Indiana Tribüne, Volume 18, Number 232, Indianapolis, Marion County, 12 May 1895 — Page 2

Das ZZrod.

Zu allen Zeiten ist von dem 33clfe l3a Brod mit einer gewissen Ehrfurcht betrachtet worden und hat zu mancherlei Sagen und Gebräuchen An laß gegeben. Im Trauungs-leremo-Tiiell sogar erscheint das Brod in der griechischen Kirche; dr kschof bricht in solches, reicht einige Stücke dem Paare und wirft die übrigen unter fcas Volk; wer eines der Stücke in der gewöhnlich dabei entstehenden Bälger:! Erlangt, dem bringt tl Glück, er der'heirathet sich noch im Lause des Jahres. - Bei der Hochzeit der Esthen mutz der Bräutigam von einem kleinen BrodZaibe oben ein ganz kleines Stückchen iabschneiden. Butter darauf thun und es der Braut in den Mund stecken, datait dereinst ihre Kinder einen kleinen hnd zarten Mund bekommen, wie überaupt dieEsthinnen aus diesem Grunde darauf achten, daß das erste Stück der on ihnen angeschnittenen Brode hübsch klein gerathe. Wie bei der Hochzeit, spielt das , Ärod auch schon im vorhergehenden Liebesroman. wenigstens in Bayern, fcls symbolisches Zeichen eine Rolle; in &r Oberpfalz bricht bei der Kirchweih der Bursche seiner Angebeteten Semtaeln vor und darf, wenn diese beim Aufstehen die Brocken einsteckt, die 'nähere Bekanntschaft mit ihr cinlci en; ebenso gilt in Niederbayern das Änbrechen des Brodes und das heimlichc Legen der Stücke auf den Schoofe 5er Geliebten als iitu.tiichc Liebeserklä'rung. Stottert ein Kind oder ist es gar "tunim, so kann man es nach oberdeutschein Aberglauben durch das AuseinÄnderbrechen, zweier zusammengebackeÄer Brode hintu seinem Rücken unter den Worten: Liebes Brod brich. Liebes Kind sprich!" . .. sicher von seinem Gebrechen heilen. Dem Tyroler Glauben gemäß wirst er Teufel die liegen gelassenen Brodsamen späterhin dem Betreffenden in Hölle glühend in's Gestcht. oder 'gibt sie ihm, als Brodlaib geformt, 'glühend zu essen; tx schlägt sie ihm 'auch wohl, nachdem er sie in einen Sack 'gesammelt, auf seinem Todtenbette um Vie Ohren. ' Jede andere Mißachtung des BrottZ ist gleichfalls streng verpönt. Mit btm Brode zu spielen gilt in ganz Deutschland als eine schwere Sünde, Namentlich muß man aber vermeiden, 'in dasselbe zu stechen oder aus Spiele'rei hineinzuschneiden. Man schneidet 'nach böhmischen Glauben dann nämlich Vott die Ferse ab, was nach oberpfälzer Ansicht auch geschieht, wenn man ias Brod zu weit nach hinten abschnei'det. der beunruhigt 'den eigenen Urgroßvater im Grabes auch straft wohl Jahnweh den Sünder. Auf der Insel Äsedom sagt man gleichfalls, daß man Z)!N lieben Gott, in dem schweizerischen Solothurn. daß man Jesus damit in's Herz steche; der Tyroler und Schwabe glaubt, daß oann Blut aus dem mißhandelten Brodläibe "rinne. Auch 'darf man in der Oberpfalz nicht das Messer im Brode stecken lassen, da es en armen Seelen weh thut. Bor dem stemmen des Ellbogens auf das Brod warnt bereits bei Prophet Jesus 'Sirach in der Bibel. Kindlich-sinnig 'ist schließlich d gleichfalls in Böhmen vorkommende Vorschrift, daß man das Brod Nachts einwickeln foll, da es auch seine Nachtruhe haben will. Mai. Von Erich Jcmsen. D Mai ist Herrscher im Erdenreich! Der Wald ist voll Nachtigallsänge. "Die Luft streicht sannig uci seidenweich Um schneeige Vlüthenhange. Jeder Lufthauch zitteit von Fliederduft Uni drängender Lebens wonne. 'Trink! sie ein! trinkt sie ein! Es ist Maienluft trinkt sie ein! Es .ist Maiensonne! DieWiesen blühen; 'der Kuckuck rief; Die sprossenden Buchen locken? Geh tief in's Wareich und athme tief! .Hold läuten die Maienglocken! Der grüne Schatten .ist dunt imrchsprüht Von funkelnden Sonnenlichtern. Und fonncnfunkelnder Maiwu glüht Äuf .lachenden Blumcnge sichtern! lDer .blaue Aether so weiß und flau, 'Die Flur voll schaffenden Mächten, Durchweiht der goldenen Tage Schaar Äon silbernen Mondennächten. Wie eini .himmlischer Rausch durch flammt & die Brust, Dies schöne? und schöne? Werden. Gib dich selig hin! Es ift MaienlufU Der Mai ist der Herrsche? ans Erden. Ein -echter Hofschranz. ...Ganz recht,' lieber Ssuitätsrath, meiner Gesundheit dürfte der Au.fentt,all in einem Luftkurort ersprießlich sein. Aber welchen soll ich wählend .Durchlaucht wollen doch nicht am Ende gar AllerPchst selbst darüber nachdenken?!" K a s e r n e n h o f b l ü t he. Unjerofficier (die Fr?nt ausrichtend): Mehlmann, etwas weiter vor. (Der Soldat macht einen Schritt vorwärts.) Nicht so viel Mensch, wollen Sie Senn gleich eine Anse um die Welt maefcen?!" 2 i c junge Frau. Aber Minna, warum holen Sie denn so viel Zxleisch. meine Frau, ich und Sie haben doch zum Essen nicht so viel nöthlg.. Das nicht, aber die gnädige Frau ge.brauchte zum E?p:rimentiren!- -

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Z!ie ZjeXcttprocesse in Salem. Von Oscar Kempf. . Nicht Sucht nach Reichthum, Comfort und angenehmem Leben hätte die Puritaner in die Wildnis Amerikas zetrieben.sondern vielmehr der Wunsch, von der Obrigkeit ungestört auf eigene Facon selig zu werden ein Recht, das sie aber, da sie streng theokratischen Grundsätzen huldigten und sich im Befitz eines alleinseligmachenden Glauiens wähnten, den Anhängern anderer Secten nicht zugestanden. Die ersten Eolonisten waren ernste, rauhe und sich ihrer schwierigen Ansgäbe wohlbewußte Männer. In England hatten sie sich in Folge ihrer unbeugsamen religiösen Ueberzeugung unangenehmen Verfolgungen auzesetzt, und nun hatten sie in Amerika beständig mit nagenden Existenzsorgen zu kämpfen. Ihr Leben war durch ndianerüberfälle bei Tag und Nacht bedroht; politischer und religiöser Zank gehörten gleichsam zu ihrem täglichen Vrode. Daß der Teufel in den rothen Indianern willfährige Werkzeuge zur Verhinderung eines Gottesreiches auf dem neuen Continente gefunden hatte, war ein stehender Glaubensartikel, und die Vertilgung derselben war mithin eine von der Religion gebotene Aufgäbe. Dies bezog sich natürlich auch auf die weißen Diener des Teufels, nämlich die Zauberer, und Hexen. Fiel in der Küche einer frommen Familie ein Topf in auffallender Weise um, platzte ein Reifen am Wasser- oder Milcheimer, rasselte es Nachts plötzlich im Kamin, oder lief ein Schwein scheinbar ohne Veranlassung plötzlich durch den Hausgang, dann trieb der Teufel sein Spiel; betrugen sich die Kinder, die entweder mit einer katholischen Magd oder mit einer gerade nicht in der allgemeinen Achtung stehenden alten Frau in Berührung gekommen waren, in auffallender Weise, und ahmten sie z. 23. die Stimmen der Katzen, Hunde und ' Schweine nach, dann waren sie zweifelsohne behext, und ein hochnothpeinlicherProceß stand in Aussicht. So wurde im Jahrein zu Boston eine katholische Irland': hingerichtet, well sie angeblich die vier Kinder der Familie Goodwin behext hatte. Ein Arzt hatte nach genauer ttnlersuchung des ältesten dieser Kinder. nämlich eines dreizehnjährigen Mädchens, bestätigt, daß die gegen die Irländerin erhobene Anklage auf Wahrheit beruhte, und Cotton Mather, das geistliche Oberhaupt NeuEnglands, berichtete von diesem Mädlbcn, daß es bellen konnte wie ein Hund und miauen wie eine Katze; auch habe sie ihre Hände als Flügel gebraucht, sei wie eine Gans durch die Luft qefloq:n und habe dabei nur selten mit den Füßen den Boden berührt. Ein anderes Kind derselben Fa:nil:e erzählte, jene katholische Magd habe ihm einst einen Strick um den Hals gelegt, um es zu erdrosseln, und es führte sich dabei auf, als sei es am Ersticken. Dann gab es beim Verhör oor, sich in einem heißen Ofen zu bcfinden, und bewies dasselbe durch plotzlicheZ Schwitzen. Auch sprang es mehrmals wie rasend hin und her und sagte, es reite auf dem Teufel, der Pferdegestalt angenommen habe. Um diesesKind von seinem hollischen Qnalgeiste zu befreien, nahm es Cotwn Mather in sein Haus und begann an ihm die Macht des christlichen e betes zu erproben. Was er nun später über seinen personlichen Umgang 'mit diesem Kinde berichtet, zeigt, daß er einer der leichtgläubigsten Menschen auf Gottes Erdboden war. Dieses Madchen hielt ihn systematisch zum Narren und schmeichelte hauptsächlich seinen gelehrten Schrullen, was ihn in seiner christlichen Geduld so sehr befestigte, daß er sich sogar während des Studirens ruhig von ihm Bücher an den Kopf werfen ließ. .Später hielt Cotton Mather über seine Beobachtung eine gewaltige Predigt, die er auch in den Druck gab, wodurch er den Hexenglauben in den Colonien auf's Neue befestigte. Dies geschah mehrer Jahre oor den Hezenprocessen von Salem, die eine größere Berühmtheit als dieser und andere vereinzelt!. Fälle erlangten. Die Bewohner von Salem scheinen dem Namen ihres Städtchens (SalemFriede) überhaupt niemals Ehre gcmacht zn haben, denn ihre beständigen Zänkereien über gottesdienstliche Gebrauche, sowie über die Zulässigkeit deZ Branntwein- und Tabakgenusses ließen sie nie fo recht zu einem ruhigen und friedlichen Dasein kommen. Die Männer wurden bestraft, wenn sie hohe Stiefel oder langes Harrr trugen, und den Frauen waren lange- Rockärmel, Schnüren nnd ahnlicher Firlefanz streng verboten. Scheltenden Männern und keifenden Frauen wurde, die Zunge in HzlzÜcunmern gesteckt, oder sie wurden dir! Mal in'S Wasser getaucht. Der fortschrittlich gesinnte Geistliche Roger Williams hatte allerdings in dieser Coloni: liberale Ideen ausgestreut und unter Anderem auch eine' Trennung der weltlichen und geistlichen Macht befürwortet, aber er war dafür in die Verbannung gctrie ben und seine Anhange? waren excommunicirt und mundtodt gemacht worden, so daß es nur eines geringen Ansioßes bedürfte, um auch einmal ein paar Hexenprocesse zu insceniren. Und diese äußere Veranlassung war darm bald gefunden. In der Familie eines gewissen Parris. eines verschmitzten, .herrsch- und rachsüchtigen Geistlichen, versammelten si toäfind d-ö Winters 1691 92 mehrere junge Mädchen, die sich die I Zeit mit dem Erzählen und Anhörcn grausiger Gespenstergeschichten vertrie-' fcery und Frau Situty iVtt aus Welt-

ftnolm stammende Sklavin, mach?,-. f.t bei di'se? Gelegenheit mit den abzläubischen Gebräuchen ihrer ursprünglichen Heimath bekannt. Sie weihte diese Mädchen derart 'in die Kunst des Lerstellens und Nachäffcns ein, daß sie bald in den Ruf des Behextseins kamen. Zu diesem Kreise gehörte die neunjährige Tochter des Geistlichen und seine elfjährige Nichte Abigai! Williams, welche späterhin ?ineHauptrolle in den Hcxenprocessen spielte; ferner Ann Putnam, eine zwölfjährige Beamtentochter, durch deren Aussagen späte? die meisten Hexen am Galgen endeten, und die sich so verhaßt machte, daß Niemand an ihrem Grabe vorbeiging und Jedermann den Wunsch aussprach, ja nicht in ihrer Nähe beerdigt zu werden. Ferner gehörten zu ihrem Kreise mehrere Dienstmädchen, die sich später durch schändliche Anklagen an ihren früheren Herrschaften rächten, sowie die Frauen Pope, Bibber und Putnam, die Mutter der eben genannten Ann Putnam. Bald hatten diese in der Kunst, die Behexten zu spielen, eine solch: Fertigkeit erlangt, daß sie öffentliche Vorstellungen geben konnten.die von zahlreichen neugierigen und leichtgläubigen Männern und Frauen besucht wurden. Bei diesen Vorstellunßen geberdeten sie sich wii wahnsinnig, schrien plötzlich laut auf, schnitten die scheußlichsten Grimassen und warfen sich, vor Schmerz sich krümmend, auf den Boden. Nachdem sie herausgefunden. daß sie die Aufmerksamkeit ller Bewohner des Städtchens auf sich gelenkt hatten, und daß man nur noch von ihnen sprach, gaben sie sich erst recht Mühe, ich durch, ihr wahnsinniges, aber berechnetes Gebahren zu Helbinnen des Tages zu machen. In der Kirche unterbrachen sie durch ihr albernes Geschwätz das Gebet und die Predigt, und anstatt sie, was doch ein Leichtes gewesen wäre, zur Ordnung und Vernunft zu bringen, bedauerte man sie allgemein, waren sie doch, was uch ein Dorfarzt nach gründlicher Uniersuchung constatirt hatte, behext und vom Teufel besessen. Jeder, der entgegengesetztcr Ansicht war und in Folge dieser unangenehmen Auftritte dem Gottesdienst fernblieb, mußte späterhin schwer für seine Ketzerei büßen. Man suchte durch Fasten und Beten die armen Kinder von ihren Quälgeistern zu befreien, und Parris lud auch mehrere ihm befreundete Geistliche in sein. Haus ein, um die..Besessenen zu beobachten und dann eine Beschwörung der bösen Geister vorzunehmen. Die Kinder spielten bei dieser Gelegenheit ihre Rolle so geschickt, daß jene srommen Herrn fest davon überzeugt waren, der Fürst der Finsterniß habe seine Herrschaft in Neu-England angetreten. Wer sind Diejenigen, fragte man allgemein.die im Dienste des Teufels diese armen Geschöpfe so unmenschlich quälen? Und dann bestürmte matt die Mädchen so lange mit Fragen, bis eins nach dem anderen die Namen Good Osborn Tituba ausrief. Diese drei Personen wurden nun am 19. Februar 1892 auf die Aufforderung von vier angesehenen Bürgern-in Anklagestand ' versetzt. Die Richter John Hawthorne und Jonathan CorWin präsidirten während der GerichtsVerhandlung, die mit Gebet eröffnet worden war. Di: drei Angeklagten standen auf einer Plattform und die ls Zeugen citirten Mädchen befanden sich in ihrer Nähe. Sarah Good wurde zuerst borgeführt. Es war dies eine arme, bettlägerige Frau, die keinen Freund hatte und ihre Nahrung vor fremder Thür suchen mußte. Sie lebte von ihrem Manne getrennt und hatte, wie es scheint, den bösen Zungen häufig Gelegenheit gegeben, sich mit ihr zu beschäftigen. Die Frage, ob sie es sei, welche die armen Kinder so teuflisch quäle, beantwortete sie mit einem entschiedenen Nein. Doch da fielen plötzlich die Mädchen nieder und krümmten sich so vor Schmerzen, daß sich jeder Zuschauer darob entsetzte. Sobald man sie aber in der Nähe der Hexe brachte, kehrte das tilflische Fluidum in dieselbe zurück und 'die Kinder, .bernhigten sich augenblicklich. Diese Manifestation überzeugte natürlich die Richter und das Publikum von der Schuld der .Angeklagten, und als dieselbe sah, daß ihr Urtheil überhaupt schon vor dem Verhöre gefällt war, ward sie zur Angeberin und schob die Schuld auf die Mitangeklagte Sarah Osburn; wenigstens wurde ihre Bemerkung, daß die Quälerei der Kinder von einer anderen Person ausgehen müsse, auf jene Frau gedeutet. Auch von Frau Sarah Osburn glaubte man allgemein das Schlechteste. Ihre Ehe war eine äußerst unglückliche. Die Frau ward tiefsinnig und klagte oft darüber, daß sie, die wohlhabende Farmerswittwe, sich einen armen Knecht zum Manne genommen habe. Ihr Mann gab -ihr kein günstigeZ Zeugniß; aber er stellte entschieden in Abrede, daß sie eine Hexe sei. Auch sie selber bestritt dies energisch; allein die Aussagen und das fanatisch: Gebahren der Mädchen machte jede Widerrede überflüssig. Nun wurdeTituba vorgeführt. Man hatte vorher ihr Korper einer gründ lichen Untersuchung unterworfen und mehrere Male an demselben entdeckt, die selbstverständlich für Teufelszeichen erklärt wurden; allem Anscheine nach rührten sie aber von Schlägen her. Tiiuba war durch di: Predigten deö Parris, ihres geistlichen und weltlichen Herrn, und durch die zahlreichen, damals von Mund zu Mund qehenden Hefen- fld G-spenstergeschiten in den Ai-rglauben ihrer Zeit gdlich eingeweiht worden; auch mögen ihr dadurch die heidnischen Gebräuche ihrer

i Heimath wied:? in's Gedächtnis zurückacrufcn worden sein, so daß sie, d sie überhaupt eine ungebildete Person war, den ganzen Hokuspokus für aäre ÜKiinzL nahm und dann, nachdem, ihr, wie ein amerikanischer Historiker b:richtet, Herr Parris zu Hause di: AntWorten auf die Fragen des Richters mit der Peitsche eingebaut hatte, al5 willenloses Werkzeug Alles bejahte, was man nur von ihr verlangte. So aestand sie denn im Verlaufe des gerichtlichen Verhörs allmälig ein, daß sie und vier andere Frauen die Mädchen behext hätten; zwei dieser Frauen befänden sich bereits im Gefängniß, die übrigen vermöge sie aber nicht zu nennen. Sie selber habe die Mädchen auf das Geheiß eines Mannes behext, der ihr bald in der Gestalt eines Schweines und bald in der Gesialt eines Hundes erschienen sei. Auch seien einstmals in 'seinem Gefolge zwei Katzen, eine rothe und eine schwarze, erschienen und hätten gerufen: 'Diene mir!" M Fernerhin gab sie zu. daß sie mehrmals auf einem Stocke mit Blitzesschnelle durch die Luft geritten sei. Und da nach diesem freimüthigen Geständnisse die tobenden Kinder im Gerichtssaale wieder ihre Ruhe erlangten. so

beruhte ihre Aussage auf Wahrheit, und die drei Frauen blieben mithin b:s 5um Schlußverhöv und Urtheilsspruch im Gefängnisse. Letzterer ergibt sich von selbst: sie wurden zum Tode durch den Strang verurtheilt . und mußten bis an ihren Todestag mit schweren Ketten belastet, damit sie der Teufel nicht etwa befreie, im dumpfen Gefängnisse schmachten. Die beiden anderen von Tituba erwähnten Frauen mußten, da die M.adchen ja noch immer gequält wurden, unter jeder Bedingung 'ausgefunden und unschädlich gemacht werden. Die Kinder wurden nun unablässig mit Fragen bestürmt, doch sie zögerten gar lange mit einer Antwort und steigerten! dadurch die Neugierde des Publikums auf's Höchste. Endlich erklärte Ann Putnam unter konvulsivischen Zuckungen, es sei Martha Corey, welche sie auäle und mit Nadeln steche. Diese Frau, die dritte Gattin des Farmers Giles Corey. war allgemein alssromm und sanftmüthig bekannt; aber sie hatte die Unvorsichtigkeit begangen, die sonderbare Aufführung der besessenen Mädchen zu verdammen, und von den Magistratspersonen behauptet, sie seier? sehenden Auges blind. , Im Verhör hatte Frau Corey naiurlich Nichts einzugestehen, doch sorgten jene Mädchen schon dafür, daß sich Richter und Zuschauer, von ihrer Schuld überzeugten. Sie vertheidigte sich mit seltener Entschiedenheit und Geistesgegenwart, jedoch vergeblich. Ihre Frömmigkeit war allgemein bekannt. aber ebenso bekannt war es, daß der Teufel sehr oft im Kleide der Unschuld auftrat. Auch erinnerte man sich, daß ihr Mann einst in einem Streite mit ihr gesagt habe, sie habe den Teufel im Leibe. Die zweite bisher unbekannte Qua lerin sollte Rebecca Nourse, eine allgemein geachtete und fromme Frau sein, die, da zwischen ihrer Familie und der des Geistlichen Parris ein alter Streit bestand, nun das Opfer einer scheußlichen Prioatrache wurde. Sie wurde also verhaftet und ihr hohes Alter, sowie ihre gesellschaftliche Stellung gaben der Untersuchung ei erhöhtes Interesse. Die Richter schienen sicy allmälig von ihrer Unschuld zu überzeugen, und sie wäre vielleicht trotz des wahnsinnigen Gebahrens der Mädchen freigesprochen worden, wenn nicht plötzlich Frau Pope, ein hysterisches Weib, das während des Verhörs den Angeklagten Schuhe und sonstige Kleidungsstücke an den Kopf zu werfen pflegte, ohnmächtig niedergestürzt wäre. Dies entschied gegen Frau Nourse. Die nächste Angeklagte wai.Dorcas, die vierjährige Tochter der Frau Sarah Good. welche beschuldigt wurde, die leidenden Mädchen mit Nadeln gestochen. gewürgt und gebissen zu haben, was dieselben durch Malern den Armen bewiesen. Sie wurde also zu ihrer mit Ketten belasteten Mutter in's Gefängniß geworfen. Daß der Teufel seine Herrschaft in Salem angetreten und selbst von den Herzen der frömmsten Leute Besitz ergriffen hatte, war nun klar, auch wenn dies der Geistliche Deodat Lawson nicht noch besonders öffentlich in einer Predigt bestätigt hätte. Zum Ueberflusse hielt auch noch- Parris am age der Austheilung des Abendmahls eine Predigt über dasselbe Thema undharanguirte seine Zuhöre? derart, daß mehrereFrauen zur Verwunderung der Gemeinde aufstanden und nach Hause gingen. Darunter waren die Ehefrauen Cloyse und Proctor. gegen die natürlich gleich eine Anklage auf Hexerei erhoben wurde. Bald danach wurden auch der Farmer Giles Corey und Mary Warren dem Gefängniß überliefert, letztere hatte .eine Zeit lang bei John Proctor als Magd gedient und auch jenem Zauberkränzchcn im Parris'schen Hause angehört.. Die Frage, ob sie das Buch des Teufels gcküßt und ihren Namen in dasselbe eingetragen habe, bejahte sie nach auffallend kurzem Zögern, worauf sie gegen allen Gebrauch freigelassen wurde um dann als Zeugin gegen zehn andere Personen, worunter John Proctor und Frau, verwendet zu werden. Gerade, dadurch, daß sich jene Anklägerinnen nicht um die gesellschaftliche Stellung der Angeklagten kümmerten und jedes Famillenband unbeachtet ließen, klangen ihre Aussagen unparteiisch und gerecht. Die Angeklagte Aöigail Hobbs, eine lödsinnize, heimathlose, öOMrige' b

Frau, war mit ihrem Geständnisse schnell bei der rs uttü erklärte, daß sie durch ihre als Hexe begangenenVerbrechen den Galgen mehr als zehn Mal verdient habe. Sie fürchte sich vs. Niemand, da sie mit old boy", wie sie den Teufel nannte, ein Bllndniß abgeschlossen habe. Ferner erzählte sie, daß sie die Bilder der besessenen Mädchen vom' Teufel erhalten habe, und sobald sie dieselben mit Dornen steche, fühlten die Kinder unausstehliche Schmerzen. Ann Putnam trat als specielle Anklägerin gegen den damals in Maine thätigen Geistlichen George BurroughZ auf und beschuldigte denselben, der früher in Salem gewirkt und daselbst zahlreiche Gegner hatte, drei Frauen, nämlich sein: beiden eigenen und dann die Gattin des Geistlichen Lawson. ermordet zu haben. Burroughs wurde also eingefangen und in das mit Hexen und Zauberern angefüllte Gefängnißgeworfen. Ann Putnam bezeugte, daß ihr seine beiden Frauen im Todtenbemde erschienen seien; die erste habe ihr erzählt, daß er sie unter den linken Arm gestochen und dann die tödtliche Wunde mitSiegellack verschlossen habe; die zweite habe er auf einem Schiefe umgebracht. Dies brachte natürlich das ganze Publikum gegen jenen Geistlichen auf. stand derselbe doch sowieso nicht im Rufe der Strenggläubigkeit und hatte sogar mehrmals die Theilnahme am Adendmahle versäumt. Außerdem wurde gesagt, Burroughs habe bei den nächtlichen Teufelsfesten als Caplan fungirt, und Mary Warren beschwor, er besäße eine Trompete, womit er die Hexen zu seinen Versammlungen herbeirufe. Den Ton dieser Trompcte könne man in allen Ansiedlungen Reu-Englands deutlich vernehmen.und sobald ihn die Hexen hörten, setzten sie sich eiligst auf ihre Besenoder Ofengabeln und reisten ab. Außerdem ward Burroughs beschul dizt, bei mehreren Gelegenheiten Proben außerordentlicher Körperkräfte abgelegt zu haben, und da er von kleiner Statur war, so konnte ihm nur der Teufel dabei geholfen haben. Mit mehreren anderen Verurtheilten wurde er zum Galgenberge beiSalem gefahren, .und als er die verhängnißöolle Leiter bestieg, hielt er eine gewaltige Rede über den Aberglauben der Zeit und betete das Vaterunser mit solcher Inbrunst, daß die Umstehenden zu Thränen gerührt wurden und man mit Recht befürchtete, sie würden die Hinrichtung gewaltsam verhindern.Doch die Anklägerinnen waren auch zur Stelle und sagtender Teusel stehe hinter ihm und diktire ihm seine Rede. Auch zeigte, sich der gestrenge Cotton Matber hoch zu Roß und beruhigte die Gemüther durch die Bemerkung, Burroughs sei überhaupt kein ordinirter Geistlicher 'und der Teusel habe ja auch bekagintlich die Macht, als Engel des Lichtes aufzutreten. Darnach konnte dann die Hinrichtung ungestört vor sich gehen. Burroughs Leicke wurde nach einem zwei Fuß tiesen Loche geschleift und darin nebst den zweier anderen Zauberern beerdigt, aber so. daß eine Hand, ein Fuß und das Kinn unbedeckt blieben. Diese Erfolge machten jene gründverdorbenen Anklägerinnen von Tcg zu Tag kühner; sie waren im Localklatsch gründlich bewandert und konnten also leicht anstößige Menschen in's Gefängniß und an den Galgen bringen. Das Scheußlichste aber war, daß man allmälig anfing, kleine Kinder zu bereden, gegen ihre Mütter als Zeugen aufzutreten, und welchen niedervächtigen Einflüsterungen dieselben ausgefetzt waren, und wie schrecklich sie dieselben verwertheten, davon möge ein Beispiel genügen. Als Martha Carrier dem Gerichtshose vorgeführt wurde, fand sie ihre vier Kinder auf dem Zeugenstande vor, und eins derselbe, ein Mädchen Namens Sarah, wurde gefragt: Seit wie lange bist Du eine Hexe?" Seit meinem sechsten Jahre." .Wie alt bist Du jetzt?" Gegen acht Jahre." Wer hatDich zu einer Hexe gemacht?" Meine Mutter." Auf welche Weise?" Ich mußte mit einem Finger ein Buch berühren; das Buch war roth, seine Blätter wa-

ren schwarz." Wie hast Du diese Mädchen gemartert ? .Ich habe Le gestochen. Meine Mutter bat micö ihnen gebracht." Aber dieselbe war doch im Gefängniß?" Sie erschien mir in der Gestalt einer schwarzen Katze." Wie weißt Du, daß s Deine Mutter war?" Die schwarze Katze sagte es mir." Em anderes Kind der Angeklagten bezeugte Aehnliches. Doch Frau Carrier war, wie man zu sagen pflegt,auch richt auf den Mund gefallen und nannte im Eifer ihrer Vertheidigung die Richter Lügner und Betroaene; doch je wackerer sie sich vertheidigte, desto schrecklicher krümmten sich die "besessenen Mädchen vor Schmerzen. Dieselben wurden erst dann ruhig, als man der Angeklagten Fesseln anlegte, so dan si; also ihre teuflische Kunst nicht .ehr ausüben konnte. So füllten sich allmälia die Gefänarisse von Salem, Jrswicht. Boston uno Cambridge; die Geschäfte waren lahmgelegt, und Jeder, der es ermöglich:? konnte, verließ diese wirklich vom Teufel besessene Gegend; denn wer da mit den armen Angeklagten Mitleid hatte und ein Wort zu ihren Gunsten sprach. der war ih? Mitwisser und Mitschuldiger, dem das Gefängniß drohte. Dem Gouverneur Phips ging es mit der Verfolgung und Verurtheilung der Hexen und Zauberer viel zu langsam voran; er ernannte daher einen aus sieben Bostoner Juristen bestehenden Gerichtshof, welcher die .Schuldigen

schleunigst zur Bestrafung bringen und ö?eu-England vom Regiment? des Teufels befreien sollte. Die Juristen kanen denn auch ihrer Aufgabe getreulich nach. Unter den fünf Personen, die sie am 19. Juli 1692 an den Galgen beförderten, befand sich auch die uns bereits bekannte Rebekka Nourse. Ihre unbescholtene, tugendhafte Vergangenheit. sowie ihr würdevolles Auftreten machte auf Nichter und Geschworene den günstigsten Eindruck, und das Urtheil lautete, trotz der verzweifelten Anstrenzungen der Zeugen nichtschulig". Run aber ging ein wahrer Hexentanz an; die von ihr bezauberten Mädchen und Frauen, die ihren Einfluß schwinden sahen, boten nun ihre gesammten höllischen Künste auf. um den Richtern und Geschworenen eine andere Meinung beizubringen, was ihnen leider auch gelang. Man erzählt sich, daß der Körper dieser am Galgen gestorbenen Frau bei Nacht ausgegraben und in, der Nähe ihrer Wohnung beerdigt wurde. Ihr eingesunkenes Grab zeigt man noch heute und ihr aus Eichenholz erbautes Häuschen .ist ebenfalls noch zu sehen. Immer kühner, frecher, verschmitzter und verwegener wurden jene Anklägerinnen. Die Hexenprocesse nebst Hinrichtungen schienen ihnen zu iner nothwendigen Unterhaltung geworden zu fein. Als sie aber den Geistlichen Willard, die Gattin des, Gouverneurs Phips und schließlich die fromme Gattin des Geistlichen Hale der Zauberei bezichtigten, da überschätzten sie doch ihren Einfluß und standen auf einmal in den Augen des Publikums und der Richter als Meineidige da; denn diese Personen, dessen war Jedermann sicher, konnten- mit dem Teufel absolut kein Bündniß abgeschlossen haben. So kam man allmälig zu der Ueberzeugung, daß man systematisch bintergangen worden war, und bald legte sich - der Sturm. Im Januar 1693 wurden von fünfzig eingekerkerten Personen nur drei schuldig befunden,, aber nicht hingerichtet, und im Mai .desselben Jahres wurde in Folge einer Proklamation des Gouverneurs Phips allen Gefangenen die Freiheit zurückgegeben. Im Ganzen waren gegen 300 Personen eingekerkert gewesen; zwei davon waren im Gefängniß gestorben und zwanzig waren hingerichtet worden. Laut dieser Proklamation aber mußten die entlassenen Gefangenen die Koften ihres Processes und ihres UnterHaltes im Gesängnisse aus eigener Tasche bestreiten, was viele Familien an den Bettelstab brachte. Die Industrie Salems war auf lange Zeit lahm gelegt; das Vertrauen in die Richter und Leiter der Colonie war geschwunden. Von jenen unheilvollen Mädchen gestand nur eines, nämlich Ann Putnam, ihre Schuld ein; bestraft aber wurde kein einziges. Der Geistliche Parris, dem der Historiker Upham mit Recht die intellectuelle Urheberschaft dieser Hexenprocesse zuschreibt, mußte sein Amt niederlegen und das Weite suchen. Sein fanatischer Gesinnungsgenosse Cotton Mather blieb seinen alten Ansichten treu und war nach wie vor ein

gewaltiges Rüstzeug der Reaction. Von allen Richtern hatte nur einer, nämlich Robert Pike, den Muth gehabt, seinem Zweifel am Hexenglauben Ausdruck zu verleihen. Als Richter Sewall zu der Ueberzeugung gekommen war, daß er sein Amt mißbraucht und sich zu einem Werkzeuge des Aberglaubens hergegeben hatte, legte er in einer Kirche Bostons ein öffentliches Bekenntniß seines Irrthums ab und bat die lauschende Gemeinde, mit ihm Gott im Gebete zu ersuchen, daß er das Land jener Missethaten wegen nicht bestrafen möge. Im Jahre 1696 wurde zur Sühne dieser Verbrechen ein allgemeiner Festtag ausgeschrieben, und fünfzig Jahre später wurde ein Gesetz erlassen, nach welchem die Ueberlebenden dieser Tragödie oder deren Angehörige durch Geld- oder Landschenkungen für ihre Verluste entschädigt werden sollten. - Gallows Hill, auf dessen kahlen Gipfel im Sommer 1692 neunzehn Personen so lange am Halse aufgehängt wurden, bis sie todt waren, steht noch, und an seinem Fuße hat eine fleißige und friedliche Bevölkerung ihre Wohnungen aufgeschlagen. Die Häuser rücken immer weiter hinauf, denn der alte Glaube an das Umgehen der Todten auf der Richtstätte ist wie der Glaube an Zauberei und Hexerei fo ziemlich verschwunden. Bleiche, lahme, zahnlose und in allgemeiner Ungnade stehende Frauen können, nun ungehindert alt werden; böse Zungen mögen ihnen mancherlei ' Unannehmlichkeiten bereiten und ihnen das Leben verbitlern, das Todesurtheil aber können sie nicht mehr über sie aussprechen. Und selbst wenn dieselben auf einem Besenstiele einen Ritt durch die Luftvagen wollten, so hätte kein vernünftiger Mensch etwas dagegen einzuwenden, ist doch oben mehr Ellbogenraum als auf der dicht besetzten Erde. Höchstens würde ihnen, im Falle sie dieses Kunststück überhaupt fertig brächten, irgend ein Barnum die Offerte machen, sie öffentlich für Geld zu zeigen, und dann wäre ihr Glück auch ohne den Teufel gemacht. Die Menschheit schreitet doch voran, trotz all' und alledem! Kurirt. A.: Wie verträgst Du Dich jetzt mit Deiner Frau, ist sie von ihrer Eifersucht geheilt?" B.: Vollkommen, vor Kurzem machten wir Abends zusammen! eineu Spaziergang und am anderen Morgen erhielt sie ein anonym-ö Billctt: GrIern Abend wurde Ihr Herr Gemahl wieder mit "der bekannten häßlichen alten .Person gesehen." Seitdem habe. ;ch Ruhe." . '

Bruthenne für Säuglinge. Auf der Provinzial-Ausstellung zu Lyon, im Sommer des verflossenen Jahres, welche durch die wahnsinnige That Caserio Santis zu einer traurigen Bedeutung gelangt ist, war eine Neuigkeit zu sehen, welche nicht nur grauen und Kinder zu. den entzücktesten Beifallsäußerungcn hinriß, son dern auch ernste Männer der Wissenschaft anzqß. In einem Saale befanden sich hinter einer Schranke eine Anzahl von viereckigen Kästen aus galvanisirtem Eisenblech, aus deren Dach eine Art, Schlot und ein Thermometer anfraßten. Die Vorderwand war von einem Glasfcnsier eingenommen, und hinter diesem Fenster ruhte, in einer Hängematte, die von der Decke herabhing, in schloweißen Stechkissen eine Puppe. Wenn man erstaunt näher hinsah, um, sich diese seltsame Spielzeugausstelluna genauer zu beschauen, so sah man. verblüfft, daß diese winzigen Puppen die lächerlich kleinen Händchen bewegten. die lächerlich kleinen Mäulchen spitzten und rundeten, und aus ganz kleinen, runden, schwarzen Vogeläugen vergnügt um sich schauten. Es waren echte, kleine Menschenkinder. Es haben bekanntlich nicht alle Kinder die löbliche Geduld, ihren Geburtstag abzuwarten. Eine sehrgroße Anzahl unserer künftigen Mütter und Helden kann der Sonnensehnsucht nicht widerstehen, die sie vorzei--tig hinauslockt in Todesgluth. Ach ein! In Todeskälte. Denn diese

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Brutapparate für Reugeb o r e n e. unsagbar zarten und hinfälligen Geschöpslein, wenn sie lebend durch das Thor des Daseins treten, erliegen trotz aller Sorgfalt und Mühe ihrer liebevollen Pfleger in wenigen Tagen oder Stunden der Kälte dieser kalten Welt. Ihre noch so wenig entwickelte Stoffwechselthätigkeit kann die Wärmeverluste nicht ersetzen, die an der kalten Luft, trotz Decken, Ofen .und Wärmflasche erfolgen; und sobald die Temperatur des Blutes unter 33, 32 Grad Celsius dauernd sinkt, geht der Warmblüter Mensch zu Grunde. Da lenkte die Liebe das Auge ihrer mächtigen Schwester Wissenschaft auf dieses . Aehrenfeld des Todes. Und die Wissenschaft im Bunde mit ihrem starken Werkmeister, der Technik, machte sich daran, ihrem alten Widersacher, Freund Hein, wieder ein neues Gebiet zu entreißen. Lion construirte seine Bruthenne für Säuglinge, einen veränderten Thermostaten, d. h. einen Apparat, der eine beliebige Temperatur beliebig lange gleichmäßig festhält, indem automatisch wirkende Ventile jede Abweichung von der vorgeschriebenen Wärmemenge sofort durch neue Zufuhr von warmer, resp, kalter Luft ausgleichen. In diese Apparate, die außerdem eine ausgiebige Lüftung gestatten, bringt er die kleinen Todescandidaten und nimmt sie aus der gleichmäßigen Wärme, die sie gewohnt waren, nur um sie ihren auserlesenen Ammen für kurze Zeit an die Brust zu legen. Die Erfolge sind glänzend zu nennen. Von 300 Kindern. von denen nach allen Erfahrunaen der Vergangenheit 270 gestorben wären, sind 240 qefund und rosig ihren Eltern zurückgeaeben worden. Der Kleinste dieser Kleinsten wog 21-4 Psund. Auf Grund solcher Erfolge ist es nicht zweifelhaft, daß die feaensreiche Erfindung sehr bald ihren Siegeszug durch die ganze cioilisirte Welt machen wird. Schwarze Thränen. Stubenmädchen (zur Köchin, die sich mit einem Neger verlobt und soeben einen Brief von diesem empfangen hat): Ach, der Brief iZa voller Klexe!" Köchin: Dumme Gans das sind ja seine Thränen!" ' Unangenehmer Umsi a n d. A.: Eure Hochzeit war wohl die Folge einer Liebe auf den ersten Blick?" V.: Ja freilich; leider hatte ich aber an jenem Tag: gerade mein: Brille zu Hause liegen lassen." . Ungälant. Frau: Ach, Männchen, sobald ich den Walzer aus dem Zigeunerbaron höre, bin ich ganz und gar wez.- Satte: Wenn sich das bestimmt so verhielte, pfiff ich ihn den ganzen Tag

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