Indiana Tribüne, Volume 18, Number 274, Indianapolis, Marion County, 23 June 1895 — Page 6
Ö
MüKlw.rke.
Von I. G. Fischer. .Eich da, wie an, des Baches Rans Sandkörncherr rieseln ab die Wand, Das rinnt wie in der MühK; Sie rücken von den Bergen her. fort und fort bis in das Meer. Dort sind sie erst am Ziele. D Herz, und was du selber thni Und eilst und rieselst 'und nicht ruhst Treibt auch wie eine Mühle; Nu? treiben wir's von gestern her. We? weiß, und morgen schon nicht mehr, 'So sind wir bald am Ziele. Doch Berge hier und Meere dort Und Sand und Sandkorn fort und fort. Wie viele noch, wie viele! Bis daß die Meere voll und satt, Die weite Erde glatt und platt Und still die ganze Mühle. Die Zrauen und das Studium In den Vereinigten Staaten äst das Universitätsstudium . den Frauen am längsten erschlossen. In 23 Staaten der Union können sie die Advocatur uusüben und es gibt m unserem Lande G433 weibliche Aerzte, darunter 850 Mopathinnen. 130 Homöopathinnen, 70 Jrrenärztinnen, 67 Orthopädistinnen, 610 Spezialistinnen für FrauenZrankenheiten, 40 für Nasen- und Dhrenleiden u. s. w.; 30 beschäftigen sich mit Elektrotherapie. 95 sind LeiteTtnnen von Hospitälern und 70 lehren an meicinischen Facultäten. In Frankreich wurden die Frauen 1863 Vdra Studium zugelassen. Das erste Diplom der Sorbonne erhielt eine Ma4hematik:rin, den ersten medicinischen Doctortitel eine Engländerin. Als Studentinnen der Nechte wurden von 'der Pariser Facultät bis jetzt drei Frauen tmmatriculirt. Während England und Irland den Frauen schon längst ihre Universitäten zugänglich yemacht hatten, verhielt sich Schottiland bis vor .Kurzem ablehnend. Neurrdinzs aber werden Studentinnen auch an den schottischen Universitäten zugelassen. Dasselbe gilt von den Medicin ischen Hochschulen in den englochen Colonien. In London practiciren zur Zeit 4? Aerztinnen. im übrigen England noch 114. Rußland hat eine Hochschule für weibliche Studisende gegründet, deren Angelegenheiten durch ein: Verfügung vom 2. August 1890 geregelt wurden. Ebenso ist den Frauen in Rußland seit zwei Jahren die Ausübung der Funktionen als Wundarztgchilfinnen in den Bezirken sämmtlicherEisenbahnverwaltunen erlaubt. In Petersburg sind 15 Aerzt 'innen von der Stadt angestellt. Der 'Lldvocateniberuf ist den russischen Frauen jedoch durch Erlaß vom 7. Ja fcuar 1876 ausdrücklich untersagt. In Schweden, Norwegen und Dänemark legt das Gesetz den Frauen in Bezug aus Jmmatriculation und Erwerbung r akademischen Grade keine Schmiß rigkeiten in den Weg. es gewährt ihnen aber kein Recht, irgend ein staatliches Amt zu bekleiden. In Holland und in Belgien können die Frauen all: Borle sungen hören und in allen Facultäten Grade erwerben; in Belgien gibt es Zahlreiche Aerztinnen und Apothekrinnen. Das Hauptcontingent der Stukentinncii hat in Europa die Schweiz nufzuweisen; es gibt an den fünf schweizerischen Hochschulen zur Zeit etwa 550 freie und Mmatriculirte Zu. Hörerinnen; an der Züricher Univerfität docirt sogar eine Juristin, Frau tüz. Emilie Kempin. In Italien wer den die Frauen zu sämmtlichen Hochschulen zugelassen, und es ist ihnen die Ausübung aller freien Berussarten. mit Ausnahme der Advocatur, gestatitn. Die rumänischen Universitäten Rajiy und Bukarest stehen den Frauen .ebenfalls offen. In Oesterreich-Ungarn und Spanien ist den Frauen dagegen der Zutritt zu den Hochschulen noch gesetzlich untersagt, ebenso in Deutsch land, wo sie weder zur Jmmatriculaiion, noch zu den Prüfungen zuzelassen werden. 1871 bis 1880 gab es zwar in Leipzig einige freie Zuhörerin nen, diese Concession wurde jedoch seit her zurückzogen, und dasselbe ist seit 1880 auch in Bayern der Fall. In Preußen ist erst in jüngster Zeit und in ganz vereinzelten Fällen Frauen durch besondere Verfügung des Kulrusministers' gestattet worden, bei einiyen Professoren schönwissenschaftliche Borlesungen zu hören. Trost im Leid. Auch für des Schicksals allerdiefste Wunden Hat Dir der Schöpfe? einen Trost ve? liefc'n! Beherz'ge ihn in allen bittern Stun den: Zeit ist der Arzt. Geduld die Medicin. Eine feinfühlige Natur. Studiosus Spundloch: Wenn ich Abends etwas zu stark illuminirt nach Hause gehe, verlasse ich mich ganz auf meinen Leo. Er führt mich sicher an der Schnur bis vor die Hauschür. Dort bleibt er stehen und ermuntert mich, indem er mich mit der Rase an den Kniekehlen kitzelt." Studiosus ' Susshuhn: Ach, liebes Spundloch, das ist noch gar nichts. Dein Leo ist gegen meinen Nero der reine Waisenknaöe. Habe ich mal Begleitung nöthig, nehme ich Neros Schwanz in die Hand und kann dann seelnruhig die Augen schließen. Mein Nero täuscht mich niemals. Sobald wir nämlich bei meiner Wohnung angekommen sind, werde ich sofort durch den erregteren Pulsschlag des Hundes erweckt, öffn die Augen und gehe vergnögt zu Bett.
Ewer, der nicht ilcin sagen Kann.
Selbstbekenntnisse von Ambrosius Hampe. Mein Freund v. Jenner yatte sich verlobt. Was man so nennt. Er war im Begriffe, eine seinem ezimirten.aber unter Realcredit gesetzten Stande angemessene Partie zu machen. Wir wollen hierüber nicht in's Detail gehen. Er könnte es mir übel nehmen. 5ines Morgens kam er zu mir. Ich saß und las meine Zeitung. Sein ganzes Auftreten stand mit dieser Lektüre im allergrößten Widerspruch. Denn et fuhr sich durch die Haare, so viele er deren' noch hatte und war ethemws von der Hast, mit welcher er die Treppe meines Hauses emporgestürmt war. Jenner wohnt in einem meiner Häuser, die Straße weiter rauf, zur Miethe. Höre.Hampel." l,chtc er. Du hast viel für mick aetban. sehr viel, und ob DuMinen Mammon wieder bekommst, das hängt ganz davon ab, ob aus meiner Partie etwas wird oder nicht." TiA nickte ihm meine Zustimmung zu, und er schenkte sich ein Glas Eognac ein. der stets lur ihn aus meinem Tische bereit steht. -Diese Partie ist in Gefahr, sich zu zerschlagen, wenn Du nicht fümich in die Bresche springst. Hampelchen! Du birt immer der nächste dazu. Tu vi : mein Wirjh. Lies !" Er breitete ein Telegramm vor mir auf dem Tische aus. '6ttt von Aerlobuna. Komme um zu gratuliren. Erwarte mich auf dem Bahnhos. Dr Uhr sechszehn Nachmittag. Hermin Nun?" fragte ich. Hampelchen nun denke Dir, diese Verlegenheit. Wir haben Probe bei meiner Braut von der Schulreiterin und ich kann ich darf ich: fehlen. Alles steht auf demSpiel. Geh' Du und empfange sie. theile ihr nit, daß ich sie nicht vergeben werde, daß ich sie nach wie vor in gewissem Sinne weißt Du liebe und hochchätze. natürlich, verehre, verstehst Du. Hampelchen, daß ich aber jetzt daß ich jetzt keine Minute frei habe und auch kein Geld versprich ihr, was Du willst, Hampelchen, nur halte sie letzt von mir ab. Du weißt ja, was auf dem Spiele steht alles auch was Du auf mich gesetzt hast und was ich sicher durch's Ziel tragen werde, wenn nun, wenn diese Hermine nicht mit mir rempelt " Du sprichst, als ob sie ein Pferd wäre, wagte ia oejcye:!:njt zu vemeren. Erster Klasse, sag' ich Dir. erster Klasse Vollblut ich meine, wenn sie eins wäre. Vorläufig ist sie trag!che Liebhaberin am stadttheater zu zu Dings da geivesen; Du weißt a, wo ich in Garnison stand; da machte sich das so: ich ritt die schönsten Pferde und schrieb Tragödien. Sie protegirte mich, und ich erwies mich dankbar. Jetzt ist sie 'außer Engagement. oder noch nicht wieder drin. Das ist eben das Unglück. Wenn diese Damen nichts zu thun haben, geschminkt und in ihrem Element, dann suchen sie ich etwas außerhalb desselben " Ungeschminkt." meinte ich hinzuetzen zu müssen. Aber immer Scenen " Sie wird .mir eine Flasche Petroeum in's Gesicht gießen Oleum, wollt' ich sagen." Kenner faßte meinenArm am Handgelenk und sah mir lange treuherzig n's Gesicht. Das befürchte nicht." sagte er beruhigend, es wäre auch schade um Deine chönen Augen. Aber so ist Hermine nicht. Du weißt. Lessing sagte: Das Weib ist die Krone der Schöpfung. Und das bezieht sich auf diese Heroine." Er hat sie gekannt?" frag!: ich erstaunt. Er hat sie wenigstens vorausgeahnt." Du machst mich neugierig." sagte ich, indessen Kein indessen, kein aber hier!" Er legte eine Photographie vor mich auf den Tisch. Alle Wetter!" Man denke sich die bessere Hälfte unseres griechischen Obertertiaaottes Zeus, seine Juno im Costüm einer Messalina und man hat Herminen vor Augen. Ich spitzte die Lippen und pfiff. Also das ist sie! Sie wird sich aar nicht herablassen, mit mir zu reden," meinte ich. Zeige ihr Deine sieben Häuser. Hampelchen." lochte Jenner. Schnöde Ironie, als ob ich sonst nichts hätte. Vermuthlich eine Anspielung auf mein Toup. Indessen " Was wolNe ich machen. Ich willigte in die Mission. Er band es mir auf die Seele, den Zorn dieser Göttin von ihm abzuwehren und sie vor allen Dingen von dem Hause seiner Braut fern zu halten. Er würde alle sein: Versprechungen erfüllen. sie sollte ihm nur Zeit lassen. Ich sollte ihr tüchtig Weihrauch streuen, ihr mit dem Weihwedel di: Nase ein-
schlagen," so drückte er sich' aus. Auch gab er mir ein -paar Zeilen vx meiner Legitimation.
Während ich sonst um drei Uhr m. ne? Mittagsruhe nachgehe oder nachsitze wallte ich diesmal nach dem Anhalten Bahnhof, die Photographie der Erwarteten in Händen, und stellte mich am Perron auf. Man hätte mich für einen Detectiv halten können, deinaber hatte ich vorgebeugt. Ich hatte Lackstiefe! angezoaen. ein karrirtes Beinkleid und meiren Verlobungsrock in welchem ich mich wenigstens einmal habe verloben sollen. ctun, ich machte den Eindruck eines Bräutigams oder eines Komikers von Adolf Ernst-Theater. Der Dresdener Zug kam Juno schwebte heran. Unverkennbar: Ganz Hermine, wie Jcnner sie mir g?sck'.1dert hatte,im stahlblauen Seidenkleid, der ersten Klasse entsteigend wie die Göttin, dem Wolkenwagen von Pfauen gezogen. Ich verbeugte mich tief und zog den Hut. an sie herantretend. Ah sind Sie's. Herr Direktor?rief sie freudig überrascht, aber mit einer Pose aus der Jungfrau". Nicht ganz, gnadigstes Fraulem, sagte ich mit gewohnter Geistesgegenwart, nicht gerade Director, große Menschendarstellerin, sondern nur Hausbesitzer sechsfacher Hausbesitzer. Der Herr v. Jenner gehört zu meinen Miethern, und ich vertrete ihn gewissermaßen, gnädigstes Fräulein und begnadetste Seelenmalerin zu Jhrem tiefunterthänigsten Empfange Dabei überreichte ich ihr die Zeilen von Jenners Hand. Während sie dieselben durchslog, dachte ich darüber nach, wie so sehr verwirrend auf ein noch unvrdorbenes Männergemüth doch ein solcher kölick aus Heroinenaugen wirken kann. viel Besinnung behielt ich indeen doch, daß es mir nicht entging, wie besänftigend und erhebend zugleich meine Epitheta: "begnadetste Seelenmalerin" und große Menschendarstelerin" auf sie einwirkten. Bei lebem dieser Ausdrücke wuchs sie förmlich um einen Zoll in die Höhe und wurde um hundert Ellen herablassender. Geniale Künstlerin," fuhr ich fort. wieder das Zoll- und Ellenphänomen mein Freund und Miether Jenner kann nicht in Person kommen aber " Er konnte sich kaum würdiger v:rreten lassen," erhob Hermine, das Haupt nach vorn neigend, die Heroinenstimme besser gesagt das zerzerschutternde Organ. Hier ist mein Gepäckschein." Sehr freundlich " Nach dem Hotel de Nome " Dabei zerknitterte sie Jenner's Brief wie die Königin Elisabeth- das beannte Aktenstück, Leicester's Verrath bekundend, und winkte mir zu folgen. Während ich mich mit ihrem Gepäck beschäftigte, unterhielt sich die Heroine mit einem lleinen Herrn, der soeben ingetroffen war, auf das angelegen:ichste und reichte ihm, als ich die Droschke beorderte, die Hand. ,Adieu, rnon directeur! Au revoir a onze lieures!" fo rief sie ihm zu und winkte Mir, auf dem Bock Platz zu nehmen, da ihr Gepäck, das sie, um es unterm Auge zu haben, in's Coupe genommen, und die Zofe, welche sich mittlerweile noch mit ewigen Handaschen und einem Schoßhund eingestellt hatte, den Raum zu sehr beengten. Es begann nun für mich eine Zelt. wie ich sie schöner nie verlebt habe. Ich durfte mich ganz dem Dienste dieser Priesterin der Musen widmen, durfte mit ihr zuweilen dlniren und soupiren, durste ihr so oft wie möglich Brillanen schenken, alle' Morgen Bouquets in's Haus schicken und alle Abend für Claque sorgen, denn sie gastirte als Medea. als Sappho. als Messalina. und ich was sollte ich thun? Ich betete sie an. Und sie verstand es. ihre Anbeter in lialciiu zu halten, wie Napoleon I. seine Couriere. Jenner bekam ich wahrend der ganzen Zeit kaum zu Gesichte. Das Gastspiel war vorüber, es kam die Zeit der Nuhe. der Ue5krleaunq. der Besinnung und des Abschiedes. Ich stellte mich zum Lever ein. Nun, mein geschätzter Freund," so empfing sie mich in einem Morgenkostüm von geblümter Seide, das in
mtiken Falten ihr: muskulös ciselirkn Formen umwand, revenons a aos rnoiitons. Ich erinnere mich, daß Sie meinen Freund v.Jenner vertreten. Wann hat diese Vertretung ein Ende? Wo steckt er?" Ach ja, mein Freund Jenner," haspelte ich heraus, mächtige Seelen xialerin ist es mir nicht gelungen, hn vergessen zu machen?" Sie runzelte die Stirn und das sah nach etwas aus, wenn sie dieStirn runzelte. Das Surrogat," sagte sie, indem :in Zug feiner Ironie ihre Nasenflll. zel umspielte, ist vortrefflich, aber es 'ntschädigt uns nicht für den echten Urtik?l. Jennzr schrieb mir in jenem öriefe. durck den Sie sich be! mir einführten, daß Sie Vollmacht hätten, illes zu applaniren. Es giebt gewisse Aersprechungen, die man nicht auf dem Wege der Stellvertretung erledigt. Daß meine Carriere sich in aufsteigender Linie bewegt, läßt mich nicht vergessen, raß ich aus Liebe zu diesemManne, den Sie Freund nennen und den Sie vertreten, drei erste Partien ausgeschlagen habe, darunter eine siebenzackige Krone. Ich könnte jetzt als Gräfin vor Ihnen stehen, statt als arme Komödiantin, die hinkend dem
klenden Thespiskarren nachläuft, und im Schweiße ihres Angesichts die schnöde Masse vergeblich zur Höhe reiner Poesie zu erheben sich bemüht.wenn :r mich armes Weib nicht schnöde betrogen hätte. Er versprach mir, als kch in meines Lsbens Lenz, ein ahn'ungsloses Reh, seinen Pfad kreuzte, die Ehe." Sie hob sich wie ein ProMin des Unbeils fast zur Decke empor und sprühte mick mit einem zerschmetternden Blicke an, so daß ich zurückbebte und fast ihren Schoßhund todt getreten hätte. Aber das routinirte Vieh war auf seiner Hur and verkroch sich unter dem Sopha. Und nun geht er hin und verlobt sich mit einer zimperlichen, milchgesichtigen Bouroeoise ?" Im Lapidarslchl sprach sie diese Worte, die wie Felsblöcke des Polyphem an mir vorüber sausten. Ha ! Schnöde Schandthat des undankbaren Geschöpfes Mann genannt!" Ich werde ihm Vorstellungen maöen." stotterte ich zerknirscht und die Perlen der Angst von der Stirn toi schend. Sie deutete mit mächtiger Pose und ausgestrecktem Zeigefinger voll bebender Entrüstung auf einen silbernen Dolch, den sie als Medea im Haar trug, dessen Griff aber den heiligen Petrus mit dem Schlüssel darstellte. Dies Werkzeug der Rache," sagte sie. entweihe ich mit seinem Herz!!! blut, wenn er sich vor mein Angesicht wagt. Sie haben Vollmacht! Wie gedenkt er mich für meine verlorene Jugend und die siebenzackige Kroneu entschädigen, er der erbärmlichste eller Sterblichen, der nun ein reiches Weib heimführt." Ich garantire, daß Jenner's Absichten die besten sind," stieß ich heraus und wollte mich zurückziehen, um den erbärmlichsten aller Sterblichen an seine Pflichten zu mahnen, aber sie trat niir mit großen weitausgeholten Räuberschritten in den Weg. Nicht von der Stelle!" herrschte sie mich an. Dort ist Tinte! Feder!! Und das Dokument!!!" In der That, auf dem Tische fand ich ein Dokument vor, durch welches ich die Vüras,ist für eine Summe von zehntausend Mark übernahm, welche Jenner bereits als Entschädigung für sein gebrochenes Eheversprechen zugestanden hatte. Es ist nur eine leere Förmlichkeit," sagte Hermine, aber ich bedarf einer solchen Bürgschaft, um meine gierigen Gläubiger von meiner Fährte abzulenken. Sie laufen ja keine Gefahr. Sie garantiren ja. Und ohne die Unterfchrift eines Ehrenmannes, wie Sie es sind, ist dies elende Papier ein bloßer Wisch!! Und mit einem solchen lasse ich mich lassen sich die Hat pyen, die mir nachjagen, nicht abfertiqen. Stellvertreter! Thue Deine Pflicht!" Ihrem legten Worte gab sie eine solche Jmpragnation dämonischer Verachtung. daß ich willenlos und geknickt auf den Sessel sank und zu dem mit Recht empörten-Weibe aufschaute. Ihr Blick ruhte aus mir wie der der Anakondaschlange, welche das arme zit ternde Vögelein in seinem Neste auf-
S'4 Jahre sind seitdem vergangen. Jen er hat geheirathet. Sie haädrei reilende Kinderchen aber kein Vermögen mehr. Sie hat sich scheiden lassen. Er ist in Australien und sucht Gold. Und ich bin u. A. auch um zehntausend Mark ärmer. Ich zahlte sie mit einer Hypothek gern und bereitwillig, in Trauer um meinen Freund. . Asse und Gigerl. Ein ironischer Gatte. Frau: Du, heute hat mich unser Nachbar eine Grazie genannt!" Mann: Verzeih' ihm diese Unbesonnenheit!" Stimmt. Tante: Höre, Ella, es pat sich aber gar nicht, daß Du Deinen Bräutigam ohne Licht die Treppe hinab begleitest." Ella: Aber Tantchen, er ist. doch mein Licht!" In der Militärschwimm schule. Lieutenant (für sich): Kerl schlangelt jerade so .vcrgnügt herum wie 'ne verliebte Wassernixe, wenn le mir je eh rt baden könnte." Zweideutig. . Arzt (zur Gattin des Patienten): Ich fürchte, liebe Frau, Ihr Mann verliert den Verstand." Gattin: Aber, meirc Gott, wie ist denn daö möglich?" Im Zweifel. Sie sind der Beleidigung ange!lagt. Sie sollen den Rentier Schmidt öffentlich ein Rhinozeros genannt haben." Angeklagter: Na, wer hat denn geklagt, derSchmidt der da? Rhinozeros?" Gewinn und Verlust. Perdita: Wenn Du fortfährst, mit meinem Vater Poker zu spielen-, werde ich Dich nicht heirathen."' Jack: Wenn Dein Vater noch länger mit mir Poker spielt, werde ich es auch gar nicht mehr nöthig haben." Zwang der Etikette. Mutter: Johnny, geh' zum Grocer und hole ein Pfund schwarzen Thee." Johnny: Ich hörte Papa sagen, er Nebe nicht schwarzen Thee." Mutter: Das ist ganz gleich, was Papa szgt. Wir sind in Trauer." Bauern - Eitelkeit. Hiesei: Wie i in der Stadt war, hab' i mir a goldene Uhr 'kauft und hab' mi damit glei abfortografiarn lass'n." Burgei: Auf'm Büld siech ! aber ka Uhr net; wo hast es denn g'habt?" Hiesel: No, wo hätt' i's denn hab'n foll'n? Wo halt d' Stadtleut die Uhr hab'n im Westentasch!!" Gemüthlich. Up en mecklenbörgschen Gaudshof fteiht 'ne upslagen Halwsches' vör de Dör. De Herr kümmt nah buten. un as hei de smarten Regenwolken an'n Hewen tau seihn kriggt, frögg! 'hei sinen Kutscher: Segz mal. Krischan, süll'n wl woll ball Regen kriegen?" Je, Herr, dcrt weit ick ok nich." Wat meinst Du, Krischan, will'n wi dat Verdeck von den Wagen nich leiwer upklappen?" Je, Herr, mi kann't egal sin, ick sitt 10 dvch bm irW
sucbt und es hypnotisirt.. vinkte. ' Ich schrieb.
I 1 I I ! I ? " '" ffÄS) lll ll
dgk , MWW ' 'fX -t'ÄvT 'Wif&&i8 innhw h!i MMMÄ
Eingegangen.
Ein Tisch voll Bauern saß Abends gemüthlich beisammen, da machte einer den Vorschlag, auf ein gegebenes Zeichen sollte jeder gleichzeitig mit dem Finger auf einen von ihnen deuten und der, auf welchen die meisten hinwiesen, müsse die Zeche zahlen. Der Vorschlag fand Beifall; einer zählte eins, zwei, drei, und der Moosbauer mußte die Zeche bezahlen, denn auf ihn zeigten die meisten. Der Moosbauer, aber bildete sich ein, das Ganze sei vorher abgemacht gewesen, und da er sich für gescheiter als die andern hielt und auch nicht allein hereinfallen wollte, schlug er vor, man solle gleich bestimmen, wer morgen Abend die Zeche zu zahlen hätte, morgen müsse aber der zahlen, auf den jetzt die wenigsten hinwiesen. Die Bauern thaten ihm den Willen und auf drei" zeigte der Moosbauer schnell auf einen der Umsitzenden. Die schlauen Bauern aber hatten jeder auf sich selbst gezeigt und so mußte der kluge Moosbauer unter dem Geläckter der anderen abermals die Zeche zahlen. Bitter. Jsidor Courseles: Lea, sing' mir ä Schlummerlied, daß ich kann schlafen." Lea: Warum willst Du schlafen?" Jsido? Courseles: Damit ich kann vergessen, was mer hat gekostet Deine musikalische Ausbildung!" Schreckliche Drohung Also Dein Mann hat eingewilligt, daß Du im Wohlihätigkeitsconcert mitsingen darfst; wie hcrst Du ihn denn so herumzekriegt?" ' Ich habe ihm einfach gesagt, wenn ich uicht da singe, singe ich zu Haus!." Neues' einradiges Wüsten-Sicherheits-Velociped. (System Sieb".) Gar z. eifersüchtig. Sie: Nun, woran hast Du gedacht, als ich fort war,Männchen?" Er: An nichts." Sie: Fritz. Fritz, Du liebst mich nicht mehr!" U t d e S ch o o I. Lehrer: Korl, Wat verstehst Du ünner enen wietläpigen Verwandten?" Schüler: Wenn man enen Vadder hatt, de. Breefdräger is!Aufrichtig. Aron: Herr Mandelblüh, gchern habe ich Sie hoch zu Roß gesehen. Sagen Sie mir mal aufrichtig, ist das Netten wirklich so m nu f. onr bin vor Angst und Schwitzen noch 1 nicht zum Vergnügen gekommen."
MMmh wffl 75 -j ir " i. x 7T I II Um WMWmr.
lM,sK
em grotze ergngenz err VJiCin dclbluh: Wirklich! 's ist a seines Ver. anüaen! Aber aufrichtig -gestanden, ich
?ie Dlavierstcuer und ihre Zolgen. In Klanghausen haben die hsKohlmeisen Stadtväter eine Klaviersteuer eingeführt erstens natürlich, m den Stadtsäckel zu füllen und zwe tens, um durch Einschränkung deS vielen unberufenen Klavierspielens die Pflege eines rein künstlerischen SpieleZ in der Stadt zu erzielen."
Der Erfolg war aber ein von den ochwohlweisen ungeahnter, wie einige Beispiele zeigen mögen. Der Herr Nath Kräuselmayer, der vier Buben hat, kauft um die neue Steuer zu umgehen und die Kinder doch Musik tretben zu lassen, zwei Geigen, eine Flöte und eine Ziehharmonika Klavier wird in dieser Familie also nicht gespielt werden die Nachbarschaft aber kann sich auf den Kunstgenuß freuen. Der Herr Secretär Pimpfinger verweigert seiner Tochter ganz energisch das Geld zu neuen Noten, da die Steuer bezahlt werden soll und em pfiehlt ihr, die alten Stücke öfter zu spielen. Sofort kündigt der Mieths mann bei neuen Stücken wäre er vielleicht geblieben; aber die alten noch öfter anzuhören als bisher, war ihr unmöglich. Die Frau pensionirte Rittmeister Stübler läßt, ebenfalls der hohen Steuer wegen. dasKlavier absolut nicht mehr stimmen ein weiterer Kunst"Genuß sür Klanghausen. Fräulein Eulalia, übrigens eine In denschastliche Birtuosin" spielt jetzt am Tage statt wie bisher drei sie ben Stunden, um der Steuer wegen, Licht zu sparen. Von Anschaffung neuer Instrumente, um di: alten keine Stimmung mehr haltenden, schnür renden, quitschenden, schreienden zu? Seite zu bringen, ist, wieder eine Folg? der Steuer, un ganzen Städtchen lein Rede mchr. Eine fernere Annehmlichkeit,, welche die neue Steuer geschaffen, ist weiter die, daß man, um die Instrumente bef ser auszunützen, sich zu zweien oder dreien vereint um auf dem einmal, beisteuerten Instrumente vier- oder, sechs händig zu arbeiten." Am stärksten aber saß der Pfeil Fräulein Orphelia Gutherz's im. Rü. ckra der unvorsichtigen Stadbäten Die ältere Jungfrau hatte kurz nach Ewführung -der Klaviersteuer das Zellliche gesegnet uni der durch diese barbari sche Maßnahme hauptsächlich hart bet?ofsenen Jugend beiderlei Geschlechts 'der guten Stadt Klanghausen achähr. Uch (!) 2 Violürm. 4 Flöt:, 5 TrMIieln. 6 Ocariua's, 5 MÄultrommeln, 4 ZiehhariMn'cka's, 10 Mundharmoni, kas, 2 Paar Tschiwllen, eine große Trommel. 3 Triangeln vermacht : Damit dieselbe, trotz dieser gesetz. lichen Vcschränkung, ihrer Neigung zur edlen Kunst der Musik keinen Abbruch zu thcn brauche!" Verkehrte Welt. Gene. ralsköchin (zum Dienstmädchen): sage Dir, mein Gefreiter ist verwöhn itt als mein General!" Zerstreut. Professor (die Innenseite seines Eherings betracht tend): Da steht: den 23. Jcrnuar 1863 und den 9. August Jetzt weiß ich wirklich nicht mehr, welches: von Beiden das Datum, meiner Verlo bung und welches dasjenige meinem sZochzeit ist!" ...
'iuyr
