Indiana Tribüne, Volume 18, Number 267, Indianapolis, Marion County, 16 June 1895 — Page 7

rnvumdlätter.

Von Oskar Linke. 'Jedwedes Kürd müßt ihr erzieh 'Nach fernen eignen Geistesgaben" ,Jawohl. doch müßte jedes Kind Dann seinen eignen Lehrer haben! Ein? Liebe ohne Thränen: . Eine Blume ohne Thau. ' s Dem Menschen höchstes Glück geschieht. HSitnn er sich nur nicht selber sieht. 1 Weil der Sturm die stolzen Eichen Auf kr Höhe bricht. Wähnest du, im Thal die Blume , cnn ihn, deshalb nicht? Was mancher Wochen dumpfe? Vann Dir raubt an schöpfungs reichem Glück. Das giebt oft eine einz'ge Stunde In Doppelfülle dir zurück. Jeder Tag ist eine Frage. Drauf der Tod die Antwort gibt! Sie hat es nicht nöthig. Von M. M. Elife warf wohlhabender, gut bürgerlicher Leute Kind und verlebte, umgeben von der Zärtlichkeit der Eltern und Geschwister, eine frohe, sonnige Jugendzeit. Nach beendigter Schulzeit kam das 14jährige. sehr begabte Mädchen in ein theures, weqen seines vorzüglichen Unterrichts bekanntes Institut. Warum hätten auch die Eltern ihrem Lieblinge nicht sollen eine sorgfältige Erziehung zu Theil werden lassen? Elife hatte Liebe und Lust zum Lernen und verließ nach drei Jahren das Institut als wohlunterrichtetes, junges Mädchen, das über recht ansehnliche Kenntnisse verfügte. Wohl batten die Lehrerinnen ihrer begabten Schülerin gerathen, stets für gedie ene Lectüre zu sorgen, durch welche sie ihr Wissen in Geographie, Geschichte. Literatur - etc. erweitern könne, auch zuweilen französische und englische Bücher zu wählen, um diese Sprachen, die sie völlig beherrschte, nicht wieder zu vergeben. Leider aber gehörte Elisens Mutier zu jenen nicht seltenen Frauen, welche es fast als ein Vergehen erachien. wenn ein junges Mädchen, das die Pension verlassen, sich noch mit solchen Dingen beschäftigen will. .Meine Tochter soll kein Blaustrumpf werden", sagte sie sich. Dieses ewige Lernen lasse ich mir bei Mädchen gefallen, die sich später als Lehrerinnen oder Erzieherinnen ihr Brot verdienen müssen. Aber das hat meine Elife. Gott sei Dank, nicht nöthig; eine gute Heirath ist dem hübschen Mädchen gewiß und als Hausfrau braucht sie den Bücherkram nicht. Ich werde aut thun, sie zu einer solchen heranzubilden." So lernte Elise während mehrerer Monate das Weißnähen und im darausfolgenden Jahre das Kleiderma chen. Sie war nach beendigter Lehrzeit zwar nicht im Stande, ein Hemd oder ein einfaches Hauskleid selbstständig anzufertigen, aber das schadete nichts, sie hatte es ja auch nicht nöthig. Die Mutter nahm immer die Näherinin's Haus oder ließ die Arbei! auswärts besorgen, und so würde ! sie es spater auch machen. Sie lernte in gleiche? Weise das Putzmachen und Bügeln, oberflächlich und ungenau, ohne Eifer und Ernst für die Sache, weil sie es nicht nöthig hatte". Und als sie auch noch in einem fei v.trt Hotel das Kochen gelernt und sechs Monate darauf verwendete, sich ))iese Kunst zu eigen zu machen, war Elise fest überzeugt, daß sie für ihre spätere Thätigkeit als Hausfrau völlig vorbereitet sei. Von der bürgerlichen. Küche, der Führung des einfachen bürgerlichen Haushaltes und den darin erforderlichen Arbeiten hatte sie seine Ahnung; dafür verstand sie die Zubereitung von Fisch und Wildpret. die Herstellung feiner Torten und Puddings etc. Nach ein paar Jahren fröhlichen, geselligen Lebens verheirathete sich Elise mit' einem gutsituirten Fabrikanten und ihr Glück schien dauernd gesichert. Die junge Frau verstand es ausgezeichnet zu repräscntiren. so lange als aus dem Vollen gewirthschaffet wurde und dienstbare Hände stets zur Verfügung waren, und dies dauerte eine stattliche Reihe von Iahien. Dock da Elisens Gatte auch seinersnis gewöhnt war, sich die Erfüllung keines Wunsches zu versagen, so standen die Ausgaben des Paares mit den Einnahmen von Anfang an nicht im Einklang und vier Kinder, ' die im Laufe von sieben Jahr anrückten, trugen auch nicht dazu bek, ia Haushaltungsbudget zu verringern. Nach zwölf Jahren konnte der Mann das Geschäft nicht mehr bebaupten und die Familie stand plötzlich fast mittellos da. Ein Verwandter verschaffte dem Gatten eine Stelle; allein es zeigte sich bald, daß der Mann völli? arbeitsscheu war und auf keinem Posten aushielt. Elise mußte nun bittere," schlimme Stunden durchmachen und nach jährelangem, behaglichem Leben Noth und Sorgen kennen lernen. Jetzt erst sah sie ein. wie ungenügend sie in ihren jrn'en Jahren alles erlernt, weil sie es nicht nöthig hatte. Und nun hatte sie es doch so seh? nöthig. Sie mußte frcb s;'"l als Verwandte sich erboten, tlt Kinder zu si5h zu nehmen und für ihr Fortkommen zu sorgen. Sie selbst sab sich vor die Nothwendigkeit gestellt, sich durchzubrinzen, aber wie! Hier war auter Rath theuer. Sich j;n eine Stelle alsLkhrerin Semun?

Im Verlaufe von mehr als 20 Iahlen .-va?'n ihr ihre Schulkenntnisse, die sie nie mehr aufgefrischt hatte, völlig abhanden gekommen. Als Reisebea.leiterin wurde zur Bedingung gemacht, daß sie geläufig französisch und englisch sprechen müsse, dessen sie nicht mehr mächtig war. Von einer Eonne wurde verlangt, daß sie die Wäsche der Kinder selbst anfertigen und ausbessern müsse, und von einer ersten Jungfer in einem Herrschaftshause, daß sie die Garderobe ihrer Herrin im Stande zu halten und nach Wunsch zu verändern wisse, aber keine dieser Fertigkeiten verstand sie genügend. Den Rath einiger Bekannter, einen Kosttisch zu eröffnen, wagte sie auch nicht zu befolgen, denn ihre Kenntniß der feinen Hotelküche hals ihr da wenig, und in der einfachen Küche war sie nicht hinreichend bewandert, um die Bedingungen eines Kosttisches zu erfüllen, d. h. um billigen Preis ein verhältnißmäßiz gutes Essen herzustellen, das überdies noch einigen Nutzen abwirst. So verstrichen mit Ueberlegen und Berathen mehrere Monate, dann hatten Sorgen und Entbehrungen ihre Gesundheit erschüttert; sie wurde von einem langwierigen, qualvollen Leiden befallen, und Elise, bei deren Ausbildung weder an Zeit, noch an Geld gespart worden war. die es nie nöthig gehabt" hatte, irgend etwas gründlich zu lernen, starb im Spital. Möchten diese Zeilen, die dasSchicksal einer mir bekannten Dame schildern, im Wohlstande lebenden, zärtlichen Eltern eine Mahnung sein, ihre Töchter, so viel in ihren Kräften liegt, gegen die Wechselfälle des Lebens zu rüsten, denn Niemand weiß, was der Zukunft Schoß für ihn birgt. Die Zrauen in Pinnland. Von Elisa Jchenhacuser.

Der finnische Frauenverein hat an dem zehnten Jahrestag seines Bestehens einen Kalender über die Frauenarbeit in Finnland" herausgegeben und damit das Interesse der FrauenWelt auf dieses zwar dünn bevölkerte, aber bezüglich der Frauenfrag: vorbildliche Ländchen gelenkt. Das Arbeitsgebiet, auf dem die Finnländerin am meisten geleistet, ja. dem sie zu emer sonst unerreichten Bedeutung verholfen hat. ist das der Hausindustrie. Zu großer Entfaltung wurde diese durch die Hungersnoth der vierziger, fünfziger und sechziger Jahre, von denen Finnland helmgesucht war, gemacht, um die Einnahmen durch den Export hausindu strieller Wollzachen zu vermehren. 34,729 Paar im Hause angefertigte Wollstrümpfe und 51.749 Kilo im Hause gefertigtes Tuch wurden während der Hungersnoth der sechziger Jahre in einem Jahre exportirt. Trotz aller Veriuche der Fabriken, die Hauslnduftrie zu vernichten, hat sie sich gehalten und sogar noch weiter entwickelt. Ueberall werden zu diesem Zwecke Schulen errichtet, Damen aus allen Th-nlen des Landes treten zusammen, um Kurse. Verkaufsstellen don Erzeugnissen, armer Weberinnen und ähnliche gemeinnützige Einrichtungen in's Leben zu rufen. Im Jahre 1893 gab es in Finnland 7 Nähschulen und 36 Webschulen. Frauen, die diese Schulen besucht haben, sind sehr gesucht, sie fertigen mit geschickter Hand Teppiche. Draperien. Tischwäsche etc. in den schönsten Mustern und in kostbarem Material an. Die Näherei und Schneiderei ist in Finnland weniger entwickelt als die Weberei, und in viefeit Orten werden die Näherinnen und Schneiderinnen nur zum Theil in Geld, zum andern Theil in Naturalien bezahlt. In der Landwirtschaft ist die Thätigkeit der Frau nicht weniger bedeutend als in der Hausindustrie. Im Jahre 1890 befaß Finnland 8580 Großbäuerinnen. 2516 Pächterinnen und 76.857 Dienstmägde, die in der Landwirthschast beschäftigt waren. Hierzu kommen noch die Ehefrauen. Schwestern und Töchter der männlichen Großbauern, Pächter und Feldarbeite?, die alle mehr oder weniger an den verschiedensten' landwirthschaftlichen Arbeiten theilnehmen. So liegen heute die Molkereien fast ausschließlich in Frauenhänden. Frauen sind Besitzerinnen ganz bedeutender Mottereien und erhielten in Ausstellungen Preise für ihre Leistungen. Finnland besidt zur Zeit 16 Molkereischulen. die von Mädchen und Frauen enentgeltlich besucht werden. Die Gärtnerei, bis vor Kurzem noch wenig entwick.lt in Finnland, ist von den Frauen gleichfalls zu hoher Blüthe gebracht worden. Einige der ältesten und besten Obstaärten sind von Frauen angelegt, eine Frau hat das erste Buch über finnlän dische Obst- und Gartenzucht geschrieUn, und die erste und bisher einzige Gartenbauschule für Frauen ist ebenfalls von einer Frau errichtet worden. In dej Fabrik nimmt die Finnlanderin bisher glücklicherweise! eine unbedeutende Rolle ein. Im Ge schäftsleben dagegen sieht man sie sehr viel als Verkäuferin und Kassirerin in Banken. Kontoren, Läden, sowie als selbständige Geschäftsfrau ; der zweite Kassirer an der finnländischn Staatsbank ist eine Frau. Zu besonders hoher Fertigkeit hat sie es im Kunstgewerbe, in der Kunstweberei und in gewissen Theilen des Lades in Spitzenarbeiten gebracht. Im Schulwesen nehmen die Finnländerinnen einen! hervorragendenPlatz ein. Sie sind Lehrerinnen an Volksschulen, an höheren Mädchenschulen, Knabengymnasien, an gemischten Schulen und an Lehrerinnenlemina-

ren. Der Staat un!:rhslt 11 k)3'rt Mädchenschulen und gibt 8 gemischten Schulen eine jährliche Subvention; 4 Elementarknabenschulen nehmen such Mädchen als Schülerinnen auf. Die Volksschulen wurden im Jahre 1893 von .27.000 Schülerinnen besucht.Neben diesen existiren noch Mol-kerei-, Näh-, Industrie-, Koch- und Haus haltungs schulen für Mädchen, die zum größten Theil von Frauen begründet sind. Auch die Mustk- und Orchesterschulen. die Industrieschulen, wie auch die Handels- und Gewerbeschulen sind den finnländischen Frauen geöffnet. Zu den Universitätsstudien sind die Frauen zwar offiziell nicht zugelassen, in der That wird jedoch jeder Frau, die darum einkommt, die Zulassung zum Studium sowohl als auch zum Examen gewährt. Im Jahre 1893 machten 83 Frauen von dieser Erlaubniß Gebrauch, und gegenwärtig gibt es en der finnländischen Universität Helsingfors 105 weibliche Studirende; 47 davon sind, in der historisch-philologi-schen Fakultät und 45 in der matbematjschen eingeschrieben; 7 Damen studiren die Rechte und 5 Medicin, eine einzige hat sich der Theologie zugewandt. Die Gesammtzahl der Studirenden an der Helsingforser Hochschule beträgt 1921; unter den 4 jüngsten Studirenden, die je sechzehn Jahre alt sind, befindet sich eine Dame. Die weiblichen Aerzte werden mit Vorliebe als Armenärzte von den Gemeinden angestellt, und sogar alsThierärzte sind dort Frauen thätig, Massirerinnen hat in gewissen Gegenden Finnlands jedes Dörfchen. Die Finnländerinnen sind auch Apothekerinnen. Ebenso sind sie an der Post, im Telegraphen- und Telephondienst angestellt. Finnland ha! nicht nur wie Schweden weibliche Sakristane und Organisten, sondern auch weibliche Pastoren. Man gibt ihre Zahl auf etwa sechzig n. Wie aus alledem ersichtlich, ist die wirthschaftliche Stellung der Finnländerin recht gut. es stehen ihr fast alle Gebiete ofsen, und auf allen hat sie sich einen festen Platz errungen. Die BeZahlung ist zwar nicht ganz dieselbe, wie sie der Mann bekommt, aber doch immerhin besser als in den meisten europäischen Ländern. Die ökonomische Unabhängigkeit hat ihr eine recht unabhängige Stellung geschaffen, sie wird als ganze Persönlichkeit geachtet, und ihre Mithilfe und Mitarbeit wird überall gewünscht. So z. B. in Gemeindeangelegenheiten. Seit lange schon besitzt sie das aktive Wahlrecht zu diesen, seit 1889 aber auch das- passive in Schulangelegenheiten und in der communalen Armenpflege. 1893 hatte Finnland bereits 125 weibliche Armenvorstände und 45 weibliche Vorsteher von Arbeitshäufern. Die Nase der Kinder.

Wie die Augen, Zähne, Ohren des Kindes, soll auch die Nase Gegenstand der sorgfältigsten Aufmerksamkeit der Eltern sein; die Nase ist Vorerwär. mungs- und Filtrirappart für die in die Lungen gehende Luft, sie ist aber außerdem Controlstelle und Warnerm vor etwaigen Schädlichkeiten in der Luft und in der Nahrung. Diefe au ßerordentlich wichtigen Funktionen kann sie aber nur dann in richtiger Weise ausüben, wenn sie reinlich gehalten wird. Leider gibt es aber sehr viele Eltern, die der Nase ihrer Kinder herzlich wenig Aufmerksamkeit schenUn; ob sie verstopft ist oder nicht man überläßt es den Kindern, die Sekrete zu entfernen. Daß diese es stets nur oberflächlich thun, ist eine alte Sache, man braucht, um das Wiekennen zu lernen, nur mal eine Weile einem Trupp spielender Kinder zuzu sehen. Es ist eine Thatsache, daß sehr viele Kinder stets eine verstopfte Nase haben; die nächste Folge ist die, daß sie durch den Mund athmen, der nicht im Stande ist, die Luft zu reinigen und genügend zu erwärmen. Daraus entstehen Katarrhe, Hals- und Lungenkrankheiten, die bei einiger Aufmerksamkeit vermieden werden könnten. Außerdem aber ist die chronische Nasenverstopfung sehr häufig die Ursache von Nasenkränkheiten.Eiterungcn usw., die nicht selten das Siebbein angreifen und das Gehirn in Mitleidenschaft ziehen. Das beste Mittel alle diese Gefahren abzuwenden, sind regelmäßige Na sendouchen (täglich mindestens einmal) mit lauwarmem Wasser. Man bedient sich dazu am besten einer kleinenSpritze mit abgerundeter Spritze, wie sie in jeder Apotheke zu haben ist. Die Km der gewöhnen sich an die Einspritzungen ehr schnell und fühlen bald die Wohlthat, die man ihnen damit erweist. Eventuell ist auch schon das regelmäßige einfache Einziehen kühlen Wassers ein Verfahren, wodurch der angegebene Zweck in der Regel erreicht wird. Sehr anspruchsvoll. Junge Frau (nimmt ein Briefcolvert aus ihres Mannes Papierkorb): So achtlos wirfst Du schon etwas fort, was ich geschrieben?" Mann: Aber, Mizi. was fällt Dir doch ein?! Deine Briefe trage ich vor wie nach auf dem Herzen aber ich wüßte nickt, weZhalb mir an so 'nem Eouvert etwas lieaen sollte!" Junge Frau: Soo Du bedenkst also nicht, daß ich die Briefmarke, die darauf ist. selbst angeleckt habe'.Einwand. Sie (Banquierstochter): Ich glaube, Du heirathest mich nur des rothen Goldes wegen!" Er: Na. deshalb braucht'S nicht gleich inlh m werdend ..... . .

Original. ÄachdrrZ verboten. Speculirende Leute.

Typen der anierikanischen Großstadt von W. v. Cchicrbrand. Ein bekannter Ehicagoer Börsenspe-. culant, dessen Kniffe und Ränke mhrmals in einer dortigen großen Zeitung aufgedeckt worden waren, nahm weder einen Knüppel m?ch einen Revolver zur Hand,' sondern frug nur seinen Sekretär: James, finden Sie mal aus für mich, wer diese Angriffe im Daily Roarer" auf mich schreibt." Weiß ich schon," sagte das Factotum, ist John Smith." Dann geh. Sie ihm einen Wink im Vertrauen, daß das Schweinefleisch nächste Woche ordentlich in die Höhe gehen wird." Soll gesch:hen." Der Wink wurde Smith Pflichtschuldigst ertheilt, und Smith 'hatte natürlich nichts Eiligeres zu thun, als seine Taschen zu leeren, eine Hypothek auf sein schönes Haus in Norwood Park aufzunehmen, und alle seine Freunde und Bekannte anzupumpen, um das Gesammtergebniß dieser Bemühungen in Schweinefleisch zu stecken. Dann purzelte Schweinefleisch. Smith auch. Am nächsten Morgen erschien ein Bericht aus der Feder von Smith's schlimmsten (zoncurrenten im Daily Squealer", worin auch gesagt wurde, daß Smith bei fallenden Preisen auf höhere Preise speculirt habe und natürlich riesig dabei hereingefallen sei. Daher kämen seine bissigen, unzuverlässigen Berichte im Roarer", daher auch seine bösartigen Geschichten über Herrn Bigdollars, dem Specu kanten, und daher seine Unzuverlässigkeit in den Börsenberichten im Roarer". jetzt und in Zukunft. Daher kam auch die Entlassung des Herrn John Smith vom Daily Roarer", und Herr Bigdollars war einen unangenehmen Widersacher los. ohne daß er sich irgendwie hätte anzustrengen brauchen. John Smith's Nachfolger hütete sich, es mit Herrn Vigdollars zu verderben. Ich erzähle diese kleine wahre Anekdote, weil sie so außerordentlich charakteristisch für den Börsenspeculanten der amerikanischen Großstädte ist. Der kleine Mann in Podunk oder in Faraway Valley nimmt die Börsenberichte der großen Zeitungen von New Vork, Chicago u. s. w. für baar: Münze.weil er eben nicht hinter die Coulissen geschaut hat. Er hat keine Ahnung von den Listen und Schlichen, den Ränken und Hilfsmittelchen, deren sich die größenn selbst viele der kleineren unserer Börsenspeculanten bedienen, um zu Reichthum zu gelangen, um-ihre Gegner matt zu setzen, um die Mitglieder ihrer Clique zu fördern. Der richtige Mann der Wall Street oder des Board of Trade in Chicago ist eben mit allen Hunden gehetzt, ist vor Allem schlau und gewissenlos, denn wäre er das nicht, so würde er's nie zu viel bringen. Es ist indeß eine gerechte Vergeltung, daß 19 aus 20 dieser Herren. trotz aller Schlauheit, doch schließlich um die Kante gehen. Die wenigen Ausnahmen, die es in dieser Beziehung gibt, bestätigen eben nur die Regel. Richtig ist's ja. daß ein junger, energischer. durch keinerlei Scrupel geplagter junger Mann, der im richtigen Mo ment Muth, ja Waghalsigkeit genug besitzt, um sein Alles auf einen Wurf zu setzen und dabei seinen Credit noch bis zum Aeußersten anzuspannen, es an der Börse leicht und schnell zu Reichthum bringen kann. Immer vorausgesetzt, daß er gerade Glück hat und mrt den Persönlichkeiten und der gan zen Art und Weise der Börse vertraut ist. Viel Kenntnisse gehören nicht da zu. Wel Kapital auch nicht. Ich kannte einen jungen Mann, dessen phänomenales Aufsteigen und schließliches Abfallen geradezu typisch ist für eine große Classe von Börsenspeculanten. Der Mann hi-.ß William Seldwyn und war als 13jähriger Junge, als er nur nothdürftig lesen und schreiben und knapp rechnen konnte, Laufbursche bei dem bekannten Old Hutch" geworden, der grundsätzlich Niemand in seinen Dienst nahm, der mehr Schulkenntnisse besaß als er selbst, weil er glaubte, sonst betrogen zu werden. Billy war aber smart", und mit 15 konnte er's schon getrost an Geriebenheit mit alten Praktikern aufnehmen. Er kannte jeden Winkel im Board of Trade, jeden Speculanten und dessen Leistungsfähigkeit, Kundschaft und Ewnthümlichkeiten, jeden Buchhalter, Laufburschen und Curbstone Broker, kannte die Zeit für die Bulls und für die Bcars kurzum, das ganze Treiben an der Börse lag schon in jenem zarten Alter vor ihm wie ein offenes Buch. Er macht: sich seinem Prinzipal, dem alten Hutchinson, auch hie und da nützlich, sodaß er trotz dx's bekannten Geizes des Alten schon zweimal im Lohn gesteigert worden, war. Mit 13 hatt: er sich schon genug erspart und ergattert an der Börse -denn durch kleine Brokers hatte er mit 16 Jahren schon regelmäßig zu speculiren angefangen daß er sich selbst etabliren" konnte. Das heißt, er nahm desk roorn"in einem Cigarrenladen des Börsengebäudes, der ihm nur $10 per Monat kostete und wo er nur hie und da Besuche von Wichtigkeit empfing. Sonst trug er. wie der technische Ausdruck lautet, seine Office im Hut" und führte auch nicht weiter Buch, als um sich Notizen in einem kleinen 10 Cent-Büchelchen, das er stets in der Brusttasche trug,, zu machen. Billy hatte zu Anfang nur sehr weniges Glück, und einmal, als der Markt gegen ihn war", trug er sich ernstlich mit dem Gedanken, sich vom Börsenge schäft zurückzuziehen und seine. !vertb-

vollen Dienste einer anderen Beschäftlgunq zu widmen. Hätte er das ausgkführt, so wäre er vielleicht sogar ein nützliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft geworden. Er führte seine Absicht aber nicht aus. Denn gerade im kritischen Momente wurde Billy mit einem Onkel vom Lande" bekannt, einem wohlhabenden Farmer aus Jackson County, Iowa, der nach Chicago gekommen war, um mit einem Theile seines flüssigen Capitals es waren nur circa $5000 zu speculiren; $5000 bedeuteten abn damals sehr viel für Billy Selbwyn, denn er war völlig auf dem Trockenen. Mit der ihm eigenen kühlen Unverfrorenheit wußte er bald, d:n Onkel Baxter zu bestimmen, ihm das G:ld' anzuvertrauen, und er benutzte auch eine sich gerade darbietende Wendung im Markte so geschickt, daß der Onkel ein nettes Sümmchen an futures" verdiente, wobei auch für Villn ein Erhebliches abfiel. So speculirte er denn ungestört weiter mit dem Capital des Onkels, und Beide standen sich eine Zeitlang gut dabei. Kaum 20 war Billy seine $50.000 werth", und sein Credit betrug das Zehnfache. Ich will hier nun nicht du Biographie Billy's in allen Einzelheiten darlegen, sondern nur noch rasch den Schluß erzählen. Zwischen 20 und 25 hatte Billy Seldwyn sich eine allgemein anerkannte Stellung an demChicagoer Board of Trade erobert er galt mit Recht für sehr schlau, einen gründlichen Kenner der Börse und der Menschen, aber er galt selbst in diesen Kreisen für ungewöhnlich geldgierig und gewissenlos. Es ging auf und nieder bei ihm. wie bei jedem Börsenspeculanten. Eine Woche lebte er im Ueberfluß und rauchte nur EindollarCigarren, die nächst: Woche war er der Verzweiflung nahe. Bei alledem blieb ihm doch im großen Ganzen ein unverschämtes Glück hold, und an seinem 25. Geburtstage es war, glaube ich, im Jahre 1891 konnte er sich selbst als Millionär gratuliren. Conservative alte L:u!e, die sich seiner noch als vorwitzigen Laufburschen erinnerten, schüttelten bedenklich das Haupt, wenn das Gespräch aus Billy Seldwyn und sein in solcher Jugend schon erbeutetes Vermögen kam. Allein Billy's Stern strahlte noch kurz: Zeit heller und heller. Im Herbst desselben Jahres betheiligte sich Billy an einem corner in corn". Er war eigentlich das Haupt und der Urheber dieses Corners. Und das wurde sein Verderben. Am 12. Oktober kam der Krach. Die Preise stürzten. Billy rang 3 Stunden lang mit Aufgebot alles Wagemuths und seiner Lungen, in der Iit" gegen die v:r:inigte Front der .Xntis", und verließ dann die Börse gebrochenen Herzens. Sein: Rolle war ausgespielt. Er war ruinirt, und das gründlich. Circa 7 Procent nur wurden von seinen Gläubigern aus seiner Masse herausgeschlagen. Billy verschwand. Niemand weiß, was aus ihm geworden ist. Hu weut up like a rocket and lic canie down like a stick." Billy ist einer von Vielen. Kenntnisse, wie gesagt, ich meine Schulkenntnisse, gehören nicht ve! dazu.' um eine Rolle an der amerikanischen Börse zu spielen. Viele Börsencoryphäen' sehen eine gute Schukrziehung thatsächlich nur 'als einen Hemmschich an. Das sagte mir ein Herr Dupee, von der großen Firma Schwarz & Dupee. Von dem alten Drew, einen der kühnsten und erfolgreichsten Börsenmänner New Aorks, kam es ja bei seinem großen Prozeß heraus, daß er keine Bücher führte, nicht schreiben und nur wenig lesen konnte, und allein seinem Gedächtniß vertraute, obwohl seine Geschäfte in die Millionen liefen und äußerst weitverzweigt und complicirt waren. Niemals hatte er rndefr durch seine Unwissenheit welchen Schaden im Geschäfte erlitten. Mit Russell Sage stehi's ja ähnlich, und weder Fiske noch Jay Gould waren irgendwie über die Errungenschaften der Elementarschule hinausgedrungen. Aber praktische" Kenntnisse, die sind nothwendig; ohne die gcht's nicht. Vor Allem Mensckenkenntniß. ein gutes Gedächtniß. Entschlossenheit, rückstchtsloses Draufgehen. Daß es trotz alledem höchstens 5 Procent der Börsenmänner gelingt, es zu leidlichem Wohlstand dauernd zu bringen, das beweist doch wohl am Besten.' wie trügerisch die allgemein verbreitete Ansicht ist, daß der gewiegte Börsenspeculant stets als Krösus endet. Das Gegentheil ist der Fall wenigstens bei der überwiegenden Mehrzahl. Man nehme den Lebenslauf von OldHutch" als Illustration. Dieser alte Knabe. d:r als Bursche aus New Hampshire nach Chicago kam und die 2nze Zähigkeit, natürliche Schlauheit unv Talent 'ür's Geschäft des richtigen Iankee besaß, wurde in seinem Alter, nachdem er fast eine volle Generation an dem Chicago:: Board of Trade als anerkannt.'s Orakel fungirte und viele Jahre hindurch ein mehrfacher Millionär war, an den Bettelstab gebracht durch eine unglückliche Combination von Umständen an der Börse, die er weder durch Vorsicht noch durch Scharfblick wissen oder vermeiden konnte. Er stieg herab von seinem Thron als Nestor der Börsenspeculation in Chicago, und nachdem er sich kurze Zeit vor den Augen der Welt gänzlich verborgen gehalten hatte, ging er nach New Jork, um dort als Winkelspcculant ein iümmerliches Dasein weiterzuführen Old Hutch" war selbst im Reichthum seiner Anspruchslosigkeit in persönlichen Bedürfnissen treu geblieben da er zu stolz war, um an der Stätte, wo er Herrscher gewesen. wieder Diener zu werden. Sein Sohn allerdings, der junge Hutchin-

son, ist ein reicher Mann geworden und ist's noch heute, aber durch eigene Anstrengung, und durch ganz andere Methoden als die seines Papas, und wer den tadellos im feinsten Geschmack gekleideten jungen Herrn Hutchinson als Präsident der Corn Exchange Bank sieht und spricht, oder ihn Abends sich bei irgend einer frommen Versammlung prominent betheiligen sieht, der würde nie auf die'Jdee kommen, daß dieser so äußerst correkte junge Mann der einzige Sohn von Old Hutch" sei, denn des Letzteren Vorliebe für Flüche, Kautabak und Poker waren seiner Zeit stadtbekannt. In Europa bemüht sich der Börsenspeculant, dem Odium, das nun einmal im Volksgedanken seiner Beschäftigung anklebt, möglichst die Spitze abzubrechen. Zu diesem Zwecke derschafft er sich eine gute, gründliche Bildung, gerirt sich als Kunstmäcen und kauft schöne Gemälde, Sculpturen, gibt großartige Bälle, Bankets und andere Festlichkeiten, zu denen er auch nie verfehlt, die geistig tonangebenden Männer zu laden, die Schriftsteller, Journalisten und Künstler, die Coryphäen der Wissenschaft und die anderen Stützen der Gesellschaft, die Vertreter der Geburtsaristokratie. Er sucht, die leicht erworbenen Reichthümer, von denen er sich durch ein warnendes Gefühl des Mißbehagens selbst sagen läßt, daß ihre Herkunft nicht zweifelsohne sei, wenigstens theilweise auf den Altar der Öffentlichkeit und des Gemeinwohls zu opfern. Nichts von alledem aber trifft zu auf unsere amerikanischen Börsengrößen. Ihnen geht noch vorläufig das Gefühl der Verpflichtung der Allgemeinheit gegenüber ab. Indeß sprechen mehrfache Zeichen während der letzten Jahre dafür, daß ihnen dieses Gefühl bald beigebracht werden dürfte. Der deutlichste Beweis dafür war wohl der äußerst einschneidende Gesetzentwurf im Congreß zur Regelung und Beschränkung des BörsenWesens. Mittlerweile aber kann man jetzt schon sagen, daß solche Börsenhelden wie seiner Zeit Jim" Fiske, Jay Gould und andere, einer En:wickelungsperiode in der Geschichte des amerikanischen Volkes angehört haben, welche im Entschwinden begriffen ist. Man braucht dieser Periode die uns zweimal riesige Paniken und Jahre der ollgemeinen Entbehrung gebracht keine Thränen nachzuweinen. Amerika hat dadurch etwas an seiner pittoresken Vergangenheit eingebüßt, aber wird ungleich mehr an gesundem, normalem Wachsthum gewinnen. Erfinderglück.

Wenn wir uns nach den Urhebern der vor unserer Zeit gemachten Ernn düngen umsehen, so finden wir. daß sie in der Mehrzahl Männer, aus geringem Stande hervorgegangen, Arbeiter oder Handwerker gewesen sind. Ter Drang, aus den schlechten Verhältnissen herauszukommen, und der Kampf um 's liebe Brod, gab gewöhnlich den Antrieb, war aber auch meistens leider die Ursache, daß die Früchte einer neuen Entdeckung, mit dessen Nutzbarmachung Jahre lange mühselige Arbeit verbunden, Anderen in den Schooß fielen und der Erfinder selbst aus seiner Dürftig keit nicht herauskam. Betrachten wir einige der wichtigsten Erfindungen aus früherer Zeit, nämlich die Buchdruckerkunst, die Spinnmaschine, den mcchanischen Webstuhl, die Nähmaschine, Dampfmaschine und Locomotive in Hinsicht ihrer geistigen Väter. Obwohl der Buchdruck in China schon vor Christi Geburt ausgeübt wurde, ist Gutenberg für uns der eigentliche Erfinder und wurde durch die Benutzung der Druckpresse und der Lettern von ihm die Buchdruckcrkunst mit einem Schlage auf die heutige Stufe gehoben, abgesehen natürlich von nachträglich vorgenommenen Verbesserungen an Material, Apparaten und Maschinen. Seine Lebensgcschichte ist bis in 's 40. Lebensjahr dunkel geblieben, bis es ihm zu dieser Zeit (1 448) gelang, nach langer Mühe die Lettern durch Guß herzustellen. Wir wissen jedoch, daß er stets mit Noth und Entbehrung zu kämpfen hatte, und daß sich dieses trotz aller Anstrengung auch später nicht viel änderte. Von habsüchtigen Thcilnchmern ausgcbeutet, erlangte er nie eine Selbstständigkeit und blieb, was cr war, ein einfacher Arbeiter, der sich seinen Unterhalt schwer verdienen mußte. James Hargreave und Samuel Crompton, zwei Engländer, blieben ihr ganzes Lcbcn einfache arme Arbeiter, obgleich sie an der Erfindung der Spinnmaschine in erster Linie bethätigt waren. Hargreave, 1719 in Stanhill bei Blackburn geboren, hätte es vielleicht zu etwas gebracht, wenn er nicht mit der Dummheit und dem Neide seiner Arbeitsgenosscn hätte kämpfen müssen. Zweimal zerstörten ihm dieselben seine Maschinen und Appavate; das erste Mal kurz nacb der Erfindung der ..Jennymaschine" (nach einer Tochter genannt), und das zweite Mal 1779. nachdem ihm die Crrichtung einer Spinnerei gelungen war. Hinzu kamen Anfeindungen aller Art, Unglücksfälle und schließlich noch ein Schlagfluß, so daß cr seinem Tooe in Türstigkcit entgegen sah. Schließlich wurde ihm auch noch sein Erfinderruhm durch einen gewissen Thomas Highs streitig gemacht. Samuel Crompton, 1793 geboren, konnte als Vcrvollkommener der SpinnMaschine ebenfalls den Konkurrenzneid in krassester Gestalt kennen lernen. Als seine Fachgenossen sich von ihm überflügelt sahen, versprachen sie ihm für die Preisgebung seines Geheimnisses eine Sammlung zu veranstalten, um ihn dadurch zu entschädigen. Er war gutmüthig genug darauf cinzugehen, und erhielt bei der Sammlung von 106 Fabrikanten je eine Guinee, wobei sich die. meisten noch benahmen.

als sei es ein großmüthig gereichtes Almosen. Aus Acrgcr hierüber gab Crompton das Geschäft auf und wurde Pächter, kehrte aber nach sechs Jahren wieder zur Arbeit zurück. Turch seine Freunde veranlaßt, reichte er 1811 ein Gesuch beim Parlament um Natlonalbelohnung ein und erhielt 5000 Pfund, vielleicht wäre aber das Zehnfache nicht zu viel gewesen. Mit dem erhaltenen Gelde hatte der Cm vkänaer aber ebenfalls kein Glückund der eichttnn selncr Soyne vrachte es fertig, daß cr am Abend seines Lebens in Dürftigkeit gerieth, woraus ihn eine heimliche Sammlnng seiner Freunde rettete. Auch Jacquard, der Erfinder des mechanischen Webstuhls, geb., 1752, war ein einfacher Arbeiter, doch gelang es ihm nach schweren Kämpfen und herben Lcbcnsschicksalen, ein bescheidenes Vermögen zu erwerben, welches ihm erlaubte, die lchtcn Lebensjabre ohne Sorgen um seine Existenz zu verbringen. Schlimmer erging es dem ersten Cr sinder der Nähmaschine, dem Franzosen Bartheln?) Thimonnicr, Schneider von Gewerbe, geboren im Jahre 1793. Die Ausführung seiner Erfindung kostete ihm vier Jahre, 1822 bis 1825, da er sich erst die erforderliche mechanischc Fertigkeit erwerben und zugleich seine Familie ernähren mußte. TaZ Glück schien ihm zu lächeln, denn ein Grubendirektor vcrhalf ihm dazu, seine Maschine zu verwerthen. Cr vermittelte die Errichtung einer mit 80 Maschinen ausgestatteten Werkstatt in Pari-, jedoch wurde die Hoffnung des Erfinders bald zerstört, denn eines Tages rotteten sich die Schneider von Paris zusammen und zertrümmerten die gesammte Anläge. Thimonnicr griff wieder zur Radcl, arbeitete dabei aber ununterbrochen an der Vcrbessernng seiner Erfindung. 1845 fand er endlich einen Theilhaber zur Gründung einer Maschinenfabrik; da kam das Jahr 1848, und die NeVolution brachte ihn wiederum um alle Erfolge. Auf die Weltausstellung in London 1851 hatte er große Hoffnung gesetzt, aber durch Verschuldendes Speditcurs kam die Maschine dort zu spät an, schließlich starb der Erfinder 1857 im Elend. Seine Nachfolger in der Erfindung der Nähmaschine, die Ankenkaner Walther Hund nnd Elias Howe waren gleichfalls einfache Arbeiter, doch gelang es ihnen, nach langjährigen schweren Kämpsen in die Höhe zu kommen und oben zu bleiben. e Tie Erfinder der Dampfmaschin und der Lokomotive, Watt und Stephenson, gehörten wie die bisher Besprochenen dem Arbciterstande an, und ihre ärmlichen Verhältnisse veränderten sich erst in ihren späteren Lebensjahren zum Vortheil. James Watt, zu Grcenock in Schottland 1736 geboren, hatte wohl weniger mit der Noth als mit anderen Hindernissen zu kämpfen. Er hatte das Mechanikcrfach ergriffen und darin eine hohe Gcschicklichkeit erlangt. So ausgerüstet, wandte er sich 1757 nach Glasgow, um sich hier niederzulassen, was die Handwerkerzunft aber nicht duldete. Vielleicht hätte seiner Aufnahme nicht im Wege gestanden, wenn er ein Stümper gewesen wäre, nichtsdestoweNiger fand er gerade in Glasgow sein Glück. Der Posten des UnivcrsitätsMechanikers war zur Zeit zufällig frei geworden, den cr erst probeweise und dann endgiltig erhielt, nachdem cs ihm gelungen war, eine in der Sammlung befindliche kleine Ncwcomen'sche DampfMaschine in Betrieb zu setzen, was kein Anderer fertig gebracht hatte. . Diese Maschine, mit großen Man geln behaftet, und nur zum Pumpen zu gebrauchen, verwandelte Watt durch wesentliche Verbefferungen und neue Erfindungen in eine wirkliche BetriebsMaschine, und damit war sein Glück gemacht, obwohl er sich nicbi beeilte, es zu ergreisen, denn erst 1709 nahm cr ein Patent auf Erfindungen und Verbesserungcn. Noch. größere Schwierigkeitci stellten sich Etephenson auf seiner Laufbahn in den Weg. 1731 in einer elenden Lehmhütte geboren, mußte er schon von seinem sechsten Lebensjahre an seinen Erwerb suchen, und wurde in Folge dessen seine Jugenderziehung gänzlich vernachlässigt. Sein Vater war als Maschinenhcizcr auf einer Kohlengrube angestellt, wo cr mit 14 Jahren dessen Gehilfe wurde und hierdurch die Dampfmaschine kennen lernte. Erst seit dem 18. , Jahre lernte cr durch Selbststudium Schreiben. Lesen und Rechnen, wobei er noch Zeit fand, sich durch Schuhflicken einen Nebenverdienst zu verschaffen. Endlich kam er so weit, daß sein Wochcnlohn 20 Mark betrug, aber die durch Kriege hervorgerufenen schlechten Zeiten hinderten sein Fortkommen. dazu kam noch, daß cr jetzt seinen kran kcn Knaben zu' ernähren hatte. Miede rum griff cr zu allerlei Nebenverdienst, trieb Uhrmacherci und Schncidcrc't, wobei er aber seine Studien .unermüdlich weiter betrieb und endlich 1812 am ersehnten Ziele stand. Er wurde Grubeningenieur und konnte sich nun der Aufgabe seine Lebens, zu der er schon längst die Idee gefaßt hatte, voll und ganz widmen. Im Jahre 1815 vollendete Stcphcnson seine erste Lokomotive, die cr aber erst 1823 fabrikmäßig herzustellen begann. Es ist nun wohl eine ziemlich bekannte Thatsache, daß die genannten Erfin düngen zur Zeit keine neuen Ideen rcpräscntirtcn, und Versuche in Bezug darauf schon stattgefunden hatten, aber cs waren gewiffcrmaßcn nur unbcstimmte Ahnungen vorhanden, die zu verkörpern den angeführten Personen vorbehalten blieb.

Privat - Instruktion. Rekrut (eben erst zur Fahne berufen): .Müssen wir auch vor dem Fcldwe!.cl das Gewehr präsentiren?" Kamerad (im zweiten Dienstjahr): Nein für den aenüaen andere Präsente!