Indiana Tribüne, Volume 18, Number 205, Indianapolis, Marion County, 15 April 1895 — Page 3
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GStye's Vesuch in KlttlSvav. Es ist gar nicht Zlt bezweifeln, daZz daZ Leben deS großen Dichters durch den Genutz der Wässer der Cpntdelquelle betröchtlich verlängert worden ist. In der Jetztzeit wird Einem die Sprndelquelle in'S HauZ gebracht und zwar in der Form 'von Ealz, das durch Abdampfung auS den: Wasser des berühmten Sprudels gewonnen wird. DaS in Pulvcrforn: in den Handel kommende Sprudelsalz ist keineswegs bloö Abführmittel, sondern es regenerirt und befreit den Körper von allen verdorbenen Stoffen, von zähen, schleimigen Ablagerungen, es lindert übergroßen Nervenreiz und erleichtert das System von über schüssigem, schwammigem Fett. Es befördert den Stoffwechsel in hohem Grade. Man hüte sich vor Fälschungen. Der ächte Artikel trägt die Signatur der Eiöner & Mendelson Co., Alleinige Agenten, New 9)orf, auf jeder Flasche. L 1 Ein dankbarer Patient, Itx seinen Namen nicht genannt haen will, und der seine VvNftZndiq LSiederherstellung von schwe rem i'eiötit einer in einem Tottorduch angegebe nen Arznei verdankt, läßt durch unk dasselbe kosten frei an seine leidenden Mitmenschen verschicken, liefe groke Buch enthalt Rezepte, e in jeder potdeke gemacht werden können. Schickt feure Adresse mit Briefmarke an Vrivat HUnit und iDlspensary," 23 illesr 11. Str.. Rem Vork. R. V. C 1 mm t Xniettion. Eine permanente 5k ur t 0 der hartnäckigsten Fälle ron Sonorrhea und i 5 Sleet. garannrt in von 3 di 6 Tagen: keine nw. vcnuciuiiy nviwiH uiiv . ini ' . ekelnden Sieiulkat bt Simnedmen von Su j. bede. Covaiba oder Eandelöl. J.Ferre 4 lo. (tou'4 Nachfolger). poteker, Pari. Bei ' tauft von allen 4. ruj giften. RipansTabules. Ripans Tabules are cornpounded srom a prescriptiop widely used by the best medical authorities and are presented in a form lhat is becoming the fashion everywhere. Ripans Tabules act gently but promptly upon the liver, stomach and intestines; eure dyspepsia, habitual constipation, offensive breath and headache. " One tabule taken at the llrst Symptom of Indigestion, biliousness, dizziness, distress after eating, or depression of spirits, will surely and quickly remove the whole disliculty. Prlce, 50 cents a box. RipansTabules may be obtained of nearest druggist; or by mail on reeeipt of price. RIPANS CHEMICAL CO., 10 Spruco Street, NEW YORK. 4 WttMMMHIt I "Webster's : International : Dictionary' , Invalaable In Office, Scbool,and Home Ae)f front Corer to Cover Successor of the ?J " Unabridged. Standard of tbe TJ. S. Gov't Printinp Office, the U.S. Supreme Court and of nearly all the Schoolbooks. "Warmly comrtiended iy State bnperintendenta of Schonte, and other Educators aliti oa t without number. The One Great Standard Authority, to wnte Hon. l. J. lsrewer, Jusuce U. 8. Supreme Couit. A Colleeo President wrfte: Tor ueue wlth Trhieh the eye find the Word tonght, f or accnrcy of deflni"tion, for ffectlve methods In intli"catinjj pronnnciatlon, für terse yet ucompreheRlT6 tatementa of facts, Mand for practlcal um ms a. worklnff dlctlonary, 'Webster' International excel any other aingle volume." G. Jtt C. 3fERRIA3r CO., Fnbllshers, üprtngneia, Jiass., i.;..a. wr Send to the rnbllshen for f r?e r.imTWet F- Io not buy cheni) reprinu of amueu. etlitlonft. F. J Hcinhardf Deutscher Advokat und Notar No. 29 Süd Delauare Str. Zimmer No. 7, Gebäude der Deutschen grgens. Fcuer-Versich erungSgesellschaft vonJndiana.
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Seidene Netze.
Roman von Seinhold Orlmann. (Fortseung.) Ich lieb ihn in rem Mzuven. oaJ d) von dem Dasein deZ Schmuckes och aa? nichts bemerkt habe.- Wäre ich sonst d5ch gezwungen gewesen, ihm denselben vor die Füße zu weisen. ssrau Irene starrte ihre Tochter in verständnißlosem Erstaunen an. Vor die Füße ? Du -hättest also daran denken können, ihn wieder her zuaeben? Ist eZ etwa in der guten Gesellschaf! Brauch. Mama, daß man einer Dame, mit der man weder verwandt noch ver lobt ist, ohne jeden äußern Anlaß derartige Präsente macht? Konnte der ftikst seine wahre Gesinnung und die Verachtung, mit der er auf uns herabblickt, deutlicher an den Tag legen als durch diese Art, mich zu beschenken? Behielte ich den Schmuck., so wäre das nichts anderes als eine Bestätigung dafür, daß er uns richtig beurtheilt habe, und ich will tausendmal lieber gleich jetzt für immer auf die Aussicht verzichten, eine Fürstin Aprazin zu Meißen, als daß ich mich soweit erniedrigte. Er soll erfahren, daß er sich getäuscht hat, und der Vicomte soll es sein, der ihm sein beleidigendes Geschenk zurückbringt. Welch ein frevelhafter Gedanke! rief Madame Delonda entsetzt. Stellst du dir denn gar nicht vor, welche Folgen daraus entstehen könnten? O. ich bin darüber nicht im Zweisel! Aber was auch immer sich daraus ergeden möge, es kann mich unter keinen Umständen weiter von der Erfüllung meiner Wünsche entfernen, als eine Annähme dieser demüthigenden Gabe ?3 unfehlbar thun würde. Konstantin Aprazin ist so genußmüde und blasirt, daß nur noch das Ungewöhnliche einen Reiz auf ihn auszuüben vermag. Vielleicht wird das Weib, das er von dem Deqen eines Nebenbuhlers vertheidigt sieht, ihm plötzlich doppelt begehrenswerth erscheinen. Der Herr Vicomte de Latouche! meldete in diesem Moment die Zofe, und wie dämonischeSiegeszuversicht sprühte es in Victoria dunkeln Augen aus. Ohne sich um das hülflose Gesicht und die flehende Gebärde ihrer Mutter zu kümmern, warf sie das stolze Köpfchen in den Nacken zurück und sagte in einem Tone, aus welchem Frau Irene nur zu deutlich die Unerschütterlichkeit ihres Entschlusses heraushörte: Der Herr Vicomte ist uns willkommen. ViertesEapitel. Frithjof Alström hatte die Freundin nen des armen Stepan Fedorowitsch nach dem Bilde, welches ihm der Fürst von ihrer berechnenden Klugheit entworfen, in ziemlich glänzender oder doch wenigstens behaglicher Umgebung zu finden erwartet. Zu seiner Enttäuschung erwies sich nun das Haus, welches er nach Doctor BourdaloueZ Angabe aufgesucht hatte, als ein Hotel Garni bescheidenster Art, wie es arme Gouvernanten und HandlungscommiZ, die nach Paris kommen, um dort eine Stellung zu finden, wohl als erstes Quartier zu benutzen pflegen. Ein mürrischer Pförtner wies ihn aus seine Frage ziemlich barsch in den dritten Stock hinauf, und Frithjof tastete sich mühsam über eine enge, schmutzige. Halbdunkle Wendeltreppe empor. Oben mündeten drei Thüren in den Stiegenflur; zwei von ihnen waren verschlossen und zeigten Visitenkarten mit Namen. die für den jungen Künstler ohne Interesse waren. Die dritte Thür aber, an welcher sich kein Name befand, war nur leicht angelehnt und er alaubte. das gedämpfte Geräusch mebrerer Stimmen dahinter zu vernehmen. Er klopste wiederholt, doch er blieb ohne Antwort. Niemand schien ;)it zu hören, und wenn er nicht unverrichteter Sache wieder umkehren wollte, mußte er sich wohl entschließen, ?inzutreten, ohne eine ausdrückliche Aufs?:derung dazu abzuwarten. Es war ein kleiner, ziemlich finsterer Vorraum, rn welchem er jetzt stand, und hinter eine? Thür zu seiner Linken hörte er nun mit voller Deutlichkeit dieselbe Stimme, deren Klang draußen nur in einzelaen gedämpften und unverständlichen Lauten an sein Ohr gedrungen war. EZ war eine tiefe, rauhe Männerstimme, welche in polternder Erregung die einzelnen Worte hervorstieß. Es hatte gewiß nicht in FrithjosS Absicht gelegen, den Horcher zu machen, aber während er nun unschlüssig zauderte. wohin er sich wenden solle, mußte er wohl auch wider seinen Willen zum Zeugen des Gesprächs werden, welches da drinnen geführt wurde. Wenn Sie geglaubt haben, daß Sie so leicht mit mir fertig werden könnten, so kennen Sie eben den Anton Roneg ger schlecht! polterte der Mann. Ich steh auf meinem Schein und ich geh nit von der Stelle, bis ich mein Recht erlangt hab. Das wär mir eine schöne Geschichte, wenn ich mich sollt um meinen Verdienst bringen lassen, nur weil so ein hergelaufenes Frauenzimmer sich anstellt wie eine Prinzessin. Sie haben meine Meinung gehört und ich sags Ihnen nochmal: es ist mein letztes Wort gewesen. Entweder das Fräulein geht sofort mit mir, um die Stellung anzutreten, die ich ihr verschafft hab, oder Sie zahlen mir die tausend Franken Schadenersatz, wozu Sie sich in dem Revers ausdrücklich verpflichtet haben. Fünf Minuten geb ich Ihnen noch Zeit, sich das Ding zu überlegen. Dann aber heißts entweder oder, und ich verspreche Ihnen, daß Sie mich ntt von meiner Zansten Seite kennen lernen sollen, wenn ich auch dann noch keine vernünftige Antwort krieg! Eine weibliche Stimme, die von Thränen halb erstickt schien, sodaß Frithjof sie nicht zu verstehen ver mochte, gab ihm .Antwort; . aber ihre Erwiderung schien den Zorn des wüthenden Herrn Roneaaer nur noch mehr
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ktN!Z r züyaven. oenn er suhr üverlaur ' und schreiend fort: Was sagen Sie , da? In eine Falle hätt ich Sie gelockt , eine schimpfliche Handlung hätt ich begangen? Oho, aus dem Ton laß . ich mit mir nit reden! Die Gerichte i ja, wenden Sie sich nur an die Gerichte! Die Richter in Paris haben bessere Dinge zu thun als sich mit den Querelen von zimperlichen deutschen Gouvernanten zu befassen. Zuerst komm ich mit meinem Anspruch und mit meinem Schein. Denn ich Habs schwarz auf weiß, davon läßt sich nichts wegdlspuhren. Hernach mögen Sie ja meinetwegen zusehen, ob Sie mir was anhaben können. Vorerst aber will ich mein Geld haben oder ich lasse Sie alle beide als hergelaufene Schwindlerinnen ins Gefängniß sper ren das schwör ich Ihnen zu! Ein Schrei des Entsetzens aus weiölichem Munde folgte dieser Drohung und im nächsten Moment stand ftriib jof Alström auf der Schwelle des Zim mers. dessen Thur er ohne weiteres Besinnen aufgerissen hatte. Die Lage, über die er schon durch die eben vernommenen GesprLchsfragmente hatte aufgeklärt werden können, ließ sich nun mit einem einzigen Blick erfassen. Inmitten des durstig ausgestatteten. unbehaglichen Gasthofzimmers stand ein vielleicht vierzigjähriger Mann mit einem Stiernacken und von mächtiger vierschrötiger Gestalt. Sein widerwärtiges. gedunsenes Gesicht, das Gesicht eines Säufers, war vom Zorn gerothet und :n seinen kleinen, verauollenen Augen glitzerte es tückisch. Wie in Furcht vor einem thätlichen Angriff hatten sich die beiden Frauen, gegen die er seine Drohungen geschleudert, so weit als möglich von ihm zurückgezogen. An dem einzigen Fenster des kleinen Gemachs, von dem hell hereindringenden Sonnenschein scharf beleuchtet. stand eine groß und schlank gewachsene Frau, deren Antlitz die unverkennbaren Spuren ehemaliger Sckönbeit zeigte, obwohl es durch die eingefallenen Wangen und durch manche herbe Linie deZ Kummers vorzeitig gealtert schien und obwohl auch -ihr schlicht gescheitelles Haar an den Schläfen bereits leicht zu ergrauen begann. Wie zum Schutze hatte sie ihren Arm um den fast noch kinderhaft zarten Körper eines jungen Mädchens gelegt, das sich eng an ihre Seite schmiegte und das thränenüberströmte Gesichtchen an die Schulter der Mutter lehnte. Grade aus dies Geficht waren Frithjof Alströms Augen bei seinem Eintritt zuerst gefallen und der rührende Ausdruck eines namenlosen Jammers in den lieblichen Zügen hatte seinen Unwillen gegen den rohen Gesellen bis zu beinahe leidenschaftlichem Zorne gesteigert. Hoch aufgerichtet trat er zwischen Anton Ronegger und die beiden Frauen. Was unterstehen Sie sich, Herr! herrschte er ihn in einem Tone an, de? Über seine Entschlossenheit keinen Zwei sei lassen konnte. Wissen Sie nicht, wie man sich Damen gegenüber zu benehmen hat, oder glauben Sie, ihre vermeintliche Schutzlosigkeit ungestraft mißbrauchen zu 'dürfen? Sie sehen wohl, daß Sie sich darin verrechnet haben. Auf der Stelle werden Sie dies Zimmer und dies Haus verlassen! Soweit Ihre Ansprüche berechtigt sind, stehe ich für die Erfüllung derselben ein. Hier ist meine Karte. In einiger Bestürzung war Her? Anton Ronegger um einen Schritt zurückgewichen, als er den beiden Frauen so unerwartet einen Ritter erstehen sah. mit dem stch allem Anschein nach nicht spassen ließ. Wohl hatte sich gleich danach sein Mund zu einem spöttischen Grinsen verzogen und es schien, als ob ihm ein höhnisches Wort auf der Zunge läge; aber die funkelnden Augen Frithjofs bestimmten ihn doch, dies giftige Wort unausgesprochen zu lassen. Er nahm die Karte, die jener ihm überreicht hatte, in Empfang und steckte sie, nachdem er ihre, Ausschrift flüchtig überflogen, in die Tasche. Nun wohl, mir solls gleichgültig sein, durch wen ich zu meim Rechte komme, meinte er in einem wesentlich mildern Tone. Aber ich laß mich nit an der Nase herumführen, das sag ich Ihnen im vorhinein, mein Herr! Mit ausgestrecktem Arm deutete Frithjof auf die Thür. Gehen Sie! befahl er, und hüten Sie sich wohl, noch einmal unter diesem Dache zu erscheinen! Herr Anton Ronegger zog sich zurück, und erst als er sich nun mit den beiden Frauen allein sah, kam . dem jungen Musiker die fast ungeheuerliche Dreistigkeit seines Benehmens zum Bewußtsem, Im Gegensatz zu der mänysich kühnen, heraussorderrden Haltung, die er noch soeben ihrem brutale Bedränger gegenüber angenommen.wgndte er sich mit allen Anzeichen großer Verlegenheit gegen die bestürzten Damen, und es bereitete ihm sichtlich sckon eine gewisse Erleichterung, daß er nicht' genöthigt war, das erste Wort zu sprechen. Wir müssen Ihnen von Herzen dankbar sein, mein Herr, sagte, die ältere der Beiden, dak Ihre Dazwischenkunft uns für den Augenblick vor wettern Beschimpfungen durch diesen Menschen kewahrt hat; 'aber Sie werden tf'.vci zeihlich . finden, wenn ich nicht recht weiß, wodurch wir unö diese unerwartete Hülse verdient haben.' Ich' habe Sie allerdings wegen meiner unberufenen Einmischung' um'Vereihung zu kitten, meine. Damen, tot, derte Frithjof freimüthig. , Aber nur keil mjr auf mein wiederholtes Klopfen an der äußern, Thür nicht geantwortet wurde, trat ich. in die Wohnung 'ein und ' wurde so ohne mein Dazuthun Zeuge der letzten, Worte, dieses ..rohen Gesellen. Da ich annehmen durfte,' daß Sie für den Augenblick über keinen andern Schutz verfügten, glaubte ich nicht länger unthätig bleiben , zu : dürfen, selbst auf die' Gefahr'hin, daß ich von Ihnen für 'indiöcret oder zudringlich ehalten würde. ' Ich . wiederhole Ihnen, . mein, Herr, ban SieiuNS. auS. einer : sehr, peinliche Lage befreit baben und daß wir weit
davölr enlfernr JxnX in Ihrem Einschreiten ei.-.e Zudringlichkeit zu erblicken. Aber da Sie der Zufall nun einwal theilweise in unsere Angelegenheiten eingeweiht hat, ist es wohl meine Pflicht, Ihnen über den Vorgang, zu
dessen Zeugen Sie soeben geworven sind, eine nähere Aufklärung zu geben. Sie werden daraus entnehmen sönnen, vb dieser err Roneaaer wirklich rn eiziem Rechte war, und ich werde Ihnen dankbar sem, wenn Sie mir vielleicht einen Rath für mein weiteres Verhalien ertheilen können. Ich heiße Margarethe Eorbach und bin seit einerReihe von Iahren verwittwet. Obwohl wir Deutsche sind, mußte ich doch meiner angegriffenen Gesundheit wegen mit nemer Tochter zumeist m der Schweiz und in Oberitalien leben. Das kleine Vermögen, welches mein Gatte mir hinterlassen, hatte ich aus den Rath eines Bekannten einem Berliner Banauier anvertraut, und bei der großen Entfernung, die mich von ihm trennte. drang nichts von den nachtheiligen Geruchten zu mir, die über die Person uno die Verhältnisse dieses Mannes schon seit längerer Zeit im Umlauf gewesen, sein sollen. Wie ein Blitz aus heiterm Himmel traf mich vielmehr vor einigen Monaten die Kunde, daß jener Banquier sich nach VerÜbung zahlreicher Betrügereien erschossen habe, daß über seine Hinterlassenschaft der Eoncurs eröffnet worden sei und daß ich mein kleines Besitzthum, von dessen Zinsen wir bis dahin unsern bescheidenen Lebensunterhalt bestritten hatten, bis auf den letzten Pfennig als verloren betrachten müsse. Mit schwerem Herzen ertheilte ich meine Zustimmung, als meine Tochter den Wunsch aussprach, unter diesen veränderten Verhältnissen eine Stellung als Gouvernante oder Gesellschafterin zu suchen. Auf eine Zeitungsanzeige erfolgten verschiedene Aneroietungen, von denen dleientge eines Vermittlungsagenten Anton Ronegger in Paris als besonders annehmbar erschien. Der Posten, welchen dieser Mann angeblich zu besetzen hatte, entsprach durchaus unsern Wünschen, und er hätte mir auch, da ich in Paris Freunde zu besitzen glaubte, die Mög lichkeit geboten, in der Nähe meines Kindes zu bleiben. Meine Tochter erklärte sich also bereit, die Stellung anzutreten, und übersandte dem Agenten ihre von ihm verlangte Photographie. Wenige Tage später traf ein in den verbindlichsten und liebenswürdigsten Wendungen abgefaßtes Schreiben deS Herrn Ronegger ein, in welchem er der Form wegen" um Unterzeichnung des beigefügten Reverses bat. Der Inhalt dieses Schriftstückes- befremdete uns wohl ein wenig, aber wir hatten ja so wenig Erfahrung in derartigen Dingen und der Begleitbrief des Herrn Ronegger klang überdies so beruhigend, daß ich mich nach kurzem Zaudern leider entschloß, meinen Namen unter das Dokument zu setzen. Ich verpflichtete mich damit für meine minderjährige Tochter, da& dieselbe an einem bestimmten Tage in Paris eintreffen und die ihr von dem Agenten nachgewiesene Stellung antreten würde, und ich erklärte mich weiter in einem unscheinbaren. in Herrn Roneggers Brief als ganz nebensächlich bezeichneten Paragraphen bereit, eine Eonventionalstrafe von tausend Franken zu zahlen, falls jene Verpflichtung nicht pünktlich innegehalten würde oder falls meine Tochter ihren Posten innerhalb der ersten acbt Wochen aus eigenem Antriebe wie der verließe. ' (Fortsetzung folgt.) ,, m 5n BUldK r O?ode. Die vornehme Einfachheit, die sich seit längerer Zeit in der Toilette demerkbar macht, tritt in den neuen Frühjahrsksstümen, die besonders für die Ueberganzszeit bestimmt sind, recht markant in die Erscheinung; sie werden zumeist auS soliden englischen Stoffen, den sogenannten .Korn epuns, sowie aus den mit bester Schurwolle gewebten, starksädigen Lodenstoffen gefertigt. Diese Loden sind h allen bräunlichen, gelblichen und grünlichen uni Tönen, sowie auch in kleinen Carreaus vorhanden. Die Stoffe lehnen sich in ihrer äirßern Erscheinur.g vielfach an die helle Herrenkleidung an; daß die Costüme sich nicht in deren Nüchternheit verlieren, dafür sorgt die. Confektion in pichendem Maße. Die erste Abbildung zeigt ein Kleid auö ' einfarbigem, hellem Loden mit breitem, braunem Bortenbesatz, der sich sehv wirkungsvoll von dem gelblichen Tone des Kleiderstoffes abhebt. Der glatte weite Rock zeigt am untern Rande einen breiten Vortenbesatz in hübsche? Linienführung. Die Taille ist vorn und hinten mit panrartigen Auflagen versehen, von denen die obere auf der linken Schulter geschlossen ist. während sich der eigentliche Schluß des Kleides vorn unter diesem in der Mitte bfiÄet. Die .obere Auflage ist. yber-
nnstkmmeno mtt.dem ittock, mtt Bor:e benäht. Ein mit Borte besetzter StehUmlegekragen schließt die Taille oben, ein schmaler, brauner Gürtel unten ab. Die großen .Keulenärmel sind mit Borte garnirt. Das Hütchen zu dem Costüm ist bei aller Einfachheit höchst originell, es besteht aus Kork, der einem Petinetgestell aufgewalzt ist. Die Farbe des Korkes paßt sich sehr gut der Kleiderfarbe an. Die Krempe zeigt, ebenso wie die Umrandung des Kopses, braune, gerippte Seide, während der volle Schleifentuff an der lin-
.ken Seite aus gelblichem Seidenbande gebildet ist. Recht fesch erscheint das Costüm, Figur 2, aus grünem Lodenstoff. Der glatte, am Rande durchsteppte Rock ist hinten mit zwei tiefen Tollfalten gearbeitet und die Taille m Jackenform geschnitten, deren langer Schoß vorn auseinandertritt. Hinten ist der Schoß geschlitzt und mit großen, dunklen Perlmutterknöpfen geschmückt. Die Taille mit breitem Umlegekragen und Revers läßt eine Weste aus carrirtem, hellem Panamaleinen sehen, deren Aufschläge und Kragen sich über die der Taille legen. Eine Doppelreihe kleiner, goldener Knöpfe schießt die Weste über einem Batistchemisett. Die Keulenärmel sind nur am Handge lenk mehrmals 'durchsteppt. Allerliebst ist das Hütchen aus dunkelgrünem Filz mit aufgeschlagener Krempe. Die Garnitur besteht in einer Stosfwindung, die sich vorn unter einer vollen Spitzenrosette und einer solchen aus Seidenstoff schließt. In vornehmer Einfachheit zeigt sich der Anzug. Figur 3, der durch einCape vervollständigt wird und aus carrirtem Lodenstoff besteht. Der Rock hat hinten zu beiden Seiten der Naht , je eine tiefe Falte und vorn mit Patten bedeckte Taschen. , Die Taille ist hinten leicht gefaltet, während sie vorn ein wenig über den Gürtel fällt und ein glattes Plastron desselben Stoffes einschließt. Die Vordertheile sind mit schmalen, schrägen Streifen auS carrirtem und glattem Stoff begrenzt. Der in gleicher Weife ver zierte Stehkragen wird durch Schließen zusammengehalten. Das faltenreiche Cape mit grauem Seidenfutter zeigt einen großen Kragen au einfarbigem Stoff, der mit Schrägstreifen auS carrirtem Stoff begrenzt ist und vorn . unter den. Tollfalten verläuft. Zierliche , Metallschließen halten daö Cape zusammen. Das Costümhütchen ist mit einer Windung aus grauem Spiegelsammet begrenzt und vorn mit einer gleise und Walkür:nslügeln verziert, die über den Hut zurückfallen und auf einem Bügel ruhen. Ein UNter dem Kinn mit einer Schleife geschlossenes Bandeau ist hinten der Mitte des Hutes angefügt. UeberauS ckie lst das für junge Mädchen 'geeignete Costüm, Figur. 4, auS hörne spun in brauner und veraamenifarbener Diagonalmusterung, daS aus einem Rock und Jackett besieht.. Der erstere ist ganz glatt gearbeitet und das Jackett so eingerichtet.
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daß' es offen und geschlossen gefragen werden, kann. Das Jackett ist im Rücken anschließend und ohne Naht gefertigt und zeigt auf den Vordertheilen je eine breite Falte, unter der sich an der linken Seite kleine Hornknöpfe befinden, die den Schluß dadurch unsichtbar vermitteln, daß die nur mit feiner Schnur begrenzte rechte Seite ihnen unter die Falte angeknöpft werden kann. Ein Stehkragen und Keulenärmel vollenden das vornehme Costüm. Das darunter zu tragende Blusenchemisett besteht aus crömefarbener Seidengaze und ist mit Atlasband und Goldpailletten verziert. Sehr niedlich ist das zu dem Costüm gehörende Hütchen aus braunem Filz mit sich nach oben abschrägendem Kopf und aufgerundeter Krempe, die mit rammet abgefüttert ist. Der StoffGreifen, der den Kopf umschließt, ist iach der Form geschnitten, sodaß er anz glatt liegt. An der Seite ziert ?N rsstk. 5T.ldy'S Pile Suppofltory wird aarantirt für die Seiluna von HSmorrhoiden und Verstopfung, oder oas etö wird zurückgegeben. 50 Cts. die Box. Schicke zwei Postmarken für Zirkular.' und Probe an Martin Rudy, registrirten Apotheker, Lancaster, Pa. Postkarten nicht beantwortet. Zu verkaufen in allen guten Apotheken Ward Broö., A. Kiefer & do. und Daniel Stetvart, Wholesale Agenten, Indianapolis, Ind. - Marktbericht. iLhotesale.Pnise. Grocerieö. Zv5er: Harter Z4. 96. Guter gelber $3.65. Gewöhnt, gelber $3.84. asfee: geröst. Banner, Lion und Java 22. 25c (in ö0Psd Sacken) Capital 22c Pilot 21 je Bakota 20c BrazU 20c Getr. Aepfel 7jc m Pfirsiche 14c Eorinthen 3e , Pflaumen 7Zc Aprikosen 9c Früchte und Gemüse. epsel perFaßtzt.50 Citronen per Kiste $4 00 Orangen per Kifte $3.75 Kraut per Faß $2.50. Zwiebeln per Faß $2.75 Rüben per Faß $1.50 Bohnen per Bushel $2.03 Kartoffeln per Bushel 75c. Süb-Kartoffeln per Faß $2.75 Mehl. Wtnter.Wchen pat. $4.00 Mjahr.Weuen pat. $4.00 Winter ertra $2.50 Gewöhnliches $1.75 Roggenmehl $3.10 Hafergrütze $5.75 utter, Eier und Geflügel. Butter, frische (sountrv 10c Eier, frisch, per Du?. 9c Leb. Geflügel: Hühner 7c per Pfund; Svrina Ebicken le. ? ssfm ririsK Hermen 8r. Enten 5 Gänse $4.80 ver Dutz Haben Sie Durft ? dann kommen Sie zu rleärieli Mttnrniin, N-W.-Ecke. Meridian k McCartyftr., wo Sie die besten Getrön?, uud Cigarren be kommen. Warmer Lunch jeden Taa. Kommt nach No. 830 Massachusetts Ave zum Ei-Schwoba-SchulteS Konrad Heetz, wo man die besten Getränke und Cigarren und stets einen guten Lunch findet. Feine alte Hnden Cle in bester Auswahl und jeder Sorte Weinkeller: C?o. SS Oüb Delaware Gtv. Qilligsts Vrsise. 7 - Freie, prompte LblieferuRg ach akm vtadttheUm. CelcftfcM 18tt. Wgeodore Stein,
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