Indiana Tribüne, Volume 18, Number 232, Indianapolis, Marion County, 12 May 1895 — Page 7

271 a i. ttrt fnmm i stulzrr T?at) Hit üiiscn Plur.cs mancherlei. In diesem Tm:Tnan auch baden soll, Tanze: finden, ringen n.it leben wol." Den 22. dieses Monats schreitet die Sonne in die Zwilling, scvnd warm und feucht, herrschen über des Menschen Schultern, Arm und Hände. In dem Zeichen ist gut Krieg anufahen, bauen, Nägel abschneiden und jagen. Döß Schultern, Arm und Hände artzneyen. Ein Kind, so in diesem Zeichen gebohren, wird Sanguineus, Älut-reich und witzig." Im Mai erweckt die Sonne überall yeheimninvolleS Treiben, Sprießen und Blühen; Wald, Feld und Flur sind in ein Meer von Blüthen getaucht; die Thiermelt ringsum bewegt sich in frohlichein Liebesgctändcl und auch jedes Mcnschcnhcrz fühlt sich zu neuen Hoff, nungen gestärkt. Tie Zcugungskraft der Natur, die sich auf so lebhafte Weise gerade im Mai äußert, die dachten sich die Alten unter den Zwilling?" versinnbild licht. In Indien waren die Zwillinge ein Jüngling, der ein Scepter schwingt, und eine auf der Lyra spie Icnde ' Jungfrau; die Perser dachten sich darunter das erste Men schcnpaar; die Griechen stellten sich die Zwillinge in mehrfachen Gestalten ror; in Kastor und Pollux, Pyladcs und Orestes, Etecklcs und Polynices u. s. w., die Zwillinge sollten einer seits die. Zweitheilung in der Natur darstellen, die zur gegenseitigen Er gänzung dient, und aiß der alles Leben hervorgeht; andererseits dachte man sich in ihnen auch lebenerweckende Ge gensäe. wie Hitze und Feuchtigkeit, 2ag und Nacht, Licht und Schatteu verkörpert. Deshalb wurde das Zci eben der Zwillinge für den Monat Mai in den Tierkreis gesetzt. Am Ausgange des April und zu Anfang des Mai ist abermals eine ge fährliche, spukrciche Zeit. Die Nacht gcister, die Laren und Unholde ziehen wieder über die Welt, um mit den Licht und Wärme spendenden Gottheiten zu Zämpsen. gerade so, wie zur Zeit des Winter-Solstitiums in den zwölf Nach ten zwischen Weihnachten und Neusahr. In den zwölf Nächten vom 1. bis 12. Mai (Pankratius) wird dieser letzte Streit ausgekämpft; um den 12. Mai lassen die winterlichen Eismänner (Pankratius, Scrvatius und Bonifa zius) zum letzten Male ihre Macht fühlen, um die Blüthen zum Erstarren zu bringen. Um diese Zeit feierten die römischen Frauen das Fest der guten Göttin." Tie Nacht vom letzte April zum 1. Mai (Walpurgis) ist die Haupthcxcn nacht auf dem Blorberge. Wotan zieht wieder mit seiner Gode über die Oberwelt; bei letzterer tritt aber der gute, fruchtspendende, wohlthätige Eharaktcrzug mehr hervor wie bei cc Berchta, die mit Wotan in der feisten Rauf nacht" (0. Januar) erscheint. Ihr zu Ehren wicd der Maibaum als Symbol strotzender srühjährlicher Kraftfülle ge setzt. Verschiedene Zeitgebräuche zur Feier des Sommcreinzuges haben Ähnlichkeit mit jenen, die wir um Neujahr beobach tcn konnten. So beispielsweise erinnert die schwarze Prozession" vou Evreux in Frankreich, die im 12. und 13. Jahr hundert üblich war, an das Fest des Narrenbischofs." Maskirt zogen die Ehorgeistlichcn von Evreur in denWald, hieben Acste ab, um die Heiligenbilder im Tome damit zu schmücken, indessen die Domherren daheim auf den Kirchengewölbcn Kcgcl schoben. Alle jene zusammengehörigen Zeitge bräuche, in denen wir heute die Ueber bleibsel althcidnischer Eulthandlungcn erkennen müssen, vertheilen sich jedes mal Über eine längere oder kürzere Spanne von Wochen oder Tagen. Tiefe Bertheilung stimmt mit den christlichen Festkreisen des Weihnachts-, Csier und PstngstfesteS ziemlich genau übercin. Pfingsten, die vom Altmci ftcr Göth: mit warmer Empfindung hervorgehobenen lenzfreudigen Tage, Tage, find ein sommerliches Fest, das dem gcwittcrbringenden Tonnerer zu Ehren gefeiert wurde. Seine zwie spaltige Natur, bald Ncgen spendend, bald Schreck bringend, kommt auch in den mit dem Pfingstfestc zusammen hängenden Gebräuchen zum Ausdruck. Schon zu Georgi (24. April) beginnt das Hcxenwcsen. das sich bald gütig, bald boshaft äußert. Am Jürgcntag vor Sonnenaufgang fangen die Heren den Thau in Grastüchern zusammen, ai:5 deren Enden sie hernach Milch mel icn. Das Pfingstschicßen, mit dem der T"singstsonntag begrüßt wird, dient zur Abwehr der Heren und Unholde. Bor Pfingsten sollen verschiedene Schauer Feiertage ; Bittgänge um Abwendung erntcschädlicher Gefahren werden verein staltet. Der Ehristi-Himmelfahrtstag ist ein gcsürchteter Wettertag. Zahl reich sind die Bolksgebrüuche zu Pfingsien, die sich auf das Begraben des Winters", die Überwinterung des Eis-Wolfes" oder des bösen Trachen" l Georg der Trachcntödter) beziehen. Pfingstbäume werden aufgerichtet; Umtritte finden statt. Für die alten Heiden in ihren Wäl dern war es ja seh? naheliegend, im Mai, wenn alle Bäume in Blüthen und iungcn Blättern prangen, die Ber mäblung ihres Allvaters Wotan mit Frcia anzusetzen und die Wintcrnoth als überwunden-zu betrachten. Der kleinste Strauch schmückt sich im Maien. Roßkastanien, Buchen, Linden, Rüster, zuletzt Eschen. Ahorn und Nußbäume bedecken sich mit Blättern, sodaß gegen Ende des Monats die Belaubung der Bäume vollendet ist. Ter Mai soll sein kühl und naß, dann füllt er Scheun' und Faß." Zu meist fallen Mitte Mai Kälterückschläge ein, die in der ungleichen Erwärmung der Erdoberfläche ihren Grund haben. Ucberhaupt ist auch der Mai häufig Schwankungen in der Temperatur aus keZetzt. weshalb es .rathsam erscheint.

sich nicht zu leicht zu kleiden. Im Essen und Trinken sei man mäßig und Härte den Körper durch kalte Waschungen in geeigneter Weise ab. Ansonsten haben die Alten auf den Urbani-Tag (25.) viel als Todestag gehalten", insonderheit was das Eedeihen des Wcinstockcs anbetrifft: Pat Urbanstag schön Sonnenschein, Bcrspricht er viel und guten Wein. Auch heißt eö: Tanket St. Urban dem Herrn, Er giebt ja dem Gctreid' den Kern. Merkwürdiger Weise wird auch ein Tionysius an diesem Tage gefeiert; derselbe war Bischof zu Mailand zur Zeit Konstantins und erinnert an den Wcingott Tionysos. Ter Bischof ürbanus wird mit einer Traube abgebildet. An seinem Tage wurde in vielen Crten früher sein Bildniß in öffentlichen Aufzügen herumgetragen. In Nürnberg soll Dieser Umzug noch im 17. Jahrhundert stattgefnnden haben. Boran ging ein Stadtdiener, dem folgten Musikanten mit Sackpfcifcn und Schalmeien, hier aus kam ein rothgeklcideter Mann mit rundem Hute-, einen jungen Fichten bäum tragend. Taan kam Urbanus selbst, auf seinem Rosse hin und her wankend, ihm zur Seite ein Mann, der ihn zu stützen schien und enen sil bernen Becher trug, aus dem UrbanuS zeitweise einen Zug that. Im Monat Mai soll es nicht gut sein, in den heiligen Stand der Ehe zu treten; in Frankreich und Schottland soll sich dieses Vorurtheil selc lange, selbst in höheren Ständen erhalte haben; das kann vielleicht daher kommen, daß der Mai die Zeit der männcrfeindlichen Maifrau", der bona Iea ist. Aber den Kindern, die im Mai geboren wer den, ist kein schlechtes Horoskop gestellt. Item, wurde dann ein Kind geboren in der Stund' Merkurii, es würde ein Meystcr was eS lernet und ist leichtes Muatus und unstäter Wort; wann sein Sinn seyend beweglich als der Lufft und gewinnet Kind genuag." Ter alte Kalender.Praktikus räth 'im Mai ! In diesem Monat soll eine Sanui ncus Ader lassen und diese Laricrung einnehmen: Jungen Wermut, Engel süß und Annis, in Ziegen-Molken ge kocht, früh trinken. Auf die Nacht kann man jungen Wermut und Pillulen pestilentialibus einnehmen. Rind Kövff und Füß scynd nicht gesund zu essen, Lümmcrfleisch aber und frische Butter dienet zur Gesundheit. Baden in diesem Monat ist rathsam. woraus man die Brust und das Haubt mit kla rem Wein und Milch befeuchten kann, weilen solches zur Gesundheit dienet. Meide den Zorn, sintemalen davon der Schlag herrühret: Brauch noch Artzney und lasse Blut, Tas Baaden ist jetzt auch sehr gut; ZK leichte Speiß, die grobe schadt. Die Uebung jetzt viel Nutzen hat. Viel Kräuter-Baad sind der Zeit gut. Nach Aderlaß wächst frisckes Blut. Meid' Zorn, böse Fisch und Fleisch dabey; Jsop, Wermut magst brauchen frey, Negeln, Zimmet, Rosmarin fein Nutzt in der Speiß und guter Wein. Tie Lufft mutir, wer es kann haben, Salbcy, Wermut kann nicht schaden. Gin moderner Llbentcurer.

Ein in den Straßen von San Fran ?i?co vielgesehener und wegen seiner abenteuerlichen Geschichten in allen dor iigen Kreisen wohlbekannter junger Mann hat zur Zeit ein unfreiwilliges Quartier in einer der Zellen des Stadt gefängnisses gefunden. Seine intime Beziehungen mit einer indianischen Schönheit haben ihn in eine zu nahe Berührung mit einem notorischen Lang singer gebracht, und er wüthet jetzt in seinem engen Raume wie ein Berserker über das Geschick, das ihm, dem Krie ger. die Schande anthun mußte, von solchen ganz gewöhnlichen Eivilbehör den eingelocht zu werden. Seine Herz, allerliebste tlzcilt das gleiche LoS und befindet sich ebenfalls in einem der Ge mächcr des weitläufigen Gebäudes. Ja, wenn es nach ihm ginge, so würde er sich sofort nach feiner Angebeteten durchschlagen, die Gefängmßwärter über den Haufen siechen und mit der Befreiten in die unzugänglichsten Ge birge entfliehen, wo sie den Schergen der Staatsgewalt trotzen könnten. Das wäre wieder einmal so etwas nach seinem abenteuerlichen Geschmack. Aber es hat nicht sollen sein," denn zwei Hauptdinge fehlen ihm dazu, die Frei hcit und sein Schwert. öo muß er denn für das erste noch über die Lau ncnhaftigkeit und Veränderlichkeit deS Schicksals nachdenken und weiter mit demselben hadern. Dieser junge Mann nennt sich Iran cis. l'eo. G. Hardcn ist von Handwerk fahrender Krieger, und war einst könig lich grcßbritannischcr Lieutenant der Flottenrescrve. Sem Glück sucht er sich mit seinem blanken Schwert und seiner phantastischen und farbenreichen Uniform zu erjagen. Vor ungefähr einem Jahre wurde der Stadt San Francisco die hohe Ehre zu Theil. Har den in ihrem Mauern aufnehmen zu dürfen, und zum Dank dafür über schwemmte er die Stadt bald mit einer solchen Fluth von abenteuerlichen Ge schichten, die er alle zu Lande und zu Wasser erlebt hatte, daß er in kurzer Zeit unter dem Namen: Der ullmach tige Harden" bekannt war. Stunden laug konnte er dasitzen und von seinen Eroberungen erzählen, die er im Dienste des Mars und der Venus gemacht hatte, und obwohl dieselben Geschichten bei jeder Wicderholung ganz verschieden lauteten, so hörte ihm doch Jedermann gern und gespannten Ohres zu. Nicht zum Wenigsten weiß er den Leuten auch durch sein lcußercs zu imponiren. Von Natur aus ein hübscher Kerl, mit einem jugendlichen, sa't kindlichem Gesichte, mit offenen blauen Augen und brau nem Lockcnhaar, sucht er seine elegante Fizur durch eine kleidsame Unisorm

noch mehr zum Ausdruck zu dringen, seine Brust ist von einer Anzahl Me daillen bedeckt, von jener Art, wie man sie zu Dutzenden vor den Fenstern der Pfandhäuser liegen sieht. Stets hat er sich sein Schwert umgürtet, ohne dasselbe scheint er .nicht leben zu. können. Während einer Kreuzerfahrt, die Hardcn auf einem englischen Kriegs schiffe im Jahre 1899 an der Küste von Südamerika mikmachte, brach gerade einmal wieder eine Revolution in Ar gentinicn aus, und er erbat sich sofort den Abschied, um eine Offizicrstclle in der Jnsurgentenarmee anzunehmen. Ter bekannte Jack der Rippe?" ist noch ein Waisenkind im Vergleich zu unserem alles vor sich niedermachenden Harden. Wo nur immer er mit sei nem Schwerte herumfuchtelte, da er griff bleiches Entsetzen und bange Furcht die feindlichen Reihen und alles riß aus. Und als sich am Schlüsse des Krieges eine bedenkliche Abnahme in der Zahl der Bevölkerung herausstellte, da war dies einzig und allein dem furchtbaren und niefchlenden Schwerte Hardens zuzuschreiben. Im Septcm der 1890 kehrte er wieder nach England zurück, wo er gleich in den ersten Ta gen seiner Ankunft sieben Personen unter einem halben Dutzend thut er es nicht vom Tode des Ertrinkens ret tetc. Für diese brave That, erhielt er eine werthvolle Medaille, die ihm aber leider abhanden gekommen ist. Ganz San Francisco kennt diese Rcttungs geschieht? und ist voll davon. Ein mit 7 Leuten besetztes Boot war bei einem schweren Sturme zum Sinken gebracht. Kaum sah dies unser brave Lieutenant, so stürzte er sich mit Hinantsetzung des eigenen Lebens in die aufgeregten Wo gen des. empörten Oceans, nahm zwei der mit dem Tode Ringenden auf den Rücken, einen derselben zwischen seine Zähne, ergriff zwei mit seinen Händen, packte die beiden letzten mit dergewalti gen Muskelkraft seiner Zehen, und ruderte nun mit seiner ganzen La dung durch die haushohen Wogen an's Ufer wo er von dem nicht endenwollen den Jubelqefchrei einer nach Hundert taufenden zählenden Menge empfangen wurde. Nach Vollbringung dieser Helden that reiste er, um den vielen Lobescr Hebungen, mit denen ihn England überschüttete, aus dem Wege zu gehen, nach Ehile, wo er sich der bedrängten Sache der Insurgenten annahm und denselben seine fürchterliche Waffe zur Verfügung stellte. Er nahm einen so hervorragenden Antheil an den vcr schicdcnen Schlachten, daß die Führer der Revolution auf ihn eifersüchtig wurden, und dies sowohl, als auch, daß die Gattin des commandircnden Gcnerals in heißer Liebe zu ihm cnt brannte, zwang ihn dies Land kurzer Hand zu Verlassen. Er wurde wegen Bcrraths angeklagt und wäre wohl er schössen wo den, wenn er sich nicht bei Zeiten aus dem Staube gemacht hätte. Trotzdem wagte er es noch zweimal bei Nacht und Nebel, die chilenischen Grenzen zu betreten, um die tiefgcknicktc Gcneralsgattin in ihrem Herzenskum wer zu trösten. Das zweite Mal war jedoch der Gene ral. der Wind von der Sache bekommen hatte, auf seiner Hut, und Harden ward mit einer Rcvolverkugel begrüßt, die ihm, zu seinem großen Leidwesen, seinen ganzen Stolz, seinen wohlge pflegten Schnurrbart, von der Ober tippe fortrasirte. Tas kühlte seine Liebe so sehr ab, daß er sich vornahm, nicht wieder nach dem undankbaren Ehile zurückzukehren. So wandte er sich nach Honolulu, wo er mit einem Tutzcnd Eingeborener eine Revolution ins Werk setzen wollte, aber sofort sei tens der Regierung des Landes verwic scn wurde. Hierauf ließ er die Samoa und Fitschi'Jnseln der Ehre seines Be fuches theilhaftig werden, doch sein all. zu kriegerischer i)cus war ihm voraus geeilt, und er wurde dort freundlichst ersucht, möglichst bald von der Bild fläche zu verschwinden. Gewiß wird er eines Tages nach je ncn Eilanden mit einer Schiffsladu'.lg Tynamit zurückkehren, um sie für ihren Undank und die schnöde Behandlung, die man ihm dort bat zu Theil w.'rden lassen, zur Strafe in die Luft z:l bla''cn. So ging er wi.dcr nach Hono 'ulii, und von dort nach San Fran iZ.o. Eine l. n.ze Zeit bcstand sein .in-ilcs 'rgnligcn darin, seinen Sä. cl auf dem Straßenpflaster rasseln zu lassen, und den andächtigen Zuhörern seine bluttriefenden Erlebnisse zu er zählen. Bald kam aber wieder die Eelegcnhcit, sich im Dienste des Kriegs gortcs und der Liebcsgöttin zu bewäh rcn. Miß Charlotta Rosa Eahoosa. ein Kind reicher merikanischer Eltern, war mit denselben zum Besuche der Midwinter Fair" nach San Francisco gekommen. Hier lernte die bildhübsche und erst 19 Sommer zählende Miß Rosa einen gewissen John Kalmi, einen Vollblut Hawai'cr, leimen, in den sie sich sofort bei ihrem sehr em psänglichen Karaktcr sterblich verliebte, womit auch der Mann von Hawai ganz' einverstanden war. Da erschien plötz lich unser Hardcn auf dem Schauplatze und er wußte bald das kindliche Ge mütb von Fräulein Rosa durch die Erzählung seiner Heldenthaten zu Wasser und zu Lande, sein klapperndes Schwert und seine schimmernde Uni form so für sich einzunehmen, daß sie ihrem Hawai'cr den Laufpaß gab und sich wiederum sterblich, diesmal, in un scrcn Lieutenant verliebte. TaS gefiel dem Hawai'er nun ganz und gar nicht und er schwor demBcrnichtcr seines Lie besglücker blutige Rache, die er auch eines Tages ausführte, in dem er Har dcn's Nase entsetzlich verarbeitete. Harden griff sofort zu seinem treuen

Schwerte und eö wäre noch mehr Blut. geflogen, wenn die Herumstehenden die beiden Kampfhähne nicht von ein endcr getrennt hätten. Ich treffe Dich Hund schon wieder, brüllte Harden in seiner Wuth, und Tu kannst Ti versichert halten, dann zerhacke

ich Xern verz zu 'urilsielic?.

Um dreier unangenehmen Operation zu entgehen, schlug der Hawai'er vor, den Streit ohne Waffen und nur mit den Fäusten auszufcchten. Harden ging darauf ein und versetzte dem Kalmi im sechsten Gänge einen so wuch iigen Stoß in den Unterleib, daß der selbe sich für besiegt erklärte. Dann verschwand Harden aus der Oeffentlich seit, und zu derselben Zeit auch Miß Rosa' bis ihn endlich seine Freunde in einem entlegenen Stadtthcil entdeckten, wo er ganz zurückgezogen mit Miß Rosa lebte, so zurückgezogen, daß selbst die Eltern der jungen Dame keine Ahnung von dem Aufenthaltsort ihres Töchter chcns hatten. Hier machten die Leute die Bekanntschaft eines eleganten Herrn, mit ?!amcn Paterson, der mit ihnen in demselben Hause wohnte. Tie beiden Männer traten sich einander näher, und wahrscheinlich wußte Hardcn, ehe die Polizei dahinter kam, daß Paterson, der eigentlich Sullivan hieß, ein pro sessioneller Dieb war. Vor Kurzem wurde Sullivan auf frischer That er tappt und als man seinen Wohnsitz er fuhr, wurde Harden nebst seiner Ge liebten ebenfalls dingfest gemacht. Man will sie jetzt als Zeugen gegen Sullivan auftreten lassen, aber Beide behaupten steif und fest, nichts von dem verbreche rischen Treiben Sullivan's zu wissen. Irgend eme Anklage konnte gegen sie nicht erhoben werden und so wird man sie wohl bald, wenn man eingesehen hat, daß sie keine Komplizen ihres Hausbewohners gewesen sind, wieder auf freien Fuß setzen. Unterdessen wächst die Wuth des eingesperrten Kriegers mit jedem Tage seiner Haft. Wehe dem armen San Francisco, wenn er ferner Fesseln wie der ledig ist und sein schreckliches Schwert von Neuem zur Hand nimmt. Dann werden, wenn er seine Drohun gen wirklich ausführt, die Straßen von Blut roth gefärbt und die einst so blühende Stadt m Schutt und Asche verwandelt werden. Erdbeben in Wien. Im Hinblicke auf die jüngsten Erdschutterungen maq es wohl am Platz? sein, darauf hinzuweisen, daß die Stadt Wien in früheren Zeiten wiederholt von derartigen Katastrophen heimgesucht worden ist. .Das erste bekannte Erdbeben auf Wiener Boden fällt in das Jahr 1201 auf den 4. Mai. Die Eyronik berichtet hierüber mit den kurzen Worten: Wienn ward sehr erschüttert." Die sechziger Jahre des 13. Jahrhunderts waren reich an diesen Heimsuchungen. 1433 heißt es kurz: litt Wien vor Erdbeden", und im Jahre 1560 erfolgte dies Ereigniß als Abschluß eines heftigen U: Zwitters. Das , heftigste Erdbe das Wien je empfunden, war am 15. und 16. September 1590. Um 5 Uhr Nachmittags erschütterte der erste Stoß die ganze Stadt. Dies wiederholte sich bis Mitternacht und nahm so an Heftigkeit zu, daß kein )aus in Wien unbeschädigt blieb. Alles brachte die Nacht im Freien zu, aus der kaiserlichen Burg flüchteten Herzog Ernst und dieKönigin-Wittwe von Frankreich nach Ostermairs Garten vor der Stadt, starke Gewölbe fielen ein, im Gasthofe zur goldenen Sonne" beim Rothen Thurm erschluen die Trümmer die Wirthin, ihre Tochter und zwei Dienstmädchen sowie fünf Kaufleute, der Wirth entfloh im Hemde, der Hausknecht, der im Erker schlief, stürzte mit demselben auf die Straße, ohne sich zu verletzen, das Haus war ganz zerfallen. Die Kirchthürme litten am meisten; der Jesuitenthurm stürzte ganz zusam men, vom Michaelerthurm fiel der obere Theil herab, die Trümmer des' Schottenthurmes schlugen durch daö Kirchdach, vom Stephansthurm heißt es: er befindet sich dermassen zerrissen. das kein Stein recht mehr auff dem andern steht, und wann er nit so voller Eyserner Stangen vnd mit Pley verrenket vnd eingegossen, were er gewißlich gar eingefallen, wie er dann auff einer seyten hangt und davon stuck ganzes Zentner vnd mehr schwer Heraboefallen. Disen Thurm wolt man gar abtragen lassen, so wollen sich jedoch die Werckleut vnd Mawrer nit vnderstehn zu wissen, da es aber jhe möqlich were, schätzt man die vnkosten auff 300 M. guldin." In diesem Jahrhundert fanden Erdbeben im März 1833, Januar 1873 und Juli 1876 statt. Ein Zusammenhang der Erdbebenerscheinungen mit der Donau zeigte sich nur im Jahre 1768. Der Strom trat Abends nach dem am Morgen erfolgten Erdbeben au? dem Ufer und überschwemmte die anliegenden Vorstädte, während gleichzeitig in der Umgebung des Schneeberges zahlreiche Bäche sowie die Schwefelthermen Badens versieaten. Nlleö umsonst. Dem Hrrn Nentbeamten ist vom Arzte verboten worden, viel Bier zu trinken. Er nimmt sich vor, dieses Verbot möglichst zu respectiren. Um seinem Vorsatz ab:r leichter treu blei den zu können, ruft ihm s:in: Gattin jedes Mal. wenn er am Stammtisch sitzt, von Zeit zu Zeit telephonisch zu: Trink' nicht zu viel, Peter!" An sangs geht der Herr Kentbeumte stets geduldig an's Telephon, um die Mah nung der besorgten Gattin zu vernehmen schließlich aber reißt ihm doch ie Geduld und e? sagt zum Kellner: Fritz, wenn wieder nach mir telepho nirt wird, dann rufen Sie zurück: Ja, ja. Tonerl!" und bei der Ge. legenheit können Sie mir jedes Mal ejne frische Maß mitbringen!" ArmerKerl. Z:r FeigeleS ist ja freigesprochen worden wegen mangelndem Beweis." , Gott, bei dem manelt's'aber auch an Allem."

t Mit Orizinalzeichnunzen von Joh. Bahr. Von allen Institutionen Gewährt verliebten Leuten, Die ferne von einander wohnen. Die Post die meisten Freuden. Doch nützt sie nur durch Jnnehaltung Der Sätze .der Reichspostverwaltung. Sie gab den. dilligen Tarif. Sie scheut nicht Müh noch Plagen; Wer trotzdem nicht frankirt den Brief, Der muß die Folgen tragen. Dies z:igt uns das Erempe un Von Adelheid und Adolar. Drei volle Tage war es heut, , Daß sie sich nicht gesehen. Was kann in solcher langen Zeit Nicht alles da geschehen! Es war nicht länger aufzuschieben, Darum hat Adolar geschrieben. Die größten Logen Briefpapier, Die irgend aufzutreiben, 'nen halben Liter Tinte schier Verbrauchte er beim Schreiben. Und alles, was sein H?rz bewegte, Getr;?llich er drin niederlegte. Die Trennungsqual, den Sehnsuchtsschmerz: ! Zwölf engbeschrieb'ne Seiten Genügten kaum, sein volles Herz Darinnen auszubreitm. Manch heißen Seufzer flocht er ein, Manch heiße Thräne fiel hinein. Dann ein Postskriptum, einen Kuß, Couvert (rosa natürlich). Fünf Siegel drauf zum Ueberfluß, Adresse, recht ausführlich, -Und als Bekrönung klebt er auf Das Werk 'ne Groschenmarke drauf. Doch sollt' der Brief noch heute mit Dem Zug. da gab's kein Rasten, . Drum trug er ihn mit schnellem Schritt Zum nächsten Postoriefkasten. Wirft einen Blick aufs Meisterstück Und-überläßt es dem Geschick. Jedoch der Postbeamten Heer Hat es sogleich gespürt Der Brief ist wohl genügend schwer, Aber ungenügend frankirt; Man mächt in riesengroßer Schrift 1 Ein 20" drauf mit blauem Stift. M Adelheid den Brief empfing Und Strafe zahlen sollte, War ihr Erstaunen nicht geringe Sie sprach, indem sie schmollte: Wer mit mir will correspondiren. Kann seine Briefe auch frankiren!". Man schickt den Brief, o Mißgeschick! Zurück zum Abgangsorte, ' Darauf mit schreckerstarrtem Blick Las Adolar die Worte: Weil nicht franlirt genügend, hat ih Nicht acceptirt die Adressatin.' .Weh!" rf er aus. von Gram verzehrt. Mein heißes Liebessehnen Ist ihr nicht zwanzig Pfennig werth, Sammt meen heißen Thränen!

Z?cr Licbcsbricf.

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ftahr hin! Faor hin. harthcrz'ge im

iL'faio, Nie sei ein Wort dir mehr geweiht!" Es schwinden Ideal und Haare, Es schwindet Liebesleid Und Liebeslust im Lauf der Jahre, Und Adolar ist heut Ein eingefleischte? Weiberhasser Und Haaestolz vom reinsten Wasser. Auch Adelheid hat längst den Lenz Der Jugend überschritten. Seitdem sie die Eorrespondenz So jähe abgeschnitten Den leeren Platz im Herzensschrem Nimmt jetzt em Affenpmtscher ern. Drum merket euch die düst're Lehr'. Wer den Tarif nicht -achtet, Und seine Briefe stets mit mehr Als nöthig ist, befrachtet, Der büßt dafür wie seinerzeit Der Adolar, die Adelheid. Mit einem Zlluminiumohr. In dem Queen's Hospital zu Birmingham, England, hat ein Patient Heilung gefunden, für den nicht nur die Arznerwissenschaft sondern auch die Technik viel gethan hat. Der Mann, welcher bereits 63 Jahre zählt, litt an einem Epitheliom der linken Ohrmuschel, so daß dieselbe zum größten Theil Der Mann mit dem Ohr von Aluminium. abgeschnitten werden mußte. Sodann wurde von dem rechten Ohre ein Gypsabguß genommen und nach diesem ein Ohr in Wachs geformt und dasselbe in Vulcanit und Aluminium ausgeführt, worauf es in Uebereinstimmung mit .der Hautfärbung emaillirt und'lackirt wurde. Nach Heilung der Wunde wurde das künstliche Ohr mit einer Lösung von Mastix in Alkohol an dem Kopfe desMannes befestigt und dieser kann jetzt so gut hören, wie früher. Daß er ein Metallohr hat, ist Niemand zu sehen im Stande. AuS alter Zeit. Alles ist schon dagewesen, auch in der Mode. Die Ballonärmel von geradezu ungeheuerlichem - Umfange, welche zur Zeit das Entzücken der Damen bilden, waren schon unseren Ellenbogenraum. Großmüttern bekannt und forderten damals denselben Spott heraus wie jetzt. Vorstehende Illustration ist die Reproduction einer Earicatur, die seiner Zeit von dem berühmten George Cruikshark gezeichnet wurde. Verschiedenes Tempo. Man geht in das Colleg hinein, Man fliegt zu schönen Damen; Mann rennt zum B::r, man stürzt zum Wein, Man fällt durch das Examen. Vorsichtig ausgedrückt. Nun, was sagen Sie d7nn zu dem Spiel von, Fräulein Jda?" Hm. die Noten scheinen mir sehr v::druc!t IVL sein!" Variante. Dame (im Ball, saal): Ooh. Sie haben mich auf den Fuß getreten!" Herr: Bedauere. Gnädige ab:r in so einem Gedrängk muß man schon ein Hühnerauge zu drücken!" Aus dem Gerichtssaal. Nichter: Haben Sie schon mal mit den Gerichten zu thun gehabt?" Zeugin (verschämi): .Jawohl! Ich war Imal mit einem Gendarm ver-lobt!"

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Von St'p zan Milan. Nur flüchtig ist der Liebe Glück; Es rechne Keiner in di: Ferne Und keiner schaue bang' zurück. Versanken seines Himmels Sterne. Einst fassest du es selber nicht. Daß du so heiß nach mir gerungen. Daß wir, voll Lieb:. Glück und Licht, So weltvergessen uns umschlungen. Ich aber klage dich nicht an Und trage stumm des Schicksals Walten Wenn unerbittlich mir zerrann. Was nimmer, nimmer festzuhalten. Ob all die Tage, goldumsäumt. Mir nichts von treuer Dauer brachten: Da ich geliebt, gehofft, geträumt. Was sollt' ich als verloren achten? Charakter und Zarben. Die Gräfin Talmont sprach einst ihre Verwunderung darüber aus, daß die Marquise von Lafare auf einem Eliteballe in einem schreiend roth:n Kreppkleide erschien. Das finde ich ganz begreiflich," erklärte der berühmte Schriftsteller Honor6 de Balzac und lachte boshaft. Man müßte das menschliche Herz nicht kennen, wollte man sich darüber wundern, daß eine Dame, w die Marquise von Lafare, diese ssarbe zu ihrer Toilette gewählt hat! Jeder Charakter oder, wenn Sie wollen, jed:rGeist wählt sich eine Farbe, die ihm analog ist. Sie können. Frau Gräfin, mit ziemlicher Bestimmtheit bei den Frauen, welche orange-, amaranthoder granatfarbige. goldgelbe, saftoder zeisiggrüne Kleider tragen, auf ein störrisches, eigenwilliges oder zänkisches Wesen rechnen. Trauen Si: denen nicht, welche Violett lieben, noch viel weniger dnen, welche stets helle Hüte tragen, aber vor Allem meiden: Sie diejenigen, welche sich stets und mit Vorliebe schwarz zu kleiden pflegen. Die schwarze Farbe wird mit Recht ein: kabbalistische genannt; man muß sich wirklich gern den düstersten, unglücklichsten Gedanken hingeben, um sich mit schwarzem' Flor und Flitter aufzuputzen; aber gerade solch' verdüsterte. Menschen- sind wie versessen aus dies: Couleur und mißgönnen jedem Anderen ein helles Colorit. Weiß ist di: Farbe der Charaktere, die keinen Eharakter haben: Frauen, die meist und viel Weiß tragen, sind fast all: coquett:. Erinnern Sie sich, was man von der Kaiserin Josephine, von Madame Tallien. von Frau Recamier erzählt? Diese Damen erschienen immer und überall in Weiß. Rosa wird mit Vorliebe von den Frauen gewählt, die ihre Dreißig und darüber zählen. Junge Mädchen von fünfzehn Lenz:n wollen höchst selten diese Farbe tragen. Sie ziehen meist dunklere Farben vor. aus keinem anderen Grunde, als nxil sie den vornehmen Ton noch nicht k:nnen und weil die Jugend, aus Mangel an Nachdenken und Erfahrung, die Welt immer im falschen Lichte si?ht. Im Allgemeinen denn merken Sie wohl auf, Frau Gräfin, mein System hat. wie alle, seine Ausnahmen im Allgemeinen sind die Frauen, welch: Rosa den anderen Farben vorzieh:n, stets munter, geistreich, äußerst liebenswürdig, ferner lebensfroh und gut umgänglich und haben nichts von der eckigen, 'grillenhaften, meist boshaften Laune, die uns an den Dunkelgekleioeten so sehr mißfällt. Himmelblau ist die Farbe der schönen", Frau: Himmelblau liebt man in jedem Alter, und jedem Mter steht es gut dem Kinre, dem man sein Zöpfchen mit Himmelblauem Seidenbändchen umwickelt, dem jungen Mädchen, das seinen Strohhut damit garnirt, der Frau, die ihr onntagshütchen damit schmückt, und selbst dem schneeigen Haupte Großmütterchens für die Kirchenhaube. Diejenigen. welche die Farbe des Himmels wählen, sind meist sanft und nachdenkend. Perlgrau ist die Farbe derselben Naturen, wenn sie traurig oder unglucklich sind. Man g:ht rosenroth oder 'hellblau in den Tagen des Glückes und wählt in trüö:n Tagen das sanfte Grau. Letzteres gesällt den duldenden Seelen zumeist, wenn muntere, lachend: Farben den Reiz für sie verloren öabv'N und wenn ihr Gemüth doch zu sanft, ihr Gesicht zu frisch ist. als daß sichvom Kopf bis zu den Füßen inSchwarz verhüllen könnten. Grau ist eine Ueberaanqsfarbe: es nähert sich schon dem tröstlichen Hortensien- und Himmelblau. Lila wird fast nur vonFrauen gtraqen. die einmal schön waren und es nicht mehr sind, oder solchen, die es immer bleiben, selbst im Alter. Es ist die Pensionssarb: der Frauen, die sich nach gro'n Triumphen zurücka.'zozen baben. Die Mutter muß einen lila Federhut zum Hochzeitstage de? Tochter tragen, und die fünfzigjährige Dame, wenn sie Bisikn macht. Alle Nüanc-n in Grün, mit Ausnahm: des Maiorün. stehen selten einem Gesichte gut. Um sich in dies: Farbe zu kleiden, muß die Trägerin sich eines frischen, g:sunden Teints erfreuen ab:r das fund - Aussehen" ist ja heutzutage gea:n die Mode. Wählen Sie M:iß und Roth und Himmelblau zu 3hr:n Toil:iten. schöne Frau, und Sie werden d:n Sonnenschein in jeden Salon zaubern!" . Anziehungskraft. Dichterling (fällt in einer Redaction beim Rückwärtstreten in den Papi:rkorb). Redacteur: M. ei. Sie haben gewiß wied:r einiae von Ihren Gedichten in der Tasche!" ' I m m e r d e r s e l b e. Lieutenant (in einer großen Leihbibliothek): Donnerwetter, alles Romane .... das g:ht ja sast über ein L:cut:7.2n!sleben hinau.!"