Indiana Tribüne, Volume 18, Number 240, Indianapolis, Marion County, 20 May 1895 — Page 3
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Roman von HanS Richter. (Fortsehung ) '' Dicht vor ihm gingen zwei hübsche, gleichmäßig und kokett gekleidete Blon;tinen, welche sich sehr ungenirt über ihren letzten Sonntagsausflug unterhielten und dann kichernd die Kopse zusammensteckten, als sie zurückblickend an seinem Lächeln gewahrten, daß er sie belauscht habe. Einen Augenblick wandelte ihn die Versuchung an, ein Gespräch mit ihnen anzuknüpfen, wie er das wohl früher oft genug gethan hatte, sogleich aber trat Klaras Bild vor sein Auge, und mit dem-unange-nehmen Gefühl, sich vor sich selbst schämen zu müssen, beschleunigte er nun seinen Schritt. Er mußte die lana gedehnte Schönhauser Allee weit hinaus verfolgen, ehe er unter den fast dillenartigen Häusern mit den hübschen kleinen Vorgärten, welche meist den feuchtfröhlichen Zwecken des Gambrinus dienen, das rechte fand. Auch hier nahm ein .Bürgerliches Vier-haus-das Erdgeschoß ein. Durch die geschlossene Thür drang das undeutliche Gesumme lauter Männerstimmen und das Klappen der Villardbälle. Th. Steinhausen, Rentier", stand auf dem großen Porzellanschild an der Thür des ersten Stockwerkes. Eine ältere, behäbige Frau öffnete auf Gisberts Schellen und half ihm mit zu dringlichem Ungeschick aus dem feuchten Ueberzieher heraus. Das ist aber hübsch, daß Sie kommen! Der Herr hat's mal wieder mit dem Reißen, so daß er gar nicht ausgehen kann und vor Langerweile schon ganz brummig ist äußerte sie in dem unterwürfig-vertraulichen Tone eines alten Dienstboten. Gisbert erwiderte ein paar nicht minder gleichgültige Worte und trat nach kurzem Anklopfen in das Wohnzimmer, über dessen Einrichtung nach der Mode vor dreißig Jahren eine nicht minder betagte Petroleumlampe ein ziemlich dürftiges Licht warf. Auf dem unförmigen Sopha lag, mit in Decken gewickelten Füßen, ein anscheinend groß und stark gebauter Mann, der sich jetzt mühsam ein wenig ausrichtete, dem Besucher die harte, breite Hand reichte und seinen Gruß freundlich erwiderte: Das war 'mal ein vernünftiger Gedanke, heut' Deinen alten Onkel aufzusuchen. Meine Potentaten streiken schon wieder.. Ach! das Alter! Die Cigarren stehen wie immer auf dem Wäschespind ... und sage der Müllern, daß sie uns noch 'ne große Weiße bringt. Möchtest Du einen Happen essen? na, es wird wohl iraend was für Deinen feinen Schnabel aufzutreiben sein." Gisbert lachte. War auch der Alte' seinem geliebten Weißbier treu geblieien. so daß er das beste Münchner oder Pilsner nur im Nothsalle trank, so hatte sich seine Zunge in Bezug auf die feste Nahrung um so erfreuliche? entwickelt, wenngleich er sich den Anschein gab, nur seiner Neffen wegen mit dem Delikatessenhändler in Werbindung zu treten und seinestheils noch immer Eisbeine und grüne Aale als die Kronen gastronomischer Genüsse zu betrachten. Natürlich fand sich irgend was . Es waren sogar recht auserlesene kalte Schüsseln, welche Frau Müller, die langjährige Wirthschafterin des alten Junggesellen, auftrug. Die Steinhausen gehörten zu den verhältnismäßig wenigen alt einge sessenen Burgerfamilien Berlins. Seit Generationen hatten sie auf. eigenem Besitz an der Nordgrenze der Stadt Gärtnerei und Landwirthscyaft betrie ien. Gisberts Großvater galt seiner Zeit für einen nach damaligen kleibürgerlichen Begriffen recht wohlhabenden und verständigen Mann, der es sich angelegen sein ließ, aus seinen beiden Söhnen etwas Tüchtiges zu erziehen. Doch nur mit Friedlich, dem älteren, schien ihm dies gelingen zu wollen; er wurde Kaufmann und machte sich zu gelege ner Zeit selbstständig. Der jüngere. Theobald, hatte von Kindheit an einen merkwürdig harten Kopf gezeigt, welcher dem Eindringen jeglicher Wissenfchaft den andauerndsten Widerstand entgegensetzte, so daß der verzweifelnde Vater ihn schließlich zu einem Mauxermeister in die Lehre gab, vielleicht nicht ohne den heimlichen Nebengedanken, die eiserne Schädeldecke könne sich gelegentlich an den Ziegeln doch noch ein wenig weicher stoßen. ; Trotz des scheinbaren Unterschiedes in ihrer äußeren Stellung blieben die beiden Brüder auch nach der Eltern Tode in regem, herzlichem Verkehr, theobald fand in Friedrichs Hause
das Familienleben, das er selbst ent behrte. da er unverheirathet blieb. Er hatte sich zum Polier heraufgearbeitet und ersetzte den Mangel an Schulbildüng reichlich durch einen scharfen Blick für das praktische Leben, seine Chancen und seine Klippen. . Da kamen die Gründerjahre mit ihrem Baufieber, und der Werth der bisher nur eine magere Pacht abwersenden Ländereien am ..sogenannten Windmühlenberge stieg in fabelhaftem Maße. Zum ersten Male drohte ein ernstlicher Zwist zwischen den Brüdern auszubrechen, der schließlich durch die Theilung des Erbes erledigt wurde. Der sanguinische Friedrich versilberte seinen Antheil bald, 'gab sein blühendes Modewaarengeschäft aus. begann zu spekuliren, hatte Glück und bezog nach Kurzem eine prachtvolle Villa im Thiergarten-Viertel. Der ruhigere Theobald verwandelte sich über Nacht in einin Bauunternehmer; besetzte da? ihm verbliebene Terrain mit Himmelhohen .Miethskasernen, die alle nach einem. Plan gebaut waren und welche er nach "und 'nach zu den"iekamrten damaligen, lächerlich' hohen : Preisen verkaufte, nur aeaen Vaarzahlm verV t
steht sich. Durch' Friedrichs Erfolge angefeuert, wagte er sich nun ebenfalls auf den glatten Boden der Börse, doch bereits der erste, schüchterne Versuch brachte ihm eine Schlappe ein,' die ihm alles fernere Spekuliren gründlich verleidete. Fortan verachtete er jedes Industriepapier und fchwor nur noch auf preußische Konsols. Uebrigens pflegte er noch heut zu behaupten, daß jener Verlust von vier- oder fünftausend Thalern der folgenschwerste Glücksfall gewesen sei, welcher ihm je zu Theil geworden. Als dem künstlich emporgeschraub ten Aufschwung der Krach folgte, gehörte Friedrich Steinhausen zu seinen Opfern. Binnen zwei Monaten sckmolz der Aktienreichthum in ein werthloses Häufchen buntbedruckten Papieres zusammen. Theobald nahm sich des Verarmten kräftig an und, als dieser nach Jahr und Tag starb, nicht minder der Wittwe mit ihren beiden Knäblein. Sie wohnten zusammen in dem hübschen Hause der Schönhauser Allee, das er einzig behalten hatte. Die scharfäugige Nachbarschaft sah bereits eine noch innigere
Verbindung in der Luft schweben, bis Frau Steinhausens ebenfalls sehr früher Tod diesen Gerüchten und etwaigen thatsächlich im Stillen gehegten Plänen ein vorzeitiges Ende machte. Auf diese Weise sah sich der ehemalige Maurerpolier und nunm:hriaer Rentier mit Vaterpflichten belastet, ohne je ein Liebesglück genossen zu haben. Sein praktischer Blick zeigte ihm auch hier den rechten Weg. Er ließ den beiden gut veranlagten Knaben die beste Erziehung zu Theil werden, sandte sie auf auswärtige Hochschulen und auf Reisen und' gewährte ihnen dann eine fast unbeschränkte Selb st ständigkeit. Er sah ein. daß sie über den kleinbürgerlichen Kreis, in welchem er selbst lebte und sich einzig wohl fühlte, hinaus wachsen. das Bürgerrecht der großen, guten Gesellschaft erwerben mußten, um ZU mehr als mittelmäßigen Erfolgen zu gelangen. Gisbert hatte sich aus Neigung dem Baufach zugewendet und war bei einer berühmten ArchitektenVtixma angestellt; der um zwei Jahre jüngere Guido war Jurist, zur Zeit Kammergerichtsreferendar. Unter gemüthlichem Plaudern hatten Oheim und Neffe das Abendmahl beendet. Nun streckte sich der Erstere wieder behaglich auf dem Sopha aus und sagte schmunzelnd: Also bei Vreithaupts wirst Du morgen sein! Ein solides Hauß und nur eine Tochter, die natürlich an jedem Finger zeyu Verehrer hat. Nebenbei ein sehr hübsches. gebildetes Madchen! Du. ganz ohne Grund bevorzugt man Dich da nicht so auffallend." Ueber Gisberts hübsches Gesicht zog ein leichter Schatten. Das Haus ist ein sehr gastfreundliches, in welchem gleich mir ein halbes Hundert junger Männer verkehrt, und Fräulein. Angelika eine recht angenehme junge Dame nebenbei bemerkt, wenn sie guter Laune ist, was man nicht immer von ihr behaupten kann. Im Gegentheil nun, sie ist eben ein von allen Seiten verwöbntes. einziges Kind, aber schließlich kann nicht ein Jeder gleich ihren Eltern alle ihre unberechenbarenLaunen entzückend finden. Pah, das giebt sich! Wenn sie mal erst die Wirthschaftsschlüssel am Gür. tel hängen hat. vergehen ihr die Launcn. Vielleicht erwiderte Gisbert mit unveränderter kühler Abweisung, doch verzichte ich sehr gern darauf, die Probe anzustellen." Weil Du mitDeinen achtundzwanzig Jahren noch ein Kindskopf bist. Die Verbindung mit der Familie Breithaupt würde für Dich eine glänznn...L!. i l volle iisew'lslanoigiell oeoeulen, ven Eintritt in den Ring der großen Bauunternehme?, kurz, die fast - mühelose Erreichung slnesevenszieles. Guido würde sich an Deiner Stelle weniger lange bedenken." Würdest Du selbst Deinen ganzen Erfolg Deiner Frau verdanken wollen, On?el? So oft habe , ich von Kindbeit an das Selb ist derMannaus deinem eigenen stunde vernommen, daß es mir längst in Fleisch und Blut übergegangen ist. Aus eigener Kraft strebe ich empor; dieses Sichschiebenlassen durch Famillenveroindüngen und Kliquenwesen, war mir stets in tiefste? S'le zuwider. Selbst wenn ich - Ange fallt, würde ich den Einfluß ihres Vater? möglichst fern von meinem Wege zu halten versuchen; selbst dann würde ich nur .Gisbert Steinhausen sein wollen und mch Maximilian Breithaupts Schwiege?-söhn-... Schon jetzt höre ich. wie man mit dieser Bezeichnung jeden meiner Erfolge spöttelnd commentiren. wü?de. Dem Hugo Rackwitz e?ging es so, bis e?, ohnmächtig gegen die neidvolle Bosheit und Verleumdung, gegen diese Ableugnung seines persönlichen Verdienstes, dieses Herunterzerren zum Streberthum, den Berliner Staub von den Füßen schüttelte.Em Narr, daß er sich's gefallen ließ!- grinste Onkcl Theobald. .Gut zu heirathen ist auch' eine Kunst, die ihre Anerkennung findet. Ein echter Mann sinkt dadurch noch nicht zur Kreatu? feiner Frau herab.Ganz recht, doch hält es wohl schwer, den Schein zu vermeiden,,, Aber wir streiten wahrlich um Kaiser? löart. Zeder Gedanke an Ange, BreitHaupt liegt mir fern, und Du weißt warum! Der Alte schnitt ine Grimasse, als habe er sich unversehens aus einen. hohlen Zahn gebissen. Steckt Dir det Machen noch immer im Kopp?- murrte er. in den echten Berliner Dialekt fallend. Klara ist meine Braut!" Braut ja woll! Warum stichst Du denn Deinen Ring in die Westen tasche statt an'n Finger? Warum nennst Du Deine Braut vor'n Leiten Fräulein Bissing. als jinget Ihr Euch ja? nischt SN?-
- Uebe? Gisberts Wangen verbreitete sich eine, dunkle Röthe. Dein Vorwurf trifft mich hart, wenn er auch nicht so verdient ist, als es den Anschein hat. Den Verhältnissen und Vorurtheilen gegenüber bin ich machtlos - Is ooch recht jut!" fiel OnkelTheobald ein, dann richtete er sich ein wenig auf und fuhr mit freundlichem Ernste fort: Ueber Klara selbst will ich nicht urtheilen. Nehmen wir an, sie sei ein Mädchen wie alle Anderen; sie hat Dich rechtschaffen lieb, aber als
echte Berlinerin berechnet sie auch die '(tf.-oPXi w?.r. -- n. -auasicgicn cicjcr leoe. er cisic Blick richtet sich natürlich nach dem Standesamt. Zu gutmüthig und zu ehrenhaft. Dich an diesem vorübe? zu drücken, bist Du der Gegenstand ihrer Lebenshoffnungen geworden. Sie hält an Dir fest, wie jede Andere es ebenfalls thun würde. Blind, wie ein echter Verliebter, siehst Du in ihrer Treue einzig den Beweis ihrer Gefühle. In meinen Augen steckt darin noch ein gut Theil Egoismus, der übrigens viel zu natürlich ist, um ihn hart zu tadeln. Der glatte, goldene Reif er ist ja das Endziel aller Mädchenträume, in den heutigen Zeiten. im berechnenden, klügelnden, vorsichtigen Berlin so schwer zu erreichen! Doch nun ihre Mutter. Sie leistete Dir jedweden Vorschub, so lange Du als wohlgestellter Freier galtest, und schiebt Dir nun allerhand Steine in den Weg, da sie weiß, daß ich diese Verbindung nie billigen und unterstützen werde. Und ich kann das nicht, mein Gewissen giebt es nicht zu. Deine Bildung und Karriere. Deine Lebensgewohnheiten und -Bedürfnisse weisen Dich den höher gestellten Kreisen zu, mit welchen Du bereits eng verwachsen bist. Hier, wo Du Wurzel geschlagen, hast Du auch die Gefährtin Deines Lebens zu suchen. Wenn ich selbst auf den engen Familienverkehr verzichtet habe, geschah es eben, um Dich dort ganz heimisch werden zu lassen, und in der Voraussetzung, daß Du verständnißvoll auf meine Pläne eingehen würdest. Bisher thatest Du es. Deine Liebe zu Klara Bissing hat Dich zum ersten Male von dem geraden Wege abgeleitet. Mit guten und ernsten Worten habe ich diese Neigung be kämpft, obwohl ich im Voraus wußte, wie wenig Erfolg ich erzielen würde. Ihr seid beide noch jung, warmblütig, verliebt ... was heißt Euch jetzt Vernunft. Zukunft. Lebensziel! Und schließlich habe ich mich drein g:sunden. lasse Euch die Gegenwart genießen und bau? nur dem äußersten Schritt einen Damm vor. wenn ich Dir sage, daß jede Unterstützung meinerseits sofort aufhört, sobald Du mit Klara vor den Altar trittst. Ein leeres Geschwätz ist es. eine Fabel, was sie da von der Gleichstellung aller Gebildeten in die Welt hinausposaunen. Nie und nimmermehr w'rd die Tochter des Gerichtssekretärs eine anerkannte Bürgerin jener Kreise, welche sich höchstens dem emporstrebenden Manne öffnen, der sich klug mit ihnen zu verbinden weiß. Beim Manne fragt man: Was ist er? beim Weibe: Woher stammt sie?" Diese beredte Vertheidigung des Kastengeistes hätte ich von Deine? Seite am wenigsten erwartet warf Gisbert ein. Ich vertheidige ihn ja keineswegs, nur sein Bestehen und seine Macht will ich Dir verdeutlichen. Darüber kommt Ihr nicht hinweg, daran würde Euer Liebes- und Eheglück kläglich Schiffbruch leiden. Man würde Deine Vattin Über die Achsel ansehen. Dich und sie verletzen in wissentlicher wie kn ungewollter Weise, Deinen Ehrgeiz lächerlich finden, Dein Emporstreben lgnoriren, Dich nach und nach veressen, da Du za durch Deine Herrath ewiesen hast, wie wenig Werth Du auf eine innige Verbindung mit der Gesellschaft legst. Und damit wäre auch Eurer Liebe das TodeSurthetl gesprochen; sie stürbe an Erschöpfung im Kampfe gegen die Uebermacht der öffentlichen Meinung, an heimlichen Selbstvorwllrfen, am gegenseitigen Mitleid, das sich beim ersten offenen Wort in Groy verwandeln würde, vielleicht auch an der erbärmlichen Noth, denn um D'inen Verdienst durfte es dann ziemlich kärglich be stellt sein. Vreithaupt und Consorten lassen sich keine Villen von Dir bauen. Das weiß und sieht die Frau Sekretar Bissing ebenso genau voraus wie ich, und wenn Du mir vielleicht vorhalten mochtest, daß ich nur ein ganz gewöhnlicher Maurerpolier gewesen bln..der von Eurem vornehmen Leben nichts versteht, so wirst Du doch ihr ein gut Theil Welt- und Menschenfenntniß nicht abstreiten. Sie will ihre schöne Tochter möglichst gut verheirathen ganz natürlich und lo benöwerth! Da ich Dir meine Unterstützung versagen würde, bietest Du ihr nicht mehr genügende Garantien sehr richtig von ihr! Es ist das Einzige, was mir an der Frau gek"ll!.- - (Fortsetzung folgt.) DaS grohe Nad von Earl'S uourr. Nach einer langen Verzögerung ist endlich in den Ausstellungsanlagen von Earl's Court im westlichen Lon don das große Rad fertiggestellt, welches eine verbesserte und vergrößerte Nachahmung des von der Weltausstel lung von Chicago her bekannten err's Whoel" darstellt. Dieses Londoner Rad hat einen Durchmesser von 300 Fuß und seine 7,.Fuß dicke Axe ruht auf zwei stählernen. 150 Fuß hohen Thürmen. An dem äußeren Rand des Rades sind .40 freischwingende Karren angebracht, welche t 30 Personen theilnehmen können. Wr Passagiere erster Klasse sind zehn dieser Karren besonders reich ausge.stattet. Von acht auf beiden Seiten des Rades errichteten, Bahnsteigen von verfchiedenen Hohen werden die Passagiere je acht Karren zu gleicher Zeit befteiLen resp. verlaFen - können. Auf
diese Weise werden alle Karren mit fünf Unterbrechungen gefüllt werden und die Passagiere die Reise in dieLuft und wieder zur Erde nieder mit fünfmaligem Halten zurücklegen können, worauf dann die Rundfahrt noch einmal. aber ohne jede Unterbrechung, gemacht werden wird. Die Drehung des Nades wird durch zwei 1000 Fuß lange Ketten bewerkstelliat, welche um den äußeren Radreifen liegen. Auf der Spitze der beiden die A?e stützenden Thürme find Erfrischungsräume errichtet, von deren Balkönen man einen weiten Blick über die Stadt genießt. so oft die Londoner Atmosphäre dies gestattet. Das Publikum wird natürlich mittelst Fahrstühlen auf diese Thürme gelangen. Weniger bequem hatte es Mrs. Basset. die' Frau des Architekten des Unternehmens, welche sich die ganze Höhe von 300 Fuß auf einem einfachen Stuhl mittelst Seilen hinaufziehen ließ, um dort oben den letzten Nagel im äußeren Nadreifen einzuschlagen. Absond erliche Vereine. Die Mäßigkeitsbestrebungen haben schon vor Jahrhunderten zur Grün-
dung besonderer Vereine und Orden geführt nennenswerthe Erfolge freilich haben sie niemals auszuweisen gehabt. Im Jahre 1817 wurde auf Anregung des Freiherr von Dietrichstem der Orden der Mäßigkeit", oder, wie er sich auch nannte, die Gesell- und Brüderschaft des heiligen Christophsrus" gegründet. Die Mitglieder des Ordens setzten sich zusammen aus dem Adel der Fürstenthümer Steiermmk, Kärnten und Krain; auch Adelige Frauenzimmer- wurden als Gesellschafterinnen aufgenommen. Die Mit glieder mußten das Bild des heiligen Christophorus öffentlich an sich tragen und sich vor allen Lastern Huten, inson derheit aber vor dem Fluchen und Vollsaufen". Wer zum ersten Male gegen diese Bestimmungen fehlte, wurde mit Geld gestraft, beim zweiten Male wurde er aus dem Orden ausaestoßen. Dieser Orden ist denn auch bald wieder verloschen". Dasselbe Schicksal hatten die Ritter des güldenen Ringes". Dieser Orden wurde vom Pfalzgrasen Friedrich II. gegründet. Die Ritter mußten sich zu nichts Geringe rem verpflichten, als keine Ganzen mehr zu trinken, Einige Lebens dauer hatte der vom König Ferdinand I. von Aragonien gegründete Orden der Ritter von der Lilie oder den Blumentöpfen-. Die Mitglieder deS Ordens trugen eine goldene Kette aus Blumentöpfen, die mit weißen Lilien gefüllt waren. Unten an der Kette hing das Bild der Mutter Gottes mit dem Jesuskindlein und darunter ein Greif, der auf dem Zettel die Worte hatte: Halt Maß". Dieser Orden der Mäßigkeit wurde noch von den Kaisern Friedrich III. und Maximilian I. getragen, zst aber nach der Zeit in's Abnehmen gerathen". Diesen- Gründüngen nahe verwandt ist die Schöpfung eines bretagnischcn Edelmannes, der 1614 den Orden der Magdalenen-Ritter-stiftete. Er hatte am wenigsten Glück von allen. Der Orden sollte fich gegen die damals in Frankreich seh? im Schwange gehenden Balgereien" richten. Weil der Ordensstifter abe? ein schlechtes Gehör" bei Hofe sand. so hatte er das Unglück, der einzige Magdalenen-Ritter zu bleiben. Er zog sich in die Einsamkeit zurück und beschloß seine Tage unter dem Spottnamen des friedfertigen Einsiedlers". Der vertauschte vatte. Eknll lehrreiches Geschichtchen trua sich jüngst in dem Städtchen V.. im Südwesten des alten Vaterlandes' zu. Kneipten da vier wurdiae Familienväter in ihrem Stammwirthshaus, bis sie am lznde ihrer Kraft waren, und wurden von dem besorgten Wirth in Anbetracht ihrer besonders schwerwieenden Umstände beim Morgengrauen in eine Droschke gepackt. Natürlich erlitlt der Kutscher genauen -Bescheld.wo ein jedes Päckchen abzuladen war. Bei der ersten Heimstätte angelangt, bringt der aufopfernde Rosselenker einen seiner hinfälligen Fahrgäste unter Müh' und Drangsal bis an seine drei Treppen hoch gelegene Wohnuna. Als auf das Klingeln zu so ungewohnter Stunde (der Mann pflegte in selbstständigerem Zustande ven Korridorschiussel möglichst mse zu benutzen!) die erschreckte 5?rau erscheint, saat der Kutscher: Madämle, do, bring' ich Jhne Ihr, Mann, er hat en Mardsbrand, helfe Sie mir ihn neischaffe." Den vereinten Kraftanstrenaunaen Beider gelingt es. das Familienobertzaupt seiner Zusammengehörigkeit zu entreiben. doch als rhn der Lichtschein näher beleuchtet, schreit die Frau ntsetzt: Um Gotteswmen. wen bringen Sie mir denn da, das ist ja gar nicht mein Mann!" Der Kutscher betrachtete sich kopfschüttelnd und wehmüthig dn ibm nochmals 'aufgebürdete süße Last und sagt dann mit einem Seufzer; Ja. Madamle. da müsse Se scho fei wer mit 'runter komme und sich , den Richtige raussuche, ich kann doch net die. ganze. G'sellschast Jhne zur Aus Wahl ruffschlcppe?" Was denn die eue Gattin auch that. Verstanden. Verschuldeter Lebemann: ....Mit einem Wort, mein Fräulein: ich bete Sie an!" Reiche Partie: Ach, ich verstehe. Noth lehrt beten!" Radikalmittel. A.: Ich habe, ein seines Mittel, lästige Gläubiger loszuwerden." B.: So? Was Sie sagen!" A.: Ja, er verfehlt seine Wirkung nie!" B.: Ach, daZ müssen Sie mich wissen lassen, -denn mich quälen die Gläubiger zu Tode!" A.: Ich habe es , mehrere Male versucht und der betreffende Gläubiger ist. nie wiedergekommen." B.: ÄaS thaten Sie denn da?" 2L: Ich hübe ihn bezahlt."
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