Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 3
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ie tolle Komteß.
Roman von Erntt von ZZo5zog?n. (4. Fortsetzung.) Herr Graf sind ' zu gütig da3 darf ich wohl kaum annehmen," lispelte die reizende Sophie mit niedergeschlagenen Augen und demuthZvoll zur Seite geneigtem Köpfchen. Inzwischen bitte ich Sie aber, diese Rose annehmen zu wollen," fiel der gewandte alte Kavalier rasch ein und zwar mit dem Bemühen, seiner für ge--wohnlich etwas heiseren Stimme einen 'Möglichst schmeichelnden Schmelz zu verleihen. Die Farbe wird zu- Ihrem dunklen Haar entzückend stehen." D, Herr Graf....!" Wie sie so zögernd und doch so beglückt die kleine Hand nach der Blume ausstreckte! Meisterhaft! Und dann betrachtete sie dieselbe mit einem langgedehnten Ah! der Bewunderung und dann, nach abermaligem kurzen andern, nahm sie rasch ihren großen Schützet ab und befestigte die Rose mit sicherer Wahl der rechten Stelle in ihrem lose aufgesteckUn $aaz, während sie die Hutbänder mit den Zähnen festhielt, deren Perlenglänz dadurch gleichfalls zu Vortheilhaftester Geltung kam. Süperb, süperb! Ganz charmant!" rief der Graf und küßt: seine Fingerspitzen in die Luft. Q, Sie kleine Circe! Wissen Sie auch, daß ich bereits das Glück genoß, dieses duftige Haarin voller Freiheit, in verführerischstem dt'sluibilh über einen Nacken von so unvergleicblicher...." Q ich bitte, Herr Graf! Schor.en Sie mich! Wie dürfen Sie mich so in Verlegenheit setzen," schmollte die Liebliche, indem sie sich erröthend abwandte und mit unruhigen Fingern einige Weinblätter an den Stielen zerriß. Allerdings bemerkte ich Sie unten euf dem Wege zu meiner größten Beschämung. Herr Graf..... aber da Sie mir doch gestern sagten, Sie seien in hohem Grade kurzsichtig, so " Nur auf dunklen Treppen, liebes Kind, und niemals der Schönheit gegenüber," erklärte der Graf mit einer galanten Handbewegunz. Die Vewunderung für die Schönheit, für Ihr göttliches Geschleckt, haben mich trotz meiner weißen Haare so jung erhalten, daß ich auch heute noch das Herz eines Jünglings hier klopfen fühle, wenn so viel Reiz und Grazie mich bezaulern." Er ergriff ihre nur mäßig widerstrebende Rechte und drückt: sie an seine Brust, damit sie sich von der Wahrh.'it seiner kühnen Behauptung überzeuge. Mein Gott was thun Sie? O 5err Graf, wenn man uns belauschte!" Sie flüsterte es ängstlich und versuchU, sich dem Arme, den er fest um ihre schlanke Hüfte gelegt hatte, zu entwinden. Süßes Kind, Du bist o schön," raunte er ihr leise in's Ohr und zog sie nur noch fester an sich. Aber nun machte sie sich wirklich los und trat ein paar Schritte von ihm weg. Herr Graf, ich kam, um Obst und Blumen zur Tafel zu holen," schmollte sie mit einem vorwurfsvollen Blick, der ihn nur noch mehr in Flammen setzte. Grausame!" seufzte er tragikomisch und dann machte er sich ernstlich daran, ibr zu helfen, indem er ihr einige für -ihren Arm unerreichbare Trauben abschnitt, welche sie in ihrem großen Strohhut sammelte. Aber er beeilte sich nicht sonderlich bei dieser Dienstleistung und begann auch bald wieder zu plaudern. Er versuchte jetzt einen Harmlo3 scherzenden Ton anzuschlagen. Wissen Sie, Fräulein Sophie Qls ich 5r Pboiogramm zuerst sah, da war mein Schicksal schon entschieden mein grausames Schicksal, ach!" So gehören Sie also noch der romantischen Zeit an, wo man sich. in ein Bild verliebte und für eine unbekannte Tulcinea Lanzen brach," dersetzte sie schelmisch. Als ich heute früh durch den Ahnensaal ging, fiel mir ein Porträt auf, das eine auffallendeAehnlichkeit mit Ihnen hat. Herr Graf. Ein prachtvoller Greisenkopf, den Hals von einer kostbaren Spitzenkrause umschlosfen, im golddurchwirkten, gründn SammetTvams." Ach. Sie meinen den Ncichsgrafen Joachim Dedo Pfungk-Bannersreuth. Er wurde sieöcnundachtzig Jahre alt nachdem er im siebzigsten noch ein Edelfräulein von achtzehn geheirathct und drei Söhne mit ihr.... pardon! erzielt hatte. Ich stamme von dem jüngsten derselben ab. Uebrigens wunvert es mich nur, daß der alte Joachim Tedo nicht sofort aus seinem Nahmen berausgesprungen ist, um Ihnen knieend seine Huldigung darzubringen. Es hätte ihm nur ähnlich gesehen tjatial" Fräulem Barrdemer stimmte mit anständiger Zurückhaltung in das vergnugte Lachen des allen Herrn ein und sagte dann mit einem bezaubernden luzcnaufschlag: Es wäre wirklich zu mel der unverdienten Gute, wenn Sl selbst ihren erlauchten Ahnen noch veranlassen wollten, einem armen, unbe deutenden Mädchen solche ritterliche Huldigung entgegenzubringen. Ich könnte mich vor so viel Glück und Gunst fast fürchten, nach all den traurizen Überraschungen, die mein bisheriges Leben mir fast einzig gebracht hat." Es ist empörend." sagte er, daß das sogenannte Schicksal so wenig kavalierement verfährt, um selbst so berückende Geschöpfe Gottes mit sein Tücken nicht zu verschonen! Was kann das Schicksal gegen Sie ausrichten, die Sie geschaffen sin), selber jedes Mannes Schicksal zu werden, der " Das war doch gewiß gut gegeben! Der Äraf war ganz glücklich, daß er diese Wendung gefunden. Aber da-
Fräulein fiel ibm lächelnd in's Wort: Herr Graf, das ist wider die Ab.rede! Ich bin nun einmal eine arme Waise, grausam genug herumaestoßen in der Welt. Meinen Vater habe ich nie gekannt, meine Mutter lassen Sie mich davon schweigen, was die eigene Mutter an mir gethan! Sie ist nun auch nicht mehr! Ich stehe ganz allein auf der Welt, ohne einen andern Schutz, als meinen Stolz und mein Gottvertrauen. Meine Hoffnung, mein Sehnen ist oft zu Schanden geworden; ich 2vurde grausam betrogen aber den schlimmsten Gefahren bin ich doch entgangen! Ich sehe nun auch, daß die Wege des Himmels doch immer zum Besten führen: durch zwei Welttheile wurde ich umhergetrieben, um endlich hier eine Heimath zu finden. O, Herr Graf, ich kann Ihnen nicht beschreiben, wie mir das Herz aufging, als Ihre Frau Gemahlin mir so mütterlich entgegen kam!" Ja hm! meine Frau hat etwas sehr Mütterliches," bestätigte der Graf einigermaßen verlegen. Und wie Sie selbst nun gar mit offenen Armen, wie ein Vater..."
O mehr wie ein Vater weit mehr! Wie ein Freund Dein einziger, hingebender, treuester Freund über den Du gebieten kannst nach Deiner Laune, theuerstes Madchen!" flüsterte der Graf hastig und schloß sie so feurig in die Arme, daß der Strohhut mit den Weintrauben eine bedenkliche Quetschung erlitt, wiewohl sie sich beeilk hatte, ihn zur Seite zu halten. Sie wußte eine selige Selbstvergessenheit überaus natürlich darzustellen und hauchte mit halbgeschlossenen Augen: Zuviel, zuviel o mein Gott!" Und dann mußte sie willenlos die Küjje ihres väterlichen Freundes erdulden. Weder der glückberauschte Graf noch das siegreiche Fräulein Sophie hatten eine Ahnung davon, das- sich auf der andern Seite der Mauer zwei Ohren sich lauschend gespitzt hatten, denen fast kein Wort ihres Gespräches entgangen war, und daß zwei junge, eiferjuchtlge Augen sich abwechselnd m bebender Neu- und Nekdgier an das rostige Schlüsselloch der verwachsenen Thür gelegt hatten. Wohl aber vernahm das Fräulein trotz ihrer scheinbaren wonnigen Betäubung sehr deutlich die Stimme ihrer mütterlichenHerrin. welche aus der Ferne ihren Namen r:ef und zwar mit weniger Wohllaut als Entschiedenheit. Himmel, die Gräfin! rief sie und macbte sich mit einem kurzen Ruck aus der festen Umarmung los. D was haben Sie gethan! Der Graf machte ein äußerst erjchrockenes Gesicht gewann aber schon im nächsten Auaenblick seine Fassung wieder und flüsterte hastig: Fürchten Sie nichts sie kann uns noch nicht gesehen haben. Die Himbeerbüsche decken gut. Aber für mich heißt es nun: sinne zu! peiit! Die liebe Gräfin ist so erregbar! Gehen Sie ihr entgegen verrathen Sie mich nicht." Und mit derselben jugendlichen UnVerzagtheit, welche ihn im Angriff auszeichnete, setzt: der alte Herr nunmehr seinen Rückzug m s Werk, indem er, sich hinter dem Gesträuch duckend, eiligst die Flanke des anrückenden Feindes in weitem Bogen zu umgehen trachtete. Das Fräulein beeilte sich inzwischen, seiner Weisung entsprechend, der Gräfin entgegenzugehen. Sie hatte offenbar nichts Verdachtlges wahrgenommen, die arglose Dame, denn sie kam mit der freundlichsten Miene von der Welt auf ihre Stütze zugekeucht und sprach sie bereits aus zwanzig Schritte Entfernung an: Nun, meine Liebe, haben Sie recht was Schönes gefunden?" Einige Trauben, anadigste Frau Gräfin." versetzte Sophie, mit einem etwas kindlichen Knicks den Inhalt ihres Strohhutes vorweisend. Die Gräfin pflückte ein paar Beeren ab und vermummelte sie prüfend in chrem breiten Munde. Er, sehen Sie mal an! Wenn die nicht reif sind, dann weiß ich nicht...! Und denken Sie: unser Gärtner hat uns bis heute noch keine einzige Traube aus die Tafel geschickt, weil sie noch wie EjNg waren! Dieser granliche Mensch! Ueberhaupt: wegen dieses Gärtners komme ich eigentlich. Ich möchte gern, daß Sie ihm ein bischen auf die Finger fachen; ohne daß er etwas merkt. Der Mann ist nämlich mit Gehalt angestellt, und dann gehört ihm ja auch das ganze Gras im Park und der Fischfang; na das ist doch wohl ganz schön für solchen Mann? Und was an Obst und Gemüse nicht im Haushalt verbraucht wird, das' hat er für uns zu verkaufen. Aber was thut der schlechte Kerl? Zu uns sagt er immer, da wäre kein Genius mehr, und das Obst wäre nicht reif geworden und dabei geht er hinter unserm Rücken hin und vertäust das alles für seinen eigenen Nutzen! Sehen Sie, meine Liebe, ich gönne wirklich meinen Leuten gerne ttn Vortheil, aber solch greuliches Bemogeln muß. einen doch empö ren besonders wo ich mir doch gerade bei diesem Menschen solche Mühe gegeben hbe, den Samen des göttlichen Wortes.... ah! was haben Sie da für eine schöne Rose im Haar!" Ich konnte der Versuchung nickt widerstehen, Frau Gräfin, und wagte mir eine zu brechen!" Na, das schadet ja auch nicht. Aber die Rosen sirid eigentlich meines Man nes Privatvergnügen, wissen Sie, und er sieht es doch am Ende nicht gern, wenn.... nein, nein, Sie brauchen sie deswegen nicht fortzuthun; Sie können ja sagen, ich hätte sie Ihnen geschenkt." O ich möchte nicht Ihren Namen mit eine? Unwahrheit in Verbin irnng bringen." entgegnete das hoch.noralilie Fräulein. Ach, wie denn! Bei Rosen darf man ja lügen Sie wissen doch, wie de? Herr der heiligcn Elisabeth cuä der.
Bredouille geholfen hat? Haha! Uebrigens is: de? Graf auch gar nicht mal so bös.... Im Gegentheil: das Schelten und Strafen, das Kündigen und Fortschicken, das überläßt er alles mir; denn er liebt mal seine Ruhe über alles. Ein guter, honetter Mann, der Graf, aber laxe Prinzipien! Ach Gott, ja!" Fräulein Bandemer hatte die größte Mühe, der redseligen Gräfin vertrauliche Eröffnungen mit dem gebührenden Ernste anzuhören. Glücklicherweife erwartete sie keinerlei Meinungsäußerung von ihr, sondern fuhr fort, mit großer Zungengeläufigkeit das Thema von dem betrügerischen Gärtner durch zahleiche Beispiele zu belegen. Sie führte sie zwischen den Blumen- und Gemüsebeeten umher, indem sie deren Erträgniß abschätzte und mit denr thatsächlich Abgelieferten verglich. Sehen Sie sich bloß mal dieseMist beete an. Das war alles voll Gurken! Der Graf ißt so gerne Gurkensalat er verträgt ihn ja auch, gottlob, noch sehr gut! aber öfters als zweimal die Woche haben wir keinen gehabt, den ganzen Sommer über! Und das müssen Sie doch selber sagen: hier müßten doch genug Gurken wachsen, um ein ganzes Regiment mit Salat abzufüttern! Da. sehen Sie da haben wir's! Da sitzen ja immer noch welche an! Hier und da fünf, sechs Sieben acht...." Das Fräulein hatte sich niedergehockt und entdeckte, die üppigen Blätter mit der Hand durchtheilend, immer noch mehr reife Gurken. Die Gräfin war bereits hochroth im Angesicht vor gerechter Entrüstung. Nein, dieser Mensch, dieser SLtbier denken Sie, Jehan Sötbier heißt der Kerl! Der wird noch ein Nagel zu meinem Sarge! Das soll ihm aber nicht so durchgehen! Wo steckt denn der Heidenmensch?!" Und sie blickte gar bedrohlich ringsum nach demMissethäter. Soll ich vielleicht den Mann aufsuchen?" fragte Sophie diensteifrig. Ach ja. thun Sie das doch, meine Liebe. O, ich will ihm Pladdütsch kommen, daß ihm die Sötigkeit vergehen soll, dem Herrn Suerbier! Für solche Svitzbuben wird noch eigens die Prügelstrafe abgeschafft! Wo bleibt da die Gerechtigkeit und die Gottesfurcht in Mecklenburg?! Laufen Sie, mein Kind, schaffen Sie mir den gottlosen Schalks knecht zur Stelle!" Und während Fräulein Sophie leichtfüßig wie eine Gazelle entschwebte, spazierte die Gräfin zwischen den Beeten einher, wehte sich mit dem Schnupftuch Kühlung zu und legte sich in Ge danken die Strafpredigt zurccht, die sie dem Gärtner halten wollte. Ihr Weg führte sie auch an der verwachsenen Thür vorbei, in deren Nähe sich vorhin die kleine Liebesszene abgespielt hatte. Sie war kaum vorüber, da vernahm sie urplötzlich hinter sich ein erschreckliches Knacken und Krachen und unmittelbar darauf einen dumpf aufklatschenden Fall, von einem durchdringenden Schrei begleitet. In der dunklen Ahnung, daß ihr nunmehr irgend ein schwerer Gegenstand an den Kopf fliegen müßte, beugte die Gräfin schleunigst ihr würdiges Haupt vornüber, streckte die Hände schützend darüber aus und kreischte gleichfalls dreimal hintereinander laut auf. Dann erst, als das erwartete Geschoß einzutreffen säumte, wagte sie es, sich langsam wieder emporzurichten und ängstlich umzuschauen. Da lag die alte Gartenthür, mehrfach geborsten, quer über den Weg. die
ausgerissenen, verrosteten Angeln wie , jammernd zum Himmel emporzestreckt und bestreut von Weinranken, Blättern und zerquetschten Beeren, die sie im Sturze abgerissen hatte; und flach über die Thür hineingeöreitet, mit sanft blutendem Näschen, lag Pastors Beate (sprich Be-oäte!) und schielte mit der allerkläglichsten Miene zur Gräfin empor. Ach Gott! Ach Gott! Frau Gräfin Guten Morgen, Frau Gräfin." Ach Du Gerechter!" keuchte die immer noch bebende Schloßfrau. Dirn, Du bist ja wohl unklug! Was ist das mit D:r? Der Schreck ist mir in alle Glieder gefahren! Ach Du lieber Himmel! Nein, so was lebt nicht! Kommt sie mir da mit der Thür dicht am Kopf vorbeigesaust! Ja, Dirn, was willst Du denn man bloß? Sonst kannst Du kaum Deinen Schnabel auithun und Piep sagen, und immer so zipp 'und zapp und otepetote und nun mit einmal machst Du mir solche dummen Jungenstreiche und wirfst nach armen alten Frauen mit alten Gartenthüren? Nun, steh' doch mal wenigstens auf und red einen Ton. Die blonde Beate raffte sich ächzend auf und stotterte dann: Sepn Sie mir nur nicht böse, gnädige Frau Gräfin; ich wollte nur versuchen, ob die Thür noch ausginge, und der Schlüssel drehte sich ja auch noch, aber dann war innen so viel vorgewachsen uns wie ich so recht ordentlich innen gegendrücken will, da geben mit eins die Angeln nach das Holz war auch wohl schon morsch und dann...." ex 'oino oenn oie scnoazen iux aue c v i r. - rr - beil? Ja. ich glaube." Na. dann geht's ja noch! Nu sag mal bloß an, Kind, was muß! Du Dir so auf eigene Hand gerade heut: mit der alten dummen Tbür zu schaffen machen! Wolltest Du Dir vielleicht die? mit Deinem schönen Herrn Entspekter ein Stelldichein geben?" Ach nein, wirklich nicht. Frau Gräsin," betheuerte Beate hastig, fast weinend. Aer ich wollte Frau Gräfin doch gleich benachrichtigen, was hier eben mit dem neuen Fräulein und dem Herrn Grafen vassirt ist." Passirt? Mit dem Grafen und dem neuen Fräulein? fuhr die Gräfin hochlich betroffen dazwischen. Passirt? Notztausend, Dirn, was soll das? Wiich' Dir man lieber erst die Ras n
bisch'n ab, mein Tochtlng!" Mi! die sem ärgerlichen Zwischenruf wischt: sH mit ihrem Batisttuche und mit gewohntem Nachdruck der erschrockenen Beate das immer noch purpurn sickernde Näschen. Was wfclst Du mir für einen Schnack aufbinden?" O nein, es ist kein Schnack. Frau Gräfin," rief das Mädchen gekränkt. Ich habe ja doch alles gehört und gesehen, hier hinter der Thür und durchs Schlüelloch. Der Herr Graf war so freundlich und wollte der Mamsell beim Traubenfuchen helfen, und da hat sie sich so gehabt und nüdlich gethan und was vorgeschnackt, daß sie so einsam und unglücklich wäre, bis der gnädige Herr ganz gerührt war und sie hat trösten wollen, und da ist sie ihm gleich um den Hals gefallen, die ausverschämte Mamsell, und hat den Herrn Grafen geküßt ach Gott! Ich hab' mich so geschämt ich wußte ja gar nicht, wo ich hingucken sollte! Aber ich hielt es für meine Pflicht, Frau Gräfin alles zu sagen, damit Frau Gräfin doch wissen, was für eine unmoralische Person Sie sich da. in's Haus genommen haben." So, mein Kind, nun hab'' ich Dich ausreden lassen." hub die Gräfin an. Ihr Busen, wogte sturmgepeitscht ihre sonst so gutmüthigen Augen, schössen vernichtende Blitze. Ich habe nicht gewußt, daß Dir das Mundwerk so gut imstande ist. A la bonlieurl Nun möcht' ich mir aber auch mal ein Wörtchen erlauben.. Erstens ist meine neue. Stütze keine Mamsell, sondern ein feines Fräulein, mit viel bessern Manieren als gewisse Predigertöchter, die einem immer gleich mit der Thür in's Haus fallen. Zweitens ist alles bloß der reine Neid und Neid. Mißgunst " frag mal Deinen Vater, wie der Apostel sagt. Und dann drittens, hat mein Mann, der Graf, es gar nicht nöthig, sich küssen zu lassen; das besorgt er lieber- selbst ach, wat denn!. ich meine na überhaupt! Das ist mir eine recht nette Pastorstochter, die nichts- Bessres anzufangen weiß, als den lieben langen Tag hinter den Wänden zu hörchen, durch die Schlüssellöcher pliren und in fremde Gärten einbrechen! Mein Mann, der Graf, hat solch gefühlvolles Herz das äußert sich mal so und mal so. Er kann doch nicht deswegen extra all: Schlüssellöcher verstopfen lassen? Nein, Fräulein Meusel, machen Sie man, daß Sie selber bald ordentlich geküßt werden von ihrem dunligen Ludolf und gucken Sie sich gefälligst ein andermal nicht die Angen aus. wenn mein Mann mal ein armes, hilfloses Mädchen tröstet. Und unmoralische Person" haben Sie ge sagt! Finden Sie das vielleicht moralisch, dies alte, nichtsnutzige Petzen und die T'hüren einrennen und arr dew. Schlüssellöchern liegen, Sie.."' Ach. Frau Gräfin, warum nennen Sie mich nur immer Sie?" unterbrach die arm: Beate schreckensbleich und mit zuckendem Wattenmündchen die immer lauter und rascher werdende Nednerin Warum ich Dich Sie nenne! Weil
Du ein ganz dummes, naseweises Göhr bist, das überhaupt nicht zu reden hat, wenn es nicht gefragt wird. Aber das sage ich Dir: wenn Du hingehst und schleppst Deine alberne Geschichte im Dorf herum, dann sollst Du nein, wenn sie nu? ein einziger Mensch erfährt, dann sollst Tu mal sehen, mein Töchtinz!" . Und dabei drang die entrüstete Matron mit so bedrohlicher Geberden spräche auf Beate ein, daß diese sich eiligst zurückzog, um über die geborstene Thür Hinwez den väterlichen Grund und Boden zu erregen. Die Gräfin war schon im Begriff, di: Verfolgung mit gewohnter Energie aufzunehmen, als die Worte: Frau Gräfin, hier ist der Gärtner," von dem angenehmen Organ der schönen Stütze gesprochen, ihr Ohr trafen und sie un Laufe hemmten. Wer ist da?" frug sie verwirrt. wandte sich dann aber sofort wieder vem Pfarrgarten zu und riet dem sl:ehenden Mädchen nach: O ho! Da läuft sie hin! Je, wat willen. Sei denn. Sötbier? ..ru Gräfin hebben mi holen laten vun wegen den Gurkensalat," stotterte der Gärtner etwas ängstlich und drehte seine Mütze in der Hand. f??M erinnerte sich die zornmüthize Herrin ihrer Absichten auf diesen Spitzduben und sagte, indem sie ihn mit ironischem Läcbeln vom Kopf bis zu den Füßen rasch musterte: Jewol, Jehan, ick wull D: blot mm Anstcht feggen, dat Du einen richtigen Swinegel büst. Oewerft jitzt hew ick keen Tid för Di. Wenn dor noch C?recht!akelt in Mect lenborg wihr, denn müßt so'n Minsch. as Du büst, bi Suerbier un Gurkensalat innspundt war'n. Dat is min Ansicht, Muiche Sotb:er. Kommen Sie, räulein, ich habe mit Jhn-n zu reden." 6. Kapitel. I wk'.chkm d-.k teils ffaattfc ihttin Rimrt R';?t inaii uns fiir.jf Xinun kin.gkZ ,.'a:nz- findet kröcn. Ist uö roch gzr uns ü,L4 zu lesen! Während über den Häuptern dcZ Grafen und seiner angebeteten Sophie ein so bedrohliches Ungewttter stch zu sammenzog. trabte di: tolle Komteß auf ihrem Graditzer Hengste, Potrimpos geheißen, querfeldein der Senthiner Gemarkung zu. Lord und Lady, die beiden vrachtiaen Bernyardlner. svran gen in weiten, schwerfäkligen Sätzen nevent-er und rmmer wder laut rlat send am Halse des Pferdes in die Hohe, nicht achtend der wcigezieüen Pettschenhieöe. die oft aenua auf ihren diJen IMi nr?b?rm?T?tn. Kamtek hatte bereits erfahren, wie lästig, wenn, nicht gar gefährlich, die Hunde werden konnten, wenn sie 'den nervösen, übcr aus rngedu.oigen sengst ritt, und sorat: dann stets dafür, daß sie zurückgehalten tr-iudsn. Heute afo satten sich
die Thiere zufällig gerade außerhalb des 'Äutshofes umhergetrieben und waren nun freilich weder durch deu strengen Befehl noch die empfindlichsten Schläge zu bewegen, ihrem lang entbehrten Lieblingsvzrznüzen zu enisagen. Ueöiigens trafen sie es beute immerhin noch gut damit, denn ihre hohe Herrin befand sich gerade in einer Laune. welche sie die Schwierigkeit in der Bändigung ihres Rosses als Ablenkung willkommen heißen ließ. Die überlegene Dreistigkeit und Heuchelkunst d neuen Hausgenossin emp'örte sie. Es durfte sie ja im Grunde wenig kümmern und war ein ganz begreiflich Ding, daß diese etwas abenteuerlich anmuthende Stütze ihr hübsches Gesicht und ihren Mutterwitz dazu benutzte, sich möglichst bei allen Gliedern des gräflichen Hauses einzuschmeicheln. Gefallen und sich unentbehrlich zu machen wissen war doch nun einmal die erste Lebensaufgabe eines solcken Mädcheus, daä genöthigt ist, sich sein Brot zu. verdienen. Sie war offenbar auch die einzige Person im Haufe, welche Fräulein Bandemers schmiegsames Wesen,, ihre Ziererei und Schauspielerei als etwas Unangenehmes empfand. Warum schaut sie nicht ruhig- der Komödie zu und hatte ihre kleine harm-
lose Schadenfreude an der. Verliebtheit ihreS galanten Papas, an'.derVacksifchüberschwenglichkeit ihrer- Schwester und der Nasfuhrung ihrer guten Mama, welche das menschliche Herz so ausgezeichnet zu kennen .glaubte und doch immer, wieder dem kindlichsten Menschenvertrauen zum Opseu fiel? Dies Wesen konnte ja dach in keiner Weise ihre Kreise stören, welche sich mit der Hauswirthschaft, kaum berührten.. Und wenn sie auch wirklich die gearawohnten. früheren und engeren Beziehungen zu Herrn von Norwig wieder aufnahm was gingen, sie, die Tochter des Hauses, die Liebesgeschlchten des Oberverwalters und der Stütze an? So wenig die. tolle Komteß daran zweifelte, daß sie ledig bleiben werde, so wenig neigte sie doch zu dem altjüngferlichen Neidsport', andern' Lebeir und Llebeslust zu vergällen. Was also m aller Welt reizte sie so sehr wider das Fräulein, wider sich selbst' aus?' Sie vermochte- sich die Fragen nicht zu beantworten und darum mußten Lovd, Lady und Potrimpos.- die: Peitsche kosten. Sie ritt jetzt eben über den breiten Rücken, eines Hügels hinweg, auf welchem noch die Stoppeln swnden, und konnte- gleich darauf, thalabwärts lenkend, die Moorwiese in der Niederung,, sowie das ganze SenthinerSebiet überschauen. Der Bach, welcher auch durch den Teich im gräflichen Park floß, bildete hier die Grenze zwischen, beiden Gutern und der Dampfpflug, der die Weizenfelder für die Wintersaat umackern sollte, war nicht weit davon am Fuße des Hügels aufgestM. Die Komteß hielt an,, um ihr Roß ein wenig verschnaufen, zu lassen. Auch die bnden Bernhardiner legten sich alsbald' mit' lcrngherausschlappenden. triefenden Zungen Nieder,, und aller Blicke, der Reiterin wie der drei Thiere. richteten sich nach der Stelle, wo um die augenblicklich stillstehende Maschine Arbeiter, Aufseher und alle drei Be-; amtew versammelt waren;, irnd alle ' schauten sie. so würdevoll und kritlich , da hinab, als' stellten sie einen Generalstab vor, der von hier oben, aus eine Schlachtordnung- zu entwickeln gedenke. Und wie um diese Vorstellung weiter auszuführen, sprengte bald ein Adjutant im Galopp den Hügel hinan. Es war Herr von Norwrg,. welcher seine Gebieterin nicht so bald da oben bemerkt hatte, als er auch schon seinen Fuchs Obotrit bestieg,, um- ihr unverweilt seinen Morgengruß, entgegen zu bringen. Unterthänigsten audr? Morgen, FnädigsteKomteß," rief er ihr schon aus ewiger Entfernung z,u sükn Hut artlg IUpftfUL. Natürlich ließen Lo.rd und Lady es sich nicht nehmen, nun auch ihrerseits Qbotrlt mit zappengen Freudensprüngeni und lautem Gebell zu begrüßen,, wodurch Potrimpos wieder um seinem kurze Ruhe gebracht wurde und ärgerlich Kehrt zu machen versuchte Gräfin Marie war auf solche Nücke- nicht vorbereitet gewesen und Ware um ein Haar, aus dem Sitz geschleudert worden, wenn sie nicht noch, gerade zur rechten Zeit den Sattel?. tr.opf erfaßt und sich wieder emporge.--. zogen hätte. Dabei verlor sie aber deir Steigb igel und damit an Gewalt über die Hinterhand, so daß es ihr nicht we-. nig Muhe kostete., den sich fortwährend drehenden und bockenden Hengst ,z?ir Vernunft zu bringen. Das Biest läßt mich effektiv) uÄht dazu kommen. Ihnen guten MargeJ zu sagen! rief hit Komteß, die: Zuzel mit briden Fäusten noch sester jt& kürzer fassend. Ern so kräftige, schwerdronsmäßige Ausdrucksweise 5rar Wrigens nur ein Zeichen ganz unzewöhnlich schlechter Laune und keineswegs ihre Gewohnyeit. Norwig ritt an ihrer Seite., hielt ihr den Bügels so daß sie rÄTder hineintreten konnte, und sagte dcrnr:. ihrem Pferde beruhlFend über den Hals streichelnd: Roch etwas hnt in den Ganaschen. Uebrizens meine Hochachtung, Gnädigste. da Si: so mit ihm fertig r?erden." Ah bah! Sie haben ja gesehen wie a.'i er gestern zing. Nur die verd. die wünschten Köter sind darsn schuld, daß er Heute so rappclköpfisch ist. Ich wollte mich einmal nach Jrm Stande der Arbeiten umsehen." Und rsie entschuldigend sügte si: inzu: Jch bin -nämlich beauftragt, meinen Vater zu vertreten, der sich beute von seinen Schreibereien nicht losreißen kann. O Komt?ü lf txnn von Titmtn ja nur lernen." erwiderte Norwig lächelnd. Sie si7.d ja mein Vorgänger
im Amte und älter an Erfahrung. Ha! denn aber der Hengst, schon mit der Lokomobile Feeundschaft geschlossen?" Neia, er soll sie heute erst kennen lernen." Oh! Da möchk ich mir aber doch erlauben, Komteß zu warnen. Das Thier ist heute so nregbar; diese Probe scheint mir doch eine etwas zu gefährliche Sache zu sein. Dampfmaschintn sind überhaupt bei den Herren Pferden nur wenig Zeliebt," scherzte er, lim ihre amazonische.' Eitelkeit- nicht zu verletzen. llrJb gerade heute könnte es mich' reiz?, dem übermüthigen Herrn Potrimpos seine Meisterin zu zeigen!"' stieß' d tolle Komteß zwischen den' Zähn hervor und ihre kleinen grauen' Augew blitzten hell auf. Sie wandte: den Kopf des Pferdes nach der Rich--tunz der Dampfmaschine zu, aus deren' Schlote: sich eben eine schwarzeRauchWolke zu' nngeln begann. Da legte Norwig sanft die Rechte auf ihren- linken Unterarm und fagte höflich, aber sehr entschieden: Nein, Komteß, die Verantwortung für eine solche Tollkühnheit kann' ich nicht übernehmen. Es ist meine Pflicht alsMann, die Dame, und als Beamter des Herrn Grafen, seine Komteß Tochter vor einer so augenscheinlichen Gefahr zu bewahren." Was fällt Ihnen ein, mich zu schulmeistern!" brauste Komteß Marie auf. Ich denke, Sie wissen, daß. ich reiten kann." Ganz gewiß 'können Streiten besser als ich je 'eine Dame reiten sah. Aber ich mub mir die Bemerkung erlauben, daß Siecheute selbst nervös- erregt scheinen und das harJhr Potrimpos auch wohl schon gemerkt sonst wär' er' auch nicht sco keck geWesen." Die Komteß wollte eben ihren Mund zu einer heftigen Erwiderung aufthun, als in einer Entfernung vor kaum zwanzig Schritten ein Hase vorüberlief, welchen die beiden Hunde nicht sobald erblickt hatten, als sie.-sich auch schon an seine. Verfolgung', machten. Und Potrimpos,. offenbar, in dem Wahne befangen, . daß . es eine regelrechte Parforcejagd gelte, . folgte ohne weiteres ihrem Beispiel und stürmte mit weit vorgestrecktem Kopfe den glücklicherweise nicht steilen- Abhang hinunter. Bei dem - ersten ' unerwarteten Ruck waren der - Reiterin die Zügel durch die Hände gerissen worden, jetzt im tollen Karriere bergab war natürlich keine Möglichkeit, sie wieder kurz zu fassen. In wenigen weiterrn Sätzen war der Fuß des'Hllgels' erreicht und da mußte es ein unglücklicher Zufall wollen, daß . in dem- Augenblicke, als der Hengst unmittelbar-davor angekommen war, die' D.impfpftife ihren schrillen Pfiff rtönen ließ und die Lokomobile rasselnd und dröhnend den Pflug in Bewegung setzte.'. Potrimpos hielt, wie. zu Tode erschrocken, fast plötzlich im . Lauf inne und starrte mit emporgerissenem Halse und angstvoll zur Seite gebeugtem Kopfe das pfauchende. Ungethüm an. Die Komteß streckte die: linke Hand mit allen vier.ZUgeln weit! nach hinten von sich und griff dann mit der Rech-
ten. fest hinern, soweit: sie. nach vorn reichen konnte. .Da drehte sich dasThier ein paarmal im Kreise herum, stieg dann kerzengerade auf,.sodaß die Reiterin, um nichts hinten . herunter zu fallen, nichts andres thun tonnte, als sich mit beiden' Händen an der Gabel des Sattels, und. an der Mähne festzuklammern. Die. Leute, kamen herbeigestürzt,, um das rasende Thier festzuhalten und' Herrn von-. Norwig, der dem Hengste alsbald, nachgesetzt, wäre es beinahe geglückt, ihm in. den Zügel zu fallen, wenn, er nrcht l'n diesem Augerzblicke, laut, aufschreiend, den Kopf zwischen die Beine gesteckt, dabei den Kandarenzugel zerrrzfen, und dann, als ob der Teufeln hinter ihm drein jagte, durchgegangew.wäre. Die Reiterin, befarid sich in der allerunglücklichstm. Lage. Zwar hielt sie die Trense und das. eine Ende der abgerissenen Kandare, noch m der Hand, aber sie hatte, den. Sitz verloren und hmg, von der-Gabelt unter dem rechten Knie gestützt, und minder rechten Hand sich am Sattel, festhaltend, gänzlich hilflos über dem Pferde. Zum erstenmal in ihrem Leben lernte die . tolle Komteß die Angst kennen und sie erpreßte rhr eunur muten Schrei. Das heftig: Stoßen aeam Brust und. Hüften war unerträglich; doch was konnte sie thun? Sie häÄe auf jede Gefahr h:n den Abspruncr gewagt, wenn es nur möglich gewesen wäre, das Knie aus der Gakeli herauszuholen. Zu allem Unglück merkte, sie nun gar noch, wie der Gurt, nachgab und in's Rutschen kam. Und wieder schrie sie laut hinaus. Dann wurde ch? schwarz vor den Au oen. der Atfet aina ihr auZ und dann erlitt sie mitsammt dem Sattel an der. rechten Flanke des Ptodes hm unter., ihr? Hände öffneten: sich ihr war, uls stürzte sie hinterrücks in einen; finster gahnerrden Abgrund herunter ein gewaltiger Stok Wnn war ai les. aacbei sie hattsdas BewiHt sew:verk2ren. Zwischen dem Scheust des Hengstes nrd dem Sturz der Komtetz waren Zaum drci Minuten vergangen, den noch hatte das rasende Thier i' dieser kurzen Zeit eine beträchtliche Strecke zuruckaeleat und war, inden?. es der Biegung des Höhxnzuges fÄgte, den Blicken der Berfger längst entzOgen. Norwig aber hatte seinem Fuchs sofort d Sporen rn die Welcher gestoben und war hmtn dem Durchganger her oepretscht, waS sein trefflicher Meck lenburger laufen wollte. Kaum eine halbe Minute nach demHengstt sprengte auch er um Un letzten Ausläufer des Hügel herum, sah das ledige Thiec mit dem Sattel unter dem Bauche dem Bache zustürmen und mäßigte, so fort ton Lauf seines Obotrit. Z (Fortsetzung folg!.).
Zur die Küche. Scckdtorte. Ein halbsZ Psunv
süße Butter wird mit einem halben PZund Reismehl eine halbe Stunde gerührt, dann m einer anderen schurt ein halbes Pfund Citronenzucker mit fünf ganzen Eiern ebensolange gerührt. schließlich das ganze untermischt und in dr Springform unafähr eine. Stunde heiß aber langsam, gebacken,, mit Vanillezucker bestreut. S ch we l n e i u l z e. Mu nimmt zwei Pfund Schweinefleisch vom Kopse und die Knöchel, gibt es mit. einem Quart Wasser und einem Quart Essig nebst Sa in einen irdenen Tiegel, locht es, schäumt es ab, gibt eine.Zwiebel mit drei bis vier Nelken besteckt. 5twas Wulwerk. Pfefferkörner.. zwei Lorbeerblätter und Citronenjcheibeir La,zu und lccht es so lange kochen,. bis sich das Fleisch von den Knochen ablöst, welches man. nun in Stücke schneidet und auf Tell vertheilt. Die Brühe stttet man a.. gießt sie noch warm. durch ein Haarsieb auf die Fleischstücke, welche davon .bedeckt sein muen, jielltsie. an. einen kühlen Ort und verwendetdie -Sülze, wenn, sie gestanden ist. G-e.be izte- Tauben. Man'. nimmt, dazu vier. alte Tauben, richtet si: her, theilt sie in. vier Theile und legt: sie mit. Zwiebelscheiben, gelber Rübe, Wurzelwerk, Cituenschale,einem Lorbeerblatt, zwei Nelken, zwei Wachholderbeeren, Pfeffertärnern und Salz vier bis fünf Tage, h. den Essig. Nun macht man m einem. Tiegel Schmalz htlß, legt d'.c Taubeu nebst allen Zuthaten und zwei Schöpflöffeln Beize ud ebenso viel Wasfer hinein und läßt sie in einer bis anderthalb Stunde weich kochen, nimmt au Stücke heraus und stellt sie atf die Seite, macht ein braunes Ein brenn,, rüstet damit Zucker recht dunkel, damit die Sauce eine dunkle Farbe bekommt, rührt es in dieselbe, rührt, wenn marz selbst die Tau ben getödtet, dabei das. Blut aufgefangen und mit Essig, gut verrührt hat. auch dieses hinein. . läßt es ordentlich durchkochen, . treibt hit Sauce durch em Haarsieb, gibt, sie.- mit den Tauben wieder in den..Tiege!, läßt sie nochmals aufkommen und richtet zusammen an. Bringt man mit. geschnittenen Nudels 5U Tische. L e b e r k l ö .ß ch z:rru v p e. Eia Viertel Nfund.Rindslber wird abge häutet und. fein , geschabt, damit das Häutige zurückbleibt; nun rührt man eine Unze Nierenfett' crd, schlägt zwei Eier hinein, gibt die Leber, etwas fein, gewiegte Citronenschate, Petersilie, Zwiebel, Pfeffer Salz ein wenig Majoran und etwas 'Meh5 hinzu. Dann. formt man Kloßchur, gibt sie in siedende Fleischbrühe, kocht sie eine Viertelstunde, bis sie aufsteigen, und bringt die Suppe zu Tische. H a m m e l f Z sich r a g o u t. Man verwendet hierzu: frisches oder gebratenes Hammelfleisch und laßt letzteres in der nachfolgenden Sauce nur heiß werden. Marr. macht ein braunes Einbrenn,, in welchem Lein geschnittene Zwiebeln - geröstet: wurden, füllt mit Fleischbrühe auf.' gibt übriggebliebene Bratensauce daran dcurn Salz, ganzen Pfeffer. Nelken.- Lorbeerblatt. Wurzelwerk, getöe Rübe;. Cirronenschale und Essig.-laßt es gut: durchkochen, gibt daS in kleinere Stücke grfchnittene Hammelfleisch hinein, kocht es darin weich und nachdem-die Saure durch ein Haarsieb getrieben wurde, richtet man das Ragout an.v Gibt man mit geschnitten Kartoffeln oder Kartoffelklößen. Panirt'eÄ Rindfleisch. Hat man Reste? von gekochtem oder braisirtem Rindfleisch, die zu einer Schüssel' ausreichen würden, so verfährt man, um diese unter einer anderen Gestalt 'nochmals für den Mittagstisch etc.- nutzbar zu machen folgendermaßen: -Man-kocht mit Weißmehl und guter - Bouillon- eine dicke Sauce ein, legirt sie mit 4' Eigelben, schärft sie-mit Citronensäfi- a-S und streicht sie durch ein Siefc sobald die Sauc: erkaltet ist, mischt- man gehackt: Petersilie, Schnittlauch' dazu. Nun streicht' man auf den-Boden einer langen Schüssel etwas' von dieser Sauce, legt' eine Scheibe- Rindfleisch darauf, besireicht diese' mit Sauce, legt ein: zweite Scheibe' Misch so auf di: erste, daß diese'' voir der zweiten halb bedeckt ist, und fährt so fort, bis alle FliLchschei-ben-verwendct sind. Mit dem Rest der Sauce- Lrsrreicht man das Fltfsch von aMir Seiten, bestreut es dick'znit geriebenem Pcrrmefankäse, betraüfrlt es mit zerlassene? Butter und gibt' ihm im f en ein? schöne braune Fate. Na:ll5sqekröse. Man reibt Äs- Gekröse in einer SÄiussel stark Mit zrer Handvoll -alz-, da dasVchlermige davon kMmt'. wascht & nach diesem aus drei oder- vier warmem Wassern, schneidet Drüsen rein aus und siedet es irrv Salzfässer weich. Zu? Sauce schneiet mait eine Zwiebel, ttail Petersilie end ein weniz Eilronenschale klein, rostet einen Kochlöffel vollMehl in zwi Unzen Buttcr.dämpft das Geschnitten aelb darin, thut einen Löffel Fleischbrühe, den Saft von ei rer Citrone und Muskatnuß daran. Wenn das Gkkröse d??ich ist, wi'S es in kaltes Wasser gelegt, fest ausgedrückt. zu kleinen Stuckei m di: Sauce g; schnitten snd kurz vor dem Anrichtenmit zwei Eigelb legirt. - 5! ach dem Kafsee kränzchen. Frau (zu ihrem Mann): Fr.$, kleb' mir mal die Freimarke auf diesen Brief . . . wi: hattn uns heute soviel zu erzählen, daft mir die. ganze Zunge trocken geworden ist! A ch s o! A.: Sie habn also jetzt, hre Universitätsstudien bandet. B.: Ja wohl! A.: Na. daZ ist Ihnen wohl recht hart geworden, wie? L,; nicht, aber meinem Bztsr!
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