Indiana Tribüne, Volume 18, Number 204, Indianapolis, Marion County, 14 April 1895 — Page 10
Ein dankbarer Patient.
drr seinen Namen nicht genannt haben will, und der lnne volistänrlqe Wederyerstellung von schwe, rem Leiden einer in einem Toktorduch angegebe en Arznei verdankt, Icfet durch unS dasjelbe kosten frei an leine leivenoen 'J.'utmenic&ra versazilken. TieseZ grobe Buch enthalt Rezepte, die in jeder Apotheke gemacht werden können. Schickt liuxe ore,?e mit Vriesmarke an Privat linir und Vtspensary," 23 ayejt 11. etr., New Vor!. N. B. C 1 Injektion. Eine permanente Kur htt fcartnärftastert !källe ton Qonorrbea und 2 J Sleet, garantut in von Z bi 6 Xagen; kein 2 der Behandlung nöthig, und ohne die an t ekelnden Reiultate bei Einnehmen on Gti Z Jveve. opaioa ootv tonoeioi. J.fferre s wo. (rou'g Nachfolger). Apotheker, Pari, er, t 4 tauft von allen Trug giften. 2 Einspritzen Wk? UtZ1- Der u 2? er verrm ,reuno. Unsere vollZommkne Cvritze frei mit jeder Tasche. SJla$l kein Flecken. Verhütet Strikruren. Heilt Trivv und terIuA in di 4 Zactn. Frügt porbekern dafür, kersandt bei Szpnß für f 1.00. SRan adreiftr : fcSALYDOR M FG. CO. LANCASTER. OHIO. HttltMttMimlMIMMIMMtlltM RipansTabules. Ripans Tabules are cornpounded srom a prescription widelyused by thebest medical authorities and are presented in a form that is becoming the . sashion everywhere. Ripans Tabules act gently but promptly upon the liver, stomach and intestines; eure dyspepsia, habitual constipation, offensive breath and headache. One tabule taken atthe sirst Symptom of Indigestion, biliousness, dizziness, distress aster eating, or depression of spirits, will surely and quickly remove the whofe difliculty. Price, 50 Cents a box. RipansTabules may be obtained of nearest druggist; or by mail on reeeipt of price. RIPANS CHEMICAL CO., lO Spruch Street, HEW YORK. HMI Webster's International idtionary , Iavaluable In Oßlce, Scbool,aad Home , Aetv from Cover to Cover Succetsor of Ih " Vnabridged." Standard of the V. 8. (iov't TrintVfH 'X, injrOflice.the U.S. Supreme Court and ff noarly all tho Schoolbook. Varmlr comniended J State perln t ende nts of Sfhools, and other Erfucators alrtiost ti ithout numLcr. The One lre.it $ iitnriarrt Authorlty, writ-M II-;. I . .f . l-rpvrer, Ju.t'.v i Mijviae Court. A CoIIocp l'mülrrt v.rite: MFor "ease with vliifii tlie fjc tlnda the word aujtht, f:r creurney f dfini"tion, for cfiVflivc n.c-tlicd in lndlcatlnr irom.i- i:.t-..n, for teree yet Mcomprehensie ttt-ments of facts, 44 and for iractlal i;e a rrorkina: "dlctlonary, 'Webster International' "excel any otltcr tingle volume." C. dr C. MEHR TA 2s CO., rublishers, Springßehl. Mass., U.S.A. mf 8n1 to ttm pnNiaiip for fr pampMet. ix noi uiiy one.ip l epnuis i ancient ecuuons.
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Beim Salvator.
Münchener Stimmungsbild von Alex Braun 's ist Sonntag vor Joseph! (19. März), ein Vorsrühlingstag voll Dust und Glanz. Zwar stehen die Bäume in der Mazimiliansstraße noch kahl, aber draußen an der Jsar deckt schon ein grüner Anslug den Grund, die warmen Sonnenstrahlen sprengen die nösplein im Gesträuöli, locken da und dort neben Anemonen und Schneeglöckchen tiefblaue Gentianen hervor und die Vögel jubiliren hoch oben in der milden Luft zwischen dem sachte im fahlen Azur zerfließenden Gewölk, als gelte es just eute, die aus dem Süden heimkehrenden ZZreunde zu begrüßen. Kein Wunder, daß an solch einem Tage ganz München isarwärts zieht. Seit den ersten Mittagsstunden sind die dem Strome zuführenden Trambahnwagen überfüllt und in breiten Schaaren drängt das Volk über die Brücken nach der Äu, dem malerisch jenseits der Jsar sich aufbauenden ältesten Vorort Münchens. Doch merkwürdig! Nichts dem schön bepflanzten, lenzsrischen Userhang wenden sie sich zu, sondern alle, wess' Zeichens, Alters und Geschlechts auch immer, marfchiren stracks den Hügel, Nockherberg, genannt, empor. Dort oben fließt der Quell des Heils, dem sie sämmtlich zustreben, der Salvator. Also ein Gesundbrunnen, etwa gar ein Allheilmittel? Nichts anderes. Das köstliche Doppelbier, das seit dritthalbhundert Jahren an dieser einst kraft kurfürstlichem Privileg dem Orden des hl. Franz von Paula verliehenen Brau stätte gebraut und nachgerade in' der ganzen Welt geschätzt wird, übt noch heute wie dazumal gar wunderliebliche Wirkung- auf des Menschen Körper und Gemüth, macht Lasten und Gebresten vergessen kurzweg hält Leib und Seel' zusammen. Sothanes Bier" mußte den 1627 aus Italien nach dem unweit des Lustschlosses Neudeck eben gegründeten Kloster berufenen Paulanermönchen Ersatz leisten nichi nur für den heimathlichen Wein, sondern auch für alle Entbehrungen, welche ihre dürftige Fastenkost ihnen auferlegte. Kein Bier in Stadt ind Land, noch so bei Hof gebraut wird, war pon gleicher Annehmblichkeit. Denn die Patres hantirten nach einem besunderen Geheimnis, so sie 'der Beihülff eines engelländischen Bruders verdankten und so ihnen lehrete, sürtressliche Würz dem Trank beizumengen und ihn auf selbige Art zu sieden, daß er dem Gaumen sueß mundet und sanft wie Oel den Schlund hinabrinnt." Alljährlich beim Feste ihresOrdenspatrons strömte das Volk herzu und letzte sich nach vollbrachte? Andacht an dem freigebig verabreichten Biere. Sogar der kurfürstliche Hof, der regelmäßig die eine Oktave währende GedächtnißfeZer deS hl. Franz von Paula besuchte, ließ stch den berühmten Klostertrunk, Salvator geheißen, in Hulden schmecken. Zum Glück hat das probate Rezept des Patres gleich ihrer Braustätte selbst und allen ihr anhaftenden ehrwürdigen Bräuchen den Wandel der Zeiten überdauert. Das Paulanerkloster sammt der Kirche mit ihrem nun längst verschwundenen Thurmknopf tn Gestalt eines Priesterbarrets, welch rare Sach' von allen Lremden nit ohne Wundern gesehen ward", ist nach der Säkularfeier (1799) den Zwecken einer Strafanstalt dienstbar gemacht worden. Dlr Bräuerei der Mönche aber ging nebst deren ausgedehnten Gärten, Opst.Kuchen und Bluemstücken-, 1813 in die Hände eines wackerenMünchener Bräuers Franz Xaver Zacherl über. Sein nach getreulich überlieferter Regel und Vorschrift für die Oktave des alten Ordensstifters bereitetes Bier bewährte in demEhrentitel Zacherlöl" alle Qualitäten des berühmten Trunkes, der von Zackerls Erben und Nachfolgern, den Gebrüdern Schmederer, bis zurStunde in unveränderter Weise gebraut wird. Räch wie vor wandert das Volk mit Weib und Kind um die Mitte März hinüber in die Au, wenn nicht mehr zum frommen Fest, so doch zu den von Alters her nach Germanenbrauch reichlich gespendeten Trinkopfern, und nach wie vor find't das Salvatorbier, dessen erstes Fäßlein, wie einst, alljährlich dem bayrischen Hoj bestimmt ist, in Stadt und Land, ja in der ganzen Welt an Annehmbllchkeit und Gütt" nit seines gleichen. Gastlich öffnet auf derHLHe des RockHerberges der Salvatorkeller seine Rie senhalle. Aber wo wäre ein Saal.groß genug, die Tausende und Abertausende zu fassen, die hier herzstärkende und erquickende Labung suchen? Glücklich, wer auf den Bänken im Freien noch ein Plätzchen ergattert, oder doch, wenn nicht sich selbst, so doch den schweren Maßkrug auf irgend einem leeren Faß oder umgestürzten Karren niedersetzen kann. , Indeß kampkrt sich 's äugenscheinlich, trotzdem der Wintersrost kaum dem Boden entwichen ist, qanz bequem auf dem blanken Kies des Hofes und die Baumstämme bieten, sobald der Mensche in's Schwanken geräth, willkommene Stütze. Mit erstaunlicher. allerdings von Zeit zu Zeit durch einen gehörigen Schluck aufgefrischten Langmuth halten etliche Gens darmen mitten in dem Hinundherwogen von Gästen. Kellnerinnen, Packträgern und Hausirern den Eingang zur Halle so gut als möglich frei. ' Rechts gehen, meine Herrschaften, rechts," schallt es wieder und wieder au? dem Getöse hervor, und unter Scherzen und Rippenstößen brechen sich die unabläs sig in hellen Haufen Zustromenden Bahn. Hendeln, ganz frische Hendeln!" lockt hier eine leider schon etwaS heisere Sirenenstimme, während ge.schäftige Finger die appetitliche Waare übe? einem lustia.en.,Flackerfeue,i am
lspleße dreyen.' Däneöen' brodeln Dicke" und Dünne" (geräucherte Würste) in einem Kessel, nehmen Heringe, chte Nürnberger gebratene" und Käse aller Sorten Ohr und Nase in Anspruch, thürmen sich Berge von schmalzgebackenen Nudeln, Laugenbretzeln, Semmeln, Aepfeln,. Orangen. Endlich ist nach mancher Anfechtung der Eingang zum Saal erreicht. Wohl dem. der vorsorglich oer zufällig sein Haupt bescheideittlich mit einem niedrigen Hut bedeckt hat! Der Volkswille duldet in diesen heiligen Hallen keinen Schlot", und ehe der arglose Träger des verpönten Cylinders noch das mahnende Hut ab!" eines wohlmeinenden Nachbarn vernommen, sitzt ihm die AngstrWe kracks". von einer krasZigen Faust eingeschlagen, bereits auf der Nase, 's nächstemal lassen's den Deckel dahoam," lacht gutmütig der Vollstrecker des Salvatorgesetzes, und jetzt macha's (eilen Sie), daß ein! kim rna. G'rad wird a'zapft." Dieser gepriesene Moment des AnZapfens ist eigentlich während des ganzen, zum Jammer aller Zecher, nur aus
knappe zwei Wochen bemessenen Sal batorausschankes in Permanenz klart. Kaum ausgelegt sind die Fasser.deren ein Dutzend gleichzeitig fließt, schon wieder ausgetrunken und so rasch sie unter den flinken. Händen wohlgeschult Schenk kellner einander folgen, vermögen sie doch die. begehrlichen Keh len nicht alle schnell genug zu.befriedigen. Jeder, der da eintritt, bringt, ja einen schönen" Durst mit. Ab wie ihn stillen?" sragt rathlos der Neuling und schaut verwundert auf das bunte, summende Gewirr, das d unabsehbar weite Halle bis zum letzten Winkelchen füllt. Alleweil lustig, alleweil fidel," schmettert ihm die Blechmusik entgegen, und aus den zur Wolbung emporschwebenden bläulichen Rauchwolken leuchten großblumige Guirlanden und allerlei goldene Schleifen und Zierrathe zwischen dunklen Tannengewinden. Hochstämmige Nadelbaume schmucken die Wände und mengen ihren würzigen Duft mit dem Dunst der Speisen. Würsteln. Blumensträußchen, Krachmandeln fliegen, von galantem Muthwillen geschleudert. durch die Lust, treffen oder verflen zum allgemeinen Gaudium die Schönen. denen sie zugedacht sind. Beim Salvator erkennt der Münchener rückhaltlos das gleiche Recht der Frauen an. was diese sich gar wohl zu nutze machen. Selbstverständlich begleitet die Moarin oder Huaberm" ihren Alten", weiß sie :a ihren Stein" (Maßkrug) so gut zu heben als er, und daß beide die Kinder nicht daheim lassen, kann ihnen doch Niemand verdenken. Der Peperl schlaft ganz schö in seinem Kiss' und die drei anderen san schon brav, wann's an Salvator krieg'n." Reifere. sittenst:enae weibliche Jugend erscheint in kleinen Gruppen, frisch blühende, etwa? vorurthellslosere am Arm des Auserwählten. Das zärtZiche Weibchen will den Gatten nicht allein lassen und eine andere, zur ,Spezies Hausdrache gehörig, muaß mit, daß der Mo nit z'viel derwischt." Selbst die Gnädige schaut sich neugierig die Geschichte" an und die hübschen Burgerstochterleln sitzen beim Vattern" und spähen verstohlen nach den flotten Studenten aus der Tanzstunde. Aber wie sie herausfinden aus der Menge lachender, bierseliger Gesichter. Sauce, meine Herren, Sauce warnt, je ein halb Dutzend überschaumender Maßkruge in den hoch eihobenen Händen eine dralle Kellnerin mit lothbebändertem weißem Häubchen auf dem feschen Kopse, oane Afferln?schmeicheU. Biermerker aushietend, eine der zahllosen Händlerinnen. San scho versehen, kriagn lauter große", lautet die lustige Antwort eine? stillvergnügten, bärtigen Waidmanns. Ein paar bekannte Buhnenkomiker geben Schnadahüpfeln zum Besten, während ein Professor seinen Nachbarn, Charkutier (SLweinemetzger) vom Platzel, in einen etymologischen Streit verwiekelt. Nix da." widerspricht dieser. Dös woaß unseroanS besser. Salvator kimmt von Sankt Vata". So baben' nemli dö Paulaner eahnen Ordenspatron ghoaßen. Derentwegn Wird dös Bier no allewei um die Zeit ausg'schenkt, wo's Patrocinr g'feiert wor'n is." Aber." behauptet köpfschüttelnd der bayrische Geschichtsforscher, ich halte diese Erklärung für Wissenschaftlich ungenügend, die Korzuption des Wortes Sankt Vater", selbst zugegeben, daß es in dem angedeuteten Sinne geläufig war. für unwahrscheinlich. Aus den Werken des Jesuitendichters Visellius erhellt dagegen der unzweifelhafte Zusammenhang eines hier erwähnten Ternplum Sal vatoris" mit der Villa Albertina". der fürstlichen Einsiedelei, aus der das anfänglich den Augustinern bestimmte, dann den Basilianern und schließlich den Paulanern eingeräumte Neudecker Kloster in der Au hervorging. Bedenkt man nun, daß die Salvatorfeier meist vor Ostern begangen wurde, so liegt die Vermuthung nahe - Meinetwegen liegt dö, wo's mag," unterbricht, den Krug zum Munde führend, der erfahrene Bierkieser. So viel is gewiß, dös sag' i Eahna, daß an bessern und süffigeren Tropfen net gibt als an echten Sslvator, Darfst trinka, was schmeck kriagst koan Kopfweh. Aber an echte muab sei, a Zacherlöl, koan nachg'machten Plempl (klägliches, dünnes Getränk)." Zweifellos wird sufGrund ununterbrochener Tradition tn der Schmedererfchen Brauerei. ..." wagt unser Historiker zu bemerken. Der Salvator justament a so braut wia bei dö alten Paulaner." entscheidet der Charkutier die Streitfraae. Damit is basta. und sekt
geben's an Frseö' mit EahneneSpruch', Prosit! Verstanden?" Der Professor stößt an, trinkt und nickt überzeugt. Famoser Stoff!" Ja. ja. beim Sawator" heißt, woher auch die Be Zeichnung stammen mag. der JnbegriN urg:müthlicher Fidelit'ät.
Wie auS TZarieHen eine Frau Toctor wurde. Humoreske von W. Saraillac. Doctor Lehmann und fein Frauchen Marie faßen schäkernd miteinander am Kaffeetisch, als seien sie noch w dem lumey-iiioon, dem Monat der reizendsten Flitterwochen. Und doch waren sie schon ein volles Jahr verherrathet und heute kehrte zum ersten Mal ihr Hochzeitstag wieder. Daö mußte natürlich gebührend gefeiert werden, en petit cornitö natürlich, das heißt, nur die beiderseitigen Schwiegereltern sollten zum Diner erscheinen, daö die tüchtige Frau Ma rie mit Hilfe Augustens, der alten ihr von Mama mit dem Heirathsgut mitgegebenen Köchin, bereiten sollte. Man hatte große Pläne. Von den Austern zum Filet, dann vom Salm zum Rehrücken und das Kleinzeug des Desserts dazu. Doctor Lehmann hatte bereits gestern aus seinem kleinen Weinkeller die Sorten bestimmt, die getrunken werden sollten und dabei ebenso für die feine Rothweinzunge seines Erzeugers wie an die auf Rheinwein geaichte sei neZ. .Schwiegervaters gedacht. Süßer Wein an die Schwiegermütter und eine gute Seetmarke für Alle zum Beschluß das sollte ein festlicher Mittag werden! Wie dumm, daß er heute als junger Rechtsanwalt in d Praxis mußte, ihm war, als sei Mariechen noch nie so beaehrenswerth erschienen, als aerade heute und er hätte sicher die Zeit ver-1 paßt und trotz AugustenS rühriger Hände wäre wohl richt Alles für das Diner fertig geworden, wenn nicht Mariechen sich rdlich auS ihres Gatten Armen losgerissen und gerufen hatte: Nein, nun ist'S genug mit Deinen Liebkosungen, Männchen! Jetzt rufen mich die Küche und Dich Deine Acten. Vorwärts und bring' auch guten Appetit zum Mittag mit, HerzenSmann!" Ein letzter Kuß und die Gatten schieden. Der Mittag kam und der Salon begann sich zu füllen. Die Schwiegereltern hüben wie drüben hatten guten Grund, heute vergnügte Gesichter zu machen, denn bei ihren Kindern hatte sich einmal der schöne Satz bewährt: Daß Ehen im Himmel geschlossen werden." Das Diner nahm seinen Anfang und machte seinen Erzeugerinnen die höchste Ehre. Mariechens Mutter lobte den Salm und ihre Schwiegermutter pries die Zartheit des Rehrllckens und die Süße des Compotts. Die beiden Väter aber tranken sich stillvergnügt zu und alles athmete Lust und Freude. Mariechen strahlte und Doctor Lehmann schien Recht zu haden, wenn er sich den glücklichsten Mann unter der Sonne nannte. Jetzt, nun die Herren behaglich die Henry Clay rauchten, welche Doctor Lehmann zur Feier deS Tages auf den Tisch gebracht hatte, und die Damen an den süßen Sachen des Desserts knabberten, begann Lehmann's Vater endlich: Kinder, daß Ihr so glücklich miteinander lebt, ist uns ja eine riesige Freude. Aber wir wissen eigentlich heute noch nicht, wie Ihr Euch damalS nur kennen gelernt habt." Mariechenö Papa machte ein ersiaunteS Gesicht. DaS weiß ich ja auch noch nicht einmal, potz Kuckuck! Die Frauen da Werden'S schon wissen!" Wie sie sich kennen lernten, na daS war doch " MariechenS Mutter war's, die also sprach und plötzlich wieder schwieg, um dann herauSzuplatzen: Ja, Mariechen, das hast Du un ja gar nicht erzählt!" Mariechen erröthcte tief. Doctor Lehmann aber lachte laut auf. Wie werden sie sich kennen gelernt haben." nahm Mama Lehmann daS Wort. Auf einem Juristenball natürlicht" Nein, sicher auf dem Eise!'' rief Mariechens Vater. Marie lief ja Schlittschuh, so bald wie die Eisdecke trug und Du. mein Junge," wandte er sich an seinen Schwiegersohn, warst ia ebenfalls ein passionirter Schltttschuhläufer. nicht?" Gewiß, Schwiegerpapachen." Na. da habt Jbr'i!" Verzeih'. Schwiegzrpapachen, aber Du bist riesig auf dem Ho!zwege!" Dacht'S mir auch schon." Zachts Papa Lehmann, solch' heiße Liehe kann nicht auf dem Eise entstanden sein! .Auf dem Eise? Nein daS glaubt ich auch nicht " nahm Mariechens Mama wieder daS Wort. Gewiß in einer bekannten Familie, nicht Mariechen?" Aber diese schüttelte den Kopf. Alles falsch!" lachte Doctor Lehmann. Wir beide sind auf die eigenartigst? Weise miteinander bekannt geworden!" Mariechen warf ihrem Gatten einen flehenden Blick zu. Da ist ja ein öeheimniß." rief Papa Lehmann neugierig, das wir noch gar nicht kennen!" .Ein Geheimniß." echoeten die beiden Schwiegermütter. Und das habt Ihr unS verheimlicht, Ihr bösen Kinder?"
' Uns hat ja Niemand danach gefragt," vertheidigte Doctor Lehmann sein Frauchen, und im Uebrigen. ich bin dabei der Schuldige nicht sie!" Willst Du wohl schweigen!" Nein, sprechen soll er!" entschied Mariechens Mutter. Habt Ihr einmal unsere Neugier aufgestachelt, so müßt Ihr ste auch befriedigen. Mir bekommt sonst daö Essen nicht!" Ja, ja, reden soll er!" . Soll ich, Maricchen?" ! Nein!" -! Doch!" Dann lauf' ich erst auS dem Zimmer." Aber Doctor Lehmann fing sie in seinen Armen auf und drückte sie auf ihren Sitz zurück. Also," begann er. Alle spitzten die Ohren.' Was werden wir zu hören bekommen?" dqchten die Mütter, und die Väter dachten: Wie gut, daß sie schon ein Jahr verherrathet sind!" Doctor Lehmann aber begann: Also Hort! Ich war noch Studio, wie Ihr wißt, ehe ich mein Examen machte und dann um meines Mariechens Hand anhielt. Ich kannte und liebte sie schon lange und sie mich auch, gesteh'S nur. Mariechen!" Ja. Du böser, lieber Mann!" Also eines Tages, nachdem ich mit den Commilitonen zu Mittag gegessen, geöe ich bummeln. Ich bummelte damx&Z für mein Leben gern durch die Straken, sah mir die kleinen niedlichen Mädchen an ." Du! Du!" Na, Dich habe ich ja erst recht angesehen, Mariechen!" Ist das eine Erzählerei!" sagte Mariechens Mutter. Wir sind gespannt wie nie und Du wirfst alleS durcheinander und kommst mit Deiner Erzählung nicht fort!" Gleich, liebste Schwiegermama! Ich bummelte also durch die Kaiserstraße und gleich daS zweite Haus von der Ecke, das schöne große " DaS ist ja meins," rief MariechenS Vater. Ist'S, auch, Schwiegerpapachen! Dies Haus also fiel mir riesig auf!" Glaub' ich, mein Junge!" Nicht wie Du meinst; neue Häuser waren mir damals gleichgültiger wie die alten Hauser" unserer Burschen schaft. Aber an diesem Hause hatte ich mein Wohlgefallen, denn aus einem der Parterrefenstn blickte häufig ein reizender junger Backfifch!" Das foll ich sein!" rief Mariechen. Getroffen! Deinetwegen promenirte ich häufig an Eurem Hause vorüber und an jenem Nachmittage that ich daS Gleiche. Ich hatte Glück, denn schon von weitem sah ich Dein niedL-
cheS Köpfchen im offenen Fenster. Du schautest einem reizenden Bengelchen zu, das auf der Straße seinen Kreisel peitschte." Doctor Lehman machte eine Pause und trank beyagttch sein Sectglas auI. Weiter! Weiier!" riefen die Mütter. Gleich! M ich am Fenster vorüber kam, rief eine klingende Stimme: Komm' doch herauf, Paul!" Ich meinte meinen- kleinen Bruder Paul," warf Mariechen roth wie eine Klatschrose dazwischen. DaS kannst Du jetzt wohl sagen, Frauchen. Ich aber hieß auch Paul und wie ich Dich so reizend rufend hörte, fuhr'S mir durch den Kopf: Dich ruft die Stimme deines Schicksals. gch' dieser Stimme nach!" Und dies thatest Du, Schwiegersöhn?" Natürlich! Ohne alleö Bedenken! Auf der Stelle!" Nun nahm Mariechen daö Wort: Ihr könnt Euch meinen Schreck denken, als sich plötzlich die Thür öffnete und dieser große Paul eintrat. Ich war allein. Du Papa, und Du. Mama, Ihr wart ausgegangen. Wie eine Bildsäule stand ich da!" Nein, wie ein Bild aus Himmelshoh'n," rief Doctor Lehmann. Ich hatte die Absicht, ihr zu sagen: Sie haben Paul gerufen, mein gnädiges Fräulein, hier bin ich, waS befehlen Sie? Aber ich kam nicht über eine linkifche Verbeugung hinaus, so riß mich ihr Anblick hin." Was wollen Sie! rief ich endlich angstvoll," ergänzte Mariechen. Wer hat Sie hereingerufen?" Und da erst fand ich die Sprache wieder und stotterte: Ich ." Nun lachte Mariechen. Ja, es war zu drollig und in all' meiner Angst mußte ich lachen, als er mich immer mit so großen Augen an sah und dazu stotterte: Ich. ich Und endlich brachte ich hervor: Mein Fräulein, in keinem Augenblick habe ich einen dummen Studenten streich so bereut, wie in diesem, verzeihen Sie mir!" Und damit reichte er mir seine Hand und ich nahm sie." Ich drückte einen Kuß darauf ." Den ich wegreiben wollte, aber die Stelle brannte förmlich!" Und von da ab ruhte ich nicht mehr, bis ich auf einem Ball Mariechen vorgestellt wurde und nach drei Monaten küßten wir uns nicht mehr aus die Hand, sondern aus denMund!" Und Doctor Lehmann nahm seine Frau' beim opfe und küßte sie tüchtig ob. Bravo!" rief Vater Lehmann. Mein Junge hat doch Haare auf den Zähnen gehabt." Und so." schloß Doctor Lehmann, hat eigentlich Mariechen m i ch in ihre Arme gerufen. ist'S nicht so?" So ist's!" riefen trotz MariechenS Protestes die Mütter und der Pfropfen einer frischen Flasche Sect flog knallend gegen die Decke!
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