Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 6
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Stör' nicht 'den Traum der Kinder, Wenn eine Lust sie herzt: Ihr Weh' schmerzt sie nicht minder. Als dich da dein: schmerzt! Es trägt wohl mancher Alte. 2eß Herz längst nicht mehr flammt, Im Antlitz eine Falte. Die aus der Kindheit stammt. Leicht wellt die Blum'. eh's Abend. Weil achtlos du verwischt 'Den Tropfen Thau, der labend Am Morgen sie erfrischt. Eetäuschtc Jossnung. Wenn sich uns abermals eine langgehegte Hoffnung nicht erfüllt hat. so jino wir wohl geneigt, zu denken: l'äiiz ich nicht so sicher darauf gerechnet, hätte mich nicht so sehr daraup gefreut, so würde die Enttäuschung j.t nicht so bitter sein. Wir. zürnen Uz Hoffnung, dieser gütigen, mitleidvollen Freundin red Trösterin der Betrübten und Unglücklichen. Die oft in ihrem Hoffen und Erwarten Getäuschten möchten sie ganz aus ibrem HerZen, ihrer Nähe verbannen, um neuen Täuschungen zu entgehen. Aber was würde das Leben ohne Hoffnung sein? Ueber wieviel schwere, dunkle Tage hat sie uns nicht, 'sanft schmeicheln), läch:lnb in die Fern: deutend, hinweggeh?Iftn, so 'daß wir. dorthinaus blicken), der Dornen und Steine kaum achteten, übe? die unser müder Fuß wanderte. Eine gescheiterte Hoffnung bringt, je r.:.Z) Alter, Temperament und Eharakter des Betroffenen, verschiedene Wir-Zun-en hervor. Der Eine tröstet sich leicht, lächelt durch Thränen es war ja doch eine selige Zeit des Freuens und Erwartens und gibt sich leicht reuen Hoffnungen hin, der Andere nimmt es schwerer und ernster, ja manches Herz verblutete und brach schon an dem Weh um eine verlorene Hoffnung. Und da nun doch immerim für jeden, mag er es leichter oder schwerer nehmen, eine Enttäuschung, ein vergeblich gewesenes Hoffen etwas cecht trauriges. Bitteres, Hartes ist. so sollten wir wenigstens niemals die Ursache solchen Kummers anderer sein, fc. h. wir sollten nie eine Hoffnung erkecken, wenn wir nicht ganz fest übergeugt sind, sie verwirklichen zu können. Es ist so schön, durch eine angenehme Lerheißung. ein: in Aussicht gestellte Freude oder Hilfe ein Aufleuchten vielleicht eben- trauri.z und hoffnungslos blickender Augen hervorzurufen, einen Hoffnungsfunken 'im Herzen anderer 8 u entzünden. Wir beabsichtigen ja euch durch unser Versprechen durchaus keine Täuschung, hegen selbst den Wunsch und glauben an die Möglichdasselbe erfüllen zu können; aber fest überzeugt sind wir keineswegs hierren, und so entstehen oft schmerzlich: Täuschungen durch 'leichthin gegebene Verheißungen. Im; gesellschaftlichen Lerlehr'sind -solche oft die Lieben-wü:-digsten, die schnell und ohne Bedenken dies und jenes zu thun versprechen, stets aufopfernd gefällig erscheinen, gerührten Dank im voraus einernten, chn: auch nur in 'der Lage zu sein, die Hoffnungen, welche sie anregen, zu verwirklichen. Andere.' scheinbar uncefälliz und zurückhaltend, versprechen selten etwas, aber wenn sie es thun, so galten sie auch unverbrüchlich ihr Wort, sie erfüllen, sollte es auch mit Schwiekig!eit:n verbunden sein, sollte es ihnen Opfer kosten, auf jeden Fall, um jeden Preis, ein gegebenes Versprechen. Ganz besonders soll man sich aber hüten, Kinder in diese? Hinsicht zu täuschen. Ein unbefangenes Kind glaubt bedingungslos, fraglos an die Erfüllang dessen, was ihm verfprochen wird. Zs tennt 'drn Zweifel noch nicht. Es trägt die Ueberzeugung fest in sich, daß das. weis ihm versprochen wurve, warauf es sich freut, geschehen muß. Die eri'te Täuschung, die es erfährt und die es anfangs kaum begreifen kann, r.immt ihm 02s schöne Vorrecht seiner Jahre, den unschuldigen Kinoerglauden, gräbt den ersten traurigen Zug in sein weiches Antlitz. Es wird mifttrauisch; die erste Täuschung vergißt ein Kind selten wieder. Ein weinen--des Kind durch ein Versprechen zu trösien, was man nicht zu halten in der Lage ist. ist eine Versündigung an der 'Kinderseele. schlimmer noch ist es, ein Kind auf diefe Weise zu necken. Erteilten wir 'so lange wie möglich dem Kinde seinen Glauben und bewahren wenigstens das Kinderherz vor getäuschten Hoffnungen. ' Unverwüstlich. Hausirer: Kaufen Se mer was ab, schöner Herr, cute, feine Waare können Sie nix brauchen e Paar Stiefelch: für Ihr: Kinder, oder Spielsache für de Kinder" Herr: Bedaure. bin Jungo.efelle. hab: keine Kinder." Hausirer: Wie heißt kein: Kinder? Kaufen Se mer was ab für de Enkelche!" Ein kleines Mißversiändniß. Gendarm (zu einem Straßenmusikanten): Haben Sie denn die Erlaubniß zum Spielen?" Harrnonikaspieler: Det nich. Herr Wachtrneester. aber den Kindern macht et so ville Spaß!" Gendarm: Dann sind Sie wohl so gut und begleiten mich!" Harmonikaspiekr: Wat wollen wir denn singen. Herr Wachtmeester?" Durchschaut. A.: Ach. ich bin total ruinirt!" Compagnon: Aber jammern Sie doch nicht so! Ich k?ab' doch auch verloren!" A.: Sie wissen, wie viel Sie verloren haben, aber ich erfahre es erst aus Ihrem Testament." Der Nachtheil. Ihr: Frau bat aber wunderbare Augen." Ja, ja. aber wie viel Wünsche ich von denen ablesen soll!"
! Das Enöe Ses ZZuches.
Wer den sogenannten Fortschritt unsrer Zeit mit einiger Aufmerksamkeit verfolgt, 'dem wird es nicht entgan gen sein, wie dieses Fortschreiten auf vielen Gebieten im Grün) nur eine Rückkehr zu früheren Zuständen in allerdings wesentlich veränderter äußerer Form ist. Und so knüpft auch unser Zukunftssystem an eine längst vergangene Zeit an, an jene nämlich da Gutenberg seine damals weltbewegen): Erfindung noch nicht gemacht, das ge druckte Wort noch nicht das gesprochene Verdrängt hatte. Zukunftsdichter bei der Arbeit. Diesem wieder zu seinem Recht zu verhelfen, das ist eben die Aufgabe unseres Systems. Wie ernst die Marchendichter. die Barden und Troubafcoure durch das Land zogen, um die Mußestunden eines p. t. Adels un) hochgeehrten Publikums" durch ihre Vorträge zu ergötzen, so wird auch der Dichter der Zukunft wieder durch das gefprocheneWort wirken. Weist doch die noch heute übliche Sitte, einen Romanschriftsteller einen Erzähler zu nennen, aus jene alte Zeit hin. da rn der That jeder, der etwas zu sagen hatte, zum Erzählenden wurde! Nur wird es der Sanger der Zukunft dabei weit bequemer haben als seine Vorgänger, die sich ja, wie uns dies Uhlan) in Des Sängers Fluch" so ergreifend schildert, manchmal recht unangenehmen Lagen aussetzen un) ihren schonen Drang sogar oft mit dem Leben büßen mußten. Uno während jene doch meist nur auf einen zwar edlen, aber 'immerhin beschrankten Kreis von Zuhörern wirken konnten. wird sich 'dieser der ganzen Welt, soweit ne Ohren hat zum Hören, vernehmlich machen können. Denn er wird seine Stimme einfach auf den Phonographen übertragen und d:e Wachscylinder in beliebiger Vervielfaltigung jedem zusenden, der gegen Erlegung eines bestimmten Obolus ein Anrecht auf sein Geistesproduct erwirbt. Der Phonograph wird den Druck verdrängen, das in ihn hineingesprochene und überall reproducirbare Wort die Bücher und Zeitunzen beseitigen, die der nervösen Generation des zwanzigsten Jahrhunderts zu unbequem geworden sind. Luxusausgaben der Zu kunft. Mit der Benutzung des Phonographen ändert sich die ganze Art der frgenannten Lectüre". Bequem auf einen Diwan hinzestreckt, den Blick auf die lieben Erinnerungsgezenstände im Zimmer oder durch das Fenster auf di: stets wechselvollen Erscheinungen der Natur schweifen lassend, hören wir' der Erzählung zu, die aus dem Wörterzeuger hervortönt, in der charakteristischen Sprache des Autors, mit all den Merkmalen einer geistig bedeutenden Individualität, bald im Flüsterlaut der Liebe sanft ertönend, bald wie Donner grollend, wenn die Leidenschaft sich entfesselt. Um aber den Genuß noch zu erhöhen und unserer Phantasie auch durch das Auge die entsprechende Anregung zuzuführen, wird mit dem Phonographen der verbesserte Kinetograph, den Thomas Edison erfunden 'hat. vereinigt werden. Man wird die Scenen des Romans in prächtigen Farbenbildern auf großen, im Zimmer befindlichen Projectionswänden erstehen sehen, ja besonders geschickte Jllustratoren werden die Hauptmomente unter Benutzung eines Anschütz'schenSchnellSf Versandt der Werke. sehers in ihrer Entwickelung vorführen, so daß wir nacheinander das Zucken des Dolches, den Stich und das Herausziehen der blutigen Waffe aus der klaffenden Wunde vor Augen haben oder auch die verschiedenen Eoolutionen einer Ohnmacht vom ersten Aufschrei bis zu dem Moment stuV.itn können, da die Schöne, bewußtlos in den Armen ihres Verehrers liegt. Aufgabe unserer Erfinderaenies wird es sein, die zur Hervorbringung all dieser Wunder nothwcndizen Appz-
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rat? so handlich und bequem als mög lich zu machen. Dies sind Detailfraren. die der Erörterung der Vortheile des neuen Princips keinen Abbruch thun können. Je kleiner und leichter di: Wachs- oder Celluloidcylinder werden, die das gesprochene Wort registriren, um so bequemer gestaltet sich die Handhabung der Apparate, d. h. die Verbreitung der neuen geistigen Nahrung. Für den Autor selbst ist die Zukunftsarbeit viel einfacher als seine
Deponirung bei Stimme. jetzige. Da sind vor allem keine Druckfehler zu corrigiren, ferner auch keine Fragen des Formats, der Satzgröße oder der sonstigen typozraphischenAussiattung zu erörtern... unbekümmert um die unbequeme Gilde der Verleger spricht er sein eigener Verleger das Geistesproduct in den Phonographen hinein, den weiteren Geschäftsgang neumodischen ReproductwLsstätten überlassend, welche die Cylinder stereotypisch vervielfältigen und versandfähig machen. Auch der Schutz gegen die böfen Nachdrucker, oder wie man sie in Zukunft heißen muß: Nachspreche?, wird ihm zur Seite stehen; er hat nur nöthig, seine Stimme" auf dem Patentamte zu deponiren". Selbstverständlich kann er, wenn sein eigenes Organ den verschiedenen Stimmungen seines Werks nicht gewachsen sein sollte, auch' fremde Hilfskräfte in seinen Dienst nehmen, wozu sich narnentlich wenig beschäftigte und stellungslose Schauspieler, sowie solche, denen ihrDirector mit der Kasse durchgebrannt ist. empfehlen dürften. Damit wäre zugleich ein sehr actuelles Stück socialer Frage der Lösung näher gebracht. Ganz unentbehrlich aber w'ären solche Hilfskräfte für die Verleger, deren Geschäft sich dann ausschließlich auf den Umsatz der klassischen Werke bereits verstorbener Autoren beschrankte. der natürlich den Anforderungen der Neuzeit entsprechend gleichfalls auf phonographischem Weg erfolgen müßte. Vertrieb der Werke. Btz Hamlet, von einem Zukunft--Kainz gesprochen, wird sicher mehr Aussicht aus Absatz haben, als wenn irgend ein beliebiger Herr' Mülle? sich der Aufgabe, ihn zu vervielfältigen, unterzogen hatte. Daß die heutigen Luxusausgaben, die Freude der Vibliophilen, ihr Pendant finden werden in dem Luxuscyllnder, ist selbstverständlich; jeder Wunsch auf eigenartige Ausstattung des Cylinders und der ihn umhüllenden Kapfel ist mit Leichtlgkeit zu erfüllen. Selbst Unica sin) möglich; die Beschränkung auf den cinen Cylinder, der das gesprochene Wort des Autors aufgenommen hat, schafft die gewünschte Seltenheit, mit der ein Nabob seine Gäste zu überraschen wünscht. Dem Autor bringt das neue System aber auch einen weiteren Vortheil, er von unvergleichlichem Werthe ist. Die sitzende Lebensweise, zu der er jetzt verurtheilt ist und die seiner Gesundheit, zumal wenn er sich in Dampfwölken hüllt und geistige Getränke als Stimulus verwendet, nur schaden kann, ist durch eine mehr penpatetiiche ersetzt. Er kann zunächst bei der Arbeit im Zimmer auf und ab gehen, sofern er nur im Bereiche der Aufnahmefähigkeit des Phonographen bleibt, dann aber bietet ihm der Selbstdertiieö seiGenuß von Romanen. ne? Waare die beste Gelegenheit, die Füße zu bewegen und zugleich neue Stoffe zu ergründen. Er wird, ein moderner Troubadour, halb Hausirer, halb Leierkastenmann. die Walzen seines über die Schultern gehängten Apparats durch eine Anzahl von Drähten mit den Reproduttion'smechanismen mehrer: Stockw:rk: in Verbindung setzend, von Haus zu Haus wandern. Da er die öffentliche Ruh: nicht stört und nur auf Verlangen seine Kurbel dreht, fr wird ihn die Polizei falls diese bis dahin nicht gleichfalls durch eine andere zweckmäßiger: Einrichtunz ersetzt oder auch ganz entbehrlich geworden ist. in der Ausübung seines Gewerbes nicht ronter stören.
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Nicht besser als dem Buch wird es der Zeitung ergehen. , In Paris hatte nian bereits vor einigen Jahren das gesprochene Journal" eingeführt, eine Einrichtung, die sich auf das Borlesen von Leitartikeln, Localplaudereien u. dergl. .vor einem zahlenden Publikum beschränkte und bald wieder verschwand; unser: Phonographzeitung wird dagegen das Blatt der Zukunft sein. Abgesehen von den Glücklichen, die durch Telephonleitungen mit de? Redaction verbunden sind, haben die Abonnenten Anspruch auf Zusendung ier Phonogravh- und Kinetographcylinder. Man wird die aufgefangene Stimme des Interviewten zugleich mit dem Porträt auf sich einwirken lassen, man kann Kunstausstellunzen und Theateraufführungen genießen, ohne sich von seinem Platz: zu rühren, der Hinrichtung eines Verbrechers beiwohnen. während man behaglich eine Upmann schmaucht und was dergleichen Annehmlichkeiten des Lebens mehr sind. Dem Wissensdurft und der Schaulust wird in jeder Weise Befrieiigung geboten werden können, ohn: baß der Mensch sich mit dem Entziffern gedruckter Buchstaben die Augen zu verderben braucht.
Beim Specialarzt. So dürfte mit der Entthronung des Buches und der Zeitung zu Gunsten des gesprochenen Wortes ein neues Zeitalte? geistige? Erhebung hereinbrechen. Die Augen, die bisher so schwere Dienste leisten mußten, werden klar und heiter blicken und eine neu5 Welt der Schönheit im Reiche der Natur erstehen sehen. Eine andere Frage ist es freilich, ob die Ohren der Zukunftsmenschen dem massenhaften Anstürme der verschiedenen Töne und Geräusche Stand halten werden? Statt der brillenbelasteten Augenkranken werden dann vielleicht Gehörleidende umherlaufen, durch ihre Hörrohre als Opfer der neuen Zeit gekennzeichnet. Den Zukunftsärzten wird es hoffentlich gelingen, gegen diese Leiden ein ganz unfehlbares Heilserum zu entdecken, denn sonst könnte es am Ende dazu kommen, daß die Menschheit wieder zu dem Zus:ande zurückkehrte, den sie so hoff-nung-geschwellt verlassen zu der durch Milliarden von Büchern und Zeitungen verdüsterten Welt, in der wir leben... Nachtheil des elektrisch: Lichtes. &S U i w V m Art Modernes G'lump! Net amal 's Cigarrl kann ma' d'ran anzünd'n!" Verkehrte Welt. (Zur Mode.) 3Resignation. Herr Schlauberger kommt eines Nachts etwas sp'äter nach Hause. Ohne ein Wort zn sprechen, holt er seinen Regenschirm aus dem Schranke, setzt sich in die Mitte des Zimmers und spannt den Schirm auf. Sie (vor Erstaun:n fast sprachlos): Aber Pepi. was treibst D' denn? Bist D' narrisch word'n?" Er: Gar ka Spur! I wart nur eus's Dunnerwetter!" Durchschaut. Hausfrau (zur Köchin): Nun, Anna, ich sehe ja Ihren Bruder gar nicht mehr, der srüber immer zu Ihnen kam... der hat sich wohl eine andere Schwester anzeschafft?" Meist richtig. Lehrer: Spielt also ein Musiker allein, heißt dies ein Solo, spielen zwei, ist es ein Duett; nun. Karlchen, und wenn drei zusammen spielen, wie nennt man das? Karlchen: Skat. Das best: Recept. Frau: Doktor, ich bin wirklich meines Gat ten wegen sehr beunruhigt. Er hat sehr wenig Appetit und sobald er nur eine Kleinigkeit gegessen hat. klagt er übe? Dyspepsie. Was wollen Si: ihm verschreiben?" Arzt: Eine gut: Köchin." Boshaft. SchreibbureauJnhaber (der dafür bekannt ist, daß er sehr schlechte Gehälter zahlt, zu dem stellesuchenden Kopisten): Augenblicklich habe ich nichts frei; wenn Sie aber in vier Wochen nochmal anfragen wollen " Kopist: Denken Sie. daß bis dahin wieder einer Jhr:r jungen Leute verhungert ist I Ot
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VorlkekrUer sdjütt? Töchter mit Ze 50 iiliUioncn Dollar ZMtaikt. Ti: beiden glänzendsten Partien in der ganzen Welt wenn der Aus druck glänzend nur aus den Reichthum angewendet wird sind die bilden Töchter des Standard Oel-Mag-naten Rockefeller in New Jork. Vor dreißig Jahren war der Vater noch em armer Elerk in Eleveland, Ohw, jetzt ist er wahrscheinlich der reichste Mann der Welt, denn kein einzelnes Mitglied des Hauses Rothschild, kein einzelner Vanderbllt oder Astor verfügt über eine solche Unsumme Geldes, als der Petroleum-Nabob. Und kein einziger Kapitalist der Welt hat eine so hohe Einnahme aus seinem Vermögen, als Rockefeller. Dessen Millionen sind nämlich zum größten Theile in Standard Oel-Aktien angelegt, vielleicht das Einträglichste unter allen Werthpapieren der Welt. Herr Rockefeller hatvier Kinder, drei Töchter und einen einzigen Sohn. Die älteste Tochter ist mit Professor Charles Strong von der Chicazoer Universität verheirathet ($2,500,000 bat Rockefeller dieser Lehranstalt geschenkt). Zwei Töchter. Alta, 24 Jahre alt. und Edith. 22 Jahre alt. sind noch zu haben und der Sohn John D. Rockefeller jun. ist ein hoffnungsooller Sprößling von 21 Jahren. Was bedeutet die Mitgift derGouldschen Töchter gegen diejenige, welche den Schwiegersöhnen des Herrn Rockefeller dereinst zufallen wird. Anna Gould soll ihrem französischen Grafen angeblich 15 Millionen Dollars zugebracht haben von gut informirter Seite wird freilich behauptet, daß es nur 11 Millionen gewesen seien. (Die Gould'schen Anlagen, welche zum allergrößten Theile in Eisenbahnpapieren bestehen, haben nämlich unter den schlechten Zeiten ebenfalls stark gelitten und das Gould sche Vermögen, :n welches sich sechs Kinder zu theilen haben, belief sich beim Tode des Alten auf 72 Millionen Dollars. Jetzt werden es schwerlich mehr als 66 Millior.en sein). Außerdem hat Jan Gould seinem ältesten Sohne einen bedeutend größeren Antheil vermacht, als den jüngeren Kindern. Jay Gould hat in dieser Beziehung das Beispiel der Vanderbllts befolgt, bei denen es amilientradition ist. daß der Kronprinz" seinen Geschwistern gegenüber bedeutend bevorzugt wird. Frl. Alta zu Pferde. Aber Rockefellers Sohn ist der jüngste in der Familie, und außerdem ist de? alte Rockefeller in seinem ganzen Wesen und in seinen ganzen Anschauungen so vollständig anders, als es die übrigen New Jorker Millionäre sind. Es ist weit eher anzunehmen, daß er seine Kinder gleichmäßig bedenkt, als daß der Sohn bevorzugt wird. Kommt es so, dann fallen für jede de? Nockefeller'schen Mädchen annähernd fünfzig Millionen Dolla?s ab! Wie ?eich de? jetzt 5ö Jahre zählende Standard-Oelkönig eigentlich ist, weiß er vielleicht selbst nicht ganz ger.au. Vor einigen Jahren sagte er auf dem Zeugenstande aus, daß sich sein Vermögen ungefähr aus 112 Millionen Dollars belaufe. Von Leuten, di: es genau - wessen wollen, wird Rockefeller jetzt auf 145 Millionen geschätzt und es wird fest behauptet, daß er jedes Jahr acht Millionen mehr einnimmt, als er ausgibt. In sechs Iahren würde sich demnach das Rockefeller-'sche-Vermögen auf annähernd 200 Millionen Dollars beziffern, also für jedes der vier Kinder di? Kleinigkeit von 50 Millionen abfallen. Rockefeller folat der Politik, die Gelder, welche er verschenkt, schon bei Lebzeiten wegzugeben, man tann deshalb kaum darauf rechnen, daß er in seinem Testament größer: Summen für öffentliche Zwecke aussetzen wird. Van der Nockefeller'schen Familie läßt sich viel Rühmliches sagen. Sie hat fast gar keinen Verkehr mit der vornehmen Clique der Vierhundert in New Aoik. Sie lebt still und für sich. die Kinder sind alle wohlgerathen und gehorsam und der Sohn hat den Fteiß und den Geschäftssinn des Vaters geerbt. Die Familie ist sehr religiös. Vor dem Frühstück spricht, der Vater stets ein Gebet und verliest einen Abschnitt aus der Bibel. Die beiden jungen Damen interessiren sich sehr für die Mission und Frl. Edith hatte vor einigen Jahren sogar die Absicht, selbst als 'Missionärin nach Japan zu gehen. Jedem Kinde Hai der Vater eine öeträchtliche Summe ausgesetzt, welche von den Töchtern und Söhnen selbst verwalte! wird. Doch haben die Kinder darüber Buch zu führen Ledger, Journal und Kassebuch, und es mag wohl mal vorkommen, daß sich der Va ter diese Bücher zur Revision vorlegen läßt. Kleiderprunk wird im Rockefel ler'schen Hause nicht gestattet, der Vater will seine Töchter elegant und gelchmackvoll, aber nicht aufsauend ge kleidet sehen. Die Mutter Rockefeller ist eine sehr tüchtige Hausfrau, sie steht selbst ihrem Haushalte vor U2d hält
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bU beiden Mädchen zu tüchtigem Ein-
gr:ifen an. Vor ihrer Verheiratung war Frau R. in Eleveland Lehrenn der öffentlichen Schulen. Sie hatte als solche für sich selbst zu sorgen, und als vielleicht die reichste Frau der Welt hat sie die strengen Lehren der fugend nicht vergessen. Sie spricht fließend deutsch und unterhält sich mit ihrer Edith sehr viel in dieser Sprache. Zrl. Alta dagegen ist der franzözischen Sprache vollständig mächtig. V HLVx'y t5 ilS -r .','. rv, XZ? V t Ä tM A MLM Sfti, Mfm?j " ssowr v sS , w fm 1 i SvV s',,i:si Frl. Edith'mit dem Cello. Das Rockefeller'scke Haus ist ein sehr musikalisches. Auch der Vater ist ein eifriger Musiker. Er spielt die Geige und zwar gar nicht schlecht. Edith bevorzugt das Cello. Alta soll eine persekte Pianistin sein. In diesem Haushalte, der so vernünftig und freundlich geführt zu werden scheint, spielt jedoch ein unheimliches Ding eine große Rolle, die Prohibition. Rockefeller hat keinen Weinkeller. Er gibt jedes Jahr viele Tausende von Dollars aus. um die Temperenzgesellfchaften zu fördern. Abenteurer können nicht in das Rockefeller'sche Haus eindringen und den fremdländischen Grafen, Fürsten und Baronen, die schon so oft Jagd auf diese Goldmädel gemacht haben, ist stets die kalte Schulter gezeigt worden. Der Rockefeller'sche Schatz wird woül im Lande bleiben. Abberufen. Baron v. Scurma - Jeltsch, welche? ls der erste Botschafter das Deutsch: Neich in Washington vertritt, ist abb?rüstn worden und wird im Mai abreisen. .Zu seinem Nachfolger ist BaBaron v. Saurma - Jeltsch. ron v. Thielmann bestimmt, der in Washington nicht unbekani ist, da er i:: den Jahren 1874 bis 1878 als Sekretär der dortigen deutschen Gesandtschaft fungirte. Ter neue Neichstags-Präsident. Nach dem Rücktritt des Herrn v. Levetzow vom Präsidium des deutschen Reichstags istRudolf Freiherr v. BuolBerenberg zum Präsidenten gewählt worden. Freiherr v. Buol-Berenberg, geb. am 24. Mai 1842 in Zizenhausen Ui Stockach in Baden, ist LandgeWf Frhr. v. Buol-Berenberg. richts - Rath in Mannheim. Seit .581 ist er Mitglied des badischen Landtages, seit 1884 Vertreter des Wahlkreises Tauberbischofsheim Wertheim im Reichstag, wo er sich dem Centrum anschloß. Einfach. Junge Frau: Karl sag' mir. wo nehmt Ihr nur bei dem langen Sitzen jeden Tag in d Kneipe den Stoff zur Unterhaltung her?" Karl: den bringt uns halt die Cenzi!" Immer ze?st?eut. Frau: ...Mein: Großmama ist am Kindbettfieber gestorben!" Profeor: So eine alte Dame hätte aber auch nicht mehr heirathen sollen!" Aufrichtig. Er: Du willst wissen, was ich geworden wäre, wenn Du nicht das viele Geld gehabt hättest? Sie: Ja! Er: Ich wÄe ein Junggeselle geworden! Ein arrner Teufel. Vorstand: Warum kommen Sie denn fr spät? Sie sind gewiß wieder im Versatzzmte gesteckt!" Schreiber: Ach, Herr Vorstand, in so günstigen VerHältnissen befinde ich mich leide: nicht niehr!" . - '
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ien auf dem Gebiete der Technik hat auch die Fabrikation kunstlicher Gliedmaßen Nutzen zu ziehen verstanden. Vor Hunderten von Jabren baben et fchickte Mechaniker sich bereits auf diesem Gebiete versucht, wie uns die Eeschichte des berühmten Götz v. Berlichingen. des Ritters mit der eisernen Hand, lehrt. Als dieser Kriegsmann bei der Belagerung von Landshut im Jahre 1504 seine rechte Hand verlor, ließ er sich eine eiserne Rechte anfertigen und diese wird jetzt noch in Jagsttzausen ausbewahrt. Die künstlichen Gliedmaßen, welche heute angefertigt werden, sind von solcher Vortrefflichkeit. daß Leute, welche Arme oderBeine Beim F r i s i r e n. verloren haben, mit ihrer Hilfe fast Alles thun können, wozu sie im Besitze ihrer gesunden Glieder befähigt waren. In bemerkenswerther Weise wird dies durch den Engländer I. Cooper-Chad-wick illustrirt. Als der Mann, de? den Scots Grays angehörte, einstmals von dem Fort Salisbury in SüdAfrika eine Jagdezpedition unternahm, ezplodirte sein Gewehr und beideHände wurden ihm abgerissen; seine Arme mußten dicht an den Ellenboge amputirt werden. Nach seiner Rückkehr nach London interessirte sich ein geschickter Fabrikant künstlicher Gliedmaßen für den Mann und nach Verlauf von einem Jahre hatte er für ihn ein Paar Unterarme angefertigt, die seine natürlichen Hände beinahe vollständig ersetzen. Das ftm ,j- e n yh' HM X: Y rh Beim Schreiben. Erste, was Cooper-Chadwick mit sei nen künstlichen Gliedmaßen that, bestand in dem Schreiben eines 150 Seiten umfassenden Buches Tliree Years witli Lobonjriila". Wie er sagt, kann er mit der stählernen Hand ebenso schnell schreiben, wie vor dem Unfall. Außerdem kann er mit den künstlichen Gliedmaßen essen, sich frisiren und rasiren.seine Kleider zuknöpfen u. s. w.; ja er ist sogar im Stande, kleine Geldstücke aus seiner Tasche zu nehmen, da in die Gliedmaßen besondere Apparate eingefügt werden können. Unsere Illustrationen veranschaulieben den Mann, wie er seine Frisur ordnet und einen Brief schreibt. Zerknirscht. Herrin (ärgerlich) Anna. Si: haben gestern Abend auf dem Kutfcherball mein neues, ausgeschnittene; Kleid angehabt. Das ist eine uner'hörte Frechheit und Sie sollten sich schämen Anna (zerknirscht) Das thu: ich auch, Madame! ' Mein Bräutigamsagte mir gestern Abend schon, daß er nichts mehr von mir wissen wollte, wenn ich mich noch einmal in einem so unanständigen Kleide öffentlich zeigen würde. Ein unschuldiges Ver g n ü g e n. Warum betrachtet Fräulein Aurelie sinnend ihre Hand und lächelt so glückselig vor sich hin?" .Ganz einfach: Sie dreht ihren Ring mit dem St:in nach inn:n und bildet sich dann ein, es wäre ein Ehe ring.-. Nichts ist treuloser c!3 das Gedächtniß der Dankbarkeit. Schmeichelhaft. Vater (der seinem Söhnchen am vergangene Tage bei derSchularbeii geholfen ha!): Na. was hat der Lehrer gesagt, eil du ihm den Aufsah zeigtest?" Sohn: Ich würde von Tag zu Tag dürnmer. hat n gesagt,.. -3
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