Indiana Tribüne, Volume 18, Number 274, Indianapolis, Marion County, 23 June 1895 — Page 10

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Offene Volkssprache unv gesunder V!en sidenverttand von Tr. . . -ote. enthält Sapitkl über iMm Uriacken und erdu tung von Srankhett, Privat Lektüre für i "j ' . mm ijj !fe .r,-- I Ia$ Männer nnd Frauen, Aufsätze für Jung uno Sllt über eheliches rgiBiu Miier! j$ra 'I. j Glück, geschlechtliche Erschovsunaunooeren Wiederberuelluna. Seiten m i 1 200 1 1 lußrrattontn . Ei.. e-tt Körte Mi3 in vracfct vollem ftarbenbruif au jelUDtien xai ten. Nebst Anhang on über 200 9tepttn. topuUie ttuaabe. Preis 11 50 porto frei versandt nach mvsana deS BetraaeS. In deutscher oder eagllicher Sprache. Murray Htll Publishing Co., 129 Ost 23. Straße. Stew York. THZttge Agenten gegen hohen Rabatt gesucht.

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Egypiifche Schlangeuzarbrer. Eine Reiscerinnerung ron Paul Pasig. Man pflegt Eaypten das Wunder land der Pharaonen"' zu nennen ; man tonnte es aus demselben Grunde auch als ein Zauberland" bezeichnen. Nir yends nämlich, selbst im märchenhaften Oriente, blüht die Zunft der verschie denartigsten Zauberkünstler und solcher Leute, welche vorgeben, im Besitze ge h?imer Kräfte u sein, mehr als hier, und die Hauptjache dabei ist, daß auch nirgends diese Künstler mehr Zulauf haben und als Wundermenschen ange staunt werden, als in diesem eigenarti gen Lande. Ter gebildete Europäer freilich steht allen diesen wunderbaren und oft an'S Unglaubliche streifenden Productionen skeptisch gegenüber. Er bewundert höchstens die oft geradezu staunens werthe Geschicklichkeit, mit der nicht selten die alleremfachsten und ungebildet sten Leute ohne jedwedes Hülfsmittel und sonstige Apparate zu operiren wis sen. Wir hatten es uns kaum auf der breiten, mit schattigem Zeltdache überdeckten Terrasse von Shepheardt'S Hotel in Kairo bequem gemacht, als euch schon ein Araber niedrigen Stan des, mit langem, blauem, groblemenem Kaftan bekleidet und den zweifarbigen Tarbusch auf dem glatt rasirten Haupie, erschien und auf den Stemfliesen deS Fußbodens ein nicht sehr sauber auS sehendes Tuch ausbreitete. Seiner Linnentasche entnahm er zunächst einige Eier, liek dieselben aus Eommando auf dem Boden umher tanzen, verschwin den, wieder zum Borschein kommen und dergl. mehr. Darauf sedte er einen aeflocbtenen rundlichen Korb an seine Seite. Die Schlangen!" schallte eö von Eingeweih ten herüber, und richtig, ehe wir eS uns versahen, bemerkten wir auf dem Fuß boden einen entsedllch anzuschauenden Knäuel züngelnder Schlangen. Darauf zog unser Künstler" ein klarinetten artiges Instrument hervor, und kaum hatte er demselben einige wehmüthige Accorde entlockt, als der Knäuel sich zu entwirren begann, eine Schlange nach der anderen sich ihm näherte und sich auf der Schwanzspltze erhob, um nach verlaus von wieder einigen Sekunden den Kopf nach dem Takte der Musik hin und her zu bewegen. Dabei war der Hals zu beiden Seiten ungewöhnlich er weitert und die Augen funkelten in un heimlichem Feuer. Wir, die wir zum ersten Male emcn derartigen Zauberer in Wirklichkeit vor uns, und zwar in unmittelbarster Nähe sahen, waren nahe daran, die unheim liche Nachbarschaft zu fliehen. Aber es war etwas von dem gerühmten Schlangenzauber", der auch auf uns seine Wirkung nicht versehlte zeden falls fühlten wir unö, mit Ausnahme der älteren Damen, an Ort und Stelle wie festgebannt, fa, tl kam wie eine Art freundlicher Zuneigung zu den ge heimnißvollen Geschöpfen dort am Boden über uns, und stumm folgten wir den mannigfaltigen Variationen des Schlangentanzes. Unterdessen bemerk

ten wir, datz einzelne der Thiere, duraz besonders markirte Töne angelockt, sich ihrem Herrn und Meister mehr und mehr näherten und allmälig ruckweise sich an seinem Körper bis zum Haupte empor wanden, um an verschiedenen Stellen desselben in ruhiger Haltung zu verharren. Zuletzt tanzte nur noch eme einzige Schlange vor uns: aber es war wohl die respektabelste von allen, ca. 1 Meter lang, deren Aeußerts wohl geeignet war, jedem Unbefangenen Schauder einzuflößen. Und mit diesem Unthiere wollte der Beschwörer seine Produktion krönen! Zunächst entfernte er sümmt liche an seinem Körper hängenden Schlangen, wohl fünf bis sechs an der Zahl, und legte sie behutsam in sein Behältniß. Darauf nahm er ein Me tallstäbchen zur Hand und hielt es der noch immer aufrecht stehenden Schlange mehrmals blitzschnell entgegen. Hier durch gerieth dieselbe sichtlich in Zorn, die dunklen Augen schienen aus ihren Höhlen herauszutreten, höher und höher erhob sich die Schlange und ein herzhafter Biß in die Hand ihres Pei Nigers, und wie zuni Tode ermattet sank das Thier auf den Boden nieder ! Das war jedenfalls die aufregendste Szene der ganzen Produktion und Jeder von uns glaubte, der Künstler" müsse binn wenigen Minuten, ein Opfer seines unheimlichen Berufes, ohnmäch tig zusammensinken. Nichts von alle dm einige Tropfen BluteS, die sich an der gebissenen Hand zeigten, wur den schnell beseitigt, und nun ging eS zur Erledigung des dritten und letzten Theiles. Ein geschickter Griff am Halse der Schlange, da wo der Kopf endet, ein leiser Druck und steif und starr, thatsächlich einem Stocke vergleichbar, lag das Thier vor uns da, ließ sich drehen und wenden, empor heben, auf den Boden fallen in der That, die Schlange war in einen Stock verwan delt. Ein erneuter Druck und die Schlange war wieder Schlange auö dem Stocke geworden Moses und der ägyptischen Zauberer Pharao'S Wun der sahen wir hier vor unseren Augen sich wiederholen! - Meine Leser werden zunächst fragen, wie es möglich ist, ohne ernstliche Ge fahr für Leben und Gesundheit mit derartigen gistiaen Reptilien zu verkeh ren. Denn daß eS.. thatsächlich giftige waren, davon überzeugte uns sofort der Augenschein. Die egyptischen Schlan gentünftler bedienen sich nämlich fast ausschließlich zu ihren Experimenten der zur Gattung der Brillenschlangen gehörigen, nicht minder gefährlichen Najo Hase, auch Aspis oder egyptische Brillenschlange genannt, die eine Länge bis zu 2 Meter erreicht. Dieselbe war schon den alten Egyptern heilig. Ihr Zild ziert bekanntlich, die Kopsbinden der alten Pharaoen-Statuen und die von zwei dieser Schlangen umwundene Sonnenscheibe prangt als Sinnbild der obersten Gottheit über der Eingangs. Pforte der egyptischen Tempel. ... Diei. alten Aegypter nannten .sie Uräusschlange, und Königin Kleo vatra bediente sich derselben. tss andere

Selbstmörder, zu ihrem freiwilligen Tode. - Selbst zu Hinrichtungen wurde im Alterthume dieses äußerst gesähr liche Reptil benutzt. Um nuu zu der stehen, wie trotzdem jene Gaukler ohne nennenswerthe Schädigung ihre? Ge sundheit mit diesen Thieren umzuge, hen vermögen, sei zuerst darauf hinge wiesen, daß viele der letzteren zur Zeit der Vorstellungen bereits der Giftzähne beraubt sind. Die Gaukler lassen vorher die auf's Aeußerste gereizten Thiere in ein Stück vorgehaltenen rauhen Tuches oder Jil zeS beißen, wobei sie denselben, die ihr Gist in denselben entleert haben, die be weglich in dar oberen Kinnlade befestig ten Giftzähne durch einen Ruck heraus reißen. Finden sich demnach nach dem Bisse.wie bei unseremSchlangenbündiger beobachteten, einige Blutstropfen an der Hand, so rühren diese nicht von den Giftzähnen her, sondern sind durch eine Ridung der anderen Zähne hervorge rufen worden, bat also nichts zu be. deuten. Freilich wachsen in ziemlich kurzer Frist an Stelle der entfernten neue Giftzähne nach, und so mag eS sich erklären, daß obwohl äußerst selten, zu weilen doch einer dieser Gaukler einen gefährlichen Biß davonträgt, wenn in zwischen die neuen Gistzähne herange wachsen waren. Weiter ist zu beachten, daß eS in der That den Anschein hat, als besäßen einige Kräuter und Wurzeln die Kraft, gegen Schlangengift zu feien oder, wie wir heute sagen, immun zu machen. Zunächst wird behauptet, daß gewisse Säfte eine heilende Wirkung auf die Bißwunde ausüben. Wir nennen hier in erster Linie die auf Java, Sumatra, Ceylon u. a. heimische Schlangen oder MungoSwurzel (Öphiorrhlza Mungos), von der es Heikit, daß der gefähr Ilchste Feind der Brillenschlange, die Mungoskatze (Vivorrs. Ätungo), ehe sie den Kampf mit dem Gegner be ginne, die aus der Erde hervorstehende Wurzel abbeiße und dann mit dem Speichel Kopf und Pfoten bestreiche. Allein sowohl die gepriesene Heilkraft dieses Mittels, als auch die deS gerühm ten sogen. Schlangenholzes sOvhioxjion lerpentinurn) ist legendenyaft und hat bor der Wissenschaft die Probe nicht zu bestehen vermocht. Auch verschiedene Osterluzei-Arten hält man vielfach für heilbar bei Schlangenbissen. In Nordamerika ist es die virginische Schlangenwurzel (Aristoloclria serpen Uria), die gegen den Biß der Klapper schlänge mit Erfolg (?) angewandt wird, in einigen südamerikanischen Staaten sind es Abarten derselben Spe zieö (A. anguicida, A. cjmbiflora, U. Q.) Humboldt und Bonpland entdeck ten in Brasilien die Guacopflanze (MUcania Guaco), die sich gegen Schlangenbiß bewährt haben soll. Die Verwendung dieser Mittel geschieht nun entweder so, daß der ausgedrückte, theilweife mit Alkohol vermischte Saft auf die empfangene Bißwunde geträu felt oder vor Hentirung mit den Rep tilien in starken Dosen dem eigenen Körder einverleibt wird.

Letzteres geschieht vielfach durch !Zm pfung, in Südamerika z. B. zwischen die Zehen, die Finger und in die Brustseiten, wozu noch ein periodischer Genuß deö so präparirten Saftes kommt. Es gilt als erwiesen, daß den in solcher Weise .immunisirten" Per sonen, wenn sie überhaupt gebissen wurden, der Biß nicht schadete. Der Grund dieser letzteren Thatsache könnte wohl nur darin liegen, daß sämmtliche erwähnt.' Mittel außerordentlich schweiß treibend wirken. Personen aber, die durch öfteren Genuß derselben gewisser maßen beständig mit einer solchen präg nanten Atmospäre umgeben sind, sollen abstoßend auf Schlangen wirken. Dies machen sich die Giftdottoren der Kapländer zu Nutze, die auö den kör perlichen Ausscheidungen (Schweiß, HarN etc.) die bewährteste Schlangen Medizin herzustellen wissen. In jenen Gegenden ist die abgetragene Mütze, das durchschwitzte Untergewand eines solchen .Doktors" ein viel begehrtes Schutzmittel gegen den aesührlichen Schlangenbiß. Damit dürfte dielleicht übereinstimmen, daß neuerdings in allen Culturländern Ammoniak Prä parate als vorzüglich wirksame Heil Mittel gegen Schlangenbiß sich erwiesen haben. Sind aber stark und intensiv riechende Substanzen gewisser Art den Schlangen antipathisch, so liegt es nahe, von an deren Ingredienzen das Gegentheil an zunehmen. Wenigstens werden wir zu dieser. Auffassung durch die wohl verbürgten Erzählungen über die Kunst der Schlangengaukler geführt, die gegen Entgelt diese unheimlichen Mitbewoh ner auö Gärten, Gehöften, Häusern etc. hervorlocken, um diese von den lä ftigen Insassen zu säubern. Ein eng lischer Reisender hatte einst Gelegenheit, dieser Procedur beizuwohnen. Sein Freund, der in Kairo ein Grundstück besaß, ließ einen berühmten Schlangen künstle? zu sich kommen. Derselbe mußte sich, um allen Verdacht abzulen ken, vorher einer gründlichen Leibesvi sitation unterziehen und durste erst dann, als man sich überzeugt hatte, daß er keine Schlangen an sich verbor gen trage, sein Werk beginnen. Zuerst klopfte er im Garten mit einem Stocke alle Gebüsche ab und rief in arabischer Sprache : .Ich beschwöre euch bei dem großen Gotte, ob ihr oben seid, oder wo immer ihr euch aushalten möget, hervorzu kommen! Ihr seid nichts weiter als Schlangen, und Allah ist größer, als elle Schlangen! Gehorchet diesem Rufe und kommt hervor! Aber nirgends zeigte sich eins, der gesuchten Thiere, so daß der Beschwörer versicherte, daß sich hier keine Schlange be fände. Nunmehr betrat man das Ge slügelhauS und der Beschwörer begann seine Formel von Neuem. Merkwür digerweise wand sich im Augenblicke unter dem Holzstoße eine gewaltige Schlange hervor. Er ergriff . dieselbe beim Schwänze und erklärte ' dieselbe für sehr giftig. Eine nähere Untersu cduna eraab jedoch, daß es ein sebr

harmloses Thier ohne Gistzayne war. von einer Art. von derer übrigens noch eine ganze Anzahl aus ihren Verstecken hervorlockte. Eine Täuschung war in diesem Falle gänzlich ausgeschlossen, und da der Beschwörer sich hier nicht des sonst beliebten Mittels, der eigenar tigen Töne, bediente, um seinen Zweck zu erreichen, so neigten wir zu der Ansicht, daß er durch irgend welche, den Schlangen sympathische Substanz, die er an seinem Körper, bezw. Kleide trug, denselben seine Anwesenheit verrieth und sie herbei lockte. Daß übrigens die Schlangen that sächlich für Musik empfänglich sind, ist durch viele Indien-Reisende , bestätigt worden, die dem alljährlich in Bombay gefeierten Schlangenfeste beiwohnten. Ein anderer berichtet von einem süd afrikanischen Gaukler, der durch seine leisen, monotonen Triller bewirkte, daß die Schlangen, Anfangs mit erhobenen Köpfen der Musik lauschend, sich allmä lig um die Glieder seines Körpers em porwanden, um bei einem neuen grel len Pfiffe sich sofort loszuwinden und von ihm abzulassen. Außerdem darf nicht vergessen werden, daß die Schlan gen sehr kluge Thiere sind (Schlan genklugheit") und es daher keine beson deren Schwierigkeiten bieten dürfte, sie zu gewissen Kunstfertigkeiten abzurich ten. Nachdem wir uns durch den Augenschein von der Gefchicklichkeit der ägyp tischen Schlangengaukler überzeugt hatten, ward es nicht schwer, die geheim nißvolle Rolle zu begreifen, welches die feö Thier von je im Volksglauben gespielt hat. Gerade daS unheimlich Gefahrvolle, das unter gleißender Außenhülle sich verbirgt, sowie anderer seits eine gewisse Unnahbarkeit machten diese Thiere zu einem Gegenstande des GrauenS, den man dadurch gewisser maßen sich geneigtmachen und versöh nen wollte, daß man ihn göttlich der ehrte. Das Gift aber deS Thieres wies sinnbildlich auf die Heilkunde hin. deren Vertreter AsklepioS war. So ward die Scblanae Symbol der Arznei iunst und Schutzgeist gegen alle semd lichcn Mächte im Naturleben, im höch sten Sinne selbst Sinnbild der obersten Gottheit der Egypter. DaS berühmte egyptologische Museum in Gizeh birgt unter seinen Schätzen unter der Maske .Sorpent gonie" eine auf einer schwar ,en 1,60 Meter langen Granittafel in Reliefarbeit dargestellte derartige Rie senschlange, die im Tempel zu Athri bis unter Amenhotep III. (18. Dyn., 1650 v. Chr.) zum Schutze gegen böse Geister und sonstige feindliche Mächte aufgestellt war. - Unbeabs'ich'tigte Kritik. Karl: So, Emmi, jetzt habe ich zu befehlen und Du mußt mir folgen, sonst gibt's waö!- Emmi: Was! Du bildest Dir wohl ein. Du wärest wirk, lich der Papa? Dumm genug bist Du dazu!Wahrscheinlich. May : '.Soll ich ihm seine Geschenke zurück schicken?" Bessie: .Nein, er möchte 'mein aenua sein, sie anzunehmen."

Der gestohlene Grnndstein. Das Jahrhundertende hat abermali eine neue überraschende Blüthe gezeigt. Was bisher auf dem Gebiete deS bloZ von einer Seite beabsichtigten .Güter austausches" geleistet wurde, ist NUN weitaus überboten und die berühmte sten .Künstler- in diesem Fache, die gefeiertsten Wegelagerer und Diebe aller Zeiten müßten heute schamroth eingestehen, daß sie erbärmliche Stumper gewesen. Welches Kinderspiel, einen' Wanderer auf einsamer Landstraße auszuplündern, im Gedränge eine Börse zu ziehen, ja selbst eine eiferne Casse anzubohren und auSzuleeren. gegen die neueste .That", die auS Scha'batz in Serbien gemeldet wird: gegen die Entführung eines Grundsteines. Feierlich war er im Beisein des jungen Königs Alexander .unter imposanten Ceremonien in die Erde gesenkt worden. Wippchen würde sagen. als erstes Samenkorn einer stattlichen Cavalleriekaserne. Feierlich waren ihm die- Festurkunden, die Gold-, Silber- und Kupfermünzen, vielleicht auch die eben circulirenden papiernen Zeugen serbischer Staats schulden anvertraut- worden, feierlich erklangen die einweihenden Hammer schlage und, wenige Stunden später, eins, zwei, drei, changez! .... war der Stein verschwunden und mit ihm sein bis auf die Festurkunden werthvoller, d. h. zu verwerthender Inhalt. Man muß gestehen, daß die Unternehmer diese? geradezu beispiellosen That alle ihre bisherigen Vorläufer und Concurrenten geschlagen und thatsäch lich einen Weltrecord geschaffen haben. Man denke nur: ein gestohlener Grundstein! Ein Grundstein! Dieses Urbild deS Festen, Unverrückbaren. Unzugänglichen und gestohlen! Du lieber Himmel, ein Grundstein ist doch wenn er auch allerlei Münzsorten enthält keine Geldbörse, die man so .mir nichts dir nichts in den Sack stecken tonnte; em Grundstein hat doch ganz respektable Dimensionen und in imposantes Gewicht!. Und dennoch entwendet?! ''Wieviele Thäter mögen da im Schweiße ihres Angesichts gearbeitet haben und da sie ihren Raub gewiß nicht forttragen konnten wieviele Pferde mögen dem Wagen vorgespannt gewesen sein, auf dem daS erste gewichtige Stück der künftigen Cavalleriekaserne verfrachtet vurde?... Und dann, waö ist jetzt noch sicher, wenn schon Grundsteine nicht vor Diebshänden gefeit sind? Und man wird nachdenken,-ob eS sich nicht empfehlen würde, prächtige Bauten, sofern sie überhaupt noch zu Stande kommen, mit eisernen Ketten an den Boden zu fesseln, mit elektri schen Lautewerken vor dem nächtlichen Enttragen zu versichern oder vielleicht gar gerichtlich pfänden und die Siegel anlegen zu lassen, damit ein etwaiger gesetzeskundiger Dieb sich scheue, em. .doppeltes" Verbrechen zu beceben. .