Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 9
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Im HrtÄ)e d,r Dtode. In dm Moderepertoir? für die kommenden Äacs? erscheinen neue Seidenftofte, deren Arten fast durchwegs alten Vewebm. den Seidenstoffen, die zu Äroßniutters Zeiten getragen wurden, nachempfunden sind, sowohl wa Mustcrung als Material betrifft. So ist Iasp6 ein völlig in altem Styl gehaltener Seidenstoff, der in Mattlila. Steingrün, Gelbbraun und Graugrün gewebt worden ist und dessen Musteung wie kleine, ineinander laufende flocken mit dazwischen sitzenden Punkt4;en anmuthet. Die modernen Cinö's sind zum Theile von ganz dünnen Querlinien durchzogen, die entweder im GanM bleiben, oder in Art langer Gedankenstriche sich trennen, und durch Wegs föin gemustert. Die verschwommenen Dessins formen kleine Doldenblüthen mit Stengeln, in zwei Farben neben einander sitzkn'de Floachen. manelhaft contourirte Tupfen oder Ära beskenmotive ln kleiner Ausgabe. Melonengelb und Ma'tlila für Abendund Prune. Gelblich-Drap, Rothbraun und Röthlich - Lila für Straßenkleider: die Dessins sind mattgrün, lila, braunroth und leuchtend roth gewählt, treten jedoch durch die Art des Gewebes und ihre Kleinheit nicht auffällig hervor. Gros de Londres nennt sich ein schmal gesck.ürlter Seidenstoff, qlatt und mit abgesetzten Blättchen, Blümchen und Tupfen gemustert, die in vom Grunde abstechender Farbe einestickt sind. Der Stoff ist weich und doch widerstandsfähig; er rauscht und knistert bei jeder Bewegung, was von ton Damen jetzt sehr geliebt wird. Bengaline saonm in Graugrün, Resedagrlln und Röthlichdrap erscheint durch seine Webeart wie schillernder Stoff und ist mit winzigen, etwa hirsengroßsn Pünktchen rnille polnts gemustert, die in gleicher Farbe, nur qlänzenÄ, auf dem durch da feine Schnürlmuster matk erscheinenden Grunde sich abheben. Grog de Lon dres faconnd betitelt sich ein Seidenftoff mit dünngefchnilrltem, leicht chanqirenden Fond und kleinen, in dichter Folge sich neben einander reihenden Drei.'tchen, welche in dunklerer, doch zur Tcung des Gewebes harmomrender Fa-.bk erscheinen. Diese Stosse .sind in der? prachtvollsten Nuancen vertreten, die sich nicht einmal annähernd bezeichnen lassen; so sind das Colorit ,des Rosenkäfers, die Farbe derPfauenfedern, die Nüance von leuchtende? Bronce. Paradiesvogelgrün, Kolibriblaugrün etc. vertreten. Reizend ist Tasfetas sagonn mit winzigen StrichpunktdessinZ. die sich zu schrägen Durchzugslinien zusammensetzen, und Taffetaa chin, mit verschwommenen und versetzt angebrachten Dessins ausgestattet. Manche davon imitiren die Musterung von Mon, manche formen qestielte Blätter oder Beeren, die an dünnen Stengeln sitzen und besonders vorthsilhaft wirken, wenn sie sich von leuchtend - goldbraunem Grund in Mattrosa abheben oder auf graugrünem Fond in Beige erscheinen. Nach diesen allgemeinen Bcmerkunqen machen wir unsere Leserinnen mit einigen sehr hübschen Frühjahrshüten und Toiletten bekannt. Kleidsam und hübsch ist der Hut, Abbildung No. 1, aus feinern, hellbraunem Reisstroh, der in kleiner Amazonensorm gefertigt und vorn mit .Hutauö Reisstroh. zwei Rosetten; von rubinrothem und mattrosa Sammet geschmückt ist. Die übrigs Garnitur bilden voll erblühte Rosen fcorc verschiedener Färbung, in denen an oelden Serien einige Blatter hochstehend befestigt sind, während nach unten ein paar einzelne Blüthen lose herabhangen. Au5 schwarzem, mit Jettpailleiten benähtem Tüll besteht der zierliche Ca potthut, Abbildöng No. 2, welchen zwn doppelte Jntflugel zieren. Letz tere werden, wie die Abbildung zeigt. in der Mitte, zugleich mit zwei schwa" HutausTüll. zen Aigretten, durch einen losen Kno
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ten von rosa Sammet gehalten. Ro!
fetten aus gleichem Sammet schmllcken den Hut an den Seiten und in der hin teren Mitte. &U. und dunkel rehfarbenes Zuä, bilden das Material zu einem ge schsxlckvollen Frühjahrs kleide mit Ma schinenstickerei, das in der' dritten Ab. b'ädung veranschaulicht ist. Der Rock, die Unterärmel und die Draperie auj der Taille bestehen aus der helleren Schattirung; die Draperie ist hinten
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FrühjahrSkleid aus Tuch. und vorn gleichmäßig gestaltet und au der vorderen und Hinteren Mitte, sowie aus den Scbult:rn mit Rosettm aus cremefarbenem Sammet verziert, xu& dem auch der faltige Gurtet gevilvel in, i i i ? m-f.ii.. .r.xf-.r oer yinren unr einer -jiotuz gtuii sen wird. Zur Blusentaille, den we ten Aermelpuffen und dem Stehkragen hat man daö dunkler getönte Tuch derwendet und in reizvoller Weife mit cremefarbener Chenille und feinem Goldfaden bestickt. Der Aoa ii in Tütenform gehalten. Eine feinünniae Bereinigung zweier (Stoffarten und ??arbentöne zeigt sich in der in Abbildung Wo. 4 oargeneu ien 'Toilette, deren Taille aus rublnrs them Sammet gefertigt ist. wahrend Toilette mit Jettgarnitur. Ra und Aermel aus arauer. roth ae inusterter Seide bestehen. Der Rock w der bekannten Tutensorm tragt an oei den Seiten ie zwei Reiben geschliffener Iettsteine. die durch Perten verounoen sind. Die hinten glatte Taille bildet dorn drei lose, über den Taillenabschlug fallende flache Falten, denen Perlagrements aufliegen, deren Ketten unter der mittelsten Falte verschwinden. Die Perlagrements seken sich über die Schulter nach tonten fort, wo sie mit gerade herunterfallenden Perlenketten abschließen. Des Stehkragen besteht aus gefaltetem Sammet. Das zierliche Hütchen ist aus rothem Sammet. Perlen und grauen Federn gebildet. Wie yttlt man S he scheu? Novelle!! von A. Noel. ES läutete. Das Stubenmädchen öffnete und ließ Herrn Doktor Erwin Stetten ein. Dr. Erwin Stetten war bei Berkheim Hausfreund, und obgleich eben weder Jourfix, noch Besuchsstunde war, antwortete das Mädchen auf seine Frage idoch ohne Zaudern bejahmd. Die junge Frau befände sich zu Hause, und der Herr Doktor sollte nur die Güte haben, sich in den Salon zu verfügen. Erwin verfügte sich. ,Er klopfte an, und nachdem die wohlbekannteStimme .Herein!" gerufen hatte, trat er in den ebenfalls wohlbekannten Salon mit den zwei Garnituren ein, die eine bordeauxrother Atlas mit geschnitzten Gestellen, die andere schwarzer AtlaS mit Buntstickerei und die Gestelle ausEbenholz mit Perlmuttereinlagen. Wie er daö Alles kannte! Jede neue Nippesfigur auf irgend einer Etagere mußte ihm unbedingt als ein bis jetzt unbekannteS Element sofort in's Auge fcllen. - Die junge Frau, oder die er dafür Kielt, stand beim Fenster und wandte ihm den . Rücken zu. Jetzt drehte sie sich um, und in dem landes- und salon üblichen Helldunkel dreifache Vor-, hänge natürlich!. glaubte er. noch immer Frau Georga vor sich zu 'Habens ES fiel ihm blos auf, daß sie ihn nicht wie sonst gleich mit einem heiteren Scherzwort begrüßte. Ihr . erwartungsvolleS Schweigen veranlaßte ihn, seinen Kneifer aufzusetzen, und da wurde er seinen Irrthum inne. ES war gar nicht Georga, sondern ein jungeS Mädchen, das ihr auffallend glich, . Meine Schwester Nora erklärte Frau Georga, die eben herbei kam. Alle Welt behauptet, daß sie mir sehr ähnlich , sieht.- . Außerordentlich. Ihr Duplikats . Ah?. , Finden Sie?" Die, junge Frau sah ihn dabei ganz eigenthümlich an, und im Laufe des sich entspinnenden Gespräch? grübelte Erwin über. d!e Bedeutung dieses Blickes, sehr ernsthaft nach. Gestehen wir es.- daS Auftauchen
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dieser' Schwester' machte .den jungen Mann überhaupt ein wenig perplex.
Es veränderte die Situation beträchtlich. Fräulein Nora war keine stereotype, sie war eine verschönerte Auflage ihrer Schwester, überdies jünger, schlanker und selbstverständlich mädchenhafter. Aber sie war eben ein Mädchen. Da lag der Knoten. Und dann liebte er es nicht, das Zündholzchen zwischen zwei Feuern zu spielen. Ein Feuer genügte gerade, denn er war kein ischlechtes Zündhölzchen das nicht brennen wollte. Im Gegentheil. Gewohnlich vermied er deshalb die Häuser mit mehreren Anziehungskräften. Schließlich hatte Frau Georga sicher nicht ohneAbsicht auf einmal ihre junge Schwester zum Vorschein gebracht. Er glaubte vielmehr ihre geheime Meinung nur zu gut zu ergründen. So viel mußte er zugestehen, er hatte der juNgen Frau m der letzten Zelt mit Dampfkraft den Hof. gemacht. Sie gesiel ihm wirklich sehr, gut und es war nicht einmal so unwahr gewesen, als er lhr aus die Frage, warum er nicht hcirathe, die Antwort . ertheilt, 'hatte, er würde nur ein Mädchen heirathen, das ihr, der Frau Georga nämlich, genau gliche, bis auf's JTllpfelchen außen und innen, physisch und psychisch. Sogar die zwei oder drei Blatternarben, die Frau Georga's reizendes Gesichtchen zeigte, mußte sie haben. Anders thäte er es nicht. Er würde nie heirathen, wenn er nicht ihr getreues Abbild fände, ihr Duplikat. Das war kein ungeschicktes Compliment gewesen und hatte ihr sichtlich sehr geschmeichelt, denn im Grunde ist es das, was die Damen zu hören, verlangen, wenn sie einen Jungzesell?n wegen seiner Ehescheu hernehmen. Und er, er konnte das mit größter Ruhe sagen, denn ihr Töchterchen war erst zweiundeinhalb Jahre alt, und er wußte nicht, daß sie noch eine ledige Schwester hatte. Es blieb ihm jetzt gar kein Zweifel übrig. Aus purer Bosheit und in sehr böser geheimer Absicht hatte Frau Georga sazleunigst ihre Doppelgängerin zur Stelle geschafft. Sie unterließ es auch nicht, ihn darauf aufmerksam zu machen, daß Nora die bewußten zwei oder drei Blatternarben habe, und zwar fast auf denselben Stellen wie sie selbst, eine af der Schläfe, eine auf der linkenWange. Er nahm dieS pflichtschuldigst zur Kenntniß, nur fand er bei sich, daß die Natur bei dem jungen Mädchen diese zwei Blatternarben noch viel coquetter placnt habe,, ganz wie weiße Schon heitspflästerchen. Natürlich stellte er sich höchst arglos, als merke er nicht, wo das hinauö sollte, , und erinnere sich mcht , an seme. Ausspruche. Doch ermangelte er nicht, dem -reizenden Fräu lein Nora mit solcher Beflissenheit den Hof zu machen, als ob sie bereits den schützenden Ehering am Finger trae. Der jungen Frau mußte es scheinen, daß er sehr bereitwillig auf ihre derborgene Absicht 'emging.-zU' bereitwll lig vielleicht in Anbetracht dessen, was er vor Kurzem ihr selbst vorgeschwatzt hatte. Doch darüber würde sie ihm sicher keine Vorwürfe machen. Er sollte den FrontwechseZ.den sie ihm suggerirte, nur gründlich vollziehen. -Und so schob sie selbstlos ihre junge Schwester in. den Vordergrund und hielt sich in bescheide nem Halbdunkel. . Mit Genugthuung, erzählte ' sie des Abends ihrem. Gatten, der schon oft behauptet hatte, Erwm gehöre , zu den jenigen, die eher Alles aufbieten, als daß sie sich aufbieten lassen, wie hoff Nungsvoll die Geschichte sich anließ. Frau Gcorga war vielleicht auch ein wenig eitel, aber doch, nicht so un Menschlich eitel wie Andere, und es be friedigte ihr Selbstbewußtsein vollkom men. wenn Dr. Stetten. ihre Schwester aus dem Grunde heirathe, weil sie ihr glich. Das ungläubige .Achselzucken ihre5 Herrn Gemahls ward deshalb als ein Zeichen von unerlaubter Verstocktheit hingenommen. Du wirst schon , sehen! rief sie er regt. Du wirst es. erleben!" . Indessen, wer vorerst etwas erlebte, das war sie. Eine Woche verging, ohne daß Erwin sich zeigte. Georga hatte ihren Jour-, und der Doktor kam nicht.. Die Woche ging wieder hin, und er , kam nicht. Noch ein Jour und wie de? kein Erwin, blos, ein paar Zeilen kamen, worin er sich mit Ueberhäufung von Geschäften entschuldigte. Ein wichtiger Prozeß! Herr Robert Berkheim lachte stch in's Fäustchen. .Georga aber brütete Rache gegen denjenigen, der ihrem Manne einen so billigea Tri umph vevschasft hatte, und wenn die Frauen Rache brüten, dar.n kommt ge wohnlich auch etwas dabti heraus. Endlich mußte Erwin sich doch wie der blicken lassen. Es war eine Ar flüchtiger Staatsvisite, aber nicht flüchtlg genug, als daß Georga nicht Gele aenheit gefunden hätte, in leicht hinge worfenen Worten von dem Bräutigam ihrer Schwester zu sprechen und zu er wähnen, waS das für ein netter junger Mann fer. Be: nächster Gelegenhei forschte Erwin seinen Freund Rober über diesen Bräutigam aus. Rober konnte man trauen. Ein so gerader Michel! Der war nicht im Stande, sich einen Dragonerlieutenant aus dem Finger zu suzeln. wie er eS der Zungen Frau ganz gut zumuthete. Allein auch Robert konnte nichts Anderes sagen: Der Lieutenant stand mit seinem Regimente in einer Provinzstadt; er hieß Fritz Hofmann und der SchwiegerpQpa war mcht sehr einverstanden. Allein die zungen Damen hätten nun einma eine solche Vorliebe für'S Militär. Der Alte stellte dann weniastenS die Bedin gung, Fritz müsse erst Oberlieutenant werden, ebe die Hochzeit stattfind'n
dürfe.. Um Nora die Wartezeit abzu-
kürzen, habe man sie über den Winter zu ihnen in die Großstadt geschickt, weil es auf dem väterlichen Gute zu einsam sei für eine von ihrem Verlobten getrennte Braut. So war es. fo verhielt sich die Sache. Braut also, schon Braut? Das hinderte Erwin je doch nicht, seine Besuche bei Berkheim jetzt wieder regelmäßig fortzusetzen. Der' große Prozeß war beendet man erfuhr nie. ob Erwin ihn gewonnen oder verloren hatte und die Leute mußten sich in der neuesten Zeit überhaupt einer ganz besonderen Friedfertigkeit befleißigen, denn der junge Rechisanwalt hatte sehr viel Zeit übrig und erwies sich bei Berkheim's Hausfreundlicher denn je. Er entfaltete bei seinen Besuchen daselbst so viel Geist und Liebenswürdigkeit, daß man wirklich hin und wieder vergessen konnte. welch' ein Ungeheuer :n ihm steckte. Aber doch nur hin und wieder, und wenn sich Frau Georga noch so gut mit ihm unterhielt, so vergaß sie darüber keineswegs, den jungen Mann sehr aufmerksam zu beobachten.. Doch schien sie sich jetzt viel angelegentlicher Mit ihrer Wirthschaft zu beschäftigen als früher und häufig siel deshalb die Aufgabe, den Gast zu unterhalten oder sich von ihm unterhalten zu lassen, Fräulein Nora zu. Sie war dann die ZuHörerin all' der tollen kleinen Geschichten, die Erwin, wenn er gut gelaunt war, nur so aus dem Aermel schüttelte; sie lauschte seinen Kritiken über Kunst und Wissenschaft, disputirte mit ihm über Tagesereiznisse, Bücher und Politik, fragte ihm seine ProceßNeuigkeiten ab und spielte mit ihm vierhändig. . ' Ja, und dann fiel ihr auch die schwere List zu. mit dem Hausfreund ein wenig zu flirten. Erwin und Nora harmonirten im Ganzen recht gut. mit einander, und blos einen Gegenstand oder vielmehr eine Person gab es, für . die sie vollkommen verschiedene . Empfindungen zu hegen schienen.- und dies wär der Herr Lieutenant Fritz Hosmann vom v.Dra-goner-Regiment, gegenwärtig in Weißfelden stationirt. Bei seiner Ehefeindschaft hätte Erwin dem Dragonerlieutenant dankbar . sein müssen für sei Existenz von der er sich, nebstbei gesagt, unter der Hand vergewissert hatte statt dessen fühlte er eine unerklärliche Abneigung gegen den netten jungen Mann und that das Menschen mögliche, die liebende Braut mit ihm zu ärgern. So oft er konnte, zog er ge gen das zweierlei Tuch" losund jeden Brief, der zufällig m seiner An Wesenheit überreicht, wurde, betrachtete er mit argwohnrschen Blicken. Natur lich fand sich in Georga's Album eine Photographie von . ihrem zukünftigen Schwager vor, und einen, so harmlosen hübschen Blondin diese auch .zeigte, vor Erwin's Augen fand sie keine Gnade, und er machte nicht 'einmal ein 'Hehl daraus, daß er den glucklichen Lieutenant von Herzen verabscheute. Dieser Abscheu wurde dadurch nicht vermin dert, daß Nora zu Weihnachten nach Hause reiste, um dort mit ihrem- Fritz zusammenzutreffen. Erwin fand es auf emmal sehr leer b , Berkheim's. iobaleich nur ein übergezähltes Faml jlienqlied fehlte, und da ihm dies nicht Wollig zu verheimlichen gelang, so constatirte Georga mit Schadenfreude bei ihrem Hausfreund ein schweres Herz leiden. Sie empfand wenig Mitleid mit dem Patienten. Er hatte es ja so gewollt, und heilen konnte man ihn nicht, seine Ehescheu war zu eingewur zelt. Beim Wiedersehen erkundigte sich Erwin sehr eingehend nach Nora s tn nigstgeliebtem Verlobten, es klang ab mehr verbissener Hohn, als freundschaftllche Theilnahme aus seinen Wor ten. Nora war über diesen Gegenstand gar nicht Mltthettsam Natürlich, Erwin's profane Ohren waren ja nicht werth, das hohe Lied von Ihm zu vernehmen, wie er selbst rngrimmig zu gestand. Nur so viel ließ Nora der lauten: Fritz hatte alle Aussicht, bald Oberlleutenant zu werden. Darnach gab eö plötzlich wieder sehr viel zanksüchtige Leute in der Welt, diese allgemeine Abrüstung war. ohne hin nicht naturlich! und Erwin hatte deshalb begreiflicherweise nicht mehr Zeit, ganze Nachmittage und Abende bei Berkheim's zuzubringen. In Wochen sah man ihn kaum minu tenlang. Wer sollte ihn vermissen? Fräulein Nora sicher nicht. Die mußte ja jeden Tag emen acht Seiten langen Brief an den Auserwählten schreiben. So hatte er wieder einmal eine hübsch lange Pause in seinen Besuchen eintreten lassen, als er eines Nachmlt tags mit einem sehr eigenthümlichen Gesicht in den bewußten Salons mit den zwei Garnituren! trat. Nora war darin allein. Als sie den jungen Mann erblickte, wußte sie gleich, daß etwas Besonderes los sei. Nur konnte sie nicht entscheiden, hatte er sich soeben einen schlimmen Zahn ziehen lassen oder hatte er selbst das große Loos ge zogen. Wortlos trat er dicht auf sie zu, wortlos entnahm er eine goidumränderte Karte seiner Brusttasche und legte sie vor Nora auf den Tisch. Sie blickte darauf nieder und 2, ohne mit den Wimpern zu zucken: Anna von Kögl, Fritz Hofmann, Lieutenannt im 7. Dragonerngiment, Verlobte. Kohlberg Weißfelden. Achselzuckend wandte sie sich ab. Was sagen Sie dazu?- brach Er wkn los. Nichts." Nichts? Das ist wenig. Fritz Hof mann war also nie ?lhr Bräutkaam?
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Fl! den ersten warmen Tagen des Frühjahrs, nachdem wir im Winter schwer und reichüch gegessen, kommt es häusig vor daß die Leber nicht richtig arbeilet.es übermannt uns ein Hefühl von Müdigkeit weches zedermann wohl bekannt. Also regulirt euer System und dafür gieöt es kein besseres Mttel als
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