Indiana Tribüne, Volume 18, Number 232, Indianapolis, Marion County, 12 May 1895 — Page 3
ie tolle Komteß.
Vornan von rnst von Z3ohog?n. (8. Fortsetzung.) Wolf Dietrichs von der Maltitz LeIenslauf glich auf ein Haar dem so vieler Gutsbesitzer, welche sich nicht eigens für die Landwirthschaft vorbe reitet, sondern ihre besten Jahre in einem Kavallerieregiment ausgetobt haben. Wolf Dietrichs Vater war ein ?echt wohlhabender Herr gewesen, aber den vereinten Kräften seiner talentvollen Herren Söhne es waren drei an der Zahl hatte sein Geldbeutel auf die Dauer nicht widerstehen können. Zwar waren sie alle drei recht gute Jungens und wußten eine importirte Zigarre und einen alten Medoc wohl .zu schätzen, und besonders ihr Geld aus noble Weise unter die Leute zu bringen; leider aber zeigte sich keiner vvn ihnen geneigt, eine gewinnbringende 'Thätigkeit auszuüben, indem der ältesie Dragoneroffizier, der zweite Assessorsaspirant und der dritte -von dem dritten sprach man nicht gern. Er war das enfant torriblo der Familie von jeher gewesen und hatte sich in öetlagenswerther Verirrung in Berlin sowie im Literaturkalender als Schriftsteller niedergelassen! Als nun vor zwei Jahren der alte Herr von der Maltitz ganz unvermuthet sich zu sein:n Ahnen versammelt hatte, war dem ;uten Wolf Dietrich nichts andres übrig geblieben, als den Pallasch mit der Pflugschar zu vertauschen. Da die beiden jüngeren Brüder nach dem Testament von dem Besitzer des Gutes ein darauf eingetragenes Kapital von je fünfzigtausend Mark verzinst erhalten sollten, so war die Lage des älteren eine recht swierige; denn die nur mäs,ig große Besitzung warf ihm nach Abzug jener Hypothekenschulden kaum so viel ab, daß er sich zur Noth allein durchbringen konnte. Aber in der richiiqtn Erkenntniß, daß eine Adelsfa nilie ohne Grundbesitz oder ohne bedeutende Kapitalskraft gar zu leicht sozial oder selbst moralisch verlottere, i-atie er lieber das harte Joch auf sich genommen, als den Verkauf des Gutes zugegeben, den seine jüngeren Brüder eifrig befürworteten. Ja, er hatte sogar noch ein übriges gethan, und dem Dichter zur Drucklegung seiner sämmtlichen Hohenstaufendramen in drei Bänden eine erhebliche Summe vorgeschossen, obwohl dieser hoffnungsvolle Sohn Apolls gleich nach dem Tode des Vaters in seinem himmelstürmendenJdealismus so weit gegangen war, eine Kellnerin zu fairathm! Aber Wolf Dietrich war ein tüchtiger, thatkräftiger Mensch; er brachte "es fertig, alle seine kostspieligen Lebensgewohnheiten aufzugeben, rührte sich das ganze Jahr nicht von seiner Scholle, war sein eicuxti Inspektor, rauchte Fünfpfennigzigarren und zog sich Lagerbier auf Flaschen ab. An der Geselligkeit des benachbarten Landadels nahm e? so gut wie gar keinen Antheil. Was konnte ihm unter diesen Umständen willkommener sein, als der Antrag des Grafen Pfungk. seinMoorland in Pacht zu nehmen? Dennoch aber war er klug genug, sich den Anschein zu geben, als ob er nur sehr ungern auf seinen großartigen Torfstich verzichte, und sowohl eine etwas höhere Pachtforderung als auch die Bedingung zu stellen, daß der Kontrakt auf zehn Jahre abgeschlossen werden müßte. Der Graf war wenig geneigt, diesen Forderungen nachzugeben, wurde aber dennoch, nach einer längeren Berathung mit Norwig, zur Nachgiebigkeit bestimmt, so daß, als die Herren sich verabschiedeten, das Geschäft als abaeschlössen betrachtet werden konnte. Mit Vergnügen erklärte Herr von der Maltitz sich bereit, der dringenden Aufforderung. sich bald in Näsendorf sehen zu lassen, nachzukommen. Gleich nach der Rückkehr machte der Graf dem Inspektor Reusche Mittheilung von der in Aussicht genommenen Letrieösänderung und trug im auf. die nöthigen Vorarbeiten, besonders Brü-cken-, Wege- und Pferdebahnbau ohne Zeitverlust in Angriff zu nehmen. Zu des Grafen Aerge: zeigte sich der brave Ludolf nicht eben entzückt von den großartigen Plänen seines neuen Vorgesetzten. Er machte sogar allerlei Bedenken bezüglich des wahrscheinlichen Ertrages dieser neumodischen Moorkultur geltend, die aber, ebenso wie der Hinweis auf das abschrcciende Beispiel eines jüngst verkrachten Nachbarn, auch so eines gelehrten Mistikers, von dem Grafen mit Geringschätzung zurückgewiesen wurden, denn er wollte um keinen Preis vor seinem Freunde iid Rathgeber als ein durch kleinliche Bedenllichkeiten leicht einzuschüchternder alter Herr dastehen. Uebrigens war es Herrn Ludolf Reusche schon von weitem anzusehen. daß er heute ganz ungewöhnlich schlechter Laune sei. Denn abgesehen von seiner erklärlichen Eisersucht gegen den so sehr begünstigten Qberverwalter, hatte dein Gleichgewicht seiner Seele eine eben erst stattgehabte Szene mit seiner bisher so bescheidentlich angebeteten Bea:e einen argen Stoß versetzt. Sie hatte ihm nämlich über sein: offenbare Untreue ganz gehörig den .opf gewaschen und ihm angedroht, falls er nicht die Schmach, welche das verhaßte Fräulein Sophiz ihr angethan hatte, blutig zu rächen sich bereit zeige, ihn für ewige Zeiten aus ihrem Herzen verbannen zu wollen. Wie stets, spiegelten auch in diesem bedenklichen Falle Herrn Reusches Schnurrbartspitzen den Zustand seiner Seele deutlich wieder. Deren linke war nämlich spitz und keck nach aufwärts gerichtet, während die rechte traurig und aufgedröselt herabhing; gleichwie sein Mannesbusen zu? einen Hälzte erfüllt war von dem küh7.en Verlangen, die Gunst des b:rüc!:noen Fräuleins zu gewinnen und andrerseits von dem wehmüthigen Vorschmack des drohenden Verlustes seinzr
alteren Flamme, welche, obschon ihr Aeußer?s weniger berauschend wirkte, doch innnerhin ein liebendes Herz be saß und auch ' bischen was mit kriegte!" Ludolf Reusche hatte noch nie die Knechte und Mägde so schlecht behandelt wie heute. Da der Hausherr sowieNorwig durch den Aufenthalt in Senthin sich heute sehr verspätet hatten, so fand sich erst kurz vor dem Abendessen die ganz: Familie wieder zusammen. Meister Fink war gerade beschäftigt, den alten Flügel im Ahnensaal einer Prüfung zu unterziehen, als die beiden Herren sich zu den dort versammelten Damen gesellten. Das Instrument gab wahrhaft grausame Mißtöne von sich, so daß Hanswurstfink entsetzt davon zurücksprang, wie vor einem bissigen KettenHund. Heiliger Bimbam!" rief er aus, wozu hat denn Dieses Marterwerkzeug hier gedient?" Ja. seit Vicki mit den Klavierstun den fertig ist, ist es wohl nicht mehr gestimmt worden." erklärt: di: Gräsin. Fertig? Was heißt das?" fragte Fink verwundert. Haben Sie nichts mehr darauf zu lernen, Komteß?" Q, das schon," erwidert: Vicki lächelnd: Wissen Sie, ich hatte bei unserm Kantor Unterricht und das ging auch zuletzt ganz schön; aber immer nur auf den weißen Tasten, denn mit den schwarzen wußte der alte Mann selber nicht recht Bescheid." Ja sehen Sie, und da haben wir die Geschichte dann Ausgegeben," ergänzte die Mama. Ein paar Choräle hat sie ja doch ganz nett spielen gelernt und das ist ja doch immer die Hauptsache. Der liebe Gott sieht ja
doch mehr auf s Herz als auf die Finger. Aber, er hat gewiß em sehr feines Gehör," lachte Fink. Denken Sie doch, wie verwöhnt er durch seine Engelchöre sein muß." Die Gräfin mußte 'ihm darin recht geben und versprechen, gleich morgen nach dem Klavierstimmer zu schicken. Ah, Sie sind .wohl ein Virtuos?" wandte sich der Graf an Fink. Nein, durchaus nicht, verhetzte je er, ich spiele bloß nach dem Gehör ein paar Tanze und was man so für s Haus braucht." Ach. das ist reizend!" rief Vicki laut. Nicht wahr, da spielen Sie uns jeden Abend ein bischen auf? Denken Sie, ich b:n doch nun so gut w:e erwachsen und habe immer noch keine Tanzstunde gehabt!" Nun, dem ist ja leicht abzuhelfen." sagte Fink ernsthaft. Wenn mir die Herrschaften Ihr Vertrauen schenken wollen, so bin ich gern bereit, m meinen Mußestunden die Ausbildung der Komteß Tochter in der höheren Tanzkunst zu übernehmen. Was tausend! Sie sind ja em Universalgenie!" rief der Graf belustigt. Und das Komteßcben hatte mit einem Schlage die Scbeu vor diesem gefährlichen Mädchenbethörer vergessen und zappelte aufgeregt mit bittenden Handen vor ihm herum. Ach ja, das wäre zu fuß von Ihnen! Nicht wahr. S:e thun es? Sie fangen heute gleich an!" Die Gräfin hatte zwar schon oster dem Drängen ihrer Tochter entgegen gehaltc'a. daß es für solchen Unfug wie Tanzunterricht und dergleichen noch immer Zeit wäre, bis ne in die Gesellschaft eingeführt würde, aber nun wurde sie von dem jungen Volk so drollig überrumpelt, daß sie nicht gut anders konnte, als lachend ihre Zustimmung zu geben. Nur, fügte sie hinzu, sei es doch wohl geboten, daß der Herr Tanzmeister, .ehe ihm seine Schülerin anvertraut würde, eine Probe seiner Kunst ablege. Fink erklärte sich hierzu sofort bereit und bat die Herrschaften zu bestimmen, was er ihnen vorführen solle. Vielleicht ein Nationaltanz gefällig? Ein Hornpipe, ein Krakowiak? Oder vielleicht ein 1':'. Irieux? Vielleicht belieben die Herrschaften mir auch ein Thema zu stellen für einen pantomimischen Tanz." Es wurde dann unter allgemeiner Heiterkeit nach längerer Berathung beschlossen, daß Hanswurstfink pantomimisch darstellen solle, wie ein junger Maler im Hochgebirge in seinen, landschastllchen Stuvien durch eine kunstfeindliche Kuh unterbrochen würde, und wie er hernach, auf die Hirtin treffend, derselben zunächst heftige Vorwürfe, nachher aber eine Liebeserklärung machte. Der Allerweltskünstler entledigte sich seiner Aufgabe mit großem Geschick und mit wirklich urwüchsiger Komik. Die Kuh wurde zwar nur durch ihr Gebrüll angedeutet, doch war in dem verschiedenen Tonfall ihres Muh! die ganze Skala ihrer Empfindungen von der ernsten kritischen Bedenklichkeit bis zum Ausbruch des Vandalismus anschaulich zum Ausdruck gebracht. Komteß Vicki, als die Zunächst stehende, mußte die Rolle der schönen Sennerin martiren.- und ihr Eebahren hierbei, zusammengesetzt aus kindlicher Lust an diesem seltenen Schauspiel, wie lieblicher Verlegenheit wirkte kaum minder ergötzlich, als Finks groteske Svrünge und Geberden, welche den herkömmlichen Balletstil köstlich' parodirten. Endlich riß er sich gar mit gro ßer Anstrengung sein Herz aus dem Busen und legte es der Angebeteten zu Füßen. Da diese aber steif und erröthend dastand und nicht wußte, was sie damit anfangen sollte, so hob er es wieder auf und drückte es ihr kräftig in die Hände, worauf sie den Einfall hatte, es in die Tasche zu stecken was natürlich größte Heiterkeit erregte Zum Schluß nahm der. Maler die Sennerin um die Hüfte und tanzte, einen echten Jodler singend, mit ihr im Saal ermn. Gerade als die Beiden an der Thür vorüberwirbelten, trat Fräulein So ohi: herein, um, der. Gräfin n melden,
daß der Thee bereit sei. Sie war na-
türlich wenig erbaut davon, daß das Fraulem ihre Mahnung zur Vorncht so bald in den Wind geschlagen hatte. und auch Vicki verlor, sobald sie einen strafenden Blick Sophiens aufgefangen hatte, ihre Unbefangenheit und machte sich tief erröthend aus Finks Armen los. Lauter Beifall lohnte die gelungene Stegreifvorstellung. Man schickte sich an, in das Zimmer der Gräfin zu gehen, als der Diener hereintrat und mit vergnügtem Grinsen meldete, ein fremder Herr wünsche den Herrschaften seine Aufwartung zu machen. Was tausend! Zu so später Stunde?" rief der Graf. Sollte das vielleicht ein Weinreisende?...'" Nem, das nicht gerade es ist nur Vetter Emich." ergänzte eine näselnde Leutenants stimme, und zugleich trat ein schlank gewachsener, sehr di stingujrt aussehender Herr mit wundervoll gepflegtem, langem blonden Schnurrbart herein und verbeugte sich lächelnd vor der Gesellschaft. Zufällig stand das Fräulem Sophie ein wenig abseit, so daß si: nicht gleich von dem Eintretenden gesehen werden konnte, und neben rhr Herr von Norroig. Beide zuckten gleichzeitig erschrocken zusammen und Norwig flüsterte dem Fräulein zu: So wahr ich lebe, das ist ja Bencken! Nun hast Du Deine Komödie ausgespielt." Und ebenso lerse flüsterte sie zurück: Frohlocke nicht zu früh! Wenn Du nur ein Wort sagst, so bist Du auch verloren!" 9. Kapitel. ?.'kitkrkk iidsr stjrl 6z,n Pmid), ttn M:thUT. k.ml.5l,,:cu p:unxoft uns Jk?streuunz.'n on o?e Adknöa.isach. AräiiWin Zosbit geht im Msndschein mi: Ikmanv.'ui pjjietea. uns Lomted Vicki linz n.cht tinjchiafkn. Die allgemeine Lustigkeit welche Hanswurstfinks Vorstellung verbreitet yatre. bewirkte auch, daß der Vetter Emich mit lautem Jubel begrüßt wurde. Er erzählte, daß er auf einer Reise durch Mecklenburg begriffen sei, um sich verschiedene verkäufliche Güter anzuseyen, und da er einmal so nahe gewe sen, habe er sich das Vergnügen, die ueben Verwandten unversehens zu überfallen, nicht nehmen lassen wollen. Sag mal, das wievielte Gut haft Du denn da bereits in Augenschein genommen?" frug Komteß Marie lächelnd den blonden Vetter. Es sind ja wohl schon fünf Jahre her, daß Du mit der Absicht umgehst. Dich anzukaufen?" Ja. allerdings, so lange ist es her. versetzte jener. Und ich glaube, es war das siebenunddreißigste Gut, das ich mir gestern besehen hbe. Ah Pardon!" unterbrach er sich.' des in der Ecke stehenden Paares ansichtig werdend, ihr habt Gäste? Darf ich bitten, mich vorzustellen." Um Verzeihung," tagte der Graf und führte seinen Neffen zu jenen beiden. Herr von Norwig mein Neste, Graf zur Bencken." Graf Bencken h.!te bei der Veibeugung seinen goldenen Kneifer von der Nase fallen lassen: sobald er ar den Namen Norwig vernahm, setzte tx das Augenglas rasch wieder auf und xitfz Herr von Norwig habe ich recht qehört? Sind Sie der Passenhofener?" Allerdings: lollten Sie mich nicht wiedererkennen,- Graf Bencken? Ich trage jetzt freilich Aollbart, aber...." In der That ia, näselte der lange blonde Kavalier, zog die Augenbrauen in die Höhe, was sein ausdrucksloses Gesicht nicht eben interessanter machte und ruckte hochmuthia sein Haupt in dem steifen Kragen zurecht. Sehr merkwürdiger Zufall fin den Sie nicht auch? Ah da ist ja auch Ihre Frau Gemahlin! Gnädige Frau entzuckt, Sie wiederzusehen! Er verbeugte sich steif vor Fräulein Vandemer und griff nach ihrer Hand, um einen höflichen Kuß darauf zu drucken. Aber das Fräulein entzog ihm ihre Hand und sagte äußerst erstaunt: Herr Gras irren sich wohl, ich habe nicht die Ehre...." Graf Pfungk und seineGattin beeilten sich gleichzeitig, ihren Herrn Neffen lachend darüber aufzuklären, daß diese jung: Dame keineswegs die Dame ihres Oberverwalters, sondern vielmehr ein Fräulein so und so, stufte der Hnussrau sei. Aber ich begreife . nicht," beharrte Graf Bencken. indem er mit einem argwöhnischen Seitenblick, der eine auffallende Ähnlichkeit mit dem eines scheuen Pferdes besaß, das geziert lächelnde Fräulein anstarrte: Die Aehn lichkeit ist effektiv merveilleux! Sie werden mir zugeben, Herr von Norwig, daß man das Gesicht Ihrer Frau Gemahlin nicht so leicht vergessen kann, wenn man einmal den Vorzug gehabt hat!" Die Ähnlichkeit mit meiner verstorbenen Frau ist allerdings, auch mir aufgefallen, als ich das Fräulein Bandemer zum erstenmal sah," erwiderte Norwig mit niedergeschlagenen Augen. D; Sie haben Ihre Frau Gemahlin verloren?" schnarrte der Graf mit einem oberflächlichen, höflichen Bedauern im Ton. Qucl miilbeur! So jung und so Sie gestatten den Ausdruck: so schön! Ich hörte zuletzt, daß sie Ihnen nach New York gefolgt sei." Ganz recht." versetzte Norlvig. dort ist sie auch gestorben." Er sah auf. um dem Grafen anzudeuten, daß er das Gespräch über seine verstorbene Frau sür beendigt ansehe möchte; aber während er die Augen erhob, traf ihn ein seltsam gespannter, forschender Blick der Komteß Marie, vor dem er in Ver wirrung den feinen nierschlagea mußte. Da Graf Bencken imntti noch das Fräulein Sophie mit zweifelnden Blicken anstarrte und vergebens nach einer gleichgilticen Wendung suchte, um daZ Gespräch m eine andre Bahn zu len ken, so wäre eine recht verleaene Pause eingetreten, wenn nicht der HauZherr durch die Torstellung fcei zunae Ma-.
!ers seinem Neffen zu Hilfe gekommen wäre. Einen einfachen Finken begrüßte dieser auß:rordentlich hochgeborene Graf er war nämlich einem im Aussterben begriffenen souveränen Fürstenhause verwandt und es standen nur noch ein knappes Dutzend Augen zwischen ihm und jenem allerliebsten Thrönchen nur mit einem leichten Kopfnicken. Sehr an-genehml Sie sind Malers sagt: er wohlwollend mit hochgezogenen Brauen. Sie nehmen wohl das Schloß auf?" Nein, ich nehme die Frau Gräfin auf, wenn Sie gestatten, Herr " Fink that, als suche er nach dem Namen. Um seine Mundwinkel zuckte es schalkhaft. Graf Bencken," eraänzte jener, gekränkt, daß man seinen erlauchten Namen überhört hatte. Und Vicki rief laut und feierlich im Heroldstone: Karl Egon Emich, Graf und edler Herr zur Bencken-Büsterloh, Erlaucht." Ah!" rief Fink bewundernd aus rnd verbeugte sich nochmals mit'grvtzer Heftigkeit. Bitte, bitte," winkte der junge Graf gnädig ab: Ich nenne, mich natürlich einfach Graf Bencken. Dcc ist mir übrigens eine drollige Geschichte passirt. lieber Onkel," wandte er sich an den Hausherrn: Denken Sie sich,, ich fahre da zwischen Berlin und Güstrow mit einem Herrn allein im Eoupe. Sieht ganz anständig aus: ich zögere deshalb nicht, ihm auf seine Bitte Feuer zu. gtben. Wir kommen in3 Gespräch und ich muß gestehen, ich sand einen recht kenntnißreichen Mann. Offenbar guten Blick für Pferde, auf dem Turf merkwürdig zu Hause, ob--wohl er nicht selbst rennen läßt. Die Unterhaltung wurde recht lebhaft, und er überreichte mir feine Karte: Müller, einfach Guido Müller, Kaufmann und Leutenant der Reserve! Natürlich de dauerte ich sehr, selbst keine Karte bei mir zu haben und stelle mich einfach al Leutenant Bencken vor hcr ha ha!. Jcb wollte doch dem Herrn die Unbefangenheit nicht rauben!" Vick versteckte sich hinter den Rücken, ihrer Schwester, da sie vor den Fremden ihrem erlauchten Vetter nicht gerade in's Gesicht lachen wollte. Auch die übrigen hatten Mühe, ihre Heiterkeit zu unterdrücken, besonders als die alle Gräfin ganz ernsthaft sagte: Das war mal wieder ein schöner Zug von
Dir, Emich!" Und zu Norwia und Fink gewendet. setzte sie hinzu: Ja, unser Neffe ist. immer so rücksichtsvoll den armen Guido Müller hätte doch gleich der Schlag treffen können, nicht wahr?" Karl Egon. Emich schien nicht ganz. im klaren darüber zu sein, ob solches Lob ehrlich gemeint gewesen, besonders da. es aus dem Munde seiner frommen Frau Tante kam. deren Spottlust ihm wohl bekannt war. Uebrigens war er es so gewohnt, ausgezogen zu werden daß er es kaum mehr merkte. Seine Kameraden hatten von jeher sich das Vergnügen gemacht, seinen erlauchten Namen und seine Aussichten auf das bewußte Throncheu zu allerlei Scherzen zu benutzen, so daß. der Träger aller dieser Wurden schließlich nicht mehr Spott und Ernst 'unterscheiden tonnte. Der Stolz auf seinen uralten Stammbaum und sein schilderreiches. durch eine Fürstenkrmu glänzendes Wappen, war ja genau genommen das einzig: geistige Besitzthum, dessen er sich bewußt war. Seiner geringen Fähigleiten wegen hatte man ihm in seinem Regimente den väterlichen Rath ertheilt, seinen Abschied zu nehmen, ehe er zum andernmal bei der Beförderung zum Rittmeister Übergängen werden würde. Abgeseyen davon, hatte er sich im Kriege wie ein Held geschlagen und im Frieden stets als guter Kamerad end Mann von anständiger Gesinnung bewahrt. Seine grenzenlose Gutmüthigkeit und Leichtgläubigkeit war unzählige Male gemißbraucht worden, ohne daß üble Erfahrungen jemals vermöcht hätten, sein Herz und seine Ta-. schen fester zu beschließen. Er war noch sehr jung gewesen, als sein Vater starb, und ihm dadurch die Verantwortung für die Verwaltung des recht bedeutenden Familiengutes anheim fiel. Dank der gänzlichen Verständnißlosigkeit für diese schwere Aufgabe, dank den eigennützigen. Rathgebern, der Ausbeutung falscher Freunde und der unheilvollen Einmischung seiner Mutter, nach deren Begriffen der Sohn gar nicht fürstlich genug auftreten konnte, war das Verhängniß über ihn hereingebrochen. Er hatte Herrschaft und Schloß mit großem Verluste verkaufen muffen und war nun genöthigt, von dem übrig gebliebenen Erlös auch noch ftine Mutter und mchrere unverheirathetcSchwestern standesgemäß zu erhalten. In Schloß Büsterloh aber hatte ein fetter jüdischer Herr von der Börfe seine Sommerresidenz aufgeschlagen. Allerdings ermöglichten dem Grafen Emich die Zinsen: seines gerettetenVermögeirS immer noch ein recht vergnügtes Dasem, ohne baß er um sein tägliches Durer und sein Flasche Rothspohn sich, mit Sorgen zu quälen -brauchte. Der. Kauf. Verlcnrf und Tausch von Reitpferden, der Aerger über ungeschickte Stallknecht und die Pflege des bereits altersschwach aewordenen ererbten Mobiliars bildeten so ziemlich seine einzige Beschistigung neben der seh? zeitraubczözen. und sorgfältigen Toilrüte. Dagecpr erlaubtten ihm seine Mittel nich in seinem Auftreten mit feinen eigenÜichenSwndeSgenossen zu wetteifern? auch em Pfand er in chrer Gesellschazt doch nur zu häufig d Mangel feiner Bildung. welche in ihrer Lückenhaftigkeit wirklich allumfassend genannt zu werden verdiente! r hatt: sich in einen der Vororte Berlins zurückgezogen und lebte dou ein wahres Elnn:dlerkben, welcbes nur einmal im Monat durch die tameradschaftlichzn Zusammenkünfte ' eines Vereines chemalig:? OssiZier:
unterbrochen wurde. Diese Abende bilbeten die bescheidenen Höhepunkte seines Daseins; UN) wenn er gar Gelecenheit sand, einem neuen Gaste daselbst über sein: Beziehung zu dem regierenden Hause oder über die Herkunft des weißen Rosses in seinem Wappen Auskunst zu geben, so kehrte er glücklich und zufrieden zu feinen wurmstrchigen Penaten zurück und legte sich im stolzen Bewußtsein seiner Würde und mit der seidenen Bartbinde bewaffnet in das Prachtbett seiner Ai neu. Aber der Tag:, cnr welchem es ihnr vergönnt war., in seinem aristokratischen Nimbus zu schwelgen, waren doch zu wenige, als daß rr&t der Mangel an Beschäftigung und Verkchr ihm je länger- desto schwerer auf die Seele gefallen, wäre. Darum hatte er den Entschlug gefaßt, sich irgendwo eine kleine Besitzung zu kaufen, wo er in Frieden seinen Hafer pflanzen: und mit einigen blaublütigen Nachbarn übe? Pferde reden könnte. Der Gedanke,, aus seinen glänzenden Namen hiir eine: reiche Heirath zu machen,, lag ja nähr genug, doch empfand der gute Graf eine gewaltige
Scheu vor den. anspruchsvollen und eingebildeten Damen der höheren Gesellschaft. Er war ehrlich genug gegen r jr r . r. ri p r t r icn um einzuseoen, oan.', er neven solcher Fruu eine ziemlich ungeschickte Rolle spielen, würde, und dieser Gedanle toax ihm unheimlich. Gegen das. Ansinnen, seine. Krone für eine jüdische Million einzutauschen,, welches ihm. schon wiederholt nahe getreten war. sträubte sich sein echt aristokratisches Empfinden sehr entschieden, und da er selbst im Grunde ein so gutes Herz b?saß, io sehnte er sioh auch, wenn auch vielleicht unbewußt,' nach Liebe.. Bei seinem, trotz des äußerlichen Schliffund der anerzogenen milltarlschcrc Arlgkeit gegen, die Damen, doch stet?ängstlich zurückhaltenden Auftreten-, war er niemals einer Frau gefährlich geworden, wahrend sein eigenes Herz gar eicht in nscheidentllch schnsuchnge Wallung gerieth. Ein hübscher Teint eine schlanke Taille, geschmackvolle Toiette und besonders ein kleiner Fuß waren genügend, um ihn zu bezaubernd doch gebrach es ihm an der nothigen. Keckheit, um jemals, einen ernstlichen. Angriff zir wagen. Er hatte mehrerePassionen, aber keine einzige Liebe hi ter sich. Die größte dieier Passionen war d reizende junge Frau von Norwig auf Passenhofen gewesen., und sie war auch die einziae.. deren Koketterie es gelungen war, ihm einst in einer dämmrigen Fensternische das Gestandmß zu entlocken, daß er auf Ehre! mit Vergnügen bereit sein würde, sich ihr zu Liebe den Hals zu brechen,, wenn... sie waren gestört worden.' und er hatte den Satz nie beendigte Kein Wunder, daß ih?u der plötzliche Anblick dieser Doppelgängerin der einst Angebeteten in eine Erregung versetzte. welche selbst sein phlegmatisches Temperament und seine steife Förmlichkeit nicht ganz verbergen konnte. Man war inzwischen zum Thee geschritten und die Unterhaltung war lebhast im Gange. Graf Bencken saß, neben seiner Kousine MaÄe und war so von seinen Erinnerungen eingenommen-, daß er nicht einmal ihrem höchst interessanten Pferdegespräch mit rechterAufmerksamkeit zu folgen vermochte Sie hatte ihm eben von ihrem so übel abgelaufenen Abenteuer mit dem bösen Hengste Bericht erstattet und hinzugefügt, daß sie wohl für längere Zeit verhindert sein werde, in den Sattel zu. steigen. Und darauf hatte ei; den bloirden Schnurrbart wohlgefällig, ausziehend, erwidert: Das ist ja charmant, da können wir ja gleich morgen früh ein kleines Handicap reiten Du träumst wohl. Emich." flüsterte sie ihm zu, kannst Dich wohl immer noch nicht über unser hübsches Fräulein beruhigen? Ist di: Aehnlichkelt wirk--lich so auffallend? Und ebenso leise gab der Vetter zu rück: ?lch würde Mich keinen Augenblick besinnen, vor Gericht einen Eid, darauf, abzulegen, dan. dies rau von, Norwig sei. Wenn ich nur ihre Füße einmal, sehen konnt Es ist nicht denk--bar, daß ein zweite? Paar von Frau. von Norwigs welrberudmten Fußen. noch irgendwo existiien. sollte." Du warst woU schr verliebt iw Frau, von Norwig.?" Ja, narblou!. We wir alle. D&ä heißt ich war speciell in ihren Fuß: verliebt. Du weiht ja: Elfenfüßchen sind meine Achillesferse, wie Kamerad, vorn Bock immer saat? ha ha! Wenn. Du mir versprichst, mich diesem fatÄm Menschen dadrüAen" er streiste'Mr. trug mit einem: vorsichtigen Blicke: .icht zu verrathen, so könnte ich Dir ei kleines Abenteuer...." Anständig!?- varf die omttft. tx. Aber selbstredend! Wie NÄrde ich mh sonst erlauben...." versetzte: Egon Emich erröthend. Also dcrte Dir: eZ ist. mir effektiv gelungen, in den Besitz, vorc einem Paar Schuhe zu kommen, welche die reizende Frau auf unserm Kasinoballe angehabt hatte!" Nurc seh," einer den DuLmäuser an! Das.hciüe ich Dir gar nicht zugetraute flüsterte Base Marie. JBxt hast Du . sie: wur dazu geor.Aht. Dir die Schuhe.- zu schenken?" Q sehr einfach: Ih Zofe hatte immn eine offene Hand., sobald jemand ni eine Doppelkro: zückte!" Der brave Karl Egon Emich bewieZ ?urch dies Herausplatzen mit der nai fen Wahrheit, daß es ihm aar sehr an Phantasie gebrach, sonst hätte er doch nicht die gute Gelegenheit versäumen dürfen, durch eine geschickte Erfindung als Don Juan zu glänzen. ' JXt diese kostbare Eroberung noch in Deinem Besitze?" fragte, die Base, neugieng. Gevch. Ich führe sie c$ax nebst ei Niger rinderen theuren Souvenirs im mr m meinem Handkoffer bei mir." In den grauen Augen dn tollen l 'l?mteß blitzte a schalkhaft aus; sie
neigte sich dem Vetter noch nähe? zu und flüsterte ihm in's Ohr: Weißt Du. Emick, da konnten wir ja eine richtige Prwzessinnen-Proöe ü. i.-r Aschenbrödel aufführen! Eine kostbar? Idee! Nimm einmal Deinen ganzen Gzist und Witz zusammen das rann Dir ja nicht scseoer werden! Mache Dich niedlich um Fräulein Sophie und bringe sie dahin, daß sie sich von Dir den Schuh anpassen läßt.."' Was habt ihr denn bar feiner zu tuscheln?" rief die- EräfiwMutter laut. Und das allgemeine Gespräch, das durch Finks Scherze' unv das Ge Iächter lder übrigen die. Aufmerksam keit von den beiden Verschwören abgelenkt hatte, schwieg für: einen Augen-blick-Graf Bencken schaute errötheiTd' und verlegen auf seinen Teller' und führte rafch. ein großes Stück Rebhuhn zum Munde ; aber seine Vase ergriff das Wort für ihn und wandte sich lächelnd an Fink: Entschuldigen Sie unsre Ungezogenheit. Wir Sportsleute sind ein undankbares Publikum selbst für die besten Geschichten, sobald wir uns in ein Pferdegespräch vertieft hc?5en. Letter Emich erzählte mir eine kostbare Geschichte, wie er einen schlauenPferdejudeir. überlistet hat."
Aber ich habe ja gar keine Pstide r mehr-" flüsterte der Graf bestürzt, hin- ) 1.- v i u 1 . 1 1 . ' I ter der vorgehaltenen Serviette. Schweig doch still!" gab die Kontttß mit einem kleinen Rippenstoß zurück.. Glücklicherweise waren die Geschichten deS Vetters Bencken dafür berühmt, daß sie meist keine Spitze hatten und die Gesellschaft war infolgedessen nicht neugierige diese letzterwähnte zu hören. Die allgemeine Aufmerksamkeit wandte sich vielmehr wieder dem Meister Fink zu, welcher mit überwältigendem Hu mor eine abenteuerliche Reise nachEng land schilderte, die er einst iir'Vegleitung seiner Schwester und deren Kom mode aufgeführt hatte. JenesUnglücksmöbel hatte nämlich ihrem Fortkom men alle erdenklichen Schwierigkeiten in dew Weg gelegt, da sein? Gewicht und feine UnHandlichkeit allerorten die Gepäckträger zu offener Rebellion getrieben hatte. Am Ziele der Reise,' einem kleinen. Haltepunkte, der auf einem hoheir Bahndamme lag, war es dann schließlich von dem verzweifelten Bruder durch einen energischen Tritt tb stenlos die steile Böschung hinunter Sefördert' worden; und die anschaulichste Schilderung der über solche BeHand-lüng-jännnernden Schwester, sowie des auf den kühnenFremdlinz drohend eindringenden Bahnversonals, wirkte in ihrer dramatischen Lebendigkeit und in ihrem Gemisch von Englisch und Hamburgisch, so ergötzlich, daß die heiterste Launen bis zur Aufhebung der Tssel hkis'chtc: Die- Abendandacht war beendet, das Personal wünschte gute Nacht, und; die Herrschaften zogen sich in das Wohn-zimmer-zurück. Draußen vor der Thür wünschte der Inspektor mil einer tiesen Verbeugung dem Fräulein Sophie recht wohl zu schlafen und war im Vegrissj sich mit einem vernehmlichen Seufzer zu entfernen, als das Faäu lein ihn noch einmal zurückrief. . Wie ist es draußen heute Abend?" fragte sie. Ich möcht: gern noch ein bischen frische Lust schöpfen, wenn? es nicht zu kalt ist. Ich bin den ganzen Tag nicht aus dem Hause gekommen." O. es ist heute so warm wie lange nicht," beeilte sich Herr Reusche, zu versichern. Sie sollten wirklich di frische. Luft noch genießen, Fräuleim. Und tex Mond scheint auch so"' schön!" Dann will ich mir nurrschnell. mein Tuch, holen und noch ein:wenig'..iN den Park 'hinunterschlüpfen," sagtk Sophie und stieg leichtfüßig die. Treppe empor. Obwohl sie ihn nichii ausdrücklich dazu aufgefordert hatte,, harrte doch Ludolf Reusche ihrer lauti' kloyfenden Herzens vor der Hausthür: Unv sie kam wirklich schon nach, wenigen Minuten heraus, ohne Hut, nur-.eln dunkles Eheuilletuch um die Schulternigeschlagen. Ah, Herr Inspektor?, da: sind Sie noch?" rief sie leise.wie.ffruZg überrascht. Ja, ich wollte auch' noch, sjwas den sthönen Abend genießen:. Wenn Sie sür vielleicht : gestatten., Sie? zu begleiten?" Sie sind sehr liebenswärdig," erwiderte sie lächelnd und. begWN an seiner Seite nach dem Wasser zu hinao u schreiten. Der Vollmond goß sein mildes Licht über die: schon herbstlich bunten Bgumgruppen und zlitzerte küh! und geisterhaft auf. dem: Wasserspiegels Die Grmen zirpten, ni; dem weißgrau: leuchtenden Rasen., ein: paar Fleder mäuse taumelten pfeifesd durch die,Lust, 'ino von der-, alten, hohen S;l berpalpel herab, lacht, tut Käuzche?v. Siilch. MonÄcheirr. P doch wirklich sehr tsas Schaues!"' rifcf der Jnsvctior schwärmerisch aus.. Und dann seufzte er nveder tief aus 'Gewiß," pslichirte das FrÄrlein ernryhaft oe. Man erkältet sich nur V leicht. .Finden. Sie. teurinch! Jrz Ihre? Aähe könÄe.ich mich nie erkälte selbst zzenn ich am-MrÄpol im Sozuneran-
Zug spazieren geh mußte! Ab, Herr Jrespektor, tat können Sie so etwaö sagen!" Et errötbcte tief und ve?ftel wieder in das vorige Schweigen. Erst nach e ner längeren Pause wagk er das Gesprach von neuem mit d Frage zu öfsner teic es ihr hker. rm Hause gefalle. ), sie sind ja allr sehr gut gegen mich." antwortete Sophie. Als rmes. alleinstehendes Mädchen macht man so traurige ErfahrunZüN über die Lieblo sigkeit der Menschen, daß einem ordentlich das Herz aufgeht, wuw man es :inmal so gut trifft, wie Ich hi:r im Hause." - -".(Fortsetzung folgt.)
Zur die Mäze. K ä s t$ a n q z n. 7 Unzen Par'lesankäse, feingerieben. 5 3-4 Unzen Mehl, 4 1-4 UnzenButter, etas saure Wahne und das nöthig: Salz neb-st einer Prise Ccy:nne-Pfesfer werden zu nn festen Teige geknetet, nicht zu Hnn ausgerollt, in Stnifen geschnitten oben mit Eigelb bepinselt und auf einem mit Butt bestrichmen oder mit 'Spukschwarte abgeriebenen Bleche in 'nicht: zzi heißem 5en zu schöner Farbe gebacken. Man muß Kim Backen gleich dabei steh: bleibe dcc di, 'Siangttr sehr schnell gut sind und nachher: Kicht verbrennen und dann bitter und ungenießbar sind Man gibt sie nvch, warm, aber nicht heiß, ja Tisch. E ng lascher R e i. Mm taa 'sche den Reis soviel man eben bedarf mehrmals in heißem Wasser, 'thue ihn sodann in eine dick gebuttert? Form, gieße gut gesüßte' kalte Milch darauf, so viel, daß die Form beinahe voll ist. stelle die Mehlspeisenforni wehrere Stunden in ein nicht zu heißes Rohr und überlasse sie. ihrem
Schicksal. Obenauf kann man nach 2 'Stunden twas frische Butteu geben. Man servirt die Speise nach' etwa 3 Stunden, wenn der Reis ein schöne 'goldbraune Mütze bekommen hat. Er , "r- - , r , Ist besonders zu solchen Zeitemempfeh lenswerth, wo im Hause viel zn thun ist und etwa zu einer nicht ganz be--stimmten Stunde Gäste erwartet werden. da er das Stehen vorzüglich ver'trägt. Beliebige Gewürze, wie Vdnille 'Citronenschale, Mandeln lassen'sich b:i fügen, gehören aber eigentlich nicht! hinein. Suppe C revy. Sechs' Stück recht rothe Mohrrüben, ein Stück Sellerie und eine Porree schneidet man in seine Scheiben, schwitzt sie mlti einem. Stück Butter gut durch, ohne tefr sie aber braun werden, mischt ' einige: Sißf sei Mehl dazu, füllt nun unter fortNährendem Rühren die 'Bouillon' aus. läßt das Wurzelwerk m derselben weich kochen und streicht 'sie 'durch-einc seines Sieb. Die - Suppe wird' nun noch eine Halde stunde ' an oer'seilr des Feuers langsam klar-gekocht' indem man den Schaum und das -etr sorgfältig abschöpft', mit 'Salz -und ti nem Stückchen Zucker 'abgeschmeckt und auf in Bouillon -recht körnig . gekochtem 'Reis angerichtet. Gebratene? Kuchle-lir: crup -polnische Art. Junge Küchlein die etwa die Grone einer guten aude ya en. richtet man vor. füllt sie mit'einenl 'Teig, den man aus den gewiegten Her;. " , - i . ' v rjr. zen uns evern- veryiera;en, iajau mig gerührter rButter. einigen Eigelb, Salz, wenig gewiegter Petersilie' und nnd geriebener weißer Semmel bereiter hat und behandelt, die ftucviein- w gewöhnlich. Man -legt sie nebeneinander in eine passende PfaNne.-.begießt sie'rasch mehreremal 'mit kochender Butte:-, bestreut sie mit Salz und' stellt sie. in. den heißen Ofen.. um sie dort' unter'fleißigem Beträufeln mit der-Butter-iir. zwanzig bis fünfundzwanzig -Minuten-garzubraten. Ist dies fast geschehen 'bestreicht man sie rasch mit einemPin sel mit einer Mischung von- zerlassener: Butter und Eigelb.' bestreut 'sie mit geriebener Semmel 'und stellt -sie 'noch sa lange in den Ofen, bis die 'Kruste eint, lichtbraune Farbözeigt und die'Kuch , lein vollends gar-sind. Man richtetsie auf heißer .Schüssel 'a?. begieß't-sie mit etwas JUs- entfettet ' die- Säuce derkocht sie mit 'wenigMaismehlASouilB lon und Sahne zu richtiger-.Besch'asfen heit und gibt sie?neöenherr. K a l b s b ru st' m i t- dffVVcc tagarnitur. Man nimmt-eine-schön? Kalbsbrust, ans' der- man sich- vom Fleischer alle Rippen-lösen läßt.blan. chirt sie. damit : sie - schön- weiß' wird, 'trocknet sie gut und umschnürt' nun-die Brust so mit -Bindfäden. daß- sie? eine gewölbte Form-erhält In- eine passende, mit Butter -ansgesttichene Kasserolle legt man- allerlei' zerschmtrenes Wurzelwerk, Zwiebelscheiben. ümge Gewürznelken und -Pfefferkörner: crnch 'ein Lorbeerblatt.- legt-die' Brust- da. rauf, salzt sie.- übergießt sie-mit- ews kochender fetter- Fleischbrühe? und dampft sie auf ' gelmdem Feucn der 'deckt einige Stunden, bis sie? gar ist. und stellt sie-dann offen-so-lange in 'den Ofen, bis sie unt:rr fleißigem Beßen eine goldbraune' Färbung- zeigt. 'In der Bratzeit der -Kalbsb rust: bereitet man die Chipolatgarnitur:. Au ihr schält man- dreißig- kleine- Zwiebeln, 'brät sie iiButter-rothlich tfroun. gießt -das Fett ab. thui:tw2s in-klei. vier, eckige Scheibchen aeschnillenen. vorher weich kochten Bauck.speck. dreißig Ueine. in-Buttcr:mit Crtrvnrnfaft gar. 'gc-däm'te ' Champignons. ' einige in Wasser gargemzchte B?a:wü?stchen, die in zoMnge SZücke gssthmri? werden. -und dreißig o.schälte iw W.illon mit: weniButter; Jucker un) Salz weiche gediListete Kastanien-.. so-O-lc einig: inScheiben aefchnitte'e; in Notwein gsdäz?pfte Trüffeln da??. Hat man allZs'mitemander vermischt, so Erntet rn-aus braunem-Bnktermehl mir. vet "örühe dft: verschiedenen Ingredienzien ttk dickr. brause Sanoe. die man mit etwas Citronrsaft und einem Glas Madeira würzr und in der nn die Zuthaten erhitzt-. Dies wird f eine lauer? Schüssel gethan, die Kalbsbrust aus der Brüh: g:nommen. zuschnitten und wieder zusammengesZioöen. dann aas das Ragout gelegt; kleine. g:rö. ete Kartoffeln 'werden benher ge -reicht. Aus dem Grichtösaal. Richter: Wenn Sie doch selbst zug:. ben. daß es total finster rozr. wie !ö-. nen Si: dann ohne Weiteres behzupte.'e. daß di: furchtbare Ohrfzize, welcbe Si erhielten, gerade von Ihrem Meister war?" GeZklle: Ja. sie is m so bekannt wigekcnirnkn! ,
