Indiana Tribüne, Volume 18, Number 239, Indianapolis, Marion County, 19 May 1895 — Page 2

Schlimme Verirru::gen

Eine sonderbar: Mode ist unter den jungen Damen der vornehmen Gesell schaft Englands in Aufnahme gekommen. In mehreren Londoner Blä!tern veröffentlicht ein Herr aus der englischen Aristokratie einen Brief, in welchem er die Eltern darauf aufmerksam macht, daß unter den jungen Darnen der oberen Gesellschaftsklasse die ungesunde Grille immer mehr Platz greife, sich, als undrapirte, klassische oder professionelle Schönheit photogra phiren zu lassen. Es wird so heißt es in dem Brief, von meinen Töchtern bestätigt, daß in London und anderen großen Städten Englands zahlreiche photographische Ateliers eröffnet wor den sind, Kelche von Damen mit ttxib liehen Operateuren geleite! werden und welche ausschließlich dieser neuesten Mob:" Rechnung tragen. Meine Frau ist ganz zufällig hinter dieses Geheimniß gekommen, indem ihr beim Aufräumen derKommode meiner Töchier zwei Photographien in die Händl fielen, d angeblich die Göttinnen Andromeda und Aspasia darstellen soll tat. in Wirklichkeit aber die wohlge lungenea Konterftis meiner Töchter in der Pose der beiden Göttinnen waren! In die Enge getrieben, gestanden sie denn auch diese Thatsache ein und gaben zu Zhrer Entschuldigung an, daß - hundert andere ein Gleiches thäten und ijafe ftdes ordentliche Mädchen der Ge sellsch-rft" ein Album mit solchen Pht tographien ihrer Freundinnen haben wüßte! Ich würde mich freuen, wenn mern Warnruf 'den Anstoß zur Unter drüAung dieser Mode" geben sollte. Dnd ich Möchte nicht unterlassen, zu cB HkMinem Nutz und Frommen 'das Büttel zugeben, welches in diesem speziellen Falle von Seiten meiner Frau gewandt wurde. Meine Frnu. zvelche '.immer sehr praktisch ist. verlor keine Zeit eine ebenso .persuative' wie lnsinutrende" Birkenruthe herbeizubringen und damit in so fähiger und kräftiger Weise die Gefahren undNach. theile der' Nudität zu illustriren. daß ich nucht-rnehr darüber im Zweifel 5in, fcafc in'eine beiden Dämchen dieselben vollständig erkannt haben und für 'alle Zeiten, von dieser Grille" geheilt 'sein tverden!" Soweit der gestreng: Herr Papck". Man wird seinen wie: seiner resoluten Gattin Unmuth verstehen können, 'ohne gerade die Anwendung ines solchen Zuchtmittels, an dessen Neberredungsgabe" ja auch die neuere Mdugogik nicht mehr recht glauben wÄl, ZU billigen. 2!ic Frau in Assyrien. Assyrische Frauen werden von ihren Männern, regelrecht gekauft und haben heutzutage.nicht mehr Freiheit, wie in btn -.Tagen des Kadmus, sie werden sogar mit .Ochsen zusammen an .den Pflug gespannt. JSitin assyrisches Mädchen darf sich mit unverhülltem Gesicht auf Jber Stinte zeigen. Wird sie jemals, ,sei es ruch.nur zufällig, von irgend einem Manne, unverschleiert gesehen, so it Gtipt sie kein anderer Mann mehr .zur -Ehe. Wehender Frau, die es sich ieiksnimen ließe, ohne Einwilligung ihres Mannes, jemals eine andere Frau zu besuchen. Die Werbung um eine Frau spielt Pch -zwischen zwei Vätern etwa in tI ender Weise -ab: Ich wünsche eine' von Deinen Tochtern $um .Weibe für meinen Sohn X51nn;" spricht ein Vater zum andern. Dem Begehr ehrt mich und mein Hans'" lautet die Erwiderung XJSIZVIZI UUyiCl AJUt ct'..l.:.i cv"xi . .n a.. ji Jüans Wie M smd!sie?" Eine .ist 'fünfzehn, eine zwanzig und eine fünfundzwanzig." Bonner. 'Zwanzigjährigen und der Fünfnndzwanzigjährigen kann leinf Rede sein, isie -.taugen nicht mehr zum Heirathen. Wieviel verlangst Du für die Kleine'?" Fünf Kameele. röter Pferde, drei Schafe nnd fünfzig Dollars." Bah für ssolchenPreis kann ich huniext andere Mädchen 'haben." Aber kein 'so 'junges " Soviel ich Haben wiU." Mag feilt! Billiger gebe ich sie nicht her" Sagen tötn -titr Kameele." Es bleibt, .wie 'ich gesagthabe." Sei es denn! 'Ich werde zahlend Der Handel töirb -abgeschlossen. Ist ausbedungene 'Preis bezahlt, so zeht das Mädchen -niit diesem Augen blick in die Hand 'des Käufers über. Ä:s dahin aber 'kann es von Jedem, der ein höhereZ Zebot abgibt, erhanttU werden. (5 in Beweis. -Junger Vairc (Kahlkopf): Da lieh nur, liebes Weibchen, was für seine Menge Haare nfer Bengel schon ,auf fcen Ktpfe hat!" Mutter (mir prachtvow Ha): Na, von Dir "fyri ti :V.t nicht" Vater: Aber ich bitu Dich, von wem denn sonst? Alle fyt tt sie von mir; eben darum habe ich selbst keine mehr. Du Rabenmutter hast die Deinigen natürlich herzlos für Dich behalten." Unter . Kolleginnen. 5!ne . bkZannte Sängerin heirathete jüngst. Sie soll ihm alles gebeichtet haben," sagte eine boshafte Bühnenkollegin von 'ihr. Welcher. Muth!" fügte eine zweite hinzu. Und wel- . ches Gedächtniß!" eine dritte. . . , Verkanntes Honneur. Mäxchen (sieht, wie ein Soldat fcea Worgesetzten grüßt durch Anlegen der zöand an die Mütze): Mamachen, ßveshalb machen denn die Soldaten immer blos mit der einen Hand eine tofic yiur ' "

Nesignation. Von Ernst ro:i Feuchteröleben.

Wend' ich auss Vergangne Prüfend mich zurück: Trifft auf schwarz behangne Särge nur mein Blick. -Schau ich in das Heute, . Was gewahr' ich drin? -Alles -Leben deute Auf Verwandlung hin. .- Unerforschter Weiten . Dämmerung verschließt. ' Was in fernen Zeiten Mir bereitet ist. Und fr schiff und. Irak' ich Durch die Nacht dahin; Wo5,1?emuth bedenk' ich. Welchein Nichts ich bin. Laßt uns. was auch dräu?, Weil wir das versteh' Ohne Furcht und Reue lächelnd untergeh'n! "' Zur Beschichte der Mode. Äon .dem Werke Alfred Franklin, Geschichte und Beschreibung des Privatlebens im vergangenen Jahrhundert, sind jetzt zwei Bände erschienen, in welchen ein sehr ausführliches .Kapitel das Thema der Parfümerien .und der Schminke behandelt.. Wir : geben daraus eine Reihe von Anga!bkn, die von allgemeinerem Interesse !sind. Vom 13. Jahrhundert an 'lernte man in Frankreich Stoffe Un nen zum Farben der Haare, serner kosmetische Mittel für die Haut. Salden zur Entfernung von Haaren, Pommaoe sur die Lippen, Zahnremlunqspulver, Wohlgerllche u. s. w. "Die Frauen suchten nach Moschus und .Ambra und malten ihre Gesichter weiß, -roth und zuweilen auch gelb. Sie waren vernarrt in cremefarbiaes 'Linnen und die eleganten Damen .färbten 'sich mit Safran. ?ln das 'Leinen 'legte man Säckchen, die mit !wohlrlechenden Gegenstanden gefüllt -warm. Im 14. Jahrhundert ge'brauchte man namentlich Lawendel -und Veilchen. Goldene und silberne Schmucksachen enthielten Kapseln, die mit Wohlgerüchen gefüllt waren. Im 15. 'Jahrhundert liebte man Veilchen'Pulver, Moschus. Ambra und Essenzen von Orangenbluthen. Rosen und Rosmarin. Im 15. und 16. Jahr'hundert waren sehr beliebt die isolots de Cliypre" (Cypern-Vögel-rhen), die mit Stoffen und Federn der Natur 'nachgeahmt waren und mit Parfümerien gefüllt, in Käfigen am Plafond aufgehängt oder in halb geöffnete Schreine gestellt wurden. Manchmal wurden sie brennbar ge--macht und gleich Räucherkerzchen an -gezündet, damit man sich an dem an--genehmen' Verbrennungsgeruch erla'im konnte. Im 17. Jahrhundert stieg die Vorliebe für Parfüms auf die Spitze. Der Hof gab das Beispiel dazu. ' Man sagte von .Anna von Desterreich. daß man sie mit schönem Linnen und Wohlgerüchen in ,Vvt Hölle "locken könne. Ludwig XIV. befolgt -zuerst das Beispiel seiner Mutter. In seiner persönlichen Geaenwart 'wurden die Parfümerien zubereitet, 'die er in Gebrauch nahm. Alle Gesellschaftsklassen befolgten das von oben gegebene Beispiel und man parfümirte sich schließlich mit einer solchen Wuth, daß die Satiriker der Zeit einen sehr dankbaren ; Stoff bekamen. Mer die Oberherrschaft des Parfüms -nahm schon unter Ludwig Xrv. ein Ende. Der König hatte einmal UngVck mit einem neuen Par fllm, und das 'Parfümiren wurde vom Hofe verbannt. Nach dem Tode deö Königs kam es wieder zur Aufnahme, aber ohne j frühere Ausdehnung zu gewinnen. In jener Zeit gab es eine Menge Bücher über die Parfümerien, deren Zweck es war, nicht blos Wohlgerüche -zu verbreiten, fondern auch das Aeußere der Personen zu verschönern Ein Wer? von Le Fvurnier enthält unter Anderem folgende Mittel: Um die Haare blond zu färben. Um die Haare zu vermehren. Um überflüssige Hnare zu beseitigen. Um das Gesicht schön -und weiß zu machen. Um FlerZen -und Schäden im Gesichte und anderswo? beseitigen. Am das Gesicht einer Person so zu reinigen, zu erhellen und -zu verschönern, daß sie nicht ättn 'scheint als fünfzehn Jahre. Ein Mittel, sich das Gesicht zu. schmin. ken sur die 'Nacht und sich einzureiben, wenn man zu Bette geht." F:olg:ndes ist das ?krept zur Verjüngung auf fünfzehn Jahre: Nimm zehn HUh-ner-Eier -ohne Schale, eine Unze weißen Zrmmt. zwölf Unzen Eselsmilch, mische Alles gut -untereinander, destillire es m einer Retorte. Mit dem Wasser, das daraus entsteht, wasche das Gesicht." Girolamo RusceM, d?r in der Mitte des' 16. Jahrhunderts rn Italien ein Werk Wer die Geheimnisse" veröffentlichte, das in mehrere Sprachen übersetzt wurde und viele Auflagen erlebte, empfiehlt den Bleichsuchtigen zur Erlangung eines frischen Teints folgendes Mittel: Nimm .weiße Tauben und mache, sie fett mit Pinien-Nüssen vierzehn. Tage lang, dann tödte sie, schneide Kopf. Füße mfr Eingeweide weg. siede die Tauben in einer Retorte zusammen mit eine halben Stück Alaun-Zucker, dreihundert . Blättern feinem Silderschlag, fünft-undert Blättern Goldschlag, der Krume von die? Weißbroden in Man Zwilch aufgeweicht, einem Pfund als- oder Ochsenmark und einem Pfund' frisches Schweinefett. Saft Alles bei kleinem Feuer destilliren und Du . wirst em- höchst vollkommenes

Schönheitswasser haben." Die Kunst des Schminkens vervollkommnete sich im 17. Jahrhundert ungemein; Fite

l:eu schrieb 1642, um eine elegante Dame zu schminken, sei eine '.ganze Werkstätte nöthig. Außer verschiedenen Droguen , brauche man Bleiweiß, Sublimat. Spanisches Roth. Maun zucker, Brodkrume, destillirten Essig, Blumenwasser, Bohnenmehl, Ochsenmist. Mandelmilch u. s. w., ein ganzes Haus dvll Flaschen und Fläschchen, Phiolen und Vasen. DerselbeSchriftsteller berichtet auch, daß die seinen Damrn Nachts Masken trugen, die für Schminke eingerichtet waren und die sie anlegten, wenn sie zu. Bett gmgen. Puder und Pflästerchen erschie nen im 18. Jahrhundert und brachten es bald zur tyrannischen Herrschast. Der Graf de Vaublanc, der mehrere Jahre in San Domingo war und 1782 nach Paris zurückkehrte, schilder! das Schauspiel, das ihm die Damen seiner Heimaih boten: Im Auaenblick. roo ich nach Frankreich kam, war ich sehr verblufft über die neuen Moden. Man trug noch viel .Roth und Pflästerchen; , der ausgezeichnete Geschmack der Konkgm hat sie noch nicht vertreiben können. Ueber der Stirn stiegen die Haare empor, sehr gekräuselt, sehr steil, sehr geölt und sehr gepudert. Dieser Kopfputz stieg rechtwinklig empor , und fiel ebenso wieder ab, so daß er em drohendes Aussehen hatte, gleich emer Festung. Um die Mauern zu stützen, brachte rnan aus beiden Seiten und am Hasse große, steife , Ballen an. die ebenfalls stark geölt und gepudert waren; ft waren durch eiserne Nadeln gehalten und hatten außerdem das Angenehme, daß sie unaufhörlich den Hals schmutzig machten. Die Haare am Htnterkops waren ebenfaUs stark geölt und wo möglich noch .mehr gepudert als die anderen Haare; sie waren aufgebunden Zn Flechten oder Strähnen, vder auch in einem RiesenChignon, der den nahen Kleidern und Möbeln Furcht einflößen konnte. Die so ausgeputzte ' Puppe hatte rothe Wangen und einige Schmink-Pfläster-chen. Der gute Ton wollte, daß das .koth sehr dick war und bis zu den unteren Augenlidern reichte. Man glaubte, daß dadurch das Feuer der Augen gehoben würde. Auf dieses Roth hielt man so viel, daß alle Damen eine Schachtel mit sich führten, in welcher Pflästerchen, Roth. Pinsel und vor Allem ein Spiegel enthalten waren, und viele Damen erneuerten ungenirt überall, wo sie sich auch be finden mochten, das Roth ihrer Man gen. Ich vergaß zu sagen, daß eine gebieterische Mode bald alle Damen zwang, den weißen Puder durch rothen zu ersetzen, der einen unglaublichen Schmutz auf Stirne, Hals und Schultern verursachte Dieser Mode mußte sich jede Frau unterwerfen, so hoch sie auch stand. Im Jahre 1743 kam die spanische Maria Theresia nach Paris, um den Dauphin zu heirathen. Man bemerkte mit Schrecken, daß sie sich nicht schminkte. Wahrend der Re:se trug man Sorge, ihr beizubrin gen, daß am französischen Hofe ihr snscher rosiger Teint bleich erscheinen würde und daß sie sich unbedingt särben müßte. Sie weigerte sich entschieden, und da man auf derSchminke bestand, so erklärte sie schließlich, sie würde sich nur schminken, wenn der König, die Köniqin und der Dauphin es ihr ausdrücklich befehlen würden. Es wurde eine Depesche an den Hof nach Versailles geschickt, wo über die Sache ernst . berathen ' wurde. Jedermann war der Ansicht, daß das Bleichgesicht der Prinzessin dem Dauphin Entsetzen einflößen würde. Der Herzog von Richelieu, erster Edelmann der Kammer, erhielt den Auftrag, der Prinzessin die Entscheidung des Hofes mitzutheilen, daß sie sich schminken müsse. Und sie unterwarf sich und schminkte sich. Zugcndspiele und polksEcsundycit. Des Kindes liebste Heimath ist das Spiel.. Waren seine Augen auch noch so trübe, das Spiel macht sie heiter. Aber immer enger und enger zieht sich der Freiheitsring unserer. Kinder zusammen, und wenn sie gleich den Erwachsenen nicht nur der Gegenwart lebten, sondern auch, die Sorge .der Zukunft kennen würden, müßten sie erschrecken. Jede große Stadt ist das Grab der Kinderfreiheit. Jeder neue Bau nimmt einen Spielplatz weg, und das Stadtkind lernt die Wiesen und die großen Tummelplätze, auf welchen die Landkinder in voller Lebenslust die Zeit der Jugend verbringen, häufig nur aus Erzählungen und Büchern. bewundern.. Den Eltern bleibt in der Stadt nichts Anderes übrig, als mit ihren Kindern gemessenen Schrittes durch die Straßen zu wandern ein bitteres Ersatzmittel diese Spaziergänge für junge Füllen, welche nach der Sesselarbeit nach einer vollen Entfaltung ihrer Kräfte lechzen. Von tiefem Mitleid muß jedes fühlende Herz ergriffen werden über die frühzeitig - nervenschwach gewordene Jugend und über die traurige Erscheiung vorzeitiger Blasirtheit. Schon das Elternhaus begeht die ersten Sünden an der Jugend. Anstatt da kleine Wesen, wenn es zum sreien Gebrauch seiner Lewegungsorgane gelangt ist, in eine Kleidung zu stecken.' welche durch Stoss und Farbe sich besonders eignet, die Befriedigung des natürlichen 'Spieltriebes zu gestatten, wird das Aermste in schneeweiße, steife, mit Tollen, Puffen und Schlei fen . reichlich . verset)'Ae Röckchen gepreßt, deren Kürze nicht nur in sani-

iäre? sv.nficnt Bedenken erreaen. weil

sie die Gefahr einer Erkältung an den of: kühlen ommerabenoen erlzoyl, m . t ni " . jonoern aucy nacy oer nitticuen vssciic bin oft abfällia beurtheilt werden muß. Manche Eltern scheinen eben an schon geputzten Puppen meyr Freude zu haben als an körperlich und aeistia funden Kindern. Ge uaiicn ic engen cquye, oic atm statten der Hühneraugen, mit ihren nn- fyj-..-. rn i daö Knochen- und Muskelsnstem des Fußes höchst nachtheilig beeinflussen- ... n .1 nft"j c iv. oen ieizcnauigtn 'aojaijcn oem aiinnc wider Erwarten das Hüvfen und Springen .noch, fo wird ihm die Reiguna hierzu moahchst aenommen wer den, wenn ' es dabei die zarten Strümpfe beschmunt und - die steifen Rüschen und Manschetten zerdrückt haben sollte. Rawrllch ' wird das Kind bald dahin gebracht werden, daß es stillsitzend sich in Selbstgefälligkeit einwiegt, nur Mit Bilderbüchern. Vuvpen und dergleichen spielt und sich naseweis an den Gesprächen der Erwachsenen betheiligt. Bewegende spiele sind sur die Jugend zur Erholung ihres noch schwachen Geistes die zweckmäßigsten und vorzüglichsten, sie imd die natürlichsten und unschuldig Nen Äeronuaunaen. Der Spteltrieb ist dem Menschen von dem Schöpfer einaepflanzt worden, und seine Befriedigung ist gleich der des Nahrungstriebes und anderer Triebe eine Naturnotwendigkeit. Wie weit ist man aber noch davon entfernt, vav diesem Triebe zum Segen des Volkes Raum gegeben werden wird. Das Turnen ist weit Ler Bereich Des bewegenden Spieles hinausgeganzen und führt zu kräftigender Körverbildung, aber die Liebe zum Bewegungsspiele im Volke bat zum Nachtheil seiner körperlichen und geistigen Entwickelung abgenommen. Manche vorlrettticken volkstbumlichen Sv ele sind aus dem 'Leben verschwunden. ihre Namen, aber auch weiter nichts, kennt man noch vom Hörensagen. -Wie werden all die schädlichen ftol, gen, die das stundenlange Sitzen, in den Schulzimmern unbedingt auf Athmungsorgane, Brust. Unterleib. Wirbelsäule und Augen hat, durch die tausenderlei Bewegungen, welche oas piel nöthig macht, aufgehoben. Bewegungen machen den Körver orschmeidig. kräftig und geschickt. Der Blutumlaus wird durch dieselben beschleuniat' der Stoffwechsel befördert und die Lunge erweitert und gestärkt. mx werden die Beme lm schnellen Lauf gekräftigt, dort Arme und Hände durch das sichere und starke Schlagen des Balles gestählt. Gehör und Augenmaß wird in Schulung genommen. Beim Spiel wird Jeder, auch der Schwächste, durch das 5!nteresse des Augenblicks, durch die den Willen des einzelnen Spielers mit sich reißende Beaeisteruna der Menae und das Gefühl der Zusammengehörigkeit veranlaßt, jede Muskel, jede Faser anzuspannen. Niemand kann sich beim Anblick einer spielenden Kinderschaar er lnncht verschieben, das die, Bewegungsspiele dem Körver. der Gesundheit außerordentlich zuträglich sind. Aber auch die Kräfte der Seele werden durch dieselben in Uebung genommen. Die Aufmerksamkeit wird gespannt, die Beobachtungsgabe geschärft, wenn es gilt, den Anschlag des Gegners zu errathen. Ueberlegung und Entscheidung muß sich im Äugenvllcl vollziehen? nur Gelstcsge genwart rettet vor Schlägen oder Gefangenschaft. Beim Spiele schwindet die Ängstlichkeit, und die Schüchternheit wird durch das Begehren, es den Altersgenossen qleichzuthun. derscheucht.. Der Charakter der Kinder offenbart sich beim Spiel am deutlichsten. und im Spiele lernen die Kinder mit einander umgehen. Dabei gibt es keinen Unterschied zwischen arm und reich, vornehm oder gering; nur körperllche Kraft und Gewandtheit, gcistige und sittliche Ueberlegenheit errin gen gewisses Ansehen. Da lernt die Jugend von klein auf gleiches Recht und Gesetz mit einander halten. Da hat sie Brauch. Sitte und Schick im lebendigen Anschauen vor Augen. Frühe mit seinesgleichen und unter seinesgleichen leben, ist die Größe für den Mann. Jeder Ernling verlierrt sich leicht zur Selbstsucht.Flitterwochen. Bon Richard Zoogmann. Ueber Nacht, ich Hab's gemerkt Zog der Lenz mit Tosen ein, Zog mit Nachtigallentriller Und mit jungen Rosen ein. Neckend und versteckend 'sich Huscht ein blaues Falterpaar, Endlich doch zum Hochzeitsfeste Zieht's in die Mimosen ein. Weißt du noch, wie ich mit dir Durch den Garten, durch den Wald Faltergleich dahingewirbelt. Und du singst den Losen ein? Und zum Lohn, daß du mich fingst. Stahl mein Mund dir Kuß auf Kuß-, Schmolltest, grolltest stelltest aber Gern, bald dein Erbosen ein. , , , - ... Heut bist du mein junges Weib, Schlingst den weichen Arm um mich; Wie der Lenz in Lust erblühend Läd'st du mich zum Kosen ein. - i Abgelehnt. .... Du liebst mich nimmer, August, denn sogar wenn ich weine, frägst Du mich rnsfcf MnrnrtT : r.ifr fr n r 11 rn!" v " tv v Ja weißt Du, liebe Amalie, 'die Frage kommt ' mich " immer' 'zu theuer!" .

Vom Klaliberslorche. " " S

Won Edwin Bormann. Der Wettstreit der Dhiere. De Dhiere hatt'n ämal än Streit; Mer heerde 's deepsen weit un breit. Se stridden nämlich bin un her. . Wer?sch Nitzlichste fer'n Menschen war'. .Mir!" rreten oleick de trecken Affen. .Mir sin an ähnlichsten beschaffen! .Radier ich !tär so wiebrde 's ftrcd. .Nach Dausenden zeehlt oft mei Werth!" .Wo schlagt ä Herz so fragte '5 Schwein. .Das Worfcht un Schtnken nich er . frein?" ' Un's Rindvieh brummt': .Wie abgeichmaat! Von wen stammt denn der Fleeschextract?!" Un wie se so von Leder zogen. Da kam was dorch de Lust geflogene ; .Heda. Nreind Storch," so. beü"t de? . und. Gebt br uns Eire Meinunak kund' F!ee sprach der Storch, das dyut , mer Leid, ? & Zum Streiken fehlt mir'sch stets an Zeit. Ich hab', derweil die rrn hier dagen. Ae Dutzend Kinder ausgetragen." Ä'W? Die Dbiere linden Mann fier Mann Die aukden eens da 's andre an; Un alle standen sozesagen Beinahe wie uf's Maul geschlagen. Un Du, aeliebder Leser? Nu? Gibbst Du die Sache gleichfalls zu? Kratz' Dich verlegen nich an Ohr Un bis kee undankbarer Dhor: Wer weeß, villeicht warscht in der Dhat Du eener von den Dutzend grad. ' - Ueberrumpelt. A: ... Ich wollte Dich schon im mer fragen wie bist Du eigentlich zu Deiner Frau gekommen?" Schuhmachermeister: Sehr ' einfach! Ich habe ihr 'mal ein paar Stiefeletten angemessen da kam die Mutter dazu und hat uns ihren Segen gegeben!" Abgeblitzt. Fräulein, ich lernte schon viel hübsche Damen kennen, Sie wären aber die Erste, in die ich 'mich verlieben- könnte!" Sie wären aber der Letzte!" .Der Pantoffelheld. Arzt: Welche Lebensführung ' und Tageseintheilung beobachten Sie, Herr Rath?" Rath: Des Abends bleibe' ich, bei meiner Frau und meine freie Zeit verbringe ich auf dem Bureau." - ' B e ä n g st i g e n d. .HerrDoktot. ich bin Ernstlich krank." .Aber gnädige Frau, was fehlt Ihnen denn? Sie sehen gar wohl aus." Ach. ich habe seit drei Tagen meine Migräne icht 'gehabt.- - : ' . . :

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Ein Daus als Radiator.

Die Eonstruction eines solchen Haufes. das stets in seinen Räumen eine enaenehme Temperatur hat, int Winter wärmer und im Sommer kühler. als die Luft im. Freien ist stets der Wunsch und Traum aller Hygiemsten gewesen. Ein Franzose, M. Earon. behauptet, das Problem in zufriedenstellender Weise gelöst zu haben, indem ihm der Nahmen des Hauses, je nach der Iahreszeit, entweder als Wärme- oder Kälte - Svender dient. Das ganze Gerüst besteht aus eisernen Röhren, in denen beständig Wasser lauft, und zwar warmes im Winter, kaltes im Sommer. Dies Gebäude ist in Ehamouni con struirt worden. Die Röhren sind in dopp-elten Reihen errichtet und so zusammengefllgt, daß-alle, mögen sie die Decke, den Fußboden oder die Wände Caron's Haus.' . tragen, mit einander in Verbindung stehen. Die Bekleidunq besteht aus Brettern, welche an die Planken, die an die Röhren festgeschraubt, angenagelt sind. Das Wasser rieselt nun fortwährend durch dies, Netz von Röhren, ßuerst durch die inneren Röhren, die die Decken bezw. Fußböden tragen, dann kn die äußeren hinein,' welche die Llußenbekleidung halten.' In der wärmeren Jahreszeit wird Quellwasser aus den Bergen unter Druck durch die Röhren geleitet. In seinem kältesten Zustande durchrieselt das Wasser zuerst die inneren Röhren und wird um so wärmer, je mehr es sich der äußeren Umkleidung nähert. Im Winter wird das Wasser zuerst erhitzt, ehe es in die Röhren gelassen wird, nimmt dann wieder denselben Lauf und spendet den inneren Räumen die größteWärme und kühlt sich nach dem Aeußeren hin immer mehr und mehr ab. Die Schnelligkeit des Durchströmen kann nach Belieben regUlirt werden und hängt von dem Wärmegrad ab, in welchem das Wasser das Röhrennetz betritt. Die Heizfläche des Hauses, das einen Rauminhalt von, 5000 Kubik-Iards bat und twa 120 Tonnen wqt, betmat 300 Quadrat-Yards. Jedenfalls ist Mr. Caron gegen jede Feuers-gefahr-gesichert, denn er hat es nur nöthig, ein Ventil zu öffnen, um das ganze Haus unter Wasser zu setzen. Immerhin ist das letztere Uebel von beiden rwch das bessere. Der Washington. Triumpy'Vogcn. Unter imvosanten Feierlichkeiten bat kn New Nork die officielle Dedication des Washington - Triumphbogens stattgefunden. Die Errichtung desselben hängt mit der großartigen Feier, die am 30. April 1889, dem 100. Iahrestaae der ersten Inauguration als Präsident derVer. Staaten, in genannter Stadt stattfand, zusammen. Gelegentlich jener Feier wurde am Fuße der 5. Avenue. an der Nordseite von Washington Square, zu Ehren des VaterS des Vaterlandes" ein Triumphbogen" aus Holz errichtet, der in seinem Entwurf und in der Ausführung so vollendet künstlerisch Schönes bot, daß bald nach jener Feier der Gedanke entstand, das eigenartige Monument zu einem dauernden zu gestalten. Dank der paDer Triumphbogen. triotischen Opferwilligkeit der Bürgerschaft. konnte der Gedanke verwirklicht beiden, und steht nun der Washington Memorial - Bogen" ams prachtvollem weißem Tuckahoe - Marmor da. ' ' Der .Triumphbogen" ist 41 Fuß breit zwischen beiden Pfeilern, er, mißt 22 Fuß bis zur Wurzel des Spannes, 43 Fuß bis zur Spitz: des Bogens und 55 bis zum Cornice". D-e GesammiHöhe, ausschließlich der Statuen, betragt 71 Fuß und die Breite 51 Fuß. Auf der Vorderseite, ist folgende Inschrift angebracht: ; - Errichtet von der Bevölkerung der Stadt New Aork. Zum Andenken an den-hundertsten Jahrestag der Jnau uration von George Washington als erster Präsident der Ver. Staaten." Der Grundstein ward am 30. Mai 1890 gelegt und der Schlußstein am 5. April 1892. Am 1. Juni 1892 waren $126,000 . durch . freiwillig: Beitrage eingegangen, wovon bis, jetzt $123,468 für das Monument verausgabt wurden. ".. ; A m S ! a m m t i s ch. Warum erbleichen Sie so plötzlich?" Mir kam gerade der schreckliche Gedanke, daß ich auch ein T ü r k e sein könnte." , Wieso?" .Nun, bei meine: Nachhausekunft von , m e h r e r r. Frauen empfangen zu .werdet

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ZZcrühmle Todte. In Genf ist der berühmte Natur

forscher Prof. Karl Vogt aus dem Le ben geschieden. Zu Gießen am 5. Juli 1817 geboren, widmete Vogt sich zuerst aus der Universität seiner Vaterstadt medicinischen Studien. Sp2ter lag er in Neuchatel mit Agassiz und Desor naturwissenschaftlichen Arbeiten ob. Nachdem er in Paris. Rom und Nizza gelebt, wurde er im Jahre 1847 als Professor nach Gießen berufen. .w Karl Vogt. In Folge seiner Theilnahme an der Lctvegung von 1848 wurde Vogt sei ner Professur enthoben. Darauf siedelte er nach der Schweiz über und im Jahre 1852 wurde er Professor der Geologie, später auch der Zoologie in Genf. Im Laufe der Jahre erfolgte seine Wahl zum Mitglied des Großen Raths, sowie zum 'eidgenössischen Ständerath und 1873 zum schweizeri schen Nationalrath. In zahlreichen Schriften ist der Verstorbene für die Verbreitung der von ihm vertretenen wissenschaftlichen Grundsätze thätig geWesen. Neben Moleschott und Ludwig Büchner war Vogt einer' der eif" rigsten Vorkämpfer des sogenannten Materialismus! in Deutschland,' auch war er ein entschiedener Anhänger des Darwinismus. Im Alter von beinahe 79, Jahren ist in Wiesbaden der berühmte deutsche Dichter Gustav Freytag aus dem Leben geschieden. Zu Kreuzöurg in Schlesien geboren, widmete Freytag sich den klassischen Studien und habitilirte er sich im Jahre 1839 als Privatdocent der deutschen Literatur an der Universität Breslau. Scine ersten schriftstellerischen Arbeiten, deren Zahl im Laufe der Zeit Legion wurden, da tuen aus dem Jahre 1841. Der DaGustav Frey tag. Hingeschiedene war ein durchaus mo deiner Dichter, der scharfe Gegensätze aus dem Leben aufgriff und die Mißstände der Gesellschaft . aufdeckte, ohne Tendenzreiterei zu treiben. Seine Dramen zeichnen sich durch schwierig: psychologische Probleme: aus. Seine Charaktere sind klar und durchsichtig, seine Sprache fesselnd und natürlich. Durch den Tod Freytag's hat die moderne deutsche Literatur einen ihrer fähigsten Vertreter verloren. Unangenehm. (Der Sohn des Bankiers Goldhei mers steht Posten.) Lieutenant (ibn anschreiend:. Warum präsentiren Sie nicht?" Goldheimer (einen Wechsel desLieutenants hervorziehend und präsentirend): Hier, Herr Lieutenant!" Begreiflich. t ' Veit: Borgeles.was hab' ich gehört, jetzt hast de ja gegewe de Woll doch zu i54 1-2, und ich hab' doch Dein Ehrenwort, daß se mein gehört, halt mer sz e Wort?" v Borgeles: Gott, bin ich denn e Ritter!" ' , " . - - Ein tüchtiges Mädchen. Frau A.: .JHr neues. Dienstmädchen scheint sehr bescheiden und ruhig zu sein! Frau B.: Ja, siehst äußerst ruhig, sie stört 'nicht 'mal den Staub, tvrnn sie die Zimmer reinigt!

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