Indiana Tribüne, Volume 18, Number 246, Indianapolis, Marion County, 26 May 1895 — Page 9
Jnöiana Tribüne.
ellaae. pir Blonde und Sie ZZraune. HumorcS? von Hans Pcrneck. .OS Ihr es glaubt oder Nicht jagte der schöne frit Walter und zün. bete sich dabei eine frische Cigarre an, ich war nicht immer der langweilige Philister, als den Ihr mich jetzt kennt. In meiner Jugend war ich ein recht toller Wildfang und selbst nach meiner Verheiratung habe ich einen kleinen Rest von Abenteuerlust auS der fröhlichen Junggesellenzeit nicht leicht unterdrücken können' .Hört, hört!" rief man ihm von allen Seiten zu. '.Versteht mich nur recht! Ich habe nicht einen Augenblick aufgehört.meine Frau auf das zärtlichste zu lieben.aber ich konnte eben eine gewle wotmo für die kleinen unschuldigen Romanfragmente, die einem, wenn man nicht gerade ein Scheusal an Häßlichkeit ist" Herr Walter liebkoste seinen wallenden Blondbart auf der Straße, im Theater, im Ballsaal, mit einem Worle überall, wo sich Männlein und Weiblein zu treffen pflegen, begegnen, nicht recht los werden. Aber es waren immer Romanfragmente ohne Abschlüß. ohne Pointe, eine kleine Courmacherei, ein kleiner Flirt, ein Wechsel von Blicken, aber im Ganzen'.und Großen eben nichts, als ein.loses Kapitel, welches Künstlerphantasie nicht vollendet hat, in's Unbestimmte ausklingen läßt und wovon nichts zurückbleibt, als die Erinnerung an eine angenehme Stunde.... ich glaube mich genügend verständlich zu machen.... Namentlich die öffentlichen Gärten mit ihren verschwiegenen Laubgängen und lauschigen Bosketts sind die natürlichenAsyle für obdachlose Abenteuer. Sie sind wie geschaffen dazu, vor indiskreten Blicken zu schützen, ein ungestörtes Plaudern zu begünstigen und die Einleitung einer Bekanntschaft zu erleichlern. So hatte auch ich ganz zufällig auf müßigen Spaziergängen zwei Bekanntschaften gemacht, die einen an sich ganz harmlosen Verkehr herbeiführten. Nur der Umstand, daß diese Unterhaltungen in ziemlich entlegenen Gartenanlagen stattfanden, gab denselben einen gewissen verdächtigen Anstrich. ' Ich kann Euch die bestimmteste Versicherung geben, daß ich mir dabei gar nichts Böses dachte, ein unschuldiger Zeitvertreib, weiter nichts. . . Herr Walter nahm einen Schluck Johannisberger zu sich und fuhr fort zu erzählen. .Sie waren beide reizend jede von ihnen in ihrer Art. Die eine eine gemüthliche Schwäbin. lernte ich im fürstlich X.'schen Garten kennen, bcr, wie Ihr wißt, am westlichen Ende der Stadt liegt. Sie war blond, von zenem zarten, hellen Blond, dem ich schon als flaumbärtiger Jüngling niemals aus dem Wege gegangen war. Dabei war sie sanft und milde, ein sonniges Frühlingstag. Sie stimmte mir in allem bei, lauschte andächtig meinen Worten, lächelte w'e eine Madonna, pflückte Blumen und liebkoste jedes Kind. Einen vollkommenen Gegensatz zu ihr bildete die andere die Braune. Sie war eine herbe Wienein, hatte Herz und Mund auf dem rechten Fleck, blieb mir keine Antwort schuldig, neckte mich, wo sie konnte und fand ein Vergnügen daran, sich mit mir in einen oft ganz amüsantenWorttvesel einzulassen. Die erstere bewunderte ich, mit der letzteren unterhielt ich mich! Ich traf die Braune in den königlichen Parkanlagen der Kaiserstraße, also an der östlichen Pe?ipherie der Stadt. Ich selbst wohnte Zn der Wilhelmstraße und befand mich daher stets in einer von meinemWohnbezirke hinreichend großen Entfernung. Meine Zeit hatte ich in ganz unpar!teiischer Weise getheilt. Dic Graden Tage weihte ich der Blonden, die ungeraden fanden mich stets in Gesell schaft der Blonden." .Eine weise Eintheilung!- meinte einer von ver Tafelrunde. .Ja. anders ließ sich's schlechterdings nicht einrichten. Ich setzte diese Spa ziergänge durch mehrere Wochen m!t pünktlichster Regelmäßigkeit fort, intom ich einmal der Blonden, der ich mlCt V . 0"l - Cm."rt. miuf uiu uciu ytuuicu anuuer genähert hatte, weise Rathschläge für daZ praktische Leben ertheilte sie war Sprachlehrerin und Tags darauf :.. :i i ta l 1 hievet um ucr raunen, oit Mlcy als Herrn Schulze aus Berlin kannte, in fcer heiteren Weise eines lustigen KriegK schäkerte. Das gina fort, bis bis na bis eben eines Tages die x:;ji r?j. in-.. , . i. luiajicniaje icaiaiiropye eintrat. : .Eine Katastrophe aha!.Ja, meine Freunde, es ist eben nichts so klug gesponnen, es kommt an die Sonnen. Ich erinnere mich noch S.,.HIA I. a ir.i f cuuiu jene eiiiieZilazen age. Es war ein ungerader Tag ich glaube der erste April ich schäkerte also mit der Braunen. Die Unterhaltung war frtwVN? nlml.l 1 L V ""Z "i""'" uuimm, iiogocm Mir foaJ Thema nicht recht behagte. Es Handelte sich nämlich um die Ehe, einen Gegenstand, den ich bisher ängstlich . vermieden hatte. Ich wollte ja Niemanden täuschen und geberdete mich aus Vorsicht stets als entschiedener Geaner dieser Institution. Aber die kleine Braune wollte gerade heute nicht locker lassen. Sie verlangte Gründe.
suchte jene, welche ich vorbrachte, mit unerschöpflicher Dialektik zu widerle gen und sprach endlich einen Satz aus, der mir die Rothe der Verlegenheit in's Antlitz trieb. Sie sagte nämlich mit verdächtiger Kaltblütigkeit: .Wer weiß, am Ende sind Sie gar schon ver-heirathet!-Ich faßte mich jetzt so rasch als Möglich, lachte übertrieben laut auf. wie man das in solchen Fällen zu thun pflegt und sagte leichthin: .Vielleicht vielleicht auch nicht!" .Na, na," sagte die hartnäckige Kleine, .man kann nicht wissen, Herr Schulze!" Die Betonung dieses .Herr Schulzeklang mir verdächtig. Es lag so etwas! Eigenthümliches, Ironisches darin, als ob sie mir wirklich nicht so recht traute. Ich wollte so rasch als möglich dem Gespräche eine andere Wendung geben und schlage ihr vor, eine von uns Lfters benutzte Bank, welche sich in einem von dichtem Laubwerk gebildeten Ron dell befindet, aufzusuchen. Sie stimmt mir bei und wir sind eben im Begriffe.
diesen ruhigen Zufluchtsort zu betreten, als eine Stimme erklingt, die mir alles Blut im Leibe erstarren macht und mich entfetzt zurückfahren M. .Guten Tag, Herr Müller." ertont es von der von uns aufgesuchten Bank her. Ich traue meinen Ohren nicht, nui nen Augen aber muß ich glauben. Da sitzt sie wirklich mit ihrem unschuldigen Madonnengesicht und lacht mir entgegen, die kleine Blonde vom X-Garten! Welcher Engel oder Teufel hat die hierhergeführt? Ich kann mlr's nicht erklären. Mir ist zu Muthe, wie einem Verbrecher, der auf frischer That ertappt wurde. Den tollkühnen GedanUn, die Blonde mit eiserner Stirne einfach zu verleugnen, muß ich alsbald aufgeben sie nickt mir so vertraulich zu, es gehört eine . Dreistigkeit jur Durchführung solcher Gemeinheit, über die ich nicht verfüge. Ich weiß überHaupt nicht, wie ich mich benehmen soll! Meine Besonnenheit hat mich vollständig verlassen, wie geistesabwesend folge ich meiner Führerin und mit einem Male sitze ich auf der Bank, die mir in diesem Augenblick wie eine Folterbank erscheint. Rechts die Blonde, links die Braune, und ich wie ein Angeklagter die Augen zu Boden geschlagen in der Mitte zwischen Beiden. Die Si tuation ist kritisch genug. Ich stiere blödsinnig auf den Sand zu meinen Füßen und wage es nicht, einen Laut von mir zu geben. Endlich unterbricht die Braune das qualvolle Schweigen. .Die Dame scheint einer zufälligen Ähnlichkeit zum Opfer gefallen zu sein sagte sie mit einem Lachen,-das mir wie Hohngelächter der Hölle erscheint, .sie hält Sie für einen Herrn Müller zu gleicher Zeit kann man aber doch nicht Müller undSchulze heißen, nicht wahr?" .Glaube ich auch nicht,- antwortete ich gedankenlos. .Ich irre mich aber durchaus nicht,opponirt die Blonde mit einer Energie, die sie bisher niemals an den Tag gelegt hatte. Ich kenne ja den Herrn Müller schon längere Zeit..Und ich,- eiferte die rasche Braune mit zornfunkelnden Augen, .werde wohl wissen, mit wem ich hier bin. Das ist Herr Schulze Herr Schulze aus Berlin. Mit Ihnen.- fügt sie mit furchtbarer Geringschätzung hinzu, .wird er sich vielleicht einen kleinen Spaß erlaubt haben!" Das scheint aber selbst für die Sanftmuth der kleinen Madonna etwas zu stark zu sein. Sie wirft ver achtlich den Kopf in den Nacken und sagt: .Wenn er sich mit einer von uns beiden einen Spaß erlaubt hat, dann dürfte es kaum zweifelhaft sein, daß er Sie zum Gegenstand desselben ausersehen hat, denn mir gegenüber hat er stets die ritterlichste Liebenswürdigkeit an den Tag gelegt. .Das ist das Richtige! Mit Speck fängt man eben die Mäuse nicht wahr, Herr Schulze V Ich finde keine halbwegs vernünftige Antwort und stoße deshalb einen unartikulirten Laut aus. .Sehen Sie, wie er mir zustimmt," ruft die Wienerin wie ein römischer Triumphator aus. Bei allen unsern Zusammenkünften überreichte er mir ein Paar gelbe Thttrosen, meine Lieblingsblumen." .Und mir," entgegnet die Blonde mit schmelzender Stimme, .einen Beilchenstrauß sehen Sie nur den halber mir erst gestern gegeben!Dabei zeigt sie leuchtenden Antlitzes ein kleines Bouquet Violette de Carrne. das sie von ihrem Gürtel loZlöst. Ich sitze noch immer regungslos und apathisch da, lasse die Auseinandersetzungen der beidenMädchen über mich ergehen, möge kommen, was da wolle! Gott helfe mir, ich kann nicht anderö! .DaS ist aber doch sonderbar," sagte jetzt die blonde Schwäbin, welche anfing, die Situation zu erfassen, .mir gegenüber hat er doch immer behauptet. Müller zu heißen!" .Und mir hat er sich als Herr Schulze vorgestellt!" .Ja. zum Kuckuck, mein Herr, heißen Sie Müller?" schüttelte mich 'die Blonde am rechten Arm. Ode? heißen Sie Schulze?" zerrt die Braune an meinem linken Rock Lrmel, .oder wie heißen Sie eigentlich, heraus mit der Sprache!" Herr Walter!" ertönt eZ in diesem fürchterlichen Augenblick hinter mir. Ich wende mich um. ,auf'ö tödtlickstt
erschreckt, bebend, entgeistert....", ist
denn die ganze Hölle heute los? WaS muß ich sehen? Da steht unfCT Kindermädchen, eine stämmige Bäuerin im Nationalkostüm, mit unserem Jüng sien, einem nur wenige Monate alten Säugling und nickt mir mit der familiaren Zutraulich keit dieser urwuchstgen Natuikinder zu. Ich starre sie cm wie eine Erscheinung aus dem Jenseits und höre rechts und links ein fürchterliches Hohngelächter. Ich versuche mich von meinem Sitze zu erhe-. ben. Meine Füße versagen mir . den Dienst, es ist, als ob ich centnerschwere Bleigewichte an denselben hätte, und der Boden tanzt mir vor den Augen. .Guten Tag, Herr Walter!" begrüßtmich das Mädchen, .der Rudi ist schon wieder schlimm und läuft mir immer davon. Ich weiß gar nicht, wo er jetzt steckt, ach bitte, halten Sie mir doch unterdessen ein wenig den kleinen Louis, bis ich Rudi gefunden habe." Und bevor ich noch Zeit habe, ein Wort auszusprechen, legt mir daS furchtbare Weib den kleinen Louis, der über diese Ortsveränderung erbost, ein fürchterliches Geschrei erhob', auf den rechten Arm, stopft mir eine ungeheure Milchflasche in die linke Hand, und läuft spornstreichs davon. Ich biete einen wahrhaft jammervollen Anblick dar; mein Cylinder ist mir bis in den' Nacken zurückgerutscht, dicke Schweißtropfen perlen mir von der Stirne, wüthend wiege ich das noch immer schreiende Kind zur Ruhe. Ich glaube, ich hätte weinen mögen vor ohnmächtiger Wuth! Und rechts und links meine beiden Eroberungen, die keine Miene machten, sich zu entfernen. und, mit grinsenden Gesichtern wie häßlich erscheinen sie mir jetzt sich über das schreiende Kind beuges. Ich sehe eS deutlich. Aus den beiden Gegnerinnen sind zwei Verbündete geworden, zwei Verbündete, die sich für betrogen halten und nun ihre Rache wollen. Sie weiden sich an meiner entsetzlichen Situation. .Ein reizender Junge," sagte die Blonde mit furchtbarem Hohn. .Der ganze Papa." flötete die Braune. .Vater und Sohn ein rührendes Familienbild!- - - .So geben Sie ihm doch zu trinken, Sie Rabenpapa!" Ich. schwieg. Ich bin tiefsinnig geworden und habe mein ganzes Gefühl sür Menschenwürde verloren. Innerlich aber leiste ich mir einen heiligen Schwur: Nie wieder nie wieder! Der Teufel hole alle Weiber der Satan alle Abenteuer ich habe genua! Da rast etwas im Sturmschritt die Allee herauf, es nähert sich unserer Bank, endlich erkenne ich die Gestalt, es ist Rudi, der sich jauchzend auf mich 4it iimfrnt ft.tY U?Ui um miuy umutuiiu ufu, Papa fchreit der Junge, bist Du's wirklich? Denke Dir nur ich bin der Mina davongelaufen nun sucht sie mich überall. Sie kann lange suchen, ich rühre mich nicht weg von Dir!" Dabei lacht der Vengel mit der seinem Alter eigenen boshaften Schadenfreude. Du, wer sind denn die zwei Damen. die mit Dir sind, sind das auch Tanten?- fragte 'er. Ich murmelte etwas in den Bart. Er aber wartet glücklicherweise meine Antwort gar nicht ab. Wir kommen nämlich alle her setzte er vergnügt feine Mittheilungen fort. Die Mama.. ." .Die Mama!- Ich fühle die Versuchung, das unschuldige Wesen vor mir zu schlagen. .Die Großmama," recitirt der unerbittliche Knabe. .Der Großpapa " fügt il heiter hinzu, als ob er mir eine unbändige Freude machen wollte. .Und Tante Karoline, mit Onkel Hermann die ganze Familie!" krönt er sein Werk. Wir wollen Dich überraschen. . ." Das ist der Todesstoß! Ich verspüre die ersten Anzeichen eines bevorstehenden Schlaganfalles. Die Blonde und die Braune winden sich vor Lachkrämpfen. Das sind Hyänen daS sind keine Frauen. Ich werfe ihnen einen flehenden Blick zu, das läßt sie ungerührt, sie weichen nicht um eine Haaresbreite. Ganz und voll wollen sie ihre grausame Rache genießen. Flucht! DaS ist .mein einziger Gedanke. Flucht um jeden Preis, um endlich aus dieser fluchwürdigen, 12 cherlichen Situation herauszukommen. Aber wie? Den Säugling auf die Bank lezen und mich ruhig entfernen, dagegen sträubt sich denn doch mein Vatergefühl. Das Kind mitnehmen! Bei dem Gedanken überläuft mich eine Gänsehaut! Es erscheint mir Wahnwitzig, im Cylinder, gelbem Ueberzieheö und rothen Glacehandschuhen, eiven Säugling im Arm und eine Milch slasche in der Hand durch die Parkanlagen zu promeniren. Da bin ich also festgebannt, angekettet an diese Gartenbank. verurtheilt den Kelch der Leiden bis zur Neiqe zu leeren. Und welche Leiden! Meine Frau hier das mußte eine Katastrophe geben, tvelche ungeahnte Dimensionen annehmm würde. Die Schwiegermutter, die mich ohnedies niemals leiden mochfcd SchtoieServater, der mir mein unthätiges Leden täglich vorwarf und keine Gelegenheit versäumte, mir daS altehrwürdige Müssiggang ist aller Laster Anfang" unter die Nase zu reiben. Und Tante Emilie. die boshafte tratschsüchtige alte Jungfer, und last not least Onkel Hermann, der gallige Junggeselle, der mit Vorliebe von kleinen Seitensprllngen ungetreuer Ehemanner zu erzählen wußte. Nein eS war iunt Todllöitben! .Und
selbft dieses- "radikale RettünaZmittel
in diesem Augenblick war e mir versagt! Ich fand Worte, rührende. l. . f.(.. V!. &..S veniurylge orie; dic, jic:jc vic vti den Mädchen an, mich allein zu lassen. mir zu verzeihen, mein Unglück nicht so unbarmherzig uSzunützen es sei ja jetzt genug des grausamen Spiels. Ich sei doch hinlänglich bestrast. Nichts. Kein Heil, keine Rettung. Ein brutales Lachen, ein ironisches Achselzucken ist ihre ganze Antwort. Sie rühren sich nicht von der Stelle..... man könnte verrückt werden.... Da ein Rauschen ein Knistern des Kieses ein leises Mispeln undeutliches Geflüster Gestalten er. scheinen, vorerst in nebelhasten Umrissen. dann immer naher und naher mir schwindet fast das Bewußtsein wenn ich nur den armen Säugling nicht fallen lasse ich fasse ihn krampfhaft an wie ein Kreisel dreht sich alleö da da erblicke ich sie alle im Gänfemarfch mit ernsten düsteren Mienen kommen sie anmarschirt. fast geisterhaft, ich klappere mit den Zähnen. Jetzt wird, jetzt muß eS zum Ausbruch kommen, das Dchrealiche ein fürchterlicher Standal, alle Abendblätter werden darüber berichten und ich werde in wenigen Stunden die Fabel der ganzen Stadt sein.... aber, was ist daS?.... noch immer kein Wort, kein Laut.... so beängstigend wirkt diese Stille auf mich.' daß ich wie ein Labsal, wie eine Erlösung das endliche Losbrechen des Sturmes ersehne.... und noch immer nichts .... nichts schweigend, mit drohenden, Unheil verkündenden Mienen umkreisen sie mich fast unhörbar, als ob sie alle auf Filzpantoffeln einherschrit. ten mit einem Male fühle ich mich vorwärts geschoben..., ich schreite weiter, den Säugling noch immer m Arm, rechts von meiner Frau, iiili von meiner Schwiegermutter slancirt und alle übrigen hinter mir her wie Lützow's wilde verwegene Jagd. Ich höre nichts als Tante Emiliens kreischenken Diskant und Onkel Hermanns tiefen Baß, welche sich vereinigen, über die falschen Ehemänner höhnische Verwünschungen auszustoßen .... so wandern wir straßauf straßab .... wir bewegen uns in der Richtung, welche nach Hause führt und gelangen doch nimmer hin, stundenlangM ächzend, stöhnend und noch immer kein Erreichen des Ziels.... ein wahrer Dornenweg.... mir ist, als ob wir stets wieder auf dieselbe Stelle zurückkämen, als ob die ganze Stadt sich in ein entsetzliches Labyrinth verwandelt hätte und noch immer dieses grauenvolle, öde Schweigen.... jetzt glaube ich erschöpft niederzusinken und dennoch muß ich vorwärts, von unsichtbar - Gewalt - getrieben .... da ... . da .... endlich . . . .- Nun endlich?- Die Spannung war auf's höchste gestiegen. .Endlich.... höre ich die Stimme meiner Frau!Und was sagte sie?Herr Walter lächelte. .Sie sagte mit ihrer lieblichsten Stimme: Hast Du aber heute aufgeregt geschlafen! Fehlt Dir vielleicht etwas, liebes Männchen?...- Und in diesem Augenblick erwachte ich, meine theuren Freunde!.Ein Traum nur ein Traum?frug man allseits enttäuscht. .Die Begebenheit war geträumt, die Bekehrung war echt. Seit jener Schreckensnacht war ich von meiner Abenteuerlust gründlich geheilt! DaS ist die Geschichte meiner Wandlung, die Geschichte von der Blonden und der Braunen!" Zuviel verlangt. Silberstein: Nun, Sie gefallen mir ganz gut als Schwiegersohn! Meine Tochter bekommt 20.000 Mark Mitgift. Schwiegersohn in spe: Nicht wahr, Sie hatten früher einmal das Unglück, in Konkurs zu gerathen? Silberstein: Ja ja! UebrigenS meine Tochter bekommt 40.000 Mark mit! Schwiegersohn in spe: Sie haben einen Bruder, der 'mal wegen einer unsauberen Geschichte zu Gefängniß verurtheilt wurde? Silberstein: Ja. leider! Ich kann meiner Tochter auch, wenn Sie Werth darauf legen, 60.000 Mark mitgeben. Schwiegersohn in spe: Hatten Sie selbst nicht auch einmal das Unglück, vor dem Schwurgericht zu stehen? Silberstein: Wissen Sie, Sie werden mein Schwiegersohn nicht! So genau, wie Sie meine FamilienVerHältnisse kennen, so viel kann ich meiner Tochter doch nicht mitgeben! Hans Sachs. Hans Sachs, der war der Schbrache Meisder. Ihm gab der Lieder sißen Mund Woll. Un selbsd beim Leisden und beim Gleisder Jhm's gar boedisch aus dem Busen gwoll. Ja, unner Dichdern war er Dichder! Geen Wunder, denn er lebde in der Sckdadt. In der den weldberllhmden Drichder 0s iv tt)itAp 4 tr).t.: .. cv ivv uyt ju jsiuyuuy tyUU. Wie hädde Sachs erschd dageschdanden ms '"-üctichtichinitd beim schwarzen jfrnfhfrhinft2 Wenn er a kudeö Deidsch verschdanden, AIS Heller Sachse und nich bloß alZ &aqzi
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