Indiana Tribüne, Volume 18, Number 211, Indianapolis, Marion County, 21 April 1895 — Page 7
Teutsche am Nialto. Won Josv, Sirabner.
Des Antonio da Ponte kühner Brückenbau, der seit 1587, auf zwölf, tausend Ulmenpfählcn ruhend, sich acht undzwanzig Meter weit über den Canale rrande spannt, bildet ein Wahrzeichen BenedizS und, man sagt am Rialto", roie man den Ausdruck im Schatten des Stefansthurmes" gebraucht. Aber der Name ist älter als diese Brücke, - älter als die Holzbrücke, welche durch zwei Jahrhunderte früher an deren Stelle stand und wegen des Brückengeldes Ponte del liagatin also etwa Pfen nigbrücke hieß, der Name kommt einer der sechs Inseln zu, durch deren Ber bauling und Zusammenschluß die Stadt Venedig entstanden ist, jener nämlich, auf welcher der älteste Theil Venedigs sieht. (he Angela Partecipazio auf der Insel Olivolo den ersten Palast für sich und seine Nachfolger in der Togenwürde erbaute und ehe bie , Gebeine des heiligen Marcus von Alexandrien herüberkamen, bildete Nialto den Mittel Punkt der Stadt. Und während später auf dem herrlichen Platze vor dem Mar custcmpel das politische, kirchliche und soziale Leben pulsirte, der Toge seinen feierlichen Umzug hielt, Kaiser und Päpste empfangen wurden, die vornehme Welt sich traf und das Volk seine veste feierte, blieben die Kaufleute mit ihren Tuchballen und Oelfässern. Die Wechsler mit den Goldschüsseln, die Banken mit ihren Giroconti, die Goldorbeiter, die Tuchmacher, kurz Alles, was an Handel und Wände! thcilnahm, drüben auf dem Platze an S. Giacomo di Rialto bis ZUM Ende der Republik. Unter den Lauben der Ruga degli orefici und an den vergitterten Schaltern der Giro-Bank, welche die Conti von Antwerpen und Trapezunt, Lissabon und Nowgorod saldirte. fehlte im Mittelalter auch der deutsche Kaufmann nicht. Zunächst aus den südlichen Alpenländern, dann aber auch aus Innsbruck, Salzburg, Wien, Re gensburg, Nürnberg, Augsburg, Köln und Frankfurt erschienen die Handelsleute aus dem Rialto. Eisen und Kupfer, deutsches und russisches Pelzr?erk, Leder, Hornwaaren, Wollstoffe, Leinwand, Hüte, Holz, Getreide, Pferde, Kapaune und andere Waaren lieferten die Teutschen auf den Markt und sie brachten dafür in ihre Heimath Spczereien, Zucker, griechische Weine, Rohseide, Baumwolle, Glas, feine cidcnstoffe, Sammt, Schleier, Goldbrokat, Oel, Seife, Wachs, Salpeter, Mische, Barchent, Golddraht, Waffen, Aarnische,' Johannisbrod u. f. w. Aelter als die Nialtobrücke und älter als die hölzerne Pfennigbrücke ist der Fondaco ds' Tedeschi, das Haus der Teutschen. Es stand in Venedig an seinem gegenwärtigen Platze schon im zwölften Jahrhundert, als man den Kanal auf kleinen Schifflein übersetzte. Seine Bezeichnung stammt aus dem Arabischen (Fonduk bedeutet Bude, Wirthshaus) aus Alexandrien, wo alle fremden Handelsstätte: Genua, Pisa, Florenz. Ancona, Neapel, Eandia, Eypern und Venedig für ihre Kaufleute besondere Häuser hatten. Nöthigten hier Nationale und religiöse Borurtheile zu solcher Ab sonderung, so waren es in Venedig handelspolitische Rücksichten, welche es wünschcnswerth erscheinen ließen, gewissen Nationen Privilegien cinzuräumen oder besondere Zollpflichten aufzuerlegen. Beides war am leichtesten durchzuführen, indem man den Kaufleuteu jeder Nation besondere Häuser anwies. So entstand das Fondaco ds' Tedeschi und später jenes der Türken. Ja man sah es sogar gerne, wenn einzelne istrische Städte für ihre Händler besondere Herbergen in Vene dig einrichteten. Aber die Handelsbeziehungen der Teutschen reiän viel weiter zurück als die erste urkundliche Erwähnung der deutschen Herberge. Tas bezeugt Ekkehard von St. Gallen, der in der Ge schichte seines Klosters im Jahre 917 von Kaufleuten spricht, die aus Italien beimkehrten. In seiner gegenwärtigen Gestalt besteht das Haus der Teutschen seit dem Jahre 1505, in welchem es nach dem Brande mit einem Kostenaufwände von 30,000 Tukaten neu aufgebaut worden ist. Giorgione und ii zian haben den Neubau mit herrlichen Fresken geschmückt, die von der salzigen agunenlust im Laufe der Zeit wieder zerj'etzt wurden. Auf schlechten Landstraßen, an vordächtigen Ritterburgen vorbei, durch ungezählte Zoll und Mauthschranken zog der deutsche Kaufmann mit beladenen Pferden oder humpeligem Fuhr werk gegen Venedig, mühsam überstieg cr den Alpenpaß und srohen Muthes fuhr er die platte, sonnige Straße in die sriaulische Ebene hinab nach Eervignano, Latisana oder Portogruaro. wo die blaue Adria ihn grüßte und die Barken aus Venedig ihn und seine Waaren aufnahmen. An der fünfbogigen Halle des Fondaco landete er, da Heim der Unterthan des Fürsten von Krauth.Strudel-Tünckhelshausen, hier als Angehöriger der deutschen Naturn" welche im Fondaco zu Venedig sich nach eigenen Gesetzen verwaltete und ihre Konsuln wählte. Ganz rhne Mainlinie konnte freilich die deutsche Nation auch im.Fondaco zu Venedig nicht bleiben. Tie Nürnberger, Kölner, Baseler, Straßburger, Speyerer,'Wormser, Mainzer, Franksurter xir.b Lübecker saßen an der Nürnberger afel beisammen, die Regensburger aber, die Augsburger, Ulmer, Biberachcr, Ravensburger, Konstanzer, Wiener, Linzer, Salzdurger, Judenburger. Villacher, Pettauer und die Laibachcr vereinigten sich an der Schwa dentafel. Wie die deutsche Reichsgeschichte, so weiß auch die Chronik des deutschen Kaufhauses manches .zu erzahlen von Streitigkeiten und Eifersüchteleien, aber im Fondaco gewann schließlich doch immer die Vernunft die Oberhand, und wenn es sich um wich-
tige Interessen und die Freiheit des Hauses, ,,der Nation" Handelte, fo hielten sie doch wieder Alle zusammen. Tie venezianischen Archive enthalten manche interessante Kunde von dem inneren Leben im Fondaco, die Einrichtung des Hauses, die genossenschaftliche Organisation der Kaufleute und der Ballenbinder, die Zollvorschriften u. s. w. H. Simonsfeld in München, ein mit der venezianischen Geschichte woblvertrauter Gelehrter, hat diese Urkünden in zwei Bänden aesammelt und historisch beleuchtet. Neben den Kaufleuten, welche reicher Gewinn anlockte, hat auch mancker deutscker' Handwerker, Arbeiter oder Söldner im Gebiete der Herren von Nialto Erwerb gefunden. So zählte man im 15. Jahrhunderte unter den 39 Bäckermeistern der Stadtbezirke Rialto und S. Marco 14 deutsche, und beiläufig aus derselben Zeit kennt man die Namen von 27 Buchdruckern in Venedig, welche Teutsche waren. Aus Urkunden, welche der emsige und glückliche Forscher Ekch.tti im Arcliivio veneto fceröiieittliije. er fahren wir ferner, daß bei den Schnür bauten am Lido, die man im 14. Jahrhunderte mittelst Pfahl- und Flechtwerk ausführte. Teutsche unter einem Capo (Vorarbeiter) Namens Necliino (Tominik) aus Köln in Ver Wendung standen. Zu Arbeitsgenossen hatten diese Teutschen gefangene Türken, die auf Stirn und Wange gebrandmarkt - waren. Einem deutschen Reitersöldner Namens Fcderico de Aueisburg begegnen wir im Jahre 1370 zu Grisignana im Ticnste Venedigs; in Pingucnte, der Residenz des Venezianische Eapitano Von Jnneristrien, gab es im 16. Jahrhundert einen Fleischer, der sich Bachcrle nannte und in der Nachbarschaft einen Advokaten Namens Pamperga, den wir, obgleich seine Nachkommen unter den Nobili von (Zapodistria Aufnahme fanden, als un scrcn Landsmann Pampcrgcr rcllamiren können. So leicht, wie in diesem Falle, ist es nicht immer, den Teutschen in der italicnischen Verkleidung zu erkennen. Wer würde z. 35.' hinter einem Bolzer den bekannten Augsburger Wclser, hinter einem Events den Fugger vermuthen und auf den Gedanken kommen, daß man in Venedig Prastita für Brandstetter schrieb, Roefos für Rauchfaß. Öfter für Hofcr und Clanoffa für Kleinhofer! Trotz der zahlreichen Zwifchenzollschranken, Begünstigungen, Verbote, Repressalien und Straßexräubereicn gelangte der deutsche Handel mit der Stadt Venedig zu einer solchen Bedeutung, daß dej'sen Umsatz am Rialto im Jahre 1472 von Paolo Morosini auf kkne Million Tukaten geschätzt wurde. Ten Hauptantheil daran hatten Augsbürg, Regensburg, Nürnberg, Salz bürg, Wien, Frankfurt a. M. u. f. w. Was insbesondere Frankfurt betrifft, so ist es bekannt, daß Benediger Gäste" schon im 14. Jahrhundert die Frankfurter Mene besuchten und Kriegk führt in seinem Werke über das deutsche Bür qerthum im Mittelalter zahlreiche Belege für den lebhaften Handelsverkehr zwischen der Frankfurter Fahrgasse und dem Rialto. Es wird ein Hans Bromm genannt, der feinen Schwager Karl Stalburg im Jahre 1449 in Geschäften nach Venedig schickt, ein Wolf Blum & Eo., welche im Jahre 1483 in Venedig mit 23,000 Tukaten Passiva fallirte und ein Geora Blum, der bei S. Gio
vanni e Paolo begraben liegt. Da ist auf einem Grabsteine auch der vorerwähnte Rocfas zu finden, der als Geschästsführer bei Stalburg & Bromm aus dem Leben schied und seinen Eomp toirstuhl dem Nürnberger Wolf Kammerer überließ. . Aus dem 16. Jahrhundert kennen wir die in Venedig an sässigen Frankfurter Johann Brun, Nikolaus Nayner, Johann Sebastian, Tobias und Abram Schott, Martin Abt; aus dem 17. Jahrhundert Johann Philipp und .Nikolaus Fleischbein. Ja lob Stengel, ferner finden wir unter den zahlreichen deutschen Buchdruckern, welche im 15. Jahrhundert ihre Pressen in Venedig aufgestellt hatten, zwei Frankfurter: Meister Nikolaus und Peter Ugelheimer. Zum Schlüsse noch etwas von deutschen Wirthshäusern in Venedig und von deutschen Häringen. Bei dem lebhaften Handelsverkehre kam es nicht selten vor, daß Kaufleute, welche Waa ren in den Fondaco brachten, dort lein Quartier fanden. Ueberdies war Venedig eine wichtige Station des Mittelalterlichen Fremdenverkehrs. Nach Jerusalem reiste man am schnellsten und am sichersten, indem man ein vcnczianisches Schiff benützte. Es wimmelte in Venedig von Pilgern und Krcuzfahrern. Zu deren Unterbringung bestan den in den meisten Klöstern, namentlich in den auf kleinen Inseln außerhalb der Stadt gelegenen Herbergen; erst später verlegte sich die Privatüntcrnchmung auf die Einrichtung von Einkehrgasthäusern, deren im 14. Jahrhundert mehrere in der Nähe des Fondaco del Tedeschi zu finden waren. Tie vornehmsten standen bei S. Bartolomeo auf dem Platze, den h?ute das Goldonidenkmal schmückt. Man logirte im Spiegel", im Weißen Löwen", im Schwarzen Adler", im Teutschen Hause", das abwechselnd auch die NawZn Zur Flöten", Bei St. Georg" und Zur Trinität" fübrte und dem vorerwähnten Frankfurter Buchdrucker Ugetheimer gehörte. Albrecht Türer wohnte beim Peter Pender. Nebst den gewöhnlichen Weinschanken (Osterie) gab es damals in Venedig Malvasier-Studen, welche auf die Teutschen eine besondere Anziehungskraft iifitm. &(hnYi? hnfc Yt'rt Sirrnori di ' notte, die Polizeiherren, so strenge auf (dte Sperrstunde sahen. Diese schlug s um drei Uhr, was gerade recht gewesen wäre, wenn die Venezianer ihre Tagesj stunden nicht mit Sonnenuntergang zu zählen begonnen hätten. So aber hieß es, drei Stunden v.a$ Sonnen-
Untergang nach Hause geben. Nicht
einmal der Taverne im Fondaco, deren Besuch doch den Venezianern verboten war, gestattete man eine Ausnahme, obgleich der Tavernenpächter. als er m Jalzre 1360 wegen Openhaltung einer Schänke übe? die dritte Stunde mit einer Geldstrafe belegt wurde, sich damit entschuldigte, daß die Teutschen in der Nacht Wcin haben wollen und hm die Bude zi sa nmenhauen wenn sie keinen bekomn en.' So wie dieKaufleute im deutschen Hause in Venedig, so mögen wohl auch die deutschen Studenten an der Uni versität zu Bologne immer gerne noch Eins getrunken haken und da führt uns dann der natürliche. .'auf der Tinge zu den vorhin angekündigten Häringen. Tie Studenten, welche im Jahre 1319 IN Bonoma an den Brüsten der Alma mater lagen, hatten sich zum Zwecke eines solennen Katerfrühstücks von Wien zwei Füßchen Häringe schicken lassen, die aber nicht weiter als bis Treviso. kamen. Ter dortige Zolldirektor erinnerte sich des vom Senate bestätigten Tecretes, wonach alle cingesalzenen Fische räch Venedig gebracht werden mußten und consiscirte die Wiener Sendung als Eontrebande. Aber Henricus Sandoli in Wien, der Absender der Fische, ging, als er von dem Schicksale der beiden Fänchen Kunde bekam, schnurstracks zum Kaiser und dieser schrieb ungesäumt an den Togen einen Brief. Was wollte der Senat m Venedia thun? Sollte er wegen des Katerfrühstücks der Bolog ncscr Studenten mit Friedrich dem Schönen Krieg ansangen? Er gab die Qäringe frei. Qttni Tcdalv'S Neverrastyungen Humoreske von 23. Savaillae. Herr Rentier Elaus Sebald war vom Eitelkeitsleufc! besessen. Er legte aus seiner schon mehr als hohen" Stirne die wenigen Haarsträhne zierlich zurecht, schmückte seine kleine gedrungene Gestatt mit hellem Uebcrzieher und Eylin der und ließ sich alle Vierteljahre ein mal in ganz neuer Sllunz photographiren. Wenn nur der gute Elaus Sebald wenigstens hübsch gewesen wäre! Allein er war das Gegentheil von einem Adonis und doch hätte cr eine ganze Reihe seiner sauber gedruckten Nentenbriefe mit den Zins-Listen darum gegeben, wenn. die Natur ihn mit einigen äußeren' Vorzügen außer dem bemeldctcn guten Capital begabt hätte. Claus Sebald liebte, liebte trotz seiner siebenundfünszig Jahre und liebte zum ersten Male. Und wie das gewohnlich so zu gehen pflegt, war seine Geliebte jung, sehr jung sogar und ein kleines schnippisches und, lachlustiges Ting obendrein. Gewiß, ClauS sebald war eine Parthie. '- TaS - meinten : auch Harriets Eltern, und halb aus Gehorsam gegen diese, halb aus Eitelkeit duldete das junge Mädchen die kleinen Aufmerksamreiten uniereS sebald. Ter trug sich inzwischen mit dem Plane der ofsiciellcn Werbung. Und zwar sollte diese erfolgen am kommenden Sonntag bei Gelegenheit einer Neise in die nahe Residenz zum Besuche der dortigen großen Schaumesse. Sebald trug sich mit allerlei Ueberraschungen. Ucberraschungen waren überhaupt seine Leidenschaft. ' Er hätte die Verlobungsringe schon in der Westentasche und eine Druckvorlage der Verlobungskarten dazu. Dann plante er einen Rundgang über die ganze Schaumesse und nach diesem ein kleines apartes Tiner mit Harriet und ihrer Mutter. Tabei sollte dann die größte Ueberraschung des Tages, seine Wer bung und sofortige Verlobung zur Durchführung kommen. Unser Herr Sebald rieb sich die Hände im Vorgefühl des Vergnügens und der Freude, die er am Sonntage empfinden werde. Er abnte nicht, daß das Schicksal seinen UeberraschungsPlänen einen neuen hinzufügen werde,' eine Ueberrafchung, die seinen ejgenen ein iähcs Ende bereiten sollte. Herrlich war der Tag, an dem die Reise in die Residenz vor sich ging.! Harriet war glücklich im Vorgefühl alles dessen, was sie heute sehen und erleben sollte und nannte im überströwenden Tankcsgcsühl unseren Claus Sebald ihren lieben Onkel", eine Be-, Zeichnung, die auf den davon Betroffenen wirkte wie eine kalte Touche an einem bitterkalten Tccembertage. ; Alles verlief in den folgenden Stunden programmgemäß. 2)icm hatte ein kleines Frühstück eingenommen und war .nun auf dem großen menschengefüllten Platte, auf dem die vielen Hunderte Schaufelte aller Art der Besucher harrten. Tie Nccommandeure der der schiedcncn Schaubuden überboten sich im , lauten Anpreisen ihrer "Sehens-' Würdigkeiten, dazwischen kreischten die Asien der nahen Welt - Menagerie lärmten die Caroussels, tönten die Orgeln und die Instrumente der böh-' mischen Musitbandcn es war ein Gelärm und Gcwogc, das die Fremden,' vor allen Harriet, ganz eigenartig anzog und fesselte. Gerade der Menagerie gegenüber lag ein Casperlc-Thcatcr. Harriet gericth auf den Einsall, die Vorstellung darin sich anzuschauen, so seltsam dieser naive Gedanke auch unseren Sebald berührte. Allein Harriet bat so einschmeichelnd, daß ihre Mutter endlich meinte, man könne dem Kinde" ja einmal den Willcn lassen und hineingehen. So ward denn dies beschlossen und die drei setzten sich auf den ersten Platz,, sehr zum Mißbehagen sebald 's. der Kinder cigentl.ch nicht gern hatte und den die Tutende kleiner Knaben und Mädchen im Caspcrl Zelte schr genirten. Und da kam ihm der rettende Gedanke, daß cr sich zu Harriet wandte, und sagte, er wollte inzwischen die anderen Herrlichkeiten daraufhin prüfen, welche eines Besuches werth seien; noch ehe die Vorstelluna bier in Ende sei. "erde er sie
abholen. Tie Mutter dankte sür seine' Gefälligkeit, Harriet nickte ihm gleichmüthig' zu und unser Sebald stand alsbald aufathmcnd wieder draußen. Allein weiter kam cr auch nicht, denn zwischen dem Rccommandcur der Menagerie und dem der Anthropopha-gcn-Bude" nebenan ein armseliger Kuli und ein westindischer Schwarzer stellten die Menschenfresser dar hatte sich ein so reger Wettstreit um die Gunst des Publikums entsponnen, daß sich das Publikum hier gewaltig staute und dem Schauspiele lachend zusah.Nun war der Mcnschenfresser-An-preiser" augenscheinlich im Vortheil, er. konnte mit ganz anderen Schlagworten operircn, als sein zoologischer" College und das zog bei dem Meßpublikum. Heiser schon vor Anstrengung und Aergcr rannt? der Mcnagc.ic-Anprei-ser seinem Principal etwas zu, worauf dieser mit zustimmendem Kopsnickcn sich entfernte und alsbald mit dem größten Affen feiner Thiersammlung zurückkehrte, der neben dem Rccommandcur angebunden wurde. Aber auch der große Affe verfing nicht, immer dichter wurde der Menschcnstrom, der die Stufen zur Menschenfresser - Bude hinaufdrängte, da erblickte der Mcnagerie-Anpreiser plötz lich unseren Sebald. Einen Augenblick stutzte er, dann stieß er einen so freudigen Juchzer aus, daß Alles nach ihm hinsah. Im Nu stand der Recommandeur unten in der Menge vor Sebald, den cr mit so großer Hochachtung zum Besuch der Bude aufforderte, daß dieser geschmeichelt, ihm folgte. Kaum aber war cr oben, als der Recommandeur an seine Seite sprang, ihn am Arme festhielt, zil dem Assen drängte, der in diesem Augen blick zu Sebald emporsah, und dann gellend ausrief: Sehen Sie, meine Herrschaften,, den Beweis der wunderbaren Theorie des Engländers Darwin, daß der Mensch vom Affen abstammt, hier unser Gorilla Joko-mid hier sein Groß. Vater! Und damit ncchm cr dem ganz erstarrten Claus Sebald den Hut ab. Tas Publikum brüllte los das war n guter Witz. Immer mehr Publikum drängte herzu, gellender als vorhin wiederbolte der Recommandeur seine compromittircndc Aeußerung, und jetzt ward es unserem Sebald grün und oclb vor den Augen dort vor der Caspar-Bude stand Hai riet und lachte, daß ihr die Thränen in die Augen traten. Sebald riß sich los, seinen Hut und seinen yaldcn Rocktragrn in den Händen des Affen zurücklassend, der sich zum erneuten Gaudium des Publikums damit schmückte. Tann verschwand er ln der Menge. Hinter ihm drein tönte Öarriets silberhelles Lachen. Aus dem. Vcrlobungsdincr wurde nichts, 2us dcr Verlobung noch weniger. Wenn Sebald aber heute von Ueberraschungen hört, eilt er fort. Er kann das Wort nicht mehr ausstehen. (Lyarsrettag.
Dcr stille Tag. der gewaltigste Gedenktag der Marterwoche! Der tiefe Ernst der Charfreitagsstimmung U!id die freudige Erhebung, welche die kommende Osterbotschaft wirkt, sind für den gläubigin , Christen untrennbar von einander. Aus dem Schmerze der Grabesnacht erblüht der Trost des Auserstehungsmorgens, und selbst der Zweifler kann sich dem gewaltigen Eindruck der Osterbotschaft nicht cntziehen, die ihn der Erde wiedergibt: . ... An diesen Klang von Jugend auf gewöhnt; Ruft er auch jetzt zurück mich in das Leben!. ... O tönet fort, ihr süßen Himmelslieber, Die Thräne quillt, die Erde hat mich wieder! Der öden Lehre von dem beständigen Wechsel alles Irdischen und der unerbittlichen Logik dieser Welt, daß. was aus Staub geboren wird, auch wieder zu Staub zerfallen muß. wird durch die christliche Vzrhrnjng von der Auferstehung der Seele der Stachel g:nommen. und allem Wirken, und Schaffen im Dienste Gottes eine neue und größere Daseinberechtigung über dem Staube gewährleistet. Als Gedächtnißtag des Todes Jesu seit dem 3. Jahrhundert im Gebrauch, trug der Charfreitag stets den Charakter der Trauer, daher sein Name und nach ihm die Bezeichnung der Woche vor Ostern , als Charwöche, denn eliara bedeutet im Althochdeutschen Trauer, und Klagen Im Mittelalter trat der Charakter der Trauer besonders hervor; Glockenklang. Orgel- und Musikbegleitung unterblieben, der Schmuck der Kirchen ward vereinfacht.das Crucifix verhüllt; 1!att der Hymnen sang man Klaaelie fcei; die Hostie wurde nicht gereicht und die Passioi'.sgeschichte aus dem Evangelium Johann:s vorgelesen. ' In der katholischen Kirche wurde d:r Tag zum strengsten Fasttage, an m V ? . i -r . aoer vz nrocn erlauor war, dagegen erhob ihn die evangelische Kirche mit zu oen yocyuen Feiertagen. D a s . e i n z i a e. 5?rau A. Meine Tochter hat zwei Curse in der Stochschule -durchgenommen, aber das einzige, das sie wissen müßte, das haben sie nicht gelehrt. Frau B.: Was ist denn das? Frau A.: Na. wie sie es anfangen muß, eine gute Köchin zu behalten, das haben sie ihr nicht bei gebracht! Schmeichelhaft. Tochter Nein, nein Mama, ich kann den Qerr: Neumann nicht heirathen; ich bin auch noch viel zu zung und zu unwissend. Mutter: Ach, das sind keine Gründe, die Männer machen sich aar nickts au? den Frauen, die zu klua und bildet . nno. Tochter: Ja. Du glaubst im wer, alle Männer sind so wie .Papa! r- i - , " " V
LXntterort.
O glücklich, wem in Kindestagen, Ein warmes Mutterhcrz geschlagen, Wem aus dem ewig treuen Munde Von echter Liebe kam die Kunde! Wer dich auch liebt, o glaube mir, Kein Mensch es meint so gut mit mr. Drum halt' ihr Wort in fester Hut, Es macht das Herz dir rein und gut. Und kzellt das Auz' und stärkt dieHand, Und wandert mit von Land zu Land. Wie dann das Leben dich bekriegt. Ein Zauber dir im Herzen liegt. Die Wchcnrcgenttnnen der Zamilie Vmpperling. . m1. Periode: Vlüthezeit der Allein herrschaft. Vom 15. August 1833 (Begründung des Neichcs) bis, 1. April 1L87 regierte Anna von Pommern, genannt die Gütige. In der Tradition bezüglich ihrer Reqieruna ist noch vielfach das Geschichtliche mit dem Sagenhaften vermengt. Es soll sich ihr der Satan in Gestalt eines ornstemsegers genaht und ihr die verlockendsten, Heirathsanträge gemacht haben. Die Regentin schien unschlüssia. Da sandte der Herr in seinem Äorn eine Seuche über das Volk: zwei Kinder von des Hausherrn erster Frau erkranken an den Masern. Anna weist die Vorschläge veö Satans zurück, ist cbe: so verblendet, daß sie, nachdem sich t s 1"C o cn r - y i i i lzi iv)fc nones eroarmi, mu dem Satan einen Pakt schließt, der zu ihrer Abdankung führt. Ihr Scepter, aus schönstem Lindenholze geschnitzt und m der Form eines Kochlöffels, wird noch heute im Staatsschatze, aufvewaort. Ihr folgt vom 1. April 1887 bis 1. Ottober 1887 Louisc. die Leutselige. ?fe Beiname rührt daher.' daß sie sich allabendlich gern in die Gesellschaft von Kriegern, insbesondere der Berittcnen mischte. Da ihr die Negierung zu schwer wurde, zog sie sich freiwillig vom politischen Schauplätze zurück, um sich in Abgeschiedenheit bei ihrer Freundin St. Juste zur Plätterin auszuöilden. , Nach ihr vom 1. Octobcr 1837 bis 15. März 1883 regierte Bertha von Nixdorf. unter deren Regierung ein furchtbarer Einfall de? mit den SchwaUn vereinten Nüssen zu verzeichnen ist. Dieselben dringen bis in die innersten Gemächer der Herrscherin vor. Da erliebt sich das ganze Volk zum Vernichtungskampf gegen die Uebermüthigen. Glänzender Sieg, der aber zur Folge fat. daß Bertha, die sich infolge der erlitienen Aufregungen zur Regierung zu schwach fühlt. -dieselbe in die Hände der letzten der vier großen Herrscherinnen, genannt. . Anna die Dicke (regierte vom 15. März 1888 bis 1. April 1889) niederlegt. Zu wiederholten Malen unternimmt sie ruhmgekrönte Züge nach dem aelobten Lande des Wochenmarktes, von wo sie mit ungeheuren Profit-Gro-schen zurückkehrt, welch sie vorzugsweise zu Dotationen des Militärs verwendet. Unter ihr entbrennt der bekannte Bilderstreit mit Müller's Liese, die Photographie des Gefreiten Tolpatsch betreffend, welcher eine mehrtägige Schlacht im Gefolge hat. Dadurch mißliebig geworden, sucht sie ihre Veliebtbeit durch das Erzählen von Märchen wieder zu gewinnen, was ihr indeß nur halb gelingt. Zu einem besonderen Wendepunkt gelangte ihre Negierung dadurch,' daß zwei längst verloren gegebene Ohrringe der Frau Knipperlich durch einen wunderbaren Zufall aus der Kleiderkiste der Herrscherin ausgegraben wurden. Durch diese Ereignisse erschüttert, verzichtete Anna die Dicke auf den Thron und bearündet mit einem hervorragenden Ernährer des Volkes, dem nunmehrigen Fleischer, . ehemaligen Gefreiten Tolpatsch und ihren Ersparnissen einen neuen Staat. 2. Periode. Die Zeit der schwachen Neaentinnen. Vom 1.' April 1889 bis 15. September 1889 regierte Anna die Schöne. - Die monarchische Küchengewalt sinkt allmählich zu einem schatten herab, da-, sich die 'Herrscherin weniger um ihr Gebiet, als um Herrn Knipper lich annimmt, welcher dafür ihre H:rrschaft zu befestigen sucht, was ihm aber nicht gelingt. Eine bon Frau Knipverlich in Scene gesetzte Nevolution stürzt die Königin. ES beainnt das Kllcheninterreg?,um, die. köniainlose, schrecklich: Zeit, aber auch Schreckenszeit. Die Reichsverweserin Frau Wolf, die Kahle, sucht die Alleinherrschaft zu erringen, wird aber von einer Nachfolerin. die sich Frau Knipperlich gefällig zeigt, verdrängt. Die Schreckenszeit mmmt ihren Anfana. Die schöl.-sten Besitzungen- gehen verloren: Kleidungsstücke, Küchengeräthe. später auch Geldbeträge. Die Ordnungspartei lehnt sich gegen solche Reichsverwaltuna auf und setzt am 1'. Mai 1890, Anna die Dumme zur Köniain ein (regierte bis 1. März 1891). Die Königin'rechtfertigt nicht das Vertrauen der Ordnungspartei, da sie mit dem Maiordomus cocettirt und sichtlich enaeren Anschluß an den Inhaber dieser Würde erstrebt, weshalb sie in die Verbannung geschickt wurde. , 3. Periode. Wiedcraafrichtung des Absolutismus. Emma die Kluge (1. März 1891 bis 1. Jun! 1892) stellt die monarchische Gewalt in altem Glänze wieder her. Von allen Parteien gleichmäßig unterstützt, genießt sie daS höchste Ansehen auch bei fremden Mäckten, bei Bäcker, Schlächter u. s. w. Im Vertrauen hierauf sucht
sie mit Hülfe der Militärpartei die Krone erblich zu machen und ein Töchterlein in dieConstitution einzuschmugeln. Das Unternehmen wird aber zu früh entdeckt und vereitelt, die Königin muß das Reich unter den peinlichsten Umständen für immer verlassen.
Seit dem 1. Juni 1892 herrscht Lina die Große. Sie beauftragt eme bedeutende Erhöhung der Civilliste und setzt sie auch durch. Auch das Staatsbudget wächst an, da die Königin im Geheimen eme Mtlitar-Vorlage ausaearbeitet hat, aber dieVolkZvertretung bewilligt alles, so daß die Finanzwirthschaft die denkbar günstigste ist. Die Herrscherin umgibt sich m-.t wahrhaft fürstlichem Pomp Mantille und Federhut und macht einen ungeheuren Aufwand. Doch gedeiht unter ihrem Scepter das Reich sichtlich, das Volk vergöttert sie, da sie stets irgend eine Näscherei vom Markte mit heim bringt . . . Eine Aera der Ruhe und des Friedens ist eingetreten; die inneren Kräfte der Nation können sich gedeihlich entwickeln. Möge darum Lina die Große zum Segen derKnipperlich's noch lange erhalten bleiben und auch sürderhin den Staat in ihrer Weise leiten! Historisches über weibliche Hand arbeit. Die ersten Nadeln waren Dornen, die ersten Fäden die Stengel des Weinlaubs. In dem Museum zu Mexiko zeigt man noch jetzt Stickereien der alten Azteken, die zu ihrer Herstellung d'e scharfen Dornen der Kaktusblätter verwendeten. Die. ersten Juden zierten ihre Altare mit kunstvoll gestickten Tüchern, das alte Babylon war berühmt durch die Schönheit der dort erzeugten, gestickten , Vorhänge. Homer erzählt uns, daß Helena und Andromache liebliche Stickereien verseriigten. Ovid erzählt in seiner Geschichte der Minerva, daß die Göttin bei ihrer Stierer Licht und Schatten gleich einem Maler ausdrückte. Die Frauen Mexikos führten zur Zeit des Cortez Stickereien in vielfarbigen Federn aus, und die Jndier und alten Asiaten verwendeten zu ihren Stickereien getrocknete Fruchte und die Flugel der Bienen. Die Häkelarbeiten sind ebenfalls älter als das Chrtstenihum. Man kann Muster von diesen Arbeiten' in verblichenem Zustand in den Käthedralen Spaniens sehen. Pllnius erzählt uns, daß die Frauen seinerzeit Stickereien aufschnitten und aus eme neue Stoffunterlage hefteten. Die Matronen des alten Rom drückten häu fig in ihren gestickten Kleidern ihren Rang aus und zeigten ihr Alter an. Die Anglo-Normanninnen waren' zur Zeit der Plantagenets unermüdliche Stickerinnen. Es ist ein unvollendeies, gesticktes Kissen vorhanden, an welchem die unglücklichen Frauen Heinrichs VIII. nach einander in der Gefangenschaft vor ihrer Hinrichtung gearbeitet haben. Zur Zeit der Königin Elisabeth ruhten die Hände der sonst so fleißigen englischen Damen. Die jungfräuliche Königin haßte die Nadel und ihre Erzeugnisse, war dagegen in Sprachen und Musik vollständig bewandert. Die Damen studirten nun mit der gelehrten Königin Tasso, Homer und Virgil, um die Arbeiten ihres Geschlechtes kümmerten , sie sich nicht. Erst im 18. Jahrhundert kam das Sticken wieder in die Mode, und seit dieser Zeit sind die Nadeln wieder zu Ehren gelangt. Was sollen wir mit unseren Töchter thun? Gebt ihnen eine ordentliche Schulbildung. Lehrt sie ein nahrhaftes Essen kochen. ' Lehrt sie waschen, bügeln, Strümpfe stopfen, ihre eigenen Kleider machen und ein ordentliches Hemd. Lehrt sie Brod backen und daß eine gute Küche diel an der Apotheke spart. Lehrt sie, daß ein Dollar 100 Cents werth , ist. und daß nur Derjenige spart, der weniger ausgibt, als er einnimmt, und daß Alle, welche mehr ausgeben, verarmen müssen. Lehrt sie, daß ein bezahltes Kattunkleid besser kleidet als ein seidenes, wenn man Schulden hat. Lehrt sie. daß ein rundes. volles Gesicht mehr werth ist als fünfzig schwindsüchtige Schönheiten. Lehrt sie, gute starke Schuhe tragen. Lehrt sie, Einkäufe machen und nachrechnen, ob die Rechnung auch stimmt. Lehrt sie, daß sie Gottes Ebenbild mit starkem Schnüren nur verderben können. Lehrt sie Selbstvertrauen, Selbsthilfe und Arbeitsamkeit. Lehr! sie, daß in rechtschaffener Handwerker in Hemdärmeln und mit der Schürze, auch ohne einen Cent Vermögen mehr werth ist als ein Dutzend reichgekleidcter und vornehmer Tagediebe. Lehrt sie Gartenarbeit und die Freuden der freien Natur. Lehrt sie, wenn Ihr Geld dazu habt, auch Musik. Malerei und Künste, bedenkt aber immer, daß es Nebensachen sind. Lehrt sie. daß Spaziergänge besser sind als Spazierfahrten, und daß die wilden Blumen gar schön sind für diejenigen, die sie betrachten. Lehrt sie bloßen Schein verachten und daß, wenn man ja oder nein sagt, man es auch wirklich so mcinen soll. Lehrt sie, daß das Glück in der Ehe weder von dem äußeren Aufwände noch von dem Gelde des Mannes abhängt, sondern allein von seinem Charakter. Habt Ihr ihnen das Alles beigebracht und sie haben es verstanden, dann laßt sie, axnn die Zeit gekommen ist. getrost heirathen, sie werden ihren Weg schon dabei finden. G r o b. A. (schwärmend): Ich sage Ihnen, dieses Fräulein Neumann ist em wahres Gedicht. V.: Wie so, es nill sie wohl keiner haben?
Theure Tisckservice.
Die Besitzer der kostbarste Tisch, service sind ohne Zweifel in England zu suchen und zwar gilt als die Eigenthümcrin des theuersten Tischservices der Welt überhaupt die Königin Victoria von England. Dasselbe besteht aus purem Golde und wird auf 800, 000 Pfund Sterling 54.000,000) gesckätzt. Im Windsor-Schlosse befinden sich, des Weiteren zwei dem Staatsgute zugehörende Service, rvc von das eine aus Gold, für 150 Personen eingerichtet, und ein zweites silbernes für die Vewirthung einer noch größeren Anzahl von Personen berechnet ist. Sie wurden einst vom Könige Georg IV. angeschafft, der sie auch deshalb als sein persönliches Eigenthum betrachtete; später jedoch dermachte William IV. dieselben der Krone. Zu letzterem Service gehört ein prächtiger, mehrere Pfund wiegender und von den Künstlern Rundell und Bridge angefertigter Weinkühler; des Ferneren silberne Stücke, die der spanischen Armada entstammen. Ein Niesenaufsatz, in, der Gestalt eines Pfauen, der in kostbaren Steinen aus geführt ist und aus Indien stammt und der auf Z200.000 geschätzt w"rd, wie ein Tigerkopf aus Gold und Krystall, der einen Fruchtkorb darstellt, zählen .ebenfalls zu jenem märchenhast schönen Service. Der englische Mar quis von Breadelbane ist der Eigenthümer eines goldenen Services, dessen Werth auf 120.000 Pfund Sterling (5600.000) angegeben wird. Dasselbe ist häusig nach der Station Perth (in der Grafschaft gleichen Namens geleen) geschickt worden zum Gebrauch der Königin bei ihren Reisen von und nach Schottland. Der Londoner Baron von Rothschild besitzt ein goldenes Tischservice, das nur bei dem Besuch von fürstlichen Personen in Gebrauch genommen wird. Dasselbe hat einen Werth von 100.000 Pfund Sterling (Z500,000). Der Herzog von 'Westminster jener fabelhafte Nabob soll ein Silberservice besitzen, wie seinesgleichen an kunstvoller Arbeit und an Werth nicht wieder ezistirt. Das Londoner Mansion House-Service hat die Summe von 5100,000 gekostet und der Herzog von Cumberland soll sich rühmen können, das größte Quantum an silbernem Geschirr zu besitzen, da dessen Gewicht auf mehrere Centne? geschätzt wird. Gedankensplitter. Kannst du die Wahrheit schätzen. Wird sie sich stets dir zeigen Selbst in des T h o r e n S ch w ä tz e.n. Selbst in des Weisen Schwergen. Der Recensent sollte nicht krank werden, denn sein Zustand ist immer ein kritischer. Zu frühe Blüthe wird zumeist Die wahre Reife hindern: Die echten Durchschnittsmenschen macht Man aus den Wunderkindern. Warum erröthen w i r über das Geständniß. daß wir uns geirrt haben? Wir sagen doch damit nur. daß wir heute klüger sind als gesiern. Auf dem Wege vom Gedanken zurThat Mancher Riese zum Zwerg sich gewandelt hat. Die Launen der Großen sind das Fatum der Kleinen. Gesundheit schätzt nur richtig. Wer einmal krank gewesen; So strahlt die Wahrheit doppelt Dem. der von Irrthum genesen! K l e i n e G e s ch e n k e e r'h a lten die Freundschaft, kleine Sottisen die Feindschaft. Das möchte Zorn und' Schmerz erregen. Wenn wir die Menschen uns beseh'n: Daß sich so leicht die' Schlechten finden Und sich die Besten nicht versteh'. Aus dem Journale einer Schneider - Akademie. Der aus dem Atelier Nadelbock jüngst hervoraeaangene Gehrcck- ist, von genialer Zeichnung und im Allgemeinen großartia erdacht. Besonders das Motiv des Schoßansatzes ist überraschend. Die Aermel sind etwas neutral behandelt. zum Mindesten ist darin keine neue Idee zum Ausdruck gebracht. Auch die Knöpfe fügen sich nicht ganz in das Ensemble: dennoch ist es eine wirklich stylvolle Arbeit, in großer, bedeutender Rock. Merkwürdig. Ein Bauer, der regelmäßig zeitig und früh in die Stadt zu Markie kam. sah öfter Waisenknaben spazieren gehen. Das weiß Gott." sagte er zu seinem Nachbar. ich ehe nun schon an die zwanzig Jahre in die Stadt, aber diese Kinder werden ihr Lebtag nicht größer; so hab' ich si? schon gesehen, wie mein seliger Vater noch lebte." Zeitungsnotiz. Der berühmte Professor Wergel bat sich soeben mit der Bitte: um Erklärung einiaer dunkler Stellen in seinem neuesten Werke, an den bekannten Acsthetiker, Professor Bergel, gewendet. Boshaft. Frau (wohlgenährt ! Aussehend): Nicht wahr, Herr Müller. mir sieht man es nicht an. daß ich acht Kinder groß gezogen habe? Müller: Nein, dem Herrn Gemahl aber um so mehr! Verweis, ctaasminn (zum Commis): Sie sind vorhin wieder roth geworden, Herr Lilienthal, als Sie ttz Landwirtschaft dritte Qualität für zweite Qualität verkaufte, daö znüssen Sie sich abgewöhxAl . f.., j
