Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 2
Eisengcschirre. Die Geschirre von Eisen sind die Itz Gesundhei! unschädlichsten Metalleschirre und empfehlen sich durch ihre Haltbarkeit, obschon die außeisernei? manchmal springen; nur izaben' diese Geschirre das Unangenehme, daß sie manchen in ifjnen gekochten Speisen, besonders manchen Gemüsen und Hülsenfrüchten. eine widrige, schwarze ??arbe geben, indem diese Speisen et was vom Eisen auflösen, was jedoch der Gesundheit nicht nachtheilig ist. Ucbrigens hat nicht jede Sorte von Eisen diese schwarzmachcnde Eigenschaft in gleichen? G.rade, und am weniasten hat sie das Gußeisen. Auch lostet Gußeisen nicht so leicht wie Schmiedeeisen; der Rost bliebt auf dem gegossenen Eisen sitzen, ohne tiefer zu fressen und sann daher leicht weggeschafft werden. Das Schwarzwerden der Speisen in eisernen Geschirren soll man dadurch verhindern können, daß man Kaffee tn den Geschirren so lange brennt, bis er zum Gebrauche fertig ist; wenn sich nach einige? Zeit wieder eine Färbung der Speisen zeigt, soll dieses Verfahien wiederhott werden. Um das Abfärben neuer gußeiserner. nicht überzogener Töpfe zu verhindern füllt man sie mit Wasser, thut zugleich irgend ein FÄt hinein und kocht dann alles Wasser ein, so daß nur das Fett übrig bleibt, wonach der Topf zu brauchen sein wird; auch reicht es schon hin, nur einige Male recht fette Sachen tarn zu kochen oder die Wände geradezu mit Fett einzureiben. Es empfiehlt sich auch, den neuen Topf erst mit Branntweinspülicht aus zukocken oder 48 Stunden lang Molien oder auch sehr verdünnten Essig darin stehen zu lassen, ihn dann mit einem reinen Qappen auszuwaschen und nun erst mit Fettigkeit zu behandeln. Um das Schwarzwerden der Speisen oder den Eisengeschmack, den die Speisen leicht annehmen, zu vermeiden, versieht man auch das eiserne Kochgeschirr mit einem Ueberzuge von Ainn oder Email. Unter den derzinnten Eisengeschirren ist das ohne alle Löthung blos mit dem Hammer zusammengefaßte sogenannte Gesundheitsgeschirr vorzuziehen, welches auch dann, wenn die aus unverfälschtem Zinn gemachte Verzinnung mit fcer Zeit abgeht, rein und weiß bleibt und keiner weiteren Verzinnung bedarf, indem man es nur auf die getoöhnliche Weise zu säubern und zu trocknen und nötigenfalls einmal mit Llschenlauge gut auszukochen und dann mit feinemSande auszureiben braucht. Vorzüglich sind die emailirten Eiseng!schirre. Die Gefäße werden mit verdünnter Schwefelsäure angebeizt, dann in warmem, nachher in kaltem Wasser obgespült und mit Email überzogen, ebenso wie der Töpfer die Glasur aufiträgt. Vor der Benutzung sollen die LZeschirre gehörig ausgescheuert, dann mit Wasser gefüllt werden, welchem der zwanzigste Theil des Wassergewichtes cn Küchensalz und der dreißigste Theil desselben an Essig beigemischt worden ist; diese Mischung wird eine halbe Stunde gekocht und das Geschirr dann nochmals gescheuert. Dieses Verfahren nimmt das nicht gehörig mit der Eisenfläche verbundene Email fort, so daß in einem solchen Gefäße kalt ansbewahrter Essig nach 48 Stunden keine Spur von ausgelöstem Blei ent kl'ält. Die Gegenwart des etwa gelösten Bleies in der gekochten Mischung ist durch Zusatz von aqua liydrosuljlnirata und liquor unirnonii snlllnirati, wodurch sie schwarz gefärbt wird, zu entdecken. Man reinigt eiserne Geschirre nicht gern durch Scheuern oder mit Sand, sondern man wäscht sie, wie überhaupt die meisten metallenen Kochgeschirre mit Kleien, spült sie dann mit heißem Wasser aus und wischt sie mit einem reinen, leineren, nicht zu groben Lappen ab, worauf sie umgestülpt werden. Bei solcher Bebandlung wird das Eisen nach und nach mit einer dünnen braunen Kruste, wie mit einer Glasur üöerzopen, die zuletzt eine schöne Glätte annimmt und das Metall vor aller weiteren Auflösung schützt. Vom Roste wird das Eisen durch Baumöl gereiniqt. Als Mittel, gußeisernes Kochgeschirr zu reinigen, wird folgendes als bewährt und einfach empfohlen. Man füllt das Gesäß bis zum Rande mit reinem Wasser an und schüttet dann soviel Schwefelsäure zu, bis das Wasser säuerlich schmeckt. Nun läßt man clles ruhig steben. Nach einiger Zeit fängt das Wasser an Bläschen zu werfen und es wird zuletzt wie kochend ersteinen. Je nach der Reinheit des Geschirres bleibt die Flüssigkeit 3 bis si Stunden in demselben, alsdann wird sie ausgeschüttet und das Geschirr gleich nachher einige Mal mit reinem Wasser ausgespült nd mit Sand ausgerieben. Es wird dann blank und klar erscheinen und es kann sofort zum Kochen benutzt werden. Gut ist es, wenn man im Anfange etwas fette Speisen darin bereitet, weil dies das Geschirr sehr gegen spateren Rost schützt. Ja dann ! Bankier (zu einem Zungen Herrn, der um die Hand seiner Tochter anhält): Können Sie denn meiner Tochter aber auch ein gutes Auskommen sichern?" Warum nicht? Wenn Sie mir ein gutes Ein kommen sichern!" Ein guter Vorschlag. Tante' (zu ihrem Neffen, einem Musiser): Jetzt werde ich auf die Bank flehen und Du machst Dich über Deine Noten! Neffe: Können wir daS richt vereinfachen, liebe Tante? - Tante: Wieso? Neffe: Einfach. Indem Du mir gleich die BanknoJen giebst?
FrühiingSmahnen Bon O. F. Gensichen.
Lenzesfrisch vom Sonnenballe Aus der Erde Schooß erzeug!. Tragen bei dem Frühroth alle Blumen leis' ihr Haupt gebeugt. Sind noch von den Wehmuthszährm Ihrer Mutter überthaut, Denn sie weiß: nicht lang' wird's wäh ren. Daß der Himmel ihnen blaut. Doch der Vater küßt mit Milde Ihre Thränen fort und lacht: Schmückt euch selbst und die Sefild: Ueberreich mit Vlüthenpracht! Spendet Düfte, traget Samen, Kehrt dann heim zum Erdenschooß: stu ihm qeh'n. die von ibm kamen Blumens'chicksal. Menschenlos!" Tirimrtfhrlirt s.... Oster-Erzählung von Marie taht. Es hat seit Wochen geregnet und gestürmt, doch als sich nun eines Tages ein lichtblauer Sommerhimmel über as Land breitete, sagten die Leute : Jetzt wird es Frühling." Das Osterfest war vor der Thür Lind die Reiselust erwachte in den HerZen der Menschen. Alle Bahnzüge wa ren voll von fröhlichen Leuten. Unter den Passagieren, die auf dem Lehrte? Lahnhof in Berlin den Abgang ihres Zuges erwarteten, befand sich der Professor Erich Schöttler, den ebenfalls der Drang erfaßt hatte, ein Mal wieder ein echtes, rechtes Osterfest zu feiern, fernab von dem Geräusch der grottn Stadt, in seinem stillen Heimathsdorf unweit der mecklenburgischen Grenze. Er war jahrelang auf Studienreisen im Ausland gewesen, er faiie sich von der Sonne verschiedener Zonen bescbeinen lassen und an vieler Völker Hero zu Gast gesessen. Als er soeben in das liebe, deutsche Vaterland zurückkehrte, kam er sich selbst ein Bischen fremdartig und ungemüthlich vor. Aber das gab sich bald. Und als er zum ersten Mal wieder eine Lerche iiber deutschen Saaten singen und die Glocken von allen Kirchthürmen das nahende Auferstehungsfest verkünden hörte, überkam ihn ein eigenes Gefühl, das er lange nicht mehr gekannt hatte. Er hatte ja noch eine Mutter, eine alte Bauersfrau, weit draußen in der Provinz auf einem Dorf, und das war sein Heimathsdorf. Dort wollte er Ostern feiern, und wie er nun mit dem Bahnzug nach Norden dampfte, freute er sich, wie ein Schuljunge, der in die Ferien reist, cuf seine Mutter, auf Schwester und Schwager, die jetzt das väterlich: Gut bewirthschafteten, auf die Kinder und das alte, liebe Landhaus. Er glaubte, schon den Veilchenduft zu athmen, der aus 'dem großen Obstgarten über den Bretterzaun wehte, und die Staare in den Apselbäumen zwitschern zu hören. In diesem Garten, zwischen den Buchsbaumrabatten, hatte er als Kind die bunten Ostereier gesucht und aus dem Fenster, hoch oben am Hausgiebel, mit der großen, geheimnißvollen Festfreude im Herzen, den Osterglocken gelauscht. Und zu all diesen freundlichen Bildern, die ihn auf der Reise um schwebten, gesellte sich noch das Bild eines lieblichen Mädchens. Gertrud, die Schwester seinesSchwagers, war noch ein halbes Kind, als er sie vor ungefähr fünf Jahren zum letzt:n Mal sah. Sie mußte ein schönes Mädchen geworden sein. Er hatte seitdem nie wieder so prachtvolle, schwarzbraune Augen und so runde, liebliche Wangen mit Grübchen gesehen. Als er endlich auf der letzten Bahnstation vor Heisterberg, seinem Heimathsdorf, eintraf, verdarb ihm ein kleiner Zwischenfall fast die Stimmung. Er sah dort einen Mann auf rohe Weise seine Wagenpferde mißhandeln und erkannte mit Staunen in ihm seinen Schwager Bernhard Templm. Dieser hielt seine Pferde vorn mit starser Faust im Zügel, während er sie mit dem Peitschenstiel unbarmherzig schlug und mit seinen Stiefelabsätzen stieß und trat. Als Schöttler ihn anredete, wandte er ihm ein so fahles, wuthverzerrtes Gesicht zu, daß dieser im höchsten Grade betroffen war. Im nächsten Augenblick hatte Templin sich gefaßt und begrüßte den Schwager mit etwas, lauter Herzliche keit. Die Malefiz-Gäule wollten durchgehen, als der Zug kam", entschuldigte er sein Benehmen. Bald saß?n die beiden Männer nebeneinander in dem leichten Kaleschwagen, der nur langsam durch die tiefen Geleise der aufgeweichten Landwege fahren toiutfe. Templiv. der Schöttlers älteste Schwester zur Frau und das Familiengut übernommen hatte, weil der Professor das akademische Stutoium aus unwiderstehlicher Neigung wählte, lenkte die stattlichen Braunen selbst, und mit dem Peitschenstiel hier'hin und dorthin weisend, machte er seinen Gast auf die prächtigen Saaten und frischgeackerten -Schläge aufmerifam. Das übernommene Bauerngut hatte er durch den Ankauf eines VorWerks vergrößert, so daß er jetzt, den Titel eines Gutsbesitzers führte. Aber Schottler fand den sonst so stattlichen Mann merkwürdig verändert und gealtert. Er war grau geworden und zusammengefallen, mehr als sein Alter rechtfertigte. Freilich der Professor hatte gehört, daß er in den letzten Jahren mit schweii Sorgen zu kämpfen hatte, aber
seitdem im letzten fr.xtt das oanze Vorwerk mit einer feyr schlechten, ab-r Koch versicherten Ernte in den Scheunen rlicderbrannt?, sollte er sich ja wieder errtfngitf haben. Schöttler erkundigte sich voll Interesse nach dem Brand und den Nebenumstünden. Etwas umständlich erzählte Templin. daß die Ursache d:s Brandes nicht genau festgestellt werden konnte, er selbst wisse davon nur soviel, das Maihes, der Ochsenknecht, und Schäfers Nieke ihr übliches Stelldichein in der Häckselkamme? gehabt und beim Anstecken der Laterne leichtsinnig mit den St'ichhölzern umgegangen seien. Ich selbst war in jener Nacht auf der Landstraße," erzählte er weiter, war zum Pferdemartt nach Fehrbellin gefahren, allein mit diesem Fuhrwerk. Und als ich die Chaussee herunterkam me. sehe ich von Weitem den Feuerschein am Himmel. Der Himmelsrichtung nach konnte es nur mein Vorwerk rder Maaßmanns Ziegelei sein. Ich fuhr nun. was die Pferde laufen konnten. aber als ich gegen Morgen eintraf, da war das ganze Vorwerk schon runt:rge5rannt." Hast Du denn dabei Schaden gelitten?" fragte Schöttler. Nein, nein, es wr kein Schaden dabei das heißt wenn man Alles genau berechnet, was das Aufbauen wieder kostet und die Ernte war nicht so schlecht, wie die Leute sie machten so kommt auch nichts dabei her-
aus. Bei diesen Worten schien Templin etwas in die Augen geflogen zu sein, denn er rieb sich mit der Handfläche iiber das Gesicht. Aber da -sind wir ja " Der Kaleschwagen bog in die Dorfstraße und holverte den schmalen erhöhten Steindamm hinunter, während baarfüßige Kinder jauchzend durch alle Pfützen hinterher liefen und aus jedem Gehöft ein bellender Hund hervorstürzte. Ja, das war immer noch dasselbe alte, weißgekalkte Haus mit dem vorspringenden Dache und. den hölzernen Säulen der Veranda, da war noch das Storchnest auf der Scheune und die V H KnV VHf K i-n i f)lUUiiUVtilf;Uf f i lliVvll UClil ,l)U aut, in die vor Jahren der Blitz geschlagen hatte. Es war Alles so heimisch und doch so fremd. Was war es nur. was den heimgekehrten Sohn dieses Hauses so sremd anwehte? . Schöttler hatte ein Mal eine Gerstäckerische Sage gelesen von einem im Sumpf versunkenenDorf, das nur alle hundert Jahre auf vierundzwanzig Stunden wieder auftaucht. Und in dieses Gespensterdorf verirrt sich ein Wanderer. Er verkehrt mit den Einwohnern, als wären es Leute von heute, und wundert sich nur. daß es auf Allem.was er sieht, wie grauer Erdenstaub liegt und über ein seltsam, räthselhaftes Wesen, das hier und da bei Allen hervorbricht. Warum fiel ihm nur heute diese Geschichte ein? Warum hatte sein Schwager dies hastige, aufgeregte Wesen? Warum schrie er bei jeder Gelegenheit die Kinder an, die sich so gern über den Onkel und das nahe Osterfest ausjubeln wollten, so daß sie ängstlich verstummten und scheu in die Ecken krochen? Warum war seine Schwester so still geworden und wa.-um riß zuweilen seiner alten Mutter mitten im Gesprach der Faden ab, so daß sie wie geistesabwesend sorgenvoll in's Leere starrte? Und Gertrud? Sie war überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen. Schön war sie, noch schöner, als Schöttler erwartet hatte, aber woher diese düstere Falte zwischen den jugendlichen Brauen, dieser kalte, abweisende Ernst? Und zuweilen, wenn sie sich unbeobachtet glaubte, diese Starrheit der Züge, die etwas wie Verzweiflung an sich hatte? Der Professor konnte mit diesen Eindrücken nicht fertig werden und ging nachdenklich, die Hände auf dem Rücken, im Garten auf und nieder. Da kam eine seiner kleinen, blondzopfigen Nichten gesprungen. Onkel Erich, glaubst Du, daß der Osterhase zu uns kommen wird?" Gewiß, liebes Gretchen, er wird Euch schöne Eier bringen." Ach, Onkel Erich, es ist gut. daß Du da bist. Tante Gertrud ist gar nicht mehr lustig." Warum denn nicht?" Ich weiß nicht. Sie spielt nicht mehr mit uns wie früher. Onkel, weißt Du, warumPapa immer so laut spricht und so viel zankt?" Er redete dem Kind freundlich und tröstlich zu und versprach ihm ein frohes Osterfest. Als er dann von fecn Gertruds Kleid durch die Gartenbüsche schimmern sah, ging er, sie aufzusuchen. Da stand sie. die schlanke, voll: Gestalt, übe? dem Bretterzaun lehnend, den seinenKopf mit 'der fchweren. 'dunklen Flechtenkrone leicht zurllckgebogen. mit 'den gronen, feuchten' Sammetau gen hmaustraumeno n das Abendgold, das wie ein verklärender Schimzner über den weiten Flächen der Felder und Wiesen jenseits des Zaunes lag. m Wie wunderbar lieblich sie war! Da bemerkte er, daß ihre Züge die alte Kalte und Starrheit wieder annahmen, und zugleich sah er einen Reiter den Weg zwischen den gekröpften Weiden über die Trift daherkommen. Der Reiter war ein kleiner, untersetzte? Mann mit einer,: Stiernacken und einem gemeinen Gesicht. Er hatte nur noch spärliche, röthliche Haare unitz einem schäbigen, schwarzen Hut und
einen starken, rothen Schnauzbart i dem gedunsenen: Gesicht. Er drängte sein Pferd dicht an den Bretterzaun, wo Gertrud regungslos, wie gebannt stand. Jetzt sprach er mit ihr, Schöttler konnte die Worte nicht versehen, aber sah, daß das junge Märzen finster vor sich nieerblickte und die Hände um den Zaun gekramps! hielt. Darauf geschah das Unerbörte, daß der Fremd: sie lachend unter das Kinn .faßte, mit seine: großen, fleischigen Hand ihre Wanzen streichelte und es versuchte, sie an sich zu ziehen, indem er den Arm um ihre Schultern legte. Und Gertrud schlug ihn nicht in das Gesicht, sondern sie duldete diese Be.rührung ohne Widerstand. Der Professor wandte sich ab und floh den Garten, weil das Gefühl.' vor.zuspringen und den Frechen mit der ,Faust niederzuschlagen, gar zu mächtig in ihm wurde. Aber als er bald daraus das Familienzimmer betrat, fand er den Reiter dort mit seinen kurzen, .schmierigen Lederhosen, hohen Stiestln und prallem Jaquet, das ihm auf iem Leibe fest zugeknöpft saß, als sollte es in allen Nähten aufplatzen. Er wurde ihm als Ziegeleibesitzer und Nachbar, Herr Maaßmann, vorgeistellt. Und diese? widerwärtige Mensch blieb den ganzen Abend im Familienkreise, und benahm sich, als wenn er zu Hause wäre. Seine laute, breite Stimine beherrschte Alles, und er sprach nur don sich selbst, von seinen Geschäften und Interessen. Templrn war in seiner Gegenwart zahm wie ein geprügelter Schuljunge, vnd Gertrud glich einem hypnotisirten Vogel. Als nach dem Abendessen ein Kartenspiel gewünscht wurde und Maaßmann, Templin und der Jnspek tox Seefeld sich zu einer Partie Skat niedersetzten, während Gertrud sich mit einer Handarbeit in nächster Nähe des Spieltisches niederließ, zog sich Schöttler in das stille Stübchen seiner Mutter zurück. Da war Alles noch, wie er es als Kind gekannt hatte, der große Tassenschrank -mit den vergoldeten Hochzeittassen, die Bettstatt der Eltern mit d!n rothgewürfelten Gardinen, der weißgescheuerte Tisch von Tannenholz und der schwarze Ledersessel mit der hohen, steifen Lehne, in dem seine Mutter jetzt kauerte. Mutter", sagte Erich, was ist's mit Gertrud und diesem Maaßmann, und was ist mit meinen Schwager?" Die alte Frau schüttelte den grauen Kopf in schweren Sorgen und winkte geheimnißvoll mit der welken Hand. Ach lieber Sohn es liegt auf uns Allen wie ein Fluch, und ich kann nicht sagen, was es ist." Und nun erzählte sie unter Thränen, daß Gertrud durchaus den Maaßmann, den schlechten Kerl, heirathen wolle, der seine erste Frau geschlagen und unter die Erde gebracht habe, und alles Abreden helfe nichts. Das Mädchen habe es doch wahrhaftig nicht nöthig, denn sie besitze ein schönes Vermögen, das noch von ihrem Vormund verwaltet würde. Der. ein Onkel von ihr. ein Geistlicher, wolle auch nichts von dieser Heirath wissen, darum wollten die Beiden warten, bis Gertrud großjährig sei. Und dem Bernhard habe der Maaßmann es auch angethan. Nach einer langer Plauderstunde mit seiner Mutter und Schwester, die sich ebenfalls einfand, und nachdem er Maaßmann vom Hof reiten gehört hatte, ging Schöttler, seinen Schwager aufzusuchen. Er überraschte diesen in finsterem Hinbrüten, in seiner Sophaecke zusammengesunken. Sage. Bernhard, wie kannst Du Deine Schwester an diesen Menschen, den Maaßmann verheirathen wollen?" fragte ihn der Professor. Templin sprang empor. Fängst Du auch noch an? Haben Dich die Weiber auf mich gehetzt? Bleibt mir vom Leibe mit Eurem Geklöhne. ich Hab's satt! Fragt doch das Mädchen selbst, was kann ich dafür, wenn sie einen Narren an dem Kerl gefressen hat!" Ter Professor schlief wenig in dieser Nacht. Der starre, verzweifelte Blick in Gertruds schönen Augen, das heftige Wesen seines Schwagers und die herrische, brutale Stimme Maaß-
manns verfolgten ihn bis in den Traum. Hier war ein Räthsel, das er lösen mußte, und, cch Gertrud wollte oder nicht, sie- mußte gerettet werden! Es war am grünen Donnerstag. Erich ging mit schweren Schritten sorgenvoll in seinem Zimmer auf und ab. Er hatte die alte Heimath aufgesucht in der Hoffnung, hier, eine friedliche, weihevolle Osterwoche und ein heiteres Fest zu verleben. Statt dessen war er mitten in ein: dunkle Familientragödie hineingerathen, in deren Conflikt er widerstandslos hineingezogen wurde. Von Tag zu Tag hatte sich die Stimmung im Hause verschlimmert. Templin mackte den Eindruck eines gefolterten Menschen. Die alte Mutter Schöttlers ging gar nicht mehr aus ihrer Stube heraus. Die Hausfrau schlich blaß und bedrückt umher, die drei Kinder verkrochen' sich in alle Ecken und zitterten, wenn sie den Schritt des Vaters hörten. Gertrud aber ging seit einigen Tagen wie geistesabwesend umher, wie von einem schrecklichen Traum befangen. Ihre schönen Augen hatten, den flehenden Ausdruck eines gehetzten Wildes, ach und dse Augen hatten den Professor um seine Ruhe gebracht. Von Tag zu Tag füblte er die Liebe zu dem unglücklichen Mädchen in seinen? Herzen wachsen.
Tinnplin urrd Maaßmann waren am Nachmittag zusammen zur Stadt gefahren. un) Schöttler faßte den Entjchluß, Gertrud heute zu einer Aussprach: zu zwingen. Er suchte sie im Garten, in Haus und Hof, endlich wiesen ihm die Kinder den Weg. den sie in's Feld hinaus gegangen war. Dieser Weg führte an ein Flüßchen, das in letzter Zeit Durch die Regengüe fast ein reißender Strom geworden war. Was konnte sie so spät dort noch suchen? Dcr Abend dunkelte bereits, und ein hohler Win) jagt: schwere, schwarze Wollen über die Ebene. . Endlich sah Erich von ferne eine dunkle, weiblich Gestalt im flatternden Mantel auf dem Brückenstez, der über den Fluß führte. Diese Gestalt beugte sich weit über das Geländer der Brücke, als suche sie etwas in dem schwarzen Wasser, und plötzlich richtete sie ftch auf und legte den Mantel ab.' Im Laufschritt stürzte Schöttler vorwärts, und in dem Augenblick, als Gertrud zum Sprung ausholte, legte sich ein fester Arm um sie. Wortlos starrten sich die beiden Menschen an, Todesschreck und Entsetzen in den blassen, verzerrten Zügen. Lassen Sie mich," rief sie verzweifelt, o Gott lassen Sie mich .sterben!" Nein, Gertrud, nein! Dem Tode und allen Gewalten, die Dich umstrickt haben, will ich Dich abtrotzen. Meine Liebe soll stärker sein, als Dein Unglück!" Ein wilder, verzweifelter Blick voll Seelenangst traf ihn, und mit gerungenen Händen flehte sie: Sie wissen nicht, was Sie thun!" Fürchte nichts mehr, flüchte Dich an mein Herz, sage mir Alles, armes, sü.ßes Kind," stammelte Schöttler tiefbewegt, indem er das zitternde Mädchen fest in feine Arme zog. Und plötzlich sank Gertrud mit
lautem Aufschluchzen an seine Brust. Wie in Todesangst klammerte sie sich in ihn. Und er hielt an seinem Herzen und küßte die strömenden Thränen von ihren Wangen. Er flüsterte ihr Worte der Lieb: und des Trostes zu. während die kleinen, fchwarzen Wasserwellen jich gurgelnd und schäumend an dem Brückenpfeiler brachen und der Wind, der sich zum Sturm steigerte, in den alten Fichten 'brauste. Ein gräßlicher Fluch schreckte die Liebenden aus ihrer Selbstvergessenheit, und wie aus d?m Boden gewachfen, stand Maaßmann neben ihnen. . Dirne! elende Dirne!" keuchte er in sinnlose? Wuth, indem er Gertrud am Arm packte und sie Schöttler zu entreißen suchte, das sollst Du mir büßen!" Gertrud schrie auf, aber in demfelben Augenblick hatte. Schöttler sie von ihrem Beleidiger befreit und diesen an der Gurgel gepackt. Plötzlich ließ sie ein gellendes, wahnsinniges Gelächter aufblicken. Hoch auf der Böschung, unter den Fichten stand Templin. fein Gewehr in der Hand. Halte sie, packe sie, wirf sie in's Wasser!" brüllte er mit rollenden Augen. in's Zuchthaus will sie mich bringen sie sagt, ich sei Brandstifter! sie soll sterben!" Der Wahnsinnige zielte 'mit der Büchse, Maaßmann stieß einen Angstschrei aus, ließ seinen Gegner los und wandte sich zur Flucht. Ein gellendes Gelächter und ein krachender Büchsenschuß folgten ihm. Seht, wie der Hase läuft!" schrie Templin, und in den Rücken getroffen brach Maaßmann zusammen. Das (Entsetzliche war geschehen. Maaßmann lag im Sarge und TempIm mußte als tobsüchtig m ein Irrenhaus gebracht werden. Jetzt hatte Schöttler das Räthsel gelöst. , Söin unglücklicher Schwager hatte sein Gehöft selbst angezündet, um mit Hilfe der Versicherungssumme einer drückenden Verlegenheit zu entgehen. Maaßmann 'hatte die verbrecherische That entdeckt und Beweise zur Hand. Durch die Drohung der Anzeige bekam er diesen ganz in seine Gewalt und zwang ihn, ihm feine schöne, junge Schwester, die Erbin eines stattlichen Vermögens, zu verloben. Das alte Landhaus war wieder frei von dem Fluch des Verbrechens. Ein großes, stilles Glück wohnte jetzt unter seinem Dach, das Glück zweier liebender Herzen, das mit feiner Wärme und lebensfrohen Kraft anfing, die finstern Schatten des Elends und des Todes zu besiegen. In der Osternacht saß Erich mit Gertrud an 'zemstlb Fenster, wo er als Kind die aufgshende Ostersonne erwartet hatte. Und sie hörten ringsumher in dem stillen, mondbeglänzten Land! die Osterglocken von allen Kirchthürmen läuten und sahen die Sonne in strablender Pracht die Nacht besiegen, die Ostersonne, die der frühlingsgrünen Welt die Auferstehung des Lebens aus Tod und Verwesung verkündet. . Beruhigung. Gattin: Es ist doch unverzeihlich, daß Du immer so lange im Wirthshaus bleibst und mich hier allein läßt." Gatte: Beruhige Dich, Herz, ich werde Dir jetzt ein Schooßhündchen kaufen!" Wenn das nicht hilft! Patentgigerl: Ein solches Prachtstück von einem Schuh hab ich noch nimmer gehabt. Wenn Melanie mich in diesen sieht und mir dann nicht liebeglühend in die Arme sinkt, dann ist das Mädel überhaupt zur Liebe unfähig!"
Zur Z.scrwcndnna des ZufcclcnPulvers. Di: warme Jahreszeit naht u. mit ihr erwachen zu neuem Leben all die Pla gezeister, welche sich in unseren Wohnungen einnisten und. klein von Gestalt. aber groß in der Zahl, so vielen keine Ruh: gönnen. Unter den Mitteln. die zur Vertilgung des Ungeziefers dienen, steh! mit Recht obenan das echte Jnsectenpulver. Wir möchten nun unsere Lefer auf zwei besondere Anweudungarten desselben aufmerksam machen, die allgemein nicht bekannt sein dürften. Das Jnsectenpuker wird aus Blüt'henlörbchen verschiedener Pyrethrumorten bereitet, die dem Chrysanthemum ?iahe verwandt sind. Dies: Blumen werden auch in unseren Gärten gezogen. entwickeln aber in dem gemäßigten 5ü'.ma nicht die wirksamen Bestandtheile. Darum sind auch südlichere Länder. Persien. Kaukasus und Dalmatien, die Lieferanten des JnsectenPulvers. Außerdem wird das Pyrethrum noch fleißig in Californien ancebaut, wohin dessen Cultur durch dalmatinisch: Auswanderer gebracht wurde. Das Pvivthrrnn cincrariaefo lhnn oder der BuHach, wie die Dalmatiner den Strauch nennen, ist eine zweisährige Pflanze, die erst in dem der Aussaat folgenden Jahre blüht. Die Blüthen werden, gerade wenn sie sich öffnen wollen, abgeschnitten und vorsichtig im Schatten getrocknet, worauf man sie zu Pulver mahlt. Vielfach werden aber auch die Blätter und dünnen Stengel des Vuhach gleichfalls getrocknet und mit vermahlen. Ueber die wirksamen Stoffe, die im Jnsectenpulver .vorhanden sind, war man lange im Unklaren. Aus eingesenden neueren Untersuchungen haben wir erfahren, daß es ein ätherisches Oel und eine flüchtige Säur: enthält, welche auf Thiere theils reizend, theils betäubend wirken. Man kann darum
nicht sagen, daß das Jnsectenpulver dem Menschen völlig unschädlich .sei. Die flüchtigen Stoffe sind es nun, die vor allem den Jnsecten schädlich sind und dieselben tödten oder vertreiben. So ist es durch zahlreiche Versuch: festgestellt worden, daß das Infectenpulver an Wirksamkeit verliert, je länger es an der Lust liegen bleibt und schließlich werthlos wird. Es sollte darum stets unter luftdichtem Verschluß, am besten in wohlverkorkten Glasflaschen, aufbewahrt werden. Wenn man so oft Klagen über UnWirksamkeit des Jnsectenpulvers hört, so sind daran nicht immer die allerdings sehr häufigen Fälschungen, sondern oft die unzweckmäßige Art der Aufbewahrung schuld, der man sogar in Droguenhandlungen begegnen kann. Das Jnsectenpulver wirkt in feinst gemahlenem Zustand am besten, weil nur dann die Verflüchtigung der äthelischen Oele am leichtesten erfolgt. Man kann aber die wirksamen Stoffe fcon dem Pulver trennen ui in anderer Weise verwenden. So bereitet man aus dem Jnsectenpulver alkoholische Auszüge oder Tinkturen, welche energischer wirken. Durch das Pulver werden nur wcichleibige Jnsecten getöotet, gepanzerte oder behaarte dagegen meistens nur 'betäubt. Die Tinktur wirkt energischer und vermag selbst Insecteneier abzutödten. Ferner kann man aber aus Infectenpu'lver auch einen Blüthenthee bereiten, der den Jnsecten sehr schlecht bekommt. Die Bereitung ist sehr einfach. 30 Gran Pulver werden mit einem Quart Wasser Übergossen und im verschlossenen Gefäße einige Stunden stehen gelassen. . Man erhält so eine grüne Brühe, die aber sofort gebraucht werden muß. da sie sich leicht Zersetzt, und wenn sie eine bräunliche Färbung angenommen hat, ihre tödtende Kraft verliert. Man kann auch das Pulver mit heißem Wasser übergießen und den so gewonnenen grünen Thee warm verwenden. Diese Aufgüsse sind vor allem trefflich: Jnsectenvertilger im Garten und eignen sich auch zur Verwendung bei der Blumenpflege im Zimmer, weil sie die Jnfecten sicher tödten. Gewächse und Früchte aber vollständig rein lassen und selbst die zartesten Triebe nicht beschädigen. Sie handhaben sich auch reinlicher als die zu demselben Zweck empfohlene Tabaksbrühe. Man bespritzt die Pflanzen mit dem Jnfectenpulverthee vermittelst eines Zersträubers und kann damit nicht nur Blattlause und Raupen, sondern auch die zählebigen rothen Schildläufe in kurzer Zeit ausrotten. Dabei ist das Mittel durchaus nicht theuer, da man für wenige Cents schon einen größeren Blumentisch vom Ungeziefer säubern kann. Die Hausfrauen werden mit diesem aromatisch riechenden Thee lieber umgehen, als mit der stinkenden Tabatsbrühe. Schließlich läßt sich das JnfectenPulver noch als Räuchermittel verwenden, was namentlich in geschlossenen Räumen zu empfehlen ist. Das Jesectenpulver brennt nämlich leicht und entwickelt dabei einen starken Rauch, der durchaus nicht unangenehm riecht. Dieser Rauch wirkt nun auf die Insecten äußerst energisch und tödtet sie rasch. Am empfindlichsten sind dagegen natürlich die von weichem Körperbau. Heinrich Semler schreibt darüber in seinen Rathschlägen für tropische Pflanzen: Man schließt die Fenster und Thüren des Zimmers, legt eine glühende Kohle in einen Eßlöffel und füllt ihn mit Jnsectenpulver. In ei.ttm größeren Raume trägt mtrn den Löffes umher, hält ihn auch unter die Betten und andere größere Möbel, damit der Rauch gleichmäßig vertheilt wird. Schon nach wenigen Minuten werden: sämmtliche Moskitos todt auf
den Boden fallen. So entledigt m-a sich der unangenehmsten Plagegeiste? der Tropenbewohner in den Wohnun gen." Selbstverständlich dürfen sich Menschen in dem Ziemer, so lange es mit Rauch gefüllt ist. nicht aufhalten. Es ist zu bedauern, daß das Insectenpulv.:r so häufig gefälscht wird und daß einfache Mittel zur Entlarvung der Fälschung nicht bekannt sind. Will man sich von der Wirksamkeit des Puders überzeugen, so empfiehlt es sich, einen Versuch mit lebenden Stubenfliegen zu machen. Je schneller diese betäudt- werden, d:sto besser ist ras Pulver.
Moderne Erzieljung. Frau Lehmann: Na, Ihre Frida ist ja schon ein ganzes Fräulein, das wächst heran! Frau Müller: Vierzehn Jahre ist das Kind, ich melde sie jetzt von der Schule aö. Frau Lehmann: Da werden Sie sie wohl bald in di: Gesellschaft einführen? Frsu Müller: I wo denn! Sie trägt ja noch kurze Kleider. Rein, jetzt muß sie erst zweiJahre lang Kochen, Nähen, Strümpfe stopfen und den Umgang mit Dienstmädchen, nervösen Männern und Hökerweibern lernen. Frau Lehmann: Aha, die volltommene Hausfrau! Frau Müller: Dann schick' ich sie auf zwei Jahre zu den Verwandten meines Mannes nach England, damit sie dort im Schwimmen, Radfahren, Reiten. Fußballspiel und BoxenUebung erlangt. Frau Lehmann: Das ist ja aber eine ganz entgegengesetzte Frau Müller: Dann ist sie 18 Jahre und nimmt zwei Jahre Unterricht im Stenographiren. Telegraphiren, in der Buchführung, kaufmännischen Correspondenz, Handelswissenschaft und im Ein- und Verkauf der verbreitetsten Consumartikel Frau Lehmann: Also Geschäftsfrau! Frau Müller: Als Zwanzigjährige bezieht sie die Universität von Zürich und studirt Medicin, Jura, Theologie,Philosophie und Frau Lehmann: Und was dann noch? Frau Müller: Wenn sie in mindestens fünf Facultäten den Doctorgrad erreicht hat, kommt sie nach Berlin und vervollkommnet sich als Pianistin,. Geigerin, Componistin, Sopranistin, Altistin Frau Lehmann: Hören Sie auf!. Hören Sie auf! Wozu denn das alles? Frau Müller: Dann wird sie doch wenigstens einigermaßen den Beruf der modernen Frauen erfüllen können. Gevankensplitter. In der Komödie des Lebens ist die Freundschaft eine Coulissenwand. Sobald du dich an sie lehnst fällt sie um. Ein gutes Wort Find't' seinen. Ort; Noch mehr Oerter Finden Wörter. Jedes echte Glück genießen wir dreimal: in der Erwartung, in der Wahrheit und in der Erinnerung. Die Kunst, ein Hinderniß zu bestegen, besteht oft darin, es nicht für ein solches zu halten. i Auch geistige Strömungen sind oft um so seichter, je breiter sie dahinflie ßen. Jeder ist seines Glückes. Schmied doch nur, wenn Fortuna den Blasebalg tritt. Spiegel sind wie gute Freunde; je länger man sie besitzt, um so gröber werden sie. Wirkung. Seit man so oft bekommt zu hören, Daß Genies stets halbe Narren wären. Bildet so mancher Narr sich ein, Ein wirkliches Genie zu sein. Aus einer Proceßschrift. Der Herr Gegner bestreitet es und hält es für unmöglich, daß die Ochsen, infolge der Stickluft, welche in dem geschlossenen, ungelüfteten Stalle herrschte, Schaden gelitten haben. Ja, wenn der Herr Gegner sich nicht in die Lage eines Ochsen versetzen kann, dann ist ihm nicht zu helfen. Der Gipfel des Vergnügens. Höhere Tochter: Nickt wahr,' Mama, wir gehen auch bald indie neue Operette?" Mama: .Soll ja nicht viel werth sein!" Höhere Tochter: Oh ja. Mama! Gestern war Malvine mit ihrer Mama dort und hat uns heute in der Klasse erzählt, daß man den ganzen Abend nicht aus den: Genieren herauskommt!" Kein Hinderniß. Papa, Onkel Karl sagt immer, .er will nur eine Bernunftheirath eingehen; da will er wohl die Vernunft heirathen? Darf er denn das?" Vater: Gewiß; er ist ja mit derselben weder verwandr noch verschwägert!" Dasselbe. Watts: Hast Du je Jemanden gekannt, der aus Liebe gestorben ist?" Potts: O ja. ich habe einst einen Grafen gekannt, tselcher den Hungertod gestorben ist, nachdem ihm eine reiche Erbin einen Korb gegeben hat." Voraussicht. Studiosus: Wir wollen unser Stammlokal hierher verlegen; haben Sie einen genügenv großen Tisch?" Wirth: Sehen Sie sich diesen hier 'mal an... unter dem können bequem fünfzehn Man liegen!" . - - - -
