Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 7
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usa:f als CorpSSudent. " Am 10. Mai 1832 wurde L. E. O. von Silmarcf unter dem Protectorate des Kirchenhistorikers Professor Gieseler als der Rcchte Beflissener auf fcer Ge?rgia - Augusta in Göttingen im Niatriculirt. Echo? in seinem ersten Semester wurde der junge Student bei den .Hannoveranern" activ. Wie tz bei diesem Corps, eingesprungen" ist, das hat ein würdiger reu, der einst 77.it dem künftigen Kanzle? zusammen fln der Fuchsenafel saß. jüngst also erzählt: An einem herrlichen Maitage des Jahres 1832 stand ich mit mehreren Corpsbrüdern auf der Weenderstraße, Steuerlich Ccke gegenüber, als vom Nniversltäts,sitzunzsgebäude in der Buchstras)? her eine 6 Fuß lange Ge statt, febr schmal und dünn von Wuchs, in einen langen, hellen, enzanschließenden Nankingrock ohne Taille ekleidei. auf unser: Gruppe zukam. Die rpgrre Figur sah in dem bis auf die Füße gehenden Rock so überaus komisch aus, daß wir in lautes Gelächter ausbrachen. Der Besitzer des seltsan?en Kleidungsstückes, wandte sich sofort um. trat rzsch auf uns zu. nannte sei uenNamen, von Äismarck", und sagte'. Sie sind Alle dumme Jungen!" Das 'war Tusch, commentmäßiger Tusch,
wie er seit alten Tagen bis auf die neueste Zeit unverändert gebräuchlich 'ist. Die Sache nahm den üblichen Verlaus, doch war meinen Corpsbrüdern. die meist schon in höheren Semestern standen, die Contrahage mit eir.em so krassen Fuchs nicht gerade an genehm; sie hätten es gern gesehen, wenn sie auf anständige Weise rückgängig zu machen gewesen wäre. Ss wandten sie sich denn an Adolf Jäger, der im gleichen Hause wie der junge Pommer wohnte, und ließen durch ihn anfragen, ob die Angelegenheit nicht freundlich geregelt werden könn?. Bis marck empfing Jäger mit größter Liebenswürdigkeit und erklärte, nachdem dieser den Wunsch seiner Freunde vorc;eirzzen halte, er habe sich über das Verhalten der Hannoveraner mehr gefreut als geärgert und sei darum gern bereit, die Conirahzge zu revociren. Zugleich aber gab er dem Vermittler die Erlaubniß, ihn beim Corps als ftuchs vorzuschlagen; diese Empfehlung war nothwendig, weil nach den Gesetzen der Hannovera" Niemand sich selbst ium Eintritt melden konnte. In übermüthiger Laune erzählte Bismarck darauf seinem Gaste, daß er in dem Costüm. das auf der Straße so heiteres Aufsehen erregte, bereits am Tage vorher halb Göttingen durchstreift habe, bis schließlich ein alter Pevell ihn abgefaßt und wegen anstandswidriger Kleidung dem akademischen Senat zu denunciren für gut befunden hätte. Der Ladung vor das Universitätsgericht war er wieder in dem langen Rock gefolgt, der die sonst so griesgrämigen Richter zu Hellem Gelächter reizte, das sich um so mehr verstärkte, je wärmer Bismarck seinen neuen Gehrock vertheidigte. Die heiter gestimmten Hüter der akademischen Ordnung erließen ihm darum auch jede Geldbuße, ermähnten ihn ader gar dringlich, sich künftig in einer mehr gebräuchlichen Kleidung auf der Straße blicken zu lassen." Au? dem nächsten Corpsconvent. am 5. Juli 1832. schlug Jäger von Bis-' marck aus Berlin" vor; am 6. Juli wurden, ,nach Angabe der Protokolle, v. Bismarck und Erxleben als Rcnoncen erwählt" und am 15. August wurde v. Bismarck recipirt". Zum Leibburschen wählte Bismarck sich den Consenior des Corps, Adolf Wuthmann aus Mohrungen (gestorben cm 22. December 1878 als Oberamtsrichter zu Osterode am Harz), genannt der Hamster", einen vortrefflichen Schläger, der sich seines jungen Leibfuchsen eifrig, annahm und ihn tüchtig im Waffenhandwerk machte. Der Hauptantheil an der Ausbildung zum später so gefürchteten Fechter fiel aber dem altenÜniversitätsfechtmeister Chrisiian Kastrop zu. Otto von Bismarck war in seinem ersten Semester ein vollkommen bescheidener Fuchs mit so kindlichem Wesen, daß er die Spitznamen Das Kind" oder gar Kindskopf" erbieli; später wurden ihm dazu noch die Kneipnamen Barribal" und, wegen seiner pommerschen Heimath. Kassube" beigelegt. Er besuchte fleißig -all: Vorlesungen und war in jeder Weise ein musterhafter Student' nur ein einziges Mal kam er in seinem ersten Semester mit den akademischen Bebörden in Conflict, als er bei fröhlichem Gelzge aus einem Fenster des Gasthofs Zur Krone" eine Flasche auf die Straße geworfen hatte und mit einem Verweis nebst der niedrigstenBuße von einem Gulden bestraft wurde. In den wenigen Stunden, die ihm Studium und Corpsleben übrig ließen, beschäftigte er sich eifrig mit allerlei cesunden Leibesübungen, unter denen Reiten und Fechten obenan standen, namentlich den Schläge? verstand er 'bald geschickt zu führen. In Göttingln herrschte 1832, wie :ch heute noch, der Hiebeomment, im Gegensatz zu Jena, wo Bismarck späitr einige Gz'i'trollen gab und dabei vom Scnat ru3 der Stadt verwiesen wurde. Es dürfte mit den etwa dreiun:dreißig Zoll langen und nicht über dreiundzwanzig Loth schweren" Klina:n als? nur gehauen" werden. Am 9. August, vier" Wochen nach seinem Eintritt in's Corps, trat der Fuchs v. Bismarck zum ersten Mal activ auf den Kampfplatz, und zwar mit dem JungburschenCramer von den. Braun schweigern". Bismarck blieb unverletzt, sein Gegner trug einen Blutitn", ein: kleine, harmlose Wunde, davon. Aehnlich spielten sich, mit einer Ausahme, Jung-Ottos übrige Göttinger Mensuren ab, deren Datum und Ausrang nach den hinterlassenen Papieren
seines LeibbÄischen. Wutmann VN zeichnet ist. Nur einmal war dem flotten Fech!?? das Wasfenglück abhold; unter dem 2. Februar 1833 weist das Paulbuch den Eintrag auf: Biedenweg 1., Bremenser, gegen v. Bismarck. Hanneraner, Forderung vierundzwanzig Gänge mit kleinen Mützen, v. Bismarck im ersten Gange abgeführt." Kurz nach dem Aushieb war nämlich, wie der Kanzler noch in neuerer Zeit wiederholt erzählte, die Klinge des baumlangen Viedenwec? abgesprungen und hatte sich tief in Bismarcks link: Wange eingebohrt. Die Verletzung war keine leichte noch heute ist die Narbe dmtlich sichtbar und so 'wurde denn sofort Anriß" erklärt und 'die Partie saspendirt. Die Hannoveraner hatten freilich sofort gegen diese 'Auslegung protestirt. weil Verletzuna:n durch zersplitterte Klingen für in-k-ammentmas'ig galten; Biedenweg aber erklärte zu jede? Zeit mit Stolz, daß er dem Unverwundbaren die einzige SfMukjr beigebracht babe, während Bismarck. so oft die Rede an? Mensuren kam. ber sein einstiges Pech ichi ärgerlich wurde. Seltsamer Weise führten Bismarcks eigene Waffenthaten niemals zu irgend welchen Conflicten mit den gestrengen Behörden. Ueberhaupt verstieß er nicht gar zu oft gegen die akademischen Gesetze. Einmal befand er sich mit seinem besten Freunde, dem Boston Kaufmannssohn und späteren amerikaNischen Gesandten in London. John Lothrop Motley. in Untersuchung wegen Zertrümmerung von Strißenlaternen; wegen Mangels an Beweisen wurde er jedoch freigesprochen. Nicht minder günstig verlief eine zweite Anklage, die ein feiger Student gegen ihn wegen Bedrohung mit einem gefährlichen Werkzeug und Hausfriedensbruch erhoben barie. Die Strafacten der Universität schildern das furchtbare Verbrechen freilich erheblich milder: Mit zwei Grafen Schulenburg und noch anderen Bekannten Bismarcks zusammen in dem selben, am Göttiuzer Markte gelegenen Hause wohnte ein wohlhabender Student aus Altona, der bei Gelegenheit eines Streites mit einem älteren Mitglied: der Hannovera. Hoppenstedt. es sowohl anTact wie an Muth hatte fehlen laen. Eines Abends nun gegen Mitternacht, als Bismarck. der ihn nur entfernt kannte, in erhöhter Stimmung" aus dem Zimmer eines der beiden Schulenburg kommend, nach Haus: zurückkehren wollte, war er übermüthig genug, in das Schlafzimmer jenes Muth'osen, der schon zu Bette lag. einzutreten, ihn zu erschrecken und ihm immerhin mit einiger Unbarmherzigkeit Furcht einzujagen. Der Geneckte verklagte ihn beim Üniversitätsgericht. Zwar ein mit der Lichtscheere ausgeführte? Angriff auf Leben und Gesundheit", von welchem der Kläger ausführlich und mit rhetorischem Pathos sprach, war unzweifelhaft nicht vorhanden. ab:r ein Hausfriedensbruch oder Dergleichen hätte in dem Thatbestand?, den Bismarck nicht in Abrede stellte, wohl gefunden werden können. Das Gericht fand ihn aber nicht, sondern erkannte, nachdem Bismarck erklärt hatte, es habe sich nur um einen allerdings weikzetriebenen Scherz gehandelt, auf bloßen Verweis, und als der Altonac? sich hierbei durchaus nicht beruhigen wollte, wurde er zuletzt ernstlicher zur Ruhe
verwiesen als sein Gegner. Schlimmer lautete der Spruch in einer Duellaffaire, die zu der Fabel den Stoff geboten hat, Bismarck habe einen Engländer, der über Deutschlands Zerrissenheit spöttelte, mit der dröhnenden Phrase herausgefordert: UmgürieDich mit dem ganzen Stolze Deines England, ich verachte Dich, ein deutscher Jüngling!" und daraufhin seinen ersten Waffengang für Deutschlands Ehre gewagt. In Wahrheit hatte er nur einem Duell beigewohnt, das einer seiner englischen Freunde mit einem Edelmann hatte. Die Folgen dieses Freundschaftsdienstes waren für Bismarck recht unangenehm, erhielt er doch deshalb die größte Karzerstrafe, die ihm während seiner mehrjährigen Studienzeit überhaupt zudictirt wurde, nämlich zehn Tag: Karzer, und weil er auf die erste Ladung nicht sofort erschienen war, noch einen elften Tag; er saß die Strafe in dem alten, jetzt niedergelegten Concilienhause ab; dieThür des Studentengefängnisses ist erhalten geblieben und zeigt, nach studentischer Sitte, die eingekratzten Namen all' Derer. die einst hinter ibr nach goldener Freiheit sich sehnten. Da liest man auch den Namen v. Bismarck. dahinter aber das ominöse Wort Petzer", das gleichbedeutend mit Angeber und Verräther ist. Die Geschichte dieses Schmähwortes führt zur Schilderung der großen Differenzen zwischen den Göttinger Corps, die das Einschreiten der Bebörde veranlaßten und Bismarck an cinem Tage zweimal das Consilium abeundi" eintrugen. Im Mai 1833 entstand ein Streit zwischen Westfalen und Lüneburgern. der allzu weit um sich griff. Zwischen dem Westfalen Albrecht v. Röder und dem Lüneburger Schwarz war ein Duell ausgefochten und hierbei des Ersteren Bruder und Secundant, Otto v. Röder. von dem Gegner beschuldigt worden, er habe ihn mit dem Secundirkorb gestoßen, worüber es zu einer neuen Forderung kam. Die Lünburcer fanden aber. Otto v. Röder habe sich durch sein Verfahren Thätlich!:!ten" gegen Schwarz zu Schuld-en kominen lassen, hielten das für unhonorig", brachten es vor den Seniorenconfcent. Mm in jenem Monat von den ! Hildesen präsidirt wurde, und verlangten. Otto v. Röder solle für satisfac- - xionsunfähig erklärt werden. Der Anrrag fand jedoch keine Mehrheit. Als nun bald darauf Otto v. Röder mit dem Lüneburger Flügge focht, sollte
dieser von Aoders. Secundanten Waldeck ebenfalls und zwar so stark mit dem Secundirkorb gestoßen worden sein, daß er fast umgefallen wäre. Sofort begann die Lüneburgia gegen Waldeck denselben Feldzug in Seniolenconvcnt,' wie vordemj gegen Röder, und als der zweite Antrag gerade wie der erste von den Vertretern der vereinigten Corps abgelehnt wurde, 'steckte sie die Beiden ohne Weiteres in Verruf. Die, anderen Corps schritten dagegen ein und veranlaßten die Lüneburger, gegen das Versprechen, die Untersuchung gegen Röder und Waldcck wieder auszunehmen, die Verrusserklärung ziurückzunehmen. Allein -die jugendfeurigen Gemüther der Göttinger Corpsstudenten waren inzwischen so erregt geworden, daß es über eine Lappalie. nämlich über die Form der Zurücknahme jener Verrufserklärung, im Seniorenconvent zu einer förmlichen Spaltung txm. Auf die Seite der Lüneburger traten Wandalen. Hessen und Hannoveraner, für die Bismarck das Wort führte, aber nicht verhindern konnte, daß diese drei Corps sammt den Lüneburgern von der gegnerischen Mehrheit in Verruf erklärt wurden. Das erregte in der kleinen Unioersitätsgemeinde Sensation, an ein Geheimhalten war nicht mehr zu denken, und bald war die Sache auch zu den Ohren der akademischen Behörden gedrungen, die sofort eine strenge Untersuchung einleiteten. Einer der Ersten, die vernommen wurden, war Otto v. Bismarck. der sich, um dadurch vielleicht weiteren Nachforschungen nach den einzelnen Angehörigen seines Corps vorjiubeugen, sofort freiwillig als Senior der Hannoveraner bekannte obwohl er nur Consenior war und zugleich zugab, daß er sowohl bei dem folgenschweren Duell Röder-Schwarz wie bei den Verhandlungen des nach den akademischen Gesetzen verbotenen Seniorenconvents zugegen gewesen sei. Da er geständig war. wurde er sofort derurtheilt, und zwar zunächst wegen Anwesenheit bei einer Paukerei. Im Archiv der Universität Göttingen sind die Straferlasse noch vorhanden; sie lassen erkennen, daß Bismarck das erstc Consilium nebst drei Tagen Karzer erhielt wegen Vergehens gegen den Paraz?aphen 32 der akademischen Gesetze, der unter dem Buchstaben il die Androhung enthielt, daß Die, welche sich, wissend, daß irgendwo ein Duell sein werde, dahin begeben oder daselbst verweilen, mit dreitägigem Karzer und der Unterschrift des Consilium abe midi, bedingt für den Fall einer gleichen Uebertretung, bestraft werden." An demselben 20. Juli 1833 mußte er roch ein zweites Mal mit sechs anderen
Commilltonen. die schwere Strafandrohung unterschreiben, und zwar wegen Überschreitung- des Regulativs durch Theilnahme an einer ohne Erlaubniß fortbestehendes Gesellschaft, Theilnahme an Berathungen der Gesellschaft, welche außer dem Kreise des Geselligen lagen, Beschickung des Seniorencondents durch Mitglieder der Gesellschaft und besonderer Thätigkeit hierbei Zugleich erhielt er weitere vier Tage strengen: Karzers. Einen Theil dieser Freiheitsstrafen hat er in Göttingen nicht abgesessen, wie aus einem bei den Universitätsacten befindlichen Briefe vom 16. November 1833 hervorgeht, in dem der Stud. jur. Otto v. Bismarck" den Prorector bittet, ihm die Verbüßung der Strafe in Berlin zu gestatten, weil seine geschwächte Gesundheit eine so weite Reise nicht thunlich erscheinen lasse. Der Prorector. der Bismarck bei seiner Entlassung das Abgangszeugniß verweigert hatte, erfüllte die Bitte, und so erging denn an die Berliner Universitätsbehörde das Ersuchen, dem Studiosus v. Bismarck das Göttinger Abgangszeugniß auszuhändigen, sobald er vie restirendcn drei Tage Karzer abgesehen habe. Daß dies geschah, geh! aus dem lakonischen Vermerk im Karzerbuch der Berliner Universität hervor: Otto v. Bismarck, drei Tage, Erkenntniß von Göttingen. Betragen musterhaft." Das unumwundene Geständniß. das Bismarck bei seiner ersten Vernehmung abgelegt hatte, war ihm jedoch von vielen Corpsstudenten sehr verübelt worden. um so mehr, als die Mehrzahl der anderen auf Grund der Vorschriften ihrer Couleurgesetze Alles abgeleugnet hatten. Bismarcks geradem Charakter war die wissentliche Lüge zuwider geWesen, er hatte die Wahrheit gesagt: auf die Gefahr hin, einen Racheact der übrigen Corps heraufzubeschwören. Und der blieb nicht lange aus. Kurz nachdem die meisten Verurtheilten ihre Strafen abgesessen hatten, wurde den Hannoveranern mitgetheilt, daß im Karzer hinter dem Namen Bismarcks von einem Unbekannten das Schimpfwort Petzer" eingekratzt worden sei. Der Beleidigte gerieth in hellen Zorn und erließ noch an demselben Taqe ein Circularfchreiben an die Corps, die in dem eben geschilderten Conflict die Majorität gebildet hatten, sowie an die damals als betheiligte Partei nicht mitstimmende Guestphalia, mit der energischen Aufforderung, es möge sich unverzüglich Derjenige melden, der neben seinen auf dem Karzer eingeschnittenen Namen eme ebenso grundlose als verleumderische Beschuldigung" geschrieben habe. Dieser erste Versuch. den Thäter zu ermitteln, blieb erfolglcZ; der Seniorenconvent beschloß deshalb aus Antrag der Hannoveraner, daß zeder Corpsbursche ,em Ehrenwort da hin abgeben solle, daß er keine Kundschaft über den Schreiber der Beleidi guna geben könne Ein Corpsbursche erklärte daraufhin im Kreise seiner Couleurbruder, er habe, als er neben dem Namen Bismarcks das Wort Petzer" gelesen, sofort nach dem Schreiber gefragt und daraufhin von irgend Einem, den zu nennen er nicht mehr im i t r r i. i , V i ä, slanoe iei, Die Aniworl eryanen: cy alaube. es war . So blieb also auch
der zweite Versuch ohne Ergebniß und es hat sich nie herausgestellt, ob der Thäter ein Corpsstudent war oder nicht.
Die großen Ferienzeiten scheint Bis marck im Elternhause verbracht zu haben. kleinere Pausen benutzte er zu Paukausflügen nach Greifswald und Jena. Der einzige größere Ausflug, den er während seiner Studienzeit unternahm. war d:e früher stets in falschem Zusammenhang erwähnte Reije durch Thüringen. Nicht 1832. ehe er seine Studien begann, sondern in den Psingstferien des Jahres 1833 durchzog er mit seinem Leibburschen Wuthmann, den Hannoveranern Oldekop, Rautenberg, Jäger und den Braunschweigern v. Trotha, Cramer. Brunn:mann und R'ömbke die Thüringer Berge; Eisenach und die Wartburg wurden besucht, danach das prächtige Sckloß der sächsischen Herzöge, das romantische Altenstein und der Liebensteiner Heilbronnen; von dort ging es hinauf nach dem Jnselsberg. um jenseits durch die schweigenden TannenWälder wieder hinabzusteigen zum Schloß der Coburqer. Reinhardsbrunn. Dann besuchten die lustigen Brüder die Residenzstadt Gotha, das blüthenreiche Erfurt, den stillen Park der Musenstadt Weimar und Goethes schlichtes Heim; endlich das wild: Schwarzathal.Jlmenau und zum zweiten Male die Lutherreliquien auf der schönsten deutschen Burg.... Wenige Wochen später verließ Bis marck nach dreisemestrigem Studium" Göttingen dauernd; vielleicht auf den Wunsch der klugen Mutter, die in stu .dentischen Raufereien nur eine schlechte Vorbildung zum Diplomaten erblicken mochte, zu dem ihr Liebling Otto nun einmal bestimmt war. So blieb er denn in Berlin und versuchte, im Wintersemester 183334 bei Savigny Das nachzuholen, was er in Göttingen trotz anfänglichemFleiß versäumt hatte. Freilich ging's damit langsam vorwärts. darum wurde ein geübter Docent als Einpauker" angenommen und seiner thatkräftigen Hilfe verdankte es der spätere große Kanzler, daß er nach dem sechsten Semester im Jahre 1833 sein Auscultator - Examen wacker bestehen konnte. Gute Zucht. Die Familien der Kaufleute Posch und Heinze sind sehr nahe befreundet. So geschieht es denn, daß Heinzes klugcr Dackel, an dem die Kinder des Herrn Posch ihr besonderes Vergnügen haben, häufig allein zu diesen auf Be such kommt. ' Während Forl so hieß der Dackel aber sonst regelmäßig zu seinem Herrn zurückgekehrt ist. scheint er sich heute ausnehmend gut bei Posch zu amüsircn. so vaß Hcinzc endlich dort telephonisch anfragt, ob denn Forl noch ha sei, und auf bejahende Antwort erjucht. man möchte ihn energisch heimschassen. Aber kein Mittel schlägt heute bei dem sonst so artigen Hunde an: B!an mag ihm die Thür öffnen und freundlich oder ernst in ihn hinein reden, schweifwedelnd, und seclenver gnügt bleibt er bei den Kindern sitzen und treibt seinen Schabcrnak mit ihnen weiter. Wieder ruft das Glockenzeichen Herrn Posch an 's Telephon. Ist denn der Forl noch immer bei Euch?" fragt Heinze ungeduldig. Ja freilich!" lackt Posch; wir bringen ihn beute absolut nicht weg!" ..Ra". cntgeg ncte sein Freund, stell' doch 'mal einen Stuhl an's Telephon, laß den Dackel hinaufspringcn und leg' ihm das Hörohr an die Öhren!" Zum größten Gaudium der Kleinen vollzieht Herr Posch sofort diesen Wunsch und der Dackel horcht aufmerksam in's Rohr. Im nächsten Augen blick aber saust er bellend vom Stuhl, zum Haus hinaus und heim; denn heinze hatte in's Telephon gepfiffen mit dem Ruf: Foxl, sofort schön her ein!" Menschen, dienurimmer an sich selber denken, vergessen sich gerade am meisten. Von hohen Werth. Vater: Und haben Sie Eigenthum, Bonds ober Aktien, irgend Etwas von Werth, das Sie Ihr Eigen nennen können?" Freier: O ja. Ich habe drei- oder vierhundert Briefe, die Ihre Tochter 'mir in den letzten zwei Jahren geschrieben hat." Unter Freundinnen. Leonore: Heute, Anna, ist ja Dein Geburtstag, wie alt bist Du denn?" Anna: Ich bin 20 Jahre, aber die Mama will durchaus, daß ich nur 17 Jahre alt bin!Splendid. Commerzienrath (feierlich): Johann, Du hast mir nun fünfzehn Jahre treu und ehrlich gedient: als Belohnung werde ich Dir silberne Wappenknöpfe an die Livree nähen lassen!" Gutes Mittel. Man nehme sick. wenn man sich unwohl fühlt, die letzte Doctorrechnung vor. dann ist man aus der Stelle gesund! Vor Gericht. Vertheidiger: Ich bitte die Herren Geschworenen zs bemerken, wie der unschuldige Angeklagte erröthet. Staatsanwalt: Ich bitte, den Herrn Vertheidiger auf Farbenblindheit untersuchen zu lassen. M a l i t i ö s. Lyriker: Ach w:e schön der Frühling erwacht!" Kritiker: Wenn Sie tn aber bestngen. schläft er gleich wiever ein!" EinschadenfroherKerl. .Wie. Herr Meier. Sie gehen auch zu einer Hochzeit? Jetzt habe ich immer geglaubt. Sie seien ein Feind der Ehe und interessieren sich nicht für dergleichen." Ich komme auch blos, um mich an dem Anblicke des Opfers zu weiden!" .
lttcvcrhängniszvsLe Ansstrer5. Humoreske von H. Marotzke.
An unserem Stammtische war die beliebteste Persönl'azkeit der alte pensionirte Bürgermeister Lungershausen. Jedermann hatte ihn gern. Er war stets aufgeräumt, lustig, witzig und von einer Zuvorkomnienheit gegen uns jüngere Leute, die Manchen mit Beschämung erfüllte. Es waren köstliche Abendstunden, die ich ein Jahr hindurch mit ihm verlebte. . Und dieser reizende alte Herr hatte eine Marotte. Wenn ein Cylinder ihm in Blicknähe kam, so wurde er unruhig. Wenn in unserem Restaurant ein Herr mit einem solchen erschien, so kannte seine Aufregung keine Grenzen mehr, wenn, aber eins der Mitglieder des Stammtisches gar, von irgend einer Festlichkeit oder einem officiellen Besuch: kommend, mit der Angströhr: herankam, dann stand er auf. ohne sein Bier auszutrinken. winkte dem Piccolo, um zu bezahlen, steckte seine Dose ein und verschwand, ohne gute Nacht zu sagen. Die seltsamsten Vermuthungen über die Ursache dieser seltsamen Marotte circulirten in unserem Kreise. Er hat gewiß mal die Tochter eines Hutfabrikanten geheirathet," meinte Winter, der Scherzbold. Oder er ist mal für einen Essenkehrer gehalten worden," witzelte der Kweite. Unsinn! Er hat mal einen Unfall mit einem Cylinder gehabt." meinte ein Dritter. Vielleicht hat er sich d'rauf gekniet, als er in der Jugend seiner Herzenserwählten eine ' Erklärung machte und jie har ihn deshalb ausgelacht." So gingen unsere Vermuthungen hin und her. Aber Keiner rieth das Richtige. Es fehlte nicht an Versuchen, den Zaun seiner Zähne" zu brechen und den alten Bürgermeister selbst zur ErZahlung der Ursache seiner Marotte zu veranlassen. Aber dann wurde er bos und schweigsam. Ich hatte die Freude, mich der ganz besonderen Gunst des alten Herrn zu erfreuen! Meine Geschäfte entließen mich zu einer früheren Stunde als die anderen Mitglieder der Stammtischrunde, und so saß ich manchmal mit dem alten Herrn ein Stündchen allein, ehe die Uebngen erschienen. Eines Tages mußte ich zu einem officiellen Diner, das sich bis zu unserer Abendschoppenstunde hinzog. Ich hatte stark dabei gebechert und die Lust, noch einen Schoppen zu trinken, war in mir erwacht. Ohne daran zu denken, daß ich noch im Frack war und natürlich auch den obligaten Cylinder auf dem Kopfe hatte, eilte ich in unsere Stammkneipe. ' Nie vergesse ich den entsetzten Blick des alten Bürgermeisters, mit dem er Mich maß. Er stand auf und rief mit seiner scharfen Stimme: Piccolo, zahlen!" Mir that es leid, den alten Herrn ohne meinen Willen geärgert zu haben, und in der lustigen Laune, in der ich mich befand, that ich etwas, was den alten Herrn stutzen machte. Ich öffnete nämlich das Fenster und warf meinen neuen schonen Seidenhut auf den Hof hinaus. Das sei meine Sühne!" sagte ch lachend. Ich wollte Sie nicht kränken. wahrlich nicht! Nun ist das Ungethum verschwunden und Sie bleiben, nicht wabr?" Der alte Herr nickte freundlich und blieb. Herr Bürgermeister, Sie wollten Mir lange schon den Grund Ihrer un Lberwindlichen Abneigung gegen Cy Zin-derhllte erklären," erinnerte ich den alten Herren. Bürgermeister a. D. Lungershausen blies eine machtige Rauchwolke von sich. So hören Sie! Ich war als junger Assessor eben erst zum Bürgermeister von H. gewählt worden, als der Herr Minister, Excellenz von Z., genannte Ortschaft auf einer Jnspectionsrelse durch die Provinz mit seinem Besuche beehrte. Am Weichbilde der kleinen Stadt, welche damals noch keine Eisenbahn hatte, erwartete die gesammte städtische Körperschct den hohen Gast. Die Ankunft des Herrn Ministers verzögerte sich, während ein eisiger Nordwind den Aufenthalt im Freien zu einem höchst ungemuthllchen machte. Kurz ent schlössen betraten wir das nächste, dicht an der Heerstraße gelegene Wohnhaus, nachdem wir einen Wächter ausgestellt. der genau aufpassen sollte, wenn der Herr Minister ankam. So niedrig war die Stube des win zigen Gebäudes, einem ehrsamen Flickschuster gehörig, daß ich, der Längste von Allen, vor dem Eintritte den Cylinder abnehmen mußte, um damit nicht an die Zimmerdecke zu stoßen. Erst als ich auf einem der niederen Schemel Platz genommen, konnte ich die Angströhre wieder aufstülpen; was nicht befremdlich erscheinen wird, wenn ich erwähne, daß der Meister selbst mit seinen Leuten bedeckten Hauptes in dem Raume arbeitete. Unser Aufpasser draußen- aber hatte seine Mission falsch aufgefaßt. Ich weiß nicht, zum wie dielten Male ich gerade meine schöne Rede 0, wie wollte ich dem Minister damit lmponiren im Geiste repetirte, als plötzlich die Thur aufgerissen wurde. Im Flur stand der Wächter, wies mit der Rechten auf mich und meldete dann mit tiefer Verneigung gegen den bereits die Schwelle überschreitenden Herrn: Da sitzt der Herr Borgemeester." Ja. d2 saß er und starrte auf den
Herrn Minister; aber nur einen Mornent Himmel, die Begrüßung, die
Re:e! Willkommen!" rief ich. mit Blitzes-schn-lle emporspringend. will ein dumpser Krach pechrabenschwarz wurd's mir vor meinen Augen da stand de? Herr Minister und hielt sich beide Seiten vor Lachen da standen die städtischen Honoratioren mit langen entsetzten Gesichtern da rtand ich. wie Lot's Weib den Crilinderhut aufgetrieben bis zu den chultern! Bürgermeister Lungershausen that einen tiefen Trunk aus seinem Glase. Begreifen Sie nun meinen Haß gegen Alles, was sich Angströhre neiuU?" tarn anders. Fräulein Kußler war nicht hübsch, dafür aber um so ältlicher. Sie hatte jedoch die Hoffnung noch keineswegs ausgegeben. Ja, sie wäre icyon zusneden gewesen, wenn überhaupt nur Jemand 'mal ein Auge auf sie geworfen hätte. Aber nichts Derartiges geschah. Biß einmal Einer an, den ihr bescheidenes Sparkassenbuch herbeigelockt hatte, so hielt er doch nicht aus; bis zu einem Kusse war es noch nie gekommen. Und doch sehnte sich die Arme wahrhaft nach dem ihr thatsächlich noch unbekannten Vergnügen eines Kusses von Männerllppen. Zuletzt wurde diese Sehnsucht bei dem Fräulein zu einer Art fixen Idee. Da las sie eines Morgens in der Zeitung, daß ein junger Mann im Stadt-Park sein Wesen treibe und zwar hoch oben in der Nähe der Pfauen-Wiese, am oberen Ende des Sees. Er war beschrieben als 'ein S fWI P 4 I zunger, yuvscher cann, ienr eiegani gekleidet, mit einem reizenden neugeborenen Schnurrbart. Der Zeitung zufolge operirte der Schändliche in der Weise, daß er so um die Dämmerung plötzlich auf eine einsam des Weges kommende Dame zutrat mit den Worten: Da bist Du ja endlich. Lieb!" sie ohne Weiteres in seine Arme schlvß und ihr mehrere schmatzende Küsse versetzte. Dann that der Schlaukops, als entdeckte er seinen Irrthum in der Person, und verschwand mit einer höflichen Entschuldigung, noch ehe die ganz und gar Ueberraschte wußte, wie ihr geschah. Fräulein Kußler fand dieses Verfahren des Knutschbolds" einfach entzückend, um so mehr, als er, wie die Zeitung meldete, nebenbei kein KostVerächter war, sondern abküßte, was ihm unter den neugeborenen Schnurrbart kam: elegante Damen. Gouvernanten. Ladenmädchen, Kindermävchen, ja sogar die balbwüchsigen Backfische aus der höheren Töchterschule. Das ist mein Mann!" sprach Fräulein Kußler. Sie kleidete sich also so elegant wie möglich, schminkte sich, bis sie neunzehn abre alt war. und machte sich am Nachmittage, der warm und sonnig war. auf den Weg nach der PfauenWiese, wo das süße Ungeheuer auf der Lauer laa. Aus den bewundernden Blicken, die sie unterwegs von den Männern empfing. ersah sie, daß sie auf Erfolg rechnen dürfe. Und nun aar imDämmerlicht mußte sie dermaßen verführerisch aussehen, daß es sie gar nicht gewundert hätte, wenn sich der Löwe von der PfauenWiese mit Gebrüll auf sie stürzte. Endlich war sie dem Ziele nahe. Rinas umber unter den entlaubten Bäumen des Parkes keine Menschen seele. Es war gerade die rechte Zeit: die Sonne rüstete sich eben zum Untergehen. Ein gellender Schrei durchdrang plötzlich die. winterliche Stille. War es de? Kußlüsterne, oder war es nur ein Pfau? Doch was war das? Je näher sie der Wiese kam, desto belebter wurde es. Auf allen Banken saßen sie: junge und jüngere und ganz junge, alte, ältere und ganz alte Mädchen sonderbar, höchst sonderbar! Und nun erst auf den versteckten Seltenwegen! Da wimmelte es förmlich von ihnen elegante Damen, Gouvernanten, Ladenmädchen, ja sogar halbwüchsige Backfische aus der höheren Tochter schule. Und immer kamen ihrer noch mehr! Immer mehr! Da aina dem Fräulein Kußler ein entsetzlicher Sei fensieder auf. Bei dieser großen Con currenz hatte sie keine Chance. Sie floh d'rum das Revier des Pfau's Und ging dann ungeküßt nach Haus. Gefährliche Aufforderung. Also von Briganten sind Sie m Sinnen überfallen worden? Ach. bitte, geben Sie die Eindrücke, die Sie da erfahren haben, recht anschaulich wieder." Dann mußt ich braun und blau schlagen, Frau!" gnavige Aus der Kinder st übe. Mutter: Wollt ihr jetzt wohl artig sein, ihr Rangen? Gleich kommt On sei Hermann." Der kleine Franz: Wir wollen uns jetzt nur etwas im Voraus raufen, nachher, wenn der hier ist, dürfen wir's doch nimmer!" Ein Geduldiger. Sie: Aber höre, Franz, nun bekommst Du schon das elfte Glas und den ganzen, Abend raisonnirst Du über das schlechte Bier!" Er: Und doch habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, schließlich noch ein gutes Glas zu bekommen!" Er kennt sie. A.: Ich sehe nicht ein, wie ich zu der Ehre kommen soll, von Ihnen angepumpt zu werden, versuchen Sie doch erst Ihr Heil be! Ihren reichen Verwandten, das erfordert ja schon der Anstand." B.: Oh meine Verwandten sehen in Hinsicht gar nicht auf Anstand!"
üauchcüde Znu:cn. D2s Rauchen auf der Promenade, in öffentlicken Lokalen, am Fenster selbst, ist bei anständigen Dam.'n von Mittel-Eurcpa und Nord-Am:ri!a o:rpönt. Andere Länder, cndü: Sitten. In Spanien und namentlich im spanifchen Amerika rauchen Damen der besten Gesellschaft auf dem Korso, ja selbst beim Tanze. Ein: glthäugige Sennonta mit dem sorgfältig gewickelten Papelüo" im Walzer dahinwirbeln zu sehen, ist nichts Ungewöhnliches. Damit die zarten Finger nicht beschmutzt werden, wird die Cigarette mit einem goldenen Zänzelchen igefaßt. Nicht weniger verbreitet ist das Nauchen unter den Slavinnen und besonders den türkischen Damen, welch' letztere sich gerne eines Tschibuks oder des Rzrgileh (Wasserpseife) bedienen. Der Türke, wie der Orientale überhaupt, schluckt den Rauch hinunter, er trinkt Tabak". Noch heute gibt es Nauchhasser. Maniegazza ist ein solcher Feind des Rauchens, daß er die Aufgabe der Frauen in dieser Welt darin erblickt, die Herren der Schöpfung vomGlimmstenae! abzuhalten. Und um das schö-
,nere Geschlecht für immer dem Rauchen abhold zu machen, erinnert Mantegazza daran, daß mit Tabak die ersten englischen Frauen erschachert wurden, die nach den Sternenstaaten auswanderten. In den Jahren 2619 und 1620 langten 150 Mädchen in Amerika an. die um den Preis von je 120Psund Tabak an Colonisten verheirathet wurden. Eine zweite Ladung bildeten 60 andere schöne Mädchen, die mit je 150 Pfund Nicotiana bewerthet wurden. Die Parser Strafkammer beschaftigte sich vor Jahresfrist etwa mit einem merkwürdigen Falle von Kl:ptomanie. Die Angeklagte, eine Frau Bilde, machte die Pfeifengeschäfte unsicher. Sie war eine leidenschaftliche Raucherin. Als sie auf frischem Pfeisenraube ertappt wurde, ergab die Haussuchung, daß sie 2600 Pfeifen zusammengestohlen hatte. Schön angeraucht hatte sie von diesem Vorrathe nur 39 Stück. Das Gericht verurtheilte sie zu acht Monaten Gefängniß. 5taiser:n Eugenie war eine starke Naucherin und befand sich sehr wohl dabei. Viele Frauen huldigen d-em Tabak mit Begeisterung. Lady Campbell ist voll des Lobes über das Rauchen der Dainen; sie sagt: Eine eleganie Europäerin. die das Unglück hat, während der letzten Jahre des 19. Jahrhunderts zu leben, ist gewöhnlich etwas nervös; das Tabakrauchen ist das beste Mittel, ihre Nerven zu beruhigen. Kaum s!:ipen die ersten Tabakwölkchen in die Höhe, so stellt sich auch ein allgemeines Wohlgefühl ein, die an den Haarwurzeln angesammelte Elektricität vertheilt sich, die Oberhaut wird weniger emPfindlich. und in dem Maße, als die künstlichen Wolken sich verdichten, tritt auch eine Philosophische Ruhe des Gemüthes ein und der Humor tritt in seine Rechte. Aber nicht blos der Geist erholt sich, auch der Körpcr gewinnt bei dieser Art von Halbschlummer. Wie Lady Campbell behauptet, bringt es die elegante Dame von London nicht zu Stande, fünf Minuten auf einem und demselben Platze zu verweilen. Das sicherste Mittel, sie eine halbe Stunde in ihrem Fauteuil festzuhalten, sei eine Cigarette. Gediegene Haus-s.-auen und thätige Frauen überhaupt hätten also keinerlei Ursache, die Welt der Eleganz und des Ueberflusses, wo man sich eigentlich nur langweilt, um ihre fragwürdigen Genüsse zu beneiden. Solche haben es wohl auch nicht nöthig, sich vorerst eine Cigarette anzustecken, um ihre aufgeregten Nerven zu beruhtgen." Der Prinzessin von Wales wird eine abfällige Aeußerung zugeschrieben, welch: dieser Tage wirklich gefallen sein soll. Eine Hofdame richtete an die Prinzessin die Frage: Wenn dasNauchen wirklich ein Genuß ist, halten Sie es dann für gerecht, da die Männer ollein das Monopol dieses Genusses haben sollen? Oder glauben Sie, daß diese Gewohnheit für Geist und Körper schädlich sei?" Die Prinzessin erwiderte: Ich ann mich über diese Frage, soweit sie die Medizin und Moral betrifft, nicht aussprechen. Wohl aber habe ich bemerkt, daß die Manner. die leidenschaftlich rauchen, selbst erklären, daß sie Sklaven dieser Gewohnheit und nicht im Stande seien, sich davon frei zu machen Da nun die Frauen alles Mögliche thun, um sich von tyrannischen Gebräuchen zu emancipiren, so begreife ich nicht, daß sie sich unter ein neues Joch begeben wollen, von dem die Männer erklären, daß sie sich seiner nicht entledigen können. Verunglückte Beweisführung. Richter: Sie wollen also nur aus Zerstreuung die in Ihrer Behausung vorgefundenen Uebcrzieher aus der Gastwirthscht mitgenommen ?ab:n. Wie kommt es da, daß Sie aus gerstreuiheit nicht auch einmal Ihren iigenen Uebcrzieher dort ließen?" Angeklagter: Ich habe ja gar keinen!" Ein p r a k t i s ch eö M L drwi. Miß Flirty: Ich halte Nichts n Verlobungsringen." Er: Was möchten Sie denn an deren Stelle setzen?" Miß Flirty: Theateröillets, Candy und dergleichen. Dann hat man doch wirkliches Vergnügen nd man braucht sie auch nicht zurückzugeben, wenn Die Verlobung zurückgeht." Trost. Aber Sarah, wie konntest Du nur den Meyer nehmen. ' der hat ja ganz krumme Beine. Sa- : rah: Wie heißt krumme Beine, in ein ' paar Jahren sind sie vielleicht ganz modern."
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