Indiana Tribüne, Volume 18, Number 239, Indianapolis, Marion County, 19 May 1895 — Page 3
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Die tolle Komteß. Roman ron ßrnZ von Mokzog?. (9. Fortsetzung.) Ja, da , haben Sie recht versetzte Neusch?. Die Herrschaften sind wirklich sehr freundlich. Der alte Herr Graf ganz besonders gegen hübsche junge Damen...." Mein Gott, haben Sie auch von der Summen Geschichte etwas gehört? Ach, glauben Sie nur nicht, daß ich solche Abenteuer gern habe. Ich weiß sehr Wohl, daß die vornehmen Herren doch nicht viel Gutes mit einem im Sinne haben. Gleich und gleich gesellt sich gern damit habe ich es immee gehalten." Wirklich. Fräulein?" rief Ludolf hoffnungsvoll bewegt. Ich bin ganz Ihrer Ansicht. Und sehen Sie: Wenn Sie solchen Herrn begünstigen, weiß er es ja noch gar nicht einmal so zu würd:gm, wogegen einfacher Mann, wie ich zum Beispiel, sich unendlich glücklich schätzen würde, wenn..." Sie that, als sei sie seiner Nede nicht gefolgt und unterbrach ihn mit den Worten: Nur einer ist hier im Hause, den ich gar nicht recht leiden mag. Ich thue ihm vielleicht unrecht, aber ich kann mir nicht helfen ich finde ihn unausstehlich hochmüthig, Sie müssen ihn ja übrigens besser kennen wie ich, da Sie ja so viel mit ihm zu thun haben." Ah, Sie meinen unsern neuenOberVerwalter!" rief ihr Legleiter gedämpft. Mit dem geht es mir gerade so wie Ihnen. Der Herr hat gewiß ein paar gelehrte Bücher gelesen und behandelt nun uns erfahrene Oekonomen wie Schuljungen. Er denkt wahrscheinlich, weil er von Adel ist, dürfte er sich alles herausnehmen!" Ja. nicht wahr?" pflichtete Sophie I eil Er hat auch so etwas von einem Jesuiten und Erbschleicher an sich. Wer weiß, was der alles im Schilde führt!" Der Inspektor lachte überlegen: Nun, das ist mir ganz klar: Er geht darauf aus, sich bei dem Grasen gehörig ein-zu-Vetter-Micheln und gleich zeitig unsre tolle Komteß in sich verliebt zu machen Ah. nicht möglich!" Wie ich Ihnen sage. Die ersten age ist er kaum von ihrer Seite geiommen; und Sie hätten nur sehen sollen, wie er 'da den Kavalier spielte! lind nun vollends wie das Unglück mit dem Hengst passirte, da hat er sich Dinge gegen unsre Komteß herausge nommen' daß man sich förmlich schämt davon zu reden!" Trotz dieser abschreckenden Andeutung ersuchte ihn das Fräulein so schmeichelnd um nähere Aufklärung gerade über diefen Punkt, daß er sich genöthigt sah, haarklein zu berichten, was er an jenem Morgen mit eignen Augen gesehen oder durch den alten Hinrich erfahren hatte. Ganz besonders entrüstet zeigte er sich darüber, daß jene beiven auf dem Heimwege französisch gesprochen hätten! Das könnte doch gewiß nichts Anständiges gewesen sein! Und Komteß Marie läßt sich das clles ruhig gefallen?" rief das Fräulein sichtlich entrüstet. Es scheint doch so," versetzte er achselzuckend. Sie ist überhaupt jetzt kaum wiederzuerkennen gegen früher. Sie hatte immer ein so resolutsches Wesen, daß wir sie alle wie einen Mann ansahen; aber jetzt. ist sie auf einmal so sanft und stfl geworden wie ein richtiges Frauenzimmer." Es gehört aber doch Kourage dazu, eine so garstige Frau zu heirathen," böhnte Sophie. Wissen Sie denn, ob sie das Gut erbt? fter ist es ein Majorat?" Ich glaube nicht. Der Herr Gras hat auch oft imSpaß zu ihr gesagt: Wenn Du einmal hier Herr bist, dann gründest Du gewiß ein Gestüt und baust nichts wie Hafer." Dann begreife ich allerdings !" lachte das Fräulein. Die Männer sehen "doch alle nur auf's Geld." O nein. Fräulein, doch nicht alle!" rief Reufche innig und blickte sie dabei verliebt an. Ich zum Beispiel würde nur aus Liebe heirathen. Ich bin so sehr für das Ideale! O wenn Sie wüßter'.. " Vom Hause her ertönte ein langgezozener Pfiff, das Zeichen, mit welchem Friedrich die beiden Hunde herbeirief, wenn er Abends die Hausthür? schloß.Fräulein Sophie entzog ihrem so schön im Zuge befindlichen Liebhaber schnell die Hand, die er zu ergreifen gewagt hatte, und lief eilig nach dem Hause zu, um nicht ausgesperrt zu werden. Der Inspektor mußte sich gleichfalls in Trab setzen, um mit ihr Schritt zu halten. Werde ich bald wieder das Bergnügen haben, Sie begleiten zu dürfen?" keuchte er. Es plaudert sich so schön bei Mondschein!" O gewiß, ich spreche mich auch so g:rn einmal aus zu meinesgleichen, wenn ich fühle, daß ich verstanden werde. Aber Sie dürfen nicht so ungestüm sein, lieber Herr Inspektor." ' Lieber Herr Inspektor! hatte sie gesagt wie das berauschend klang! Er preßte einige recht feurige Küsse auf ihre weiße Hand und dann ließ er sie allein die Ausfahrt hinauf laufen. Er saß, in seinem kahlen Junggestllzimmer im Wirthschast-zebäude, noch lange am offenen Fenster und siarrie beseligt in die Mondnacht hinaus. Ja.. er. versuchte sogar., zu dichten. doch ließ sich seine spröde Muse nur eine einzig: Strophe abtrotzen. Sie lauine: Tu bist s schön, ss sZiön. s, i)ön, Z.'l ich ,?sr sonst ich:, jsf:b'n! lüii s.bt ti d.'ch für biismüiAf Wfftaltm " Ü fcü::' ti nt f.ir mözl:ch g-halken! Bezüglich des Versmakes schien ihm zwar etwas nicht ganz in Ordnung zu sein; aber dennoch bewahrte er "das Manuskript dieses Liedes" sorafältig in der Tasche eines Wirthschastskalenders auf. j '
Die gräflichen Damen hatten heui selbst den Cigarrenrauch nicht gescheut, um nur noch länger die Gesellschaft des lieben Vetters Karl Egon Emich und besonders die Unterhaltung Hanswurstfinks genießen zu können.. So war es denn zum größten Erstaunen der Frau Gräfin Mitternacht geworden, eh: man sich in d heitersten Stimmung trennte. Der alte Graf war so höflich, seinen Neffen selbst in sein Schlafzimmer hinauf zu begleiten. Als sie dort allein waren, sagte er: Apropos, lieber Emich: diese Geschichte mit der Frau von Norwig ist ja äußerst pikant. Habt ihr etwas miteinander gehabt Eh? Es fiel mir auf, daß Du und Norwig so sonderbar reseroirt gegeneinander wart. Bist ihm wohl mal in's Gehege gekommen klein Schwerenöther!" nein, weit gefehlt!" schnarrte der jüngere Graf; und mit sehr wichtiger, fast drohender Miene setzte er hinzu: Ich kann Dir nur sagen, daß mir der Herr äußerst fatal ist.. Und wenn er mir nicht über gewiije Vorkommnisse vollkommen befriedigende Aufschlüsse ertheilt, so 'dürfte er bald genug Gelegenheit finden, mit einkmgewissen Graf Bencken seine Klinge zu kreuzen." Hollah, das klingt , ja ganz ; gefährlich! Was zum Henker habt ihr denn miteinander gehabt?" rief Graf Pfungk. Aber da der Neffe sein Geheimniß durchaus nicht preisgeben wollte, so mußte er sich endlich kovsschüttelnd entfernen. ' Trotz der so ungewohnten" späten Abendzeit hätte Vicki gern noch ein Stündchen mit ihrer Schwester derplaudert; doch Marie wollte davon nicht) hören. Sie antwortete ihr gar nicht und zwang sie so zu Bett zu geh:n. Ihr selbst freilich schwirrten die Gedanken noch so lebhaft im flösse durcheinander, daß von Schlafen vorläufig keine Rede sein konnte.. . , Sie hate den ganzen Abend über, auch während sie mit den andern lachte und scherzte, nur an das eine gedacht: Er hat Dich belogen, er bat Dich und alle getäuscht! Diese angebliche Sophie Landemer ist ganz bestimmt seineFrau. An eine solche wunderbare Aehnlichkeit glaube ein andrer! Sie erinnerte sich deutlich der ersten Begegnung Norwigs mit dem Fräulein im Walde und der unverkennbaren Ueberraschung, welche dasselbe dabei an den Tag gelegt hatte. Selbst wenn ein ungewöhnlicher Zufall Herrn von Norwig hier eine Dame in den Weg geführt hätte, welche seiner Frau so täuschend ähnlich sah. so wäre es doch nicht mehr glaublich gewesen, daß auch er eine auffällige Aehnlichkeit mit einem ihrer alten Bekannten aufweisen sollte! Sie war also ohne Zweifel wirklich seine Frau. Weshalb aber dann dieses Versteckspiel? Weshalb gestand er ihr, daß er geschieden sei, und sagte den Eltern, seine Frau wäre todt? Waren sie wirklich geschieden, ' und sie war ihm
dennoch wieder in dieses Haus gefolgt. um ihn durch ihre Anwefenheit zu qualen. oder vielleicht zu irgend einem Zugetändniß zu zwingen, warum' trat er dann nicht offen gegen sie auf, enthüllte ihren Eltern sein wahres Veryaltmß zu diesem sogenannten Fraulein und forderte sie auf, ihn durch dessen sofortige Entlassung aus einer so unwürdigen Lage zu befreien? Was m aller Welt konnte ihm Schweigen auferlegen, wenn nicht auch seinerseits eine Schuld vorlag, welche ihn mit gebundenen Handen der Willkür jenes ränkesüchtigen Weibes auslieferte? Er machte doch aus zeden den Eindruck eines höchst entschiedenen, willens starken Mannes: warum floh er vor dieser Frau, die ihm das Leben zerstört hatte. von Welttheil zu Welttbeil, anstatt sich ein für allemal, und KANN es sein mußte gewaltsam, von ihr zu befreien? Dies Räthsel war mcht zu losen ohne die Annahme, daauch ibn eine dunkle Schuld in Fefieln schlage. Aber sie fühlte sich trotz ihres gesunden Wirklichkeitssinnes und ihres klaren Verstandes doch so wenig welterfahren, daß sie wohl annehmen konnte, es gebe in dem bewegten Leben, eines Mannes Verhältnisse, von denen sie keine Ahnung haben könne und welche stärker seien als der festeste Wille zur Wahrhaftigkeit. Ach, wenn sie ihm doch helfen könnte, so wie er ihr geholfen hatte! Gern wollte sie alle die thörichten Vorschsten der landläufigen Sitte beiseite setzen, wenn es ihr nur vergönnt würde, der bedrückten Seele dieses Mannes wieder freien Athem zu derschaffen, so wie er jüngst ihrer Lunge, und ihm als Charakter wieder in den Sattel zu helfen, so wie er jüngst ihrem Körper in den S&iH geholfen hatte. So weit war sie in ihrem Grübeln und Sinnen gekommen, als sie sich plötzlich leicht am Arme berührt fühlte. Der Vollmond erhellte trotz der herabgelassenen Vorhänge das Schlafzimmer so weit, daß sie deutlich ihre Schwester erkennen konnte, die in. ihrem weißen Nachthemd mit dem duftigen Spitzenjabot uift den darüber lose herabfallenden Haaren wie ein Geist, und zwar ein sehr freundlicher und wohlgenährte? Geist, neben ihrem Bette aufgetaucht war. ' : - .Aber Vicki.. was soll das?" fragte Marie: Bist Du ein bischen mondsüchtig geworden?" .Ach, ich kann durchaus nicht einschlafen laß mich ein bischen bei Dir kuscheln!" Die große Schwester machte ihr mit Vergnügen Platz, nahm die kleine Nachtwandlerin in ihre Arme und zog sie zärtlich an sich. Nun, was hast Du denn, was drückt Dir denn das Herz ab?" neckte sie den lieben Gast Ach, denke Dir nur. Ma ich habe zwar versprochen es nicht weiter zu sa gen, aber ich glaube, es wäre unrecht, wenn ich es Dir verschwiege " Was denn, Kind? Du machst mich neugierig." Es war doch zu merkwürdig, nicht wahr, daß Emich unser. Fräulein, üv
Frau von Norwig hie!!? Und denke Dir, es ist auch herausgekommen, daß sie eine Kousine von Herrn Fink ist! Es war so sonderbar! Sie wollte gar nichts davon wissen und erzählte so schlechte Sachen von Herrn Finks Papa! Ich sollte zwar niemand etwas sagen. aber..." Beruhige Dich nur; ich habe fast die ganze Unterhaltung mit angehört. Du hattest wieder einmal die Thür offen gelassen!" Ach wirklich? Dann hast Du wohl auch gehört, was sie nachher zusammen gesprochen haben, nachdem ich fortgelaufen war?" rief Vicki sehr lebhaft. Ja einiges habe ich allerdings gehört." Was hat e? denn von mir gesagt?" Wer denn?" Na Fink natürlich!" Warum soU er denn etwas von Dir gesagt haben? Man pflegt doch qewöhnlich nicht gleicb jedem Menschen seine Meinung über einen andern aufzudrängen." . Ach bitte, bitte, sag mtYs doch! beharrte Vicki. Er hat gewiß etwas gesagt." I Komteß Marie konnte der Schmeichlerin nicht lange mehr widerstehen und verrieth ihr endlich, daß Hanswurstfink erklärt habe: Sie sei ganz sein Genre. ' ' Siehst Du? siehst Du! Ich wußte es doch, daß er von mir gesprochen hat! Ich hörte ordentlich die Glocken läuten, wie ich den Tannengang hinunterlief. Ganz sein Genre! Ist das nicht xti zend? Findest Du ihn nicht auch süß?" . : Ach Vicki, Vicki, was soll denn das mit Dir noch werden?" lachte Marie. Du und Papa, ihr müßt auch immer verliebt sein!" 10. Kapitel. In w.'lchkm jttfi StiViVuxe sich aujsprechkN. dcr Äünjtl zu nultn und Xurniuuva u nu cheil bkziiliik. 5raulr.it anX-rn rofc Oft.'Oi, uns tint ist): merkiviicSize Unttrjl.lunj im $;;r dtftall stattfindet. Am andern Morgen nach dem Frühstück sollte die Gräsin ihre erste Sitzung haben. Schon über dem Kaffee hatte ein lebhafter Meinungsaustausch über die zu wählende Stellung und Kleidung stattgefunden, und hernach war die ganze Gesellschaft im Begriff, in das Atelier mit einzudringen, um dem
Kunstler mit rhrem wohlgemeinten Rath zur Seite zu stehen, als Graf Bencken den guten Einfall hatte, die Herrfchaften daraus aufmerksam zu machen, daß zu viele Zuschauer Herrn Fink doch wohl stören dürften. Zu seiner Entlastung schlage er den Kousi-' nen emen ilernen Ausflug zu Pferde vor. Aber weißt Du denn nicht, wie es Ma neulich mit dem Hengst ergangen ist?" ries Vicki. Und da er es in der That gestern ganz überhört hatte, was Komteß Marie ihm von ihrem Unfall erzählte, so mußte sie ihm die Begebenheit noch einmal schildern. Vetter Emich bedauerte mit den uvlichen Redensarten seine kühne Base, welche sich selber scherzend als Amazone z. D." bezeichnete. Wie steht es denn mit Dir, Vickichen? Machst Du. mir nicht vielleicht das Vergnügen? wandte sich Karl Egon Emich Mit wohlgefälligem Lacheln an die jüngere Schwester. ; Ach. ich reite za gar niazt mehr! Den Pony haben wir abgeschafft dem war ich zu schwer geworden! Und auf ein großes Pferd läßt mich Mama mcht hinaus; sie sagt, es wäre fchon reichlich genug, wenn eine von uns sich den Hals bräche." Schließe Dich doch Herrn von Norwlg an, schlug Komtey wiaxit vor. Er hat, seit ich krank brn, Potrlmpos gehörig Herangenommen. Er soll jetz4 schon ganz tramabel sein. Blellelch! macht es Dir Vergnügen, ihn einmal zu probirm. ES wäre mir sehr lieb. wenn be! dieser Gelegenheit Obotrit sich auch einmal - gehörig auskaufen konnte; er hat die acht Tage fast gar keine Bewegung gehabt." Herr von Norwig erklärte sich gern bereit. . den Grafen zu begleiten, und das Anerbieten wurde von jenem kühl, wenn auch höflich angenommen. Die beiden Herren empfahlen sich, um sofort ihre Pferde satteln zu lassen. während die Damen sammt dem alten Grafen und dem Maler sich in das Atelier verfügten. Auf dem Wege dahin bot der Graf seiner immer noch leidenden Tochter den Arm und sagte, als sie etwas hinter den andern zurückgeblieben waren: Weißt Du, Marie, Du hast da eine rngemüthliche Partie arrangirt." Und er berichtete ihm wartgetreu, was sein Neffe ihm gestern Nacht für Andeutungen über einen möglichen Streit mit Norwig gemacht' hatte. Die Komteß blieb überrascht stehen: Ah, das wäre doch eine' unangenehme Geschichte, wenn "die beiden hier aneinander geriethen! . Was - soll , denn Herr von Norwig unserm harmlosen Vetter Emich angethan haben?" , - Gewiß irgend eine Narrheit von seiner , Erlaucht," spottete, der Graf. Beruhige Dich nur, Norwig ist diel zu taktvoll und gewandt, .als daß er es hier zu Thätlichkeiten kommen ließe. Ich, bin übrigens äußerst begierig. Näheres von dieser verstorbenen Frau von Norwig zu erfahren. Emich ist ja merkwürdig zugeknöpft." - Warum frugst Du denn Herrn von Norwig nicht selbst darnach 5" : : Ich fürchte, . ich würde bi einen wunden Punkt berühren," entgegnete er. Nach den Andeutungen, die er gelegentlich machte, scheint es mir. als ob er eine recht unkluge Heiralh zu bereuen Ntte und weißt Du. von seinen Dummheiten spricht man nicht gern unter Männern." Könntest Du ihn' nicht wenigstens einmal fragen, ob er nicht ein Bild von seine? Frau besitzt?" beharrte die Komteß. Diese Aehnlichkeit mit unserem Fräulein Sophie ist doch .eine zu merkwürdige Sache Emich schwört za daraut. ,c .Ha ha waö lhr Frauenzimmers
euch luch immer für Gedanken macht!
Du wirst mir am Ende gar einreden wollen, daß sie leibhaftig die verstorbene Frau von Norwig'sei?" Nun, 'ich muß gestehen, die Sache hat für mich etwas Unheimliches, etwas unangenehm Romanhaftes. Vielleicht ist Fraulein Bandemer eine Schwester der Frau von Norwig und. er hat irgend welche Beziehungen zu den Leuten, die sie uns empfohlen haben." Ei, wa? tausend! Du hast ja eine blühende Phantasie!" scherzte derGraf. Ich-kann Dir nur jagen, daß mich meine Menschenksnntniß vollständig im Stich gelassen haben müßte, wenn ich unserm Norwig solche Jntriguui zutrauen wollte." Du haltst ihn dessen nicht fu? sahig?" Herr von Norwig ü- ein .Edel mann!" versetzte, der Graf ernst. Ein freudlos No5 bedeckte für t nen Augenblick die oleichen Wangen der Komteß und sie schritt eine Weile schweigend und nachdenklich neben ihrem Vater einher. Kurz vor der Thur des Hubertussaales blieb sie nochmals stehen und sagte lächelnd: Du mußt mir aber hn Gefallen thun, ihn nach dem Bilde seiner Frau zu fragen. Die Photographie von Fräulein Bandemer hast Du ja in Verwahrung." Ich?" Der Gras stellte sich ganz verwundert. Ja, ja. gestehe es nur, Papa. Mama hat sie bestimmt nicht siehst Du. Du wirst ganz roth. Aber ich versichere Dich.... Mama hat sie gewiß nur verlegt!" stotterte der Gras. Und dann traten sie m das Atelier, wo Fink und Vicki bereit beschastlgt waren, die vortheühafteste Stellung für die Verewigung der Gräsin auszuwählen. Graf Bencken trabte bereits mit dem Oberverwalter durch dieKastanienallee. Die beiden schwiegen sich zunächst gründlich gegeeinander aus, bis sie, im Walde angekommen, ihre Pferde in einen gemachlichen Schritt uoergehen ließen. Da endlich begann Herr von Norwig: Ich glaube, wir fühlen es beide, daß wir uns über gewisse Dinge miteinander auszusprechen haben." v. Allerdings," näselte der Graf, indem er eine möglichst trotziae Miene aufzustecken suchte. Ich denke, ich bin wohl derjenige, welcher hier zunächst um Aufklarung zu bitten hat. Sie, Gras?" Norwig blickte überrascht auf. One Zweifel, verfetzte lener uns ließ seinen langen blonden Schnurrbart durch die Finger laufen, als gedachte er durch seine vornehme Ruhe den Gegner von vornherein emzuschüchtern. Ah. Sie machen mich neugierig. rief Norwig ironisch. In solchen Fällen pflegt sonst der Ehemann der berechtigte Fragesteller zu sein." Halten Sie das, wie Si wollen," versetzte der Graf hochfahrend. Jedenfalls frage ich ?ie jetzt,. wie Sie dazu gekommen sind, meinen Namen in Ihren Ehescheidungsprozeß zu verwickeln. Sie müssen wissen, der Assessor, dem Ihre Klage zur Behandlung zuging. . V I . tr war ein guier Äeiannier von mir. r hat mir, natürlich unter Diskretion, mitgetheilt. Sie behaupteten Beweise in Händen zu haben, daß ich unerlaubte Beziehungen zu Ihrer Frau Gemahlin " : Und ist dem vielleicht nichi so?" unterbrach ihn Norwig hart. Sie haben ja die tolle Zeit auf PassenHöfen zum Theil mit erlebt, Ihnen kann es doch wohl nicht so unbegreiflich sein, daß ich mich von der Frau zu trennen wünschte, deren Verschwendungssucht mich von HauS und Hos vertrieben und deren kokettes Wesen mich ihren Verehrern gegenüber in eine unerträglich würdelose Stellung brachte. Sie hat es aber immer verstanden, ihr Spiel so zu halten, daß man ihr nicht in die Karten sehen konnte. Ich kann wohl sagen, ich schrie nach einem ScheZdungsgrund wie Richard der Dritte nach einem Pferde. Und da schrieb mir einer unsrer gemeinschaftlichen Bekannten nach New Vork. daß Ihr Verhältniß zu meiner Frau dem ganzen Regiment bekannt sei, ja, daß Sie zum Beweise Ihres Sieges sogar gewisse Trophäen vorgezeigt hätten. Ich sage Ihnen, bester Graf, ich hatte Ihnen um den Hals fallen können, wenn ich Sie drüben gchabt hätte!" Graf Bencken hielt mit einem kurzen Ruck sein Pferd an. Sein Gesicht war dunkelroth vor Zorn, er führte mit der Reitpeitsche einen wüthenden Hieb nach einem Zweige, der ihm im Wege war und knirschte: Das ist ja ab eine niederträchtige Verleumdung! Das hat mir sicher niemand anders eingerührt, wie Kamerad von Bock!" Und nun berichtete er wahrheitsgemäß die ganze harmlose Geschichte von den Ballschuhen und erzählte weiter, daß von Bock, der ihn immer zur Zielscherbe seiner Neckereien gemacht, unglücklicherweise einmal iees kostbare Souvenir in einer seiner Schubladen entdeckt und daraushin das Märchen von seinem Liebesglück unier den Kameraden verbreitet habe. Die Betheuerung seiner Unschuld hätte ihm aber so wenig ?duhe vor den übermüthigen Anzapfungen verschaffen können, daß er schließlich alles zugeeben dabe, um nur van den ewigen schlechten Witzen verschont zu bleiben. Es war Ihr Gluck, fchwn er. vah das Gericht Me Klage zurückweisen "mußte, weil Sie kenn festen Wobnsttz mehr in Deutschland hatten. Wenn man meinen. Namen in einer öffentlrhen Verhandlung bloßgcstellt HÄte, so wäre ich. hol' m:ch der DeiöeN nach Amerika gereist, xpreß um Ihnen den Hals zu brechen. Nun, wenn Sie es sz auffassen. Graf, dann bitte , ich. Sie um Aerzei nung." sagte Herr von Norwig ruhig. Sie werden mir zugaben, daß ich in mtmx Lag: nicht anders handeln toiuitc. Uebrigens -pflegt man derglei
chen Scyclmenstück: unter Kameraden doch im allgemeinen nicht so streng auffassen." Oho, da muß ich doch bitten! Ein Graf Bencken wird sich niemals an fremdem Eigenthum vergreifen!" Diese Gesinnung ehrt Sie. Graf. 5vommen Sie, lassen Sie uns Freunde sein! Ich bedaure aufrichtig das MißVerständniß..." Karl Egon Emich schlug, wenn auch etwas zögernd, in die 'dargcdoene Hind ein unld sagte, immer noch lebhaft erregt: Jetzt, da Sie revozirt haben, vergebe ich mir nichts, wenn ich Ihnen auf Ehrenwort versichere, daß zwischen mir und Ihrer Frau Gemahlin auch nicht das Geringste vorgefallen ist, was Ihnen Grund zur Eifersucht geben konnte. Jn Gegentheil, sie hat mich immer entschuldigen Sie den Ausdruck effektiv scheußlich behandelt!" Und glauben Sie nicht, daß sie andren Herren bessern Grund gegeben hat, sich ihrer Gunst zu rühmen?" forschte Norwig vorsichtig. Wenn ich dergleichen von einem Kamera'den wüßte, würde ich ihn selbst-
redend nicht verrathen, versetzte der Gras. Aber ich kann Sie versichern. daß Frau von Norwig im Regiment eo,mso berühmt war wegen ihrer pikanten Koketterie, wie wegen ihrer unerbittlichen Grausamkeit. Uebrigens doch fabelhaft, wie dieses Fraulem Bandemer Ihrer Gattin ähnlich sieht!" Nicht wahr, fabelhaft? Ich war auch vollständig baff, als ich sie zuerst hicr sah." Damit ließen sie den Gegenstand fallen und gallopirten als gute Freunde querfeldein. Meister Hans W. Fink hatte unterdessen seine Arbeit begonnen. Man war nach vielfachen Versuchen dahin übereingekommen, daß die Gräfin vor einer schwarzen Gardine stehend dargestellt werden sollte, das Haupt in stolzer, sreur Haltung etwas nach unks gewendet und die rechte Hand auf einen Tisch gestützt, auf welchem die heilige Schrift und ihr so hochgeschätzter Grolmus sichtbar sein sollten. Als Kostüm war ein hochanschließendes schwarzes Seidenkleid, nebst einem kostbaren Brüsseler Shawl um d:e Schultern, gewählt worden; dazu als Schmuck ein großes Brillantkreuz und im Haar eine Vrillantagrasfe mit einem klemen Federtufs. Das Format war durch das betreffende Gegenstück in der Ahnengalene gegeben: Krnestuck m Lebensgröße. Die Gräfin hatte endlich die richtige Stellung eingenommen und blickte mit starrem Ernst, als sollte sie photographirt werden, nach dem gegebenen Augenpunkt hin. Der Künstler runzelte die Stirn, betrachtete sie eine ganze Weile mit vernichtenden Blicken über m: quer vorgehaltene flache Hand hinweg und dann huschte seine Kohle mit leicht schrapendem Geräusche über die große Leinwand hinweg. Schon nach kaum fünf Minuten stieß die Gräfin einen lauten Seufzer aus und rief in komischer Verzweiflung: Ach du barmherziger Himmel! Das ist doch mehr, als ein armer, schwacher, sündlicher Mensch vertragen kann! Ein Stuhl, ein Stuhl! Mir zittern schon die Kniee. Und Ihr gräßlicher Punkt, Herr Fink, der schwimmt mir schon als wie so'n großer schwarzer Walfisch vor den Augen herum!" Unter großem Gelächter brachte man einen Stuhl herbei und vergönnte der armen Gräfin eine kleine Erholungspaufe. Fink tröstete sie damit, daß sie sich spater sehen dürre, sobald er dre Umrisse festgestellt habe und an die Ausführung des Kopfes gehe. Auch brauche sie durchaus nicht den gratzlichen Punkt" so krampfhaft in's Auge zu fassen. Nach Verlauf erner kleinen Stunde, die durch mehrfache kurze Ruhepausen unterbrochen worden war, erklärte der Künstler die Zeichnung für fertig und gestatte der Grafm sozusagen das Gerippe ihres künftigen Bildnisses in Augen schein zu nehmen. Herr Jemine!" rief die Gräfin lachend aus: So schwarz haben Sie mich gemacht? Wissen Sie, wie ich aussehe? Wie ein Geist im Drillichanzug, der eben durch einen Schlot gefahren ist! Na. ich danke! Wie wollen Sie denn blos die schwarzen Striche nachher wieder wegkriegen, wenn Sie mich austuschen? Ueberhaupt habe ich gedacht, düß so'n richtiger Künstler gleich ordeutlich mit Oel und Farbe zu malen. ansangt. Wenn Sie sich das alles vorher aufzeichnen, dann it es ja gar kci ne Kunst mehr. Der Graf war besorgt, daß sich der Künstler durch die gutmüthig derben Scherze seiner Gemahnn beleidigt fut len könnte und beeilte, sich ihr ausein anderzusetzen, daß auch die beruhmtesten Maler nicht sa ohne weiteres zu tuschen" anfingen. Aber Hanswurstfint war, durchaus nicht gekränkt, son dem rief vielmehr äußerst, belustigt: Frau Grafm haben. ganz recht, man muß es blos können, dann ist eS gar lerne Kunst ntchs. . Die Zeichnung, wurde einstimmig, für gelungen erklärt. Ebe aber mit der Malerei begonnen, wurde, ries man den Grasen ab, und auch Komteß Mane Zg. sich zurück, um nch draußen im Zarten n wenig rn ihrer Hängematte auszustrecken. Meister , Fink blieb also mu derGrafW uitd Vicki ttfatt. Letztere hatte ein Buch herbeigeho.lt.. um . der Mama die Langeweile - der. Sitzung durch Vorlesen zu . verkürzen. Da die grazllche Bücherei nur nen sehr gerrn gen Vorrath an Werken d,schown Literatur der Geaevwart besaß und dieser auch schon zu oft gelesen war selbstverständlich wies .er nur.-Namen w Ebers, Dah, .F?ey!g:.und. den bttmlschen Fritz Reute? auf! Spielha: gen war als demokratisch, Paul Heyse als unmoralisch - auZgeschloffen. . alle übrigen unbekannt!) . so wurde in ven.selteA,en Fallen, wo. n uterarlsch:
Unterhaltung begehrt ward', ' zu 'den
Werken der klassischen Periode gegrifsen. von denen der Vater des Grafen einst eine stattliche Sammlung r,rjt-1 legt oatte. Und unter di?l5:i waren die Lieblinge der Gräfin wiederum nicht die eigentliche Klassiker selbst, son dern vielmehr zwei Damen, welche im Gefolge derselben in die Literaturgeschichte gekommen sind, nämlich: Karoline von Wolzoaen und Johanna Schopenhauer! Komteß Vicki hatte der ersteren unsterblichen Roman Agnes von Lilien" erwischt, welcher bekanntlich einst-für ein Werk Goethes achalten wurde und auch thatsächlich von den feinsten Gefühlen und der erhabensten Lanaeweile strotzt. Mit Todesverachtung und jenem eigenthümlich singenden mecklen burgrchen Tonfall, welcher sich lm pathetischen Bortrage einer blühenden Sprache besonders drollig ausnimmt, jagte sie die ersten zwanzig Seiten hindurch. Sie saß dabei im Angesichte der Gräfin, schräg hinter be? Staffelei. und zeigte so dem Maler ihr überall sanft abgerundetes Profil. Ohne nach ihm umzublicken, empfand sie doch sehr wohl, daß er sie eifriger betrachtete, als ihre Mama; und obwohl dies eigentlich recht tadelnswerth an dem jungen fi?slnn ftinr 5n?lr?ss dnA drtFiir fi zahlt wurde, daß r lich Mit den wurvcooucii Jugen i eines cooeus luniiie- ..,.. v r " r . ' o (rn.,v.3 ? n. I rifch beschäftigen sollte, so suhlte sich Komteß Vicki dennoch durch diese aufmerksam Unaufmerksamkeit sehr qeschmeichelt und außer 'stände, durch ei--nen Wlllensakt die aufstemmde Gluth in ihren Wangen zu verbannen. In holder Befangenheit las sie:- In dieser Verwirrung hielt ich lmmer den Arn? fest, bis er sich von meiner' Hand los machte und meine Tarllc umfaßte. Sie schlug ängstlich die großen Au?en zu ihrer Mama empor,, um zu erorschen, ob diese es auch für anständig halte, daß ein jun!ges Madchen derglei chen in Gegenwart eines jungen Mannes vortrage. Welch em Anblick bot sich ihr da! Sie konnte ein ganz leises Kichern nicht unterdrücken Karolrne von Wolzogen war doch wirklich noch klassisch genug gewesen, um- die. Mama binnen zehn Minuten irr sansten Schlummer einzulullen! Da war kem Zweifel möglich die Zahngarnitur schwebte., doch nein, drucken wrr es poetisch aus: Morpheus' Fahne flatterte stolz vom Thurm! Aber die plötzliche Stille schien der Schlummernden sofort empfindlich zu werden. Sie zuckte leicht zusammen, zog die bewußte Flagge schnappend ein und öffnete mit dem Ausdruck träumenschen Staunens die Augen. Sehr hübsch, sehr hübsch!" nickte, sie. beisallig. Es ist alles so poetisch!"' Und mit verdoppeltem Eifer-,, in einem noch geschwinderen Tenipo als bisher, nahm Komteß Vicki ihre Vorlejung wreder auf: Süßer Moment des Lebens, wo Sinn und Geist zuerst in der holden himmelanstrebcnden Flamme emporfliegen, wie allgegen wärtig bist du einem zartfühlendNr emüth! Ich war anständig erzogen, in der höchsten Reinheit und Keuschheit. des Sinnes und der Einbildung. Dies war der erste Mann, gegen- den. ich meine volle Weiblichkeit empfand.. (Vickis Wangen blühten purpurn.) Ich fühlte mich in seiner Gegenwart von jenem magischen Gewebe umsponnen. das die Blicke der Liebe- zu erzeugen icheinen, und m dem all unser. Thun zarter, feiner und bedeutender wird. Bei seiner Berührung bebten meine Nerven, und eint hohe. Heiugknt schwebte um sein Wesen,, die schauernd meinen Vusen beklemmte.. Im diesemnamenlosen, fußen Gemische der ersten Regungen des Herzens stand ich. sprachlos un& versuchte nicht der lutzen. sewalt. die mich umwand,, zu. entfliehen: Fallen. Sie nicht, lieber Kind.7 sagte. er sanft.... . Hier ließ die Vorleserin das- Buch plötzlich in ihren Schooß sinken,, denn sie hatte von dem Podium her,, auf welchem ihre Mutter thronte, deutlich jene sanfte , Musik vernommen; welche den Schlummer des Gerechten spdarmonisch zu begleiten pflegt.. Sie wolltesich geräuschlos erheben, . als Hans-. wurstnnk ihr lerse. zurief: Ach; bitte;. Komteß, bleiben Sie nur emen-.Augen-. blick so sitzen! So) das Kinn etwas mehr rechts und den Mund' ein kleiir wenig geöffnet." . . Sie aehorchte ohne Widerrede und verharrte unbeweglich m deriangegebenen Stellung, bis der Künstler sie. aufförderte, heranzutreten. . Aaachaft begab sie sich hinter die gro-. Ne LelNkwand und sah culf.den erstenBlick nichts wnter, als einige mlßsar bene Kleckse ind Streifen, welche ner Gewitterwolke ähuUch, : über. dem?. Haupte ihrer Mutter sHwebten.Dage gen hielt Fnck rhr nun.p.Iotzlich ettr kiel nes ..SllzzenlOuch . vor o, Augen; m welchem sie sich selbst -mit überraschen der Aehnlichkeit in leichter Bleisti streich nung dara?stellt sah? mit etwas vorge: beuatem Bücken und uberemand: gt legten Kicreen rm SWHIe: sitzend unÄ lächelnd den Blick, von dem. Blicks tr hebend. Att Herr Fmk," fAsterw sie. Jo schnell, haben Sie das gemacht!. Sehe ich dezrn wirlnc so av& $ Itoefähr teohl 7 mit noch diel. dici reizender, schmeichelte er. Das Komteßchen .?var sehr dciwirrt. 'Meinen Sie wirklich?? stammelte sie. 'ch darf dZ doch wizhZ. bchalten? ) nein, das gehört mir." erwiderte, er. seinen Mund ihrem Ohre nähernd: 'Das verkaufe ich nur sehr, theuer." Nein, Sie werden doch nicht?" sagte Mcki änastlich. ; l TrJfv VvaA WfiM (CT? TrtTs Vr zjirji, vvu avvi vtik Vorzug haben. ES kostet Za nur eine Million so diel haben Sie sich doch 'gewiß schon von Ihrem Taschengeld? A.tlH : - : .(Fortsetzung solg!.
Mr die Küch ' ; Nlerenschnitten. Maa nimmt die gebraten: Niere ebst Nierenfett vom K2lbsn:'erenö?aten und wiegt sie fcln, gibt ein Ei, Salz, Pfeffer, ein wenig Muskatnuß und ein tvenig Rahm dazu und mengt alles zut unter einende?. Hierauf werden Semmel in dünne Schnitten getheilt, diese mit verrührtem Ei öesirlchen, die äftasje auf eine oder die beiöen Seiten gestrichen, mit Semmelmehl bestreut und in hei'ßenr Schmalz herausgebacken (Abt man mit gemischtenr Salat. GeSraten'e Tauben. Mm nimmt junge Tauben, richtet sie her und reibt sie mit Salz und Pfesser von außen und un wenig von innerr ein. Nun macht man folgende Fülle: Man Weicht für zttei Tauben - eine Semmel, in Wasser oder auch hatb Wasser halb Milch ein. drückt sie fest aus, läßt ein Stück Butter vergehen: und darin fein geschnittene Ziviebet und Petersilie anziehen, gibt die Semmel hinein,, röstet sie etwas mit; gibt; das Ganze in eine Schüssel, salzt und' psesfert es, reibt ein wenig Muskatnuß daran, läßt es erkalten, schlägt zn?er Eier hinein und mengt alles gut unter
einander. Nun füllt man die Tauberc und näht sie zu. Hierauf macht man: Butter in einer Bratpfanne heiß, legt die Tauben hinein, 'bratet sie auf' beiden Selten goldbraun, gibt dann eirc wenig Fleischbrühe uud ein Stückchen Citronenschale dazu, bratet, sie' in einerStunde vollends weich und richtet siean. Gibt man mit' Spargeln.. Pflllckerbsen und gelben Rüben, Hopfengemüfe oder mit Salat. K'a r t o f f e l s u p p e- mit Fleischklößchen. Die Kartoffeln werden roh geschält, gut' gewaschen, in- Viertel ge theilt und mit einer Zwiebel oder Por-ree,-Mohrrüben oder Sellerie ziemlich weich gekocht; dann abgegossen,, durch einSieb gestrichen und mit zwei Quart aus Fleisch-Extrakt hergestellter' Brühe mit etwas Butter und Salz zu einer seimigen Suppe verkocht,, die mit fein gewiegter Petersilie und' Pfeffer ge würzt, mit einigen Eidottern abgezo gen wird. Für die Fleischklößchen Nimmt man- ein halbes Pfund rohes Kalb- oder Rindfleisch, befreit es von Haut und Sehnen, wiegt es mit einem Viertel Pfund Nierentalg' oder Mark sehr sein und vermocht es mit zwer Eiern, etwas' Salz, ein wenig gerieoener Muskatnuß, nebst ernem- Viertel Pfund geriebener, in Milch angefeuchteter' Semmel. Lange Zeit nach einer Seite' hin gut verrührt, formt man von der Masse beliebig längliche oder rundliche Klößchen, kocht diese in Salz Wasser auf und gibt sie in die Suppe, die, gut. bereitet, sehr wohlschmeckend' ist, deren Feinheit auch noch durch hin-zugegebene-Spargelstucke erhöht wer den. kann. F.r a n-Z'ö fische K a.xiD f. st I s u p p e.. Ein Quart geschälte.und in. Stücke, geschnittene Kartoffeln.: werden: mit einigen Mohrrüben-, , Sellerie-,. Poree- und Petersilienwurzel-Schei-. den, einem halben Pfund, mageren?. Schinkens, und einem viertel . Pfund.' Butter auf gelindem Feuer, so lange: geschwitzt, bis sie sich hellgelb, zu: farz den beginnen, mit einem LöffetMehl vermischt, mit etwa 2 Quart Bouillon aufgefüllt, das nöthige - Salz.' eine-Prise.-Psefser und etwas 'Muskatnutz. dazu gegeben und langsam weich ge--kocht:. Ist d:es erreicht, so wird 'faSnntlichen Wurzelwerk durch ein! !Haarsie! gestrichen, noch einmal erhitzt -und mitz Semmelkroutons und nicht zu -fein ge; schnittenen blanchirten : Krautern - (Petersille Selleriekraut, Kerbel undrciiu-' gen? Sdlatblättern) angerichtet. Zfische zu schuppen.. Ein-sehr: einfaches, ja entschieden das' einfachsteVerfahren, Fische zu schuppen,, ist fol--gendes: Man lege den Fisch einen Aü-. genblick in heißes, doch nicht 'zu heiße Wässer. Die Schuppen-lassen dann;sehr- leicht los. der Fisch ist'-im AügenbM geschuppt. Besonders Hort man immer die Klage,. dan die' Bariche-so-schlecht zu schuppen seien.- Nach diesem? Verfahren ist 'das Schuppens c&tt? kaum noch eine Arbeit zu -nennet Ä a n i l l e- E r e m e.-. Ein QuartMich oder teffer noch' süßer-Rahm: wird mit einem'Stück 'Vanille-und-T Unzen Zuckee-in-eincr-Messingpfanne-aufgekocht dann tähl gesellt hie??, auf mit sechs Eigelb und eiizm Koch Kffel Stärkemehl, welches it -wenifc kalter Milch glatt: angcrülrt wzrd?. 5n!er alllXäligem Zugieke'L gut vermengt uno'' das gnze auf dem. Feuere bis zum Kochen fortwährend gcrührd der mit.- dem Schneebesen- geMagen bis es dicklich wird. Kuchen darf'die Ereme n-icht unö muß man das' Ruh ,ren forcse'zen, Z!S sie aftu?!? ist. hr mit sich' feint Haut bildet, woraus trcs Vanille hersusgenonimen - und- "cir Crem5 in de? Schale-, in welcher- n?an sie afträgt. kalt gestellt Nd. Man kanw nach Beliebe zwei Eiwe5? zu Schnee schlagen und mit de? C'reme, befco? sie kalte! cjT, vermengen. Auch kann matt statt d.'5 Kochlöffels Starkerrehl ein Eiweih nehmen. Bevor man C?ne auf das Feuer stellt, gibt man st: nöthizenfall durch ein Haar 'k-sieb. . Noch schlimmer. Junge? Student (zu einem älteren Kollegen): .Können S'.e mich vielleicht einem Schneider zuführen, de? mir einen An zug auf. Kredit mach!? Mich kennt hier am Ors leider kein Menscht Kolleaei Und ich werde Tibntn nicht j viel nützen können... ich ken.nt maa l zu gut!'
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