Indiana Tribüne, Volume 18, Number 267, Indianapolis, Marion County, 16 June 1895 — Page 6
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Auf Der Mensur. Das deutsche- Studentenleben wird ton einem Hauch eigenartiger Poesie durchweht, welche besonders von den Farben tragenden Verbindunzen, Corps, Burschen- und Landsmannschaften, mit großer Begeisterung gepflegt wird. Die Ideale des echten Öurfäen sind keineswegs Bierkrug und Schläger allein, auch ernste Bestrebunyen kennzeichnen diese Verbindungen. Aus den Burschenschaften sind zahlreichMänner hervorgezangen,welche zu den Besten des 'deutschen Volkes gehört kiaben und gehören, trotzdem sie als flotte Studenten einst eine ausgezeichmeie Klinge schlugen, und unter den Ersten der Nation finden wir zahlreiche frühere Mitglieder von Corps und Landsmannschaften. Namentlich in den kleineren Universitätsstädten steht das Verbindungsleben noch in hoher Blüthe und der Bursch in Kanone und Vickesche, der vielleicht in d'en Straßen Berlins Aufsehen erregen würde, geI;l5rt dort ZU den alltäglichen Erscheinungen. Ein Bursch, der nicht in der .zndhabung d:s Schlägers eine gewil! Gewandtheit besitzt, ist undenkbar. denn es wird von ihm erwartet, b?3 er sich auf der Mensur als ganzer y?ann zeige. Es kann nicht in Abrede refrllt werden, daß di?s häufig unbeilvolle folgen nach sich gezogen hat, ijzx im Allgemeinen nehmen diese sturentischen Paukereien keinen lebensgefzbrlichkn Verlauf. Die Waffe, die auf der Mensur zur Verwendung kommt, ist der sog. Schläge eine gerade Hiebwaffe mit einer etwa 40 Zoll langen Klinge, die l.'ine Spitze hat, und nur auf den letzt:n 8 Zoll so scharf wie ein Rasirmesser geschliffen ist. Bei den Mensuren werUn die Combattanten durch Binden und Bandagen" geschützt.
Vandagiren. Die Mensuren, welche durch das Gesetz verboten sind, finden stets im Beisein einer zahlreichen Corona von Mit?Ii:oern der Verbindungen statt, denen rie Combattanten angehören. Das Anlegen der Schutzmittel, das Bandakl'.ren. geht in der Weise bor sich, daß, nachdem der Paukant sich seiner Oberkotier entledigt hat. ihm zunächst feste Sliiien auf der Herzgegend und den selhöhlen befestigt werden. Dann wird ihm das Paulhemd angezogen und ein Paar dick: lederne Paukhosen. cle den Unterleib und die Oberschenkel f blitzen. Diese Ninklcider sind derart geschnitten. daj sie den Rücken und die ö'.nterseite der Beine freilassen. Die r'ticmen. mit dem die Hosen zusammenschnürt werden, bilden zugleich einen 5)a!i für den linken Arm und entzie?n denselben so dem Bereich der geg-r-.erisH-n Klinge. Nun erhält der FechUr.'cz von geübter Hand die eigentlichen Lundagen umgewickelt. Diese BanVagen sind lange schwarzseidene Binden. mit denen der rechk Arm und der Oals viele Male umwunden wird, und dieselben vor ftdem Durchstich sichert. Das Handgelenk wird cztra noch zwei bis dreimal umwickelt, um ihm besseren Halt zu geben. Ein ftstes ledernes Brillengestell, das für Schlechtsehende eo. Augengläser aufnehmen kann, schützt die Augen vor Verwundung. Prüfen der Klinge. ; Die Secundanten sind, ähnlich den fechtenden, mit Schutzkleidern versesen. Eine lederne Schürze deckt ihren Unterleib und die Beine gegen verirrte Släge der beiden Contrahenten. Ihre Kehle wird ebenfalls bandagirt, ein Vaukhandschuh vollendet die Ausrüstung. Ihr Amt bei den Mensuren ist ein sehr wichtiges und nicht ungefährliches. Sie haben darauf zu achten, bafi alles ordnungsmäßig hergeht und daß die Interessen ihrer Verbindung in vollem Maße gewahrt bleiben; außerdem müssen sie beständig auf ihrer Hut sein, daß nicht ein verlorener Hieb sie trifft. Falls beide Contrahenten geübte Fechter sind.und vorausgesetzt, dah nichts mit den Klingen passirt, so dauert ein jeder Gang 30 Secunden bis eine Minute. Je gewandter die Fechter, desw schneller die Reihenfolge der niedersausenden Schläge, die ein Geräusch machen, als wenn Jemand fortgesetzt mit einer Gerte durch die Luft schlägt. Biegt sich eine Klinge, so ertönt sofort ein Halt", entweder ron Seiten der Fechtenden oder des Unparteiischen. Auf diesen Ruf springen sofort die Secundanten mit ausqelegten Schlägern, vor, um etwa noch lallende Schläge aufzufangen. Mährend der Pause werden die Klingen gerichtet oder den Kämpfenden neue Waffen ausgehändigt. Man reibt neue Kreide auf die Innenflächen der -lndschuhe und streut frisches Säge.
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mehl auf den vom Blute schlüpfrigen Boden. . . P a r Z r t e r Hieb. Die Fechter haben in ihrer hemmenden Bekleidung und in dem meist schlecht ventilirten Raume sehr unter der Hitze zu leiden. Der 'rechte Arm ist in Folg: der Bandagirung schwer und so unlenkbar, dajz die Secundanten in jeder Pause den rechten Arm der Duellanten stützen müssen. Je länger die Mensur dauert, desto matter werden die Schläge; nur mit der größten Willenskraft ist der Fechter zuletzt noch im Stande, die Muskeln so weit anzustrengen, daß der Schläger nicht der erschlaffenden Hand entfällt. Keine Mensur dauert länger wie eine Viertelstunde. die vorschriftsmäßigen Ruhepausen einbegriffen. Wenn bereits 10 Minuten gefochten worden ist, so ruft bei manchen Mensuren einer der Contrahenten seinem Gegner zu: Ich biete Ihnen Satisfaction." Nimmt der letztere dies an, so ist damit die Pau kerei zwischen den beiden Studenten beendet. Wird einer der Fechtenden von dem herunterrieselnden Blute geblendet, oder constatirt der anwesende Doctor eine schwere, ernstliche Verwundung. so wird dem Fechten sofort Einhalt geboten. Derjenige, der zuerst eine Verwundung empfängt, die von seiner Seite aus eine weitere Fortsetzung des Kampfes unmöglich macht, ist abgeführt, hat eine Abfuhr bekommen. Die am meisten vorkommenden Abfuhren treffen in der Regel die obere Fläche des Kopfes und dringen manchmal bis auf den Knochen; außerdem wird das Gesicht häufig auch sehr hübsch zerhackt. Die Gesichtsschmisse sind oft 3 bis 4 Zoll lang. Je länger, desto stolzer fühlt sich der Inhaber derselben. Ganz unblutig verlaufen diese Mensuren böchst selten, leichtere Risse und Schmisse setzt es fast jedesmal. EineTiefquart. Es ist vieles für und gegen diese Stud-entenmensuren geschrieben und gesprochen worden, das läßt sich aber nicht fortläugnen. daß dieselben den Muth stärken, und Augen und Muskeln stählen. In einer Weise muß sich der jugendliche Uebermuth austoben; liebt es die amerikanische Jugend, ihre Kräfte im Fußballspiel zu messen, so erprobt der deutsche Student die seinigen auf dem Fechtboden. Welche Liebhaberei von diesen beiden den gröfeeren Vorzug und Beifall verdient, sei einem Jeden zu beurtheilen überlassen. A. : Fräulein Irma ist ganz aus dem Häuschen seit ihrer Verlobung; mit den rosigsten Farben malt sie sich ihr künftiges Leben aus..." B. : Na. den Pinsel hat sie ia nun auch dazu." E r kennt ihn. Na, wie geht'sZ Sage ich nicht!" Aber warum nicht?" Ja, wenn ich sage, es geht mir gut, dann pumpst Du mich gleicy wieder an! Küchen - Aesthetik. Braut: Würde es Dir gefallen, wenn ich unsere Küche im Zopfstil einrichte?" Bräutigam: Ist mir ganz gleich nur darf ich im Essen kein Haar finden!" Renommage. Geschäftsreisender: Sie werden von der Größe und dem Alter meinesHauses ungefähr eine Ahnung bekommen, wenn ich Jhnen sage, daß unser jüngster Lehrling 85 Jahre alt ist!" Der neidische Lenz. Nun. wie finden Sie meine Frühjahrstoilette, Herr Lieutenant?" Phänomenal, Fräulein! Selbst die Natur ist Ihnen neidisch!" Wieso?" Die Sträucher werden grün und die Knospen platzen vor Aerger!"
Anzüglich. co
Plutokraten-Ztammbaume. Bunte Wappenschilder und lazzge zenealogische Tafeln gehören in den Palästen der, Shoddykratie" von New pork durchaus nicht zu den Seltenheit len; nehmen doch viele von diesen Herrschaften längst vermoderte Raub ritter, ja sogar Lüderjahne königlichen Blutes für sich als Ahnen in Anspruch, irojdem sie nachweisbar von biederen Vewürzkrämern und anderen ehrlichen Leuten abstammen. Unter den Vierhundert" des sündigen Gotham gehört :s zum guten Tone, mit geringschäendem Nasenrllmpsen auf einen Jeden herabzublicken, der mit körperlicher oder zeistiger Arbeit sein Brot verdient, und für sie ist deshalb die Erinnerung an chre Großväter, welche ihnen die Mit tel zu einem luxuriösen Leben hinter lassen haben, mehr als fatal. Daß anscrupulöse Schmarotzer diese Schma che nach Kräften ausgenutzt haben und zusnutzen, kann nicht Wunder nehmen. Trotzdem die Abtheilung für Familienzeschichte in der Astor-Bibliothek mit Lüchern über Amerikanische Sprößringe königlichen Blutes" gefüllt ist, läßt sich ohne Mühe der Nachweis führen. dak die bekanntesten Familien der Knickerbocker Shoddykratie" ihre Ahaen unter der großen Masse des Volkes suchen müen. Ueberaus interessantes Material für die Stammbäume jener Plutokratie liefern die Anzeigen in den ftew Jorker Zeitungen aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, von denen wir im Folgenden eine Anzahl tn Facsimiles reproduciren. Beginnen wir mit den steinreichen Astors. Der erste Astor, welcher sich in Amerika niederließ, war seines Zei chens ein Metzger und Viehhändler; t war ein Bruder jenes John Jacob Ustor. der durch den Pelzhandel den Vrund zu dem ungeheuren Reichthum derFamilie legte und der anfänglich mit Musikinstrumenten handelte, wie aus der folgenden Anzeige erhellt: JACOB ASTOR. No. Si, S$txt -ßrect, iar iht Friends Mtttin.fiot . HA S juft in-ipoi-ff cl, in fHIp jriuwp, in eleqont dflorDnenl cf Musical Instk-umenk. sueS s?lönna(brfeS. Qcrrnou WcSVToGaj iCUriiKö, Haroboy's, (juitfcrjr.ic. Die Livingstons betrieben kaufmän nische Geschäfte und besaßen Schiffe, die eventuell als Eaper Verwendung fanden. Zur Zeit des Krieges der Tolonien mit den Franzosen, war Philip Livingston mit seinem Neffen Ro bert Cambridge Livingston, dessen Mutter eine geborene Schuyler. im Destillationsgeschäft thätig und Robert Gilbert Livingston machte in EllenWaaren. Hier eine alte Geschästznzeige des Letzteren: Robert G. livingnonun. Us STOAS f Afe 1. j$r JtAiAo- 1,crvf tnxK friert Am Aas fi' alr, fi,-ß rfcmlh? fraubcost, A VARirry cf eUcant China and Japan Warö, A fytrtmfst cf 'ronmoary, ael clll ftnr Z fn4loirfr4inVJ lokin5UfsS rcopp N tftd rh Kkttk5 s !t fw) ru'dsfamjfi difl prtHcaft: fapdtjuff'f AnJIpoMtJ ru9i.PT "P'r ; de, - rum ft$d?t ru&oj t n in uj?3 ; icrfi candu pi ttfbox jsHutfilorIrfcroOTsi.&C . 4 " 9minünnt itxiyjt pttonis . tfrwYorJLt Ölt l. Der Vorfahr der Morgans. deren Bankhaus in der ganzen Welt bekannt ist. betrieb ein Restaurant nebstSchankwirthschaft, wie aus folgender Anzeige erhellt: WYork Porter -Houß. JO HN MOR GAN. AMh5ignof lJ Grand Mafer. nir tn, Tit ty Stiinsly' Mor tar. rncitrnptctfuUy V jbrno hhsritndi nd h Kib!ic.-hwHl ia fufurf ave S 0 U P S tcä, frornEtcwn Mi On OLfockevrfy dty Urvsd inA COmrnodicu rcom yp Mrs -Stuf Stäm. Mulfon Chefs Övfprf.Lo CpoJodjnfK beß-b5o f)r metu - Dinnfr of onW brfpokc , J od MoftdfffccepsArMurarOrdn) GZUUlNt? WS Die Bayards stammen von einem Zuckerraffineur ab. Auch die Cuylers, Rheinländers, Van Coortlandts, Roo sevelts u. f. w. waren in diesem Gefchäft thätig. Ursprünglich handelte der erste Rhinelander mit Geschirr u. f. w. Eine Ankündigung seiner Waaren enthält folgende Anzeige: To be Sold Cheap,-. RHINELANDER' Sfcr. Thtcsr" es &uriii'ißift A.ti China, Ql&ss, EöhenwÄTc, Ironmongefy & Cutiery. Das Geschäft Roofevelt des Ersten scheint in jener Kit dasjenige seiner
Eoncurrenten überragt zu haben, denn er empfiehlt dasselbe wie folgt: Isaäe RooseveiL HAVINQ höd Ms Sugdr. Houfc rtAiXd, Zr noweartymoorx his BSlMESS f SUGAR "REFJNIMC as-fbrwerldTkJ basreadv fcr aLc, (by hirnand So) tf nisHoufv in Queen.frrt; No 1 50, opposite the Bnk ; Lf JuoV Lunip do, Arained MuscoVAtfodo. gncl SüP,oLr-TiouseTreacIp. The New Emfl"o MoncyUey w;i rteeive at itifÜl vdlue in pycnent Die Vorfahren der Familie DePeyster, welche ihren Namen übrigens Depeister schrieben, verschmähten nicht mit holländischemGin zu handeln, denn eine ihrer Geschäftsanzeigen labtet:
uü 1irll)orte6, In ibe Brij lty Atetra, Cqftut Samjitt Littlt, AND' TO BE SOLD OKistt)- Cafk tht Jhrt 0 William Depeyster, Jo.tTtj$rtit, AKianfirvof 'f Holland 4n, in Csp3. Der erste Stewart erwarb sein tag liches Brot als Tabakshändler, wie folgende Anzeige beweist: Manufattured Tobacco. UiKOimmml) heap, Atfio. 7, WATER-STfirrT. By ROBERT STEWART, TOB A C CON IST Berühmte Brauer waren die Lispe nard, Rutgers, ebenso die Barclays. Die Schuylers, Verplancks, Bachers, Murrays, Franklins und Beckmans stammen von Importeuren ab. Die Familie Backhause, mit welcher die Astors später in verwandtschaftliche Beziehungen traten, besaß in No. 163 Waterstraße einen Laden, in welchem Holz, Salz. Kohlen, Stiefeln, Schuhe. Malaga, Madeira und Sherry feilgehalten wurden. Die Montgomeries, welche neuerdings für sich die Earls of Eglington" als Ahnen in Anspruch nehmen und behaupten, in Wirklichkeit Montgomery zu heißen, stammen von Robert Montgomery ab, der in No. 33 Wallstraße ein Uhrmachergeschäft betrieb. Die Kembles wie Garret Sickles waren Auktionatoren und Lorillard Kiv, der berühmte" Vortänzer der New Yorker Vjerhundert". stammt von einem einfachen Tapezierer ab und der Ahne der Pells. welche heute nur von Pell Manor" in Westchester Eounty sprechen, handelte mit Jamaica Rum. Porzellanwaaren u. s. w. Die Reichthümer der Goelets, Brevoorts, Hoffmans. Sandses, Laights und an derer KnickerbocZer-Familien sind im Eisenhandel erworben. Diese Proben dürften genügen, um der Shoddykratie" blaublütige Prätensionen auf das richtige Maß zurückzuführen. Taö reichste Paar.
In der Plutokratie unseres LandeZ gehören Millionenbräute bekanntlich nicht zu den Seltenheiten; allein ::c!e solcher Goldfische wie Fräulein Adele Sloane, welche dieser Tage dem jun gen Krösus James A. Bürden jr. die Hand zum Bunde für das Leben gereicht hat. gibt es nicht. Gegen den Glanz dieser Hochzeit, welche dieser Tage in Lenox, Mass., gefeiert wurde, i?f Adele Sloane. verschwindet die Gould - Eastelläne. Asfäre vollständig. Die Braut ist eine Enkelin von W. H. Vanderbilt und ihre Mutter allein besitzt ein Vermögen von Z20,000.000. Sie yat zwei Onkel, von denen jeder $80, 000,000 besitzt, und eine ganze Anzahl Vettern, die je $20,. 000,000 werth" sind. Der Bräutigam selbst ist ebenZalls vielfacher MilJames A. Bürden jr. lion'är. Der bei der Hochzeit entfaltete Luxus spottete jeder Beschreibung, denn die Vanderbilt's betrachteten das Ereigniß als eine Familienaffäre, mit welcher .sie ihre Rivalen, die Goulds, in den Schatten stellen woll ten. Die Toiletten der Braut, die Geschenke u. s. w. allein repräsentirtcn einen Werth von $1,000,000. Backfisch - Grammatik. Jda: .Der Assessor Müller ist doch ein rechtes Scheusal!" Frieda: Aber, um Himmelswillen! Warum denn?" Jda: Nun ja! Scheut er sich nicht vor jedem Ballsaal?" M l l i t ä r i s cl Unterofficier: Ich hab' Euch immer gesagt, Ihr sollt in Reih und Glied nicht so viel niesen. Und wenn schon, hat nicht einer nach dem anderen, sondern alle gleichzeitig zu niesen!" Aus Gesurrdheitsrück. sichten. Richter: Angeklagter, Sie wandern nun schon zum fünften Male wegen Diebstahls in's Gefängniß. Können Sie denn das Stehlen nicht lassen?" .Angeklagter: N, bet kann ick ich. Ick bin der meiner Jesundheit schuldig!" Richter: Wieso?" Angeklagter: Mir hat der Doctor sitzende Lebensweise vorgeschrieben!" . . .
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5ayman's pneumatisches ZZoot. Für Freunde des Wassersports ist mit dem Layman'schen pneumatischen Boot ein sehr nützlicher Artikel in den Handel gekommen. Dasselbe gleicht in seiner äußeren Gestalt einem Pferdekummet und ist aus sehr haltbarem Gummistoffe verfertigt. Ein Boden aus demselben Stoffe verschließt es nach unten und bildet zugleich einen Sitz. An dem vorderen Ende dieses Bodens sind zwei Futterale angebracht, die man sich über die Beine zieht. Die Füße an dieser Beinhülle haben an ihrem hinteren Ende zwei Schnäbel, die, mit einander verbunden, ähnlich wie bei einer Ente, das Rudern ermöglichen. An dem Stern dieses kleinen Schiffes ist ein nicht drehbares Steuer angebracht, das den Zweck hat, das Boot stets mit seiner Spitze nach vorne zu halten. Vermittelst eineö
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Jeim Fischfang. Gebläses wird der Apparat aufgeblasen. was ungefähr 5 Minuten in Anfpruch nimmt. Die beiden Längsseiten des Bootes bestehen aus zwei übereinander befestigten röhrenartigen Schläuchen, von denen der untere aus drei Abtheilungen besteht, während der obere eine einzige durchlaufende Röhre bildet. Dadurch daß die mit Luft gefüllten Seitenwände eine ovale Form annehmen, wird der Boden straff angespannt. Man steigt, nachdem der Apparat aufgeblasen, in die Beinfutterale hinein, hebt den Apparat an den Handgriffen auf und geht an's Ufer und in's Wasser hinein. Sobald der obere Theil des Bootes den Wasserspiegel berührt und die Füße, den Grund verlieren, schwimmt das Boot. Man setzt sich nun auf den Boden des Bootes nieder imd macht mit den Beiuen nach rückwärts Schwimmstöße Auf der Jagd. wodurch das Fahrzeug mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 3 Meilen in der Stunde vorwärts getrieben wird. Das Boot hat eine Tragfähigkeit von 400 Pfund, so daß mehrere Personen zugleich in demselben Aufnahme finden können. Nicht allein beim Angeln, sondern auch auf bix Wasserjagd ist dieses Boot vortheilhaft zu verwenden, da man sich auf ihm geräuschlos dem Wilde nähern kann, und außerdem Vorrichtungen getroffen sind, um ein Schirmdach anzubringen. Für kleine Jachten kann es als Neben- und Nettungsboot mitgenommen werden. Das Boot bietet vollkommene Sicherheit, da es selbst, wenn drei seiner Abtheilungen mit Wasser gefüllt sind, durch die vierte noch trag- und schwimmfähig erhalten wird. Wunder der Dressur. . Ein Special-Equilibrist. SeinGeschenk. LZas hast Du Deiner Braut zu Weihnachten geschenkt?" Ein silbernes Armband." Und sie Dir?" Ich hatte sie schon acht Tage vorher um 20 Mark angepumpt!" Motivirt. Schmierendirector: Sie wollen als Faust Handschuhe tragen? Das wäre ja widersinnig!" Schauspieler: Im Gegentheil: Fausthandschuhe sind ja weltbekannt!" Drei Schilder. Drei Schneider richteten sich in derselben Straße ihr Geschäft ein. Der erste ließ auf fein Schild setzen: Der beste Schneider in der Stadt"; der zweitewollte dem Eoncurrenten noch über sein und ließ auf das seinige malen: .Der beste Schneider in der Welt"; der dritte aber that sie alle Beide herunter mit seinem Motto: Der beste SchnÄder in dieser Straße.-
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Vom Klabberstorche. Von Edroin Bormanz..
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Er hat sich's bequem gemacht. Karl," sprach der Lehrer in giedigen Don, Hast du Geschwister, sag', mein Sohn?" Un Karlchen sprach: Er ja un lachde. Herr Lehrer, mir sein ihrer Achde." .Sieh da, das ist ja ganz was Rares: Acht Wiegenfeste im Laufe des Jahres! Mithin auch acht Geburtsdagsbraden, Acht Streußelkuchen und acht Ehocoladen!" Ach nee, Herr Lehrer, keene Spur; Mir feiern leider viere nur! Denn der Klabberstorch hat sich's be quem gemacht Un hat uns immer baarweis gebracht Zur Rettung Schiffdrüchiger. Die Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger in Voulogne, Frankreich, hat vor Kurzem für diejenigen ihrer KUstenstationen. deren Boote, um die offene See zu gewinnen, erst die Brandung durchqueren müssen, einen neuerfundenen Apparat in Gebrauch genommen, der mittelst einer schiefen Ebene, auf der das Rettungsboot hinabgleitet, die Brandung überbrückt. Dadurch wird den Mannschaften das gefahrvolle und zeitraubende Werk, die Brandung durchrudrrn zu müssen, erspart. Diese schiefe Ebene ist ganz in derselben Weise eingerichtet, wie hier, zulande die sog. Elevators", mittelst denen die Wagen der Straßenbahnen steile Abhänge heruntergelassen und und hinaufgewunden werden. Der Wagen, auf dem das Boot ruht, ist so construirt, daß er dasselbe stets in horizontaler Lage erhält. Vermittelst eines Kabels, das um eine große Trom mel läuft, wird dem Wagen die nöthige Bewegungskraft verliehen. Sobald das Boot den Wasserspiegel berührt, löst es sich selbstthätig von dem Wagen los und gleitet in das Wasser. Die Mannschaft besteigt das Fahrzeug bereits im Boothause, so daß das Boot sofort seine Fahrt antreten kann, wenn es am Ende der schiefen Ebene angelangt ist. Das Gewicht des bemannten Bootes, sowie des ganzen Apparates beträgt zusammen etwa 10 Tonnen. Schnell verbessert. Bureau - Vorsteher: Die Rechnung, die Sie hier ausgerechnet haben, stimmt nickt." Schreiber: Sollte ich wirklich beim Rechnen so in Kam! gewesen sein, oder sind Sie vielleicht im Irrthum?" . , ,
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Ztte einzige z-reude". Von H. Wald.'mar.
Hand auf's Herz, meine lieben Leserinnen, gebrauchen wir nicht sehr oft diesen Ausspruch, um berechtigte und unberechtigte Vorwürfe von uns abzuweisen? Und ist es nicht doch nur zur Beruhigung unseres Gewissens, das energisch mahnt: Thu's nicht! daß wir immer wieder uns und anderen sagen: Es ist ja meine einzige Freude?" Gehen wir aber den Dingen auf den Grund, so sind sie meistens nicht mehr Freuden" zu ennen. sondern Qualen, Sorgen, Leidenschaften, denn, was einstmals zu unserer Freude diente, hat oft, weil wir uns nicht beherrschen, nicht zufrieden geben mochten, unser Glück, unsere Existenz, unsere Zukunft unterzraben! Ich rede nicht von jenen Freuden, die das Haus bringt, wenn Friede. Wohlfahrt und Glück darin herrschen; ich habe nicht jene harmlosen Freuden im Auge, die wir an Blumen, an der Natur haben, oder die wir uns durch eine hübsche Reise verschaffen, nein, diese Freuden sin) Genüsse, an denen wir, uns erfreuen, uns aufrichten, uns im täglichen Leben erlaöen. Wenn die Jugend spricht: Das ist ' meine einzige Freude" und zum Tanze eilt, oder wenn der Knabe kein größeresVergnüaen kennt, als Schmetterlinge zu fanzen, das Mädchen Geschichten lesen als seine einzige Freude" erklärt, so lächeln wir, denn der Kinder und der Jugend Leben ist doch nur eine einzige Freude, alles, was sie erleben, wird ihnen zur Freude. m strahlendhellen Sonnenschein. Anders verhält es sich, wenn ein Mann es als einzige Freude" erklärt, sich einen auserlesenen Rennstall anzulegen und zu unterhalten, der ihm Unsummen kostet, die er den Seinen entzieht; wenn eine Frau nicht an einer schonen Spitze vorübergehen kann, ohne daß sie dieselbe ersteht und ihrer Sammlung einverleibt, gleichviel, welchen Preis sie dafür zahlt; wenn ein junges Mädchen, anstatt der schwer ringenden Mutter beizustehen, sich in kostbare Gewänder hüllt, ohne zu fragen, ob die Arme dieselbe bestreiten' kann oder nicht, es ist ja ihre einzige Freude"! Ich könnte noch viele solcher Beispiele aufführen, wo diese einzige Freude" bei Lichte besehen eine Leidenschaft ist, die andere belästigt und benachteiligt, die die Familienbande löst und Zwietracht säet. Welche Macht, welche Kraft liegt in diesem Wort: meine einzige Freude"! Lesen wir darin nicht auch: Mag da kommen, was da will, ich halte daran fest, ich beanspruche sie. diese einzige Freude. Wie viel Gutes könnte gestiftet werden mit den Mitteln, die für einzige Freuden" geopfert werden, wie viel könnte geleistet werden mit den verschleuderten Stunden unseres Lebens! Zum Schlüsse möchte ich noch ein Beispiel anführen, und zwar soll es den Beweis liefern, daß eine einzigeFreude" auch Berechtigung haben kann. Eine schwer geprüfte junge Frau, die zwei Kinder rasch nach einander verloren hatte, deren Gatte berufshalber sehr viel von Hause abwesend war, holte sich an bestimmten Tagen der Woche die Kinder des Hinterhauses zusammen. wusch und kämmte sie. lehrte die Mädchen stricken und nähen, die Jungen allerhand Finaerfertigkeit und beWirthete sie mit Kaffee und Butter. semmel. Es war ein schweresWerk, das ste begonnen, aber mit strablen den. wenn auch tiefernsten, wehmüthigen Augen sagte sie: Es ist meine einziae Freude, wenn mein Mann abwesend ist!" Die Leserinnen moyen selbst entscheiden, ob diese Redensart nicht einzig hier am Platze ist! Gedankensplitter. Des Weibes Korsett ist oftmals ein Gedicht, bei dem der Inhalt nicht der Form entspricht. Das Herz des Weibes ist ein Räthsel. Mancher glaubt, wenn er heirathet, den Schlüssel dazu zu finden und verliert darüber den Hausschlüssel. 9 Frisch verliebt ist halb gedichtet. Es gibt Redner, die sich bei dem. was sie sagen, nichts denken, und solche, bei deren Worten dieZuhörer sich nichts denken können am zahlreisten aber sind die Redner, bei denen beide Erfcheinungen zusammentreffen. Da sagt man immer, daß Leute, die nur vom Wetter zu sprechen wissen, wenig Geist besitzen, und doch gibt es so viele gescheidte Dichter, die immer wieder mit schönen Worten den Frühling besingen. Gefährliche Gefchichte. Nun, wie war Euer gestriger HerrenAbend?" Zum Kugeln, sag' ich Dir! Die Vorträge waren zum Schießen. so daß Alles vor Lachen geplatzt ist. 'Wir hatten einen Bombenerfolg und 'am Schluß schließlich Alle einen Karonenrausch. Daß das einen Mordskater gab, ist ja felbstverständlich!" Immer nobel. A.: Ich gebe Dir den guten Rath, brich mit der Anna kurz ab und lasse sie laufen.B.: Das kann ich ja nicht gur; daS sähe ja zu schmutzig aus." A.: Ra. dann laß sie fahren!" In der Kneipe. Gast: Weshalb staunen mich denn die Leute hier alle so an. Kellner? Kellner: Weil Sie unsere Fünfcents-CigZrre bis auf einen so kleinen Stummel c4 geraucht habenl , .
