Indiana Tribüne, Volume 18, Number 211, Indianapolis, Marion County, 21 April 1895 — Page 6

Die Schuhtruppc fiir Jlcutsd GstafriKa. ' Wie uns ein Blick auf die Karte Von Afrika zeigt, setzt sich der Kolonialeuit des Deutschen Reiches m diesem Erdtheil, abgesehen von dem Togolande. cus drei Haupttheilen zusammen: aus dem Kamerun-Gebiet, aus Deutsch-Tüdwestafrika und DeutschOstafrika. Während die beiden erste ?en Gebiete je nach Bedarf die nöthigen Militärkräfte zugewiesen erhalten, besitzt Deutsch-Ostafrika schon seit einigen Jahren eine fest organisirte Militärmacht. Die Jahre 1835 und 1886 hatten Deutschland, Dank der thatkräftigen Initiative des Dr. Karl Peters, in den Besitz eines umfassenden Gebiets am Indischen Ocean gesetzt. Zur Aus Nutzung desselben war die DeutschOstafrikanische Gesellschaft gebildet worden, die aber, da sie keine militärischen Machtmittel besaß, sich außer Stande sah. die gegen sie revoltirenden Araber im Zaume zu halten. Um diesen werthvollen Besitz für. Deutschland zu sichern, sah sich daher die Neichsregierung genöthigt, selbst einzugreifen, und mit Truppenmacht, da eine in's'Werk gesetzte Blockade der Küste resultatlos, verlaufen war, zu Lande vorzugehen. Zum Führer des Unternehmens ward der Afrikareisende Premierlieutenant Wißmann ausersehen. Er wurde zum Hauptmann befördert und mit komiissarischn Befugnissen ausgestattet. Die von ihm am 2. Mai in Bagamoyo formirte Deutsch: Schutztruppe für Ostafrika" hat den Stamm abgereben für die jetzige KaiserlicheSchutziruppe für Deutsch-Ostafrika". Wißmann entschloß sich, nur. das fxührermaterial dem Deutschen Heere zu entnehmen, die Truppe selbst aber aus farbigen Soldaten zu bilden. Er to'ihllt eT? Soldatenmaterial Sudanesen un? SuluS und übernahm von der Ostafrikanischen Gesellschaft die wenigen in ihren Diensten stehenden ? rft. i

stafrikanischen Soldaten. m Soldaten . Unterofficier (feldmäßig). im Poncho. Die Sudanesen bilden auch :ute roch den Kern der Schutztruppe. Sie sind seit Jahren an europäische Kampfart und europäische Führung gewöhnt, haben volles Vertrauen zu ihren weißen Führern, denen sie große Anhänglichkeit bezeugen, sind sehr tapfer, unbedingt zuverlässig und in gelügendem Maße ausdauernd kurz, für Afrikanische Verbältnisse bilden sie c:ne Elitetruppe. Der direkte Gegensatz zu den ruhi gen gesetzten Sudanesen sind die Sulusoldaten. Sie waren vor ihrem Eintritt in die Schutztrupp: mit Europäein noch nicht inAerührung gekommen; das Vertrauen 'zur Führung und zur Feuerwaffe mußte ihnen erst beigebracht werden. Als nach Niedermetzelung der Zelewski'schen Expedition eine Neuanwerbung von Sulus vollständig mißglückt war, schieden im Jahre 1892 die Sulus, deren Contrakt abgelaufen war, mit Ausnahme ein'.aer bewährter Unterofficiere aus der Truppe aus. Der dritte Bestandtheil der Schutztruppe sind die Ostafrikanischen Soldaten. welche kurz Askaris", d. h. Soldaten cenannt werden. Die Frage, ob man die ganze Schutztruppe aus Ostafrikanern wird bilden können, ist noch nicht spruchreif. Man weiß noch nicht, welche Stämme in Ostafrika zum Kriegsdienst besonders tauglich sind. Der Bestand an Europäern bei der kaiserlichen 'Schutztruppe (einschließlich Polizeitruppe) beträgt: 1 Oberführer, Ü2 Osficiere und Aerzte, 110 Unterofficiere, Lazarethzehttsen, Büchsenmache? u. s. w., im Ganzen 163 Europäer. Die Schutztrupp: ist stark an Farbigen: 5 Officiere, 52 Unterofficiere, 1415 reguläre und 134 irreguläre Soldaten; die Polizeitruppe: 4 Officiere. 14 Unterofsiciere und 195 reguläre Soldaten. ' Beide Truppen besitzen an Artilleriematerial 53 Geschütze verschiedener Art und Kalibers. Die Schutztruppe ist in 12 Compagnie eingetheilt, die in 14 verschiedenen Orten garnisoniren. während die- Polizeitruppe in Trupps von 25 bis 40 Mann sich auf die Hauptlüstenpunkt: vertheilt. Die Compagnien haben durchschnittlich 2 Züge Sudanesen und 1 Zug Asiaris, sie sind 150 Mann stark und besitzen

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an Chargen 1 Compagnieführer, 2 Lieutenants und die nöthig: Anzahl n Unterofficieren, darunter 4 Euro"äer. Die Beförderung der Farbigen geschiebt lediglick nach Verdienst. Die monatlich: Löhnung beträgt bei Ifcn Sudanesen: Für den Gemeinen 23 Rupien 11 Anna. (Die Rupie im Werth: von etwa 30 Cents.) Für den Gefreiten (Ombascha) 34 Äup. 11 Anna. Abzeichen 1 Winkel von gelbem Tuch. Für den Unterofficier (Schauisch) 26 Auv. AbicifeL 2 Winkel. ".

, - Sisüto Für den Sergeant (Bet Schauisch) 40 Rup. Z.Winkel. Für den Feldwebel (Sol) 45 Rup. Abzeichen 4 Winkel und Schleppsäbel. Die farbigen Officier: erhalten rno-

&viv Mriff Vk 17 'W "XV Unterofficier (feldm'äßig). ratlich 75 Rupien. Ihr Abzeichen sind drei goldene Stern: auf den Achselklappen. Die Askaris bekommen als Gemeine und Gefreite 20 Rupien monatlich, die Unterofsiciere 29 Rupien 11 Anna. Die Truppe erhält freie Verpfleflung, sobald sie länger als sieben Lage von ihrer Station entfernt ist, sowie auf allen nicht fertigen Statioren. Die Uniform der Europäer, sowohl der Officiere als der Unterofsiciere ist verschieden von der der Farbigen, da erstere mehr auf das tropische Klima Rücksicht nehmen müssen, als die Eingeborenen. Die europäischen Officiere tragen zur Parade eine blaue Uniform nach Marineschnitt und Marineschärpen, zum gewöhnlichen Dienst weiße bäumwollene Anzüge, Tropenhelm, Fez, entweder Schnürschuhe mit Gamaschen oder lange Reitstiefel mit Anschnallsporen. Als Waffe dient ein Korbsäbel und ein Revolver. Entsprechend ist auch die Uniform der weißen Unterosficiere. . Die Uniform der farbigen Soldaten ist gefertigt aus gelbbraunen sog. Kakeedrell, der Rock hat den Schniit der in der Landarmee gebrauchlichen Drilllchjacke, aber mit Klappkragen und ZNetallknöpsen. Ueber die Beinkleider wird um die Unterschenkel e'.ne Binde von blauem Tuch und etwa 9 Zoll breit zum Schutz gegen das Dornengestrüvp gelegt. Die Fußbekleidung besteht aus Segeltuchschuhcn, die Kopfbedeckung aus einem Fez aus Kakeehell und einem daran befestigten Nackenschleier. Die Ausrüstung setzt sich aus Folgendem zusammen: aus 3 Patronenlaschen, Tornisterbeutel, Brodbeutel, Feldflasche und wollener Decke (Poncho genannt), die auf den Tornisterbeutel geschnallt wird. ' Officier i m Feldanzug. Die Abzeichen der Polizeisoldaten bestehen in einem messingenen Reichsidler, der vorn auf den Fez genäht wird und in einer rothen Brustschärpe. Als Waffe dient das Jnfan-terie-Gewehr M 71 vder die Jägerbüchse M 71 und Seitengewehr. Das Ezerciren der Truppe geschieht nach dem deutsche 'Exercirreglement mit geringfügigen Abänderungen und nacb deutschem Kommando. Ein Paradedrill ezistirt nicht, dowerden die Leute sehr viel einzeln exerciert und es wird viel Werth auf Feld- und Wachdienst gelegt. Das Exercieren findet meistenteils in den Morgenstunden von 6 1-2 bis 9 Uhr statt. Nachmittags ist Appell und es werden einzeln Griffe geklobbt-. Die Truppe schießt die B:dingungen der dritten Schießklasse, aber mit ziemlich geringem Erfolge. Die Leute wohnen- in Kasernen, welche nach dem Korridorsystem in der Art der Negerhütten , erbaut und mit Dächern von Makutis (einGeflecht aus Kokospalmwedeln) versehen sind. Die Kasernenstuben sind für je. eine Familie von 4 .Personen bestimmt und !eo:glich mit Kitandas, d. s. Negerbettstellen. möblirt, doch schleppen sich die Soldaten, besonders die Sudanesen, in kurzer Zeit allerlei Hausg:räth z-.:-sammen, um die Wohnung möglichst bald heimisch zu machen. Das Betreten der Wohnräume der Sudanesen ist den Europäern unt:rsag!., doch haben die Un!:rofs?:re du jour die Erlaubniß, in dieselben einzudringen, falls die Weiber sich gar zu laut zanken, was nicht gerade allzu selten vorkommen soll. Ueber die Soldaten der Trupve sin det sich ein Urtheil in einem Bericht des Premierlieutenants Märcker, dcm größtenteils unsere Notizen entnom men sind: Die farbigen Soldaten sind Söldner. Es fällt also bei ihnen die Vater landsliebe als leitende? Motiv fort. Dagegen ' wird Niemand, der iie Truppe im Gefecht gesehen ha:, ihren persönlichen Muth, ihre Anhänglichkeit an den Führer und ihren regen militä-

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rischen Ehrgeiz ableugnen können. Die Truppe ist so gut, wie man es von einer farbigen Truppe nur lrg:nd derlangen kann." ' Ooö' Rettungsboot.

In der nachstehenden Illustration ist das De Vos'sche Rettungslos! veranschaulicht, dessen eigenartige Ausrüstung das Herablassen in wenigen Secunden ermöglicht. Da bei einer Katastrophe zur See die Rettung von Menschenleben meistetts dadurch erschwert bezw. unmöglich gemdcyt wird, daß die Boote nur mit großem Zeitverlust zu Wasser gelassen werden können, ist die De Vos'sche Erfindung mit Freuden zu begrüßen. Der norddeutsche Lloyd-Dampfer Havel", welcher dieser Tage in New Fork eintraf, war das erste transatlantische Schiff, welches zwei solcher Boote an Bord hatte. Versuche ergaben, daß das Herablassen eines 30 Fuß langen und 9 Fuß breiten Bootes nur 13 Secunden dauerte. Eine Frau als Deputy.Therlss. In der Legislatur deö Staates Colorado sitzen drei Frauen und auch in anderen. Landestheilen haben Repräsentanten des Ewig - Weiblichen mehr oder minder hervorragende öffentliche' Aemter inne. Die einzige Frau, welche unter den Organen der öffentlichen Deputy - SheriffAram. Sicherheit zu finden ist, dürfte das californische County Alameda in der Mrs. Aram von Oakland besitzen. Diese Frau war in ihrem County im Interesse der Populisten auf dem Stump und hauptsächlich ihren Bemühungen foll der gegenwärtige Sheriff seine Wahl zu verdanken haben. Zum Dank dafür ernannte er sie zum Deduty. Der Herr Professor. Jetzt weiß ich nicht, hat sich mein Schneider einen frivolen Scherz erlaubt oder ist der Mensch wirklich so dumm? Ich kann doch in dieser Weste unmöglich einen Bortrag halten. Hier oben fehlt ein Loch und da unten em KnopU" Zumuthung. Stromer: Sie. Herr Gendarm, hätten's mich doch durch die Mühlgass' g'führt!" Guidarm: Warum?" Stromer: Dort wohnt halt.mei' Schatz a klane Fensterparad'.wisfen's!" V iele Leute werden erst dann höflich miteinander, wenn sie sich entzweit haben. In den Alven. Meyer (schwärmerisch): , Ja, angesichts der Berge, fühlen wir uns all' als Zwerge! Meyer: Na, mick nimmst Du hoffentlich aus! DerQyvocüonder. Gat tin: Nun, lieber Mann, wie fühlst Du Dich heute? tte: Ach, srecklich schlecht, wabr'---"- hast Du die Medicin wieder zu kalt gegeben! Boshaft. Frau A.: Also Herr Meyer hat sich verlobt? Frau B.: Ja. im Juni heirathet er. Frau A.: Hoffentlich ist die junge Dame in Zeder Weise seiner würdia? trau 23.: Gewiß, sie taugt ebensowenig wie , ....... er!'

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Der Klapperschlangen - Ziele".

Nicht geringes Aussehen erreate vor Kurzem in den Corridoren der Consoidated Petroleum Exchange" ein Mann Namens Peter Gruber aus Nochester. Derselbe hatte sich einen vollständigen Anzug aus den Häuten von Klapperchlangen machen Ian. Sem Rock, ehe Weste waren aus der Haut dieses o gefürchteten Reptils verfertigt, dasselbe Thier hatte den Stoff zu den eleganten schwarzen Beinkleidern geliefert, aus Klapperschlangenhaut waren sein: Handschuhe und sogar das graziös umgejchlungene Halstuch. Im gewöhnlichen Leben leitet Peter Gruber. der weit und breit unter dem Namen Klapperschlangen Pete" beannt ist. :n friedlicher Weise in klei nes Hotel in Rochester. N. N. Wenn aber der Sommer sich seinem Ende naht, da regt sich in ihm die Jagdlust und er zieht hmaus, um im Verein mit seinem Freunde, einem Pittsburger Zahnarzt, zu jagen, zum Segen der Menschheit und zum Besten seines Gcldsackes. Stellte sein Großvater dem Luchse nach, erjagte sein Vater m der Wildnik Pennsylvaniens den Bären, so hat sich unser Pete die Klaperschlanae zum fangbaren Wilde ausgesucht. Sein Jagdgebiet liegt im Townshlp President auf den Besitzunen eines alten, reichen Junggesellen, Namens Clapp, der sich hier :n der Einöde ein herrliches Landhaus erbaut hat und seine Beschäftigung darin m det, prachtvolle Wege und Straßen durch semen Besitz anzulegen. In dieser Gegend, der sog. Snakern", ist das Paradies für unseren Schlanaeniäaer. Hier führen die Klapperschlangen ein friedliches und ungestörtes Leben, bis Peter mit seinem Doctor auf derBlldflache erscheint. Dann ist es aus mit ihrem idyllischen Dasein, mögen sie sich auch noch so tief berkriechen, 'mögen sie die entlegensten Verstecke aufsuchen, das scharfe und ceübte Auge Pete's findet sie doch. ):e viusrunung oer zager iji eine sehr einfache; sie besteht, abgesehen von W, t n ej'f ;n 2XZ o-A '-ZZry ?ml ;U 'äß&.&r i 'ä; i 2' rmA ? .SMWKe Ztft'fik 3 i 'IFX: i. ' 'jri?. -Sa n g e i n e r Schlange. einem gekrümmten Fangstock, in de? Hauptsache aus zwei großen Krügen des besten Whiskeys, der nicht allein zur gelegentlichen Magenstarkuna. sondern vor Allem bei etwaigen Bißwunden als Gegengift seine Verwendunq llnoet. Der Fang geht nun auf folgende Art und Weise vor sich: Sobald der Doctor. der sich mit dem Stock bewaffnet hat. eine Schlange erspäht, drückt er dieselbe mit dem gebogenen Ende des Stockes zu Boden und hält sie so lange nieder, bis Pete erscheint, der sie nun mit einem geschickten Griff, den er der phrelangen Uebung verdankt, hinter dem Kopfe ergreist und sie so dem Doc tor entqeqenhalt, welcher der Schlange die Fangzähne ausreist. Manchmal zieh! man auch dem Thiere den Giftsack, der sich unter der unteren Kinn lade befindet, heraus. Während dies geschieht, sucht Pete mit liebreichen Worten die Schlange über diese unan genehme Operation hinwegzuhelfen. Nachdem das Thier so unschädlich ge macht ist, wird es in einen Kasten hineingeworfen. Ist das Jagdglück den beiden Männern besonders günstig, so gelingt es ihnen oft, zwei bis drei Schlangen in der Minute zu fangen. Manchmal ist den Thieren aber schwer l z tez . . WMii i li! mm .W w mm "mm rJ Pete's &tlm. beizukommen und dann heißt es, dieselben aus oem Grunde herauszugra ben. Haben die Thiere sich in zu sehr liefe Locher verkrochen, so da ein Ausgraben nicht möglich ist, so greift man zum Ausräuchern. Während Pete ganze Wagenladungen nach Hause schafft, fucht ,sich der Doctor nur die besten Exemplare zu Experimentlrzwecken heraus. Gelegentlich chlorosormirt er eine von den Schlangen und hat ausgesunden, daß sie sehr Widerstandsfähig gegen dies Gift sind. Es nimmt manchmal länge? als eine Stunde, ehe das Thier dem Chloroform unterliegt. Gewöhnlich wittert dasselbe Unrath, wenn es den mit Chloroform getränkten Schwamm erblickt., und wehrt sich mit aller ihm inne wohnenden Kraft dagegen. um nicht mit dem Gifte in'Beruhrung zu kommen. - Peter Gruber hat sich in seinem ntim ein aanzes Klakverscklanaenmul seum angelegt. Dort ist jedes Erem plar dieser Schlangensorte zu finden,.

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von der gewaltigen Anaconda und der

todbringenden Eobra di capella bis herab zu der winzigen Fer de lance, drt iWÄ i LKija i; i T i JndenKasten.' !di: Insel Euba zur Heimath hat. vete verfertigt von den Hauten dieses Reptils seine Kleidung. Spazierstöckc und manchen anderen brauchbaren Artikel und ist in Folge seiner Fretgebigreit, mit der er Klavverschlanaen und die aus denselben verfertigten Sachen als Kuriositäten itr.ier iic Leute vertheilt, ein überall grn gesehener Gast. SonderbareFrage. ReichgewordeneSchlächterfrau: Also, toas wollen Sie für mein Bild haben? Maler: Dreihundert Mark, Madame. Schlächterfrau: Und was nehmen Sie. wenn Sie meinen kleinen Jungen rnit aufs Bild bringen? Maler: Das würde 100 Mark mehr kosten Schlächterfrau: Donnerwetter, das ist aber theuer; wieviel lassen Sie denn ab. wenn ich ihn auf den Schooß nehme? Abgeblitzt. ms 'M mmm kV WZ Sag' mal.reizendes Kind, was forderst Du für einen Kuß?" Nix! Da kriegst D' noch was!E g o i st i s'ch. Gatte: Ja. was ist denn das, ich glaube, Du hast heute gar nichts ge kocht?-.. Gattin: Aber da sieh doch her, heute hat das Tageblatt mein Gedicht gebrach! mit einem Herzen so voller Sttick denkt man doch nicht an's sen!.V Zeitgemäßes Mitleid. 4a .Sieb' nur. Mama, die arme, arme Frau hat nur. einen einzigen Kragen an!Dunkle Ahnung. Du, Sepp, jetzt wird es mir schlimm gehen! Früher hab'n ich und der Tiras mitsammen die Schlag' 'kriegt, heut hat sich aber der Meister in den Thierschutzverein aufnehmen lassen und da' bekomm' ich sie gewiß jetzt allein!" :

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Kindermund. Karlchen :j Mama, haft Du' Papa gesagt, ich; möchte ein Bicycle haben? Mutter:? Ja, aber Papa sagte, es wäre ihm zu theuer. Karlchen: Na, warum bist Du denn nicht in Ohnmacht gefallen, wie Du es immer thust, wenn Du etwas für Dich haben willstl

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?ie Zähne und ihre'PZIcgc. Kein Körpertheil wird von den meisten Menschen mcbr vernachlässigt als sie Zahne. Wenn einem Menschen der kleine Finger schmerzt, so wird er durchaus nicht daran 'denken, denselben stch abnehmen zu lassen, sondern kn Gegentheil alles, was in seinen Kräften sieht, anwenden, um ihm wieder zum normalen gesunden Zustand zu verhelfen. Ganz anders bei den Zähnen. Sobald ein Zahn schmerzt, ist es nach der Ansicht eines Theiles es Publilums das Beste, ihn zu entfernen. Absehen öavon, daß diese Leute es verabsäumen, durch Pflege und Behandelnfassen ihrer Zähne sich vor dem Eintritt vor Zahnschmerzen zu schützen. zeigen sie durch ihre Bereitwilligkett, eiinen Zahn zu opfern, daß ihnen der yroße Nutzen der Zähne unbekannt ist. Da nun leider der-Nutzen der Zahne aoch wenig bekannt ist, will ich in folgendem versuchen, ihn klarzulegen und alsdann die Mittel und Wege angeoen, wie man sich gute und ichone Zähne erhält. Bei der gegen Wechselwirkung, in welchen .die einzelnen Theilen .des Organismus zu einander stehen, versteht sich die Beeinträchtigung mancher Korpersunktionen 'durch die Berderbniß und den Verlust der Zähne eigentlich von selbst, und daraus mußte die Wichtigkeit und Nothwendigkeit einer rationellen Behandlung 'der gesunden und kranken Zähne gefolgert werden. wenn Jeder dem Körper und seinen Theilen iie -nöthige Aufmerksamkeit widmen wurde. Der Nutzen der Zähne ist ein doppelter, sie dienen als Werkzeuge r Verdauung und ve dingen eine reine und klangvolle Ausspräche. Das Leben des Korpers besteht beikanntlich in einem ununterbrochen vor sich gehenden Wechsel in der Zusamenensetzung seiner Theile. Fort und fort sri..: Abnutzung und Ausscheidung verbrauchter Stoffe statt, welche inothwendig einen nach Quantität und Qualltat, entsprechenden Ersatz fordern, soll die Existenz und Kraft des Körpers nicht beeinträchtigt werden. Zur Erhaltung der Gesundheit ist vor Allem nothwendig,. daß 'Ausgaben unö Einnahmen bei jenem Proceß, den wir Stoffwechsel nennen, in richtigem Berhaltniß zu einander stehen. Allerdings geHort dazu in erster Lmie die Zufuh rung der aus dem Thier- und Pflaw genreich herrührenden Nahrungsmittel, aber es spielen dabei auch die Zähne, insofern sie bei der Verdauung der Speisen vorbereitend Wirten, eine nicht zu unterschätzende Rolle. . Der Nutzen der Zähne beim Kauen fester Spölsen erweist sich nach doppelier Richtung: erstens indem sie die in en Mund gebrachten Nahrungsmittel fassen und durch mechanische Eingriffe Zerschneiden, Zerreißen nnd Zermalknen) in kleinere Stücke theilen und sie so für 'die Einwirkung der Verdauunzssafte geeigneter machen, zweitens ir.'dem sie während ihrer Bewegung die Absonderung, der Mundflusslgkeli bt günstigen. Ist letzteres geschehen, so kann die durch und durch mit Speichel und Schleim getränkte Speise, nachdem sie mit Hilfe der Zunge zu einem Bissen geformt wurde, auf dem fchlüpfrigen Wege über den Kehldeckel weg dem Schlunde und durch 'die Speiseröhre dem Magen zugeführt werden.wo sich die durch den Spuchelzusatz eingeleitete- chemische Speisenumwandlung unter dem mächtigen Einfluß des Magensaftes weiter entwickelt. Wenn nun dieser normale Vorgang durch schmerzhafte Erkrankung der Zahne oder wegen ganzlichen Mangels derselberr nicht statthaben kann, so wird auch der Magensaft nicht hinlänglich wirken, es werden die nicht genügend zerkleinerten Nahrungsmittel auch nicht gehörig zersetzt werden können und in Folge dessen üble Zufälle erregen, kurz, es entsteht eine schlechte Verdauung mit allen bekannten Eonsequenzen. Außer dieser indirekten Einwirkung schlechter Zähne 'auf den Magen besteht noch eine direkte. Es sammeln sich nämlich in den Höhlungen der angesteckten Zähne Speisereste an, welche in Fäulniß übergehen und einen außerordentlich günstigen Boden für die Entwickelung von Bakterien und Mikroorga-' nismen bilden. Beim Herunterschlucken von Speisen und Getränken gelangen nun diese Fäulnißprodukte und Bakterien mit in den Magen und wirken hier natürlich die Verdauung au ßerordentlich schädigend. Die häufigen Magen- und Verdauungsbeschwerden alter Leute lassen sich weniger auf das Alter als solches, als vielmehr auf die durch dasselbe bedingte Zahnlosigk:it und damit auf eine unvollkommene Verarbeitung der Speisen, aso auch auf die unter so!c5'n Umständen mögliche normale Verdauung zurückführen. Wir kommen nun ?um Nuen sr Zähne, insofern dieselben bei der B'il dung der Sprache betheilig: sino. ):e klare und deutlich: Sprache bedarf zu ihrer Hervorbringung gewisser Organe. Diese Organe sind der Kehlkopf und die Mundhöhle mit ihren Zähnen. Inwiefern der Kehlkopf bei der Bildung der artikulirten Töne beteiligt ist, will ich hier nicht näher erörtern, allein zute, und normal gestellte ,Zähne schützen lcht nur unsere Luftröhre und Lunge vor Verkühlung, wenn wir rascheBewegungen bei verschiedenen Trmperaturen vornehmen, sondern sie tragen auch wesentlich zur DeullichZeit der Aussprache, besonders der in der deutschen Sprache so reichlich vertretenen Mitlauter bei. Fehlen auch nur einige . Lorderzähne. so wird die Aussprache ' vurch manaelhafte Erzeugung der, Zisch- und Sauselaute, und weil sich die Zunge beim Aussprechen der Buchstaben l, b und i (gerade wie beim Llastn mehrerer Musikinstrumente) an

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blt oberen Vorderzähne anlegen soll, unverständlich. Wie unangenehm berührt da Vorstrecken der Zungenspitze durch vordere Zahnlücken, und wi? meiden Personen, welche beim Sprechen den Speichel aus dcm Munde aus den Angeredeten spritzen. Nach Verlust der mittleren Schnelde.zahne können einzelne Konsonanten, so z. B. tos s, kaum oder nur sehr, unvollkommen ge bildet werden. Beim Konsonanten ,s wird nämlich die im Munde eingeengte Luft an den scharfen 5wnten der mittleren Schneidezahne gebrochen. Ebenso unvollkommen klingt das f, welches durch das Zurückziehen der Unterlippe hinter die Oberlippe und gleichzeitiges Andrücken, derselben an die unteren Schneidezähne gebildet- wird. Auch die beiden Buchstaben t und d. können iir bei vollkommen lückenloser vorderer Zahnrsihe klangvoll ausgesprochen werden. Fehlen nun die vorderen Zahne ganz oder teilweise, so wi die Deutlichkeit der Aussprache dadurch 'beeinträchtigt und es tritt dann Lispeln ein, weil die Lippen anstatt der Zahne hierzu gebraucht werden müssen. Daß die fehlerhaste, unverständliche Aussprache um so ausfallender und deren Deutlichkeit um so mehr alterirt erscheint, je mehr Lücken die beiden Zahnreichen ausweisen, und daß andererseits die .Aussprache wieder an Deutlichkeit gewinnen kann. Jeder zur lZenüge erfahren, der Gelegenheit hat. mit zahnlosen oder mit solchen Menschen zu verkehren, die bereits künstliche Ersatzstucke besitzen und sie zu tragen gewöhnt sind. tv0 verichiedenartig die Sitten und Geöräuch: der einzelnen Volksstämme sind, ebenso eigenartig und mannigfaltig sind ihre Anschauungen auch bezuglich der Erhaltung und der Schoniheit der Zähne. Die Europäer betrachtenglanzend weiße Zahne als d höchste Zierde des Mundes, und Jean JacqueS Rousseau sagt: Eine Frau mit schonen Zahnen ist niemals haßlich." Anders sind die Ansichten bei zahlreichen .'wilden Völkern, einzelnen Jnsulanerstämmen, wie den PellowInsulanern, erscheinen schwarze Zähne ls ihr Ideal, andere, wie die Nacafsaren, beizen sie roth. Geradezu baroarttch wüthen einzelne Negerstamme gegen ihre Kauwerkzeuge, indem sie die Zähne dreieckig feilen, und die Frauen in Japan beizen sie mit einer unasthetischen Mischung, so daß sie ein geschwüriges, stinkendes und 'blutendes Zahnfleisch bekommen, llas aber erscheinen nur normal gebildete gesunde Zähne schön, und es gewährt wohl einem Jeden -inen ekelhaften Anblick einen Mund 'ooll fauliger und stockiger Zähne zu sehen, abgesehen von dem entsetzlichen Geruch, der von einem vernachlässigten Munde auszugehen pflegt. Gesunde Zähne können fast nie Schmerzen erregen. Wie aber erhalten wir uns unsere Zahne gesund und schützen uns demgemäß vor Zahnschmerz? Das heißt mit anderen Worten, wie sollen wir unsere Zähne putzen, denn daß das Reinigen die erste Bedingung für ihre Erhaltung ist, weiß wohl heut Jedermann. Die wenigsten aber wissen, wie man sie zu putzen hat. Da giebt es Leute, die nur mit den Fingern putzen, andere die ein nasses Handtuch anwenden, das einzig wichtige aber ist eine mittelharte Zahnbürsie mit Wasser und etwas Zahnpulver. Die Zähne aber dürfen nicht von rechts nach links, sondern müssen von oben nach unten gebürstet werden, da sonst die Zwischenräume nicht gereinigt werden. Außerdem hat man die Zahnbürste nicht nur an de? Vorderseite, sondern auch an 'der Rücken- und Kaufläche der Zähne, sowie am Zahnfleisch hinzuführen. Dem zum Äusspülen des Mundes gebrauchten Wasser kann man etwas Köllnisches Wasser zusetzen, und als Zahnpulver dürfte sich folgendes empfehlen: Schlemmkreide 30 gr Gebrannte Magnesia. ... 3 Lerlchenwurzel 10 Pfefferminztropfen 5 Tropfen Nach jeder Mahlzeit müssen die Zähne mit einem Zahnstocher aus Holz oder Horn, am besten aus Federpose aefeiert, gesäubert, und wenigstens früh und Abends geputzt werden. Trotz alle? dieser aufgewandten Sorgfalt aber werden von Zeit zu Zeit Höhlungen in einzelnen Zähnen entstehen, die bald plomöirt werden müssen. Eine rationelle Zahnpflege beschränkt sich daher nicht allein auf das Putzen der Zähne, sondern sorgt dafür, daß alle stockenden Zähne bald im Anfang blombir! werden. Um di: richtige Zeit nicht zu verpassen, gehe man in jedem Vierteljahr behufs Untersuchung zum Zahnarzt. Wer auf diese Weise versährt. wird sich bis in's späte Alter gesunde und schöne Zähne und demgemäß eine gute Verdauung erhalten. Modern. Frau A.: Mein letztes Dienstmädchen war eine schreckliche Person, sie stahl alles Mögliche, war frech, hatte mehrere Liebhaber auf einmal, und war die schmutzigste Person, die ich je gesehen habe! Frau B.: . Na. Sie haben sie doch nicht etwa behalten? Frau A.: I, Gott bewahre, ich habe ihr ein sehr guteZ Zeuniß gegeben, und der Dame, die üeute hier war. sich zch ihr zu erkundign, sehr lebhaft empfohlen! Aus der guten, alten Zeit. Na Meier! Er war ja gesiern nicht bei der Parade! Wo hat er oenn gesteckt? Ich werde Ihn einsperren lassen. Sie werden gütigst ntschuldigen. Her? Major ich durfte sestern nicht fort von Haus,- meine . ; israu that Kuchen backen. So? Soll , ich das wirklich glauben? Jawohl. ! Herr Major, und meine Frau wird eS Ihnen morgen mit einem schönen ZÄi tellllchen beweist.nl