Indiana Tribüne, Volume 18, Number 218, Indianapolis, Marion County, 28 April 1895 — Page 9

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Jndlana Tribüne. mlans. Die drel TSiwestern. Humoreske von Carl Murai. Die drei Schwestern, von denen hier gesprochen werden soll, waren im All gemeinen weder liebenswürdig noch zung ja nicht einmal hübsch. Jede einzelne hatte schon jenes Alter überschritten, welches auf die den Reiz der Jugend anbetenden Männer von 'ersührcrischer Wirkung ist. Aber i.-de einzelne besaß .zehntausend Mark Äitgift und noch dazu in baarem Geld. Diese Mitgift lag in der Sparkasse auf Zmsen und wurde unter der Be dingung plazirt, daß sie ohne jeden Kündigungstermin herausgenommen werden könne. Man muß noch erwähnen, daß alle Schwestern verbittert und klatschsüchtig waren und selbst davor nicht zuruage schreckt hätten, auf öffentlichem Orte eine Szene zu machen. Wenn wir nun auch noch verzeichnen, daß sie in einem kleinen Städtchen wohnten, und der Bürgermeister ihr entfernter Verwand, ter war, können wir zu dem großen Uebel des kleinen Städtchens gemächlich übergehen. Wie es auch kommen mochte, e5 war' einmal so: die der ehrte Gemeinde des Städtchens hatte Pech mit ihren Kassirern. Ter eine war ein alter Herr, der sich allgemeiner Werthschätzung erfreute und den man mit großem Pomp begrub. Tie Stadt als solche ehrte ihn mit einem Kranze, das Ortsblatt würdigte in einem Leit artikel seine Verdienste und es tauchte sogar der .Plan auf, ihm auf dem Wege einer Kollekte einen Grabstein zu errichten. Toch dieser Plan erwies sich als undurchführbar, weil es sich recht bald herausstellte, daß der werthgeschätzte alte Herr ungefähr fünfzigtau send Gulden defraudirt hatte. Den neuen Kafsircr wählte man ein stimmig, weil er ein stockhohcs HauS und Grundbesitz fein Eigen nannte und außerdem in der Bank ein schönes Kapi tal deponirt hatte. Ein kalter, ernster Herr war dieser neue Kassirer, den man sich da mit solcher Vorsicht ausgesucht hatte. Seine Grobheit vcrhalf ihm zu großer Achtung und Bürger von miß trauischem Naturell wären bereit ge wesen, für ihn die Hand in's Feuer zu legen. Unter solchen Umständen erregte es großes Aufsehen, als er nach einer bestimmten Zeit vor dem Advokaten erschien und diesen Herrn darum bat, ihn einsperrm zu lassen, weil er eben einen Theil des städtischen' Geldes veruntreut hatte. Im ersten Moment glaubte der Advokat, daß der Kassirer verrückt ge worden und es seine fixe Idee sei, Witze zu machen. Später wurde es jedoch unzweifelhaft, daß die Veruntreuung eine nicht hinwcgzuleugnende'Thatsache und daß das Manko die fünfzigtausend Gulden überschritt, welche er einer Bor senspekulation geopfert. Man veranlaßte eine Kontrole der Bücher, man beschuldigte den Bürger meiste? der Faulheit und forderte von ihm, daß er entsage. Die Kontrole er gab jedoch, daß die entsprechende Gegen Prüfung vorhanden war, daß auch der Bürgermeister unschuldig sei, nachdem der Kassirer jene Summe nicht in Raten, sondern auf einmal defraudirt hatte. Man erhöhte also die Gemeindesteuern und wählte einen neuen Kassirer. Dieser neue Kassirer war ein ziemlich zunaer Mensch und erweckte große Er wcrrtungen in den Bürgern, darüber nämllch,wann und wieviel er defraudiren werde. Der Bürgermeister erklärte zwar feierlich, daß er mit seinem Kopf dafür gutstehe, aber man gab nicht viel darauf, denn was sollte man auch schlieyllch mit dem Kopfe des Burger Meisters anfangen. Ter Kopf I er Stadt war aber ein viel rafsinirlercr alter Geselle als man es aedacht hätte. Wie der neueste Kas sirer. dessen Privatvermögen nicht einen Kreuzer betrug, sich zur Kasse stellte und sem Amt begann, verfolgte er un ablässig sein Thun und er war über leben Schrüt des Kawrers mfornurt. so erfuhr er dann eines Morgens, daß der Wächter der städtischen Gelder in der vergangenen Nacht im edlen azarojpiele vleryunoert dulden ver Ijren habe. Als am Nachmittag die Amtsstunde begann, stellte sich der Bürgermeister mit lächelndem Antlitz beim Kassirer ein, ihm zuflüsternd, daß in fünfund vierzig Minuten eine Kassarevision stattfinden werde. Bis dahin bleibt er gleich da, um mit ihm zu plauschen. . . Ter junge Mann war überrascht, aber er lächelte, wiewohl man es ihm un zweifelhaft ansah, daß er das Nicht auZ besonders freudiger Laune thue. Nach je zwei bis drei Minuten griff er nach seiner Uhr, schielte bald nach der Thüre, durch welche die Revisionskommission eintreten sollte, bald wieder nach dem Fenster, durch welches er so bequem hätte entfliehen können. Nach Ablauf einer Viertelstunde rief er den Bürgermeister bei Seite und beichtete ihm nicht gerade lächelnd das Faktum, daß aus der Kassa zweihun dert Gulden fehlen. Dann flehte er um Gnade und eine Ersatzfrist. Der hervorragendste Bürger des Städtchens setzte ruhig sein Rauchen fort und sagte so etwas wie bei" Gott sei die Verzeihung. Darauf bat ihn der Kassirel jim einen geladenen Revolver, aber ohn Erfolg. .Ich werde Sie den Gerichten über Heben," erklärte der Bürgermeister, trenn Sie die einzige Gelegenheit, die sich Ihnen bietet, nicht ergreifen." Und er sagte ihm, worin die einzige Eeleaenheit. die sick ihm bietet, bestehe. .eine Gelegenheit, durch deren rasches

Ergreisen er noch auZ der Sauce herauskommen könnte, die er sich selbst zu bereitet hatte. Diese Gelegenheit aber bestand aus nichts anderem als daraus, daß er eine der früher erwähnten drei Schwestern sofort zur Frau nehmen solle. Die zu wühlende Schwester werde ihn nicht nur zum Altare beglei, ten, sondern auch den fehlenden Betrag zu seiner Verfügung stellen. . Ter junge Mann wählte von den zwei Uebeln das schlechtere und statt, daß er sich hätte einsperren lassen, schwor er der einen Schwester ewige. Treue. Das Manko wurde noch an diesem Tage ersetzt und als die auf den näch. sten Tag verschobene Revision vorge nommen wurde, fand die Kommission alles in Ordnung. Der glückliche Gatte und Kassirer blieb nicht lange unter den Bankbeam. ten. Er wurde zum Gemeinderath ge wählt auf Grund einer warmen Empfehlung deZ Bürgermeisters. An Stelle des zum Rathe ernannten Mannes mußte man einen neuen Kassirer wählen. Und diese Wahl geschah un.

ter großen Befürchtungen, weil von dem einzig ernst zu nehmenden Be Werber bekannt war, daß er trank und svlelte. Aber er . betrog Niemanden. . WaZ er schuldig blieb, das bezahlte er und Punktum; man wählte ihn also und gratulirte ihm.Nur einen Mensch? gab es, der mit Bedauern auf ihn herabsah und dieser eine Mensch war der frühere Kassirer, er Gatte der einender drei Schwestern. ie eS scheint, ahnte er so etwas wie aß dieser frohe, immer gut gelaunte neue Kassirer noch einmal sein Schwa zer sein werde. So geschah es auch. Die Bewohner öer Stadt wurden eines Morgens mit zer Nachricht überrascht, daß die zweite öer drei Schwestern auch geheirathet habe, und zwar den Kassirer, den man nit nachdenklichem Antlitz am User des ßlusses spazieren gehen sah, wobei e? öaS Wasser und die Eistafeln traurig beschaute. Im großen Gegensatze zum Bürgermeister, der sich den ganzen Tag lustig die Hände rieb. Man braucht es vielleicht gar Nicht zu sagen, daß die beiden unglücklichen ttasjirer semer Zelt unter . den drei Schwestern wählen konnten. Der erste wählte, als ihm das Messer an die Gur gel gesetzt wurde, die jüngste und am wenigsten häßliche, wiewohl der Unter schied kaum in die Augen fiel. Ter iweite Gatte hatte schon keiue so große Auswahl, er führte von den Vorhändenen zweien die jüngere zum Traualtar. Die älteste, scharszunglgste und giftigsie war zu Hause geblieben. Daß man sie ignorirt hatte, erfüllte sie mit wil dem Hasse gegen das männliche Geschlecht, und nachdem sie sehr aufrichtig war, erklärte sie, sich an dem Einen zu rächen, den sie heirathen werde. Daß auch ihre Zeit kommen werde, daran zweifelte sie nicht, weil sie gut wußte, daß sich noch jcine Kassirerwahl ergeben müsse. Und wenn man einen Kassirer wählt, dann wird ja ihre feierliche Ver lobung sein. Der Bürgermeister entfernte auch bald den zweiten Kassirer von der Kassa, damit nicht wieder ein neues Malheur passirte. Und so stand der städtische Rath wieder einmal vor der großen Frage, wen man zum Kassirer wählen sollte. Wie schwierig auch die Situation war, sie wurde dennoch ge löst. Man wählte einen sanftmüthi gen, schüchternen jungen Menschen; dieser junger Mensch war so anständig, so gemüthvoll und so liebenswürdig, daß ihn der Bürgermeister beinahe auf richtigen Herzens bedauerte. Er fühlte eine gewiije Liebe zu ihm und daraus ist es erklärlich, daß er ihn einige Tage nach der Wahl zum Mlttagmahl ein lud. Dort war der erste Kassirer mit der längsten der drei Schwestern, dort w i A.ff?..... i . ii. war oer zweiie airer rnii oer miiiie ren der drei Schwestern und dort war auch die noch ledige älteste Schwester. Das Mittagmahl zeigte einen bestimmten Familiencharakter und so ist eS sehr natürlich, daß die Hausgenossen zu streiten anfingen, zum großen Entsetzen des kindlichen Kassirers, der vor lauter Furcht Nicht ein und aus wußte, als er sah wie die drei Drachen mit seinen Vorgängern verfuhren. Nach dem Essen, nachdem die zur Fa milie Gehörigen sich auch noch gezankt hatten und sodann entfernten, blieb der Bürgermeister allein mit dem neuen Kassirer und stellte sich mit einer Mit theilung vertraulicher Art vor ihn. Er erzählte ihm den Fall der beiden Kassirer, deren Jwangshelrath und malte bewegt ihr häusliches Unglück. Dann aber lenkte er seine Aufmerksam keit auf die allerältefle und allerhäßlichste Schwester. Mehr sagte er nicht. Der neue Kassirer entfernte sich mit einem wahren Fieber und er vermochte stundenlang sein vor Schauer wild klopfendes Herz nicht zu besänftigen. . . Der Bürgermeister, aber sah ihm zufrieden und heiter durch 's Fenster nach und athmete leicht auf. Er war sich im Klaren darüber, daß dieser liebe junge Kassirer eher Hungers sterben als zu dem Gelde der Stadt greifen werde. Und so kann er ohne Furcht schlafen. . . Er braucht weder zu zweifeln, noch sich zu informiren, denn es gibt keinen Menschen auf der ganzen Welt, der besser über das Geld der Stadt wachen könnte als der ueue Kassirer, denn er weiß, daß die älteste der drei Schwestern noch immer nicht verheirathet ist. Ein verhängnisvolles Leiden. Humoreske von Fritz Eberhardt. Frau Lössler, geb. Starke, führte in ihrer Ehe mit Easimir Starke immer das Regiment. So war es schon vor Jahrengewesen, so-war es noch heut. Herr Easimir Starke war jüngst von einem heftigen Jnfluenza-Anfall heimgesucht worden, der auch die ohnehin etwas schwachen Augen in Mitleidenschabt gezogen .hatte. Sas äußerte sich

in eMe'm andauernd chronischen Zwin-

kern der Lider, welches der Patient anfanas nicht gerade angenehm ver merkte, das ihn aber, anßer beim Lesen. wenla störte, besonders da er seit Beginn dieses Uebels das Zimmer nicht mehr verlassen hatte. Eines Morgens betrachtete sich Frau Löffler aufmerksam ihren Gatten und sprach in ihrer be kannten, energischen Weise: Easimir' ich glaube, heute kann ich Dich mit gutem Gewissen den ersten Ausgang ma chen lassen, den Dir Doktor Peter ja schon vor drei Tagen erlaubt Y2t. Tu fühlst Dich doch wieder?" O ja, liebes . Weib. Wenn nur nicht das lüstige Augenzwinkern wäre!" Ph, hat nicht viel zu sagen, ist sicher nur ein bald verschwindendes Ueberbleibsel der Influenza. Für alle Fälle kannst Du ja morgen oder über morgen mal zu unserm berühmten Au genspecialisten Kühler gehen. Für heute habe ich ein paar kleine Commissionen, die Du Deiner Frau gewiß gerne bcsoraen wirst!" Ab natürlich sehr gerne, liebste Cäcilie," beeilte sich Casurnr zu bemer ken. Also höre. Zuerst gehst Du in daS Contor des Möbeltransportgeschäfts von Bennemann. Es ist das beste in der Stadt kein anderes, Casimir, soll in drei Wochen unsern Umzug bewcrlstelll gen. Verstehst Du micy?" Ich verstehe Dich. Cäcilie!" Dann kannst Tu ja zu Deinem Freund Schlösser mit Herangehen, dem wir die 10,000 Mark zur Erweiterung seines Geschästs leihen wollen. Da wir die Bedingungen vereinbart haben. brauchst Du sie ihm ja ietzt nur mitzu theilen. Nicht wahr? Zuletzt Du weißt, ich wollte schon längst meine alt modisch gewordene Filigran Halskette beim Juweller angeben. Vielleicht ver suchst Du mal, ob sie Dir der Juwelier Braunfels oder ein anderer abnimmt. Natürlich zu einem annchmbareu Preise!" Obwohl Herrn Casimir Löffler zum Mindesten die letzte Commission nicht sehr angenehm war, nickte er doch pflichtschuldigst ein Ja ! wickelte sich in seinen dicken Diagonalüberzieher, fuhr noch einmal vorsichtig über die nervösen Augenlider, und verließ mit emem zärt lichen Abschiedsgruß die Wohnung. Ja. wie aesaat. .fierr Bennemann da ich weiß, daß Sie jeden Umzu prompt besorgen, so möchte ich" Casimir zwinkerte mit den Augen 'V)t Hilfe auch in Anspruch nehmen. Mein Name ist lössler, Ne ttier. Bennemann verneiate sich sckweiaend Sehen Sie, verehrter Herr, uns Hauswirth ist ern etwas neugieriger, dreister Herr, daher wäre es mir am lieb ten- Auaemwtnkern Am liebsten ?" wiederholte der An ocre iraaeno. -Am liebsten, wenn wir so in früber Morgenstunde," Sie verstehen mich" Augenzwinkern ohne beobachtet zu werden, in aller Stille Augenzwinkern ziehen könnten !" Bennemann hatte das Augenspiel Löffler s zuerst nut Verwunderung, dann mit Entrüstung beobachtet. Da bedaure ich sehr, auf Ihre wie soll ich sagen unausgesprochenen, aber desto deutlicher angedeuteten Absichten nicht eingehen zu können: Sie wollen offenbar rücken", mein Herr, ich aber mache solche Geschäfte nicht. Empfehle mich Ihnen! Damit ließ der Entrüstete Casimir Löffler, der nicht im entferntesten ahnte, welchen Streich ihm seine Zwinkeraugen gespielt, einfach stehen. Langsam und kopfschüttelnd verließ der Rathlose das Contor. Draußen auf der Straße murmelte er; Kaum glaublich, was es für Unverstand in der Welt giebt. Als ob ich jehmals an's Rücken" gedacht hätte! Ob ich nun zu einem andern TranSporteur gehe? Bennemann sollte der Beste sein, wie werden mich die Andern nun erst behandeln? Doch halt, da drüben sehe ich recht, Freund Schlösser, mit dem ich wegen der 10,000 Mark zu sprechen habe.Bald schritten die beiden Männer, vertieft in ihr Gespräch über das abzuschließende Geschäft, die Siraße hinunter. Meine Frau, verehrter Schlösser, ist ganz damit einverstanden, daß Sie das Geld am 1. April erhalten. Was nun die die Zinsen betrifft" Löffler blieb stehen .... Augenzwinkern .... was die Zinsen anbetrifft, die Zeiten sind schlecht, wie Sie wissen, lieber Freund, gewisse Sicherheiten sind also nöthig" Augenzwinkern .man soll ja nicht sagen, daß ich meinen Schuldner aussauge, aber, na, Sie begreifen" Augenzwinkern . Ich soll begreifen? Sehr wohl; au? Ihren Worten, Herr Löffler. nnd noch mehr aus Ihrer eigenthümlichen Art, Ihren Worten eine versteckte Deutung zu geben bis heute kannte ich das an Ihnen noch nicht begreife ich, daß es Ihnen allerdings vor allen auf Ihren Verdienst ankommt; ich danke daher für Ihre Hilfe, mein Herr, ja, ich danke dafür, möchte Sie aber doch warnen: Die Wuchergesetze sollen jetzt sehr streng gehandhabt werden!" Schlösser war ganz roth vor Cntrüstung geworden, fuhr leicht mir der Hand an den Hut, und fort war er. Schlösser, Schlös-s seer! Ja, werde ich heule denn überall mißver. standen?! Stellt sich dieser Schlösser hierher und belohnt meine Bereitwillig, keit so mit Undank. Was wird nun Cäcilie sagen, daß ich ihre zwei Auf. träge nicht ausrichten konnte? Und nun kommt noch der heikelste!" Herr Casimir Löfffer fuhr mi! der Rechten unter den Ueberzieher in die innere Rocktasche, um sich zu überzeugen, daß die Goldfiligrankette, die er losschlagen sollte, noch an Ort und Stelle war. Gott sei Dank, ja, sie war noch vorhanden; er betrat eine Viertelstunde später guten Muths den Juioelierladen von Mred Brauns-

selb & Co., obwohl man ihm vom Ge

sicht ablesen konnte, daß er eiacntlich über das Wie des abzuschließenden Geschäfts noch im Unklaren war. Ich habe die Ehre, womit kann ich dienen?" Casimir sah, daß der erste Verkäufer ihn bediente, hinter dem Laden schien sich noch eine kleine Werkstatt zu befinden. Casimir strich über seine nervösen Augen, der längere Auf. enthalt in der frischen Luft hatte ihnen wohl nicht gut gethan. Ach, ich möchte eigentlich nichts erwerben ich wollte nur mal anfragen: lausen Sie vielleicht Goldfiligranketten?" .... Augenzwinkern. Ter Verkäufer horchte hoch auf und betrachtete sich das Gesicht dieses unaewöhnlichen Besuchers, dessen Augen so seltsam unruhig waren. Ob wir Ketten kaufen? Hm, ae wohnlich nicht. Aber, wenn der Herr vielleicht erlauben wollen," er nahm das Kleinod aus Löffler 's Hand und erkannte den hohen Goldwerth. Welchen Preis, würden Sie denn fordern?" Casimir errothcte vor Verlegenheit. an die Möglichkeit dieser Frage nicht gedacht, da er seinerseits ein Gebot erwartet hatte. Verehrter Herr, ich bin in diesen Dingen ganz unerfahren," blickte er zu dem Verkäufer auf. der seine Verlegenheit bemerkt hatte, mir kommt es nur darauf an, die Kette zu Geld zu machen" Augenzwinkern und zwar möglichst bald, ich würde sie Ihnen dafür auch" Augenzwinkern gern etwas billiger geben!" Ter Verkäufer streifte mit einem schnellen Blick den Kunden und sagte dann rasch: Sehr wohl; wollen Sie einen Augenblick Platz nehmen, ich muß das Gold zuvor auf feine Qualität prü fen!" Während Casimir auf einen Stuhl sich niederließ, verschwand der Andere in der Thür zu der kleinen Werkstatt, in welcher er seine Ordres mit leiser Stimme ertheilte. Kaum zehn Minu. ten waren verstrichen, währenddem Löffler unter den Prüfenden Blicken des Verkäufers unruhig auf seinem Sessel hin- und herrückte, da ging die Ladenthür auf, ein Mann mit energischen Zügen trat herein und zwar grade auf Herrn Casimir Löffler zu. Mein Herr, darf ich mir gestatten, Sie nach Ihrer Legitimation zu fra. zen ?" Des Angeredeten Schreck war so aewältig, daß seine Augen plötzlich heftig tu zwlniern oegannen. Mein Herr, bei mir ist Ihr Augenspiel, das ja wohl den Versuch macht. ich zum Schweigen zu bringen oder zu bestechen, vergeblich: ich bin Knmtnal beamter. Also nochmals bitte ich um Ihre Legitimation!" Jetzt kam eS wie eine himmlische Erleuchtung über den armen Rentier. LaS Wort Augenspiel" belehrte ihn darüber, welche Ursache seinem heutigen unerhörten Pech zu Grunde lag. Aber, meine Herren, ich bin .ein thrllcher Mann, leider aber bin ich au enkrank, daher mein Zwinkern, daS Sie, Herr Verkäufer, mich für einen Spitzbuben halten ließ!!" Eine Stunde später berichtete Herr casimir Löffler daheim seinem trauten öhgemahl die Erlebnisse dieses Mor genZ und wußte seine Erzählung durch das ominöse Augenzwinkern so drastisch m lllu irnen, da die so ernste Cäcilie garnicht aus dem Lachen herauskam kind schließlich versöhnlich bemerkte: Na, da Du nun bei der Sache wie verholt zwei Augen zugedrückt hast, will ich selbst auch eins wenigstens zudrücken. lllso, Schwamm drüber, lieber Cap mir aber meine Commissionen besorge ich doch von nun an selber !" Eingegangen. Im Coupe von München nach JnnS druck saß ein Herr, der zum Aerger der Mitreisenden zwanzig, in Zeitungs Papier gewickelte Packete mit sich führte. Durch die heftigen Bewegungen deS ZugeS fielen nach und nach sämmtliche Packete auS dem Tragnetze zerplatzend auf die Passagiere, und war dann stets der Betreffende mit HemdkrSgen oder Strümpfen überschüttet. Das trug schließlich so zur Erheiterung der Reisegesellschaft bei, daß man sich diese? Malheur schon gefallen ließ, zumal wenn sich dann der Herr Brumschke auS Dresden so hatte er sich vorgestellt im reinsten und höflichsten Sächsisch dausendmal endschuldichte". Ueberdies mußte Herr Brumschke, da das zer rissene Zeitungspapier zum Verpacken unbrauchbar geworden, die verschiedenen Toilettgegenstände in seinen Kleidertaschen unterbringen. Als auf der Zollgrenze den Reisen, den in der Revisionshalle daö Gepäck untersucht wurde, fragte der Beamte Herrn Brumschke.oder seinen großen Koffer vor sich hatte, ob er ZollpflichtigeS anzugeben habe. Re, mein Gutester, ich habe Sie Nifcht mein Koffer ist Sie nämlich ganz leer!" Das war dem Beamten verdächtig er verlangte den Koffer geöffnet zu sehen. Wahrhaftig, der Koffer war leer! Hm, sehr verdächtig. Nun, was haben Sie denn da?" fragte er weiter; die vollgepfropften Kleider tafchen des Brumschke musternd. Ach, Heeren Sie, da ist nichts ZollpflichtigeS daS ist Sie nämlich meine Wäsche!" Dabei zogBrumschcke einen baumwollnen grauen, mit roth gestopften Socken aus der Tasche. Aber, zum Teufel, weshalb fahren Sie denn mit einem leeren Koffer?" Nu eben den Koffer habe ich ganz nei in Dresden gekauft; er wiegt gerade 15 Kilo; weil man nun aber nur 15 Kilo Freigepäck hat, wollte ich die Ueberfracht nicht zahlen und habe ihn leer mitgenommen!" Tann muß der stoj f er fcfnpüt

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Der Leöer und des Wagens xoelche man um diese Jahreszeit fühlt ist S?.AN8ÄMVs Hamtoeirger Tropf eo.

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i u . r - und Verkauf ausländischen iZeldeö. iiinaen aur ant tsiaoie ixurcDae. werden! Rene noerwareil, Tarif XVI, 15 Kilo macht 5 Gulden 60 Kreuzer!" Bloß Bottermelk! Wer da behauptet, daß man bei But termilck nickt sinaen. bei Buttermilck snicht lustig sein kann, der lese folgensoeS in den ttttyeilunen des deut ischen Vereins gegen Mißbrauch geistiger Getränke" veröffentlichtes Weihe, lieb : Bloß Bottermelll Tat Beer gift Schlag, Te Wien gift Gicht, Te Branwien Kopper in't Gesicht; De Porter uns dat Bloot verdickt, Champagner gor de Been uns knickt, Te Grog makt dumm, ' De Kaffee blind, ' Te Thee makt uns de Kraft to Wind; Tat, wat de Minsch noch drinken kann, Js Bottermelk, de nährt den Mann, Makt frisch dat Hart, Dat Liev uns reen, UnS klor den Kopp, Un flink deBeen. Glosse. Die Liebe ist die Flagge, Das Schifflein ist die Eh'. Das Schicksal ist die Welle, Das Leben ist die See; Die Frau regiert das Steuer Nach ihrer eig'nen Art, Der Eh'mann schwitzt am Ruder Und zahlt die ganze Fahrt. E s g iebt Vorwürfe, mit denez man schmeickelt Sie yermotsr an, hl Futtermühl werth S Z)U ) kür kLir liefern diese Fntt?rmdhl, nd zwar nur je ei an ein, Pers, nd nicht später I di ,um 1. Juli 1895 für $10.00 da nd die Adressen ,n 0 Nachder nd kannten des Einsender?, eiche dem seiden persönlich al ,nerlisfi,e, elnftnßreiche Lente feiner eaend bekannt find nd in diese Jahre vielleicht einige der, ns sabriNrte Artikel ! kaufe denken. Räch den, 1. Jnil werde alle ür dies Offerte an esandte Gelder den Sin ender retsnrnirt nd alle fragen betressd dieser Offerte seine LeriiSfichti,,, ezollt. lieseide ift thatsachlich nr fürietzt in rast und nur di , der ,,e,edke eit. t Ftterkhle wird f. n. . hu, geliefert Wen an Aeig,kschLste n versandt, wird di, Fracht do Thuag ach dem betr. Lweigzeschäktk edksalli berechnet. Diese 25Mtge. äußerst vorzügliche SSae mit aanz Jahlernem Segell, für welche wir vergavaene Jahr 15.00 berechneten, vnd die wir geaenwärtia nur noch in tA.00 verkaufen. 13 in Wirklichkeit eiverdn popu lörsten Artikel, die wir fabriziren. ACRMOTOR CO.. CHIOAQO.

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eckizin ? minei meine nam und von urooa. m ,,,, - , r Offene Volkssprache nv gesunder ieu schevverftand von Dr. . B. Noote. enthält Kapitel über iMm Ursachen und Lerhü tung von rankhktt, Privat Lektüre für W !i Männer nd Frauen, usiaie suruna und lt über eheliche lück. geschlechtliche Erschövfun und deren Wltil ifaam Wiederheruelluna. Seiten mttkOuti laurrationen u. Stn prachtvoll em ttardendruck au &FjteM s aesübrten Kar te. ebst noana von über Rezepten. Populäre Sgave, rei SJ 50 prto frei versandt nach embfana hti etraae. 2n deutscher vd,r glischer Gxrache. vwrray Htll ynblisbing So., 1 Oft tt. trabe, e vork Ihatlge Agenten gegen hohen Rabatt gesucht. Dr. C. N. Schaefer, ZSrzt und Qhirurg, No. 430 Vkadifon Avmue, nahe NcrrtS Str. Vvrechsrunde : 8-:0NhrM,rgt,.5-4Ui achmutog, 7 uhr vnv. Ttlevbo 8. Dr. Carl (?. Winter, Nrzt und (Tbirurg. Spezialift sür Augen und Ohren. Sprechstunden von l 11, -5, 78 Uhr. Zimmer No. 1 im alten Bibliothekgebäude, Ecke Pennsylvania und Ohio Str. Telephon Offtce : 1306; Hau 640. Dr. GurShardt Deutscher Arzt. Wohnung: ?0. 802 Oüd Meridian Otr. Sprech.Ztrnden: 8b S9UhrVorm. Uhr Nachm. 7biS UHrbend. Office: 18 Ost Ohio Straße. Sprechstunden 2 bis ii Uhr Nachm. Televho 80. Z?. Leonh. Bell, Deutscher Arzt, Ecke East und Ohio Straße, praktizirt gemeinschaftlich mit seinem Vater Dr. Guido Bell. vreckstunde' crmtttag 10-12 Uhr. Sprechstunde. Nachmittag -S Uhr. Dr. I. Wühler, 120 Ott Mcdarth Otr. vrch.etnbe:8 UhrBsrm.: i Uhr Nachm.: 7 9 Uhr end. Telephon 14. prechstunden: Sonntaa nr Larmittaal. Dr. THEO. A. WAGNER hat seine Offtce nach L?o. 94 Nord Delaware Crr. verlegt, ad wird sich freue seine Parienten und Freunde dort u empfange. vrechftunden : 10 Uhr or: 1 4 Uhr Nachm.; Sonntag,: Uhr orm. Telephon 348. Qr. I. O Sntelisfe, lesSasttgt fick schließlich tt wnndlrMchen blin nd mit schlecht, llrtnrranktzeite. R. 5 Oft Market Cirafte. Dfllccetnndc : 9 lt 10 Uhr Born. S II I Bit ach, onntaa gen,. Xalc lt 41. "lAHSHS m'VCL-.LLlJ ti& Der fiHTMt Erkund, u Unsere dollknnnene Spritz frei mit jeder Flasche. CJaCI keine Flecken, verhütet Strikturen. Heilt krwper nd etterMß in 1 fei 4 Zoom. Frägt porbekern UÄ Versandt di rpreß für 1.00. Via ndresfi: UALYDOR Mra.C0..LANCASTCfl.0HI0.

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