Indiana Tribüne, Volume 18, Number 246, Indianapolis, Marion County, 26 May 1895 — Page 3

Zowüv Komteß.

Vornan von rnst von ZSohog?. (10. Sortierung.) .Ach, Ei: sind recht schlecht. Herr üini. reouen stcy Über m:ch lustig maccen, jehmoUie das Komteßchen. ch moazte ja gerne das Bildchen be zahlen, aber " Wirklich? Dann schenken Sie mir Doch etwas, was ungefähr eine Million werth ist." Fink sah sie mit seinen lufügen grauen Augen schmachtend an. Und das kluge Komteßchen verstand diesen Blick, wandte das Köpfchen scheu zur Seite und streckte abwehrend die Hän'de gegen ihn aus. Doch welche Hindernisse vermöchte der Erwerbssinn eines jungen Malers nicht zu besiegen! Ehe sie sich öessen versah. hatten ihre warmen, weichen Kinverkippen ihm schon eine Million baar ausbezahlt. Sind Sie mir böse?" flüsterte der ctühie ihr zärtlich in's Ohr. Da legte sie ihre Hände vor das gliihende Gesicht und schüttelte ziemlich energisch den Kopf. - In- diesem Augenblicke erhob die Gräfin aufseufzend ihr Haupt und Vicki begann, noch während sie hinter der Leinwa-nÄ hervor und nach ihrem Platze sprang, den Faden der Lektüre wieder aufzunehmen, wo sie ihn vorhin hatte fallen lassen. Mit lauter, wenngleich bebender Stimme deklamirte sie: Fallen Sie nicht, liebes Kind!" sagte er sanft, als ich endlich seinen Arm wegrückte, und umfaßte mich von neuem..." Ich weiß nicht, was das ist?" sagte die Gräfin, nach einiger Zeit die Vorlefunz unterbrechend: Kommt das vom Malen oder vom Lesen ich werde so merkwürdig müde. Ich wäre beinahe eingeschlafen." Meister Fink machte den Vorschlag, die Sitzung auf ein Weilchen zu unter5 .en und sich ein wenig zur Erholung L? Parke zu ergehen. Beide Dainen stimmten dem mit Vergnügen zu und man begab sich ungesäumt hinaus. Sie fanden Komteß Marie mit einem Buche beschäftigt in der Hängematte, welche zwischen zwei Stämmen des Tannenganges angebracht war. Nun, Meister Fink," sprach sie den Künstler freundlich an: Wie benimmt ssich Mama als Modell?" Vortrefflich," erwiderte jener. Komteß Vickis Vorlesung segelte die Frau Gräfin derartig, daß sie vor ethemloser Spannung kein Glied zu rühren wagte." Leisten Sie zur Abwechslung auch mir einmal ein wenig Gesellschaft?" frug die Komteß. O gewiß, mit dem größten Vergnügen." erwiderte er artig, und als Vicki mit ihrer Mama außer Hörweite gekommen waren, fügte er hinzu: Haden Sie inzwischen das Photo von Fräulein Bandemer gefunden?" Tarauf dürfen wir uns nun keine Hoffnung mehr machen das hat mein Vater an sich genommen, und der qibi ein hübsches Mädchongeslcht sicher nicht wieder heraus. Aber wozu sind Sie denn Maler! Für Sie ist das gewiß eine Kleinigkeit, solch ein Gesicht mit ein paar Bleistiftstrichen festzugalten." Fink versprach, es versuchen zu wollen und fügte hinzu, daß er durch den merkwürdigen Zwischenfall mit dem Grafen Bcncken nur noch neugieriger darauf geworden sei, hinter den Roman des angeblichen Fräuleins Bandemer zu kommen. Ob sie nicht vielleicht wisse, was für eine Geborene die verstorbene Frau von Norwig gewesen sei. Frau von Norwig ist weder eine Geborene noch auch eine Gestorbene, so viel ich weiß." erwiderte Komteß Marie. Aber Herr von Norwig scheint Ursache zu haben, sie als für sich nicht mehr vorhanden zu betrachten, nachdem sie geschieden sind. Ich sage Ihnen das imVertrauen, weil es doch vielleicht als ein Fingerzeig für Ihre Erkundigungen bei Frau Bandemer dienen io'nnte. Hier im Hause soll es aber niemand wissen. Wären Sie vielleicht so freundlich, mir Ihren Arm zu reichen, um mich nach den Stallen zu begleiten?" Er erfüllte gern ihre Bitte und sie schritten langsam, in lebhafter UnterHaltung den Hofgeöäuden zu. Es war ganz elnsam dort, kein Mensch zu sehen und außer den Mastschweinen auch kein Thier daheim. Als sie nach dem Pferdstall gehen wollten, kehrten gerade die beiden Herren von ihrem Spazierritt zurück und Fink war froh, sich nun mit seiner Arbeit entschuldigen zu können um seine Vicki wieder aufzusuchen. Als er so eiligen Schrittes in den Park zurücklief, begegnete ihm Fräulein Sophie. Er wollte mit einem leichten Gruß an ihr vorüber, doch sie verstellte ihm den Weg, indem sie boshaft lächelnd ausrief: Ah Sie sind wirklich ein großer Künstler, lieber Vetter!" Sehr schmeichelhaft!" erwiderte er -trocken. Sie 'haben wohl die Kohlenskizze gesehen?" Nur ganz flüchtig und von weitem." Und da er ein fragendes Gesicht mach- , fuhr sie langsam, jedes Wort betouend, fort: Ich hatte die Frau Gräsin um Auskunft zu bitten und da ich mich gerade im Garten befand, so mußte ich natürlich den Weg nach Jhrem Atelier über die Veranda nehmen. Sie haben vielleicht bemerkt, daß sich dort eine Glasthür befindet! Ein Blick durch diese Glasthür überzeugte mich, daß ich in jenem Augenblick die Herr schaften nur stören würde. Ich zog mich daher mit derjenigen Diskretion, welche mir in meiner Stellung zukommt, zu rück. Aber ich hatte gerade genug gesehen. -um, wie gesagt, Sie bewunderunzswürdig zu finden. Es wird die tau Gräfin vielleicht auch interessiren, zu hören, daß Sie nicht allein auf, sondern auch hinter der Leinwand

so viel Talent entwickeln.

Fink biß sich auf die Lippen und zupfte an seinem blonden Bärtchen. Nun, was ist da weiter?" rief er leichthin. Unter lieben Verwandten drückt man schon mal ein Auge zu über solche kleinen " Scherze, wollen Sie wohl sagen." ergänzte sie strenge. Ich möchte doch lieber ein anderes Wort wählen. Mit den Gefühlen eines so unschuldigen, treuherzigen Mädchens leichtsinnig spielen.." Na, aber thun Sie mir den einzigen Gefallen. Fräulein Bandemer," siel er ärgerlich ein. Wer sich ohne Sünde fühlt, der werfe den ersten Stein auf mich! Sollten Sie in dieser Beziehung so gar nichts zu verschweigen haben? Sie wissen, der junge Wuvermann schenkte mir großes Vertrauen!" Drohen Sie mir nur immerhin damit. Glauben Sie, daß man den Prahlereien eines leichtsinnigen jungen Menschen hier mehr Glauben schenken würde, als mir?" versetzte Sophie verachtlich. Ich wüßte wirklich nicht, warum ich Sie schonen sollte, Sie, der Sie gleich in der ersten Stunde mich vor der Komteß bloßstellen wollten und nachher mit der Großen den Kopf zusammenstecken, um irgend eine Bosheit gegen mich auszuhecken, die ich Ihnen nie im Leben etwas gethan habe." Dem kecken Künstler wurde es bei diesen Worten doch etwas bänglich zu Muthe. Es war ganz richtig, was sie da sagte und es kam noch dazu in einem so überzeugenden Tone beleidigten Stolzes heraus, daß er an seiner Meinunz über sie irre zu werden begann. Wenn sie der Gräfin wirklich verrieth, wozu er ihren Schlummer mißbraucht hatte, so waren jedenfalls die schönen Tage 'von Aranjuz-Räsendorf vorüber und er mußte das Kastell, das er so glorreich erstürmt hatte, als Ritter

von der traurigen Gestalt wieder verlassen. Der Verrätherin binterher gleichfalls aus Nache einen Makel anzuhangen, wäre unter solchen Umstanden einfach eine Gemeinheit gewesen. Seine Lage war wirklich eme recht peinliche. Endlich erwiderte er, sich zu einem Lächeln zwingend: Ja, liebe Base, S:e munen aber doch gestehen, daß Ihre verkehrten Antworten gestern es mir einigermaßen zweifelhaft machen mußten, ob Sie wirklich die Tochter meiner Tante Bandemer wären vom Vater will ich schon gar nicht reden, denn da dürfte am Ende die Auswähl doch zu groß sein!" Nun, wenn Sie das Alles wissen. dann wundert es Sie noch, wenn ich mich stelle, als ob ich von meinen Ellern nichts wüßte? Habe ich mich darum aus dem Sumpfe emporgerungen. bin ich darum so lange heimathlos in der Welt herumgeirrt und habe unsägliche Leiden auf mich genommen, und mich nun, nachdem ich mich endlich in reinere Sphären durchgekämpft und mich des Umgangs edlerMenschen würdig gemacht habe, durch die Erinnerung an die unselige Vergangenheit wieder hinausstoßen zu lassen m die trostlose Winte?aacht?!" Fink hatte dieser Nede mit offenem Munde zugehört. Er war tief erschüttert und streckte seiner heldenhaften Kousine in ehrlicher Wallung die Nechte entgegen. Ja, ich sehe es, ich habe Ihnen schweres Unrecht gethan. Aber (sie verzeihen mir. nicht wahr, Sophie? Und was das andre betrifft: Ich wäre ja nicht werth, ein Künstler zu heißen, wenn mir ein solches himmllsches Gcschopfchen nicht den Kopf verdrehen sollte." Etwas zögernd legte Fräulein Vandemer ihre Hand in die seine. Nun, es sei," sagte sie, wehmüthig lächelnd. Fassen Sie es als eine Warnung auf, lieber Vetter! Aber da wir nun unter uns sind können Sie mir wohl sagen. wo meine Mutier jetzt wohnt? Ich habe seit vielen Jahren nichts mehr von ihr gehört und es könnte mir doch unter Umständen erwünscht sein..." Sie betreibt seit fünf Jahren ein Putzgeschäft in Lüneburg seit ihr Mann, der Wachtmeister, gestorben ist. Sie soll ja aus ihre altenTage eine ganz brave, fromme Frau geworden sein wie das so manchmal vorkommt! Ein gutes Herz hat sie ja immer gehabt." Sophie dankte ihm für die Auskunft, ermähnte ihn nochmals dem Komteßchen gegenüber zur Selbstbeherrschung und empfahl sich mit einem sanften liebenswürdigen Lächeln. Vetter Fink schaute noch eine ganze Weile wie verzaubert hinter, ihr drein, kraute sich bedenklich rings, um sein kurzgeschoren.es blondes Haupt herum und murmelte endlich in gelinder Verzweislung vor sich hin: Nun brate mir einer einen Storch! Entweder ist diese Base Sophie ein riesig respektables Frauenzimmer, oder ich bin ein riesi'g respektabler Esel. Hm ja. mein Alter hat ganz recht: die Erziehung macht es nicht, es kommt nur auf dem Sche nie an!"' Indem er nun so nachdenklich dem Schlosse zuschritt, stieß er auf den al ten Grafen, welcher ihn vertraulich unter den Arm nahm und zu einer kleinen Besprechung ihm auf sein Zimmer zu folgen bat. Dort angelangt, reichte er ihm zunächst eine wundervolle La Carolina und begann dann nach vielem Räuspern mit großer Heimlichkeit sein Ansinnen vorzubringen. Würden Sie vielleicht die Güte haben. mir in Ihren Mußestunden ein kleines ganz kleines Aquarell, Pastell oder was Sie wollen, nach einer Photographie anzufertigen? Das heißt ich meine ich habe nämlich eine kleine exquisite Sammlung' fchönzr Frauenköpfe ein: Liebhaberei von mir. der ich ganz im stillen fröhne. Sie werden begreifen . unsre Damen denken nicht immer objektiv genug, um die Kunst um ihrer ' selbst willen zu-schä-tzen. Sie hängen so sehr am Gegenständlichen, haha! Eine alte Bemerhing, aber sehr richtig. Ueber den Preis werden wir uns wohl einigen."

Meister Fink verbeugte, sich und drückte seine Bereitwilligkeit aus, die kleine Arbeit zu übernehmen. Selbstverständlich gratis. ' ' . Und nun griff Graf Pfungk endlich nach seinerBrieftasche und holte daraus das sorgfältig in Seidenpapier eingewickelte Porträt des Fräuleins Bandemer hervor. Fink konnte sich nicht enthalten zu lächeln. Also das ist meine Vorlage!" rief er. Pst, nicht zu laut!" warnte der Graf. Sie müssen zugeben, das Fräulein ist sehr hübsch, es ist nur verzeihlich, daß meine Frau etwas eifersüchtig..... ha ha! Sie als Künstler werden begreifen, wie ein objektives Interesse für die Schönheit... Kurz und gut, meine Frau vermißt das Porträt bereits und wenn ich es ihr nicht bald wieder unter ihre Papiere praktizire, so könnte ich in den Verdacht kommen Sie verstehen." Vollkommen." lachte Fink. Ich will versuchen, ob ich das kleine Kunstwerk heute noch zustande bringe. Da ich ja das lebende Modell vor Augen habe, so bin ich auch um die Farben nicht verlegen." Vortrefflich,. lieber Finkk, vortrefflich! Zur Belohnung sollen Sie auch einmal meine Prioatzalerie zu sehen bekommen. Aber kein Wort zu den Damen, nicht wahr?" Der Künstler gelobte unverbruchli. ches Schweigen und empfahl sich in demselben Augenblick, als Graf Bcncken zur Thür herantrat. Ah. da bist Du ja!" rief der alte Herr seinem Neffen entgegen. Hast Du Herrn von Norwig auch gesund und heil wieder mitgebracht?" Jawohl, eher oncle; wir sind sogar als gute Freunde zurückgekommen: Er hat sich sehr anständig aus der As-1 saire gezogen." Ich habe es nicht anders von ihm erwartet," sagte Graf Pfungk befriedigt. Darf man jetzt auch noch nicht wissen, um was es sich handelte?" Graf Bencken spielte etwas verlegen mit seinem Kneifer und versetzte zögernd: O, nur kleine Mißverständnisse, von früher her. Herr von Norwig hat nämlich auch in unsrem Regiment gestanden, ehe er sich auf sein Gut zurückzog. Er galt immer für so eine Art Gelehrten unter uns und hatte manchmal eine Manier, uns das fühlen zu lassen, die mir ganz besonders fatal war. Du weißt, die Gelehrsamkeit ist nie meine starke Seite gewesen; das Lernen ist mir immer schwer geworden, seit ich damals als Junge auf den Kopf gefallen fcm." Ja, ja, armer Kerl!" lachte der Oheim. Du bist allerdings unschuldig zu Deinen Bildungslücken gekom men. Es liegt auch wohl in eurer Jamilie. Dein Papa behauptete ja im-! mer, das viele Studiren sei unschicklich für einen Edelmann; das erzeuge bloß revolutionäre Ideen. Kommt Norwig auch bald nach?" Marie hält ihn noch oben im Stalle fest sie bekümmert sich ja höllisch um die Wirthschaft! Ich bin vorausgeeilt, weil ich, offen gestanden, einen kolossalen Hunger habe Komteß Marie war mit Herrn von Norwig im Pferdestall zurückgeblieben, nachdem ihr Vetter sowie der Knecht, der das Absatteln besorgt hatte, hinausgegangen waren. Sie hatte ermüdet auf der Futterkiste Platz genommen und eine lange Zeit schweigend zugesehen. wie die beiden Reitpferde wohlgefällig ihren Hafer zermalmten. Ein schwerer Seufzer hob ihre Brust. Was ist Ihnen. Komteß? Sie scheinen bewegt." brach Norwig das Schweigen und trat ihr theilnahmsvoll näher. Sie antwortete nicht, aber ihr Busen wogte heftig, wie wenn sie mit aller Kraft gegen eine gewaltige Erregung zu kämpfen habe. Plötzlich sprang sie auf. so rasch, als hätte sie ihre Leiden auf einmal abgeschüttelt, trat mit ein paar großen Schritten in den Stand des Hengstes und rief, das erschrocken zur Seite springende Thier heftig mit der flachen Hand auf den. Hals schlagend: Schämst du dich nicht? Schämst du dich nicht? Abscheuliche, gefühllose Bestie du!-Kannst Du mich wiedersehen und dabei so gefräßig dein dummes Maul voll nehmen?!" Potrimpos stieg vor Schreck in die Höh', soweit seine Kette ihm Spielräum ließ. Es war ein ängstlicher Anblick. Die Komteß konnte leicht von den zappelnden Hufen getroffen werden. Norwig war mit zwei Sprüngen ihr zu Hilse geeilt. Er stellte sich breit vor sie hin und suchte das Thier zu.beru higen, während' er sprach: Was thun Sie, Komteß! Ich bitte Sie. drücken Sie sich vorsichtig hinaus. Wie können Sie das nervöse Thier so reizen!" Sie haben r,'cht, es ist lächerlich, es ist unsäglich albern von mir." keuchte sie mit fliegendem Athem. Aber können Sie sich , nicht vorstellen, wie mir zu Muth ist mir, die ich mit meinem Pferde wie verwachsen war und nun vielleicht verdammt bin, mein ganzes Leben lang meine Röcke auf dem schmutzigen Boden nachzuschleifen, wie die erste beste alte Kaffeeschwester!?" Aber ich bitte Sie um Gottes willen. beruhigen Sie sich doch, theuerste Komteß," sagte Norwig, indem er sich zu ihr wandte. Potrimpos hatte sich scheu zur Seite gedrückt und blickte ängstlich fragend nach seiner Herrin. Kommen Sie, ich bringe Sie sicher hinaus." Und er nahm sie sanft bei der Hand, um sie aus dem gefährlichen Stand hinauszugeleiten. Doch sie machte sich mit . einem Ruck von' ihm los, trat auf das Pferd zu, schlang ihre beiden Arme um dessen Hals und brach in ein lautes Schlucht zen aus. Sie haite ihren Kopf gegen die Mähne gelegt, ihre Thränen sickerten langsam an dem glänzenden Fell herunter. Das Thier stand wie gebannt und dann wandte, es langsam den schönen Kopf und lehnte ihn sanst an

den Rücken seiner Herrin, alZ wollte es so für den grausamen Streich, den es ihr gespielt, um Verzeihung flehen. Norwig selbst war von diesem Anblick so bewegt, daß er lange keine Worte zu finden vermochte. Er trat hinter die Komteß und strich ihr. selbst Zaum wissend, was er that, leise mit der Hand über den Kopf. Erst, nach geraumer Zeit fand er Worte des Trostes: es würde gewiß nicht so schlimm werden, wie sie meine. Ihre starke Naiur würde die Folgen desSturzes überwinden. Und selbst wenn diese. Hoffnung sich nicht erfüllen, wenn es ihr nie mehr vergönnt sein sollte, sich kühn zu Roß zu tummeln, so ständen ihr doch in ihrer bevorzugten Stellung so diele Möglichkeiten offen, ihren heißen Drang nach kräftiger Bethätigung ihres Wesens zu stillen. Sie meinen es gut mit mir." erwi derte sie und wandte ihm langsam ihr thränenübersirömtes Gesicht zu. Dann reichte sie ihm die Hand und folgte ihm gesenkten Hauptes aus dem Stand. Sie nahm ermattet wieder auf der Futterkiste Platz und sagte, als sie etwas ruhiger geworden war: Sie können es doch nicht begreifen, was es mich kosten würde, meiner bisherigen Lebensart zu entsagen. Weib zu sein dünkt mich das furchtbarste Loos. Ich hasse mein Geschlecht! Und das habe ich bisher noch nicht empfunden: ich war zu etwas nutz; was ihr Männer könnt, konnte ich auch! Wäre ich nicht auf dem Lande geboren, so hätte ich mich vielleicht auf eine Wissenschaft gewarfen, wäre Arzt geworden, wie es unter den vornehmen Russinnen jetzt so Mode ist. Aber nie hätte ich daran gedacht, mein Leben in der elenden geschästigen Nichtsthuerei hinzubringen, zu der die Frauen unseres Standes erzogen werden, oder gar in dem stumpfsinnigen Gesellschaftstreiben, das so vielen das bischen Gehirn ein-

zig und allein beschäftigt. Was soll aber jetzt aus mir werden, wa ich die Gewißheit habe, daß ich mich mein Lebtag nicht wieder werde rühren können wie ein freier Mensch?" Aber Komteß, das ist ja nicht denkbar," unterbrach sie Norwig. Ter Arzt hat doch gesagt.." Mich täuscht er nicht mit seinen frommen Lügen. Ich bin kein Kind mehr, das sich durch ein Bonbon betrügen läßt. Er glaubte, ich würde mich mit seinen lateinischen Ausdrücken zufrieden geben; aber ich habe sie mir wohl gemerkt und alles im Konversationslexikon nachgelesen. Seitdem weiß ich auch erst, was es heißt, ein Weib zu sein!" . Aber theuerste Komteß, warum quälen Sie sich mit solchen Gedanken? Warum sollten denn Sie allein das Glück nicht da finden können, wo es andre Frauen suchen? Sie haben sich erst jetzt als Weib entdeckt, wenn ich so sagen darf gut! warum sollten Sie jetzt nicht auch als Weib empfinden lernen?" Warum?! Fragen Sie doch meinen Spiegel?" knirschte die Komteß, indem sie sich erhob und ihre beiden geballten Hände zornig an ihre Wangen legte. Mit solchem Gesicht darf man ja höchstens Pferde lieben!" Sie lachte kurz und höhnisch auf und schickte sich an, den Stall zu verlassen. Herr von Norwig ergriff sie abermals bei der Hand und hielt sie sanft zurück. Jetzt lästern Sie, Komteß!" sagte er ernst. Und das darf ich als Mann nicht dulden! Ich denke doch, daß nicht alle Männer solche Narren sein werden, wie ich einer war, als ich um eines hübschen Gesichtes willen muthwillig mein ganzes Leben zerstörte." Sie wandte sich rasch ihm wieder zu, legte ihre Linke auf seinen Arm und versetzte hastig, ohne Uebergang: Herr von Norwig. seit ich erwachsen bin, sind Sie der erste Mann, der mich in Thränen gesehen hat. Ich habe Jhnen ein Vertrauen geschenkt, wie keinem bisher. Doch ich schäme mich nicht vor Ihnen ich bin Ihnen so viel Dank schuldig, daß ich Ihnen ohne Bedenken meine ganze Seele anvertrauen könnte. Aber eins quält mich, eins drückt mir das Herz ab Sie sind nicht ganz offen, Sie sind nicht ganz wahr! Diese Sophie Bandemer ist Ihre Frau und Sie suchen uns alle durch Lügen zu täuschen! Warum thun. Sie das?" Er senkte das Haupt und sagte leise: Ich bin nicht Herr meines Wil lens! Ich stehe unter einem furchtbaren Zwange." Aber sie ist Ihre Frau, nicht wahr?" Ja, Komteß, Ihnen gestehe ich es Ihnen allein!" . , Und warum die Lüge, warum? Was fesselt Sie an diese verächtliche, heuchlerische Person?" ',Das darf ich Ihnen nicht sagen," erwiderte er nach kurzer Ueberlegung. Sie dürfen nicht, auch wenn..." Sie trat dicht vor ihn hin, ihre weitgeöffneten Augen bohrten sich in die seinen, ihr heißer Athem streifte sein Gesicht auch nicht, wenn ich Dir gestehe, Mann, daß ich Dich wahnsinnig liebe?" Komteß!" schrie er laut auf und stürzte ihr zu Füßen, nun müssen Sie alles wissen." In der offenen Thür erschien für einen Augenblick Inspektor Rensches vierschrötige Gestalt. Ach, entschuld!gen Sie!" stotterte er und zog sich be stürzt zurück. 11. Kapitel. Hinök'.t tarfe;tj.m va D.n 3-iubfrfünfm tot! ."jti ihi copQi uns Von $'f:4 rrjttr Mitit. Die Frau Gräfin hatte sich unterdessen den alten Hinrich in den Garten kommen lassen, um ihm verschiedene Aufträge zu ertheilen. EZ gehörte einiges Rednertalent und eine bedeutende Geduld dazu, um dem alten Hinnch einen Auftrag Zlar einzuprägen, nicht etwa, weil er schwach von Begriff ge Wesen wäre, sondern lediglich seines unglücklichen Gedächtnisses wegen, das mit den Jahren großlöcherig wie tin Kies sieb geworden war..

Ru, Hinrich, warst Du da uk al lens behollen?" schloß sie ihren. Vortrag. I ja woll, gnä Fru," grinste der alte Kutscher. Ick fall tauirst nah de! Stadt führen...." Nee, Hinrich nee! Tauirst sah'st Du bi den Herrn Bahnkofentspekter vorführen und sah'st em den Kuhnhahn afgäben mit ein' schönen Gruß.." Un dei gnä Fru lät sick vählmoahl bedanken, dat Herr Bahnhofsentspekter so gaud West wihr und hadd dat Dings mit de Kist' un dat große Winsaß so schön besorgt, un gnä Fru fchickten Herrn Bahnhossentspekter den Kuhnhahn un lät em gauden Ap"tit wünschen." Sehr gut, Hinrich, sehr gut." sagte die Gräfin. Un dann sa'st Du nah dei Stadt führen.." Nah dei Stadt, führen un den Breif von gnä Fru bi den Herrn Klavierstimme? V!öller afgäben un." Na, un...?" Un... gauden Ad'tit wünschen!" stotterte der Alte mit einem ängstlichen Blick. Nee wat denn, Hinrich, wat's dat fö? dumm Tüg! Der Herrr Klavierstimme? fall doch den Breif ich fräten! Du sa'st em blod afgäben un naher den Herrn Klavierstimmer mit to Hus bringen, verstanden?" Ja woll, gnä Fru. rm häv ick dat verstan'." Na, Gott sei Dankkl Denn lat Di man den Kuhnhahn von: dat nige Fröln gew'u un denn mak,. dat Du weg tummst!" Der alte Hinrich suchte sofort das Fräulein auf, das von der Gräfin bereits. den Auftrag bekommen hatte, einen fetten Kuhnhahn, auf deutsch einur Puter, sauber einzupacken Nach langem vergeblichen Suchen, und Fragen fand er Sophie endlich, auf ihrem

Zimmer mit Briefschreiben: beschäftigt. (biMrn ihn sehr freundlich,, doch einen Augenblick Platz zu nehmen.,, da sie. ihm noch einen Brief mitzugeben, habe. Hinrich saß bescheiden auf der äußersten Ecke eines Stuhles, dem reizenden Fräulein gegenüber und drehte, verlegen. seine Mütze in der Hand.. Selbst auf diesen alten verwitterten. Gesellen verfehlte Sophiens Schönheit ihren, be rauschenden Eindruck nicht.. Er starrte sie mit offenem Munde air wie' eine Lichterscheinung aus höheren Sphären und der verwirrende Einfluß auf seine Sinne.- äußerte sich dadurch, daß;, während et so das dunkle Köpfchen auf-merksam-über das Papier gebeugt jat) und die- flüchtige Feder gleichsam mit elfenfeinem Stimmchen die Worten nach zirpen hörte, die sie schrieb, in seinem Kopfe der Bahnhofsinspektor;. der Kuhnhahn und der KlavierstimmerMöller einen tollen Wirbeltanz aufzu--führen begannen. Das Fräulein war mit ihrem Brief fertig und sagte, während sie dieAdresse schrieb: Nicht wahr, lieber Hmrich, Sie sind so freundlich und übergeben diesen Brief dem Herrn Inspektor, persönlich, mit der Bitte, ihn selbst in. den. Zugbriefkasten oder warten Sie- ich will Ihnen lieber ein paar Zeilen- an den Herrn mitgeben." Sie holte aus einem allerliebsten Täschchen eine Visitenkarte hervor und wars mit ihrer zierlichen, spinnen?ebleichten Schrift die folgenden Worte darauf hin: Sehr geehrter Herr! Im Vertrauen auf Ihre Liebenswürdigkeitwage ich,. Sie um die Gefälligkeit zu. bitten, den beifolgenden Brief einem Zugführer zu übergeben mit dem Ersuchen, denselben aus der Endstation in den Kasten zu werfen. Mit freund!!? chem Gruß d. U." So," rief sie aufspringend, diesen Brief und diese Karte geben Sie; also;, bitte, dem Herrn Inspektor ab."' Sie streckte das rosigste und spitzeste Zünglein von der Welt heraus, um den Gummi des Umschlags zu befeuchten, und reichte dann Brief und Karte, dieletztere in einem kleinen Kouvert ohn Adresse, dem breit grinsenden, alten Kutscher mit einem gewinnenden: Lächeln hin. Dann ging sie mit ihm hinunter nach der Speisekammer., übergab ihm den sauber eingewickelten. Kuh Hahn,, entnahm dann ihrem Eisen: bein-Portemonnaie eine Mark' und strcr te: Nehmen Sie das für Ihre Miche; lieber Hinrich." Der-aber wies das Geldstuck sast' mit Entrüstung zurück und machte- sich eilig davon. Eine Viertelstunde später rollte der Jagdwagen aus? dem Hofe. Die Herrschaften hatten sich inzwischen zum zweiten Frühstuck zusammengefunden; auch Norwig mit Komteß Marien welche jene unzeitige Störung durch den Inspektor Neusche doch, zu der Erkenntniß gebracht hatte, daß der Pferdestall nicht eben- der passendste Ort fei, um Bekenntnisse ausFutauschen. Sie hatten es im Gegentheil sür nothwendig erachtet sofort mit mögkichster Unbefangenheit herauszutreten, und durch irgend eine leidlich wahrscheinliche Erklärung dem bestürzten Ludolf den etwaigen Verdacht zu benehmen, als ob er sie irgend wie un liebfam überrascht habe. Und nachher hatte sie, im Gespräch über wichtige Wirthschastsangelegenheiten, der Infpektor bis an die. TM begleiten müssen. Bei Tische war naKrlich Komteß Maries Aussehen aufgefallen, und sie erklärte auf die besorgte Frage des Vaters der Wahrheit gemäß, daß der Anblick ihre? Pferde sie so schmerzlich aufgeregt habe. Der Graf tröstete sie damit, daß der Arzt ihr in Aussicht gestellt, sie werde doch bald wieder imstände sein auszufahren und dann versprach er ihr zum Trost einen neuen Wagen zum Selbstkutschiren zu schenken. wie sie ihn sich gewünscht. Was wohl Komteß Vicki für eine Erklärung gegeben hätte, wenn es jemandem eingefallen wäre sie zu fra gen, was denn wohl das tiese Karmin ihrer Wangen für eine Bedeutung habe! I Doch war bei diesem gesunden Kinde an, warmen Sommertagen,, alles.

endlich, und es blieb daher völlig unbehelligt von neugierigen Fragen. Der erste Kuß halte eine seltsame pathologifche Wirkung auf Vickis Magennerven ausgeübt sie vermochte kaum einen Vizjen zu essen! Uebrigens erging eZ Hanswurstsink nicht viel besser, ud dem 'hatte doch noch niemand nachgesagt, . daß er die gute Gabe Gottes & Tische verachte! Beschämung und Furcht vorEntdeckung scheinen demnach dieselben gastronoMlschen EigMschaften zu entwickeln, nie die erste Liebe. Zum GlüÄ glänzte Vetter Emich wrrch eine so erstaunliche Beredsamkeit m Pferde- und' andern stan-' desgemäßen ÄkrgelegenheitkA, daß auch die Schweigsamkeit des Künstlers nicht besonders auffiel. Komteß Vicki deutete sich natürlich diese Schweigsamkeit nach tm eignen Art. Gleich jedenu unschuldig? jungen Mädchen aller zivilisirten Volker toar sie überzeugt, daß; der erste Kuß für das ganze Leben- bindend und gewissermaßen eine.' Anweisung auf den Aerlobungsring sei,, zahlbar nach Besiegung etwa vorhandener Hindernisse. Diese Hindernisse schienen ihr in ihrem Falle doch einigermaßen bedenklich. Wenn sie ihren würdigen Papa mit dem weißen Zwickelbart,, und ihre Frau Mama mit den bewealichen Wangen

und dem Brüsseler Spitzenshawl stdasitzen sah, lief es lhr fröstelnd ubeede Rücken bei der Vorstellung, daß der ehrliche Hanswurstfink, .des ollenTheersinken Sohn, vor jenes' erhabene Paar hmtreten und um ihreeHand anhalten sollte. Und der theure :Hans guckw so trübselig auf den Teller als bewegten ihn ähnliche ungemüthliche.' Vorstellngen. Am Ende legte er r sich eben jetzt die Worte zurecht, durch? welche er vielleicht unmittelbar nach ' dem Frühstück! das Herz der Mutter, zu xüfy ttn und. den starren Sinn" des Vaters zu beugen gedachte! Komteß Vickis Herz, klopfte so laut, daß sie fürchtete, es könnte Vetter Emichs knarrendes Kavallerieorgan übertönen, und-sie wurde-1 noch um eme Schattirung; rother bei dem niederschmetternden Gedanken,, daß sie gerade heute unglücklicherweise' ihr allerkürzestes Kleid anhatte! In diesem Aufzuge konnte sie sich unmög lich verloben, und sie beschloß,!, sosort. nach Tisch ihr schwarzseidenes Konsirmationskleid anzuziehen, falls' esihr nicht gelänge, vorher einen kleinen Aufschub der Entscheidungsstunde, bet ihrem Zukünftigen durchzusetzen.. Trotz, aller Furcht vor dieser EntscheidunF war sie aber doch fest entschlossen, an ihrem Hans festzuhalten, und sollte selbst ihr grausamer Vater sie Wochen? lang in seinem Burgverließ schmachten lassen, da wo es am finstersten war.nnd die Ratten am muntersten. Zwar war weder ein solches mittelalterliches Gelaß im Schlosse vorhanden, noch hatte ihr Papa jemals Spuren von Grausamkeit gezeigt, doch wäre die Komteß imstande gewesen, selbst dies und Aer zeres siegreich zu überwinden. Herr von Norwig war genöthigt,. sö fort nach beendigtem Lunch auf's Feld zu gehen, und Fink wollte noch ein Stündchen an seinem Bilde arbeiten. Der Graf und sein Neffe erbaten sich die Erlaubniß, im Atelier eine Zigarre rauchen zu dürfen. Komteß Marie fühlte sich sehr angegriffen und mußte sich auf ihr Zimmer zurückziehen. Komteß Vicki war zunächst den andern in den Hubertussaal gefolgt, aber nur.Am die Gelegenheit abzupassen, ihrem Zukünftigen ein Wort zuzuraunen. Diese Gelegenheit ergab sich bald genug,' als die beiden Grafen, hinter der Leinwand stehend, mit der Gräfin übenden Faltenwurf ihres Kostüms in Streit, geriethen, während Fink bereits vorder Leinwand seine Farben mischte,, um d.as Fleisch anzulegen. Da trat Vicki rasch hinter ihn und flüsterte ihm zu: Sage noch nichts, Hans?" Sie war über dies ersie Hans"vas ihre Lippen hervorgebracht: hatten und über die glücklich gelungene. Anwendung der süßen zweiten Person! Singularis sehr stolz und glücklich und huschte gleich darauf unter irgendeinem Vorwand hinaus. Hanswurstfink wußte nicht recht!, wie er ihre Worte deuten sollte,, denn er hatte ja gar nicht daran, gedacht irgend etwas zu sagen! Er handhabte die Pinsel ziemlich zerstreut'und brachte in jener Stunde nicht. viel.vor sich. Während unter solchen.-Umständen eins der hervorragendsten.Meisterwerke der modernen Kunst nurr wenig-, gefördert wurde, war Fräulein; Bandemer ihrerseits in voller - Thätigkeit' begriffen. Sie pflegte täglich 'wie: ein: gewis senhafter Kaufmann. SM und) Haben in ihrem Verhältniß' zu: dr. Menschen ihrer Umgebung zu.summirem und die Bilanz zu ziehen. Sierattc am vorigen Abend das Herz Ludolf Reufches und heute Morgen die gute: Meinung Finks als Saldo-Vortrag- zw. ihren: Gunsten buchen dürfen. Doch; konnten ihr von fetten des Grasen Benrken noch weit arößere Gefahren, drohen als von feiten Hanswurstfinks,, und ihr kluger Kopf war daher rastlks thätig im Er sinnen neuer Listen, um ihre Feinde einen nach dem andern unschädlich zu machen. . Sie war wieder- einmal nach dem Obstgarten gegangen., um einiges Obst w r- -fv i r zur :&ati zu yon.. Äke unier o eigen thümlichen Umstanden zu Falle gelom mene Thür in der Weinwand war noch nicht, wieder hergestellt worden, und Sophie konnte; als sie dort vorüber tani die beiden Pfarrerstöchtn in ih rem Garten sehen. Wie ein Blitz zuckte ihr der Gedanke durch den Kps, datz H Fräulein Beate Meusel, seitdem 1 mit ihrer Verrätherei bei der Gräsin so übel angekommen, ihr ewg feind sein müsse und daß sie, die ia schon schier von jedermann als des Inspektors Braut angesehen wurde, in ihrer Eifersucht ein gefährlicher Spion sein würde, Sie trat raüz in die Mauerefsnurls und wünschte den jungen Mädchen v' freundlicher Heiterkeit guten Tag. ' ' .MrMung folgt.)

Zur die Küche. Gemampftes Hammel s l e i s ch m i t R o t h w e i n. Es roerden entweder aus einer Hammelkeule oder aus dem Earr6 fingerdicke Stücke geschnitten, die man mit dem Hackmesser et.as breit klopft, mit Salz und Pfefjer bestreut und dann kn eine passend? Kasserolle so einrangilt, daß man aas den Boden derselben eme Schicht Fleisch leqt, und diese mit Ä Scheiben geschnittenen Zwiebeln urrd einigen Gewürzkörnern bestreut. Hierauf folgt eine zweite Schicht Fleisch mit Zwiebeln u. f. w. Ueber die lete Lage thut man ein LorbeerbsM. aießt Zsviel Rothwein

dazu, datz das Fleisch damit bedeckt . -arvr-C c . rr n ' 1 Wil0, DCijauiCB oie ölleroue INI! elnem gut' pnssende'n und läßt das Fleisch' ccnf ziemlich raschem Feuer kochen, bis' eS weich ist; dach muß man Sorge trägem, daß die Brühe nicht zu kurz wird'.. das Fleisch aar. so richtet man" eö ans einer Schussel an. locht den MM7 mit etwas brauner Sauce odtt'nrir1 klar aerübsiem Kar toffelmehl 'seimig nd gibt ihn über das Fleisch.. Wir man die: Zwiebeln selbst nicht 1 llebt! that man zwei oder drei ganze Zwievem zwischen das Fleisch, die'man-duen beim Anrichten herausnimmt. So) nfach V5es Gerick! aucb .erfchttnt:. fr ist es doch besonders 'schmackhaft und kräftig. Geröstete Schwelmsnleren. Die Schweiwsnieren werden recht sauber gewascher in dünneScheiden geschnitten. . dies?: nochmals gewaschen und mit ;Meb bestreute Nun läßt man in heißem'. Schmalz seia geschnittene Zwiebeln gelb anziehen, röstet die Nieren rasch' darin, damit sie nicht hart werden, $ibfc zuletzt Salz, Pseffer und etwasEitrrmensast daran und richtet an. Wird als BeUage zu grünem Gemüse. verwendet. Gebackene Kald,sl.eber. D:e Kalbsleber wird .- gewaschen, abgehäutet. in dünne Stücke geschnitten und . auf beiden Seiten 'mit. Mehl bestreut. Nun wird Schmalz chei, gemacht,, die Leber schnell Herausgebarken, vor dem Fcrtigwerden mit Salzz und Pfeffer " auf beiden Seiten 'bestreut-,, noch, ein wenig gebraten undindenr. man nach Belieben etwas Eitronensast' darauf drückt, angerichtet. Gibt: man zu. grunem oder Kartosselgemuse:. Gedämpftes R in.de.rfaet mit Madeira - Sa u.e.. Nachdem das Filet gehäutet, und gespickt ist, belegt man den Boden-, einer BratPfanne mit Scheiben von. Rindstalg, legt das Filet mit der. ungejpuuen Seite darauf, füat eine mit' drei. Nel- , ken gespickte Zwiebel, ein paar. Mohrrüben. ein wenig Petersilie, und ein Stückchen Lorbeerblatt hinzu, bestreut es mit Salz und läßt es,, mit. einem Glase Madeira gut zugedeckt., un. en kurz angehen, doch ohne da& t& anbrennt. Dann aienf man ttoas Bouillon dazu und läßt nun daä Fi let, mit einem Butterpapier, wun, in zwei Stunden unter öfteren. Veaießen langsam gar dämpfen. . Noch vor Verlauf dieser Zeit nimmt: man. den Deckel und das Papier. vom venr Filet und begießt es mit dem inzwischen eingekochten Fond, v:s der pecr i,chon braun alacirt ist. Nun wird der Fond mit Bouillon losgespült,, durch Kt - fwn l-f V ein Sied gegoren, von ftui viizu un mit etwas Weißmehl und einem Glase Madeira zu einer seimigen Sauce ein gekocht. Das Fett gießt man wieder auf das Fuet, um es dann warm zu halten. Beim Anrichten wird es i schräge Querscheiben geschnitten, mit etwas Sauce überzogen, und mit ge-. bratenen Kartoffeln,. Reiscroauets. Kartoffelbeignets u. s. kr. garnirt. Die übrige Sauce gcht'man rn einer Sauciöre apart. Avfelsinen klamme r i e. fen einer Kasserolle: bringt man 1 Unzen Butter zum Kochen, rnyrl i Un,en Mebl und 2' Unzen Aucker dazu und ebenso nach' und nach drei Viertel Quart kochende Mlich, was man so lange über.-deut Feuer langsam umrührt, bis sich der Brei von der Kasserolle ablöst, worauf man den Saft von 4 Apfelsinen durch ein Sieb hineindrückt -und vrrs Ganze noch einiae Minuten kochen und dann auskühlen läßt. , Auf T Unzen Zucler ??;f! man vorder- diö' Sckale der 4 Avfelstnen ab. stößt den Zucker und schlägt ihn mit- 9 Eidottern uno anzen Kiern zu-Sckaum. mischt dies nebst etwas Sllz unö- Zrmmt sammt dem Schnee der GitteiBe zu dem eig, thut ihn in eine butieröestrichene und mit verriebencmWeißVrod ausgestreute Vioxm und kocht ihn-2 Stunden lang in Wasser, worauf' man ihn stürzt und mit Weinsauce' sermrt. Frucktkuchen: 12 Eier. 1 Pfund brauner Mucker. 1 Vmnd Butter. H Pfund Mehl. 4 Pfund Sultan-Rosinen.-3 Pfund kleine Nonnen, ein halbes Pfund Feiaen. 1 Pfund Citronat.- 2 Pfund Mandeln, eine Orange, fein geschnitten. 1 Theelöffel' Soda; ein Viertel Plnt Brandn, ein: Viertel Pint- Wein, ein Viertel Vint Rosmwasser, 6 M7osfel Molasses; Nelken. Muskütblütbe und Muskat--. nufz. Butter und Mucker tückitia gerührt, dar Gewürze und Melasse indie Soda hinein gethan, damit es gut nifaehe. dann das Eigelb und zuletzt die Frut; -Umschrieben. Gc?tte (zu sein jungen Frau, als er beim Mit tagMch edvas ißt und nicht- finden: kazrn, was es eigentlich sein ssll): Du. Mnna.ich bitt' Dich, koche etwas deut Ncher!" - Inder Ahnengallerie. Fremder: .... Ja. aber die Ahnen se ben Ihnen gar nicht ähnlich!- Baron; Wie haißt ähnlich! Scll ich lNtt ön i , tOH l'Clil. lUlSiiVfci..