu durchziehen", 'wenigstens ine halbe Stunde vor dem Auftragen gemischt werden. Er schmeckt ungemein trfrischend. . iGebackene Kalbszunge. Man kocht die Kalbszunge, welche vorher abgewaschen wird, in der Fleischbrühe oder auch m Salzwasscr weich, häutet sie ab unÄ schneidet sie der Länge nach in ziver Theile, salzt und pfeffert dieselben, wendet sie in verrührtem Ei' und dann in Semmelmehl nm und backt sie in heißem Schmalz goldgelb. Wird möt Kartoffelsalab gegeben. Gebratene H'ühnchen mit G' u r k e n sa l a-t.. Mehrere junge Hühner werden gereinigt, gesengt, ausgenommen, inwendig mit Salz bestreut, dressirt, an den' Spieß gesteckt, von außen gsalzew und rmter fleißigem Begießen mit Butter bei hellem Feuer gebraten;- sobald sie beinahe gar sind, überstreut man sie' nrik geriebener Semmel, beträufelt sie mit Butter, läßt sie bräunen und gibt sie mit Kopfsalat, .Gurkensalat. Stachelbeercompott und dergleichen zn Tisch. D"v hrewe'r- S'talrgelgerwü s e. Nur ganz- zarte- Spargel eignen sich zur Bereitung dieses Vortreffllchen Gemüses'. Marr schneidet alle Spargel zu' gleicher- Länge, etwa 4 Zoll, zurech't, bindet sie in Bündchen und kocht sie- auf bekannte Weife ire Salzwasser-, dem man ein kleines Stück Butter, eine' Cltrvnenscheibe rcnd ganz roenig Zucker- zusetzt. Schon elNlg5 Zeit früher, als' man die Spargel kochit, hat man die abgeschnittenen untereir Spargelenden' irr Kalbfleisch- oder Hühnerbouillon mit' etwas Petersiliengrün und Wurzelwerk ganz weich gekocht, damw maw dieses durchstreichen kann, wobei' man darauf achten muk.

daß das Durchreiben vollendet ist, wenn die großen Spargel fast gar sind. Der Spargelbrei wird mit einigen Eigelb, einem Stuck frischer Butter und wenig Spargelwasser verrührt, und alsdaml, sowie e? heiß geworden ist (man darf ihnr jcr nicht kochen lassen!) über die auf heißer- Schüssel cmgericheten Spargel' aemllt. Gerollte Ochsenfteisck. Zwei Pfund Rümpsteakfleisch, das nicht zu dick geschnitten sem darf, legt man auf ein- Brett und rollt mit dem Kuchenroller- mehreremal darüber hin, damit die Fläche' recht glatt wird, bestreicht sie Mit unteir beschriebener Farce, rollt das Fleisch ganz fest zusammen, wickelt es m ein reines Tuch, dessen Enden- man- fest' verknotet, und kocht das Ganze- in schwacher Fleischbrühe ungefähr zwei' Stunden. Aus der Brühe- genommen- läßt man das Fleisch fast kalt- werden, bindet daS Tuch, falls es sich gelockert haben sollte. wieder sest und preßt dte Rolle zwi schen zwei flächen- Brettern, die man uchtig beschwert, so 'lange, bis sie völia erkaltet ist. Zum- S'ervfren entfernt man das' Tuch-und übergießt daK Fleifch mit Aspie? welcher auch zunr Garniren- verwendet' wird,, indem man Blätter davon- schneidet bnd damit die Oberfläche- der Rolle- verziert. ffarce: Ein- Viertelpfund von Sehnen und Fett befreites-Kalbfleisch, das man 15 Minuten- in- Butter- kocht, wird in der Hackmaschine- fein- aewiegt, hierf gibt man-21 Umen-iw kochender Milch geweichte Vrotkwmen-. 2j Unzen ge wiegten chrnten- over- Z'unae. einen Eßlöffel voll gewagter-Petersilie, eine Kleinigkeit Thymian, die gehackte Schale- einer- halben Citrone, e'twnS Muskatblllthe; gerieben? Muskatnuß, Salz und CävennelZkifer. Mair mifcht -diese Ingredienzen wohl zufammen und feuchtet' sie-mit einem Ei jm. Gefüllte Lrnz;,r Torte. Es' werden eitr halbes Pfund Mehl, ein halbes Pfund süße and eine Unze bittere geriebene- Mandeln, ein halbes Pfund Zucker.- llnzen- frische Birtter, 2 rohe und3 hartgekochte durchpassirte Eidotter.- die kleingeschnittene Schale einer Citrone- und 2 Eßlöffel feiner Rum zu- einem Tncn? vermiß, den man vor dem Verarbeiten eine Stunde kaltstellt' linde dann 1 zwei dunni, Platten- ausrollt, dre man auf einer Seite imt' Mstnraemelade bestreicht und aufeinander- legt, mit Ei Lepinselt, mit Zucker besinnt und bei mäßiger Hitze- eine hziöe dreiviertec Stunde bäckt.. E rd b tfr?-B tx b b I -n ca. 4 Oranaeu und eine- Citrone werden zerfchnitim,, ausaeprekr und der 'Sah dnrck 'ein reines Tuch laufen gesassen (man: Dur va? am besten am Mend zuv??) Knapp ein hilbes Pfund Mucker wird alsdann geläutert und erkalten lassen, dann fügt man knapp nne Unze ausgelost? Gelstme hinzu, giebt den Saft yine?r un) lafct vres & weit erkalten, dah eS gerade im BeFeiff siebt, sth zn fefiiqen. Dann treiÄ man dreiQuart Ädbeeri. wohl geeinigt und gewa schen durch ein Sb. versüßt diese 5ut nnd rührt rQederilm eine Unze Gelaune hinzu. Dies -rührt man auf Eis. ebenfalls bi$ es beginnt zu stocken. Eine ZZorm whft nun mit süßem Mandelöl ausgerieZen, eine Lage von der klaren Slllz Hineingegeben, danit Erdbeeren-iWee, dann eine Lage LaKrikllvZ VntK PC X 0'k4 k; wit.t ui;'viii(u Gelee und zuletzt wieder Sülze. So läßt man alles erstarren, stürzt beim Serviren die Form, belegt sie obenauf und. rundum mit großen, gezuckerten Erdk..-i"n rrh reickt Ladies-F?naeH" und Schlagsahne dazu.